#41

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 15.08.2013 22:15
von Fritze (gelöscht)
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Ich kann mich speziell noch an ein Sangria-Pansch-gesöff für 9,70 Mark der Liter erinnern . Die Plürre ging weg wie warme Semmeln und war nicht überall zu bekommen . Den musste ich immer meinen Freunden in Eisenach mitbringen ,genau wie Pfeffi .


zuletzt bearbeitet 15.08.2013 22:15 | nach oben springen

#42

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 15.08.2013 22:19
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Lutze im Beitrag #39
Brotwein kenne ich noch,
ein verbotenes Getränk,
wirklich nicht zu empfehlen
Lutze


Lutze, im Knast gekeltert?


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#43

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 16.08.2013 03:58
von schulzi | 1.765 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #39
Brotwein kenne ich noch,
ein verbotenes Getränk,
wirklich nicht zu empfehlen
Lutze

Oh je Lutze ,ich bin etwas "entäuscht" von Dir den das Zeug ist ja das aller letzte na ja wenns Punkte bringt.


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#44

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 16.08.2013 05:16
von West_Tourist (gelöscht)
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #1
In der nächsten Zeit stehen bei uns in der Familie einige runde Geburtstage an. Was schenkt man - eine immer wiederkehrende Frage. Ich habe mir nun überlegt Wein aus der DDR - Vergangenheit zu verschenken. Doch welchen? Und gibt es ihn heute noch im Handel?

Damals standen Flaschen aus Ungarn, Bulgarien und Rumänien in den Regalen oder als Bückware im Konsum. Heute werde ich wohl eher tief in die Tasche greifen müssen, oder?

Ich freue mich über jeden Tipp, der dem damaligen Geschmack nahe kommt.

LG von der grenzgaengerin


Damals in det DDR, zb. Bulgarischer Rotwein mit Namen Kamin und Klosterfeuer. Den gibts hier zb. Rewe, Kaufland usw als Rosenthaler Kadarka. Halbtrocken und Suess. Ebenso Rumaenische Maedchentraube Muraflatar Rotwein Suess bezw. halbtrocken. Die Flasche kaum mehr wie 3.99-4.99 Euro. Trinkbar auch zb. fuer 2.99-3.99 Euro, zb. Mazedonischer Kadarka oder Rosewein.

Wuerrtemberger Wein sowieso Top. Trollinger, Weissherbst, Riesling , Spaetburgunder usw. An den haengen des Neckartals waechst guter Wein. Kauf lieber den. lohnt sich.


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#45

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 16.08.2013 08:53
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Hier fiel mal kurz die Bemerkung 'Wein selbst gemacht' ........

Ob es nun am "reichhaltigem" Angebot lag oder ob es damals so üblich war, jedenfalls stellten meine Eltern in 50ger und 60gern ebenfalls selber Wein her.
Zwei Weinballons a 20 Liter, Gärröhrchen ,Weinhefe, irgendwelche "Knete" zum abdichten, Schwefelstäbchen zum sterilisieren? des Weinballons waren vorhanden bwz. wurden besorgt.
Kleinere Weinballons waren auch noch da, denn irgendwann mußte der Wein umgefüllt werden ...... und in Flaschen war zu mühselig.

Bevor der Wein angesetzt wurde stand die Entscheidung aus welchen Grundstoff wird er gemacht!
Meist wurde Obstwein angesetzt, Johannisbeere-, Sauerkirsche oder meine "Lieblingsfrucht": Hagebutten ...... ließen sich am blödesten pflücken und bearbeiten ......
Es wurde auch experimentiert und mal Reiswein hergestellt, echter Knaller wenn ich da an die Verkostung denke ......, ich nicht! aber meine Eltern + Freunde
Brotwein wurde auch mal gemacht, war aber nicht so toll. Jedenfalls wurde er nie wieder gemacht.

Zu meinem Leidwesen wurde am liebsten der Hagebuttenwein getrunken und für die Maische wurden dafür mehrere Kilo gebraucht ......., alles selbst gesammelt ......
Der Alkoholgehalt war bestimmt auch heftig aber wie genau er war weiß ich nicht mehr ......

Irgendwann ab Beginn der siebziger Jahre wurde die private Weinproduktion eingestellt und das dafür benötigte Equipment entsorgt ......

Also wäre doch als Alternative zum schenken ein selbstgemachter Wein ......
Dieses selbstgemachte, Manufakturing wie es wohl jetzt heißt, ist doch voll im Trend und alles kocht Marmelade, weckt Obst und Gemüse ein, warum auch nicht wieder Wein selber machen?

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

turtle und Hackel39 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#46

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 16.08.2013 09:22
von GKUS64 | 1.613 Beiträge

Hallo erstmal,

Ich erinnere mich gerade an eine Wein-Episode aus meiner frühen Jugend (20J):
Mit einem hübschen Mädchen wollte ich in einem kleinen Tanzlokal einen gemütlichen Abend verbringen. Ich bestellte eine Flasche „Armenischer Dessert“ ohne zu wissen, was der anrichten kann. Nach ein paar Gläsern wurde mir spei-übel und ich musste Hals über Kopf aus dem Saal zur Toilette rennen, sehr sehr unangenehm. Ich habe den Abend doch noch mit komischem Geschmack zu Ende gebracht, er sollte aber anders enden.

Drum merke Dir: wähle immer die richtigen Getränke
(und natürlich auch die richtige Frau).

MfG

GKUS64 (ich trinke nur noch trockenen französischen Rotwein, auch den unter 5,00 € !!)


zuletzt bearbeitet 16.08.2013 09:36 | nach oben springen

#47

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 16.08.2013 09:45
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Als überall die Gärröhrchen blubberten wurde auch Reiswein gemacht.
Das war so ein fürchterliches Zeug,für mich jedenfalls, kennt das noch jemand?


schulzi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#48

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 16.08.2013 10:05
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #45
Hier fiel mal kurz die Bemerkung 'Wein selbst gemacht' ........

Ob es nun am "reichhaltigem" Angebot lag oder ob es damals so üblich war, jedenfalls stellten meine Eltern in 50ger und 60gern ebenfalls selber Wein her.
Zwei Weinballons a 20 Liter, Gärröhrchen ,Weinhefe, irgendwelche "Knete" zum abdichten, Schwefelstäbchen zum sterilisieren? des Weinballons waren vorhanden bwz. wurden besorgt.
Kleinere Weinballons waren auch noch da, denn irgendwann mußte der Wein umgefüllt werden ...... und in Flaschen war zu mühselig.

Bevor der Wein angesetzt wurde stand die Entscheidung aus welchen Grundstoff wird er gemacht!
Meist wurde Obstwein angesetzt, Johannisbeere-, Sauerkirsche oder meine "Lieblingsfrucht": Hagebutten ...... ließen sich am blödesten pflücken und bearbeiten ......
Es wurde auch experimentiert und mal Reiswein hergestellt, echter Knaller wenn ich da an die Verkostung denke ......, ich nicht! aber meine Eltern + Freunde
Brotwein wurde auch mal gemacht, war aber nicht so toll. Jedenfalls wurde er nie wieder gemacht.

Zu meinem Leidwesen wurde am liebsten der Hagebuttenwein getrunken und für die Maische wurden dafür mehrere Kilo gebraucht ......., alles selbst gesammelt ......
Der Alkoholgehalt war bestimmt auch heftig aber wie genau er war weiß ich nicht mehr ......

Irgendwann ab Beginn der siebziger Jahre wurde die private Weinproduktion eingestellt und das dafür benötigte Equipment entsorgt ......

Also wäre doch als Alternative zum schenken ein selbstgemachter Wein ......
Dieses selbstgemachte, Manufakturing wie es wohl jetzt heißt, ist doch voll im Trend und alles kocht Marmelade, weckt Obst und Gemüse ein, warum auch nicht wieder Wein selber machen?

Gruß
Nostalgiker






Besten Dank für die Präzisierung, das Stichwort Hagebutten weckt eine kleine Erinnerung an meine Kindheit.
Da war ja immer auch Hilfe im Haushalt, Garten, Einkaufen angesagt, oft mußte ich mir seine Angelausflüge erkämpfen wobei die Hagebuttensträucher am Hausgewässer alle Türen öffneten.
Mit dem Versprechen, einen Beutel voll mitzubringen, wurde so mancher zusätzliche Ansitz erschlichen und mit Hilfe der Kumpels ging es dann ganz fix, wobei das zu Hause natürlich anders dargestellt wurde, von wegen "wenig Früchte", "schwer zugänglich" usw. und ein Teil davon brauchten wir ja noch als Juckpulver für die nervige Banknachbarin in der Schule (mußte aber aufgemacht werden, bevor es ins Genick gesteut werden konnte).
Aber es gab immer viel Lob, wenn ich das Zeug anschleppte umso mehr da ich überhaupt kein Interesse hatte, so etwas zu probieren auch mit 14-15 Jahren noch nicht.
Ein anderer Mitstreiter von damals hatte auch solche Hobbyweinproduzenten in der Familie, die hatten ihren ganzen Garten mit Johannisbeersträuchern umstellt und wenn da Erntekampagne war, hat der Ingo mir immer richtig leid getan, der war da voll integriert aber so hatte jeder sein Päckchen zu tragen.
Dabei kann ich mich noch erinnern, daß unsere beiden Familien immer mal Flaschen getauscht hatten im Kurs 1:1, wobei wir selbst auch zwei Sträucher schwarze Johannesbeeren hatten, der wurde aber wiederum mit Schachtschnaps versetzt, wie das funktionierte weiß ich aber auch blos nicht.
Ich kann es nur aus der Perspekive der "minderjährigen Zulieferindustrie" schildern.



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#49

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 16.08.2013 11:52
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Hallo in die Runde,

nachdem es hier neben dem in der DDR käuflichen Wein inzwischen auch um die Selbstherstellung geht, möchte ich noch eine kleine Erinnerung beisteuern:
Es war so mitte der 80er Jahre, als ich irgendwo einen alten Weinballon fand, in einer Drogerie auch Gärröhrchen, Korken und Weinhefe bekam.
Aus irgenwelcher Nachbarschft ein paar Kilo Sauerkirschen abgestaubt und das Ganze mit Wasser, etwas Zucker und Hefe angesetzt.
Wochen später blubberte es im Röhrchen.
Die entstandene Menge Wein schien bescheiden für die Mühe - also Wasser und Zucker nachgefüllt. Es blubberte weiter.
Das Anreichern mit Wasser und Zucker habe ich noch paar mal wiederholt, bis ich etwa 3/4 des Ballons voll hatte.
Das Blubbern im Röhrchen verebbte langsan, ich nahm die ersten Kostproben.
Was soll ich sagen: Es war ein recht kräftiges Gebräu entstanden, welches durchaus berauschende Wirkung zeigte.
Über Nebenwirkungen (Methanol-Anteil) habe ich mir damals noch keine Gedanken gemacht.
Heute würde ich da etwas überlegter herangehen.

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
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#50

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 16.08.2013 12:35
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Jobnomade im Beitrag #49
Hallo in die Runde,

nachdem es hier neben dem in der DDR käuflichen Wein inzwischen auch um die Selbstherstellung geht, möchte ich noch eine kleine Erinnerung beisteuern:
Es war so mitte der 80er Jahre, als ich irgendwo einen alten Weinballon fand, in einer Drogerie auch Gärröhrchen, Korken und Weinhefe bekam.
Aus irgenwelcher Nachbarschft ein paar Kilo Sauerkirschen abgestaubt und das Ganze mit Wasser, etwas Zucker und Hefe angesetzt.
Wochen später blubberte es im Röhrchen.
Die entstandene Menge Wein schien bescheiden für die Mühe - also Wasser und Zucker nachgefüllt. Es blubberte weiter.
Das Anreichern mit Wasser und Zucker habe ich noch paar mal wiederholt, bis ich etwa 3/4 des Ballons voll hatte.
Das Blubbern im Röhrchen verebbte langsan, ich nahm die ersten Kostproben.
Was soll ich sagen: Es war ein recht kräftiges Gebräu entstanden, welches durchaus berauschende Wirkung zeigte.
Über Nebenwirkungen (Methanol-Anteil) habe ich mir damals noch keine Gedanken gemacht.
Heute würde ich da etwas überlegter herangehen.

Gruss Hartmut


Kann beim Vergären überhaupt Methanol entstehen?
Dachte das kann nur beim Brennen passieren.
Beim Weinbasteln hat man sich da gar keine Gedanken gemacht.
Mein Opa brannte selber noch Schnaps, der hat irgendwie so eine Brennprobe gemacht, an der Flamme kann man glaube ich sehen ob es zu Methanol gekippt ist.
Ich hab dann lieber mit Prima-Sprit feinste Liköre gebraut
Den Prima-Sprit gab es dann doch irgendwann auch nicht mehr zu kaufen.
Wieviel hatte der Prozente, 99?


zuletzt bearbeitet 16.08.2013 12:44 | nach oben springen

#51

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 16.08.2013 12:57
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #50
Zitat von Jobnomade im Beitrag #49
Hallo in die Runde,

nachdem es hier neben dem in der DDR käuflichen Wein inzwischen auch um die Selbstherstellung geht, möchte ich noch eine kleine Erinnerung beisteuern:
Es war so mitte der 80er Jahre, als ich irgendwo einen alten Weinballon fand, in einer Drogerie auch Gärröhrchen, Korken und Weinhefe bekam.
Aus irgenwelcher Nachbarschft ein paar Kilo Sauerkirschen abgestaubt und das Ganze mit Wasser, etwas Zucker und Hefe angesetzt.
Wochen später blubberte es im Röhrchen.
Die entstandene Menge Wein schien bescheiden für die Mühe - also Wasser und Zucker nachgefüllt. Es blubberte weiter.
Das Anreichern mit Wasser und Zucker habe ich noch paar mal wiederholt, bis ich etwa 3/4 des Ballons voll hatte.
Das Blubbern im Röhrchen verebbte langsan, ich nahm die ersten Kostproben.
Was soll ich sagen: Es war ein recht kräftiges Gebräu entstanden, welches durchaus berauschende Wirkung zeigte.
Über Nebenwirkungen (Methanol-Anteil) habe ich mir damals noch keine Gedanken gemacht.
Heute würde ich da etwas überlegter herangehen.

Gruss Hartmut


Kann beim Vergären überhaupt Methanol entstehen?
Dachte das kann nur beim Brennen passieren.
Beim Weinbasteln hat man sich da gar keine Gedanken gemacht.
Mein Opa brannte selber noch Schnaps, der hat irgendwie so eine Brennprobe gemacht, an der Flamme kann man glaube ich sehen ob es zu Methanol gekippt ist.
Ich hab dann lieber mit Prima-Sprit feinste Liköre gebraut
Den Prima-Sprit gab es dann doch irgendwann auch nicht mehr zu kaufen.
Wieviel hatte der Prozente, 99?




Hallo Grenzwolf,

der Primasprit hatte so ca. 95 % Alkohol (nicht 99 % - das verwechselst Du mit den Wahlergebnissen ).
Haben wir Dorfkonsum in der Rhön gekauft und dann ca. 1:3 mit Cola gemischt.
Bewährte Grenzer-Medizin gegen Schlafrhytmus-Störungen -- so klappte das einigermassen mit der Friedenswacht.

Als Grundlage für die Liköre (im Hause der Eltern) haben wir immer Bergmannsfusel ("Kumpeltod") genommen (ca. 35 % Alk-Anteil) - den müsstest Du doch auch noch kennen. Men Vater bekam Bezugsmarken - 1 Liter pro Monat - das Zeug konnten wir in der Menge gar nicht verbrauchen !

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
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#52

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 16.08.2013 13:28
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Jobnomade im Beitrag #51
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #50
Zitat von Jobnomade im Beitrag #49
Hallo in die Runde,

nachdem es hier neben dem in der DDR käuflichen Wein inzwischen auch um die Selbstherstellung geht, möchte ich noch eine kleine Erinnerung beisteuern:
Es war so mitte der 80er Jahre, als ich irgendwo einen alten Weinballon fand, in einer Drogerie auch Gärröhrchen, Korken und Weinhefe bekam.
Aus irgenwelcher Nachbarschft ein paar Kilo Sauerkirschen abgestaubt und das Ganze mit Wasser, etwas Zucker und Hefe angesetzt.
Wochen später blubberte es im Röhrchen.
Die entstandene Menge Wein schien bescheiden für die Mühe - also Wasser und Zucker nachgefüllt. Es blubberte weiter.
Das Anreichern mit Wasser und Zucker habe ich noch paar mal wiederholt, bis ich etwa 3/4 des Ballons voll hatte.
Das Blubbern im Röhrchen verebbte langsan, ich nahm die ersten Kostproben.
Was soll ich sagen: Es war ein recht kräftiges Gebräu entstanden, welches durchaus berauschende Wirkung zeigte.
Über Nebenwirkungen (Methanol-Anteil) habe ich mir damals noch keine Gedanken gemacht.
Heute würde ich da etwas überlegter herangehen.

Gruss Hartmut


Kann beim Vergären überhaupt Methanol entstehen?
Dachte das kann nur beim Brennen passieren.
Beim Weinbasteln hat man sich da gar keine Gedanken gemacht.
Mein Opa brannte selber noch Schnaps, der hat irgendwie so eine Brennprobe gemacht, an der Flamme kann man glaube ich sehen ob es zu Methanol gekippt ist.
Ich hab dann lieber mit Prima-Sprit feinste Liköre gebraut
Den Prima-Sprit gab es dann doch irgendwann auch nicht mehr zu kaufen.
Wieviel hatte der Prozente, 99?




Hallo Grenzwolf,

der Primasprit hatte so ca. 95 % Alkohol (nicht 99 % - das verwechselst Du mit den Wahlergebnissen ).
Haben wir Dorfkonsum in der Rhön gekauft und dann ca. 1:3 mit Cola gemischt.
Bewährte Grenzer-Medizin gegen Schlafrhytmus-Störungen -- so klappte das einigermassen mit der Friedenswacht.

Als Grundlage für die Liköre (im Hause der Eltern) haben wir immer Bergmannsfusel ("Kumpeltod") genommen (ca. 35 % Alk-Anteil) - den müsstest Du doch auch noch kennen. Men Vater bekam Bezugsmarken - 1 Liter pro Monat - das Zeug konnten wir in der Menge gar nicht verbrauchen !

Gruss Hartmut


Der Schachtschnaps wurde auch als Tauschobjekt eingesetzt oder als Türöffner bei Dienstleistern.
Gabs auf Deputatmarken im Konsum, aber dachte viel mehr als 1 Liter, glaube 5.
Geschmeckt hat er auch nicht schlecht, war relativ mild, kein Feuerwasser


zuletzt bearbeitet 16.08.2013 13:30 | nach oben springen

#53

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 16.08.2013 14:18
von schulzi | 1.765 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #47
Als überall die Gärröhrchen blubberten wurde auch Reiswein gemacht.
Das war so ein fürchterliches Zeug,für mich jedenfalls, kennt das noch jemand?


Oje jetzt hast Du einen der schlimmsten erinnerungen im mir wieder hochgefahren.Meine Eltern hatten dieses Gebräu einmal angesetzt als ich 12 Jahre alt war und in Flaschen abgefüllt ein Teil davon wurde im Keller gebunkert und vergessen. Ich musste wie damals noch üblich wieder eine Strafarbeit machen ,fand sie probierte eine mehr weis ich nicht mein Vater fand mich in der Holzkiste und schleppte mich hoch und in mein Bett .Danach hatte ich 2 Tage nur gek....zt und konnte nicht zur Schule.Das war mein Beitrag zu Reiswein


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#54

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 16.08.2013 15:51
von Diskus303 | 485 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #17
Das jüngste anerkannte Weinanbaugebiet, ist das von Schloß Rattey (bei Neubrandenburg) und wird von Weinkennern als Geheimtipp empfohlen. Ansonsten denke ich ist der Sachsenwein aus Meissen begehrt. Tja Meissen hat nicht nur gutes Porzelan zu bieten, sondern auch einen spritzigen Weißwein, wie wäre es mit Schloß Wackerbarth?

Gruß Hartmut!


Tja Schloß Wackerbarth hat erst mal nix mit Meißen und dessen Wein(anbaugebiet) zu tun...
Schloß Wackerbarth ist in Radebeul und untersteht den sächsischen Staatsweinbau
Gute Weine gibt es allerdings dort wirklich und auch guter Sekt wird dort produziert...

Ansonsten:

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #45
Hier fiel mal kurz die Bemerkung 'Wein selbst gemacht' ........
...

Der Alkoholgehalt war bestimmt auch heftig aber wie genau er war weiß ich nicht mehr ......
...
Gruß
Nostalgiker



Ich habe meine aktive "Weinmachzeit" Anfang der 80-er bis Ende der 80-er gehabt... Im Grund genauso, wie es @Nostalgiker beschreibt, nur mit dem Unterschied daß ich den Wein in Flaschen abgefüllt habe
Es wurde so ziemlich mit allen möglichen bis unmöglichen Früchten (Stachelbeere, Himbeere, Brombeere, Erdbeere, Johannisbeere, Sauerkirschen...)und anderen Dingen (Zuckerrübe und Honig) herumexperimentiert.
Als Starter gab es in der Drogerie kleine Päckchen zu kaufen (ähnlich groß wie heutzuzage die Vanillezucker-/ Backpulvertütchen) in denen so ca. 10 -15 Traubenkerne drin waren, die mit entsprechenden Weinhefen "infiziert" waren. Da gab es (so erinnerlich 4-6 Sorten wie Weißwein, Rotwein, Portwein) oder so ähnlich... Die Art der Hefe die in den Kernen steckte bestimmte dann weitestgehend den Alkoholgehalt.
Soweit ich mich erinnern kann war die "Portweinhefe" die, welche am längsten mit der Gärung "durchgehalten" hat. Bei ca 16 Vol.-% ist dann aber Schluß, weil die Hefen dann trotz ggf reichlich Zucker (=Nahrung für Hefen) einfach absterben...

Edith, Schlußsatz: Methanol entsteht bei der alkoholischen Gääähhrung nicht... ...hicks


Gruß Axel
zuletzt bearbeitet 16.08.2013 15:57 | nach oben springen

#55

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 16.08.2013 16:14
von Grenzgänger (gelöscht)
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[quote=Grenzwolf62|
Der Schachtschnaps wurde auch als Tauschobjekt eingesetzt oder als Türöffner bei Dienstleistern.
Gabs auf Deputatmarken im Konsum, aber dachte viel mehr als 1 Liter, glaube 5.
Geschmeckt hat er auch nicht schlecht, war relativ mild, kein Feuerwasser
[/quote]


Hier das corpus delirium mal als Gedankenstütze:



..war auch gut zum Fenster putzen und in der Scheibenwaschanlage vom Auto..

ansonsten eben Basis diverser Liköre.. pur eher nicht so lecker.

Aber bei uns im Konsum wurde am Schnapstag von vielen gleich am Tresen probiert, ob der auch "echt" war..

Siggi


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#56

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 16.08.2013 17:15
von Lutze | 8.042 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #42
Zitat von Lutze im Beitrag #39
Brotwein kenne ich noch,
ein verbotenes Getränk,
wirklich nicht zu empfehlen
Lutze


Lutze, im Knast gekeltert?


ja,es gab Spezialisten mit den Brotwein
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#57

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 16.08.2013 17:20
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Grenzgänger im Beitrag #55
[quote=Grenzwolf62|
Der Schachtschnaps wurde auch als Tauschobjekt eingesetzt oder als Türöffner bei Dienstleistern.
Gabs auf Deputatmarken im Konsum, aber dachte viel mehr als 1 Liter, glaube 5.
Geschmeckt hat er auch nicht schlecht, war relativ mild, kein Feuerwasser




Hier das corpus delirium mal als Gedankenstütze:



..war auch gut zum Fenster putzen und in der Scheibenwaschanlage vom Auto..

ansonsten eben Basis diverser Liköre.. pur eher nicht so lecker.

Aber bei uns im Konsum wurde am Schnapstag von vielen gleich am Tresen probiert, ob der auch "echt" war..

Siggi[/quote]

Primasprit war eigentlich die bessere Alternative, da man die Volumenprozente bei den Likören besser varieren konnte.
Meinen Bergmannsfusel habe ich immer weitergereicht und die Deputatkohle wurde auch dankend in der Familie angenommen.

Vierkrug


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#58

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 16.08.2013 17:37
von furry | 3.581 Beiträge

Da wir nun beim Brannt-Wein angekommen sind, eine kleine Episode.
Ein Onkel von mir war Braunkohlenbergmann. Zu unserem Polterabend ( gibt es sowas heute noch?) vor inzwischen 39 Jahren hatte er eine Batterie von diesem Kumpeltod mitgebracht.
Zu vorgerückter Stunde habe ich dann die inzwischen geleerten "Nordhäuser"-Flaschen mit diesem Kumpeltod aufgefüllt. Er wurde kritiklos getrunken. Ergo, man hat sich wohl eher an der Aufmachung und am Namen, aber weniger an Wirkung und Geschmack gestört.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#59

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 16.08.2013 17:47
von berlin3321 | 2.520 Beiträge

Klar gibt es noch den Polterabend. Mein letzter war 2006.

Mfg Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#60

RE: Über das Weintrinken in der DDR

in Leben in der DDR 18.11.2014 10:47
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #14
Nimm lieber dieses hervorragende Tröpfchen, war gerade in Arbeit, super lecker , und für 20 Eus ein gutes Geschenk.





Ein edler Portwein, Ich habe gerade so etwas ähnliches bekommen. Eine Packung mit zwei Mauerfall-Portweinflaschen, allerdings bereits vom 20. Jahrestag des Falls. Du bist ein Kenner. Aber Weine in der DDR > Tokajer, Gamza, Kadarka, wobei der erste der beste war, allerdings wahnsinnig süß.....lieblich, wie der Kenner sagt....


zuletzt bearbeitet 18.11.2014 10:49 | nach oben springen


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