#1901

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 15.08.2014 22:33
von Kalubke | 2.299 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #1677
Mich beschäftigt immer noch die Geschichte, wo man nach der Maueröffnung einen zugeschweissten Raum geöffnet und festgestellt hat, dass das Licht noch brannte (vermutlich seit 1961)....
Theo


...das waren noch Glühbirnen damals. Der absolute Horror für jeden Marketingstrategen von heute.

Gruß Kalubke



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#1902

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 15.08.2014 23:02
von Kalubke | 2.299 Beiträge

Zitat von Stringer49 im Beitrag #1900
Guten Tag,

... Nachdem sie gehört hatte, dass die DDR den Lokomotivführer und seine Familie kidnappen wollte, ...

.


Ja, das kam in den 50/60'ern öfter vor, die "Rückführung" aus Westberlin bzw. Westdeutschland per "Haftbeschluss" durch die Abt. VIII (Ermittlung, Durchsuchung, Festnahmen) der MfS-Verwaltung Groß-Berlin (bis 1956 Abt. IV), die mit GM-Gruppen dort operierte (insgesamt ca. 400 Fälle in WB und BRD). Bis 1958 waren die Spezialkräfte für Rückführungen unter damaliger Leitung von Maj Morgenthal als Abt. VIII der/dem IWF/APN/HV A unterstellt. Danach wurden sie als Abteilung 6, in die HA VIIII des MfS eingeliedert. Das Referat 6 in der HA VIIII/6 war für "aktionsbezogene Einzelmaßnahmen" zuständig. U.a. ließ Markus Wolf 1962 von diesen Kräften seinen flüchtigen Leiter der Abteilung IWF/II (Wirtschaftsspionage) Walter Thräne aus Österrreich zurückholen.

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 16.08.2014 06:53 | nach oben springen

#1903

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 17.08.2014 13:10
von Barbara (gelöscht)
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ich habe keinen eigenen Thread S-Bahn (ohne Geisterbahnhöfe) gefunden, deshalb mogel ich das hier rein, denn ich glaube, es ist ein Leckerbissen für euch Bahnliebhaber

Defa-Doku über die Geschichte der Berliner Bahn von 1987, gezeigt werden wunderbare alte Filme und Fotos der technischen und baulichen Entwicklung der Berliner Bahn, verbunden mit der damaligen Gegenwart. U.a, aber auch zurück bis in die Kaiserzeit: z.B.sieht man die erste Filmaufnahme von 1896 der Bahn am Alex!
Aber auch, welche Lebensader so eine Bahn in einer Millionenstadt ist, dass sie ein ganz eigenes Leben hat, Leben verbindet und eine ganz eigene Wirklichkeit erzeugt - gerade zu philosophisch.

"Der Weg zur Arbeit ist Lebensweg, Lebenszeit, kostbare Zeit.... ."

Kommentiert wird der Film von einer wunderbar ruhigen und doch ausdrucksstarken Stimme, deren Kommentar-Text geradezu literarisch ist. (Es werden auch Literaten zitiert)


Bitte schaut es euch an:

Mit Paula in die Stadt (Fernsehreportage DDR 1987)



https://www.youtube.com/watch?v=Kb5-GzRt9so
.


bendix, Hans, Stringer49, Holtenauer, Svenni1980 und eisenringtheo haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#1904

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 17.08.2014 21:46
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #1903
ich habe keinen eigenen Thread S-Bahn (ohne Geisterbahnhöfe) gefunden, deshalb mogel ich das hier rein, denn ich glaube, es ist ein Leckerbissen für euch Bahnliebhaber

Defa-Doku über die Geschichte der Berliner Bahn von 1987, gezeigt werden wunderbare alte Filme und Fotos der technischen und baulichen Entwicklung der Berliner Bahn, verbunden mit der damaligen Gegenwart. U.a, aber auch zurück bis in die Kaiserzeit: z.B.sieht man die erste Filmaufnahme von 1896 der Bahn am Alex!
[...]



Guten Abend,

vielen Dank für diese Zeitreise. Es ist sehr bemerkenswert, mit welcher redaktionnellen und optischen Sorgfalt die Kreateure des Films den bösen Teil der Stadtbahn, den bösen Teil Berlins sowie den gefährlichen Bahnhof Friedrichstrasse ausgeblendet haben. Der Film widerspiegelt phantastisch die Schizzophrenie in der Wahrnehmung einer Diktatur. Es gab einer spezielle «Behandlung und Aufbewahrung» von Feinden (und von angeblichen Feinden), die Menschen wussten es, doch niemand sagte es öffentlich, niemand schrieb davon, niemand machte einen Film darüber.

Die Stadtbahn war für die Menschen in Ost-Berlin im Bahnhof Friedrichstrasse zu Ende, doch der Bahnhof ist nur in seiner historischen Erscheinung zu sehen. Eigenartig, denn für die DDR war die Friedrichstrasse dass alte neue Zentrum...

Es gibt wenige Filme, in welchen die «Schere» der freiwilligen (?) Zensur unsichtbar sichtbar ist.

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


Kalubke hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#1905

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 17.08.2014 21:55
von Vogtländer (gelöscht)
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Barbara,ich danke Dir für den Link!
Schöne Aufnahmen von meiner "alten" Strecke auf der heutigen S3 Richtung Erkner.Luutze müßte die Strecke auch kennen!Bei Hans sogar ziehmlich sicher!
Und was so Störungen gerade im Berufsverkehr in so einer Stadt anrichten,na, die Berliner sind schon etwas geplagt!


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#1906

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 18.08.2014 15:12
von Kalubke | 2.299 Beiträge

Zitat von Stringer49 im Beitrag #1904

Guten Abend,

vielen Dank für diese Zeitreise. Es ist sehr bemerkenswert, mit welcher redaktionnellen und optischen Sorgfalt die Kreateure des Films den bösen Teil der Stadtbahn, den bösen Teil Berlins sowie den gefährlichen Bahnhof Friedrichstrasse ausgeblendet haben. Der Film widerspiegelt phantastisch die Schizzophrenie in der Wahrnehmung einer Diktatur. Es gab einer spezielle «Behandlung und Aufbewahrung» von Feinden (und von angeblichen Feinden), die Menschen wussten es, doch niemand sagte es öffentlich, niemand schrieb davon, niemand machte einen Film darüber.

Die Stadtbahn war für die Menschen in Ost-Berlin im Bahnhof Friedrichstrasse zu Ende, doch der Bahnhof ist nur in seiner historischen Erscheinung zu sehen. Eigenartig, denn für die DDR war die Friedrichstrasse dass alte neue Zentrum...

Es gibt wenige Filme, in welchen die «Schere» der freiwilligen (?) Zensur unsichtbar sichtbar ist.

Stringer49


...das sind die typischen Fälle freiwilliger Selbstzensur von DDR-Medienvertretern, die alles ausblendeten, was mit der Grenze und dem Grenzregime zu tun hatte, um nicht mit den DDR-Sicherheitsorganen in Konflikt zu kommen. Vorauseilender Gehorsam sozusagen. Wäre zu schön, wenn diese unangenehme menschliche Eigenschaft der Vergangenheit angehört.

Gruß Kalubke



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#1907

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 18.08.2014 17:14
von Hans | 2.166 Beiträge

Abend, Gemeinde,wie Pastor Holm immer sagte.....
Also, Jörg,Daniel - überteiben wir da nicht ein wenig ? Oder -sehen wir das jetzt etwas zu sehr durch die DDR-Kritik-Brille ?
Wie fängt der -übrigens sehr schön gemachte -Film gleich an -Der Weg zur Arbeit ist Lebenszeit..... -Es ist also eine Beschreibung -mehr oder weniger- des morgendlichen Weges zur Arbeit für recht viele Berliner - oder, da es eine Paula ist - Randberliner.
Da drängt sich doch die Frage auf- führte dieser Weg denn über den "bösen Westen" ?
Selbstzensur gab es bei den DDR-Berichterstattungen mit Sicherheit, aber als geradezu typisches Beispiel würde ich den Film nicht ansehen.
Übrigens - so mal nebenbei - sollten die DDR- Filmemacher denn immer auf den Westen eingehen,darüber Reden, schimpfen, kommentieren- suchts euch aus- ? Dann würde doch hier der Ruf ---Propaganda--- ganz laut erschallen.
Meiner Meinung nach zeigt der Film einfach ein Stück Leben aus "der Hauptstadt der DDR" - auch Eingangstext- welches ja bekanntlich auch stadtfand.
Ach so -Danke - Barbara .
73 Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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#1908

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 18.08.2014 19:48
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Barbara im Beitrag #1903
ich habe keinen eigenen Thread S-Bahn (ohne Geisterbahnhöfe) gefunden, deshalb mogel ich das hier rein, denn ich glaube, es ist ein Leckerbissen für euch Bahnliebhaber

Defa-Doku über die Geschichte der Berliner Bahn von 1987, gezeigt werden wunderbare alte Filme und Fotos der technischen und baulichen Entwicklung der Berliner Bahn, verbunden mit der damaligen Gegenwart. U.a, aber auch zurück bis in die Kaiserzeit: z.B.sieht man die erste Filmaufnahme von 1896 der Bahn am Alex!
Aber auch, welche Lebensader so eine Bahn in einer Millionenstadt ist, dass sie ein ganz eigenes Leben hat, Leben verbindet und eine ganz eigene Wirklichkeit erzeugt - gerade zu philosophisch.

"Der Weg zur Arbeit ist Lebensweg, Lebenszeit, kostbare Zeit.... ."

Kommentiert wird der Film von einer wunderbar ruhigen und doch ausdrucksstarken Stimme, deren Kommentar-Text geradezu literarisch ist. (Es werden auch Literaten zitiert)


Bitte schaut es euch an:

Mit Paula in die Stadt (Fernsehreportage DDR 1987)



https://www.youtube.com/watch?v=Kb5-GzRt9so
.

Danke,Barbara
ein schöner Beitrag.
Gruß rei


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#1909

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 18.08.2014 21:50
von Barbara (gelöscht)
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Nur kurz eine Anmerkung zu den Beiträgen von Stringer49 und Kalubke, dann bin ich wieder raus aus dem Thread:

euer Fokus beim Ansehen lag auf dem, was nicht gezeigt wurde, mein Fokus lag auf dem was gezeigt wurde.
Das widerum lag an der kunstvollen Machart des Films - nicht propagandistisch platt, sondern gut gefilmt mit Liebe zu den historischen Details und großer Aufmerksamkeit für die gezeigten Menschen, z.B. in den Zügen, oder die Interviewten auf dem Bahnsteig, das Bahn-Personal: alles Individuen!
Vielleicht lag in dieser Machart sehr viel mehr leise Kritik, als der Hinweis auf "Endstation Mauer" hätte ausdrücken können, zumal letzteres mal gleich zensiert worden wäre.

Vielleicht doch die Bilder nochmal wirken lassen, denn eine schnelle Abwehr-Reaktion kann auch eine Selbstzensur sein :-)
.


Hans hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 18.08.2014 21:51 | nach oben springen

#1910

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 18.08.2014 23:03
von Kalubke | 2.299 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #1907
..... sollten die DDR- Filmemacher denn immer auf den Westen eingehen,darüber Reden, schimpfen, kommentieren- suchts euch aus- ? ......
73 Hans


nicht immer, wenn es um DDR-Alltag geht. Wir Berliner jedoch lebten 28 Jahre lang mit der Mauer. Sie war ein bizarrer Teil unseres Alltages. Sicherlich, je weiter man vom Zentrum weg wohnte, umso weniger präsent war sie. Wenns um Berliner Verkehr und Verkehsgeschichte geht, dann hat diese Zeit aber dort schwer übersehbare Spuren hinterlassen. Das soll keine Disqualifizierung der künstlerischen Qualität dieses Filmes sein beim Einfangen von Momenten der Lebensatmosphäre in der DDR.

Gruß Kalubke



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#1911

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 19.08.2014 14:20
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #1909
Nur kurz eine Anmerkung zu den Beiträgen von Stringer49 und Kalubke, dann bin ich wieder raus aus dem Thread:

[...]

Vielleicht doch die Bilder nochmal wirken lassen, denn eine schnelle Abwehr-Reaktion kann auch eine Selbstzensur sein :-)



Guten Tag,

ich bin erstaunt, dass die Kritik eines Aspekts eines künstlerischen Werkes als Abwehr-Reaktion interpretiert wird. Vielleicht liegt es daran, dass ich in einer Welt gross geworden bin, in welcher offene und kritische Worte nicht sofort ein genereller «Verriss» (so sagt man wohl ?) eines Kunstwerkes sind.

Was ich vermisste, war der souveraine Umgang mit einer Realität, welche das Ergebniss der Souverainität der DDR war.

Insofern habe ich diese Zensur durch Ausblenden bewundert. Die Crux eines solchen Dokumentarwerkes ist es, dass die Bahn und die Menschen in einer konkreten Welt leben, auf der Stadtbahn mit ihren Bahnhöfen und ihrem Stadtzentrum, welches damals die Friedrichstrasse wieder eroberte.

Übrigens, etwas zu erwähnen oder es einfach existieren zu lassen sollte nicht automatisch Propaganda sein. Das Konspirieren, das Verstecken, das nicht Erwähnen hat ein leeres grünes Feld gelassen (wie auf den DDR-Stadtplänen von Berlin für Westberlin), auf welchem sich der Westen gut einrichten und die Menschen in der DDR leicht «bearbeiten» konnte.

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


zuletzt bearbeitet 19.08.2014 14:21 | nach oben springen

#1912

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 19.08.2014 14:53
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Stringer49 im Beitrag #1911
Zitat von Barbara im Beitrag #1909
Nur kurz eine Anmerkung zu den Beiträgen von Stringer49 und Kalubke, dann bin ich wieder raus aus dem Thread:

[...]

Vielleicht doch die Bilder nochmal wirken lassen, denn eine schnelle Abwehr-Reaktion kann auch eine Selbstzensur sein :-)



Guten Tag,

ich bin erstaunt, dass die Kritik eines Aspekts eines künstlerischen Werkes als Abwehr-Reaktion interpretiert wird. Vielleicht liegt es daran, dass ich in einer Welt gross geworden bin, in welcher offene und kritische Worte nicht sofort ein genereller «Verriss» (so sagt man wohl ?) eines Kunstwerkes sind.

Was ich vermisste, war der souveraine Umgang mit einer Realität, welche das Ergebniss der Souverainität der DDR war.

Insofern habe ich diese Zensur durch Ausblenden bewundert. Die Crux eines solchen Dokumentarwerkes ist es, dass die Bahn und die Menschen in einer konkreten Welt leben, auf der Stadtbahn mit ihren Bahnhöfen und ihrem Stadtzentrum, welches damals die Friedrichstrasse wieder eroberte.

Übrigens, etwas zu erwähnen oder es einfach existieren zu lassen sollte nicht automatisch Propaganda sein. Das Konspirieren, das Verstecken, das nicht Erwähnen hat ein leeres grünes Feld gelassen (wie auf den DDR-Stadtplänen von Berlin für Westberlin), auf welchem sich der Westen gut einrichten und die Menschen in der DDR leicht «bearbeiten» konnte.

Stringer49









Guten Tag Stringer49,

selbst wenn du den Film völlig verrissen hättest, wäre das dein gutes Recht.

Der Schwerpunkt deines Beitrages lag auf der "Zensur", in meinem Empfinden als einzigem Aspekt. Und ich empfand, dass dieses dem Film insgesamt nicht gerecht wird. Ich wollte mit meiner Bemerkung lediglich aufweisen, dass einem in der DDR lebenden Autor sicher bewusst war, was er zeigen darf und was nicht, dass er aber u.U. auf einer sehr subtilen Ebene eine bestimmte "propagandistische" Aussage unterlaufen hat (vielleicht weil sie ihn langweilte?) Um es konkret auszudrücken: der Film hätte - mal von der Berlin-Spezifik abgesehen - von der Machart und vom inhaltlichen Tenor ebenso im Ruhgebiet gedreht sein können - das wäre also eine ganz andere Art von "Entgrenzung". Das fand ich bemerkenswert. Dass ist allerdings nur eine höchst subjektive These von mir, da ich wir den Autor nicht fragen können, sehen wir eben mit unterschiedlichen Augen. Das ist völlig ok.
Auch ist es nur ein Aspekt meiner Überlegung gewesen, denn völlig unabhängig davon ist der Film ein ganz besonders gelunges Beispiel für eine Fernsehreportage: informativ, narrativ und unterhaltsam.

Also, nichts für ungut!
Barbara


Stringer49 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.08.2014 14:54 | nach oben springen

#1913

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 19.08.2014 17:10
von kurfuerst | 99 Beiträge

Apropos Berliner S-Bahn da gibt es noch diese Webseite:

http://www.stadtschnellbahn-berlin.de/index.php


Mit freundlichen Grüßen
Hartmut


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#1914

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 19.08.2014 17:19
von Hans | 2.166 Beiträge

Abend, Gemeinde,....
Und das ist jetzt nicht nur mein üblicher Aufmacher
Eigendlich bemerkenswert , wie die jeweilige persönliche Geschichte, die eigene Erfahrung die Interpretation eines Kunstwerkes, oder meinetwegen eines simpelen Filmes verändert, beeinflusst. Von der Warte her hab ichs eigendlich noch nie gesehen- jedenfalls nicht bewußt.Theoretisch schon eher.
Nun bin ich ja sicher nicht so "Kunstsensibel" wie Barbara und hab eben auch einen total anderen "Hintergrund" als Daniel, aber trotz berücksichtigung dessen - erstaunlich, was da so rauskommt. Oder was man so sieht. Oder nicht. Also- Barbera - nicht aussteigen aus dem Zug- das macht man doch nicht-außerdem ist abspringen verboten.
Sondern- so Du hast oder findest - einstellen ! Ich würde mich jedenfalls drüber freuen.
73 Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
Stringer49 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#1915

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 19.08.2014 17:41
von Vogtländer (gelöscht)
avatar

Jenau,abspringen verboten!Gibt nur Aua und rote Flecken im Gleisbett oder aber Extra-Kohle fürs Unterflurkärchern!
Barbara,ehrlich,wenn Du was hast oder findest,keine Angst haben und rein damit in Thread!Wir freuen uns immer!


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#1916

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 19.08.2014 20:02
von Stringer49 | 700 Beiträge

Guten Abend,

es scheint ich sollte - auch in der Finsternis der Geistbahn-Tunnel - etwas zur Propaganda sagen.

Propaganda hat es natürlich auch hier im Westen gegeben - sie wurde sehr oft durch eine Vereinfachung gemacht. Aber sie liess eben auch selten leere Bereiche. Vor vielen, vielen Jahren (vierzig?) gab es einen Film im deutschen Fernsehen über die Reise einer Journalistin in der U-Bahn unter dem Ostsektor. In der DDR wurde das Thema versteckt (und streng bewacht).

Die verbotene Zone entlang der Staatsgrenze der DDR findet sich nicht auf öffentlichen Karten. Welche Stadt ist darinnen und welche nicht (Sonneberg z. B.) Ein gefährliches Spiel für unbedarfte Besucher.

Fahrpläne: In den Grenzbahnhof Frankfurt / Oder konnte jeder fahren, in den Grenzbahnhof Gerstungen oder Griebnitzsee nicht. Das stand aber nicht im Fahrplan. Im Grenzbahnhof Gerstungen fuhren die Züge ohne Halt durch (Kursbuchder DDR), im Kursbuch Deutschland (West) gab es einen Halt.

Filme wurden verboten und / oder verschlossen, weil es Dinge gab, die nicht existieren durften und doch existierten. Ein jedes Mal blieb ein weisser Fleck, und der Westen füllte ihn. Der Westen erhielt eine Legitimation für die Wahrheit, obwohl doch, das wissen alle hier, die Medien im Westen weder objektiv noch immer sehr wahrheitsliebend sind.

Auf den Stadtplänen von Berlin wurde Berlin-West zu einem undiscovered country (kleine Allusion an StarTrek VI). Hat das nicht dazu geführt Fragen zu stellen? Beantwortet haben nur Pläne von Falk aus dem Westen. Ich habe das weisse Buch zum Stadtjubiläum von Berlin in einem Antiquariat gefunden. Eine Stadt feiert und bricht auf der Westseite de Karten ab, so als sei die andere Hälfte in ein Loch gefallen...

Sie haben Angst, haben wir gedacht, und sie haben ihre Kraft verloren.

Militärisch gesehen ist das ein teilweiser Rückzug ohne Notwendigkeit gewesen. Und dieser Rückzug liess Legenden entstehen, welche noch immer sehr gesund sind im Tunnel, wie @Hans erst vor einigen Tagen zu recht beklagte.

Stringer49 (Daniel) sehr nachdenklich


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


Hans hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#1917

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 19.08.2014 20:10
von Hans | 2.166 Beiträge

Abend, Gemeinde, wie Pastor Holm immer sagte, ist die Zeit, sich des guten und schönen zu entsinnen, und nicht, rumzuhuren und rumzusaufen , wie ihr das immer tut. Ja, der gute Pastor, befassen wir uns also mal ein bisschen mit dem Schönen – Mit
Bahnhofskunst
Schon mal jemanden aufgefallen, wie viel „Prachtentfaltung“ unsere Altvorderen in Profanbauten gesteckt haben? Da sind wir heutzutage Meilen von entfernt. Nun gut, ein Bahnhof muss ja kein Museum sein, sonderlich prächtig muss er auch nicht aussehen- aber so ein kleines Wenig – könnte doch nicht schaden, oder?
Mal als Simpelbeispiel : Eine Bahnhofshalle – natürlich –die von Friedrichstraße !
Als der Bahnhof durch den Architekten Brodführer umgebaut wurde, wurden einige „Kunst-Schmankerl“ mit „eingebaut“
Q: Deutsche Bauzeitung
Nicht so die Qualität, das Foto –daher noch zwei Ausschnitte – etwas besser.
Q: Ausschnitt
Der Zeitungskiosk – äh – die Stelle kenn ich doch? Genau –falls jemand jetzt die untere Bahnhofshalle, die Gänge zur Toilette, (Oder heißt das jetzt McSchit?) einfach schmuck gemacht. Die Terrakotta Figur daneben in der Bauzeitung war über dem Eingang auf der Nordseite –zusammen mit mehreren anderen. Die Ecke in der Bahnhofshalle scheint „Kunst“ irgendwie anzuziehen, das Triptychon „Trümmer weg“ von Strempel war auch an dieser Stelle.
Q: Bundesarchiv
Den hatten wir ja schon mal – 1953 abgekratzt – weil Formalismus. –Toll – übrigens war der Standort des Gemäldes ein wesentlicher Kritikpunkt – hat das vorher keiner bemerkt – oder hat man doch „Gründe“ gesucht.
Leider – viel von der „Bahnhofskunst unserer Vorfahren“ ist auf Fri nicht übriggeblieben- die Terrakottafiguren gingen im WK II den Bach runter, wurden auch nie wieder hergestellt, Strempel wurde sozialistisch entsorgt, was bleibt also? Nicht viel. Bei der Rekonstruktion der Außen-Fassade hat man sich sehr viel Mühe gegeben, Brodführers Stiel nachzuempfinden, ist auch gelungen. Bei der Uhr über dem nördlichen Zugang soll es sich um das –rekonstruierte- Original handeln. Na, und dann gibt es noch die „ägyptischen Damen“ über dem U-Bahn-Eingang in der östlichen Bf.-Halle, die hatten wir ja auch schon.
Wer sich also die „originale Bahnhofskunst“ –aus Kaisers Zeiten- ansehen will, ist gut beraten, mal eine Station mit der S-Bahn nach Hackeschen Markt zu fahren – der ist (fast) original und sehr schön rekonstruiert. Oder – mit der N-S-Bahn nach Potsdamer – ne –der ist nicht vom Kaiser , aber so ein wenig Bahnhofskunst ist da noch erhalten. Im nördlichen Übergang zwischen den Bahnsteigen A und B. – So sah das Ding mal im Original aus- die Mosaike sind heute unter Glas.
Q: Deu.Bauzeitung
Ach – das an dem Geländer – das sind keine Reichsadler mit Hakenkreuz, sondern Flügelrädchen der DR – übrigens – aus Aluminium bzw. einer Alu-Legierung.Der Adler an der Wand ist auch das Reichbahnsymbol- nicht der Reichsadler- da er aber das Hakenkreuz vom Gräfaz trägt - wurde er 1946 entsorgt. Der Baustil von POU ist auch nicht- wie gern kolportiert- NS-Treu-deutsch- sondern tatsächlich: Neue Sachlichkeit – heißt so und hat mit Nazi und so nichts zu tun.
Wenn ich jetzt mal einem oder dem anderen zum „anschauen“ gebracht habe, würde es mich freuen. Einfach mal gucken – muss ja nicht Fri oder so sein.
Ich jedenfalls mag sowas.
73 Hans
PS - zur gleichen Zeit wie Daniel geschrieben - Meinung kommt - nicht das jetzt einer denkt, der Hans will ganz sanft auf ein anderes Gleis.


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Stringer49 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.08.2014 20:13 | nach oben springen

#1918

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 19.08.2014 20:51
von Hans | 2.166 Beiträge

Hi, Daniel , Abend , Gemeinde…..
Also Propaganda – was Du hier aufzählst, hat sicherlich was damit zu tun, bzw. wurde dafür ausgenutzt.
Allerdings würde ich die Ursachen dafür nicht in Propaganda suchen, sondern in dem, zweifellos übersteigerten, Sicherheitsbedürfnis seitens der DDR- Führung sehen. Welches natürlich auch Ursachen hatte, die nicht Sicherheitswahn hießen. Da wurde, aus heutiger Sicht, viel überzogen, es wäre also nicht nötig gewesen, zumindest nicht in dieser Form.
Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist im Selbstverständnis der DDR als Staat zu finden. Beispiel –Berlin-Karte. WB war kein Bestandteil der BRD, kein Bestandteil der DDR. – Drucken wir jetzt also einen Stadtplan für etwas, was uns nicht gehört? Daher –wird dir als aufmerksamer Kartenleser bestimmt schon mal aufgefallen sein – Du konntest keinen Stadtplan von (Gesamt) Berlin, sondern eben einen Stadtplan von Berlin, Hauptstadt der DDR kaufen. Also – und insofern ist da Propaganda oder Demonstration des eigenen Standpunktes dabei, Betonung des besonderen Status von WB.
Und dann gab es ja noch die, für die DDR höchst unangenehmen „Edes“ –die 213er. Also mit Sicherheit – Materiallieferungen für selbige hat sich die DDR nun wirklich verkniffen.
Über Deine Schlussfolgerungen lohnt es sich wohl, mal nachzudenken.
73, Hans


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#1919

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 19.08.2014 21:26
von Sperrbrecher | 1.657 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #1918
– Du konntest keinen Stadtplan von (Gesamt) Berlin, sondern eben einen Stadtplan von Berlin, Hauptstadt der DDR kaufen.

Aber erst nach dem Mauerbau.
Habe mir gerade heute (antiquarisch) einen Stadtplan von (Gesamt-)Berlin vom VEB Landkartenverlag gekauft. Da ist das Gebiet von West-Berlin (noch nicht) unbedruckt wie bei den späteren Ausgaben.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.08.2014 21:27 | nach oben springen

#1920

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 19.08.2014 21:28
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Hallo Barbara,

vielen Dank für den Link, ein toller Fernsehbeitrag.

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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