#2541

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 12.11.2014 22:57
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #2540
OT: Von Lambert musste dann mal erzählen.

Weihnachtszüge waren übrigens auch zu Mauerzeiten in ganz Berlin unterwegs. Bei der DR und die BVG hatte die dann glaube ich auch noch weiter.


Ja, siehe #2530.

Erst seit Jahren geht das plötzlich nicht mehr. Ist schon komisch, was zu Mauerzeiten so alles funktionierte.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


nach oben springen

#2542

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 12.11.2014 23:10
von icke46 | 2.593 Beiträge

Es gibt ja nur diese Info aus dem Jahr 2012:

http://www.hivbb.de/index.php/aktuell/2-...g-kommt-zurueck

Scheinbar hat es 2013 auch nicht geklappt - ob 2014 - keine Ahnung.

Gruss

icke



nach oben springen

#2543

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 12.11.2014 23:20
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von icke46 im Beitrag #2542
Es gibt ja nur diese Info aus dem Jahr 2012:

http://www.hivbb.de/index.php/aktuell/2-...g-kommt-zurueck

Scheinbar hat es 2013 auch nicht geklappt - ob 2014 - keine Ahnung.

Gruss

icke




Ja, diese Meldung habe ich auch gefunden. Sieht nicht so danach aus mit 2014, das Thema ist sicherlich vergessen worden.

Ich hatte heute zum Thema mit meiner Frau gesprochen, die ist damit oft gefahren als sie noch Kind war. Interessant ist dabei, dass es bis in die 70er Jahre e i n Zug für Ost und West war.

Haben wir heute für unsere Kinder nichts mehr in dieser Richtung übrig? Wäre auch eine wunderbare Sache für Berlin-Besucher. Eine Extra Werbung für die Berliner S-Bahn obendrein.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


nach oben springen

#2544

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 13.11.2014 01:40
von diefenbaker | 584 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #2525
Morgen, Gemeinde,.....
Also die Fachbücher mit der Aufschrift : " Zur Beachtung! Diese Ausarbeitung trägt den Charakter interner Fachliteratur und darf nicht an unberechtigte Personen weitergegeben werden " - es gab noch andere, ähnliche Formulierungen- und diese sind noch unter dem untersten Geheimhaltungsgrad NfD.
Wolfgang - ich glaube, wenn Du dir diese mal ansiehst, wirst Du enttäuscht sein. Bei Gelegenheit machen wir mal die Probe aufs Exempel.Ein paar davon -speziell aus meinem Fachgebiet, liegen noch rum.
73, Hans


Hallo Hans,

meine Betonung solle eigentlich in eine andere Richtung gehen, in Richtung Zensur.

Die Furch vor der Wirkung des gedruckten Wortes, vervielfältigt und weiterzureichen, war in der DDR-Obrigket gross.
Nicht von ungefähr ist auf der 1. Seite auch der Sachverhalt der sog. "staatsfeindlichen Hetze" als Beispiel erwähnt.

Daher auch das Instrument der Druckgenehmigung (Drucken = Vervielfältigen), das in einer freien Gesellschaft völlig überflüssig ist.

Das mit den Fachbüchern ist noch eine andere Seite der Medaille. Einerseits Einblicke in Interna, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind, andererseits aber auch ein Blick hinter die Propagandamaske, mit der bestimmte Sachverhalte regelmäßig vernebelt wurden.
Ich habe da z.B. ein Buch vom Militärverlag im Sinn, in dem es um Struktur und Stärke der Nato-Streitkräfte geht.
Kein Wort von Bedrohung der friedliebenden sozialistischen Bruderstaaten und der Errungenschaften der Arbeiter- und Bauernmacht,
kein Wort von imperialistischen Aggressoren, kein Wort von der gesetzmäßigen Überlegenheit derer unter Führung der siegreichen Sowjetunion usw. usw.
Alles ganz nüchtern, sachlich und fachlich, für die DDR-Öffentlichkeit möglicherweise irritierend.

Gruss Wolfgang



nach oben springen

#2545

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 13.11.2014 10:41
von Hans | 2.166 Beiträge

Morgen, Gemeinde,.....
Hi, Wolfgang, Da wolltest Du also hin. Ist ja zum Teil schon in der Antwort an Daniel "kommentiert" , beantwortet währ ja das falsche Wort. Trotzdem: Wiederworte von Hans - haste doch hoffentlich erwartet.

Das ist die Einleitung des Kapitels Dokumentenuntersuchung. Und Staatsfeindliche Hetze ist da erwähnt, richtig, daraus allein eine Überbetonung der Verbrechen gegen den Staat (immerhin ein Kapitel im StGB) herzuleiten ist ein wenig dünn, weil gerade bei Dokumentenuntersuchung gerade diese Tatbestände eben eine recht große Rolle spielten. Da müßte man m.M. nach anders ansetzen. Liegt aber am Charakter der Begehungsart - na, jetzt werde ich wohl zu Fachspezifisch , und das ist dann recht umfangreich. ( Hilfe, der Polizist in Hans kommt durch.)
Furcht vor der Wirkung des gedruckten -weitergegebenen Wortes - ja, da liegst Du wohl richtig, die wuchs meiner Meinung nach sogar beständig. (Oder pendelte je nach Großwetterlage.)
Fachbücher, wie die angesprochenen, - wolltest Du da Propaganda drin haben? Sicher nicht. Und - ich bleib mal auf meinem Gebiet - eine "politische Einleitung" findest Du darin auch. (Sogar in heutigen Fachbüchern - nennt sich bloß anders und ist schöner umschrieben.)
Also mal in Kurzform - das Angebot mit der Probe aufs Exempel steht, und ich garantiere dir - wie schon gesagt....
Übrigens - Propaganda ist schon ein weites Feld - und Sicherheitsdenken in der DDR auch - aber das sind eben zwei Tüten mit unterschiedlichem Inhalt, beides sollte wohl auseinanderklamüsert werden, oder am besten gar nicht ehe in einen Topf.
Bleibt noch eins - Irritierend für die Öffentlichkeit. Na ja - lässt sich wohl nur mit einem Beispiel kommentieren. Eine bekannte 15 W - Birne schrieb mal vor einiger Zeit: Ja! Aber die haben doch immer gesagt- Kriminalität gab’s nicht in der DDR - durfte es ja auch nicht. Mein Kommentar dazu war: Ach so, haben sie das? („Ach so" - nicht suchen - war in einem anderen...) Wie gesagt, ein weites, weites Feld, da kann man ewig drüber diskutieren.
73, Hans (Ja-alles O.T. -sorry)


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
zuletzt bearbeitet 13.11.2014 10:44 | nach oben springen

#2546

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 15.11.2014 20:27
von Stringer49 | 700 Beiträge

Guten Abend,

Manchmal finden sich interessante Texte. Sie geben Anlass zur Diskussion:


Daniel


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


nach oben springen

#2547

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 15.11.2014 20:35
von Stringer49 | 700 Beiträge

Das leben ist manchmal kein stiller Fluss. Die Sicherheitsorgane hatten gewiss viel zu tun:


Daniel


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


nach oben springen

#2548

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 15.11.2014 20:53
von Stringer49 | 700 Beiträge

... und hier ein «geheimer Zug» für die Schnapsleichen und das Strandgut des Berliner Nacht-Lebens:

«Am 14.07.89 fand vor dem Reichstagsgebäude der 'Bal Populaire' (Feier der franz. Revolution) statt. Auf der S2 wurden ab ca 19 Uhr 6 Halbzüge gegen Dreiviertelzüge ausgetauscht, auf der S3 wurden ab ca 16.30 die Halbzüge auf Dreiviertelzüge verstärkt. Nach Betriebsschluß verkehrten noch Züge um 1.21, 1.41 und 2.01 ab Anhalter Bhf. nach Waidmannslust (Siedlung für französische Militärangehörige)- sowie 1.19, 1.39 und 1.59 ab Gesundbrunnen nach Anhalter Bhf. Auf der S3 wurde der 10-Minuten-Takt bis ca 1.15 aufrechterhalten.

Um das Umsteigen in Friedrichstr. von der S2 auf die S3 zu erleichtern, fahren die Züge der S3 nach Wannsee seit dem 31.07.89 eine Minute später ab als bisher, dies wurde durch die Kürzung des Aufenthaltes in Lehrter Bhf. von 1,5 auf 0,5 Minuten möglich. In den neuen Aushangfahrplänen der DR im Bhf. Friedrichstr. ist auch erstmals der "geheime Lumpensammler" (letzter Zug um 2.10 Uhr nach Zoo) verzeichnet.»
Blickpunkt Strassenbahn no. 1989-5, p. 7

Daniel


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


zuletzt bearbeitet 15.11.2014 20:55 | nach oben springen

#2549

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 15.11.2014 20:56
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Zitat von Stringer49 im Beitrag #2546
Guten Abend,

Manchmal finden sich interessante Texte. Sie geben Anlass zur Diskussion:


Daniel



In dieser Zeitschrift gab es immer wieder Inserate von Fluchthelferorganisationen.
http://books.google.ch/books?id=Rd8wAQAA...%201987&f=false
Theo


Stringer49 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#2550

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 15.11.2014 21:29
von Stringer49 | 700 Beiträge

Leider findet man auch manche brand-heisse Texte verspätet...

«Über den Brand im Verbindungstunnel A/E 'Klostertunnel') zwischen den Linien A und E am 7.5.86 ist in einer DDR- Feuerwehrfachzeitschrift ein Artikel erschienen. Danach war das Feuer im 7. von 9 Wagen bei einer Überführungsfahrt durch eine Kriechstromstrecke am hinteren Kupplungsschalter der durchgehenden Starkstromleitung (die ausschließlich von dem im Großprofilbereich alleine an die Stromschiene angeschlossenen Überführungswagen gespeist wurde) entstanden, die einen Lichtbogen eingeleitet hat. Dieser habe dann das brennbare Material gezündet. Die Kriechstromstrecke habe sich an einer Schraube des Kupplungsschalters am Holzfußboden gebildet. Eine Kontrolle an anderen Zügen habe ergeben, daß diese Schrauben überwiegend mit dem unter dem Fußboden befindlichen Blech Kontakt haben und dieses Blech zum Minuspol führt.»

Blickpunkt Strassenbahn no. 1986-5, p. 127


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


zuletzt bearbeitet 15.11.2014 22:05 | nach oben springen

#2551

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 16.11.2014 09:37
von Hans | 2.166 Beiträge

Morgen, Gemeinde,….
Die Entgleisung der Zuglok des D 244 – das war der Zug Brest/Warschau - Aachen auf dem Viadukt zwischen Friedrichstraße und Lehrter Bahnhof , hab ich nicht selbst miterlebt, da habe ich mich im Krankenhaus rumgetrieben. Ich stütze mich also auf Gespräche mit Kollegen. Gegen 23.00 Uhr am 12.07.1987 ging also die Lok, eine 132er, mit den vorderen Achsen „in den Dreck“. Dieser Zug:

Berlin Ostbahnhof
21:58 22:24
Berlin Friedrichstr.
22:32 22:52
Berlin Zoologischer Garten
23:00 23:13

Ursache war eine Gleisverwerfung, ca. 250 m hinter der Ausfahrt Friedrichstraße. Dabei geriet die Lok in das Lichtraumprofiel der, in Fahrtrichtung rechts ( Korrigiert-Hans) danebenliegenden S-Bahn-Gleise. Die fast im selben Moment entgegenkommende S-Bahn konnte durch den TFZ-Führer rechtzeitig gestoppt werden, so etwa 50 m vor der Schadenstelle. Die S-Bahn machte also dankenswerterweise keine Probleme bei diesem Unfall, der S-Bahn-Zug wurde gegen 23.20 „zurückgezogen“, also als Falschfahrt nach Lehrter Bf. (Zeiten nur etwa) . Die Reisezugwagen wurden von der Lok getrennt und, nach dem Eintreffen einer Lok und der Bestätigung, dass die Wagen i.o.( Wagenmeister und so) waren, nach Friedrichstraße zurückgezogen. Die Reisenden verblieben im Zug. Da die Geschwindigkeit des Zuges, unmittelbar nach dem Anfahren, noch nicht hoch war, kam es zu keinen Verletzten. Warum dauerte das Bergen der 132er dann so lange? Wie immer bei Unfällen, sie passieren an den ungünstigsten Stellen. Dort ist einfach sehr wenig Platz. Mit einem Hilfszugkran – bei einer 132er sowieso nur die ganz große „Hebamme“, war da nichts zu machen. Die Lok wurde also mit dem Deutschlandgerät aufgegleist, und da sie seitlich recht weit vom Gleis weg war, musste mehrfach an und abgesetzt werden. Gegen etwa 04.00 soll sie wieder auf dem Gleis gestanden haben, und wurde abgeschleppt. Der „Rest“ der Zeit bis zur Wiederaufnahme des Verkehrs – Gleisbauarbeiten, die Lok hat sich recht ungünstig „eingewühlt“ und den Oberbau massiv durcheinandergebracht. (Übrigens – das scheint ein typisches „Verhalten“ von Entgleisungen auf dem Viadukt zu sein, ist wohl irgendwie technisch zu begründen.) Warum die recht lange Sperrung der S-Bahn ? Ganz einfach – während der Reparatur war es auf Grund der recht engen Platzverhältnisse auf dem Viadukt nicht möglich. Ach so – Arbeit für die Organe – man impliziert ja jetzt, oh, die ganzen Arbeiter auf dem Viadukt, hu – Sicherheit und so. War bei weitem nicht so wild, wie man annehmen könnte, weil – es war der schon mehrfach angesprochene Bauzug 111 , ( der aus Westberlin) der die Reparatur gemacht hat. Welcher Hilfszug im Einsatz war, weiß ich allerdings nicht.
So viel dazu – 73 Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
Stringer49 und eisenringtheo haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 17.11.2014 07:07 | nach oben springen

#2552

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 16.11.2014 10:45
von Hans | 2.166 Beiträge

Nur eine Bemerkung zu Daniels # 2550 und vorher:
Darstellung aus Sicht der Feuerwehr : http://www.feuerwehrmuseum-berlin.de/his...1986/index.html
Die Darstellung von Frau Damaschke ist ausführlicher, aber leider nicht im Net. (zumindest hab ich sie nicht gefunden) Wie zu sehen ist - die Ursache war recht schnell klar. -Zugegeben -ich mag die Strab-Kutscher-Presse nicht so, aber das ist ja nicht maßgeblich für richtig oder falsch- in dem Fall :richtig.
".. und hier ein «geheimer Zug» für die Schnapsleichen und das Strandgut des Berliner Nacht-Lebens:"
«Am 14.07.89 fand vor dem Reichstagsgebäude der 'Bal Populaire' (Feier der franz. Revolution) statt" (#2550 )
Man - bzw. ein Veranstalter, konnte schon immer Sonderzugleistungen bei der S-Bahn , oder - in diesem Fall bei der BVG bestellen. Ein Service, der zwar nicht so bekannt ist , wer mietet sich schon ne` Eisenbahn, aber der durchaus möglich war und auch genutzt wurde. Also nichts Ungewöhnliches.
Etwas ganz anderes ist der "Lumpensammler" - also die allerletzte S-Bahn von Fri. =2.10 Uhr. Der stand nicht im Kursbuch, in den Fahrplänen der S-Bahn. Wobei - 1989 war das ja schon lange die BVG.. Gedacht war dieser "Aussetzer" , also ein Zug , der als letzter ,und nur bis Zoo fuhr, und dort bis Betriebsbeginn verblieb, ursprünglich als Perser, also der Personal-Einsammler. Er war nicht unbedingt der Suffi-wegfahr-Zug - sondern eher die letzte Möglichkeit, den Bahnhof Fri zu verlassen, denn die U-Bahn fuhr da ja schon nicht mehr. Die Bahnhofspenner sollten eigentlich schon vorher weg sein - na ja, manchmal ging einer durch die Lappen. Die BVG hat , im Rahmen des Fahrplans, komischerweise diese "Tradition" beibehalten, wohl aus praktischen Erwägungen.
Ach so - Die Strab-Kutscher-Presse (das ist natürlich ein herabwürdigender Name, aber ich hab ihn nicht erfunden-stammt aus dem Museum, eben "Konkurrenz") - warum ich sie so mag : Leider - es ist ja ein Fachblatt- sehr tendenziös : " In den neuen Aushangfahrplänen der DR im Bhf. Friedrichstr. ist auch erstmals der "geheime Lumpensammler" (letzter Zug um 2.10 Uhr nach Zoo) verzeichnet.»
Blickpunkt Strassenbahn no. 1989-5, p. 7 " - siehe geheim - da fuhr die BVG schon 5 1/2 Jahre die S-Bahn durch die Landschaft - und dann " geheim". Weitere Beispiele durchaus möglich - aber hier O.T.
73 , Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
Stringer49 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#2553

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 16.11.2014 14:41
von Regina | 643 Beiträge

Zitat von icke46 im Beitrag #2536
Um aber mal wieder auf die Geisterbahnhöfe bzw. zumindest auf die Kellerbahn zurückzukommen:

Ich habe als "Füllmaterial" für eine Elektronikbestellung (um den Rabatt nutzen zu können) ein Buch mitbestellt, dass den schaurigen Titel trägt "Endstation Tod". Es handelt sich hierbei um die Schilderung von Fällen, die die Rechtsmedizin der Berliner Charite in der Hannoverschen Straße bearbeitet hat, wobei der Schwerpunkt des Buches auf Katastrophen (also Fälle mit vielen Todesopfern) liegt.

Es werden unter anderem die Flugzeugabstürze bei Königs Wusterhausen behandelt, die Zugunglücke von Langenweddingen und Lebus und eben auch Unfälle bei der Berliner U- und S-Bahn. Dort habe ich nun zum erstenmal von dem Tunneleinsturz der Nord-Süd-S-Bahn während des Baus 1935 gelesen, bei dem es 16 Todesopfer gab und eine Strassenbahn gerade noch bremsen konnte, sonst wäre sie in das sich plötzlich öffnende Loch gefahren.

Jedenfalls, ein äusserst lesenswertes "Füllmaterial" dass zudem nur 1 Euro gekostet hat. Ganz am Ende geht es auch um den Hubschrauberabsturz von Werner Lamberz in Libyen, aber so weit bin ich noch nicht.

Auf alle Fälle eine Buchempfehlung für Leser, die sich auch für die Arbeit der Rechtsmediziner interessieren.

Gruss

icke


thgomas48 war oft in der Hannov.Str. 6, war sehr interessant



nach oben springen

#2554

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 16.11.2014 14:47
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Ich habe so im Hinterkopf, dass Ende der 80er Jahre das Visum für Westberliner bis 02.00 Uhr des Folgetages gültig war. Wenn das stimmt, wie kamen die nach Hause, wenn nichts mehr fuhr?
Theo


nach oben springen

#2555

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 16.11.2014 14:50
von Lutze | 8.034 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #2554
Ich habe so im Hinterkopf, dass Ende der 80er Jahre das Visum für Westberliner bis 02.00 Uhr des Folgetages gültig war. Wenn das stimmt, wie kamen die nach Hause, wenn nichts mehr fuhr?
Theo

kann mir vorstellen,
mit dem TAXI bis zum Grenzübergang,
sollte doch möglich gewesen sein
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
nach oben springen

#2556

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 16.11.2014 14:58
von Regina | 643 Beiträge

Zitat von diefenbaker im Beitrag #2524
Zitat von Stringer49 im Beitrag #2522
...

Die Druckgenehmigungsvermerke waren vielleicht so etwas wie die IP des D.D.R.-Vor-Internet-Zeitalters


Das ist aus einem Buch mit dem Vermerk: «Zur Beachtung! Diese Fachliteratur ist nur zur Verwendung in der Deutschen Volkspolizei und den anderen Organen des Ministeriums des Innern bestimmt»

Nachtigall Horst et. al.: Materielle Beweismittel unter besonderer Berücksichtigung kriminalistischer Spuren. Teil 1. Daktyloskopie, Trassologie, Gerichtsballistik, Handschriftenuntersuchung, Dokumentenuntersuchung: Ministerium des Innern. Publikationsabteilung (Berlin-Ost), 1986 (2 edition)

(Das Buch ist eine sorgfältige Arbeit.)

Daniel




Interessantes Buch.
Die "echten" Fachbücher, besonders wenn sie nur für eine eingeschränkte Öffentlichkeit bestimmt waren, haben meist auf das übliche Rotlicht verzichtet und auch mal Einblick in Interna gegeben.
Die Begriffe Druckgenehmigung, Genehmigungsnummer und Genehmigungserteilung zeigen doch, wie viel Angst die DDR Obrigkeit vor dem gedruckten Wort hatte.
Soweit ich mich erinnere, waren alle Gerätschaften, die der Vervielfältigung von Schriften dienen konnten, auch irgendwie unter Aufsicht oder Verschluss

Gruss Wolfgang


thomas48 berichtet
Druckgenehmigung brauchte man für alles, sogar für Ettiketten von Bierflaschen, war oft beim Rat des Kreises und habe mir so eine besorgt.
Pausmaschinen, da konnte ich zum Teil ohne Aufsicht arbeiten, nur manchmal bei Arbeiten für die SED, Volkspolzei usw. habe ich die Tür abgeschlossen. Wenn ich Filme für die Schweiz angefertigt, hatte ich seltsamerweise immer Hilfe.
Das war OT



Hans hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#2557

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 16.11.2014 15:07
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #2555
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #2554
Ich habe so im Hinterkopf, dass Ende der 80er Jahre das Visum für Westberliner bis 02.00 Uhr des Folgetages gültig war. Wenn das stimmt, wie kamen die nach Hause, wenn nichts mehr fuhr?
Theo

kann mir vorstellen,
mit dem TAXI bis zum Grenzübergang,
sollte doch möglich gewesen sein
Lutze

Die Frage ist auch, wie lange die Übergänge offen waren. Laut Wiki waren alle Übergänge ab Mitternacht zu (mit Ausnahme des Ausländerüberganges Zimmerstrasse) und den Autobahngrenzübergängen zum Bezirk Potsdam. Dort verkehrten bis gegen 02.00 Uhr Busse für die Rückfahrt nach Westberlin.
Wobei, was auf Wiki steht, muss nicht stimmen. Vielleicht konnten Westberliner bis zwei Uhr ausreisen.
Theo


nach oben springen

#2558

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 16.11.2014 15:15
von Hans | 2.166 Beiträge

Malzeit, Gemeinde,....
Zu Theos Frage - stimmt Tagesaufenthaltsgenemigung ging ab 78 (?) oder wars 82 (?) bis 02.00 Uhr des Folgetages. Als das eingeführt wurde, fuhr die letzte -Plan -S-Bahn 02.20 ab Fri. Und der Lumpensammler eben noch später. ( so 02.35) Da war es kein Problem, diese noch zu bekommen, wenn man 02.00 in der Ausreise war. Nachts war ja wenig los. Etwas problematischer wurde es , als nach BVG-Fahrplan gefahren wurde. Da mußte sich der Reisende schon beeilen. Wobei - die große Masse der TAG -er war so gegen 01.00 Uhr durch. Hat wohl auch was damit zu tun, das die Bürgersteige im Ostteil Berlins so gegen 0.00 hochgeklappt wurden, damit sie nicht nass werden, wenns regnet.Bekannte Ausnahmen berücksichtige ich mal nicht.
Ansonsten - wir hatten einen "Wartesaal" - na ja , eher "Raum" fur gaanz langsame. Und - laut Wiki ist so ne Sache - frag mal nach der Anzahl der Grenzübergänge innerhalb Berlins - und dann zähle mal. Die "Öffnungszeiten" für Fri dort sind definitiv falsch.Auch wenn man die zeitbedingten Unterschiede - alles ändert sich ja im Laufe der Zeit, berücksichtigt.
73, Hans
Ach so : Kursbuch : Q: Kursbuch 83/84 Winter.
ganz unten , der letzte. H.


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
zuletzt bearbeitet 16.11.2014 17:30 | nach oben springen

#2559

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 16.11.2014 19:51
von Hans | 2.166 Beiträge

( Am) Abend, Gemeinde,….
Befassen wir uns mit der „Zweiten Hand“. Fehlt ja noch, und –komisch –keiner hat`s kommentiert. Dabei – glaub ich mal – wollte der Daniel genau das. (Richtig ????) #2546
Allzu viel hab ich damals gar nicht mitbekommen,Theos Hinweis- nie gehört,das das der Grund sein soll. Also nur der Versuch, einen Überblick zu geben. Da fuhren also S-Bahnen mit Außenreklame rum. Und die DDR war dagegen. Na ja, Mike Straschewski, wohl anerkannter Experte auf dem Gebiet S-Bahn, sieht es etwas anders anders.
http://www.stadtschnellbahn-berlin.de/fa...rbung/index.php
Zitat :„Bei der Westberliner Bevölkerung kam die Außenwerbung zum Teil schlecht an, es hagelte Kritik - obwohl doch im Berliner Stadtbild Busse und U-Bahnen seit Jahrzehnten für all die wichtigen und unwichtigen Dinge des Lebens warben. Äußerungen des Mißfallens erreichten die BVG auch aus Ostberlin, hier nahm man Anstoß an der Reklame für das Anzeigenblatt "Zweite Hand". Unter Eisenbahnfreunden kursierte der Spott, das man mit der Werbung für die "Zweite Hand" richtig läge, schließlich wären ja die Züge im Januar 1984 aus zweiter Hand übernommen wurden. Die DR (und somit Ostberlin) zeigten sich darüber verstimmt, die BVG mochte sich keiner weiteren Konfrontation entgegenstellen und entfernte bis Ende Juli 1986 diese Außenwerbung an den betroffenen 15 Viertelzügen [4].“ (Zit. Ende)
Natürlich gab und gibt es Leute, die das gaaaanz anders sehen als Mike, zum Beispiel diese:
http://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?17,5705704
Nun ja, soll`s ja geben. Obwohl da so mancher eben übertreibt und nicht aus seinem Kästchen kommt. Erhalten hat sich das: Herr Kurpjuweit schreibt da am Rande zum Thema:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/bvg-tr...en/8661442.html
Nicht am Titel stutzen bitte, es geht um was anderes, um Reklame !
Die Einschätzung des „Ereignisses“ aus heutiger Sicht geht meiner Meinung nach ins Lächerliche, weil –eigentlich hatten die BVG und auch die DR (meinetwegen auch noch ein D) damals ganz andere Probleme zu lösen.
Soviel zu diesem, hochwichtigen Ereignis. Ein gutes hat die Reklamesache aber. Man kann anhand der verwanden Reklame Fotos aus dem S-Bahn-Bereich sehr gut zeitlich einordnen. Die „ATALA-Züge“ zum Beispiel . Freundlicherweise wurde diese Reklame im November 89 angebracht – wer also ein Geheimfoto von Friedrichstraße mit einem Atala-Zug findet – ätsch – Nachwende. So hat Reklame eben auch ihr Gutes.
73, Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
Stringer49 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#2560

RE: Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn

in Leben an der Berliner Mauer 16.11.2014 22:41
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Hier war mal die Rede von den "Tausendtüren" Zügen. Am Anfang dieses Filmes sieht man einen solchen Zug.
http://www.veoh.com/watch/v44886743hbB9aFDN
Theo


nach oben springen


Ähnliche Themen Antworten/Neu Letzter Beitrag⁄Zugriffe
Eigene vorübergehende Festnahme in der S-Bahn (bei Potsdam)
Erstellt im Forum Mein Leben als DDR Grenzsoldat von Cambrino
11 26.07.2016 00:40goto
von StabsfeldKoenig • Zugriffe: 1532
"Salut, Roter Oktober!" oder: Wie man preiswert nach Berlin kam
Erstellt im Forum Leben in der DDR von Thüringerin
33 29.12.2014 18:50goto
von Freienhagener • Zugriffe: 1889
Brandanschlage auf Bahnanlagen in Berlin
Erstellt im Forum Themen vom Tage von GZB1
50 05.11.2011 08:34goto
von Stabsfähnrich • Zugriffe: 3160
Frage zum Transitverkehr per Bahn und zum Tagesaufenthalt in Berlin (Ost)
Erstellt im Forum Fragen und Antworten zur Berliner Mauer von mabebi0608
25 23.10.2013 16:59goto
von West_Tourist • Zugriffe: 5698
Die S-Bahn-Fahrkarte in die Freiheit
Erstellt im Forum Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer von Angelo
3 30.08.2010 08:51goto
von Zaunkönig • Zugriffe: 3710
Berliner Geisterbahnhof S-Bahnhof Potsdamer Platz - November 1989
Erstellt im Forum Leben an der Berliner Mauer von Angelo
14 04.02.2014 20:13goto
von rei • Zugriffe: 5320
Eine Fahrt mit der Berliner U-Bahn durch die Geisterbahnhöfe von Ost berlin
Erstellt im Forum Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze von Angelo
29 22.09.2011 15:57goto
von StabsfeldKoenig • Zugriffe: 22408
Eine Fahrt mit der West-Berliner S-Bahn entlang der Mauer 1990 Teil 2
Erstellt im Forum Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze von Angelo
3 27.04.2009 08:40goto
von Grete85 • Zugriffe: 3891

Besucher
20 Mitglieder und 52 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: gerhard
Besucherzähler
Heute waren 889 Gäste und 84 Mitglieder, gestern 3956 Gäste und 189 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14369 Themen und 557950 Beiträge.

Heute waren 84 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen