#81

RE: Honecker-Attentat

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.08.2013 15:19
von Alfred | 6.861 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #74
Och die Hohlmeierinn,
Ist das wirklich vergleichbar?
sind schon sehr speziell gewesen diese Bonzensiedlungen in der DDR.
Ich ziehe mich da nicht mal an dem vermeintlichen Luxus hoch den es da gegeben haben soll.
Ich habe das für mich nie in Einklang bringen können mit dem öffentlich propagierten Verbundenheitsgehabe von Partei und Volk.
Wie bei vielem in diesem Land klaffte auch da eine große Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit.




Wo gab es denn große "Bonzensiedlungen" ?

Bewacht war Wandlitz und ein kleiner Teil von Strausberg, wo AG Hoffmann wohnte. Dort gab es jedoch freien Zugang für alle.
Und Hohenschönhausen ? Sicher, da wohnten einige Führungskräfte des MfS. Schau Dir mal die Häuser an. Ein Witz. Überwiegend aus Plattenteilen wie Hochhäuser gebaut.

Kein Videokameras, kein Panzerglas, keine Panikräume in den Häusern, keine Panzertüren etc.

Die Häuser der Armeeführung waren so bombastisch, dass diese nach 1990, als nicht ausreichend von der Bundeswehr angesehen wurden.


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#82

RE: Honecker-Attentat

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.08.2013 15:59
von andy | 1.199 Beiträge

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Jungs sich im Politbüro zusammenhockten und über Einzelheiten der Sicherung der Waldsiedlung oder einer Leipzig-Fahrt debattierten. Für die Sicherheit der Regierung war die HA PS zuständig und dort wurde entschieden, was in welchem Umfang an Sicherungsmaßnahmen realisiert wurde. Mglw. mischte da auch noch die Abt. Sicherheit des ZK mit aber ein Günter Mittag wird mit Sicherheit nicht angewiesen haben, dass auf Honnis oder seiner Fahrt nach Leipzig alle 100 m ein Grüner zu stehen hat.

Deshalb halte ich es auch rfür Unsinn zu behaupten, dass Honni und Co. Angst vor der Bevölkerung hatten und sich deswegen so stark haben abschotten lassen. Die werden von diesem Irsinn fast nix mitbekommen haben, verantwortlich für den Aufwand waren die Leiter/Stellvertreter der entsprechenden Abteilungen von PS. Die müsste man mal befragen, warum solch ein Aufwand (Leipzig-Fahrt) getrieben wurde und vor wem sie denn Angst hatten.


andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
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#83

RE: Honecker-Attentat

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.08.2013 18:30
von Merkur | 1.025 Beiträge

Zitat von andy im Beitrag #82
Deshalb halte ich es auch rfür Unsinn zu behaupten, dass Honni und Co. Angst vor der Bevölkerung hatten und sich deswegen so stark haben abschotten lassen.
andy


Natürlich hatten der Generalsekretär und die anderen PB-Mitglieder keine Angst vor der Bevölkerung. Sie konnten sich zu Recht voll und ganz auf ihren PS verlassen. Viele Maßnahmen, die im Vorfeld von Veranstaltungen realisiert wurden, bekamen sie gar nicht mit. Ihre Sicherheit war stets gewährleistet, auch wenn sie das Bad in der Menge nahmen. Im Gegensatz zur Bundesrepublik gab es keine Anschläge ala Schäuble oder Lafontaine. Auch bei Reisen ins Ausland war der Schutz unserer führenden Repräsentanten stets gewährleistet. Das war insbesondere in den Entwicklungsländern nicht immer unproblematisch (Verständnisprobleme, mangelnde Ausbildung der Personenschützer des Gastlandes). Ich denke, viele der hier Diskutierenden sind sich nicht im klaren darüber, was es heißt, einen zuverlässigen PS zu gewährleisten und welche Maßnahmen damit im Zusammenhang stehen. Sie sind umfangreich, gewährleisten aber ein Maximum an Sicherheit für die Schutzperson.



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#84

RE: Honecker-Attentat

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.08.2013 18:36
von Merkur | 1.025 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #69
Wovor die damals solche Angst hatten, wäre viel interessanter zu erfahren.


Na beispielsweise vor westdeutschen Terroristen wie Herbert Kühn. Dieser wurde auf frischer Tat festgenommen, als er eine Sprengladung am Gebäude des ZK der SED anbringen wollte.



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#85

RE: Honecker-Attentat

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.08.2013 19:39
von Merkur | 1.025 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #64

Vielleicht sehe ich es ja auch zu locker, aber ist es nicht viel wahrscheinlicher, daß niemand das schwächste Glied der Transportkette sein wollte ?
Und sein Jagdzug wurde genauso behandelt wie jeder normale Zitteraal (Interzonenzüge), da waren 10 Blöcke (Gleisabschnitt zwischen zwei Hauptsignalen) vor diesen Zügen schon frei, wo man normalerweise im Blockabstand (je nach Streckenauslastung) fährt, alles davor mußte beiseite gestellt werden, damit die ohne zu stutzen vorbei kamen.
Mit einer Angst vor Attentaten hatte ich das gar nicht in Verbindung gebracht, denn gerade wenn mehr Blöcke als sonst vorher frei sind, hätte man mehr Zeit Entgleisungsvorrichtungen u. ä. anzubringen ohne von vorausfahrenden Zügen am Gleis gesehen zu werden.
Ähnlich stelle ich mit das auch für den Straßenverkehr vor oder wurde die Strecke vorher auch mit Hubschraubern abgeflogen ?


Es ist doch alles ein wenig komplexer. Ich greife mal das Bsp. Bewegung der führenden Repräsentanten mit Schienenfahrzeugen auf.
Grundsätzlich war die Sicherheit der führenden Repräsentanten auf dem Streckennetz der DR jederzeit und unter Einsatz aller zur Verfügung stehenden Kräfte und Mittel zu gewährleisten.
Ausgehend vom Sicherheitsbedürfnis der Schutzperson(en), von der Lage, dem Charakter der Staatsfahrt und dem eingesetzten Transportmittel wurde nach den Sicherungsstufen I bis III geplant und diese realisiert.
Die Festlegung der Sicherungsstufe (und darüber hinausgehende Maßnahmen) erfolgte durch den Leiter der HA PS. Folgende Züge wurden eingesetzt:
- Sicherungsstufe I: 1 Vor- Haupt- und Nachzug in Abständen von 15 Minuten
- Sicherungsstufe II: 1 Vor- und Hauptzug im Abstand von 15 Minuten
- Sicherungsstufe III: 1 Hauptzug als Sonderzug oder Regelreisezug mit oder ohne Sonderwagen.
Bei den Sicherungsstufen I und II musste eine durchgängige und umfassende Sicherung der Fahrtstrecke - Hauptsicherung zwei Stunden vor Durchfahrt - durch Kräfte des MdI, des MfS und der DR erfolgen. Abgangs-, Unterwegs- und Zielbahnhöfe waren ebenfalls zu sichern. Abgeschwächter waren die Maßnahmen in der Sicherungsstufe III.
Besonders Augenmerk galt natürlich neuralgischen Punkten wie Tunneln, Stellwerken, Bahnhöfen, Brücken, Bahnübergängen usw. Die Tiefensicherung der Strecke erfolgte durch das MdI.



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#86

RE: Honecker-Attentat

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.08.2013 21:45
von Alfred | 6.861 Beiträge

Zitat von Merkur im Beitrag #84
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #69
Wovor die damals solche Angst hatten, wäre viel interessanter zu erfahren.


Na beispielsweise vor westdeutschen Terroristen wie Herbert Kühn. Dieser wurde auf frischer Tat festgenommen, als er eine Sprengladung am Gebäude des ZK der SED anbringen wollte.



Merkur,

bestimmt nur Propaganda ...


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#87

RE: Honecker-Attentat

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.08.2013 22:22
von schnatterinchen (gelöscht)
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War der Auslöser zum Errichten der Waldsiedlung nicht die Ereignisse von 1953?


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#88

RE: Honecker-Attentat

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.08.2013 22:31
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Ich meine das im Westen für die Politiker eine andere Gefährdungslage bestand, man denke an die RAF.
Im Osten das waren ja eigentlich gar keine richtigen Politiker, ich möchte diese "Persönlichkeiten" mal, sorry, auf lapidare Possenspieler reduzieren, wer mochte so etwas tatsächlich umbringen und dafür in Leipzig mit einem Nahschuss in den Hinterkopf gerichtet werden?
Das war schon so in Ordnung das diese Kasper in Wandlitz vom Rest der 17 Millionen getrennt wurden, wer wollte die schon wirklich sehen.


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zuletzt bearbeitet 19.08.2013 22:42 | nach oben springen

#89

RE: Honecker-Attentat

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.08.2013 22:45
von ddr-bürger (gelöscht)
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #88
Ich meine das im Westen für die Politiker eine andere Gefährdungslage bestand, man denke an die RAF.
Im Osten das waren ja eigentlich gar keine richtigen Politiker, ich möchte diese "Persönlichkeiten" mal, sorry, auf lapidare Possenspieler reduzieren, wer mochte so etwas tatsächlich umbringen und dafür in Leipzig mit einem Nahschuss in den Hinterkopf gerichtet werden?
Das war schon so in Ordnung das diese Kasper in Wandlitz vom Rest der 17 Millionen getrennt wurden, wer wollte die schon wirklich sehen?



Bist Du ganz sicher das Du da nichts verwechselst?

Ich könnte Dir da so ein paar Namen der BRD "Politiker" aufzählen, aber dann komme ich vor lachen nicht mehr in meinen Schönheitsschlaf....

War aber ein netter Gag,,,, mußt noch ein wenig an der Pointe feilen


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#90

RE: Honecker-Attentat

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.08.2013 22:48
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von ddr-bürger im Beitrag #89
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #88
Ich meine das im Westen für die Politiker eine andere Gefährdungslage bestand, man denke an die RAF.
Im Osten das waren ja eigentlich gar keine richtigen Politiker, ich möchte diese "Persönlichkeiten" mal, sorry, auf lapidare Possenspieler reduzieren, wer mochte so etwas tatsächlich umbringen und dafür in Leipzig mit einem Nahschuss in den Hinterkopf gerichtet werden?
Das war schon so in Ordnung das diese Kasper in Wandlitz vom Rest der 17 Millionen getrennt wurden, wer wollte die schon wirklich sehen?



Bist Du ganz sicher das Du da nichts verwechselst?

Ich könnte Dir da so ein paar Namen der BRD "Politiker" aufzählen, aber dann komme ich vor lachen nicht mehr in meinen Schönheitsschlaf....

War aber ein netter Gag,,,, mußt noch ein wenig an der Pointe feilen


Lieber der deinen Namen, leider, alle Ehre machende
Ich verwechsele nie etwas, also quasi ich schreib wie ich es meine.


Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.08.2013 22:51 | nach oben springen

#91

RE: Honecker-Attentat

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.08.2013 22:52
von Pitti53 | 8.791 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #90
Zitat von ddr-bürger im Beitrag #89
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #88
Ich meine das im Westen für die Politiker eine andere Gefährdungslage bestand, man denke an die RAF.
Im Osten das waren ja eigentlich gar keine richtigen Politiker, ich möchte diese "Persönlichkeiten" mal, sorry, auf lapidare Possenspieler reduzieren, wer mochte so etwas tatsächlich umbringen und dafür in Leipzig mit einem Nahschuss in den Hinterkopf gerichtet werden?
Das war schon so in Ordnung das diese Kasper in Wandlitz vom Rest der 17 Millionen getrennt wurden, wer wollte die schon wirklich sehen?



Bist Du ganz sicher das Du da nichts verwechselst?

Ich könnte Dir da so ein paar Namen der BRD "Politiker" aufzählen, aber dann komme ich vor lachen nicht mehr in meinen Schönheitsschlaf....

War aber ein netter Gag,,,, mußt noch ein wenig an der Pointe feilen


Lieber der deinen Namen alle Ehre machende
Ich verwechsele nie etwas, also quasi ich schreib wie ich es meine.




Mußt du mit deiner polemischen "Meinung" nun unbedingt den Thread zerschießen?


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#92

RE: Honecker-Attentat

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.08.2013 22:57
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Pitti53 im Beitrag #91
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #90
Zitat von ddr-bürger im Beitrag #89
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #88
Ich meine das im Westen für die Politiker eine andere Gefährdungslage bestand, man denke an die RAF.
Im Osten das waren ja eigentlich gar keine richtigen Politiker, ich möchte diese "Persönlichkeiten" mal, sorry, auf lapidare Possenspieler reduzieren, wer mochte so etwas tatsächlich umbringen und dafür in Leipzig mit einem Nahschuss in den Hinterkopf gerichtet werden?
Das war schon so in Ordnung das diese Kasper in Wandlitz vom Rest der 17 Millionen getrennt wurden, wer wollte die schon wirklich sehen?



Bist Du ganz sicher das Du da nichts verwechselst?

Ich könnte Dir da so ein paar Namen der BRD "Politiker" aufzählen, aber dann komme ich vor lachen nicht mehr in meinen Schönheitsschlaf....

War aber ein netter Gag,,,, mußt noch ein wenig an der Pointe feilen


Lieber der deinen Namen alle Ehre machende
Ich verwechsele nie etwas, also quasi ich schreib wie ich es meine.




Mußt du mit deiner polemischen "Meinung" nun unbedingt den Thread zerschießen?


Ich schieße doch schon seit 30 Jahren nicht mehr
Warum die etwas harsche Reaktion auf einen ganz normalen Beitrag mit dem ich meine persönliche Meinung zum Ausdruck brachte, bin ich langsam auch deshalb unliebsam?
Falls ja, einfach schreiben und es ist ok.


Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.08.2013 23:11 | nach oben springen

#93

RE: Honecker-Attentat

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.08.2013 07:51
von ABV | 4.204 Beiträge

Du hast meine volle Zustimmung Grenzwolf! Persönliche Meinungen muss man in einem Forum wie diesem aushalten. Einzige Ausnahme: wenn User persönlich angegriffen und / oder beleidigt werden. Meinungen über Politiker sollten nun wirklich akzeptiert werden.

Viele Grüße aus dem Oderbruch
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#94

RE: Honecker-Attentat

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.08.2013 10:32
von Gelöschtes Mitglied
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Mal eine kleine Episode am Rande - OT

Werner Walde, Kandidat des Politbüros des ZK der SED und 1. Sekretär der Bezirksleitung Cottbus der SED (ich hoffe, das ich alles korrekt im DDR-Protokolldeutsch benannt habe), weilte öfters zu Arbeitsbesuchen im Gaskombinat Schwarze Pumpe. Immer dabei sein PS, zu dem ich in den Jahren auch ein freundschaftliches Verhältnis hatte.
Wimre, dann bewohnte Walde in Cottbus ein Zweifamilienhaus, welches er sich mit dem damaligen Abteilungsleiter Grundstoffindustrie der Bezirksleitung der SED teilte. Walde begab sich öfters zu Fuß vom Wohnsitz in Richtung Bezirksleitung und unterhielt sich auf diesem Weg mit Cottbusern. Soweit hierzu.

In Vorbereitung der Inbetriebnahme der GVA "Neues Vergasungsverfahren" im Gaswerk, fand eine Vor-Ort-Befahrung durch Werner Walde mit anschließender Beratung mit Führungskräften des Kombinates statt. Vorbereitet wurde "protokollarisch" diese Aktivität durch die Abt. Grundstoffindustrie der Bezirksleitung und der Industriekreisleitung der SED Schwarze Pumpe.
Alles lief ab, wie am Schnürchen und es kam die Mittagszeit und somit auch der Zeitpunkt, wo für die Teilnehmer der Beratung die Esseneinnahme vorbereitet war. Seitens der Industriekreisleitung und der Arbeiterversorgung war dafür im Küchenkomplex des Gaswerkes ein separater Raum vorbereitet und eingedeckt worden - u.a. mit weißen Tischdecken !!!
Walde, Raucher stellte sich zu uns und fragte mich ganz verschmitzt, was denn die Kumpel heute zu essen bekämen. Ich antwortete, Linsensuppe mit Knacker und zwei, drei weitere Gerichte. Walde schaute seinen PS an, der schaute mich an und wir wußten, was wir zu tun hatten. Wir besorgten Gastessenmarken. Walde reihte sich dann mit unserem GD und uns in die Schlange -"Wartegemeinschaft"- der Essenausgabe ein und bekam seine Linsensuppe mit Knacker auch in einer Plasteschüssel gereicht. Dazu das bekannte Alu-Besteck. Wir suchten uns dann auch einen freien Tisch mitten unter den Gaswerkern. Ein großes Hallo brach dann aus. Andere Kumpel, die am Tisch vorbeigingen, klopften wie in ihrer Stammkneipe auf den Tisch und Walde, wie auch unser GD antworteten entsprechend. Zwischenzeitlich waren die "Partyingenieure" (so bezeichneten wir spöttisch die Protokollverantwortlichen der Bezirksleitung und der Industriekreisleitung) ausgeschwärmt, um Walde und den GD zu suchen. Der PS und ich mußten wegen der praktizierten Hektik feixen.
Walde unterhielt sich dann noch mit zahlreichen Gaswerkern und brachte somit den konzipierten Zeitplan vollends zum Scheitern. Da unser GD auch dafür bekannt war, dass er sich nicht immer an protokollarische Abläufe hielt, war das anschließende Chaos perfekt. Ich bekam dann einen Rüffel vom 1. Sekretär der Industriekreisleitung und einen vernichtenden Blick seitens des Sektorenleiters Energiewirtschaft der Bezirksleitung.

Es waren nicht immer die Personen aus der 1. Reihe, die das ganze Brimborium um ihre Person veranstalteten, sondern es wurde etwas organisiert, was die Betreffenden oftmals nicht wollten. Ich werde im Thread Schwarze Pumpe eine ähnliche Begebenheit beim Besuch von Samora Machel in Schwarze Pumpe / Hoyerswerda wiedergeben.
Quintessenz - Walde hätte sich auch ohne PS auf offener Straße bewegen können und nicht befürchten müssen, dass er angegriffen wird. Auch eine Irma Uschkamp als Ratsvorsitzende des Bezirkes konnte es.

Vierkrug


katerjohn, Jobnomade, Damals87, Marienborn89, GilbertWolzow, passport und Harzwanderer haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.08.2013 10:36 | nach oben springen

#95

RE: Honecker-Attentat

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.08.2013 10:34
von Pit 59 | 10.164 Beiträge

Genau ABV so sehe ich das auch,und dann noch über welche die im Arbeitsleben nichts geworden sind,Ihre Lehre abgebrochen haben,und gedacht haben jetzt mache ich mal Urlaub,Sperre alles ab,baue mir ein paar Wochendhäuser,wenn ich lange weile habe gehe ich mal mit meinem Kumpel ein bischen Jagen,was gemacht werden soll sagen die mir aus Moskau.
Leider haben sich einige Jugendliche heute diese assoziale verhalten dieses "Staatsmannes" abgeschaut,und machen es ebenso.
Für mich persönlich war das ganze Politbüro ein Witzfigurenkabinett.


Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.08.2013 10:53 | nach oben springen

#96

RE: Honecker-Attentat

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.08.2013 10:52
von ABV | 4.204 Beiträge

Na gut, ob nun jeder Politiker der verblichenen DDR in die Kategorie "Unfähig" fällt, wage ich zu bezweifeln. Es gab sicher eine ganze Menge, die guten Willens und voller Ideen waren, letztendlich aber gegen Wände liefen. Und daran verzweifelten. Honecker wurde mit zunehmenden Alter immer mehr zur lebenden Satire. Würde er heute regieren, würden die Satire-Sendungen a la "Heute-Show" mit dem Parodieren überhaupt nicht mehr nachkommen. Das selbe trifft, in noch stärkerem Maße, auf seinen Vorgänger Walter Ulbricht zu.
Und ob nun fähig oder nicht: ein Manko hatten die Politiker der DDR auf jeden Fall. Keiner von ihnen konnte von sich behaupten, frei und demokratisch gewählt worden zu sein.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

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Jobnomade und Harzwanderer haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#97

RE: Honecker-Attentat

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.08.2013 11:02
von Grenzgänger (gelöscht)
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Zitat von Vierkrug im Beitrag #94
....Wimre, dann bewohnte Walde in Cottbus ein Zweifamilienhaus, .....Walde begab sich öfters zu Fuß vom Wohnsitz in Richtung Bezirksleitung .....


Quintessenz - Walde hätte sich auch ohne PS auf offener Straße bewegen können und nicht befürchten müssen, dass er angegriffen wird. Auch eine Irma Uschkamp als Ratsvorsitzende des Bezirkes konnte es.

Vierkrug



Danke, Vierkrug
da kommen wieder Bilder "vorbei"
Sicher ist es so, dass die meisten "so perfekt beschützten" (wovor eigentlich ?), dieses ganze Theater selbst nicht gewollt haben.
Aber es stand ihnen eben zu und die "Ausführenden" wollten eben auch nichts falsch machen dabei. Also lieber ein bisschen Übereifer zeigen...

Die Wohnung von Walde war in der Finsterwalder Straße, ganz normales Wohngebiet.. (wo genau, also mit Hausnummer, weiss ich nicht mehr).
Ich habe ihn selbst des öfteren zu Fuss gesehen (meine Arbeitsstelle war in der Thiemstraße)- ob dort noch und wie viele weitere "unauffällige Passanten" davor und dahinter waren, habe ich auch nicht mehr vor Augen.
Zumindest zeigt das ja, dass es tatsächlich unauffällig gewesen sein muss.

Auch Irma Uschkamp, die sowieso als eher mütterlich erscheinender Typ sehr beliebt / populär war, habe ich mehrfach einfach so auf offener Straße gesehen. Zur eventuellen Begleitung- siehe oben.

Aber bei dieser Fast- Idylle darf man auch nicht vergessen, dass beide Pistolenträger waren !
Das ist keine Parole, sondern wurde zu einer Demo vor der Stadthalle 89 aus dem Publikum erfragt, und wimre von Irma Uschkamp selbst (die auf der Anklage- Tribüne stand) bestätigt.
Ist ja aber eigentlich auch nichts neues..

Wenn heutzutage mal "höherrangige" Politiker nach Cottbus kommen, dann fahren sie die 200 m Luftlinie vom Rathaus in die Stadthalle mit einem Limousinenkonvoi.. damit das böse Volk mit der jetzt freien Zunge ihnen nicht die Meinung geigt.. geparkt wird natürlich auf Flächen der Fußgängerzone direkt vorm Haupteingang.

Unser Oberbürgermeister geht jeden Morgen konsequent zu Fuss ins Rathaus.. allein.

Siggi


Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#98

RE: Honecker-Attentat

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.08.2013 11:42
von Gelöschtes Mitglied
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@Grenzgänger - Siggi, es ist ja zwischenzeitlich bekannt, das die Miglieder von Sekretariaten der Bezirks - und Kreisleitungen der SED Waffenträger waren. Einige trugen sie ständig - andere bewahrten sie in den Panzerschränken auf. Die Mitarbeiter für Sicherheitsfragen waren ohnehin Waffenträger. Der Waffenbesitz war auch der Tatsache geschuldet, dass die Betreffenden zugleich Mitglieder der BEL und KEL bzw. Koordinierungsgruppen waren.

Wenn es zum Überprüfungsschiessen auf den Schießplatz in Bühlow ging, dann hatte man oftmals den Eindruck, dass sich Betreffende mit der Handhabung der Pistolen wahrscheinlich mehr Schaden zugefügt hätten, wie zum eigenem Schutz.

Ich war immer , wenn es um das anschliessende Waffenreinigen ging.

Vierkrug


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#99

RE: Honecker-Attentat

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.08.2013 11:50
von Grenzgänger (gelöscht)
avatar

Zitat von Vierkrug im Beitrag #98
..... zum Überprüfungsschiessen auf den Schießplatz in Bühlow ging, dann

Vierkrug


OT
.. in Bühlow war ich mal 1997 mit meiner Tochter zum "Probeschiessen" mit Pistole..
ich war gar nicht schlecht.. die wollten mich gleich als "Schützenbruder" dabehalten..

Siggi


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#100

RE: Honecker-Attentat

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.08.2013 11:51
von Merkur | 1.025 Beiträge

Zitat von Grenzgänger im Beitrag #97
Wenn heutzutage mal "höherrangige" Politiker nach Cottbus kommen, dann fahren sie die 200 m Luftlinie vom Rathaus in die Stadthalle mit einem Limousinenkonvoi.. damit das böse Volk mit der jetzt freien Zunge ihnen nicht die Meinung geigt.. geparkt wird natürlich auf Flächen der Fußgängerzone direkt vorm Haupteingang.

Unser Oberbürgermeister geht jeden Morgen konsequent zu Fuss ins Rathaus.. allein.

Siggi



Es geht doch nicht darum, dass ein Bürgermeister Personenschutz braucht.
Werner Walde war Kandidat des Politbüros des ZK der SED. Und in dieser Funktion wurde er durch den PS geschützt, wie alle anderen Mitglieder und Kandidaten des Politbüros auch, bis auf den Minister für Nationale Verteidigung.



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