#2561

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 16.11.2014 22:49
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #2559
( Am) Abend, Gemeinde,….
Befassen wir uns mit der „Zweiten Hand“. Fehlt ja noch, und –komisch –keiner hat`s kommentiert. Dabei – glaub ich mal – wollte der Daniel genau das. (Richtig ????) #2546
[...]
73, Hans




Guten Abend,

ja , das war es. Ich habe nun all das gelesen, was mir deutsche Kollegen geschickt hatten und fand dieses Zitat. Ich war wohl ein wenig unachtsam, denn ich dachte an die Reklame in den Zügen. Aber da sie aussen war, haben das die Genossen nun nicht so geliebt. Es ist eigenartig zu sagen, es sei herabwürdigend (erniedrigend ?) gewesen. Manches Unternehmen in der D.D.R., so lernte ich, hat sein Problem mit Computern in sogenannten «A & V»-Läden geregelt. Das waren auch second hand shops, und diese Geschäfte haben ja auch Mangelwaren angeboten... sie waren also sehr nützlich.

Ja, das ist aber eben Politik, eine Geometrie mit veränderbaren Regeln.

Daniel


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#2562

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 17.11.2014 00:08
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #2551
Morgen, Gemeinde,….
Die Entgleisung der Zuglok des D 244 – das war der Zug Brest/Warschau - Aachen auf dem Viadukt zwischen Friedrichstraße und Lehrter Bahnhof , hab ich nicht selbst miterlebt, da habe ich mich im Krankenhaus rumgetrieben. Ich stütze mich also auf Gespräche mit Kollegen. Gegen 23.00 Uhr am 12.07.1987 ging also die Lok, eine 132er, mit den vorderen Achsen „in den Dreck“. Dieser Zug:

Berlin Ostbahnhof
21:58 22:24
Berlin Friedrichstr.
22:32 22:52
Berlin Zoologischer Garten
23:00 23:13

Ursache war eine Gleisverwerfung, ca. 250 m hinter der Ausfahrt Friedrichstraße. Dabei geriet die Lok in das Lichtraumprofiel der, in Fahrtrichtung links danebenliegenden S-Bahn-Gleise. Die fast im selben Moment entgegenkommende S-Bahn konnte durch den TFZ-Führer rechtzeitig gestoppt werden, so etwa 50 m vor der Schadenstelle. Die S-Bahn machte also dankenswerterweise keine Probleme bei diesem Unfall, der S-Bahn-Zug wurde gegen 23.20 „zurückgezogen“, also als Falschfahrt nach Lehrter Bf. (Zeiten nur etwa) . Die Reisezugwagen wurden von der Lok getrennt und, nach dem Eintreffen einer Lok und der Bestätigung, dass die Wagen i.o.( Wagenmeister und so) waren, nach Friedrichstraße zurückgezogen. Die Reisenden verblieben im Zug. Da die Geschwindigkeit des Zuges, unmittelbar nach dem Anfahren, noch nicht hoch war, kam es zu keinen Verletzten. Warum dauerte das Bergen der 132er dann so lange? Wie immer bei Unfällen, sie passieren an den ungünstigsten Stellen. Dort ist einfach sehr wenig Platz. Mit einem Hilfszugkran – bei einer 132er sowieso nur die ganz große „Hebamme“, war da nichts zu machen. Die Lok wurde also mit dem Deutschlandgerät aufgegleist, und da sie seitlich recht weit vom Gleis weg war, musste mehrfach an und abgesetzt werden. Gegen etwa 04.00 soll sie wieder auf dem Gleis gestanden haben, und wurde abgeschleppt. Der „Rest“ der Zeit bis zur Wiederaufnahme des Verkehrs – Gleisbauarbeiten, die Lok hat sich recht ungünstig „eingewühlt“ und den Oberbau massiv durcheinandergebracht. (Übrigens – das scheint ein typisches „Verhalten“ von Entgleisungen auf dem Viadukt zu sein, ist wohl irgendwie technisch zu begründen.) Warum die recht lange Sperrung der S-Bahn ? Ganz einfach – während der Reparatur war es auf Grund der recht engen Platzverhältnisse auf dem Viadukt nicht möglich. Ach so – Arbeit für die Organe – man impliziert ja jetzt, oh, die ganzen Arbeiter auf dem Viadukt, hu – Sicherheit und so. War bei weitem nicht so wild, wie man annehmen könnte, weil – es war der schon mehrfach angesprochene Bauzug 111 , ( der aus Westberlin) der die Reparatur gemacht hat. Welcher Hilfszug im Einsatz war, weiß ich allerdings nicht.
So viel dazu – 73 Hans




Hallo Hans, ist nur eine kleine Frage. Aber eventuell sehe ich das auch falsch?

lila Der D 244 fuhr demnach aus dem Bahnhof Friedrichstraße in Richtung Lehrter Stadtbahnhof. Soweit klar.
Aber liegen da nicht die Gleise der S-Bahn auf der rechten Seite?

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#2563

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 17.11.2014 07:05
von Hans | 2.166 Beiträge

Morgen,...
Ähhh-Stimmmt - Danke.
Schreibfehler von mir. Sorry. In Fahrtrichtung des Zuges natürlich RECHTE Seite.
73, Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
der glatte hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#2564

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 17.11.2014 22:08
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Stringer49 im Beitrag #2531
Zitat von der glatte im Beitrag #2528
Zitat von Stringer49 im Beitrag #2526
Zitat von Hans im Beitrag #2525
Morgen, Gemeinde,.....
Also die Fachbücher mit der Aufschrift : " Zur Beachtung! Diese Ausarbeitung trägt den Charakter interner Fachliteratur und darf nicht an unberechtigte Personen weitergegeben werden " - es gab noch andere, ähnliche Formulierungen- und diese sind noch unter dem untersten Geheimhaltungsgrad NfD.
Wolfgang - ich glaube, wenn Du dir diese mal ansiehst, wirst Du enttäuscht sein. Bei Gelegenheit machen wir mal die Probe aufs Exempel.Ein paar davon -speziell aus meinem Fachgebiet, liegen noch rum.
73, Hans


Guten Tag,

es gibt noch ein anderes Problem. Wir sind gewöhnt, dass viele geheime DDR-Dinge bei uns absolut nicht geheim sind. Wir haben die Dienstfahrpläne der D.D.R. - Reichsbahn besprochen. Was wäre passiert, wenn ein Westbesucher das hätte zeigen müssen an der Grenze? Der D.D.R.-Zoll hätte bestimmt nicht gelacht, oder?

Mein Eisenbahnfreund hat damals in Frankreich viele Kilo von Dienstfahrplänen der S.N.C.F. ganz legal gekauft und mitgenommen.

Ich glaube nicht, dass Unfallberichte öffentlich zugänglich waren, hier schon. Oder: Es gab in der Staats-Bank und in bestimmten Hotels einen Katalog (ziemlich dick und sah so aus wie Briefmarkenkataloge in der DDR) für die Erkennungszeichen der verschiedenen Geldscheine aus dem Westen und anderen Teilen der Welt.

Man kann mich korrigieren, aber ich glaube nicht, dass so etwas verkauft wurde. Die Erkennungszeichen der Geldscheine hier wurden veröffentlicht, damit sich die Menschen im Inland (eigenes Geld) und im Ausland vorsehen konnten.

Es ist aus heutiger und eigentlich damaliger Sicht lustig zu sehen, dass die D.D.R. selbst die geodätische Basis für öffentliche Karten verzerrte obwohl es doch im Westen Karten gab, welche die Realität reflektierten ...

Ein wenig OT, es ist aber auch der Kontext für die vielen Dokumente zu den Geisterlinien, welche erst nach der D.D.R. öffentlich wurden.

Daniel



Hi Daniel,

[...]

Nun ist es so, dass man Geld seit es überhaupt Geld gibt und das ist schon sehr lange her, auch fälscht! Ob Banknote, oder Münze, alles wurde schon immer gefälscht, bis heute. Dazu kommen noch ungültig gewordene Währungen und Geldscheine, darauf musste man achten, auch in der DDR.
[...]

Gruß Reiner



Da

Oh, wie wahr!

Übrigens, die Muster der Personalbescheinigungen wurden meines Wissens auf offiziellem Wege ausgetauscht. Das war notwendig um, wie beim Geld, Fälschungen zu entdecken. Die konsularischen Dienste in den Botschaften bei der D.D.R. mussten diese Dinge kennen, da sie die Visas zu erteilen hatten. Das war am Anfang nicht notwendig, weil die alliierte Behörde ein eigenes Passdokument ausstellte. Ein Pass der D.D.R. war in dieser Zeit eher ein exotische Papier, welches nur bis an die deutschen Grenzen reichte.

So denke ich, dass es einen Tausch von Informationen über Falschgeld zwischen Banken gegeben haben könnte. Dazu findet man etwas im Fonds des ehemaligen Ministerium der Finanzen und / oder Ministerium für Aussenhandel. Es sollte dort Anweisungen geben. Es wurde sogar in Anweisungen bestimmt, was für Literatur Wissenschaftler an Universitäten aus dem Westen haben durften...

Daniel


Da haste wohl Pech,mit den Pass ging es schon weiter,wenn Du die nötigen Stempel im Pass hattest.
Gruß rei


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#2565

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 17.11.2014 22:27
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von rei im Beitrag #2564
Zitat von Stringer49 im Beitrag #2531

[...]

Übrigens, die Muster der Personalbescheinigungen wurden meines Wissens auf offiziellem Wege ausgetauscht. Das war notwendig um, wie beim Geld, Fälschungen zu entdecken. Die konsularischen Dienste in den Botschaften bei der D.D.R. mussten diese Dinge kennen, da sie die Visas zu erteilen hatten. Das war am Anfang nicht notwendig, weil die alliierte Behörde ein eigenes Passdokument ausstellte. Ein Pass der D.D.R. war in dieser Zeit eher ein exotische Papier, welches nur bis an die deutschen Grenzen reichte.

[...]
Daniel


Da haste wohl Pech,mit den Pass ging es schon weiter,wenn Du die nötigen Stempel im Pass hattest.
Gruß rei


Guten Abend,

Wir sprechen von den ersten zwei Jahrzehnten der D.D.R. Reisepässe der D.D.R. wurden nicht anerkannt. Es bedurfte eine weiteren Dokuments, ausgestellt vom Allied Travel Office (A.T.O.) . Dieses Dokument, es war ein Reisepass, besass den Status eines Temporary Travel Document (T.T.D.)* Das wurde im UK sehr streng gemacht. Es hatte in der Regel singuläre Gültigkeit.

Es war also so, dass Menschen aus der D.D.R. in das UK fahren wollten, aber sie erhielten kein T.T.D. Frankreich war etwas grosszügiger, aber es gab Jahre, in denen offizielle Gäste nicht gern gesehen waren und die T.T.D. verweigert wurden. Sie mussten in Berlin (Westteil) beantragt und geholt werden.

Das ist ein sehr interessantes Thema, weil es oft ignoriert wird. Es ist einfach zu sagen: Mauer und keine Reisefreiheit durch die D.D.R. Aber es war so einfach eben nicht.

Daniel

*Es gibt dazu wohl etwas bei Wikipedia und einige Veröffentlichungen in English.


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#2566

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 05:16
von diefenbaker | 584 Beiträge

[quote=Stringer49|

...
Das ist ein sehr interessantes Thema, weil es oft ignoriert wird. Es ist einfach zu sagen: Mauer und keine Reisefreiheit durch die D.D.R. Aber es war so einfach eben nicht.

Daniel
[/quote]

Reisefreiheit ist immer eine zweiseitige Angelegenheit.
Nach meiner Auffassung hat kein Staat das Recht, seine Bürger an der Ausreise zu hindern,
aber jeder Staat hat das Recht, die Einreise fremder Staatsbürger zu reglementieren bis hin zur Einreiseverweigerung.

Gruss Wolfgang



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#2567

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 08:29
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von diefenbaker im Beitrag #2566


[...]

Reisefreiheit ist immer eine zweiseitige Angelegenheit.
Nach meiner Auffassung hat kein Staat das Recht, seine Bürger an der Ausreise zu hindern,
aber jeder Staat hat das Recht, die Einreise fremder Staatsbürger zu reglementieren bis hin zur Einreiseverweigerung.

Gruss Wolfgang


Guten Tag,

Ja. Aber wir bewegen uns in einem konkreten historischen Kontext. Unsere Seite kritisierte immer, dass der Osten keine Reisefreiheit erlaubte...

Daniel


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zuletzt bearbeitet 18.11.2014 08:32 | nach oben springen

#2568

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 13:12
von Hans | 2.166 Beiträge

Mahlzeit, Gemeinde,….
Nun hab ich doch mal den Thread Kirche in der DDR aufgemacht, und bin auf folgendes gestoßen: (nur leicht O.T.)
Von Theo, 11. Gebot (Auszug)
"Ihr sollt eure Bahnhöfe nicht mit Musik bedudeln. Unter Bahnhof aber verstehe ich jedwede Anlage zur Abwicklung des Personen und Güterverkehrs der Eisenbahn, an der Züge beginnen, enden, halten, sich kreuzen, sich überholen oder mit Gleiswechsel wenden können.
Dasselbe soll gelten für U Bahnhöfe, für S Bahnhöfe sowie für alle anderen Bahnhöfe, die Gleise haben. "
Ach ja, es ist echt schade, dass dieses Gebot in Vergessenheit geriet. Aber zum Glück hat der liebe Gott ja irgendwann die Eisenbahn-Bau-und-Betriebsordnung erfunden und fleißige Bahnbeamte haben diese zu Papier gebracht. In der jeweiligen Fassung den Teil „Verhalten der Reisenden….“ Beachten. Geht so los: „Die Reisenden und das sonstige Publikum haben die allgemeinen Anordnungen sowie die Weisungen der Bahnbeamten…….“
Nur mit dem Umsetzen-----, nun, manchmal ist Gott eben müde.
73, Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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#2569

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 13:46
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #2568
Mahlzeit, Gemeinde,….
Nun hab ich doch mal den Thread Kirche in der DDR aufgemacht, und bin auf folgendes gestoßen: (nur leicht O.T.)
Von Theo, 11. Gebot (Auszug)
"... Unter Bahnhof aber verstehe ich jedwede Anlage zur Abwicklung des Personen und Güterverkehrs der Eisenbahn, an der Züge beginnen, enden, halten, sich kreuzen, sich überholen oder mit Gleiswechsel wenden können.
Dasselbe soll gelten ... sowie für alle anderen Bahnhöfe, die Gleise haben. "
[...]
73, Hans



Und wenn nun der Schienenersatz-Verkehr für den S-Bahnzug von einem Bus-Bahnhof verkehrt ? Dann ist der Bus-Bahnhof eine Einrichtung zur Abwicklung des Personen und Güterverkehrs der Eisenbahn, an der Zugersatzbusse beginnen, enden, halten, sich kreuzen, sich überholen oder mit Spurwechsel wenden können. Das ist dann ein Ersatz-Bahnhof ohne Gleise...

Im Namen des Herren

Ich finde auch das deutsche Wort Schienen-Ersatzverkehr gut. Werden Schienen ersetzt oder Züge? Es ist möglich, dass man baut und die Schienen ja am Platz bleiben, also nicht ersetzt werden.

Nach dem Mauerbau, wurden Buslinien installiert, welche die Geisterlinien ersetzten (Die Bahnhöfe waren nun für Ost-Berliner geschlossen.) Ich schlage deshalb vor, sie Geisterlinienersatzverkehr oder Untergrundgeisterschienenersatzverkehr zu nennen...

(Ich habe wegen der deutschen Komposite jetzt Schwindelgefühle und beende hier mein Posting)

Daniel


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#2570

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 14:01
von Hans | 2.166 Beiträge

Ha,
Im Originaltext von Theo sind Busbahnhöfe - auch ein schönes Wort- auch berücksichtigt.
Besonders gefallen hat mir allerdings die exakte Definition von "Bahnhof". Der Autor hat sich also "göttliche" Mühe gegeben. Na ja - das ist die Art Humor, für die ich empfänglich bin.
73, Hans
Ach so - das tolle Wort Schienenersatzverkehr - die -allerdings blöd klingende Alternative : Schienenverkehrsersatz. ( der Wortstamm ist Schienenverkehr, und ja -Deutsch ist eine schwere Sprache. ) H.


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zuletzt bearbeitet 18.11.2014 14:05 | nach oben springen

#2571

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 16:09
von GrafKrolock | 75 Beiträge

Immerhin haben sich für all die schönen Wörter noch keine Denglisch-Ersatzbegriffe eingebürgert.
Aber wo wir hier schon einen Fachmann von der anderen Rheinseite haben : Heißt der SEV dort womöglich anders? Parkverbote werden ja zuweilen auch charmant umschrieben:

Angefügte Bilder:
1280px-Basel-Parkverbot.JPG

zuletzt bearbeitet 18.11.2014 16:10 | nach oben springen

#2572

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 16:44
von Hans | 2.166 Beiträge

Abend, Gemeinde,.....
Nur eine Meldung über eine neue Fundsache im Bezug auf Geisterbahnhöfe : https://www.qixxit.de/blog/geisterbahnho...teilten-berlin/
Ein paar "neue", also nicht veröffentlichte Bilder von den Bahnhöfen der Nord-Süd-S-Bahn. Diese wurden noch vor dem Eintreffen von Spray-Künstlern u.ä. gemacht, zeigen also den Originalzustand. Der Text - na ja. Anschauen.
73, Hans


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#2573

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 16:58
von GrafKrolock | 75 Beiträge

Uh, bei dem Text biegen sich ja die Balken.... "Am letzten Westbahnhof, dem U-Bahnhof Kochstraße, wurden die Fahrer ausgetauscht, der Westberliner Fahrer verließ das Führerhäuschen und tauschte den Platz mit seinem Ost-Berliner Kollegen, welcher selbstverständlich von den Behörden genauestens auf Westverwandtschaft und seine politische Standfestigkeit überprüft worden war."


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#2574

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 17:00
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #2570
Ha,
Im Originaltext von Theo sind Busbahnhöfe - auch ein schönes Wort- auch berücksichtigt.
Besonders gefallen hat mir allerdings die exakte Definition von "Bahnhof". Der Autor hat sich also "göttliche" Mühe gegeben. Na ja - das ist die Art Humor, für die ich empfänglich bin.
73, Hans
Ach so - das tolle Wort Schienenersatzverkehr - die -allerdings blöd klingende Alternative : Schienenverkehrsersatz. ( der Wortstamm ist Schienenverkehr, und ja -Deutsch ist eine schwere Sprache. ) H.


... nicht nur schwer, aber auch manchmal unlogisch: Wenn ich nicht ganz schlecht war in der Schule, so sollte es eher heissen: Schienverkehrsersatz, oder ???

Daniel


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#2575

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 17:02
von Wolle76 (gelöscht)
avatar

Zitat von GrafKrolock im Beitrag #2573
Uh, bei dem Text biegen sich ja die Balken.... "Am letzten Westbahnhof, dem U-Bahnhof Kochstraße, wurden die Fahrer ausgetauscht, der Westberliner Fahrer verließ das Führerhäuschen und tauschte den Platz mit seinem Ost-Berliner Kollegen, welcher selbstverständlich von den Behörden genauestens auf Westverwandtschaft und seine politische Standfestigkeit überprüft worden war."


Schade, das wollte ich auch posten. Wichtig ist aber auch das Ritual der Westberliner: . Sobald die U-Bahn wieder startete, zündeten sich viele eine Zigarette an. Nicht selten wurde mit Bier auf die Brüder und Schwestern im Nachbarteil der Stadt angestoßen.

Auweia kann man generell bei dem Text sagen.


zuletzt bearbeitet 18.11.2014 17:05 | nach oben springen

#2576

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 17:07
von GrafKrolock | 75 Beiträge

Das hab ich (natürlich) nie erlebt. Daß der eine oder andere allerdings die Gelegenheit genutzt haben dürfte, zum Mißfallen der Mitreisenden eine Kippe zu quarzen, erscheint nicht ganz so abwegig. Also falls es so ist, daß auf den Abschnitten keine Kontrolleure unterwegs waren, da ja auf BVB-Strecke befindlich.


zuletzt bearbeitet 18.11.2014 17:07 | nach oben springen

#2577

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 17:30
von Hans | 2.166 Beiträge

Hi,
Na, das hätte die Kontrolettis der BVG aber gefreut. Also, Kontrolle der Fahrscheine usw. durch die bekannten Kontrollschwadrone fand auch auf den Geisterlinien statt. Ob genausooft, wie auf anderen U-Bahn-Linien (respektive auf der S-Bahn ab 84) - da fehlt mir die Vergleichsmöglichkeit. Das einzige -wo nicht, war auf dem Bahnhof Friedrichstraße. Na- vor dem Text ist also gewarnt. Was soll`s.
Und - Daniel - zusammengesetzte Wörter im deutschen sind nicht so einfach wie in anderen Sprachen. Die "sinngebende Einfügung" kann nämlich überall stehen, vorn, hinten, in der Mitte und so. Als Trost: - es gibt auch genug Deutsche, die das nicht so richtig drauf haben. (Und - was meinst Du, wie entsetzlich sich mein "Funk-Englisch" anhört.)
73, Hans


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GrafKrolock hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#2578

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 17:53
von diefenbaker | 584 Beiträge

Zitat von Stringer49 im Beitrag #2567
Zitat von diefenbaker im Beitrag #2566

[...]

Reisefreiheit ist immer eine zweiseitige Angelegenheit.
Nach meiner Auffassung hat kein Staat das Recht, seine Bürger an der Ausreise zu hindern,
aber jeder Staat hat das Recht, die Einreise fremder Staatsbürger zu reglementieren bis hin zur Einreiseverweigerung.

Gruss Wolfgang


Guten Tag,

Ja. Aber wir bewegen uns in einem konkreten historischen Kontext. Unsere Seite kritisierte immer, dass der Osten keine Reisefreiheit erlaubte...

Daniel


Hallo Daniel,

ich versuche etwas zu differenzieren, gebe aber zu, dass es jetzt spekulativ wird.

Der konkrete historische Kontext war ja der, dass zu der Zeit, über die wir hier reden, der offizielle DDR-Reisende mit DDR-Pass, der im Westen zur Einreise anfragte, aufgrund der Ausreiseselektion in der DDR zunächst als feindlicher Kommunist angesehen wurde, dem man gerne Steine in den Weg legte.

Wenn jedem DDR Bürger die Ausreise gestattet worden wäre, also die Masse der Reisenden des Kommunismus unverdächtige Personen gewesen wären, hätte das möglicherweise schon früher zu einer anderen, selektiveren Einreisepolitik des Westens geführt. Etwa wie die frühe Beantragung von Visa für die USA mit Fragen wie: "Waren Sie jemals Mitglied der Nazipartei? Waren Sie jemals Mitglied der kommunistischen Partei?" etc.

Gruss Wolfgang



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#2579

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 19:33
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Zusammengesetzte Begriffe sind oft wenig logisch. Es wurde schon oft gesagt, ein "Triebwagen" müsste eigentlich ein "Treibwagen" sein, denn ein solcher Wagen treibt den Zug an.
Theo


Hans hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#2580

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 20:07
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #2579
Zusammengesetzte Begriffe sind oft wenig logisch. Es wurde schon oft gesagt, ein "Triebwagen" müsste eigentlich ein "Treibwagen" sein, denn ein solcher Wagen treibt den Zug an.
Theo


OT und aus Wehmut eines älteren Herren :
Nun, nach 1968 sollte es möglich geworden sein, dass sich so ein Berliner S-Triebwagen wie auch ein kleiner Morris Mini in einen Trieb-Wagen verwandelte, besonders in den Abenden und in der Nacht nach dem Kino und dem Tanz...
Daniel


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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