#1

Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 14.08.2013 23:13
von Moskwitschka (gelöscht)
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In der nächsten Zeit stehen bei uns in der Familie einige runde Geburtstage an. Was schenkt man - eine immer wiederkehrende Frage. Ich habe mir nun überlegt Wein aus der DDR - Vergangenheit zu verschenken. Doch welchen? Und gibt es ihn heute noch im Handel?

Damals standen Flaschen aus Ungarn, Bulgarien und Rumänien in den Regalen oder als Bückware im Konsum. Heute werde ich wohl eher tief in die Tasche greifen müssen, oder?

Ich freue mich über jeden Tipp, der dem damaligen Geschmack nahe kommt.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 14.08.2013 23:14 | nach oben springen

#2

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 14.08.2013 23:20
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Murfatlar und Cotnari, schwarze Mädchentraube.....alle lecker


xxx
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#3

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 14.08.2013 23:21
von Marienborn89 | 883 Beiträge

Die Weinanbaugebiete Sachsen oder Saale-Unstrut sind doch bekannt und haben eine jahrhundertelange Tradition. Auch zu DDR-Zeiten müsste da auf jeden Fall Wein angebaut worden sein?! Das sollte jedenfalls kein Problem sein, aus der Region Wein zu bekommen!


Und sperrt man mich ein
im finsteren Kerker,
das alles sind rein
vergebliche Werke;
denn meine Gedanken
zerreißen die Schranken
und Mauern entzwei:
die Gedanken sind frei
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#4

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 14.08.2013 23:22
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von silberfuchs60 im Beitrag #2
Murfatlar und Cotnari, schwarze Mädchentraube.....alle lecker


Wermutwein war auch süffig....mit einem Schuss Zitrone....lecker, aber Vorsicht.......


xxx
zuletzt bearbeitet 14.08.2013 23:24 | nach oben springen

#5

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 14.08.2013 23:23
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Gab es damals überhaupt Weine aus Sachsen und von Saale-Unstrut im normalen Handel zu kaufen?
Kann mich nur an die Import-Gesöffe erinnern wie Eselsmilch u. Co.
Die guten heimischen gingen sicherlich in den Export.


zuletzt bearbeitet 14.08.2013 23:24 | nach oben springen

#6

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 14.08.2013 23:27
von icke46 | 2.593 Beiträge

Ich bin ja nun Biertrinker - aber für die schwarze Mädchentraube werde ich gelegentlich untreu.
Hat mich ernsthaft erstaunt, weil ich Wein im allgemeinen gar nichts abgewinnen kann.

Gruss

icke



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#7

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 14.08.2013 23:28
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Marienborn89 im Beitrag #3
Die Weinanbaugebiete Sachsen oder Saale-Unstrut sind doch bekannt und haben eine jahrhundertelange Tradition. Auch zu DDR-Zeiten müsste da auf jeden Fall Wein angebaut worden sein?! Das sollte jedenfalls kein Problem sein, aus der Region Wein zu bekommen!


Aus der Region standen selten Weine in den Regalen der Kaufhallen. Weine aus der Region Saale - Unstrut habe ich zum ersten Mal im Jahr 2000 getrunken. Und meine liebe "bucklige Verwandschaft" Jahrgang 1930 aufwärts ereinnert sich auch eher an Rosentaler Kadarka. Und erst recht die nach 1950 geborenen.

LG von der grenzgaengerin


silberfuchs60 und schulzi haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#8

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 14.08.2013 23:32
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #7
Zitat von Marienborn89 im Beitrag #3
Die Weinanbaugebiete Sachsen oder Saale-Unstrut sind doch bekannt und haben eine jahrhundertelange Tradition. Auch zu DDR-Zeiten müsste da auf jeden Fall Wein angebaut worden sein?! Das sollte jedenfalls kein Problem sein, aus der Region Wein zu bekommen!


Aus der Region standen selten Weine in den Regalen der Kaufhallen. Weine aus der Region Saale - Unstrut habe ich zum ersten Mal im Jahr 2000 getrunken. Und meine liebe "bucklige Verwandschaft" Jahrgang 1930 aufwärts ereinnert sich auch eher an Rosentaler Kadarka. Und erst recht die nach 1950 geborenen.

LG von der grenzgaengerin




...stimmt grenzgaengerin, den hatte ich vergessen....das gab leckeren Glühwein


xxx
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#9

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 14.08.2013 23:37
von Marienborn89 | 883 Beiträge

Zitat


Die Winzer an Saale und Unstrut kannten keine Absatzprobleme. Sie produzierten zu geringe Mengen für den DDR-Markt. Experten gehen davon aus, dass nicht einmal zwei Prozent des Weinbedarfs der DDR mit einheimischen Erzeugnissen gedeckt werden konnten. Denn in den Fünfzigerjahren wurde beispielsweise im Thüringer Saaletal nur noch auf drei Hektar Fläche Weinanbau betrieben. Aber auch im restlichen Gebiet von Saale und Unstrut kam es zu einem Stillstand, die gesamte Rebfläche blieb unter 200 Hektar.

Erst nach einem Ministerratsbeschluss von 1963 wurden neue Flächen für den Weinanbau ausgewiesen, um der wachsenden Nachfrage besser gerecht zu werden. Wer einen Tropfen von Saale oder Unstrut genießen wollte, musste gleichwohl Glück haben. In den normalen HO-Läden war er nicht zu finden. Wenn überhaupt, dann in Delikat-Läden oder in Interhotels sowie ab und zu an einem Getränkestand. Denn die Genossenschaften durften den Verkauf nicht selbst übernehmen. Rudolf Knoll, Wein-Fachjournalist aus der Bundesrepublik, bereiste 1984 erstmals das Weinbaugebiet Saale-Unstrut und stellte erstaunt fest: "Ich erfuhr, dass der Verkauf an Privatleute, auch an zahlungskräftige Besucher aus dem Westen, strafbar war. Sämtliche Weine wurden via Berlin verteilt und zugeteilt."



aus: http://www.mdr.de/damals/weinbau130_page-2_zc-ad1768d3.html


Und sperrt man mich ein
im finsteren Kerker,
das alles sind rein
vergebliche Werke;
denn meine Gedanken
zerreißen die Schranken
und Mauern entzwei:
die Gedanken sind frei
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#10

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 14.08.2013 23:48
von Moskwitschka (gelöscht)
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Da fällt mir die Weinkellerei Friedrichshain ein. Ich weiß nicht mehr wie oft ich daran vorbeigefahren oder gelaufen bin.

Von 1952 bis Anfang der 90er Jahre diente das Gelände dem staatlichen Getränke­kontor als VEB Weingroßkellerei. Hier wurden Wein, Sekt und Spirituosen gelagert und abgefüllt, bis zu 100.000 Flaschen am Tag, von Krimsekt über den begehrten Ro­sen­thaler Kadarka bis

Mira­maro-Wer­mut. Außerdem war im Kel­ler­ge­wöl­be eine Probierstube ein­ge­rich­tet, in der die Ostberliner gern einkehrten und wo auch Prominente wie Manfred Krug oder Costa Cordalis anständig becherten.


http://www.friedrichshainer-chronik.de/H...Weinkeller.html

LG von der grenzgaengerin


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#11

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 14.08.2013 23:59
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Zitat
Gab es damals überhaupt Weine aus Sachsen und von Saale-Unstrut im normalen Handel zu kaufen?
Kann mich nur an die Import-Gesöffe erinnern wie Eselsmilch u. Co.
Die guten heimischen gingen sicherlich in den Export.


Hallo Grenzwolf,

da ist wieder die Frage: Was ist der "normale Handel"? In den Warenhäusern gab es solche Weine kaum. Hin und wieder mal, aber tatsächlich selten. In Delikatläden gab es die Saale-Unstrutweine und auch die Meißner Weine gelegentlich, obwohl ich sie da eher als Ladenhüter in Erinnerung habe. Es gab aber auch ausgewiesene Fachgeschäfte für Wein, wo diese Weine definitiv im Angebot waren. In Leipzig befand sich ein solches Geschäft in der Petersstraße gleich neben dem Kino "Capitol". Damals, Anfang der 80er, wusste ich die DDR-Weine noch nicht zu schätzen. Ich lernte da gerade Burgenländische, Slowakische und Portugiesische Weine schätzen, die es in dieser Weinhandlung gab.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#12

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 15.08.2013 00:03
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Ich kann mich neben Eselsmilch nur noch an Bärenblut erinnern, der soll heute in Bulgarien für 1,20 € über den Ladentisch gehen.
Bärenblut war Rotwein und schmeckte ganz gut und es gab ihn auch immer.
Eine gute Idee, Vergangenheit zu verschenken, aber Vorsicht mit dem Geist aus der Flasche.



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#13

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 15.08.2013 00:17
von Fritze (gelöscht)
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Ich habe damals alles konsumiert was der Handel so hergab . Aber heute kann ich den damaligen Sorten nix mehr abgewinnen . Der Kadarkar schmeckt doch wie Pennerwein ! Selbst meine Lieblinge Murfatlar und Cotnari kann ich heut nicht mehr trinken !


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#14

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 15.08.2013 00:27
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Nimm lieber dieses hervorragende Tröpfchen, war gerade in Arbeit, super lecker , und für 20 Eus ein gutes Geschenk.


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#15

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 15.08.2013 00:39
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Hackel39 im Beitrag #12

Eine gute Idee, Vergangenheit zu verschenken, aber Vorsicht mit dem Geist aus der Flasche.


Nicht mein Problem. Ich mach mich rechtzeitig vom Acker.

Aber mal anders in Erinnerungen zu schwelgen ist es mir schon wert.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 15.08.2013 00:42 | nach oben springen

#16

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 15.08.2013 08:03
von Kurt | 933 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #13
Ich habe damals alles konsumiert was der Handel so hergab . Aber heute kann ich den damaligen Sorten nix mehr abgewinnen . Der Kadarkar schmeckt doch wie Pennerwein ! Selbst meine Lieblinge Murfatlar und Cotnari kann ich heut nicht mehr trinken !



Hallo Fritze,

Rosenthaler Kadarka war doch der Klassiker. Den gab es flächendeckend. Ich selbst mache mir nicht so viel aus Wein. Da kann ich zu den Unterschieden nicht viel beitragen. Aber er soll ja dem Beschenkten schmecken.

Viele Grüße,

Kurt


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#17

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 15.08.2013 08:06
von utkieker | 2.920 Beiträge

Das jüngste anerkannte Weinanbaugebiet, ist das von Schloß Rattey (bei Neubrandenburg) und wird von Weinkennern als Geheimtipp empfohlen. Ansonsten denke ich ist der Sachsenwein aus Meissen begehrt. Tja Meissen hat nicht nur gutes Porzelan zu bieten, sondern auch einen spritzigen Weißwein, wie wäre es mit Schloß Wackerbarth?

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#18

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 15.08.2013 08:07
von Kurt | 933 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #1
In der nächsten Zeit stehen bei uns in der Familie einige runde Geburtstage an. Was schenkt man - eine immer wiederkehrende Frage. Ich habe mir nun überlegt Wein aus der DDR - Vergangenheit zu verschenken. Doch welchen? Und gibt es ihn heute noch im Handel?

Damals standen Flaschen aus Ungarn, Bulgarien und Rumänien in den Regalen oder als Bückware im Konsum. Heute werde ich wohl eher tief in die Tasche greifen müssen, oder?

Ich freue mich über jeden Tipp, der dem damaligen Geschmack nahe kommt.

LG von der grenzgaengerin


Hallo grenzgaengerin,

Ich erinnere mich an einen Muskatwein von der Krim. Der hieß Massandra (wie der gleichnamige Ort) und war recht süß und schwer.

Viele Grüße,

Kurt


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#19

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 15.08.2013 08:17
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Kurt im Beitrag #16
Zitat von Fritze im Beitrag #13
Ich habe damals alles konsumiert was der Handel so hergab . Aber heute kann ich den damaligen Sorten nix mehr abgewinnen . Der Kadarkar schmeckt doch wie Pennerwein ! Selbst meine Lieblinge Murfatlar und Cotnari kann ich heut nicht mehr trinken !



Hallo Fritze,

Rosenthaler Kadarka war doch der Klassiker. Den gab es flächendeckend. Ich selbst mache mir nicht so viel aus Wein. Da kann ich zu den Unterschieden nicht viel beitragen. Aber er soll ja dem Beschenkten schmecken.

Viele Grüße,

Kurt


Welche Fläche ist Dir denn da in Erinnerung?

Neben dem 'Rosenthaler' gab es noch so ein süßes Gesöff, hieß glaube 'Klostergeflüster'
Beide Sorten waren auch als Schlüpferstürmer oder Dosenöffner bekannt .......

Wenn man ganz großes Glück hatte, zur richtigen Zeit am richtigem Ort und das war wohl in diesem Fall Berlin, konnte man diese Sorten im Einzelhandel erwischen, in einer ganz normalen Kaufhalle (Supermarkt)

Ansonsten, was war das gängige Angebot?
An ungarische Weißweine, rumänische Rotweine kann ich mich noch erinnern.
Beides aus heutiger Sicht nicht so tolle Weine, entweder zu süß oder was Einen von den Rumänen betrifft, sehr, sehr trocken ......

Meißen, Saale-Unstrut; man wußte davon, ich kannte sogar jemanden der solchen Wein damals auch getrunken hat (selten) aber das ich mal ......, keine Erinnerung .....

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

Diskus303 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#20

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 15.08.2013 08:19
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #5
Gab es damals überhaupt Weine aus Sachsen und von Saale-Unstrut im normalen Handel zu kaufen?
Kann mich nur an die Import-Gesöffe erinnern wie Eselsmilch u. Co.
Die guten heimischen gingen sicherlich in den Export.




Guten Morgen,

die Produktion war viel zu gering um für Export interessant zu sein. Zum anderen qualitativ absolut nicht konkurrenzfähig.
Hat sich nach der Kehre sehr geändert . Top Qualität zu annehmbaren Preisen. Allerdings kein Schnäppchen.
Ich hatte ein paar Kumpels mit kleinen Weinbergen und habe ab und an mal ein paar Flaschen abgreifen können.
Im Deli gab es auch manchmal Unstrutlagenwein.


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