#81

RE: FASCHISTEN IN DER DDR UND ANTIFASCHISTISCHER WIDERSTAND

in DDR Staat und Regime 15.08.2013 12:47
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Schuddelkind im Beitrag #78
Zitat von Hackel39 im Beitrag #77
Zitat von Barbara im Beitrag #75
[quote=Hackel39|p281121][quote=Barbara|p281107][quote=Hackel39|p281036][quote=Schuddelkind|p281029].






Nun Barbara, an dem Tag an dem Münchhausen sich selbst am Schopf aus dem Sumpf ziehen wird, glaube ich auch, daß dieses kaputte Deutschland der Nachkriegszeit es alleine geschafft hätte, sich zu stabilisieren und im Sinne eines modernen Gemeinwesens zu organisieren.
Es wäre ein Spiel ohne Schiedsrichter, die ersten Spielzüge wären noch einigermaßen gelungen aber nach 2-3 Minuten hätte die Holzerei angefangen, so schätze ich das Volk, daß den Faschismus aktiv oder notgedrungen produziert hat ein.
Im Prinzip waren die Kommunisten die einzige größere Gruppe, die offen und konsequent den Faschismus bekämpft hat, antifaschistische Splittergruppen, Einzelwiderständler und Exilanten sind ohne Relevanz, da sie zu keiner Organisiertheit in der Lage waren.Somit hätten auch die Kommunisten fürs erste die Sieger der Geschichte und damit auch die Weichensteller für das Nachkriegsdeutschland sein müssen und das hätte man im Westblock keineswegs akzeptiert, so daß die ersten neu errichteten Fabriken in Deutschland gleich wieder neue Kanonen hätten bauen können.
Da es allerdings Zweifel an der tatsächlichen Qualität der Zerstörungen Hitlerdeutschlands gegeben hatte (MDR- Bericht...war hier auch mal verlinkt), wäre der Start in den Kommunismus somit unter den Bedingungen der Zivilisation möglich gewesen, da man Schwerindustrie und Infrastruktur relativ schnell wieder in Gang gekriegt hätte.
Anknüpfend an meine feste Überzeugung, daß die Alliierten primär wegen des vorrückenden Bolschewismus und nicht wegen der Rettung Europas in den Krieg eingegriffen hatten, nachdem sie trotz ihres Weltmachstatus alles (Annektion Sudetendeutschland, Überfall Polen usw.) schön haben laufen lassen, nimmt mir jeden Optimismus dahingehend, daß man Deutschland den kommunistischen Siegern der Geschichte überlassen hätte.
Also Barbara, daß es kein Substrat für ein neues Deutschland gab, nehme ich nicht an, das Substrat war die historische Wahrheit, basierend auf der Aussage der KPD des Jahres 1932 "Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler, wer Hitler wählt, wählt Krieg".
Das Substrat ist aber nur das eine und es hat keinen Wert, wenn das Klima nicht hin haut und selbst wenn das Klima hinhaut, muß der ganze Garten auch gepflegt werden und diese Aufgabe haben wir im kommunistisch angelegten Garten trotz optimalen Klimas leider nicht hinbekommen.
Offen bleibt nur noch die Frage, wie in der späteren DDR alles ohne den gedopten Westblock ausgegangen wäre, das könnte man dann auf ganz Deutschland hochrechnen und Deine hypothetische Frage wäre ohne die Störgröße "Marshallplan" ein klein wenig einfacher.zu beantworten.



Rot: Stimmt, den Faschismus bekämpft haben sie, aber leider oder eben nicht konsequent. Sie verbrachten mehr Zeit damit, die SPD zu bekämpfen, als die Faschisten. Ein historisches Versagen.Das mit der Organisiertheit stimmt auch nicht, die Verschwörer um Staufenberg und Goerdeler waren durchaus im Stande, einen neuen Staatsanfang zu organisieren. Außerdem ist die Frage, ob die Kommunisten durch eine freie Wahl die Macht erringen hätten können. Während Grotewohl Ulbricht den Zusammenschluß von KPD und SPD schon früh nahelegte, wurde dies zunächst von Ulbricht abgelehnt. Erst als die Wahl in Österreich zeigte, dass die Kommunisten allein nicht so leicht einen Sieg erringen konnten, schwenkte Ulbricht um.





Sie hatten ja bereits eine Interimsregierung personell gebildet.
Das ist ja auch eine höchst interessante Frage sich zu überlegen, wie das abgelaufen wäre, wäre das Attentat geglückt. Diese Regierung hätte sich ja vor allen Dingen erstmal um die Beendigung des Krieges kümmern müssen....


Hackel, ich meinte mit dem, was du mit dem besseren Wort "Substrat" bezeichnest, welcher "Politikwille" in der Bevölkerung überhaupt vorhanden war, die entweder nur autoritäre oder chaotische Strukturen in den ersten Jahrzehnten des 20 Jhdt. kennen gelernt hatte. Eine Gesellschaft braucht doch eine staatsbürgerliche Identität (unabhängig von der partei-politschen Richtung) , die deutsche hatte das doch gar nicht, verstehst du wie ich das meine? Und dieser Umstand ist aus meiner Sicht bei der Betrachtung alle Nachkriegsfolgen zu berücksichtigen, nämlich z.B. der Verarbeitung mit der NS-Zeit. Und das vor dem Hintergrund schließlich der Zweistaatlichkeit.
Ich wage mal eine These, dass die gesamte deutsche Bevölkerung gar keine (eigene) gesellschaftspolitische Identität hatte, sondern dass Politik "verordnet" wurde - nämlich von den jeweiligen Siegermächten nach deren jeweiligen politischen Gusto.
Auch die Verarbeitung der NS-Diktatur.


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#82

RE: FASCHISTEN IN DER DDR UND ANTIFASCHISTISCHER WIDERSTAND

in DDR Staat und Regime 15.08.2013 12:51
von Udo | 1.258 Beiträge

Falsch Schuddelkind!!!
Der Ausspruch stammt vom dem, der nicht Meier heißen wollte und ging ein bisschen anders: "Wer Jude ist, bestimmen wir!"


Grstungen386 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#83

RE: FASCHISTEN IN DER DDR UND ANTIFASCHISTISCHER WIDERSTAND

in DDR Staat und Regime 15.08.2013 12:52
von Grstungen386 | 597 Beiträge

@Schuddelkind, danke, das ähnelte dem Spruch vom Reichsmarschall Hermann Göring: "Wer Jude ist, bestimme ich...!". Es wurde von der nationalsoz. Regierung ernsthaft erwogen, "verdienstvollen" Juden die "Ehren-Arierschaft" zuzuerkennen. Ja, die DDR als Hort des Antifaschismus und der Gegensatz zur bösen "BRD", wer das glaubt, glaubt auch noch an Weihnachtsmann und Klapperstorch. Liebe Grüsse aus dem Zentrum dieses Hortes, Berlin, Hauptstadt der DDR....



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#84

RE: FASCHISTEN IN DER DDR UND ANTIFASCHISTISCHER WIDERSTAND

in DDR Staat und Regime 15.08.2013 12:55
von Grstungen386 | 597 Beiträge

@Udo, lustig, las gerade Deinen Beitrag..., hatte aber meinen schon geschrieben über den dicken Hermann....Ist bei unserer Familie oft Thema, da mein verstorbener Opa grosse Stücke auf Hermann Göring hielt, hauptsächlich wohl wegen seiner Qualitäten als Kampfflieger im 1.Weltkrieg. Liebe Grüsse aus Berlin, Hauptstadt der DDR.



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#85

RE: FASCHISTEN IN DER DDR UND ANTIFASCHISTISCHER WIDERSTAND

in DDR Staat und Regime 15.08.2013 13:01
von Mike59 | 7.945 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #80
Zitat von Grstungen386 im Beitrag #79
Euren Optimismus bezüglich des lupenreinen Antifschismus teile ich nicht, ein gewisser von Lenski war tüchtiger Richter an Freislers Volksgerichtshof, beschloss Todesstrafen, wurde auch der Stasi bekannt, die vertuschte, wurde Panzergeneral in Strausberg, beantragte unverschämterweise als Opfer des Faschismus anerkannt zu werden und verlebte einen ungestörten prachtvollen Lebensabend in der DDR als "verdienstvoller Bürger", prozessiert wurde nur gegen sogenannte "Nazis" wenn man politisches Kapital daraus schlagen konnte und die bösen BRD-"Alt-Nazis" blossstellen konnte....


Stammt von Mielke nicht der Ausspruch:" Wer Nazi ist, bestimmen wir!".................?


Ich wäre mal ganz vorsichtig mit einem solchen Statement - bevor hier zu irgend etwas Beifall geklatscht wird was erst mal belegt werden sollte. Wenn nicht ist das etwas armselig!


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#86

RE: FASCHISTEN IN DER DDR UND ANTIFASCHISTISCHER WIDERSTAND

in DDR Staat und Regime 15.08.2013 13:02
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Wirklich interessanter Link. http://de.wikipedia.org/wiki/Arno_von_Lenski
Das der neue Staat z.B. erfahrene Militärs brauchte und da ein Auge oder zwei zugedrückt wurden kann man schon nachvollziehen.
Das mit diesem von Lenski z.B. habe ich so aber nicht gewusst und es erstaunt mich schon, da muss man auch den entrüsteten Aufschrei betreffs Filbinger noch einmal durchdenken.


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.08.2013 13:29 | nach oben springen

#87

RE: FASCHISTEN IN DER DDR UND ANTIFASCHISTISCHER WIDERSTAND

in DDR Staat und Regime 15.08.2013 13:08
von Grstungen386 | 597 Beiträge

@Mike, ach Mike, zu ehemal. "Nazis", auch führenden, die prachtvolle Karrieren in der DDR machten, gibt es Belege, die man nicht in einer Pyramide unterbringen könnte, sogar Mielke lobte neidlos ein seinerzeit im Westen herausgegebenes Schwarzbuch DDR-Nazis, das ist so unumstritten wie der Satz des Pythagoras, sicherlich wird die "Nazi"-Dichte in der "BRD" grösser gewesen sein, aber den lupenreinen Antifschismus kannste vergessen, der war Fata Morgana.



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#88

RE: FASCHISTEN IN DER DDR UND ANTIFASCHISTISCHER WIDERSTAND

in DDR Staat und Regime 15.08.2013 13:13
von Grstungen386 | 597 Beiträge

@Nachtrag Mike, all diese Wendehälse kann man prachtvoll bei wikipedia und Co nachlesen, richtig gut war auch ein Buch des früheren DVU-Vorsitzenden Gerhard Frey der ein Buch herausbrachte "Prominente ohne Maske DDR", wer die Chance hat, sollte versuchen, dieses Buch zu lesen, verdienstvolle Bürger, die es schafften in deer Weimarer Republik, bei Adolf, bei Ulbricht, bei E.H. und sogar noch unter Modrow richtig Karriere zu machen. Habe alles nochmal im Nachhinein geprüft, ist völlig deckungsgleich mit Internet-Lebensläufen, verbreitet von wiki und Co, nix Nazi-Propaganda...



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#89

RE: FASCHISTEN IN DER DDR UND ANTIFASCHISTISCHER WIDERSTAND

in DDR Staat und Regime 15.08.2013 13:20
von Mike59 | 7.945 Beiträge

Zitat von Grstungen386 im Beitrag #87
@Mike, ach Mike, zu ehemal. "Nazis", auch führenden, die prachtvolle Karrieren in der DDR machten, gibt es Belege, die man nicht in einer Pyramide unterbringen könnte, sogar Mielke lobte neidlos ein seinerzeit im Westen herausgegebenes Schwarzbuch DDR-Nazis, das ist so unumstritten wie der Satz des Pythagoras, sicherlich wird die "Nazi"-Dichte in der "BRD" grösser gewesen sein, aber den lupenreinen Antifschismus kannste vergessen, der war Fata Morgana.


Darum geht es nicht! Es geht um das offensichtlich auf deinem Mist gewachsene Zitat welches du uns hier unterjubeln möchtest. Sollte es zutreffen ist es allerhand, aber du solltest's es nachweislich belegen können. Der Herr hat nicht meine Sympathie aber es hat etwas mit Glaubwürdigkeit zu schaffen. Einmal Glaubwürdigkeit des User den den Post verfasst und einmal die Glaubwürdigkeit des Forums in dem es verbreitet wird.


damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#90

RE: FASCHISTEN IN DER DDR UND ANTIFASCHISTISCHER WIDERSTAND

in DDR Staat und Regime 15.08.2013 13:21
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Zitat von Mike59 im Beitrag #85
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #80
Zitat von Grstungen386 im Beitrag #79
Euren Optimismus bezüglich des lupenreinen Antifschismus teile ich nicht, ein gewisser von Lenski war tüchtiger Richter an Freislers Volksgerichtshof, beschloss Todesstrafen, wurde auch der Stasi bekannt, die vertuschte, wurde Panzergeneral in Strausberg, beantragte unverschämterweise als Opfer des Faschismus anerkannt zu werden und verlebte einen ungestörten prachtvollen Lebensabend in der DDR als "verdienstvoller Bürger", prozessiert wurde nur gegen sogenannte "Nazis" wenn man politisches Kapital daraus schlagen konnte und die bösen BRD-"Alt-Nazis" blossstellen konnte....


Stammt von Mielke nicht der Ausspruch:" Wer Nazi ist, bestimmen wir!".................?


Ich wäre mal ganz vorsichtig mit einem solchen Statement - bevor hier zu irgend etwas Beifall geklatscht wird was erst mal belegt werden sollte. Wenn nicht ist das etwas armselig!


Leider läßt sich nicht eruieren, ob der Satz so von Mielke stammt. Viel wichtiger aber ist, das genau so nach dem Gusto von ihm verfahren wurde:
"1951 waren fast 160 000 ehemalige NSDAP-Mitglieder in der SED. Zwar waren viele Lehrer und Richter entlassen, zugleich aber Inoffizielle Mitarbeiter der Stasi gerade unter Altnazis angeworben worden. Warum bestimmte Fälle, auf Weisung etwa von Mielke, nicht strafrechtlich verfolgt wurden? „Pragmatismus“, sagte die Wissenschaftlerin Otto. Beim Aufbau des Stasiarchivs IX/11 zu Nazi- und Kriegsverbrechern sei es in erster Linie darum gegangen, Nazis in der Bundesrepublik zu entlarven. An zweiter Stelle seien operative Vorgänge zu Menschen im eigenen Land angelegt, diese also unter Druck gesetzt worden. Ermittlungsverfahren gegen strafrechtlich Schuldige hätten erst an letzter Stelle der Prioritätenliste gestanden. Im Gesprächsprotokoll ist Ottos Satz festgehalten: „Der Umgang mit dem Antifaschismus war politisch motiviert durch die SED-Politik, durch Elemente des kalten Krieges und des Stalinismus. So wurde er schließlich auch instrumentalisiert.“ Henry Leide, inzwischen bei der Stasiunterlagenbehörde in Rostock beschäftigter Forscher, sagte damals, die Stasi habe „mit einer unglaublichen Akribie, mit einem unheimlichen Wissen, mit einer unheimlichen Kompetenz“ Material gegen NS-Täter zusammengetragen. Andererseits kenne er einen Vorgang von 1957 aus Leipzig, wo 200 SD- und Gestapoleute festgestellt worden seien, „von denen sind acht erstmal kurzerhand angeworben worden, darunter ein Offizier der Geheimen Feldpolizei“. Und weiter: „V-Leute des SD, die vorher für die Nazis gearbeitet haben, arbeiteten weiter für das MfS“. Leides Erkenntnis: „Es sind ja keine Ausnahmefälle.“
http://www.tagesspiegel.de/politik/praes.../6312690-3.html


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zuletzt bearbeitet 15.08.2013 13:23 | nach oben springen

#91

RE: FASCHISTEN IN DER DDR UND ANTIFASCHISTISCHER WIDERSTAND

in DDR Staat und Regime 15.08.2013 13:30
von Grstungen386 | 597 Beiträge

@Mike, ich bin nicht in der Besoldungsgruppe eines Wissenschaftlers einer Forschungseinrichtung, aber DU WILLST DOCH NICHT ALLGEMEIN ANNERKANNTE UND BELEGTE TATSACHEN bestreiten, ich hoffe, Du forderst von mir keine Belege für die Enstehungsgeschichte von menschlichen Embryos, das Aufsteigen von vielen ehemal. "Nazis" in höchste Staatsämter und die Instrumentalisierung anderer "Nazis", wenn es gegen die böse "BRD" ging wird nicht mal von ernstzunehmenden Politikern der Linken bestritten, bspw. des leider verstorbenen prachtvollen Lothar Bisky, den ich hierzu bei Podiumsdiskussion mal erlebte, also behalte bitte Deine unqualifizierten Äusserungen für Dich !!



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#92

RE: FASCHISTEN IN DER DDR UND ANTIFASCHISTISCHER WIDERSTAND

in DDR Staat und Regime 15.08.2013 13:31
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #78
Zitat von Hackel39 im Beitrag #77
[quote=Barbara|p281444][quote=Hackel39|p281121][quote=Barbara|p281107][quote=Hackel39|p281036][quote=Schuddelkind|p281029].




Rot: Stimmt, den Faschismus bekämpft haben sie, aber leider oder eben nicht konsequent. Sie verbrachten mehr Zeit damit, die SPD zu bekämpfen, als die Faschisten. Ein historisches Versagen.Das mit der Organisiertheit stimmt auch nicht, die Verschwörer um Staufenberg und Goerdeler waren durchaus im Stande, einen neuen Staatsanfang zu organisieren. Außerdem ist die Frage, ob die Kommunisten durch eine freie Wahl die Macht erringen hätten können. Während Grotewohl Ulbricht den Zusammenschluß von KPD und SPD schon früh nahelegte, wurde dies zunächst von Ulbricht abgelehnt. Erst als die Wahl in Österreich zeigte, dass die Kommunisten allein nicht so leicht einen Sieg erringen konnten, schwenkte Ulbricht um.


Unter Stauffenberg wäre es niemals zur Ausrottung des Faschismus gekommen, und das wäre die Grundbedingung für einen Neuanfang mit dem Status 1944 gewesen.
Eine zwangsläufige Amnestie unzähliger früherer Naziaktivisten wäre wohl ein Fehlstart in das neue Deutschland.
Auch waren die Feinde der Verschwörer neben Hitler eben auch die vorrückenden Rotarmisten und so dachte man zwischenzeitlich darüber nach, die Westfront schnell zu öffnen, damit Deutschland nicht den Russen in die Hände fallen möge
Mit Neuanfang hat das nichts zu tun,die Brandstifter von gestern wären die Profiteure von heute gewesen in Gestalt des Großkapitals und die hätten weitere Kriege angezettelt.
Zwar muß man auch einräumen, daß die Verschwörer (die es vor Stauffenberg schon gab) ebenso wie überfallene und anektierte Nachbarstaaten Nazideutschlands von den späteren Westbefreiern allein gelassen wurden, so gesehen kann man den Verschwörern keinesfalls Zaudern und Zögern vorwerfen, zu weit fortgeschritten war schon der Naziterror, den allein die Kommunisten in einer viel früheren Phase noch verhindert hätten.



zuletzt bearbeitet 15.08.2013 13:37 | nach oben springen

#93

RE: FASCHISTEN IN DER DDR UND ANTIFASCHISTISCHER WIDERSTAND

in DDR Staat und Regime 15.08.2013 13:38
von Grenzgänger (gelöscht)
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Ich habe dazu mal was vom nostalgiker geklaut (hätte es auch selber eintippen können, so gehts schneller..)

"Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ..."
_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

Es sind "die Amputierten auf der Station", die den Sieg der Revolution feiern...und die sich Mut machen damit, das es schade wär um das Bein.. "schlügst du nicht, Kamerad, noch die Schlacht"... und die Schlacht wird für viel länger sein

Sie sind sich nach der Revolution (dem Krieg) ganz sicher, dass jetzt alles gut wird, trotz fehlendem Bein..
..aber auf einmal bricht ab der Gesang... (siehe oben)

Und das ist eben die Krux- es gab keinen neuen Menschen !
Auf keiner Seite und zu keiner Zeit- auch der Faschismus ist schon mit und durch die Menschen entstanden, die vor ihm da waren.
Und nach dem Krieg dasselbe Dilemma:
Alles musste mit und von denen gemacht werden, die eben nun mal da waren.
Manche (viele) haben sich beeinflussen lassen, manche (viele) eben auch nicht

Und warum sind denn so viele, die (warum auch immer und wer auch immer) geahnt haben oder denen man es gesagt hat, dass es ihnen in der sowjetischen Zone (schon, als noch niemand an DDR oder BRD gedacht hat) "ans Leder gehen wird", in die Westzonen verschwunden ?
Die meisten davon haben sicher ihren persönlichen Dreck am Stecken schon gefühlt oder gekannt..

Weil mit deutlich größerer Nachsicht der Westalliierten gerechnet worden ist und weil die Eiszeit zwischen den Alliierten und der folgende Kalte Krieg schon am Horizont sichtbar geworden ist !

Zu der These, dass sich der Mensch nicht tatsächlich ändert, stelle ich noch ein Gedicht von Helmut Preißler dazu:

Als der Mensch unter den Trümmern
seines zerbombten Hauses
hervorgezogen wurde
schüttelte er sich
und sagte:

Nie Wieder !

Jedenfalls nicht gleich.

Siggi


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#94

RE: FASCHISTEN IN DER DDR UND ANTIFASCHISTISCHER WIDERSTAND

in DDR Staat und Regime 15.08.2013 13:39
von Alfred | 6.841 Beiträge

Hallo,

man solltest aber auch schreiben, dass Lenski 1943 in sow. Kriegsgefangenschaft kam, Mitglied des NKFD war und 1944 in Abwesenheit von einen deutschen Gericht zum Tode verurteilt wurde.
1949 kehrte er aus der sow. Gefangenschaft zurück. Sprich, er dürfte mit den Faschismus gebrochen haben.
Lenski war im III Senat Beisitzer und hier als militärischer Sachverständiger tätig. Hier sollte auch angemerkt werden, dass Lenski dem Volksgerichtshof nicht mehr angehörte, als Freisler seinen Dienst als Präsident antrat.

Es war doch auch bekannt, dass es "ehemalige" gab, die die DDR mit aufbauten. Warum denn nicht. Man musste den Personen ja auch Verbrechen nachweisen. Ein Verdacht reichte nicht.
Und wo ist das Problem, wenn dass MfS ehemalige Angehörige anwarb z.B. Wehrmacht ? Um in bestimmte Kreise einzudringen war dies nun mal nötig, so ist dies eben.


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#95

RE: FASCHISTEN IN DER DDR UND ANTIFASCHISTISCHER WIDERSTAND

in DDR Staat und Regime 15.08.2013 13:43
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Alfred im Beitrag #94
Hallo,

man solltest aber auch schreiben, dass Lenski 1943 in sow. Kriegsgefangenschaft kam, Mitglied des NKFD war und 1944 in Abwesenheit von einen deutschen Gericht zum Tode verurteilt wurde.
1949 kehrte er aus der sow. Gefangenschaft zurück. Sprich, er dürfte mit den Faschismus gebrochen haben.
Lenski war im III Senat Beisitzer und hier als militärischer Sachverständiger tätig. Hier sollte auch angemerkt werden, dass Lenski dem Volksgerichtshof nicht mehr angehörte, als Freisler seinen Dienst als Präsident antrat.

Es war doch auch bekannt, dass es "ehemalige" gab, die die DDR mit aufbauten. Warum denn nicht. Man musste den Personen ja auch Verbrechen nachweisen. Ein Verdacht reichte nicht.
Und wo ist das Problem, wenn dass MfS ehemalige Angehörige anwarb z.B. Wehrmacht ? Um in bestimmte Kreise einzudringen war dies nun mal nötig, so ist dies eben.


Das kannst du anführen, aber Beisitzer am Volksgerichtshof wird man sicherlich nicht versehentlich und ob da einfaches Brechen mit der Vergangenheit ausreicht um dies im Nachhinein zu tolerieren ist für mich fraglich.


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.08.2013 13:43 | nach oben springen

#96

RE: FASCHISTEN IN DER DDR UND ANTIFASCHISTISCHER WIDERSTAND

in DDR Staat und Regime 15.08.2013 13:49
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #95
Zitat von Alfred im Beitrag #94
Hallo,

man solltest aber auch schreiben, dass Lenski 1943 in sow. Kriegsgefangenschaft kam, Mitglied des NKFD war und 1944 in Abwesenheit von einen deutschen Gericht zum Tode verurteilt wurde.
1949 kehrte er aus der sow. Gefangenschaft zurück. Sprich, er dürfte mit den Faschismus gebrochen haben.
Lenski war im III Senat Beisitzer und hier als militärischer Sachverständiger tätig. Hier sollte auch angemerkt werden, dass Lenski dem Volksgerichtshof nicht mehr angehörte, als Freisler seinen Dienst als Präsident antrat.

Es war doch auch bekannt, dass es "ehemalige" gab, die die DDR mit aufbauten. Warum denn nicht. Man musste den Personen ja auch Verbrechen nachweisen. Ein Verdacht reichte nicht.
Und wo ist das Problem, wenn dass MfS ehemalige Angehörige anwarb z.B. Wehrmacht ? Um in bestimmte Kreise einzudringen war dies nun mal nötig, so ist dies eben.


Das kannst du anführen, aber Beisitzer am Volksgerichtshof wird man sicherlich nicht versehentlich und ob da einfaches Brechen mit der Vergangenheit ausreicht um dies im Nachhinein zu tolerieren ist für mich fraglich.


Dazu interessant ist folgenes http://books.google.de/books?id=lK9z4zov...epage&q&f=false, S107, ab dem zweiten Absatz.


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#97

RE: FASCHISTEN IN DER DDR UND ANTIFASCHISTISCHER WIDERSTAND

in DDR Staat und Regime 15.08.2013 13:56
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #81
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #78
[quote=Hackel39|p281485][quote=Barbara|p281444][quote=Hackel39|p281121][quote=Barbara|p281107][quote=Hackel39|p281036][quote=Schuddelkind|p281029].







Hackel, ich meinte mit dem, was du mit dem besseren Wort "Substrat" bezeichnest, welcher "Politikwille" in der Bevölkerung überhaupt vorhanden war, die entweder nur autoritäre oder chaotische Strukturen in den ersten Jahrzehnten des 20 Jhdt. kennen gelernt hatte. Eine Gesellschaft braucht doch eine staatsbürgerliche Identität (unabhängig von der partei-politschen Richtung) , die deutsche hatte das doch gar nicht, verstehst du wie ich das meine? Und dieser Umstand ist aus meiner Sicht bei der Betrachtung alle Nachkriegsfolgen zu berücksichtigen, nämlich z.B. der Verarbeitung mit der NS-Zeit. Und das vor dem Hintergrund schließlich der Zweistaatlichkeit.
Ich wage mal eine These, dass die gesamte deutsche Bevölkerung gar keine (eigene) gesellschaftspolitische Identität hatte, sondern dass Politik "verordnet" wurde - nämlich von den jeweiligen Siegermächten nach deren jeweiligen politischen Gusto.
Auch die Verarbeitung der NS-Diktatur.






Na dann bleibt ja nur noch der Rückfall in die Kleinstaaterei - Sachsen- Bayern - Thüringen und keiner war mehr Nazi....
Also kann den Bayern keiner mehr mit Heydrich kommen, den Sachsen keiner mit Goebbels und den Thüringern keiner mit Göring.
So wie wir uns im Moment gegenseitig postum die Nazis einbuchen, so hätten das vor fast 70 Jahren die neuen Bundesländer mit- und gegeneinander ausgekabbelt, denn wer wollte denn 1945 schon noch Deutscher sein ?



zuletzt bearbeitet 15.08.2013 14:24 | nach oben springen

#98

RE: FASCHISTEN IN DER DDR UND ANTIFASCHISTISCHER WIDERSTAND

in DDR Staat und Regime 15.08.2013 13:58
von Mike59 | 7.945 Beiträge

Zitat von Grstungen386 im Beitrag #91
@Mike, ich bin nicht in der Besoldungsgruppe eines Wissenschaftlers einer Forschungseinrichtung, aber DU WILLST DOCH NICHT ALLGEMEIN ANNERKANNTE UND BELEGTE TATSACHEN bestreiten, ich hoffe, Du forderst von mir keine Belege für die Enstehungsgeschichte von menschlichen Embryos, das Aufsteigen von vielen ehemal. "Nazis" in höchste Staatsämter und die Instrumentalisierung anderer "Nazis", wenn es gegen die böse "BRD" ging wird nicht mal von ernstzunehmenden Politikern der Linken bestritten, bspw. des leider verstorbenen prachtvollen Lothar Bisky, den ich hierzu bei Podiumsdiskussion mal erlebte, also behalte bitte Deine unqualifizierten Äusserungen für Dich !!


Zu unser aller Glück hast du hier ja einen wirklich qualifizierten Beitrag gebracht. Er erklärt eigentlich alles.


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#99

RE: FASCHISTEN IN DER DDR UND ANTIFASCHISTISCHER WIDERSTAND

in DDR Staat und Regime 15.08.2013 14:02
von passport | 2.628 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #90
Zitat von Mike59 im Beitrag #85
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #80
Zitat von Grstungen386 im Beitrag #79
Euren Optimismus bezüglich des lupenreinen Antifschismus teile ich nicht, ein gewisser von Lenski war tüchtiger Richter an Freislers Volksgerichtshof, beschloss Todesstrafen, wurde auch der Stasi bekannt, die vertuschte, wurde Panzergeneral in Strausberg, beantragte unverschämterweise als Opfer des Faschismus anerkannt zu werden und verlebte einen ungestörten prachtvollen Lebensabend in der DDR als "verdienstvoller Bürger", prozessiert wurde nur gegen sogenannte "Nazis" wenn man politisches Kapital daraus schlagen konnte und die bösen BRD-"Alt-Nazis" blossstellen konnte....


Stammt von Mielke nicht der Ausspruch:" Wer Nazi ist, bestimmen wir!".................?


Ich wäre mal ganz vorsichtig mit einem solchen Statement - bevor hier zu irgend etwas Beifall geklatscht wird was erst mal belegt werden sollte. Wenn nicht ist das etwas armselig!


Leider läßt sich nicht eruieren, ob der Satz so von Mielke stammt. Viel wichtiger aber ist, das genau so nach dem Gusto von ihm verfahren wurde:
"1951 waren fast 160 000 ehemalige NSDAP-Mitglieder in der SED. Zwar waren viele Lehrer und Richter entlassen, zugleich aber Inoffizielle Mitarbeiter der Stasi gerade unter Altnazis angeworben worden. Warum bestimmte Fälle, auf Weisung etwa von Mielke, nicht strafrechtlich verfolgt wurden? „Pragmatismus“, sagte die Wissenschaftlerin Otto. Beim Aufbau des Stasiarchivs IX/11 zu Nazi- und Kriegsverbrechern sei es in erster Linie darum gegangen, Nazis in der Bundesrepublik zu entlarven. An zweiter Stelle seien operative Vorgänge zu Menschen im eigenen Land angelegt, diese also unter Druck gesetzt worden. Ermittlungsverfahren gegen strafrechtlich Schuldige hätten erst an letzter Stelle der Prioritätenliste gestanden. Im Gesprächsprotokoll ist Ottos Satz festgehalten: „Der Umgang mit dem Antifaschismus war politisch motiviert durch die SED-Politik, durch Elemente des kalten Krieges und des Stalinismus. So wurde er schließlich auch instrumentalisiert.“ Henry Leide, inzwischen bei der Stasiunterlagenbehörde in Rostock beschäftigter Forscher, sagte damals, die Stasi habe „mit einer unglaublichen Akribie, mit einem unheimlichen Wissen, mit einer unheimlichen Kompetenz“ Material gegen NS-Täter zusammengetragen. Andererseits kenne er einen Vorgang von 1957 aus Leipzig, wo 200 SD- und Gestapoleute festgestellt worden seien, „von denen sind acht erstmal kurzerhand angeworben worden, darunter ein Offizier der Geheimen Feldpolizei“. Und weiter: „V-Leute des SD, die vorher für die Nazis gearbeitet haben, arbeiteten weiter für das MfS“. Leides Erkenntnis: „Es sind ja keine Ausnahmefälle.“
http://www.tagesspiegel.de/politik/praes.../6312690-3.html


Hier ein paar Links zur Auffrischung

FASCHISTEN IN DER DDR UND ANTIFASCHISTISCHER WIDERSTAND (4)

FASCHISTEN IN DER DDR UND ANTIFASCHISTISCHER WIDERSTAND (4)

http://www.grh-ev.org/html/munchhausen.html

http://www.grh-ev.org/assets/applets/GRH...tion-1-2011.pdf

Schuddel..., kannste Du nicht oder bist Du nicht in der Lage zu begreifen das es keine Mitarbeit bzw. Zusammenarbeit bei den Schutz-und Sicherheitsorganen der DDR mit ehemaligen Nazi-Verbrechern gab! Entscheident war doch ob dieser Personenkreis an KRIEGSVERBRECHEN beteiligt war oder nicht. Erst bei eindeutiger Beweislast konnte es zu einen Gerichtsverfahren kommen. Das war in DDR und in jeden anderen Rechtsstaat ein anerkanntes Prinzip! Deinen Leide kannste Vergessen.

NUR MAL ALLES RICHTIG LESEN !!!



Der Schwur von Buchenwald

Wir stellen den Kampf erst ein,
wenn auch der letzte Schuldige
vor den Richtern der Völker steht.
Die Vernichtung Des Nazismus
Mit seinen Wurzeln ist unsere Losung.
Der Aufbau einer neuen Welt
des Friedens und Der Freiheit
ist unser ziel.
Das sind wir unseren gemordeten Kameraden
und ihren Angehörigen schuldig.
Aus dem Schwur von Buchenwald vom 19. April 1945


passport


damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#100

RE: FASCHISTEN IN DER DDR UND ANTIFASCHISTISCHER WIDERSTAND

in DDR Staat und Regime 15.08.2013 14:20
von Grstungen386 | 597 Beiträge

@passport, und dieser Buchenwald-Schwur ist für Dich ein hinreichender Beleg für den lupenreinen DDR-Antifschismus, ist das tatsächlich Dein Ernst !!?? Das wäre ja fast so, als wenn Du den Politikern unserer Scheindemokratie glauben würdest, sie tun tatsächlich alles um Schaden vom deutschen Volk abzuwenden, wie es in deren Eid heisst, obwohl sie täglich nachweislich die Interessen der meisten Deutschen mit Füssen treten...



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