#61

RE: Über die Schwierigkeit, die eigene Geschichte zu ertragen

in DDR Staat und Regime 30.08.2013 08:08
von Rostocker | 7.734 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #60
Wo liegt eigentlich das Problem, wenn es welche gibt, die Schwierigkeiten mit der eigenen Geschichte haben?
Ich bin Jahrgang 50, meine Mutter, meine Tanten, mein Onkel, alle haben sie den Krieg erlebt und dessen Folgen. Sie haben in Organisationen des 3. Reiches mitgemacht und wenn es eben nur bei Kraftfahrern war, (ich umschreib dies jetzt mal bewusst ) und haben zu meiner Zeit zwar davon erzählt, aber nicht unkritisch. Sie haben alle als eine große Erkenntnis der damaligen Zeit vermittelt:
Junge, laufe keinem nach, der dir irgend eine Idee, eine Ideologie oder etwas anderes verkaufen will, der dich überzeugen will, wie gut und gerecht etwas ist. Mach nur dies, was dir dein Verstand sagt und lass dich nicht von Regierenden beeinflussen, die haben noch niemals etwas Gutes für das Volk geschaffen, nur Leid und Elend.
Diese Worte habe ich mir zu Eigen gemacht, verlass dich auf dich selbst und mach dein eigenes Ding und damit bin ich gut gefahren, ob nun Sozialismus oder Kapitalismus. Leute, die etwas können, die von ihrer Arbeit Ahnung haben, die nicht lange klugscheißen sondern etwas zu Stande bringen, gehen nicht unter.
Ich bin sicher, die Ausbildung hätte ich auch im Kapitalismus bekommen, Alle Verwandten hatten in einem nichtsozialistischem System eine fundierte Ausbildung, die Westverwandten hatten ebenso eine exzellente Ausbildung, also muss ich dem Staat DDR auch nicht unendlich dankbar sein, dafür, dass er mich hat zur Schule gehen lassen und dafür, dass ich studieren konnte. Als ich dem Staat DDR dafür etwas zurückgeben wollte, hat der mich damit gelöchert, dass ich ab der Funktion Bereichsleiter doch in die SED eintreten müsste, was genau der Erkenntnis von früher entgegenstand. Es war mir kein Bedürfnis, das Parteigelabere mitzumachen, also habe ich abgelehnt und blieb das, was ich war. Wenn die nicht wollten – bitte sehr, dann eben alle Kraft dafür, dass es meiner Familie gut geht.
Ich wollte nie abhauen, wollte mich als junger Ingenieur einbringen, wenn es denn nicht gewünscht war, dann habe ich das eben gelassen.
Als Reservist habe ich später noch einmal die finstere Seite der Armee kennen gelernt, eine Reservistenkompanie im Wald von Hinrichshagen, es waren unbeschreibliche Zustände dort, wie kann ein Staat seine Soldaten, dazu noch Reservisten, die alles Familienväter sind und in den Betrieben ihren Mann standen, so behandeln? Damit war auch das Kapitel NVA erledigt,
ich hätte bis heute hier auf Rügen als Technischer Leiter in einem Landwirtschaftsbetrieb weiter gemacht, mit Arbeiten für die Bewohner des Dorfes, mit Schachereien um Ersatzteile und mit individueller Viehhaltung, die ordentlich Geld brachte.
Als die Wende kam, stand nur die Frage, was machst du....
Schlüsseldienst? Technischer Service am Bau? Letztendlich wurde eine eigene Firma daraus und auch heute geht es in der beschriebenen Weise weiter, was interessiert mich das Gelabere aus Berlin, Gutes für mich und meine Leute kommt dabei nicht raus. Für meine Leute muss ich sorgen, so, wie ich es früher als Technischer Leiter oder in der Industrie als Abteilungsleiter auch schon getan habe, heute muss ich zusätzlich noch deren Lohn bezahlen, dafür darf ich auch schon mal mehr fordern, als damals.
Aber insgesamt ist alles unverändert in meinem Leben und meine Geschichte weist keine Brüche auf. Ich kann dank meiner Arbeit und meines oder auch dem, meiner Frau, in ferne Länder fliegen, kann Dinge sehen, die mir in der DDR verwehrt wurden und komme doch jedes mal wieder nach Rügen zurück... wäre ich damals auch.
Allerdings versteh ich schon, wer an eine Ideologie geglaubt hat, wer überzeugt war, für den ist es schlimm, mit dieser Geschichte umzugehen.
Ich wünsche, dass es vielen dagegen leicht ist.



Zwei gute Sätze, die auch in die heutige Zeit hinein reichen.


DoreHolm und andyman haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#62

RE: Über die Schwierigkeit, die eigene Geschichte zu ertragen

in DDR Staat und Regime 30.08.2013 08:24
von schnatterinchen (gelöscht)
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Ausser einem Abo für die Revue und ein paar Versicherungen wollte mir hier noch keiner was verkaufen und das Herr Kohl oder Herr Schröder bzw. Frau Merkel mich ins Elend gestürzt hätten kann ich jetzt auch nicht unbedingt behaupten.


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#63

RE: Über die Schwierigkeit, die eigene Geschichte zu ertragen

in DDR Staat und Regime 30.08.2013 08:30
von Rostocker | 7.734 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #62
Ausser einem Abo für die Revue und ein paar Versicherungen wollte mir hier noch keiner was verkaufen und das Herr Kohl oder Herr Schröder bzw. Frau Merkel mich ins Elend gestürzt hätten kann ich jetzt auch nicht unbedingt behaupten.


Ja wenn man vom eigenen --Ich--ausgeht.Dann magst Du Recht haben.
Und wenn ich--von meinen eigenen--Ich--reden. Bin ich zu DDR-Zeiten auch nicht in Elend aufgewachsen.


Heckenhaus hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.08.2013 08:35 | nach oben springen

#64

RE: Über die Schwierigkeit, die eigene Geschichte zu ertragen

in DDR Staat und Regime 30.08.2013 09:15
von DoreHolm | 7.708 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #62
Ausser einem Abo für die Revue und ein paar Versicherungen wollte mir hier noch keiner was verkaufen und das Herr Kohl oder Herr Schröder bzw. Frau Merkel mich ins Elend gestürzt hätten kann ich jetzt auch nicht unbedingt behaupten.


Hast Du in der Pampa gelebt, wo sich kein Vertreter hinverirrt ? Es ist ruhiger geworden um die Rattenfänger, die einem die Haustür eingerannt sind, das stimmt soweit. In den ersten Jahren nach der Wende war es schlimm, da war fast täglich irgendwer im Haus unterwegs und hat die Mieter und uns gelöchert. Vorgestern war es Bofrost, mal ein Fensterbauer, eine Wintergartenfirma, auch eine Sekte war schon mal da und natürlich von Parteien aus unserem Viertel (FDP und CDU), mit denen ich eine Weile eine Grundsatzdiskussion an der Haustür hatte(hat aber Spaß gemacht). Dafür scheint mir die Werbung per Briefkasten zugenommen zu haben.
Aber zum Thema: Schwierigkeiten mit der eigenen Geschichte ? Mir ist es nicht leichtgefallen, eine Gesellschaftsordnung und eine Ideologie begraben zu sehen, für die ich mich überzeugt engagiert habe. Was mich aber nicht daran gehindert hat, in die Zukunft zu sehen, das Beste daraus zu machen und der Entwicklung auch die positiven Seiten abzugewinnen. So richtig einen Melancholischen hatte ich und da ärgere ich mich heute noch ein bischen, daß mir das dort und bei diesen Leuten passiert ist: Im Sommer 1990 waren die Verkäufer unserer Firma in unserer Partnerfirma in Pirmasens eingeladen, um einige Grundlagen des Verkaufes und Kundendienstes kennenzulernen. Dazu muß ich sagen, diese Firma in PS war der Nachfolger unserer Firma. 1947 wurde deren Besitzer enteignet ( Wehrmachtsproduktion, Kleber und Schuhwichse für Militärstiefel), auch wegen der Betriebsgröße. Er ging nach PS, da dort ein Auslieferungslager existierte. Mitte der 80er wegen nicht vorhandener Erben alles an einen schweizer Konzern verkauft. Dieser hatte uns nach der Währungsunion erworben. Von PS waren einige Zeit noch ein paar Leiter hier, die unseren Leitern die Marktwirtschaft und die Buchhaltung beibringen wollten (Aussage des PSer Hauptbuchhalters zu unserem: "Herr W., aber sie wissen doch schon alles !"). Nun, wir fuhren nach PS. Mein Techn.Leiter hatte durchgesetzt, daß auch ich als Techniker mitfahre, schließlich ging es um den Verkauf von Produkten und deren techn. Anwendung. Uns wurden die Schönheiten des Pfälzer Waldes gezeigt, worauf ich mir dachte, hier könntest du Dich mal zur Rente niederlassen. Am Abend dann geselliges Zusammensein. Ich muß wohl ein Bier zu viel getrunken haben. Der PSer GF saß bei mir und wir unterhielten uns und ich bekam einen melancholischen Anflug. Jedenfalls sagte ich sowas, daß für mich als "Oberkommunist" (ja, dieses Wort habe ich so gesagt) in der Erfurter Firma schon einiges zusammengebrochen ist. Es hatte für mich keine negativen Folgen bis auf die Tatsache, daß ich meine
leichtsinnige Wortwahl promt in EF von meinem dortigen GF auf´s Butterbrot geschmiert bekam. Der war am Abreisetag in PS und wird das wohl brühwarm vom PSer GF gesagt bekommen haben. Unser EFer GF kritisierte mich auch noch weiter. Meine Anzugsordnung wäre nicht in Ordnung gewesen ! Wie das ? Die ganze Zeit in Anzug, mit Schlips, bis auf den Abreisetag. Da stand unser EFer GF auch nur im kurzen Hemd da. Er hatte mir nie verziehen, daß ich ihn zu DDR-Zeiten mehrfach öffentlich in den BPO- und Gewerkschaftsversammlungen kritisiert hatte (sehr autoritärer Führungsstil, der nicht durch Fachwissen gestützt war). Fazit auch aus der ganzen Geschichte: Obwohl der PSer GF von meiner politischen Vergangenheit wußte und ich auch nicht den Wendehals gemiemt habe (mit politischen Meinungsäußerungen habe ich mich insbes. bei meinen Westkollegen zumindest in der ersten 10 Jahren stark zurückgehalten), wurde ich 1993 wegen Umstrukturierungen im Konzern von der PSer Firma übernommen und konnte mir dort einen guten Stand als Techniker erarbeiten. Das sage ich, weil gerade heute in unserer Zeitung, der Thür. Allgemeine unter "Leserbriefe" wieder mal so eine Zuschrift ist, in der es der Schreiber sehr bedauert, daß "Kommunisten" aus der DDR nicht härter belangt worden sind und eine ehemalige Kollegin, die ich traf, es offensichtlich nicht verstehen konnte, daß ihr Mann (auch ehem. Kollege) entlassen wurde und ich rote Socke mit neutralem Firmenwagen und gutem Gehalt in der Gegend rumkutschiere. Die werden es NIE begreifen, wie Unternehmer ticken.



Jobnomade und schulzi haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.08.2013 09:21 | nach oben springen

#65

RE: Über die Schwierigkeit, die eigene Geschichte zu ertragen

in DDR Staat und Regime 30.08.2013 09:22
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Man kann dies aber auch so sehen. Willst du Jemanden zum verzweifeln bringen(über den eigenen Lebenslauf) rede Ihm was ein siehe dahingehend, das Er Alles auf den Prüfstein (welcher Pstein...na ja Moral, Gewissen) stelle und findest du jetzt ein Menschenkind was innerlich recht ungefestigt ist kommen dem logischerweise leichte Zweifel am eigenen Tun.

Jetzt beginnt also der Zweifel zu wuchern, wie Moosgeflecht auf einem Stein und bumms, du hast Ihn an den Eiern, (bei Frauen eben...keine Ahnung?) also dein Werk ist schonmal in einem guten Anfangsstatium. Nun bohre weiter, nähre die Zweifel, gib Dünger drauf und dein Gegenüber zerfällt in so ne Art "Verzweiflung" was er da alles bisher wohl "verdrängt" hatte(wenn er es denn verdrängt hatte?)

Lebensläufer...äh, ich mache mich hier nicht lustig, weit gefehlt. Ich will nur aufzeigen, wie man es packen kann, den Anderen mit der eigenen Geschichte ins Straucheln zu bringen.

Einen guten Tag allen ins Forum


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#66

RE: Über die Schwierigkeit, die eigene Geschichte zu ertragen

in DDR Staat und Regime 30.08.2013 13:27
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Geht weiter im Vortext mit einer beispielhaften Befragung:

Junger Fragesteller: "Alter Grenzsoldat, hattest du Zweifel bei der Ausübung deines damaligen Dienstes an der Staatsgrenze der DDR?"

Alter Grenzsoldat: "Ich war jung, das Ding hieß Wehrpflicht, der Feind stand im Westen (Feindwärts) drüben siehe BGS/ZGD; Amis,Tommis, Franzmänner, BW, ich war selten zu Hause, hatte andere Probleme...nächste Frage"

Junger Fragesteller: "Na gut, stell ich die Frage doch etwas anders, hättest du es mit deinem Gewissen vereinbaren können wenn da Einer gekommen wäre von Freundwärts her und du hättest die Schusswaffe zum Einsatz bringen müssen?"

Alter Grenzsoldat....jetzt ...grübel, Stirn in Falten zieh, angestrengt überleg: "Na ja, ich sagte ja schon, ich war jung also muss ich auch mit junger Denke da ran gehen an deine Frage. Jungsein weißt du heißt spontan sein, nicht groß überlegen und ich sage mal, es wäre wohl passiert weil da auch ein seelischer Druck auf mir lastete. (Schwedt, Sonstiges)Aber, jetzt das Aber, diesen Druck sehe ich erst heute klar, mit all seinen Ursachen, wie es dazu kam."

Junger Fragesteller...leicht bohrend:" Wie war das nun mit deinem Gewissen Mann, du musst doch sagen können, ob dein Gewissen...." Wird jetzt unwirsch unterbrochen vom AGrenzsoldaten....

AGrenzsoldat:" Nicht mit mir Mann, nicht mit mir. Mein Gewissen ist rein, dein Grenzverletzter nur ne Erfindung und zwar Deine, bei mir kam Keiner, nicht Einer, mir redust du da keine moralischen Bedenken noch Zweifel ein, ich stand da vorne am Kanten und gab mein Bestes, gerade weil ich jung und dumm war...wir beenden besser die Fragerei, kommt eh nur Mist raus"

Junger Fragesteller...innerlich denkend;"Schade, fast hätte ich Ihn gehabt, den alten Sack, und zwar im Sack...wirklich schade"

AGrenzsoldat...innerlich schmunzelnd, dabei aber freundlich schauend:" Son junges Kerlchen warst du damals auch mal, doch bissel pfiffig und trotzdem irgendwie dumm an Erfahrung, warst eben jung, dachtest, kannst die Alten überlisten aber das klappte schon bei die EKs nicht, zumal du stecktest da drin in der Zentrifuge Grenztruppe, da gabs die anderthalb Jährchen kein Entkommen. Sowas könnte das junge Kerlchen auch mal brauchen staat dumme Fragen zu stellen, was wäre wenn und was wäre wenn nicht...passiert"

Und die Moral von der Geschicht: "Befrage nie einen Alten Grenzsoldaten, denn der lässt sich einfach nicht überlisten. Zumal, so jung und dumm wie damals ist er nämlich heute nicht mehr"

Lebensläufer


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#67

RE: Über die Schwierigkeit, die eigene Geschichte zu ertragen

in DDR Staat und Regime 30.08.2013 14:28
von Rüganer (gelöscht)
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Nein, mein sächsischer Freund, man hätte auch sagen können - ich habe da gelebt in einem Staat, der DDR hieß, ich wollte mich da einrichten, wie Millionen andere es auch getan haben. Die Armee, sprich der Kanten oder die Mauer waren ein Stück Zeit, die ich nicht umgehen konnte, dass ich nun gerade an die Grenze kam - ja da war ich eben nun. Gewissen? Sicher hat jeder der da stand gedacht, hoffentlich kommt keiner und wenn, dann nicht bei mir. Eher hat man sich gefragt, warum kommt der, wo er doch weiß, dass es hier ganz schnell an das Leben gehen kann, wieso kommt der trotzt Schilder, trotzt Stacheldraht, trotzt der hohen Mauer, die man nicht ohne Hilfsmittel überwinden kann. Und man hat sich gefragt, würde ich gehen? Damit war das Gewissen beruhigt - fertig. Nach 12 Monaten war diese Albtraum vorbei und dann ging es wieder weiter, junger Fragender... und der alte ehemalige Angehörige der GT fragt seinerseits den jungen Fragenden: was tatest du in Afghanistan, wieso gingst Du denn dahin? Reine Geldgier? Du hättest doch da drauf gehen können? No risk - no fun?
Ist ja alles ein hypothetischer Dialog, aber letztendlich werden Angehöriger der GT, der im Grundwehrdienst dort hingezogen wurde und der junge Ragende wieder feststellen, wenn sie ehrlich zueinander und mit sich selbst sind, diese Zeit haben wir uns doch wieder von den Herrschenden ausnutzen lassen, was wir ja eigentlich vermeiden wollten. Nur gut, dass wir unseren Kindern diese Erkenntnis mit auf den Weg gegeben haben oder geben werden, damit die sich heute, wo es möglich ist, vor dieser Ausnutzung, diesem Missbrauch schützen können.
Aber deswegen muss man nun nicht mit seiner Geschichte hadern.


Lutze, Hapedi, Lebensläufer, DoreHolm und GKUS64 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#68

RE: Über die Schwierigkeit, die eigene Geschichte zu ertragen

in DDR Staat und Regime 30.08.2013 14:48
von Lutze | 8.040 Beiträge

ehrlich geschrieben von dir @Rüganer,
diese Berichte lese ich gerne
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#69

RE: Über die Schwierigkeit, die eigene Geschichte zu ertragen

in DDR Staat und Regime 01.09.2013 16:52
von Grenzgänger (gelöscht)
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So, Leute..
ich bedanke mich ganz herzlich für die bisher geführte Diskussion und vor allem dafür, dass es tatsächlich gelungen ist, über 68 Beiträge von 21 Usern hinweg wirklich sachlich zu bleiben.
Ich glaube, dass im Moment hier nicht mehr viel substantielles zu erwarten ist- wer sich beteiligen wollte, hat das nach meinem Eindruck bereits getan.
Dass die Vertreter der Fraktion vom "Ministerium für Staaats- und andere wichtige Angelegenheiten" sich nicht beteiligt haben, verstehe ich vollkommen und sehe auch das als Bestätigung meiner Thesen an (bin ich nicht bescheiden ?)

Es sieht ja im Moment auch so ein bischen danach aus, als würde ich "in meinem Zustand" so etwas wie Mitleid hervorrufen und gute Ratschläge brauchen...
Etwas Bauchmiezelei ist ja ganz angenehm, aber in diesem Fall nicht wirklich erforderlich.

Es ist also nicht so, dass ich sozusagen seit Jahrzehnten mit meiner Historie nicht klarkomme und mir täglich Selbstvorwürfe mache, die ich mit "Dreissig Peitschenhieben auf den nackten Rücken" unterstreiche... macht euch keine Sorgen.

Nee, ich habe mich genauso "eingerichtet" wie alle anderen auch.. habe eine tolle Frau, die drei erwachsenen Töchter sind auf gutem Wege, meine (bisher) drei Enkel machen mir viel Freude- alles "bestens" sozusagen... nur manchmal kommen eben so Fragen wieder vorbei.. und weil ich seit einiger Zeit hier etwas aktiver im Forum geworden bin, habe ich sie eben mal gestellt.

Aus meiner Sicht würde ich jetzt das Thema einfach liegen lassen bis es die zahlreichen neuen Mitglieder vielleicht mal finden.. und vielleicht Lust haben, etwas dazu zu sagen.

Ihr habt schon bemerkt, dass ich gelegentlich ein Textzitat meiner "Jugendsongs" einflechte- hier noch eins aus dem Jahre 73 von "Panta Rhei"... starker Vortrag von Herbert Dreilich- und mancher wird sich darin wiederfinden...

Über mich

Hab viel gesehen
manches nicht verstanden
doch weiß ich täglich mehr

stand an vielen Türen
hatte keinen Mut
doch ging ich wieder hin

hab viel versprochen
manches nicht gehalten
jetzt denk ich vor dem Wort

hab viel genommen
wenig nur gegeben
doch fing ich grad erst an

kannte viele Worte
die andre gerne hören
jetzt sag ich, wer ich bin

hab viel begonnen
manches nicht beendet
doch hab ich was getan


Nochmal Danke und viele Grüße in die Runde

Siggi


DoreHolm, Lebensläufer, schulzi, Hackel39 und heimi74 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#70

RE: Über die Schwierigkeit, die eigene Geschichte zu ertragen

in DDR Staat und Regime 01.09.2013 23:31
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von GKUS64 im Beitrag #48
Hallo Grenzgänger,

Nach der Wende haben so auch diese Leute mit den o.g. Charaktereigenschaften das Heft in die Hand genommen und z.B. Betriebsausgründungen ( aus den von der Treuhand verwalteten Konkursbetrieben) vorgenommen. Vorher haben sie die großen Kommunisten gespielt, in ihrem neuen Betrieb haben sie dann frühkapitalistische Methoden gegenüber ihren ehemaligen Mitarbeitern angewandt.
Ich habe diese Methoden nie für richtig gehalten, man musste aber anerkennen, dass mit diesen Charakterzügen und Methoden auch Unternehmergeist gezeigt wurde.

Ja was ist nun der richtige Weg?

Ich bin nunmehr der Meinung jeder muss entsprechen seines Charakters handeln, seine Entscheidungen nicht ständig in Frage stellen, und was geschehen ist war in einer bestimmten Situation bzw. in einer bestimmten Zeitepoche richtig. Es ist eine neue Zeit und die fordert neue Überlegungen und Entscheidungen.

Ich kann ja gut reden denn ich bin ja Rentner!

MfG

GKUS64




Das ist ein richtiger Steilpaß GKU, das mit den ehemaligen Kommunisten und späteren Unternehmern.
Jene Kommunisten mögen sich doch gedacht haben, "Also gut, den Sozialismus wolle keiner, so machen wir eben anders weiter", mit der agierenden Person hat das gar nicht mal zu tun, da dessen Kritiker und frühere Arbeitskollegen ja bei einer konkurrierenden Firma anheuern könnten aber in Wirklichkeit sind sie nur froh, daß wieder einmal andere Verantwortung übernommen haben und versuchen, das Schiff durch die Klippen zu bringen.
Was ist daran verwerflich, im Prinzip haben sie sogar die gleichen Feinde, die man neuerdings Mitbewerber nennt, potentielle Plattmacher, die unabhängige Konkurrenten aus perspektivreichen DDR- Unternehmenssparten einfach nur fürchten und nun ihrerseits mit überwiegend unsauberen Methoden potentielle Aufsteiger vernichten wollen, bevor sie überhaupt ins Laufen kommen, tausendfach geschehen im Morgenthau- Osten wie wir heute wissen.
Wer also steht den Systemkritikern von gestern heute näher, die alteingesessene konkurrierende Markenfirma aus Köln oder die kleine Klitsche aus dem Nachbardorf, die sich mit einem ähnlichen Nischenprodukt Tag für Tag ihren Platz am Markt erkämpfen muß, dessen ehemals kommunistischen Unternehmenslenker bei Strafe des eigenen Untergangs streckenweise den Manchasterkapitalismus durchziehen müssen um nicht gemeinsam mit den ehemaligen Kollektivmitgliedern irgendwann bei der ARGE zu landen ?
Ich persönlich bin genau dieses Kaliber, lehne sogar Betriebsräte in meiner Firma ab, weil jeder ja einen Arbeitsvertrag hat in dem drin steht was verlangt wird und der Arbeitgeber seinen Part erfüllt, was also gibt es da nachzuverhandeln, klingt brutal, klingt wie Wendehals, ist aber meine Lehre aus der Geschichte und jeder, der heute in dieser Firma über 45 ist und sich nun erneut beschwert steht für mich auf verlorenem Posten, weil irgendwann muß man sich ja festlegen, was man will.
Meine Bilanz 2013 pro DDR resultiert übrigens daraus, daß ich ca. 120 % meines Arbeitseinkommens in Geldanlagen der verschiedensten Art investiere, ohne effektiv irgendwas davon zu haben, lebenslang Südsee wäre mir spätestens nach einer Woche der absolute Horror und fünf Hosen gleichzeitig anziehen kann ich auch nicht oder statt einem Steak zehn zu essen wäre ebenfalls blödsinnig genauso wie die Arbeit hinzuschmeißen, die damals wie heute einfach nur Spaß macht...was also bleibt als einfach nur Deinen vorletzten Satz zu unterstreichen und die neue Zeit so zu nehmen wie sie ist, eine Zeit des Überflusses, der umgetauschten Probleme und der offenen Fragen....
In der DDR war ich wegen der Untergewichtung von Geld, Konsum und Wellness in meinen persönlichen Präferenzen trotzdem glücklicher aber das ist eine andere eigene Geschichte.



GKUS64, Winch und heimi74 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.09.2013 00:01 | nach oben springen

#71

RE: Über die Schwierigkeit, die eigene Geschichte zu ertragen

in DDR Staat und Regime 04.09.2013 15:10
von GKUS64 | 1.613 Beiträge

Hallo Hackel39,

meine Frage:

Ja was ist nun der richtige Weg?

hast du gut beantwortet, d.h. ich werde nun doch nachdenklich. Das bedeutet aber auch, jeder ist sich selbst der Nächste und die Fahne mit dem Wind wehen lassen ist nicht verwerflich sondern kann lebenserhaltend sein.

Auch dein Satz
...sind sie nur froh, daß wieder einmal andere Verantwortung übernommen haben und versuchen, das Schiff durch die Klippen zu bringen. trifft für sehr viele Bereiche, auch der in der Politik, zu.

Nur deinen Satz:Meine Bilanz 2013 pro DDR resultiert übrigens daraus, daß ich ca. 120 % meines Arbeitseinkommens in Geldanlagen der verschiedensten Art investiere ohne effektiv irgendwas davon zu haben verstehe ich nicht ganz, also für meine Überschüsse sind immer Abnehmer da.

Bleibe optimistisch wünscht dir

GKUS64


zuletzt bearbeitet 04.09.2013 15:11 | nach oben springen

#72

RE: Über die Schwierigkeit, die eigene Geschichte zu ertragen

in DDR Staat und Regime 09.09.2013 16:55
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von GKUS64 im Beitrag #71


Nur deinen Satz:Meine Bilanz 2013 pro DDR resultiert übrigens daraus, daß ich ca. 120 % meines Arbeitseinkommens in Geldanlagen der verschiedensten Art investiere ohne effektiv irgendwas davon zu haben verstehe ich nicht ganz, also für meine Überschüsse sind immer Abnehmer da.

Bleibe optimistisch wünscht dir

GKUS64


Deine Abnehmer erfüllen sich damit kleine Träume, z.B. vielleicht Deine Frau, die sich mit 150 Euro extra zum 25. noch das 26. Paar Schuhe kauft, ohne über Nacht zum Tausenfüßler geworden zu sein, mithin werbeindizierte Einkäufe, die man drei Momente später selbst schon als blödsinnig einstuft, nein das ist es nicht.
Wer von uns schafft es schon, sich über Jahrzehnte einer bestimmten Strategie zu unterwerfen um ein bestimmtes Ziel zu erreichen ?
Konkret geht es mir darum einen Traum durch die Hintertür zu verwirklichen, für den es zu Zeiten des Volkseigentums gar keine Veranlassung gegeben hätte, es geht um die Betriebsaufnahme einer still gelegten Eisenbahnstrecke durch eine einmalige Gegend, der Toscana des Ostens.

Es ist aber nicht so, daß ich von dieser Idee besessen bin, es ist nur ein Lebensziel, das ich in etwa 8-10 Jahren auf sportlichem Wege zu erreichen glaube, wenn ich die Marschrichtungszahl einhalte (Streckenkauf+ Triebwagen, später Vermietung an Dampfzug- Hobbyeisenbahner)
Andere planen eben Weltreisen, Bergbesteigungen, Konzerttourneen oder was auch immer, für mich wird's zig-fach teurer, wenn alles planmäßig durchläuft und wenn nicht, geht die Welt auch nicht unter.
So wie ich die 10 Jahre meiner Schulzeit den Traumberuf im Visier hatte, im Moment anstrengende Nebenerwerbsprojekte zusätzlich zur Arbeit am Laufen halte, so wird auch dieses Ziel ca. 2020 realisierbar sein, notfalls auch über eine Rückfallebene (Alternativstrecke in abgespeckter Form).
Leider ist es ín diesem perspektivlosen entvölkerten Landstrich nicht möglich, so etwas peu a peu aufzubauen, weil Du einfach nur Nichts bist, ohne Geld, da wird nur das Elend verwaltet und versucht, entwidmete und bedrohte Infrastruktur der Bahn per Flickschusterei vor dem totalen Verfall zu retten, was aber immer noch besser als gar nichts ist.
In der Zwischenzeit kann ich nur ähnliche Projekte, z.B. in der Schweiz oder dem Schwarzwald (...wo das Geld wohnt) beobachten und hier vor Ort alles im Auge behalten, so gut es geht.



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#73

RE: Über die Schwierigkeit, die eigene Geschichte zu ertragen

in DDR Staat und Regime 09.09.2013 19:27
von Grenzgänger (gelöscht)
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OT:
Tolles Ziel, grössten Respekt !
Wo ist denn die Toscana des Ostens ?

Siggi
(der bestenfalls vielleicht 2020 nochmal seine alten H0- Modelle aus dem Schrank kramt und dann auch in Bahnbetrieb macht.. )


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#74

RE: Über die Schwierigkeit, die eigene Geschichte zu ertragen

in DDR Staat und Regime 09.09.2013 21:08
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Grenzgänger im Beitrag #73
OT:
Tolles Ziel, grössten Respekt !
Wo ist denn die Toscana des Ostens ?

Siggi
(der bestenfalls vielleicht 2020 nochmal seine alten H0- Modelle aus dem Schrank kramt und dann auch in Bahnbetrieb macht.. )


Diese Strecke ist Geschichte aber eben noch nicht endgültig.
http://www.bahnmotive.de/europa/deutschl..._16_vitz_qu.htm
Die Historie der Entstehung war gezeichnet von Pioniergeist und Visionen, wie es ja für alle Streckenbauten der Bahn damals galt.
Wenn man schon die DDR nicht retten konnte, so ist das wohl noch zu schaffen, bestimmte Dinge dürfen da zwar vorher nicht passieren, jedoch sind meinerseits die Weichen gestellt.
Weiter geht's hier, da kannst Du nachgrasen und vielleicht etwas für die Miniaturwelt der Eisenbahngeschichte verwerten.
http://www.drehscheibe-foren.de/foren/read.php?17,4693566
Geschichte festzuhalten versuchen in diesem Zusammenhang auch andere, siehe hier:
http://www.halle-hettstedter-eisenbahn.de/
...und an zig weiteren ähnlichen Projekten, die durchweg im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Eisenbahngeschichte wach halten wollen, sie ist einfach nur faszinierend und selbst wo die Rentabilität nicht mehr gegeben ist, wäre eine Konservierung im Prinzip überhaupt kein Problem und bis zu einer Entwidmung vergehen oft noch Jahrzehnte.
Viele dieser Bahnnostalgiker bereuen es heute zutiefst, daß diese Industriekultur zusammen mit vielen erhaltenswerten Fragmenten der DDR einfach so gekentert und unwiederbringlich verloren gegangen ist, dabei hätte man einfach nur mal ab und an diese Verkehrsmittel nutzen müssen, um ihre Existenzberechtigung zu bewahren, somit ist man bis zu einem gewissen Grade auch Verursacher dieses Rückbaus.
Im Buch "Adieu, Nebenbahnen Sachsen- Anhalt" schreibt Autor W. Herdam, daß man inzwischen wieder auf dem Stand der Streckendichte des Jahres 1877 angekommen ist.
Im Land der Frühaufsteher ist die Sonne schon lange unter gegangen.
...doch der Morgen grüßt schon aus der Ferne...



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#75

RE: Über die Schwierigkeit, die eigene Geschichte zu ertragen

in DDR Staat und Regime 09.09.2013 21:33
von Grenzgänger (gelöscht)
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OT:
Danke, hackel39
wusste ich gar nicht, dass ich so nah an der Toscana gewohnt habe..
(wenn ich also als alter "Stemmser" nach "Eechscht" gefahren bin war ich ja schon fast da.. ? ich war aber nie mit dem Zug in "Quifte", dafür oft Merseburg- Schafstädt...)
Sollte ich noch gut zu Fuss sein, werde ich dein Passagier...

Siggi


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#76

RE: Über die Schwierigkeit, die eigene Geschichte zu ertragen

in DDR Staat und Regime 09.09.2013 22:05
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Grenzgänger im Beitrag #75
OT:
Danke, hackel39
wusste ich gar nicht, dass ich so nah an der Toscana gewohnt habe..
(wenn ich also als alter "Stemmser" nach "Eechscht" gefahren bin war ich ja schon fast da.. ? ich war aber nie mit dem Zug in "Quifte", dafür oft Merseburg- Schafstädt...)
Sollte ich noch gut zu Fuss sein, werde ich dein Passagier...

Siggi


So sieht die "Toscana" heute aus, die Unstrutbahner an die ich hin und wieder ein paar Scheine verschicke, sind richtig engagiert an der benachbarten Burgenlandstrecke (Naumburg- Artern), die von Thüringer Seite gekappt wurde, so daß auch ihre Existenz inzwischen nicht mehr sicher ist.
http://www.unstrutbahn.de/joomla/index.p...2528&Itemid=168
Privatpersonen richten Strecken her für Sonderfahrten, bauen Bahnsteige in Eigenregie, Städte rufen Bürger dazu auf, Genossenschaftsanteile für ansonsten verfallsbedrohte Bahnhöfe zu kaufen.
http://www.mz-web.de/eisleben/bahnhof-in...2,23268334.html
Nach verstaatlichten Banken, kommunalen Energieversorgern, staatlich subventionierten Löhnen nun also der Rückkauf des Volkseigentums durch die Bürger...da reibt sich der Eisenbahner Hackel verwundert die Augen, ob denn die Reise nicht doch in den Sozialismus zurück geht.
Sind diese neuen Wege die Bankrotterklärung des neuen Systems, ist die Rückbesinnung auf die verlorenen Werte nicht von einer erheblichen Brisanz für die Erklärung der eigenen Geschichte, sind wir gar mittendrin in einer Neubewertung ?
Diese Gedanken kommen einem, wenn man sehenden Auges diesen Niedergang erleben muß, es ist in der Tat schwer zu ertragen, wenn man es an sich heran läßt.
Allerdings hat jedes Drama auch eine Chance im Bauch und es gibt genügend Projekte, die erfolgreich ausgegangen sind und so hoffen wir, daß der Kampf um die Rettung der Kultur, egal auf welcher Schiene gewonnen wird aber das geht nicht ohne ein aktiv gestaltetes Gemeinwesen mit fähigen Kommunalpolitikern.
Zum Schluß ein versöhnliches Beispiel mit der Bitte, mir meine Eisenbahnaffinität nachzusehen, aber sie gehört zu meiner Geschichte.
http://www.wipperliese.de/main.htm



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#77

RE: Über die Schwierigkeit, die eigene Geschichte zu ertragen

in DDR Staat und Regime 04.04.2014 10:32
von heimi74 | 9 Beiträge

... und mehr noch, ist doch jeder das Produkt seiner Zeit, seiner Umgebung, Erziehung. So rückt die Verantwortung des Staates ins Zentrum der Betrachtungen, nämlich die Bedingungen so zu gestalten, dass jeder in der Lage ist, die Wahrheit zu erkennen. Und da beginnt das Dilemma, was ist die Wahrheit. Hier haben sich unzählige Philosophen, Politiker und Literaten "ausgetobt".
Einfacher ist es dann schon im Nachhinein zu sagen, das war falsch oder richtig war, ihr seid die Guten und die die Bösen. Im Nachhinein ist es auch einfach zu sagen bis dahin und nicht weiter und diese oder jene Maßnahme war überzogen oder richtig...
Ich empfinde es so, auch wir hatten doch eine humanistische Ausbildung. Da waren ethische Grundsätze bezogen auf das menschliche Miteinander geprägt von gegenseitiger Achtung. Erniedrigungen von Menschen wurden verurteilt. Regeln und auch Gesetze respektiert. So sehe ich keine Schwierigkeit mit der eigenen Geschichte. Ja, man konnte sich auch da "schuldig" machen. Aber wie gesagt, verstieß man gegen geltendes Recht oder sehen wir die Sache heute einfach nur aus einem anderen Blickwinkel.
Unter einer neuen Rechtsprechung das alte Recht dahingehend aufzuarbeiten, außer es handele sich um humanitäre Grundrechte, sollte daher immer mit einiger Skepsis gesehen werden.

Gruß



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