#3141

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 16.03.2015 22:07
von Barbara (gelöscht)
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keine Treppe, Icke :-)


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#3142

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 17.03.2015 19:42
von icke46 | 2.593 Beiträge

Hat zwar nicht direkt mit Geisterbahnhöfe zu tun, aber doch mit dem Bahnhof Friedrichstraße - man sieht, Verrückte gibts reichlich:

http://www.rbb-online.de/panorama/beitra...m-erliegen.html

Erinnert mich an einen Vorfall auf der Stadtbrücke zwischen Frankfurt/Oder und Slubice, wo im vergangenen Jahr auch ein geistig Verwirrter einen Brückenbogen bestiegen hat und oben rumbalancierte. Der hat die deutsch-polnischen Rettungskräfte ganz schön auf Trab gehalten - und ich frage mich nun jedes Mal, wenn ich in der Stadt bin und über die Brücke gehe: Wie hat er das geschafft? Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit.

Gruss

icke



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#3143

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 26.03.2015 10:11
von Hans | 2.166 Beiträge

Morgen, Gemeinde,......
Da hat der @Schlutup ja mit seinem gähnenden Grenzer tatsächlich was Gutes getan. Er hat mich auf ne neue Spur = Bilderquelle gebracht.
Der Link: www.sz-photo.de und dann mal U-Bahnhof Stadtmitte ins Suchfeld schreiben. Da kommen u.a. mehrere Bilder von Mic zum Zeitpunkt der Öffnung des "Mäusetunnels" ( o.k. der hieß nie so ) vor Beginn der dortigen Bauarbeiten.
Man kann also die Plakatsammlung dort im Originalzustand bewundern.
Q: SZ -Photo ; Ausschnitt
Schaut es euch mal an. Recht schöne Aufnahmen im "unberührten" Zustand ! Also vor dem Beginn der Abrissaktion. Ach so, das rumstöbern in diesem Archiv lohnt sich auch mit anderen "Stichworten". Viel Spaß !
73, Hans


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#3144

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 28.03.2015 08:35
von Einmannbetrieb | 12 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #3135
Zur Geschwindigkeitsfrage: Irgendwo hab ich noch eine "La" aus der betreffenden Zeit rumliegen, damit alle die Geschwindigkeitsangaben glauben.

Die La (damals offizieller Titel: Zusammenstellung der vorübergehend eingerichteten Langsamfahrstellen und sonstigen Besonderheiten auf den mit Gleichspannung betriebenen Strecken der Berliner S-Bahn (La S-Bahn) Teil B*) zeigt dem Lokführer an, wo er abweichende Geschwindigkeiten zu beachten hat. Eigentliche Grundlage für die fahrenden Geschwindigkeiten waren der AzFV (Anhang zu den Fahrdienstvorschriften) und der Buchfahrplan.

Der nachfolgende Auszug aus dem Buchfahrplan vom Juni 1986 zeigt die Geschwindigkeiten zwischen den S-Bahnhöfen Marx-Engels-Platz (heute Hackescher Markt) und Friedrichstraße:


Zitat
Bis ans Einfahrtsignal, Km 3,8 , zwischen Geschwister Scholl-Str. und Kupfergraben, sind die S-Bahn Kutscher schon zulässige V-max gefahren. (Ach so - Mitte des Bahnsteiges ist Km 4,1) Wer gut war auch noch bis ans nächste Signal, so etwa bei 3,9xx.


Richtig. Nach dem 1967er Gleisplan stand das Einfahrsignal in km 3,516, das nachfolgende Zwischensignal in 3,693. Friedrichstraße selber lag in km 4,010. Diese sehr unterschiedlichen Kilometerangaben geben gerade meinem Zeichner (der für die Webseite die Graphiken erstellt) immer wieder "neue Rätsel" auf. Keine Ahnung, woher manchmal diese Entfernungsunterschiede kommen. Auf welchen Gleisplan bezogst Du dich?

Mike
*) heute heißt die La offiziell: "Zusammenstellung der vorübergehenden Langsamfahrstellen und anderen Besonderheiten"



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#3145

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 28.03.2015 11:22
von Hans | 2.166 Beiträge

Mahlzeit, Gemeinde,...... Hi, Mike.....
Mönsch, in deinem Materialhaufen möchte ich mal rumwühlen dürfen...........Schneller warst Du auch noch.......
Welcher Gleisplan ist nun der "Richtige" ? Schwer, weil - andauernd umgebaut. Nicht so sehr die Gleislage und die Signale, die waren recht "fest" , aber das "Drumherum". (Die Gleissperren z.B., da streiten sich die Götter.) Im allgemeinen benutze ich "Sporenplan" oder den von Gordon Charles. Und ich sehe gerade, bei der Angabe Km 3,9xx hab ich wohl einen "falschen erwischt" (Oder "Vertippt?). Muss wohl 3,6xx sein. Das auf unterschiedlichen veröffentlichen Plänen unterschiedliche Kilometrierung zu finden ist, ist leider so. Kommt wohl daher, dass nur wenige Originale "im Umlauf sind". Aber umso mehr "ganz Originale".
73, Hans


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#3146

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 28.03.2015 11:58
von eisenringtheo | 9.193 Beiträge

Der technische Kilometer "Null" war offenbar im Hauptbahnhof Berlin (jetzt Ostbahnhof), wohingegen der kaufmännische Kilometer "Null" für die Berechnung der Fahrkarten nach "Berlin Stadtbahn" im Bahnhof Friedrichstrasse lag.
Theo


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#3147

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 28.03.2015 12:10
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #3146
Der technische Kilometer "Null" war offenbar im Hauptbahnhof Berlin (jetzt Ostbahnhof), wohingegen der kaufmännische Kilometer "Null" für die Berechnung der Fahrkarten nach "Berlin Stadtbahn" im Bahnhof Friedrichstrasse lag.
Theo


Guten Tag,

die Antwort für die kaufmännische Kilometrierung findet sich in den Tarif-Vorschriften - hier die Streckenentfernungstafel Tfv 605. Ich habe das einmal in Berlin (Ostteil) von einem ehemaligen Eisenbahnbahner der «Waffenfarbe» Rot (so sagte er stolz - das sollte wohl Zugdienst meinen ?) gelernt. Ich habe ein faible für deutsche Dienstvorschriften - sie sind oft so monumental wie ein Gesetzbuch...

Daniel


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#3148

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 28.03.2015 18:03
von eisenringtheo | 9.193 Beiträge

Zitat von Stringer49 im Beitrag #3147
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #3146
Der technische Kilometer "Null" war offenbar im Hauptbahnhof Berlin (jetzt Ostbahnhof), wohingegen der kaufmännische Kilometer "Null" für die Berechnung der Fahrkarten nach "Berlin Stadtbahn" im Bahnhof Friedrichstrasse lag.
Theo


Guten Tag,

die Antwort für die kaufmännische Kilometrierung findet sich in den Tarif-Vorschriften - hier die Streckenentfernungstafel Tfv 605. Ich habe das einmal in Berlin (Ostteil) von einem ehemaligen Eisenbahnbahner der «Waffenfarbe» Rot (so sagte er stolz - das sollte wohl Zugdienst meinen ?) gelernt. Ich habe ein faible für deutsche Dienstvorschriften - sie sind oft so monumental wie ein Gesetzbuch...

Daniel

Da gibt es ja unglaublich viele und dicke....
http://www.westbahn.de/bahn/dv_titel/dv_ddr/dv_ddr.html
(die Aufzählung ist bei weitem nicht vollständig, es fehlt hier zum Beispiel auf jeden Fall:
Streckenentfernungstafel, Knotenentfernungstafel, Bahnhofsentfernungstafeln (für die meisten Bahnhöfe), sicher auch Entfernungstafel für den Fahrkartenverkauf in Reisezügen. Nur weniges findet man online:
http://www.technikmuseum-online.de/homep.../beitrag_19.htm
http://www.technikmuseum-online.de/homep.../beitrag_14.htm
Theo


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#3149

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 28.03.2015 20:44
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #3148
[...]
Da gibt es ja unglaublich viele und dicke....
http://www.westbahn.de/bahn/dv_titel/dv_ddr/dv_ddr.html
(die Aufzählung ist bei weitem nicht vollständig, es fehlt hier zum Beispiel auf jeden Fall:
Streckenentfernungstafel, Knotenentfernungstafel, Bahnhofsentfernungstafeln (für die meisten Bahnhöfe), sicher auch Entfernungstafel für den Fahrkartenverkauf in Reisezügen. Nur weniges findet man online:
http://www.technikmuseum-online.de/homep.../beitrag_19.htm
http://www.technikmuseum-online.de/homep.../beitrag_14.htm
Theo



Sollte die eine Fahrkarte handgeschrieben werden, sollte der Eisenbahnbeamte zunächst die Bahnhofsentfernungstafel konsultieren. Dann erst sollte die Knotenentfernungstafel und hernach die Streckenentfernungstafel beigezogen werden, sofern die gewünschte Station nicht in der Bahnhofsentfernungstafel zu finden war. Die Bahnhofsentfernungstafel sollte irgendwann in grauer Vorzeit erstellt worden sein und sollte sichere Auskunft geben als eine neuerliche Kalkulation durch verschiedene Beamte. Die Knotenentferungstafel wurde wohl von den Eisenbahn-Tarifbehörden erstellt.

Die Implementation von Computern ist bestimmt eine Erleichterung gewesn - in Ost-Berlin und ausserhalb. Computer irren ja nicht
Daniel


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#3150

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 29.03.2015 08:10
von Hans | 2.166 Beiträge

Morgen, Gemeinde,…..
Wie ist denn das mit dieser, für den Laien überaus verwirrenden Kilometrierung von Streckenkilometern? Als unsere Altvorderen begannen, im größeren Umfang Eisenbahnen zu bauen, wurde das „genauestens“ in der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung geregelt. Also alles klar, Vorschrift und so, die Strecke A geht von Km 0,0 bis Km 17,127 . Schön. Irgendwann baut man eine Verlängerung, huch, auf der falschen Seite , was jetzt ? Alles Neu –nein. Das ist dann, wenn`s nicht allzu lang ist, eben Km 0,0 bis – 2,0.( Minus !) Erklärbar- oder? Und dann- baut man vielleicht eine „Zweigstrecke „ B , die die Strecke A berührt, oder sogar ein Stückchen mit ihr gemeinsam hat ? Was nun ? Ganz einfach : Jede Strecke hat ihre eigene Kilometrierung, also kann der Bahnhof C an der Strecke A und B zwei unterschiedliche Kilometerangaben haben. (An Betriebsstellen wie Bahnhöfen können verschiedene Eisenbahnstrecken zusammentreffen, so dass hier in kurzem Abstand unterschiedliche Streckenkilometerstände anzutreffen sein können.)
Heute ist die Eisenbahn-Bau-und Betriebsordnung dafür übrigens nicht mehr „zuständig“, sondern dieses „Werk“:Gleis- und Bauvermessung
Bahnstrecken .
Richtlinie 883.0010
http://www.eisenbahnsignale.de/Kilometer...883/RiLi883.pdf
Es ist nicht sehr umfangreich, man kann sich das ruhig mal antun, nur 9 Seiten, mit“ Bülders“. Hinterher versteht man das „Warum“ etwas besser.
Während die Kilometerangaben auf der Strecke meist in Schritten von 200 Metern erscheinen, sind in Bahnhofsunterlagen für technisches Personal die Angaben in Streckenkilometern auf den Meter genau, zum Beispiel: „km 74,135“.
Zu den „Kaufmännischen“ Kilometern schweige ich mal einfach, nur so viel: Da gibt es teilweise große Abweichungen zu den tatsächlichen, gefahrenen Kilometern – hat eben kaufmännische Gründe. ( Positiv gedacht wäre das etwa : „ Wenn wir schon einen Umweg anbieten müssen, können wir das dem Kunden nicht noch in Rechnung stellen.“ Negativ gedacht gibt es auch….)
So kam das also. Es erklärt aber die teilweise verwirrenden Eintragungen speziell auf einigen Plänen von Friedrichstraße nicht. Ach so , auf die da immer gern erwähnte Supergeheimhaltung will ich es auch nicht schieben, eher wohl auf einige Fehler von eifrigen Kopierern, Planzeichnern und, und, und.
Und : Amtlich : Friedrichstraße liegt da : ( Nur Ausschnitte aus dem Netzplan RBD von 1927 und 19 ?? (später) Q: Buhr )

Alles Klärchen ? Äh, in das Thema mußte ich mich auch erst einlesen.
73, Hans


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#3151

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 29.03.2015 12:41
von eisenringtheo | 9.193 Beiträge

Kommen wir zurück zum grössten Mysterium des Tarifbildungspunktes "Berlin Stadtbahn". Ein Vergleich der im Internet zu findenden Fahrkarten und der Kilometerangaben in den Fahrplänen lässt mich vermuten, dass nicht der Bahnhof Friedrichstrasse Tarifkilometer Null war. Wenn ich von Cottbus kam, dann zahlte ich für drei Kilometer mehr, als die Kilometer, die im Fahrplan stand. Und von Westen fehlen drei Kilometer bis Friedrichstrasse, wenn man eine Fahrkarte mit der aktuellen Kursbuchtabelle vergleicht.

http://kunifuchs.de/burningboard/board3-...-dr-fahrkarten/
http://kursbuch.bahn.de/hafas/kbview.exe...014.pdf&orig=sS
NB: die Tarife im Fernverkehr wurden auch nach dem 13. August 1961 über direkte Strecken berechnet; weil man nicht mehr über WB reisen durfte, war keine Umwegkarte erforderlich.
Beispiel: Berlin(Stadtbahn)-Leipzig

http://www.gerdboehmer-berlinereisenbahn...pz26071981.html
Von Berlin Ostbahnhof nur über DDR Gebiet waren es aber 182 km
http://www.eisenbahnwelt.com/Kursbuecher...600/600_01.html
Das gleiche Prinzip (Berechnung des Fahrpeises gegebenenfalls über WB, keine Umwegkarte erfoderlich) galt auch auf der S-Bahn Berlin. Viele lösten nach dem 13. August 1961 eine günstige Fahrkarte (z.B nach Staaken oder Babelsberg), obschon sie gar nicht dorthin wollten, sondern ihr Reiseziel an einem "teureren" Bahnhof auf der Umwegstrecke hatten. Deshalb wurde der Tarif Ende 1962 geändert.
http://www.stadtschnellbahn-berlin.de/ge...lung/seite2.php
Theo


Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#3152

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 29.03.2015 12:41
von eisenringtheo | 9.193 Beiträge

Kommen wir zurück zum grössten Mysterium des Tarifbildungspunktes "Berlin Stadtbahn". Ein Vergleich der im Internet zu findenden Fahrkarten und der Kilometerangaben in den Fahrplänen lässt mich vermuten, dass nicht der Bahnhof Friedrichstrasse Tarifkilometer Null war. Wenn ich von Cottbus kam, dann zahlte ich für drei Kilometer mehr, als die Kilometer, die im Fahrplan stand. Und von Westen fehlen drei Kilometer bis Friedrichstrasse, wenn man eine Fahrkarte mit der aktuellen Kursbuchtabelle vergleicht.

http://kunifuchs.de/burningboard/board3-...-dr-fahrkarten/
http://kursbuch.bahn.de/hafas/kbview.exe...014.pdf&orig=sS
NB: die Tarife im Fernverkehr wurden auch nach dem 13. August 1961 über direkte Strecken berechnet; weil man nicht mehr über WB reisen durfte, war keine Umwegkarte erforderlich.
Beispiel: Berlin(Stadtbahn)-Leipzig

http://www.gerdboehmer-berlinereisenbahn...pz26071981.html
Von Berlin Ostbahnhof nur über DDR Gebiet waren es aber 182 km
http://www.eisenbahnwelt.com/Kursbuecher...600/600_01.html
Das gleiche Prinzip (Berechnung des Fahrpeises gegebenenfalls über WB, keine Umwegkarte erfoderlich) galt auch auf der S-Bahn Berlin. Viele lösten nach dem 13. August 1961 eine günstige Fahrkarte (z.B nach Staaken oder Babelsberg), obschon sie gar nicht dorthin wollten, sondern ihr Reiseziel an einem "teureren" Bahnhof auf der Umwegstrecke hatten. Deshalb wurde der Tarif Ende 1962 geändert.
http://www.stadtschnellbahn-berlin.de/ge...lung/seite2.php
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#3153

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 29.03.2015 16:55
von StabsfeldKoenig | 2.656 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #3152
Kommen wir zurück zum grössten Mysterium des Tarifbildungspunktes "Berlin Stadtbahn". Ein Vergleich der im Internet zu findenden Fahrkarten und der Kilometerangaben in den Fahrplänen lässt mich vermuten, dass nicht der Bahnhof Friedrichstrasse Tarifkilometer Null war. Wenn ich von Cottbus kam, dann zahlte ich für drei Kilometer mehr, als die Kilometer, die im Fahrplan stand. Und von Westen fehlen drei Kilometer bis Friedrichstrasse, wenn man eine Fahrkarte mit der aktuellen Kursbuchtabelle vergleicht.

http://kunifuchs.de/burningboard/board3-...-dr-fahrkarten/
http://kursbuch.bahn.de/hafas/kbview.exe...014.pdf&orig=sS
NB: die Tarife im Fernverkehr wurden auch nach dem 13. August 1961 über direkte Strecken berechnet; weil man nicht mehr über WB reisen durfte, war keine Umwegkarte erforderlich.
Beispiel: Berlin(Stadtbahn)-Leipzig

http://www.gerdboehmer-berlinereisenbahn...pz26071981.html
Von Berlin Ostbahnhof nur über DDR Gebiet waren es aber 182 km
http://www.eisenbahnwelt.com/Kursbuecher...600/600_01.html
Das gleiche Prinzip (Berechnung des Fahrpeises gegebenenfalls über WB, keine Umwegkarte erfoderlich) galt auch auf der S-Bahn Berlin. Viele lösten nach dem 13. August 1961 eine günstige Fahrkarte (z.B nach Staaken oder Babelsberg), obschon sie gar nicht dorthin wollten, sondern ihr Reiseziel an einem "teureren" Bahnhof auf der Umwegstrecke hatten. Deshalb wurde der Tarif Ende 1962 geändert.
http://www.stadtschnellbahn-berlin.de/ge...lung/seite2.php
Theo



Soweit mir bekannt, wurden die Entfernungen ab Berlin Stadtbahn Richtung Ost und West (z.B. Frankfurt/O., Kietz, Magdeburg, Stendal usw.) ab Friedrichstraße berechnet, Richtung Süden (z.B. Leipzig und Dresden) ab Anhalter Bf, Richtung Nord ab Nordbahnhof. Für Cottbus könnte der Görlitzer Bf maßgeblich gewesen sein, Richtung Schwerin und Hamburg möglicherweise der Hamburg-Lehrter Bf., als Lehrling am Fahrkartenschalter auf dem Ostbahnhof mußten wir richtung Frankfurt/O. die Fahrkarten ab Ostbahnhof manuell berechnen (allerdings nicht per Hand schreiben, sondern mit manueller Tarifeingabe am MSD drucken).



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#3154

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 29.03.2015 17:40
von diefenbaker | 585 Beiträge

Finde ich als Unwissender ziemlich spannend, welchen Stellenwert die genauen km für die Fahrkarte früher hatten und wie sie ermittelt wurden.

Gruss Wolfgang



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#3155

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 30.03.2015 21:03
von Schlutup | 4.117 Beiträge

Deutschland, Berlin, 17.06.1990, Eingang, (Geisterbahnhof) U-Bahnhof (Station) Stadtmitte, niedergerissene Mauer, Verbindungsgang zwischen den U-Bahnlinien, U6 (West) und U2 (Ost),

http://timelineimages.sueddeutsche.de/?4...AGING_SCOPE_4=9



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#3156

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 01.04.2015 03:49
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von chantre im Beitrag #2064
Ich möchte mal dem Thema eine neue Facette zufügen, bzw. meine Neugier befriedigen.
im Beitrag #1131 schon mal schwach angedeutet, gab es Buslinien von Westberlin nach Flughafen Schönefeld.


http://www.berliner-verkehrsseiten.de/bu...dy_e-grenz.html


Habe gerade ein paar original Fahrscheine von diesem besagten Bus Schönefeld-Westberlin und retour bzw. ein Visum dazu in meiner Schatzkiste entdeckt.....

seaman


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#3157

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 09.04.2015 21:36
von diefenbaker | 585 Beiträge

Mal eine Frage zum Fernbahnverkehr durch Berlin vor dem 13.08.1961.
Sind Züge aus Polen auf ihrem Weg nach Westdeutschland oder noch weiter durch Westberlin gefahren?
Wenn ja, gab es eine Grenzabfertigung der Passagiere für die Einfahrt nach Westberlin?

Gruss Wolfgang



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#3158

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 09.04.2015 21:58
von GrafKrolock | 75 Beiträge

Ja, die Züge fuhren wie später auch über die Stadtbahn, zumal der Ring ja erst in den 50ern gebaut wurde. Es scheint keine systematischen Kontrollen innerhalb Berlins gegeben zu haben. Ich mutmaße allerdings zwei Dinge:
1. Es ist anzunehmen, dass zumindest die internationalen Züge keine Freigabe für den DDR-Binnenverkehr besaßen, sondern sie nur von/nach dem Ausland oder die Bundesrepublik benutzbar waren, auch wenn sie laut Wikipedia oftmals auf DDR-Gebiet hielten.
2. Es wird, siehe Thema Kontrollen zwischen der DDR und OST-Berlin in den 50ern auf der Straße, auch regelmäßige Personenkontrollen im Zug zwischen Frankfurt/Oder und Berlin gegeben haben.

Die Trennung zwischen Interzonen- und Transitzügen scheint sich erst nach dem Mauerbau entwickelt zu haben.

Hier steht ein bisschen was aus den 50ern: http://www.owep.de/artikel/540/interzone...isernen-vorhang


Turmwache, diefenbaker und eisenringtheo haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 09.04.2015 22:02 | nach oben springen

#3159

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 09.04.2015 23:09
von eisenringtheo | 9.193 Beiträge

Zitat von GrafKrolock im Beitrag #3158
(...)
Die Trennung zwischen Interzonen- und Transitzügen scheint sich erst nach dem Mauerbau entwickelt zu haben.


Die "Transitzüge" wurden mit dem Transitabkommen zwischen der BRD und der DDR im Jahre 1972 eingeführt und man nennt diesen Verkehr demzufolge auch vertragsgebundenen Transitverkehr. Transitabkommen:
Artikel 12
1. Im Transitverkehr können durchgehende Züge benutzt werden. Diese Reisezüge – einschließlich der Autoreisezüge – verkehren auf dem Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik zwischen den Grenzübergängen ohne Verkehrshalt; auf bestimmten, in den öffentlichen Fahrplänen kenntlich gemachten Grenzbahnhöfen der Deutschen Demokratischen Republik kann das Zu- beziehungsweise Aussteigen von Reisenden, die nicht Transitreisende sind, gestattet werden. Die Halte an den Grenzübergängen sowie eventuelle Betriebshalte werden auf das notwendige Maß beschränkt.

Vor diesem Datum hielten alle Züge längere Zeit an den Grenzbahnhöfen, 40 bis 50 Minuten. Aus- und Zustieg auf Unterwegsbahnhöfen war möglich, aber nur im grenzüberschreitenden (und aus Sicht der DDR: internationalen) Verkehr. Für Züge, die nicht nach oder via Berlin verkehrten, wurde das bisherige Fahrplan-Regime beibehalten. Und somit auch die überaus langen Fahrzeiten.
Theo


zuletzt bearbeitet 09.04.2015 23:16 | nach oben springen

#3160

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 09.04.2015 23:25
von GrafKrolock | 75 Beiträge

Bist Du Dir da sicher? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Berlin-Züge zwischen 1961 und 1972 in der DDR hielten, außer an den Grenzbahnhöfen. AFAIK brachte das Transitabkommen zwar Erleichterungen und Beschleunigungen, aber keine grundsätzlichen Änderungen an der Struktur des interzonalen Zugverkehrs.

Wikipedia schreibt dazu: http://de.m.wikipedia.org/wiki/Interzone...C3.BCge_ab_1961


zuletzt bearbeitet 09.04.2015 23:31 | nach oben springen


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