#41

RE: Sportschuh Germina NVA

in Landstreitkräfte (Grenztruppen) 27.10.2014 15:07
von Schlutup | 4.107 Beiträge

@Boelleronkel

gerade gefunden hier die Bilder dazu



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#42

RE: Sportschuh Germina NVA

in Landstreitkräfte (Grenztruppen) 10.11.2014 20:31
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von Schlutup im Beitrag #41
@Boelleronkel

gerade gefunden hier die Bilder dazu






So Meister Schlutup.....

Folgende Infos liegen vor,was aber Jahres- genau also nicht unbedingt aufs Jahr genau stimmen muss...also nicht gleich festnageln,bitteschoen....
Ein Fuenfjahrplan ist eben ein Fuenfjahrplan und soo schnell wird inne sozialistische Produktion nichts umgeschupst.

In die Herstellung kam die Sohle um die Mitte der 70iger Jahre......
Sie wurde auch in anderen Gummifarben und Chargen verwendet und wie der Name "Allround schon sagt,auch bei anderen Schuhherstellern.

Hersteller der Sohle war das Gummiwerk "John Scheer"in Schoenebeck an der Elbe,ebenfalls wohl im Rahmen der Zentralisierung.....also Alleinhersteller.
Vor der Einfuehrung der Sohle in die sozialistische Produktion(bis dahin wurde eben die alte Porosohle(fuer den "Armeeschuh"),so genannt verwendet)diese wurde aus Flaechenmaterial in den Betrieben noch selbst in den verschiedenen Groessen ausgestanzt.
Die Stanzeisen kamen vom Metallbau Arnstadt.
Die Stanzen wurden im Kombinat Schuhe Schuhe Weissenfels(Schuhmaschinenbau Weissenfels hergestellt),verwendet wurden auch sogenannte Brueckenstanzen aus dem NSW.
Der Kleber war ein Zweikomponentenkleber und kam aus Leipzig Moelkau.....
Beidseitig also Schuhschaft auf dem Leisten und Sophle wurden eingestrichen,abgetrocknen lassen unter Waermestrahlern oder Quarzstrahlern auf die noetige Temperatur bringen,auflegen und zusammenpressen,fertisch dass Ding.
Pressen kamen aus der CSSR(Gottwaldow wohl) oder eben aus dem Westen....die Einen waren alte Wassersackpressen,die NSWler meist mit Lederkissentechnik und Pressluft.

Zum einen haben wir also Hersteller und Einen der was wollte,bessere Sohlen oder eben bessere Laufeigenschaften.
Die Betriebe haben Muster der Armee vorgestellt und die haben eben bemustert und gemeint gefaellt uns oder eben nicht.
Dann gabs eine "Verteidigung"der Vorschlaege in Berlin,damit die Genossen der Beschaffung oder wer auch immer zufrieden waren oder eben nicht.
Diese Runden wurden zweifelsohne auch mal oefters gedreht,bis man sich eben einigte!

Wars dann geschehen und man war sich einig und Alles passte in den Plan,dann wurde eben nur noch klargemacht ab wann dies denn so gelten soll.
Durchs ASMW( Amt fuer Standardisierung und Messwesen der DDR)was die Sohle dann schon durch,kam eben nur noch auf die korrekte Verarbeitung an,nicht das der "gemeine Soldat"dann noch beim Laufen die Sohlen verliert.
Es lagen bei beiden Seiten also immer Muster in den Archiven,damit die Genossen auch wissen worueber man mal geredet hat!

Im Rahmen von Materielmangel kann es hier und da eben auch mal "Abweichungen gegeben haben"!
Durchaus moeglich,dass auf einem 42iger Schuh eine 41,5er Sohle war.

Auf jeden Fall wurden die Zeiten fuers Stanzen von Sohlen in Betrieben nicht mehr gebraucht und das Aufrauen der Zwickeinschlaege war etwas einfacher.(Das wuerde jetzt sehr weit fuehren)

Beim alten Schuster war ein Dutzend eben auch nicht zwoelf sondern,war wohl die 13!!!

Alles in allem kann es also bei verschiedenen Produktionszeitraeumen immer noch zur Verwendung unterschiedlicher Materialien gekommen sein,weil die Strecken eben ab und an mal unterbrochen wurden.
Einerseits konnte man auf Staatsreserve "umschalten"oder in Abstimmung der Hersteller mit nen Bestellern wurde dies einfach mal vereinbart,weil es Material- technisch eben nicht anders ging.

Grundsaetzlich kannste also Anfang 80ig noch die eine oder andere Sohle bekommen haben,was den Armeeschuh betrifft.
Fakt ist aber,das bis Mitte der 80iger Jahre der Armee Schuh(ebenfalss Polizei MdI etc) ein hochwertiger Vollleder Schuh war.

Von den ehemaligen Direktoren fuer B/A also Beschaffung und Absatz,den Produktionsdirektoren und techischen Leitern ist eine einhellige Meinung vorhanden.Nix ist einfach,aber
spaetestens ab 85/86 gings "rapide abwaerts"! dann wurde an den Schuhen so lange mit Substituten(Ersatzmaterialien)rumgebastelt,war zwar immer noch nen Schuh,aber eben nicht mehr das "Ding"fuer den Heimgang und dann im Garten!

Sodann und Gruss BO


Schlutup und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#43

RE: Sportschuh Germina NVA

in Landstreitkräfte (Grenztruppen) 10.11.2014 21:26
von DoreHolm | 7.705 Beiträge

Hallo Boelleronkel, warst Du in der Schuhindustrie beschäftigt ? Die Klebung von Schuhen aller Art, von dem Römer-Latsch bis zum Stiefel, war mein Aufgabengebiet, aber erst ab 1990. Die alten Modelle kenne ich daher nicht so. Nur die späteren, die durch die BW bestellt wurden.
Weshalb der Klebstoff hauptsächlich aus Mölkau stammt und nicht aus Schuhchemie Erfurt, wo ich herkommen, hatte folgenden Grund: Es konnte damals nicht jede Firma der gleichen Branche alles herstellen. Mölkau und Erfurt zählten zum gleichen Kombinat und zeitweise gehörte Mölkau als Zweigbetrieb mit zu uns im komplex der ganzen Zulieferindustrie. Es gab eine Abstimmung, daß sich Mölkau auf PU-Klebstoffe, Schmelzkleber, PVAC-Latextypen u.einige andere Spezialprodukte konzentriert, während wir die CR-Klebstoffe (z.B. für EVA-Materialien, Leder u.a. eingesetzt), Synthese- und Naturlatexprodukte, Naturkautschukklebstoffe als auch Vulkalösungen u.a. produzierten. Mit den PU-Klebstoffen, zweikomponentig, sind ganz klar weitaus höher Festigkeiten, witterungs- und Altersbeständigkeiten erreichbar als mit CR (Polychloropren)-Klebstoffen. Vom noch heute manchem bekannten Chemisol L 1526 wurden alle zwei Tage ca. 15 t abgefüllt.



zuletzt bearbeitet 10.11.2014 23:12 | nach oben springen

#44

RE: Sportschuh Germina NVA

in Landstreitkräfte (Grenztruppen) 10.11.2014 21:45
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #43
Hallo Boelleronkel, warst Du in der Schuhindustrie beschäftigt ? Die Klebung von Schuhen aller Art, von dem Römer-Latsch bis zum Stiefel, war mein Aufgabengebiet, aber erst ab 1990. Die alten Modelle kenne ich daher nicht so. Nur die späteren, die durch die BW bestellt wurden.
Weshalb der Klebstoff hauptsächlich aus Mölkau stammt und nicht aus Schuhchemie Erfurt, wo ich herkommen, hatte folgenden Grund: Es konnte damals nicvht jede Firma der gleichen Branche alles herstellen. Mölkau und Erfurt zählten zum gleichen Kombinat und zeitweise gehörte Mölkau als Zweigbetrieb mit zu uns im komplex der ganzen Zulieferindustrie. Es gab eine Abstimmung, daß sich Mölkau auf PU-Klebstoffe, Schmelzkleber, PVAC-Latextypen u.einige andere Spezialprodukte konzentriert, während wir die CR-Klebstoffe (z.B. für EVA-Materialien, Leder u.a. eingesetzt), Synthese- und Naturlatexprodukte, Naturkautschukklebstoffe als auch Vulkalösungen u.a. produzierten. Mit den PU-Klebstoffen, zweikomponentig, sind ganz klar weitaus höher Festigkeiten, witterungs- und Altersbeständigkeiten erreichbar als mit CR (Polychloropren)-Klebstoffen. Vom noch heute manchem bekannten Chemisol L 1526 wurden alle zwei Tage ca. 15 t abgefüllt.



Vielleicht kennt man nur einen der einen kennt,aber die Frage hatteste schon einmal gefragt,da gings noch um das leidige Thema Strangzement,oder "Spagettikleber"....

Nie war die DDR Kleberindustrie in der Lage den Strangzement aus dem NSW sprich Westen zu ersetzen.
Du selbst hast das hier mal bestaetigt,es war "Ihnen "nicht moeglich den einheitlichen Durchmesser "zu halten" und damit haben sich etliche Leute die Nerven zerrieben und Pruduktionsarbeiter erheblich gelitten.....

Negativattest wurde nicht erteilt,der Kleber aus der DDR sollte es sein und er sollte auf den importierten Westmaschinen laufen,jing aber nicht!
Jedenfalls nicht ohne erhebliche Probleme,und wenn wir schon mal dabei sind,die zu verarbeitenden Taekse,sprich kleine Naegel in den Magazinen der Zwickmaschinen,was fuer ein Jammer......
TG640 der Firma Schoen ausm Taunus....geiles Maschinchen,doch es wollte zu diesem Zeitpunkt nix zusammenwachsen!

Vorwaerts immer Rueckwaerts nimmer!
Die Parteiproleten hatten eben immer Recht,Fachkompetenz eher zweitrangig und wer aufmuckt und die Dinge beim Namen nennt,kann schon mal mit dem U- Fuehrer bekannt gemacht werden.

Jedenfalls schoen,das einige DDR Armeeschuhe auf Westmaschinen hergestellt wurden und teilweise mit Westkleber,,,,also ick find datt schon "lustich"

Sodann BO


DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#45

RE: Sportschuh Germina NVA

in Landstreitkräfte (Grenztruppen) 20.12.2014 17:13
von G. Michael (gelöscht)
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Hallo zusammen, über Tragekomfort und Herstellung ist ausreichend berichet worden.Sehr begehrt waren die Treter weil in einem Punkt nicht zu
übertreffen, Heizwert. Ein Schuh rein in den Kohlebadeofen und der drohte abzuheben.
Micha


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#46

RE: Sportschuh Germina NVA

in Landstreitkräfte (Grenztruppen) 21.12.2014 11:21
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von G. Michael im Beitrag #45
Hallo zusammen, über Tragekomfort und Herstellung ist ausreichend berichet worden.Sehr begehrt waren die Treter weil in einem Punkt nicht zu
übertreffen, Heizwert. Ein Schuh rein in den Kohlebadeofen und der drohte abzuheben.
Micha



Die Verwendung des Begriffes "Schuh" hier ist wirklich etwas leicht verwegen


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