#3021

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 04.03.2015 00:24
von Kalubke | 2.293 Beiträge

Wahrscheinlich nicht aber sicher streng "kathodisch" bei den vielen Überwachungskameras und Bildschirmen in den Kontrollräumen.

Gruß Kalubke



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#3022

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 06.03.2015 14:14
von Stringer49 | 700 Beiträge

Guten Tag,

ein wenig Lektüre aus der Sparte der Fiction. Das Zitat ist hier ein wenig ambivalent, es gehört auch in den topic über die Personen, welche vor dem Mauerbau in Berlin von West nach Ost fahren konnten.

Ein Kriminalist in Berlin vor dem Mauerbau verfolgt eine Verdächtige. Diese geht zur Ubahn-Linie A:

«Anhalten, denkt er, warten... nicht abfahren... Ich muß jeden Preis mit! In ohnmächtiger Wut stampft er mit dem Fuß auf, als ihn dann an der Sperre die roten Lichter eines in Richtung Ruhleben abfahrenden Zuges höhnisch anzugrinsen scheinen und von einem blauen Mantel auf dem Bahnsteig weit und breit nichts zu sehen ist.
[...]
‹Spittelmarkt – Hausvogteiplatz – Stadtmitte – Thälmannplatz...› ... Forkert hat sich langsam erhoben und ist zur Tür gegangen. Eine kleine Chance habe ich noch, hofft er dringlich. Vielleicht steigt sie am Potsdamer Platz aus und geht zum Dreiländereck.
[...]
Unvermittelt ist der Zug aus dem dunklen Erdschacht in das Licht des hell erleuchteten Bahnsteigs gestoßen. ‹Potsdamer Platz! Letzter Bahnhof im demokratischen Sektor! Der zuletzt eingefahrene Zug fährt in Richtung Ruhleben – über Gleisdreieck, Wittenbergplatz, Bahnhof Zoo nach Ruhleben! Beim Ein- und Aussteigen bitte beeilen!›
[...]
Fahr doch einfach mit, rät ihm eine innere Stimme. Es sieht doch keiner, und was soll dir drüben schon passieren? Du brauchst ja nur zu beobachten, wohin sie fährt, um so einfacher ist nachher die Vernehmung.
Laß die Finger davon, warnt eine andere Stimme. Du darfst nun mal drüben nichts unternehmen, so widersinnig das manchmal auch ist. Bleib korrekt...»

Stubert Bruno: Komplizen. Gelbe Reihe: Das Neue Berlin (Berlin-Ost) 1958, pp. 98 - 101

Daniel


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#3023

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 08.03.2015 22:11
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zur Abwechslung mal was zum Ärgern - für mich zumindest - ich könnte mich über solchen Müll aufregen, aber irgendwie sind mir meine Nerven zu schade:

http://www.spiegel.de/fotostrecke/reisel...e-119407-4.html

Aber bekanntlich sind ja Kühe auch lila - und legen die Milch in Tetrapacks ab.

Gruss

icke



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#3024

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 09.03.2015 00:48
von diefenbaker | 584 Beiträge

Ich bin jetzt nicht sicher, ob wir den gleichen Beitrag meinen,
aber was ich in dem Link zur Spiegel Fotostrecke gefunden habe kam mir nicht unbekannt vor.

Gruss Wolfgang



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#3025

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 09.03.2015 09:06
von Kalubke | 2.293 Beiträge

"Tränenpalast" war ja die Ausreisehalle außerhalb des Bahnhofes. Das Foto zeigt m. E. einen Bereich innerhalb des Bhf. Friedrichstraße. Insofern ist die Bildbeschreibung tatsächlich nicht ganz korrekt.

Gruß Kalubke



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#3026

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 09.03.2015 10:02
von Hans | 2.166 Beiträge

Morgen, Gemeinde,......
Ach, der Herr Wittenburg. So war das eben, ein Reporter von drüben weiß das alles. (Besser). War bei den Reportagen damals mehr oder weniger üblich, gleich den ganzen Bahnhof zum Tränenpalast zu erklären. Hat sich bei einigen Leuten bis heute gehalten. Na ja - wenn er das weiß.
Besonders interessant ist übrigens die Bildunterschrift. Toll, da hat doch einer den heldenhaften Reporter - so viel Mut muss sein und verkauft werden- nicht bemerkt und schon hat er - der Reporter- verbotenes fotografiert. Toll. In der Bahnhofshalle. Ne- da war Fotografieren verboten? Wusste ich gar nicht.
Aber das hätte er den Polizisten ja sagen können.
Übrigens - drüber Ärgern - ne- bei mir nicht. Aber Lachen und Lästern ist durchaus statthaft.
73, Hans


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#3027

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 09.03.2015 10:15
von eisenringtheo | 9.164 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #3025
"Tränenpalast" war ja die Ausreisehalle außerhalb des Bahnhofes. Das Foto zeigt m. E. einen Bereich innerhalb des Bhf. Friedrichstraße. Insofern ist die Bildbeschreibung tatsächlich nicht ganz korrekt.

Gruß Kalubke

("Tränenpalast": Diesen Ausdruck habe ich zu DDR Zeiten überhaupt nie gehört. Wir aber wohl so sein, dass DDR Bürger dem so sagten, wenn sie unter sich waren.)
Zum Bild: Das Foto ist aus dieser Perspektive tatsächlich etwas verwirrend. Wer einreiste, kam dort raus. Logischer wollte man (zumindest beim ersten Mal) auch dort raus. Das Schild "Ausreise-Exit" zeigt nicht etwa auf eine Schlange zum Anstehen. sondern weist zur Ausgangstüre des Bahnhofes (wo man dann mittels weiteren Schildern um den Bahnhof zur Ausreisehalle gelotst wurde).
Theo


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#3028

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 09.03.2015 12:03
von Hans | 2.166 Beiträge

Hi,…
Ja,ja, deutsche Sprache- schwere Sprache. (Du als Schweizer natürlich ausgenommen....aber für Leute, die kein/ wenig Deutsch sprachen/sprechen ..) Und "Höchstamtliche" Bezeichnungen sind ja auch so eine Sache. Offiziell hieß das Ding Ausreisehalle, TP na ja, eventuell umgangssprachlich, aber das ist wohl so eine Bezeichnung, deren genaue Herkunft wohl nicht mehr aufzuklären ist. Die "allererste" und unumstrittenste Erklärung, das dieses Ding so hieß, weil sich dort drin die DDR-Bürger unter Tränen von ihren Verwandten verabschieden mussten, ist schlicht falsch, weil - dort kam nur rein, wer Ausreisedokumente hatte. Aber der Berliner Volksmund war ja schon immer für ganz tolle Spitznamen bekannt.
Und das die Baulichkeiten auf dem Bahnhof für Leute, die erstmalig dort waren, verwirrend waren, hatten wir ja unbestrittenermaßen schon oft festgestellt. Wobei - Ausreise war wohl am einfachsten zu finden.... Na ja, wenn ich da an "meine" nette Schweizerin denke, hatten auch damit etliche Leute so ihre Problemchen. Und - noch nicht erwähnt- logischerweise ist das auf dem Bild die untere, östliche Bahnhofshalle, in der Mitte eine der Türen der Einreise (die "große) , aber das erkennt ja jeder......
73, Hans


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#3029

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 10.03.2015 20:45
von icke46 | 2.593 Beiträge

Das Bild ist ja, mal unabhängig von der Unterschrift und der Bezeichnung "Tränenpalast" im Text, allemale interessant.

Zum Beispiel frage ich mich, was nun das Schild "Weitergehen verboten" aussagen soll - durch die Fliesen ging es auch ohne Verbot nicht weiter, und wenn ich mich richtig erinnere, liess sich die Tür, durch die man als Einreisender in die Bahnhofshalle kam, nur von innen öffnen - hatte man also eventuell bei der Einreiseprozedur etwas liegen gelassen, blieb einem nichts anderes übrig, als um den Bahnhof zur Ausreisehalle zu wandern.

Gruss

icke



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#3030

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 10.03.2015 21:26
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Wo das jetzt in der Halle genau war, fällt mir auch nicht mehr ein. Ist das die Einmündung des Tränenpalastes in die Bahnhofshalle? Werde nicht ganz schlau draus, obwohl ich da einst viel unterwegs war.
Aber an der Stelle hätte ich kein Foto gemacht. Grenzanlagen durfte man nicht fotografieren (jedenfalls im Osten...) und die hätten doch nur darauf gelauert, einen Doofen zu erwischen.



Quelle: http://www.berliner-untergrundbahn.de/ou-01.htm


zuletzt bearbeitet 10.03.2015 21:40 | nach oben springen

#3031

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 10.03.2015 21:33
von Holtenauer | 1.158 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #3030
Wo das jetzt in der Halle genau war, fällt mir auch nicht mehr ein. Ist das die Einmündung des Tränenpalastes in die Bahnhofshalle? Werde nicht ganz schlau draus, obwohl ich da einst viel unterwegs war.
Aber an der Stelle hätte ich kein Foto gemacht. Grenzanlagen durfte man nicht fotografieren (jedenfalls im Osten...) und die hätten doch nur darauf gelauert, einen Doofen zu erwischen.



...das mein ich , das in Bahnhöfen in vielen Staaten fotografieren verboten ist. Und da war gerade die DDR keine Ausnahme.Auch wenn Hans was anderes erzählt... lächerlich war das bestimmt nicht damals...


Gruß
Thomas
Zerstörer Lütjens - D185

Seit man begonnen hat, die einfachsten Behauptungen zu beweisen, erweisen sich viele von ihnen als falsch

Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast


zuletzt bearbeitet 10.03.2015 21:34 | nach oben springen

#3032

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 10.03.2015 21:45
von eisenringtheo | 9.164 Beiträge

Zitat von icke46 im Beitrag #3029
Das Bild ist ja, mal unabhängig von der Unterschrift und der Bezeichnung "Tränenpalast" im Text, allemale interessant.

Zum Beispiel frage ich mich, was nun das Schild "Weitergehen verboten" aussagen soll - durch die Fliesen ging es auch ohne Verbot nicht weiter, und wenn ich mich richtig erinnere, liess sich die Tür, durch die man als Einreisender in die Bahnhofshalle kam, nur von innen öffnen - hatte man also eventuell bei der Einreiseprozedur etwas liegen gelassen, blieb einem nichts anderes übrig, als um den Bahnhof zur Ausreisehalle zu wandern.

Gruss

icke


Das Schild bezieht sich natürlich nicht auf die Wand, sondern ist an die Leute gerichtet, die am Geländer warteten. Man durfte seine Besucher nicht schon an der Türe im Empfang nehmen, sondern musste hinter dem Geländer warten.
Zum Thema Einreise- Ausreise: Im Inneren des Bahnhofes (im Erdgeschoss) gab es eine Art "Abzweiger. Die eine Tür (links?) war "verbotene Gehrichtung", da kamen die Leute vom Tränenpalast, die andere Seite war offen und führte zum Zoll und dann zur Passkontrolle. Mir sagte damals dort einer, man könne als Ausländer um 23.59 Uhr ausreisen, an der linken Tür rauskommen und auf der rechten Seite um 0.01 gleich wieder einreisen (neues Tagesvisum und Mindestumtausch). Weiss aber nicht, ob das stimmte.
Theo


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#3033

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 10.03.2015 21:57
von eisenringtheo | 9.164 Beiträge

Zitat von Holtenauer im Beitrag #3031
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #3030
Wo das jetzt in der Halle genau war, fällt mir auch nicht mehr ein. Ist das die Einmündung des Tränenpalastes in die Bahnhofshalle? Werde nicht ganz schlau draus, obwohl ich da einst viel unterwegs war.
Aber an der Stelle hätte ich kein Foto gemacht. Grenzanlagen durfte man nicht fotografieren (jedenfalls im Osten...) und die hätten doch nur darauf gelauert, einen Doofen zu erwischen.



...das mein ich , das in Bahnhöfen in vielen Staaten fotografieren verboten ist. Und da war gerade die DDR keine Ausnahme.Auch wenn Hans was anderes erzählt... lächerlich war das bestimmt nicht damals...

Am Bahnhof Friedrichstrasse zu fotographieren war etwa ähnlich unklug wie vor einer Polizeiwache falsch zu parken: Mit einem solchen Verhalten schreit man geradezu danach, dass die Vorschriften durchgesetzt werden. Der Zoll wird den Film wohl konfiszieren.

Theo


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zuletzt bearbeitet 10.03.2015 21:58 | nach oben springen

#3034

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 11.03.2015 08:21
von Hans | 2.166 Beiträge

Morgen, Gemeinde,....
Na, da muss ich die Gebetsmühle doch noch mal anwerfen.
Thema Fotografieren von Bahnanlagen hatten wir schon, und die Vorschrift der DR zum Fotografieren ist hier im Forum , in diesem Thread, eingestellt.
Das Bild zeigt die Osthalle ! Und dort war Fotografieren tatsächlich erlaubt. (Übrigens - die Schilder mit dem Fotoverbot -eines davon hängt im TP- hingen nur im Westteil. Weil - logischerweise Grenzgebiet.) Es trifft also der Satz " im der Öffentlichkeit zugängliches Gelände" aus der AO des MfV hier voll zu. Was die Sache schwierig zu durchschauen macht - das fotografieren von Anlagen der Grenzsicherung war eben nicht erlaubt. Im Ostteil von Fri betraf das im Wesentlichen nur den Kopf des Bahnsteiges C in Ri. Westen. Aber dazu hätte man sich schon hinter die Absperrung begeben müssen, also hinter das Schild mit "Kein Durchgang" . Woher kommt also der feste Glaube an ein generelles Fotoverbot? Bis in die späten 60er Jahre gab es das. 1969 wurde es aufgehoben, mit einer Verfügung im Sinne einer Rechtsgrundlage ab 1973 geregelt. (Verfüg. MfV Nr.82 wer nachschauen möchte.)
Das Bild zeigt die Halle im Zustand von nach 1986 ! Also -Statthaft. Und da kommt die Zweite Seite der Medaille ins Spiel. Man betrachte einfach mal die Bildunterschrift. -Und meinen lästerhaften Kommentar dazu. Solche Selbstdarstellungen "als Held" sind recht häufig zu finden. Spielt wohl eine Rolle für die heldenhaften Fotoknipser. (Ab "Statthaft" : Meinung von Hans - logischerweise- und eventuell nachzuvollziehen.)
73, Hans


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#3035

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 11.03.2015 09:02
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #3034
Morgen, Gemeinde,....

[...]
Es trifft also der Satz " im der Öffentlichkeit zugängliches Gelände" aus der AO des MfV hier voll zu. Was die Sache schwierig zu durchschauen macht - das fotografieren von Anlagen der Grenzsicherung war eben nicht erlaubt. Im Ostteil von Fri betraf das im Wesentlichen nur den Kopf des Bahnsteiges C in Ri. Westen. Aber dazu hätte man sich schon hinter die Absperrung begeben müssen, also hinter das Schild mit "Kein Durchgang" . Woher kommt also der feste Glaube an ein generelles Fotoverbot? Bis in die späten 60er Jahre gab es das. 1969 wurde es aufgehoben, mit einer Verfügung im Sinne einer Rechtsgrundlage ab 1973 geregelt. (Verfüg. MfV Nr.82 wer nachschauen möchte.)
[...]
Spielt wohl eine Rolle für die heldenhaften Fotoknipser. (Ab "Statthaft" : Meinung von Hans - logischerweise- und eventuell nachzuvollziehen.)
73, Hans



Guten Tag,

Diesen Artikel
http://www.tlz.de/web/zgt/leben/detail/-...loks-1816445925
habe ich gefunden, weil ich den Namen des Mannes kannte und auch in seinem Buch
Wollny Burhard: Geheimsache Reichsbahndampf. Die STASI-Akte "Fotograf". transpress Verlag
geblättert habe.

Mehrere Hypothesen sind möglich:
1. Wollny hat es darauf angelegt ertappt zu werden, als er in der DDR fotografierte und dies - so sagt er in dem Buch - dies von öffentlich zugänglichen Plätzen tat. (Nähe von letztem Satz von Hans)
2. Das administrative Eisenbahn-Foto-Reglement der D.D.R.-Regierung (in den Systematik des D.D.R..-Rechts handelt es sich nicht um einen legislativen Akt) wurde flexibel ausgelegt (so etwas war in der D.D.R. geübte Rechts-Praxis wie es beispielsweise an [geheimen*] Orientierungen des Obersten Gerichtes zu erkennen ist. Ich erinnere daran, dass bestimmte administrative / polizeiliche Entscheidungen nur mündlich mitgeteilt werden sollten. Eine Schriftform hätte flagrante kreative Verformungen von Rechtsnormen - Orientierungen des OG - oder Rechtsprinzipien - Beccaria** - sichtbar gemacht.
3. @eisenringtheo hat (das folgt teilweise aus 2) darauf verwiesen, dass es nicht gut ist, im Halteverbot vor einem Kommissariat zu parken.

Daniel

*Rechtsanwälte sollten diese nicht kennen; es konnte böse Folgen haben für sie, wenn sie auf diese geheimen Orientierungen Bezug nahmen
**Der Rechtsanwalt Henrich hat mit seiner Schrift «Der vermundschaftliche Staat» auch Bezug genommen auf Beccaria's «‎On Crimes and Punishments» (eine der Grundlagen des heutigen Strafrechts), und das ist Henrich nicht gut bekommen. Er verlor seine Anwalts-Lizenz, wenn ich ich richtig erinnere.


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#3036

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 11.03.2015 11:51
von diefenbaker | 584 Beiträge

Na dann möchte ich auch eine Theorie beisteuern, die in einigen Fällen "gegriffen" haben könnte.

Das vermeintliche Wissen um ein Verbot, welches das Fotografieren von Eisenbahnanlagen oder Verkehrsanlagen überhaupt untersagte, war in der Bevölkerung recht tief verwurzelt. Das Verhalten daraufhin war einerseits geprägt von vorauseilendem Gehorsam nach dem Motto: Alles was nicht ausdrücklich erlaubt ist, wird wohl verboten sein und andererseits von Erfahrungswerten, dass Bahnpersonal und Polizei tatsächlich gegen das Fotografieren vorgegangen sind.

Die Aufhebung des Verbotes könnte einem Teil der Beteiligten (Fotograf, besonders wenn Privatperson, Bahnpersonal, Polizei) gar nicht bekannt geworden sein, so dass es bei den alten Verhaltensmustern geblieben ist.

Gruss Wolfgang



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#3037

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 11.03.2015 12:32
von Hans | 2.166 Beiträge

Jaaaaa, Wolfgang, da hast Du wohl Recht. Wobei ich meinen Verein da ausnehmen muß, die wußten es schon.....
73, Hans


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#3038

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 11.03.2015 12:52
von eisenringtheo | 9.164 Beiträge

Motive, die mit der Mauer und der Grenze zu tun hatten, waren - auch für Westler - besonders reizvoll: Beim westlichen Abgang vom Bahnsteig C (der nächste Weg zur Ausreisehalle) kam ich mir wie im Zoo vor, wie ein Raubtier unter Raubtieren im Durchgang zur Manege. Links und rechts eindrückliche Eisengitter bis weit über Kopfhöhe und auf der Treppe viele DDR Rentner und ich am Runtergehen. Das wäre ein gutes Foto-Motiv gewesen...Kein einziger wäre sportlich genug gewesen, über die Sperren zu kraxeln und die Gleisebene zu erreichen.
Bei all den Überlegungen muss man berücksichtigen, dass alle Fotos futsch gewesen wären, wenn etwas beanstandet worden wäre. Und selbst, wenn sich einer im Recht gefühlt hätte, wer hätte schon Rechtsmittel gegen die Beschlagnahme beim zuständigen Stadtbezirksgericht Berlin Mitte eingelegt..
(Zum Glück für die Sicherheitskäfte gab es damals noch keine digitalen Fotoapparate, Speicherkarten, Sticks usw. Für heutige Sicherheitskräfte in diktatorischen Staaten muss die ganze neue Technik ein grosses Gräuel sein.)
Theo


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#3039

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 11.03.2015 13:13
von diefenbaker | 584 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #3038
... Für heutige Sicherheitskräfte in diktatorischen Staaten muss die ganze neue Technik ein grosses Gräuel sein.)
Theo


Eine interessante Perspektive.
Ein Smart-Phone Foto könnte schon im Internet stehen und auf dem lokalen Medium bereits wieder gelöscht sein,
noch bevor ein Aufpasser den Übeltäter daran hindern kann.

Gruss Wolfgang



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#3040

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 11.03.2015 13:30
von Hans | 2.166 Beiträge

Du meinst die Brücke über die Spree, nicht war ?
Und ich dachte immer, der Theo kennt sich aus auf Friedrichstraße ! Also, ein verspäteter Hinweis vonne Trapos - die Treppe am Turm -da war der Weg vieeeel Kürzer ! (Da kamst Du genau vor dem TP raus)
Du darft dich aber jetzt ehrenhalber zu meinen Opfern zählen. Ach so , irgendwo schlummern noch ein/zwei Fotos vom Spreeabgang. Wenn ich sie finde, stell ich sie ein. Nachgeschaut- und gefunden : Damit man versteht, was Theo meint.
Also, das Foto ist von 1991, zeigt aber noch den Zustand vor Wende.
( Q. FC Union Fans)
Ne, das ist nicht Theo beim Drängeln, sondern der Abgang nach einem Pokalendspiel im Stadion der Weltjugend. Welches ? Hm , unklar.
73, Hans
Nachsatz : Es war mal einer sportlich genug..... Steht auch irgendwo..... H.


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zuletzt bearbeitet 11.03.2015 13:32 | nach oben springen


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