#41

RE: der medizinische Stützpunkt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.11.2013 12:16
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von studfri im Beitrag #38
Zitat von Hufklaus im Beitrag #31
Es war schon zu allen Zeiten so, dass sich Soldaten einer Armee, die sich aus medizinischen Gründen dem Med.-Dienst anvertrauten, zunächst als potentielle Drückeberger beschimpfen lassen mussten.

Das war eigentlich zu meiner Zeit recht pragmatisch geklärt...
Wer sich krank fühlte, schrieb sich bis 07:00 Uhr in ein Krankenbuch ein, um dann ab 07:00 Uhr vom GUvD seiner Einheit zum Med.-Punkt geführt zu werden...
Vom Leiter Med.-Punkt wurde in jenes Buch nach der Untersuchung die Verwendung des sich krank gemeldeten AGT empfohlen, z.B. "Für 5 Tage Innendienstkrank".
AGT, deren Gesundheitszustand ernster einzuschätzen war, Z.B. Fieber, Bronchitis, infizierte Marschblasen o.ä. wurden im Med.-Punkt stationär aufgenommen.

Eigentlich gab es zu meiner Zeit kein verbreitetes Drückebergertum, auch nicht vor dem Härtetest...

Allerdings, das schrieb ich hier schon mal früher, gab es schwer Erkrankte und auch Todesfälle, was im Alter von 22 Jahren immer eine persönliche Katastrophe war und unsägliche Berichterstattungen für den Regimentsarzt zur Folge hatte.

VG Klaus


Junge Männer, die während des Dienstes starben? Warum, woran?


rot
Kein "Grenzerlatein":
g420-Peter-Seidel-A-Lange.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Todesf%C3%A...er_DDR-Grenzern


Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
zuletzt bearbeitet 08.11.2013 12:18 | nach oben springen

#42

RE: der medizinische Stützpunkt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.11.2013 12:58
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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http://de.wikipedia.org/wiki/Todesfälle_unter_DDR-Grenzern

Irgendwie kann ich keine funktionierenden Links mehr einstellen, aber da findet man genug Fälle und da sind nicht mal Unfälle dabei von denen es sicherlich auch genug gegeben hat.


zuletzt bearbeitet 08.11.2013 13:10 | nach oben springen

#43

RE: der medizinische Stützpunkt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.11.2013 17:31
von EK82I | 869 Beiträge

Sich vom Frühsport drücken,haben doch viele durchgezogen.Früh 3000m oder Sturmbahnelemente abhandeln waren nun mal nicht jedermanns Sache.Wenn es ernst wurde,ging es zum Larzarett nach Potsdam.Die haben mir bestens geholfen,nachdem ich im Ausgang mir ein blaues Auge gefangen hatte.Wer selber laufen konnte,musste zu Fuss aus der HMA losziehen. Hatte aber auch seine Vorteile,man war ohne weitere Begleitung unterwegs.


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#44

RE: der medizinische Stützpunkt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 11.02.2014 18:55
von Gelöschtes Mitglied
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Sich vom Frühsport drücken?
Wer hat es nicht versucht?Früh waren alle Toiletten besetzt,kein Platz zum abducken.
Sturmbahn usw. gab es im GR.33 nicht. 1968 hatten wir keine Uffz. mehr.Einer war nach Hause,der andere im Krankenhaus,der dritte in der Ausbildung.
So wurde ich zum Gruppenführer berufen,für die Hundeführer.Nun ging alles glatt beim Frühsport.Geschlossen ging es auf den Kasernenhof,mit lauter Stimme ging es im Laufschritt in Richtung Hundezwingeranlage,Tor auf und schon waren wir weg.Nach dem wir ein paar geraucht haben,ging es zurück in die Kompanie.Frühsport erfüllt.
später einiges mehr.


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#45

RE: der medizinische Stützpunkt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 11.02.2014 20:11
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Zumindest in der 80ern gab es für grenzssichernde Einheiten im GR-33 keinen Frühsport. Es sei denn, eine Einheit war aus dem Grenzdienst herausgelöst. Aber selbst dann stand der Frühsport nur auf dem Papier!


zuletzt bearbeitet 11.02.2014 20:28 | nach oben springen

#46

RE: der medizinische Stützpunkt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 11.02.2014 20:35
von Gelöschtes Mitglied
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Also Frühsport, gab es bei uns im GR, überhaupt nicht, weil jeder Kraftfahrer seine Aufgabe hatte( war eigentlich wie in einen Betrieb). Wir Verpflegungsfahrer mussten bei Zeiten los, um frische Ware aus der Wurstfabrik u.s.w. zu holen.Der Tankwagenfahrer hatte zu tun um seinen G5 in gang zu bringen, die P3 und Wartburgfahrer(311-312) die Offiziere zu holen und die Schlosser mussten in die Werkstatt!
Grüsse Steffen52


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#47

RE: der medizinische Stützpunkt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 11.02.2014 20:39
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von GZB1 im Beitrag #45
Zumindest in der 80ern gab es für grenzssichernde Einheiten im GR-33 keinen Frühsport. Es sei denn, eine Einheit war aus dem Grenzdienst herausgelöst. Aber selbst dann stand der Frühsport nur auf dem Papier!


Nicht erst seit den 80ern. Bei uns war auch schon 67/68 kein Frühsport mehr angesagt. Diejenigen, die in der Spätschicht waren, konnten eine halbe Stunde länger schlafen als üblich. Das war auch so, als wir bataillionssicherung hatten, d.h. die ganze Kompanie die gleiche Schicht. Frühsport war, wie Du schon schriebst, nur wenn die GK geschlossen Ausbildung hatte.



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#48

RE: der medizinische Stützpunkt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 11.02.2014 21:13
von Gelöschtes Mitglied
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Ach Frühsport , in der Ausbildung hat doch wohl damals gereicht . In der Kompanie ,kannte niemand mehr diesen Ausdruck . Einmal kam ein neuer Uffz. wollte mit seiner Truppe mal MKE durchführen , die haben ihm den Daumen gezeigt . Das ganze hin und her Gerenne war genug Sport im Grenzdienst .
" 2 mal war ich im Med. Punkt . Lt. Gesundheitsbuch Juni 69 in Glöwen , rechte Sprunggelenk umgeknickt . 5 Tage Bettruhe , aber dann , Stuben und Revierreinigen im Med. Wer zur Verpflegung eingesetzt war , der musste dann die Verpflegung vom Speisesaal holen .Mann wurde zwar noch einige Zeit als Innendienstkranker geführt , aber das war auch meistens GUvD .
Ein Jahr drauf , noch mal die mit der gleichen Diagnose ,war ich im Regiments KKH in Gardelegen . Hier war wirklich Ruhe angesagt.

Im Gesundheitsbuch wurden ja jeder Besuch beim Arzt im Med.Punkt eingetragen . Bei mir steht ein Arztbesuch wegen einer Verletzung drin , die ich nie hatte .
Auch sehr Schmerzhaft der Besuch des Zahnarztes , schon wenn er Bohren musste , der ganze Mechanismus diese Gerätes , Übersetzung noch mit Lederrundriemen , diese Maschine wurde immer langsamer . Soldaten konnten eben Schmerz ertragen .ratata


schulzi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#49

RE: der medizinische Stützpunkt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 11.02.2014 21:54
von LO-Fahrer | 606 Beiträge

Einmal für 10 Tage im GAR Glöwen in Quarantäne gelegen - meine Tochter hatte sich in der Kinderkrippe die Ruhr eingefangen und ich war kurz zuvor auf Urlaub. Ein 6-Mann-Zimmer für mich allein und die einzigen Leute, die ich gesehen habe, war ein Uffz, der mir die Mahlzeiten aufs Zimmer servierte und einmal am Tag die Visite. Langeweile PUR !!!!! Irgendwann kann man nicht mehr schlafen, weiß nicht was man anstellen soll den ganzen Tag über. Der einzige Lichtblick , meine Kompanie mußte sämtliche Normabnahmen vor der Versetztung an den Kanten ohne mich meistern
Dann 2 Tage vor der Versetzung entlassen, natürlich kerngesund und seeeeehr ausgeschlafen.
Am Kanten nicht ein einziges Mal erkältet gewesen o.ä. Nur einmal 2 Tage dienstunfähig wegen einem aufgeriebenen und sich dann entzündeten Knöchel (nasser Stiefel). Sonst alles (körperlich) gut überstanden.


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#50

RE: der medizinische Stützpunkt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 11.02.2014 22:10
von Gelöschtes Mitglied
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In unseren Med.Punkt.GR.33, wurde man selten umsorgt.Ich hatte nur einmal die Ehre dort für 5 Tage ein zu ziehen.Sechs Kranke lagen auf dem Zimmer.Es wurden Karten gespielt,geraucht.Die Kippen kamen in den Rest des Eintopfes.Die Getränke kamen durch das vergitterte Fenster.
Am Tag der Entlassung aus dem Med.Punkt,durfte man zum Dank,für die gute Behandlung,noch alles bohnern.
Vielen Dank


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#51

RE: der medizinische Stützpunkt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 11.02.2014 22:14
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Einmal hatte ich eine richtige Erkältung mit hohem Fieber und wurde in den Med. Punkt ins Battallion gefahren, als Sozius auf einer TS im Winter, gute Behandlungsmethode vom Spieß, nach den 10 Kilometern war das Fieber fast weg


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#52

RE: der medizinische Stützpunkt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 11.02.2014 22:18
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Bin nach unserer Abschlussübung zur Grundausbildung für etwa 14 Tage eingerückt. Anfang Dezember, Übungsgelände nass, nagelneue Stiefel und neue Socken. Das hat gereicht. Die Hacksen waren offen, da war nichts mehr drin mit rumlaufen. Der Arzt und die alte Oberschwester (wie ein Feldwebel) waren sich nicht einig über die Therapie. Einer bevorzugte die nasse Art, also Salben und so, der/die andere die trockene Tour, also kein Verband, Infrarot, Puder u.s.w. Kann aber nicht mehr sagen, was am Ende zur Heilung mehr beigetragen hat.



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#53

RE: der medizinische Stützpunkt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 11.02.2014 22:24
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Mein alter hat mir damals vorm Einrücken zwei große Gefallen getan, einmal mit seinem Rat "Halt die Schnauze und mach einfach was dir befohlen wird" und mit seinen Fußlappen als Knobelbecher-Fachmann, alle haben abgefeixt als ich die Dinger vorm Marsch angelegt habe, als sie dann rumhinkten hab ich gefeixt


zuletzt bearbeitet 11.02.2014 22:32 | nach oben springen

#54

RE: der medizinische Stützpunkt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 11.02.2014 22:35
von damals wars | 12.186 Beiträge

Auch ich hatte mal eine Nierenendzündung im Heimaturlaub, 6 Spritzen jenacilin halfen ab, mit dem Krankenschein zum Wehrkreiskommando und die Urlaubsverlängerung war geritzt.
Auch im Medpunkt in Senftenberg war ich zwei Wochen, Mit einem Besuch in Neustadt- Glewe, dann hatten die Zehen wieder Hautfarbe angenommen. Bin dann nie wieder ohne Badelatschen zum Duschen.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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