#381

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 27.10.2013 19:35
von Hans | 2.166 Beiträge

Abend, Gemeinde, wie Pastor Holm immer sagte……
Also mal weiter mit „ Gepäckautomaten und Überraschungen“
So in dem Zeitraum 1983 bis 1985 kam zu den vielen, überaus netten Menschenkindern, denen die Trapo ihren Broterwerb verdankt, eine völlig neue Gruppe hinzu. Vorher und nachher konnte man ja eigentlich die Bürgersteige rund um den Bahnhof so von 2.00 bis 4.00 hochklappen, damit sie nicht nass werden, hätte niemanden gestört. Frühjahr 83 änderte sich das. Plötzlich sah die Bahnhofshalle ab und zu des Nachts aus wie ein mittleres Lager aus dem Zigeunerbaron. Sackweise Leute aus Pakistan, Indien und umliegende Gebiete. Offensichtlich war es „Mode geworden“, mit Aeroflot oder Interflug usw. über Schönefeld via S-Bahn nach Friedrichstraße nach WB zu reisen, um dort Asyl zu beantragen. Nun machte die Güst aber kurz vor 2.00 zu, keine S-oder U-Bahn fuhr mehr. Und offensichtlich wurde durch die „jeweilige Reisegruppe“ der „Reiseleiter“ auf Friedrichstraße erwartet. Bis dahin ist es ja auch ganz einfach, Schönefeld in die S-Bahn und fahren bis es nicht mehr geht. Manchmal kam der Reiseleiter aber etwas später, manchmal eben nicht. Dann lagerte eine größere Gruppe schon mal einige Zeit in der Bahnhofshalle. Solange es warm war, eigentlich kein allzu großes Problem. Manchmal ist`s aber kalt in Deutschland. Dummerweise waren unter diesen Völkerscharen aber auch Gruppen, die sich auf den Tot nicht ausstehen konnten. Tamilen und-wie die andere Gruppe sich nannte, weiß ich echt nicht mehr. Einige tolle Krieger mussten aber unbedingt ihren Kampfesmut beweisen. Die entstehenden Keilereien hatten wir recht schnell im Griff, womit wir nicht so gut klar kamen, war die Hinterlist. Ich steh also in der Bahnhofshalle, es ist so 5.00 Uhr, der Feierabend nähert sich und Wallensteins Lager löst sich langsam auf, der übliche Morgenverkehr setzt ein. Nur eine, kleinere Gruppe Tamilen bleibt, und sucht wie Guppys irgendetwas. Fragen hilft ja nicht, wer spricht schon—wie heißt das –Tamilisch.(?)
So : Jetzt der Bezug zur Überschrift. Kommt also ein Reisender zu mir, Wachtmeister, ich hab gerade meine Tasche aus dem Schließfach geholt. Im Fach darunter rumpelt und quietscht es ganz Doll. Hin, gehorcht, gegen die Tür geklopft. –Da drin rumpelt es nicht nur, da spricht jemand. Also-Schlüssel besorgt- übers Bahnhofsbüro-also umständlich- das Fach aufgemacht. Zur Erklärung, es war eins ganz unten, also etwas größer als die anderen. Reingeschaut: Lächelt mich ein Tamile freundlichst an, das Ganze in Päckchen- Stellung mit den Kopf zu mir.
Na ja wir wollten dann doch wissen wie es kam. Ganz Einfach: Der Gepäckfachbenutzer war sozusagen der Reiseleiter der übriggebliebenen Tamilengruppe. Er sprach auch irgendeine „Handelsübliche“ Sprache, so dass eine Verständigung möglich war. Die „Liebe Konkurrenz „ hatte ihn da eingeschlossen, rein gekrabbelt ist er allerdings selbst, ----um zu schlafen! Wie mir das übersetzt wurde dachte ich, der Mond ist ein Klappstuhl.
Übrigens-in mehreren Medien wurde über unser „Asylantenlager“ berichtet. Meist mit dem freundlichen Hinweis, dass die die DDR WB mit Asylanten versorgt. Meine Meinung dazu? Wenn die DDR das nicht „erlaubt“ hätte, hätten die gleichen Medien wohl auch laut aufgeheult.
Bis neulich
73 Hans


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#382

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 27.10.2013 20:38
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #381
(..) Sackweise Leute aus Pakistan, Indien und umliegende Gebiete. Offensichtlich war es „Mode geworden“, mit Aeroflot oder Interflug usw. über Schönefeld via S-Bahn nach Friedrichstraße nach WB zu reisen, um dort Asyl zu beantragen.(...)


Findige Schlepper haben damals den Politikern beider deutscher Staaten grossen Ärger bereitet. Für die DDR war Westberlin kein Bestandteil der Bundesrepublik Deutschland, sondern eine selbständige politische Einheit; deshalb galten die Visumsbestimmungen der BRD nicht für Westberlin. Aus Sicht der BRD hingegen war Westberlin ein Land der BRD und ein Bundesland kann keine eigenen Visumsbstimmungen erlassen. Aufgrund dieser politischen Situation haben "Reisebüros" in asiatischen Staaten in grossem Stil Flugreisen nach Westberlin organisiert. Da es für WB keine (für die RGW Staaten anwendbare) Visabestimmungen gab, hat man die Reisenden anstandslos transportiert, inklusive Transitvisum durch die DDR (vom Flughafen in die "selbständige politische Einheit Westberlin"). Das gab damals grosse Verstimmung zwischen Bonn und Berlin.
Theo


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#383

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 27.10.2013 20:52
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #382

(...)
Aus Sicht der BRD hingegen war Westberlin ein Land der BRD und ein Bundesland kann keine eigenen Visumsbstimmungen erlassen. Aufgrund dieser politischen Situation haben "Reisebüros" in asiatischen Staaten in grossem Stil Flugreisen nach Westberlin organisiert.
Theo


Das stimmt nicht so ganz - siehe http://www.u32.de/berlin.html

Gruss

icke



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#384

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 27.10.2013 20:56
von Hans | 2.166 Beiträge

So-Schlußbeitrag für heute: Die" Götter" zankten sich und die arme armeTrapo mußte es ausbaden.
Nacht-morgen gehts früh raus.
73 Hans


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#385

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 27.10.2013 21:20
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Zitat
Aus Sicht der BRD hingegen war Westberlin ein Land der BRD und ein Bundesland kann keine eigenen Visumsbstimmungen erlassen. Aufgrund dieser politischen Situation haben "Reisebüros" in asiatischen Staaten in grossem Stil Flugreisen nach Westberlin organisiert. Da es für WB keine (für die RGW Staaten anwendbare) Visabestimmungen gab, hat man die Reisenden anstandslos transportiert, inklusive Transitvisum durch die DDR (vom Flughafen in die "selbständige politische Einheit Westberlin"). Das gab damals grosse Verstimmung zwischen Bonn und Berlin.



Reisende? Diese Leute, insbesondere tamilische Flüchtlinge aus dem Bürgerkrieg in Sri Lanka, die mit Berlin oder Europa vorher nichts zu tun hatten, wurden, offenbar als reines politisches Ärgernis für West-Berlin, von der DDR nach West-Berlin geschleust. Womit sollten diese armen, bettelarmen Leute ihre Tickets bezahlt haben? Bei Interflug und an der Grenze hat sich bestimmt nie jemand gewundert, dass die alle immer nur -übrigens via Bf. Friedrichstr.- in eine Richtung unterwegs waren. Man ist aber immer wieder neu hingeflogen, um noch mehr abzuholen.

Die DDR hat diese schäbige Nummer als Faustpfand benutzt, um bei der Bundesregierung noch mehr Geld rauszuschinden. Dann hörte es plötzlich auf.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/retten...dt/7329772.html


zuletzt bearbeitet 27.10.2013 21:22 | nach oben springen

#386

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 27.10.2013 23:08
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #385

Reisende? Diese Leute, insbesondere tamilische Flüchtlinge aus dem Bürgerkrieg in Sri Lanka, die mit Berlin oder Europa vorher nichts zu tun hatten, wurden, offenbar als reines politisches Ärgernis für West-Berlin, von der DDR nach West-Berlin geschleust. Womit sollten diese armen, bettelarmen Leute ihre Tickets bezahlt haben? Bei Interflug und an der Grenze hat sich bestimmt nie jemand gewundert, dass die alle immer nur -übrigens via Bf. Friedrichstr.- in eine Richtung unterwegs waren. Man ist aber immer wieder neu hingeflogen, um noch mehr abzuholen.

Die DDR hat diese schäbige Nummer als Faustpfand benutzt, um bei der Bundesregierung noch mehr Geld rauszuschinden. Dann hörte es plötzlich auf.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/retten...dt/7329772.html


Das ist sicher richtig. Angeblich eine Erhöhung des Überziehungskredites um 250 Mio. DM. Allerdings haben die Fluggesellschaften die Personen nicht kostenlos transportiert, sondern ihnen eine Flugkarte verkauft. Und Geld verdient. Wie heute hatte auch damals jeder Transport einen Preis. Dass Personen politisch verfolgt wurden und werden steht für mich ausser Frage. Das Geld muss man dennoch immer irgendwie auftreiben. Niemand arbeitet kostenlos.
http://www.ejpd.admin.ch/content/dam/dat...ationpublic.pdf
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13518878.html
Theo


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#387

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 28.10.2013 08:23
von Hans | 2.166 Beiträge

Morgen, Gemeinde……..
Eigentlich hab ich ja schon beim beim schreiben erwartet, das ein Aufschrei der Entrüstung kommt.(—Tatsächlich----)
Da dieses Kapitel aber nun mal zur unleidigen Geschichte meines Lieblingsbahnhofes gehört, hab ich`s doch geschrieben. Es gibt ja über das Thema massig Presseartikel jedweder Couleur. –schönere, bessere, miesere, gemeinere, richtigere…..- ach sucht es euch aus. Unklar an der ganzen Geschichte ist eigentlich nur die dahintersteckende Logik. Da bewacht also die pöööse DDR eine Grenze, die keine ist, sondern nur….. Plötzlich lässt die DDR Leute über die Grenze die keine ist…. Und –das ist dann auch falsch…. Hätte die DDR also …? Also-die Logik ist ja wohl unerklärbar. Für mich steht da so ein wenig die Frage „ Wie hätten sie es dann gern?“ im Raum. Oder sollte die DDR lediglich in WB ungeliebte Personen fernhalten? Darauf läuft es doch hinaus. Und-man konnte ja auch von Schönfeld aus mit dem Bus….. Und da wurde dann von Westseite kontrolliert-- Wenn einer der Tamilen dann das berühmte Zauberwort gesagt hat –war dann auch die DDR schuld? Und letztens: mit Aeroflot und Interflug: die Lufthansa konnten sie ja nicht nehmen-die landete nicht in Berlin-glaubt wirklch jemand,das die Leute ihr Ticket geschenkt bekamen?
73 Hans


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MHL-er hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#388

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 28.10.2013 11:09
von Hans | 2.166 Beiträge

Noch ein kleiner "Nachtrag":
Findige Schlepper haben damals den Politikern beider deutscher Staaten grossen Ärger bereitet.-Nr.#382-von Theo--------Genau das ist wohl der Kasus Knaktus an der ganzen Malade.
73 Hans


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CASI hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#389

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 28.10.2013 18:53
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Zitat
Wie hätten sie es dann gern?“ im Raum. Oder sollte die DDR lediglich in WB ungeliebte Personen fernhalten? Darauf läuft es doch hinaus.



Niemanden sollten die fernhaften, sie sollten nur nicht künstlich welche aus der Ferne einschleusen.

Die DDR hat sich irgendwo auf der Welt Leute ("Dumme") gesucht, die sie nach West-Berlin transportieren konnte, weil sie wusste, dass sie dort die Leute durch die Hintertür via Friedrichstr. unterschieben kann. Ich bezweifle, dass sich diese wirklich bemitleidenswerten, armen Habenichtse aus einem Kriegsgebiet ein Interkont-Ticket für Devisen leisten konnten. Das war ein abgekartetes Spiel.
Das war ein unfreundlicher Akt, mindestens, in Diplomatensprache.


zuletzt bearbeitet 28.10.2013 18:54 | nach oben springen

#390

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 28.10.2013 19:08
von Hans | 2.166 Beiträge

Hi,-
Ich schätze mal, zu dem Thema werden wir ewig eine unterschiedliche Meinung haben. -Macht aber nichts.
Übrigens und ganz am Rande : Sag doch bitte mal deinen Vornamen oder einen Skip, macht sich einfach besser beim anquatschen. Währ nett....
Oder soll ich Harzi sagen? (schreiben) .
bis neulich- 73 Hans


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#391

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 28.10.2013 19:34
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Hans, kannst Hotte sagen.


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#392

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 28.10.2013 20:37
von passport | 2.634 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #389
[quote]Wie hätten sie es dann gern?“ im Raum. Oder sollte die DDR lediglich in WB ungeliebte Personen fernhalten? Darauf läuft es doch hinaus.


Niemanden sollten die fernhaften, sie sollten nur nicht künstlich welche aus der Ferne einschleusen.

Die DDR hat sich irgendwo auf der Welt Leute ("Dumme") gesucht, die sie nach West-Berlin transportieren konnte, weil sie wusste, dass sie dort die Leute durch die Hintertür via Friedrichstr. unterschieben kann. Ich bezweifle, dass sich diese wirklich bemitleidenswerten, armen Habenichtse aus einem Kriegsgebiet ein Interkont-Ticket für Devisen leisten konnten. Das war ein abgekartetes Spiel.
Das war ein unfreundlicher Akt, mindestens, in Diplomatensprache.[/quo


@Harzwanderer

Soviel Blödsinn auf einen Haufen habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Die DDR hat Schuld das Aeroflot 80 % dieser Leute eingeflogen hat ? Du glaubst doch nicht im ernst das die SU sich von der DDR hat etwas vorschreiben lassen hat Oder das die DDR ihre dürftigen Devisen für ein Kuhhandel ausgegeben hat


passport


4.Zug 4.Kompanie GAR-40 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#393

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 28.10.2013 20:44
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #389


Die DDR hat sich irgendwo auf der Welt Leute ("Dumme") gesucht, die sie nach West-Berlin transportieren konnte, weil sie wusste, dass sie dort die Leute durch die Hintertür via Friedrichstr. unterschieben kann. Ich bezweifle, dass sich diese wirklich bemitleidenswerten, armen Habenichtse aus einem Kriegsgebiet ein Interkont-Ticket für Devisen leisten konnten. Das war ein abgekartetes Spiel.
Das war ein unfreundlicher Akt, mindestens, in Diplomatensprache.


Ganz falsch ist das wohl auch nicht. Bis anfangs der achtziger Jahre galten im Flugwesen feste Tarife (IATA). Doch dann begannen die Fluggesellschaften Restplätze, die kurz vor dem Abflug noch nicht verkauft waren, direkt am Flughafen zu verkaufen. Und zwar fast kostenlos. Denn fliegen musste man (nach den IATA Bestimmungen, wenn der Flug im Flugplan war. Ich habe einige Bekannte, die damals auf diese Weise spottbillig in die Ferien geflogen sind, sich allerdings am Flughafen spontan für ein Reiseziel entschieden, was gerade da war.
Ich denke schon, dass mit dem Aufkommen von "LastMinute" auch mehr Asylbewerber gekommen sind.
Theo


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#394

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 28.10.2013 20:47
von Mike59 | 7.965 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #389

Zitat
...
...


Niemanden sollten die fernhaften, sie sollten nur nicht künstlich welche aus der Ferne einschleusen.

Ich bezweifle, dass sich diese wirklich bemitleidenswerten, armen Habenichtse aus einem Kriegsgebiet ein Interkont-Ticket für Devisen leisten konnten. Das war ein abgekartetes Spiel.
......



Die Aufregung verstehe ich nicht so ganz, heute funktioniert das doch auch, weswegen soll das nicht vor 30 - 40 Jahren auch funktioniert haben. Oder denkst du die kommen alle über Lampedusa mit dem Schiff?

Nachtrag: Auf unseren Flughäfen kommen keine Asylbewerber mit " Last Minute" Flügen an. Das ist und war schon immer eine sehr gut organisierte Industrie - da wird nichts dem Zufall überlassen.


zuletzt bearbeitet 28.10.2013 20:50 | nach oben springen

#395

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 28.10.2013 21:06
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Die kamen durchaus auch sehr oft mit Interflug. Insgesamt so 37000 von einer sehr fernen, sehr kleinen Insel nach Berlin. Sehr zufällig. Das ist kein "Blödsinn" das, was die DDR gemacht hat, war der Blödsinn.

Zitat
Bis zum Juli 1985 konnten Flüchtlinge aus Sri Lanka ungehindert über den Ostberliner Flughafen Schönefeld in den Westen reisen. Dann schlossen deutsche Politiker einen Kuhhandel: Die Bundesrepublik erhöhte einen Rahmenkredit für die DDR, und als Gegenleistung verlangte die ostdeutsche Fluglinie „Interflug“ künftig von Passagieren aus Sri Lanka ein bundesdeutsches Visum.


http://www.zeit.de/1986/36/panik-unter-den-tamilen/seite-1


zuletzt bearbeitet 28.10.2013 21:07 | nach oben springen

#396

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 28.10.2013 21:29
von passport | 2.634 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #395
Die kamen durchaus auch sehr oft mit Interflug. Insgesamt so 37000 [/rot]von einer sehr fernen, sehr kleinen Insel nach Berlin. Sehr zufällig. Das ist kein "Blödsinn" das, was die DDR gemacht hat, war der Blödsinn.

Zitat
Bis zum Juli 1985 konnten Flüchtlinge aus Sri Lanka ungehindert über den Ostberliner Flughafen Schönefeld in den Westen reisen. Dann schlossen deutsche Politiker einen Kuhhandel: Die Bundesrepublik erhöhte einen Rahmenkredit für die DDR, und als Gegenleistung verlangte die ostdeutsche Fluglinie „Interflug“ künftig von Passagieren aus Sri Lanka ein bundesdeutsches Visum.

http://www.zeit.de/1986/36/panik-unter-den-tamilen/seite-1





Die DDR war nur Transitland. Besaßen die Reisenden ordnungsgemäße Dokumente gab es keine Probleme für die Weiterfahrt. Der besondere Status von WB machte es möglich. Aber damit hatte ja nun die DDR wirklich nichts mit zu tun. Das war letztendlich ein Problem der Westallierten. Für andere Staaten zB. VRP oder CSSR mussten Anschlussvisa vorliegen, sonst gab es keine Weiterreise.

passport


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#397

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 28.10.2013 21:50
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Nein, die DDR war auch aktiver Schleuser bei der Geschichte. Es war ein Pokerspiel, um mehr Geld vom Westen zu kriegen, wenn man wieder aufhört.


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#398

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 28.10.2013 21:59
von passport | 2.634 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #397
Nein, die DDR war auch aktiver Schleuser bei der Geschichte. Es war ein Pokerspiel, um mehr Geld vom Westen zu kriegen, wenn man wieder aufhört.



Die DDR hat diese Zustände nicht geschaffen oder gefördert. Und offizielle Transitfahrten sind keine Schleusungen. Die Westberliner Zöllner hätten ja die Einreise verhindern können. Haben sie aber nicht. Hat aber was mit dem Status von Berlin (West) zu tun.

passport


eisenringtheo und Hans haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#399

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 28.10.2013 22:14
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Die standen eben nicht zufällig als Transitgäste an der Grenze, sondern nur, weil die DDR sie extra eingeflogen hat.


zuletzt bearbeitet 28.10.2013 22:14 | nach oben springen

#400

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 28.10.2013 22:14
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #398
[quote=Harzwanderer|p299970](...)

Die DDR hat diese Zustände nicht geschaffen oder gefördert. Und offizielle Transitfahrten sind keine Schleusungen. Die Westberliner Zöllner hätten ja die Einreise verhindern können. Haben sie aber nicht. Hat aber was mit dem Status von Berlin (West) zu tun.

passport


Genau Es gab keine Staatsgrenze mitten durch Berlin. Deshalb auch keine Passkontrolle. So sahen es die BRD, Westberlin und die Westalliierten.
Theo


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