#41

RE: Ceaușescu - ein eigener Weg im Warschauer Pakt?

in DDR Staat und Regime 07.08.2013 22:30
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Er hatte es immerhin geschafft die Auslandsschulden abzutragen, die freien Mittel hätten ab '90 in die Wirschaft gehen sollen. Wäre er nicht so größenwahnsinnig gewesen und hätte zeitgleich nicht so viele Kapazitäten in überflüssige Prestigeobjekte gesteckt, dann hätte es wieder aufwärts gehen können. So falsch war er ja dann nicht der rumänische Sonderweg, sie hätten diesen kranken Kerl und einige seiner Dekrete nur einfach schon früher entsorgen müssen!


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 07.08.2013 22:31 | nach oben springen

#42

RE: Ceaușescu - ein eigener Weg im Warschauer Pakt?

in DDR Staat und Regime 07.08.2013 22:33
von Harzwanderer | 2.943 Beiträge

Das Land ist aber total verarmt in der Zeit, die Infrastruktur total runtergekommen.

Tolle Fotoserie über Ceaucescu:
http://www.militaryphotos.net/forums/sho...ucescu-s-Family


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zuletzt bearbeitet 07.08.2013 22:35 | nach oben springen

#43

RE: Ceaușescu - ein eigener Weg im Warschauer Pakt?

in DDR Staat und Regime 07.08.2013 22:41
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Sicher und seine kranke Familienpolitik hat auch dazu beigetragen die Bevölkerung verarmen zu lassen. Trotzdem würde ich Rumänien damals das eine bessere Position attestieren als Griechenland heute, die tragen ihre Schulden nie alleine ab auch wenn schon Milliarden gestrichen wurden.

Rumänien hätte jedoch ab 1990 einen Aufschwung erfahren können, langsam aber es wäre gegangen. Nur Nicolae hätte vorher noch weggemusst, mit dem und seinen Protzprojekten wäre es wieder Bergab gegangen. Die ganzen Mittel hätten in die Wirtschaft gehört, ein Volk was so zurückstecken kann wäre dann auch wieder ein Aufbauwerk gelungen.

Was soll's, alles Spekulation. Er hatte seinen Weg, er hat ihn versaut, er hat verdient geendet!


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#44

RE: Ceaușescu - ein eigener Weg im Warschauer Pakt?

in DDR Staat und Regime 07.08.2013 22:48
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Danke, schöne Bilder.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#45

RE: Ceaușescu - ein eigener Weg im Warschauer Pakt?

in DDR Staat und Regime 07.08.2013 22:49
von turtle | 6.961 Beiträge

János Kádár, Todor Schiwkow, Gustáv Husák, Nicolae Ceaușescu Erich Honecker sie alle hätten früher weg gemusst. Zu Eigenwillig, Altersstarsinn, nicht die Zeichen der Zeit erkennend waren sie unfähig zur Änderung. Gemeinsam waren sie am Ende die Totengräber des Sozialismus. Etwas" Gulaschkommunismus" in Ungarn war zu wenig. 1968 gab es eine Chance in der CSSR. Wir wissen wie sie erstickt wurde.
PS 1998 wurde auf 1968 korrigiert


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#46

RE: Ceaușescu - ein eigener Weg im Warschauer Pakt?

in DDR Staat und Regime 07.08.2013 22:52
von Gert | 12.362 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #41
Er hatte es immerhin geschafft die Auslandsschulden abzutragen, die freien Mittel hätten ab '90 in die Wirschaft gehen sollen. Wäre er nicht so größenwahnsinnig gewesen und hätte zeitgleich nicht so viele Kapazitäten in überflüssige Prestigeobjekte gesteckt, dann hätte es wieder aufwärts gehen können. So falsch war er ja dann nicht der rumänische Sonderweg, sie hätten diesen kranken Kerl und einige seiner Dekrete nur einfach schon früher entsorgen müssen!

rot mark. das wäre doch nur eine Teillösung gewesen. Sie ( das rumänische Volk)haben doch alles richtig gemacht, sie habe die ganze kranke Ideologie beseitigt und auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen. Die willkürliche Erschiessung Ceaușescus finde ich nicht gut, schon gar nicht die seiner Frau, man hätte ihnen einen rechtstaatlichen Prozess mit Urteil machen müssen.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#47

RE: Ceaușescu - ein eigener Weg im Warschauer Pakt?

in DDR Staat und Regime 07.08.2013 22:53
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Peter Du meinst sicher 1968.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#48

RE: Ceaușescu - ein eigener Weg im Warschauer Pakt?

in DDR Staat und Regime 07.08.2013 22:55
von Harzwanderer | 2.943 Beiträge

Der einzige Ost-Machthaber, der die Macht zum Teil bewusst abgegeben hat, eher aufgegeben hat weil er nicht mehr anders konnte, war Gorbatschow.


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#49

RE: Ceaușescu - ein eigener Weg im Warschauer Pakt?

in DDR Staat und Regime 07.08.2013 22:55
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #47
Peter Du meinst sicher 1968.

Ach Du Schreck, na klar 1968 mit Alexander Dubček


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#50

RE: Ceaușescu - ein eigener Weg im Warschauer Pakt?

in DDR Staat und Regime 07.08.2013 22:56
von Gert | 12.362 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #45
János Kádár, Todor Schiwkow, Gustáv Husák, Nicolae Ceaușescu Erich Honecker sie alle hätten früher weg gemusst. Zu Eigenwillig, Altersstarsinn, nicht die Zeichen der Zeit erkennend waren sie unfähig zur Änderung. Gemeinsam waren sie am Ende die Totengräber des Sozialismus. Etwas" Gulaschkommunismus" in Ungarn war zu wenig. 1989 gab es eine Chance in der CSSR. Wir wissen wie sie erstickt wurde.


Peter, du meinst sicher 1968 mit dem Prager Frühling und der anschließenden Okkupation durch Truppen des Warschauer Paktes. Gut dass die Russen Ulbricht an die Leine genommen haben, eine 2. Okkupation innerhalb 30 Jahren in Feldgrau hätten die Tschechen uns in den nächsten 1000 Jahren nicht verziehen.



edit fähler


.
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John F.Kennedy 1963 in Berlin
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zuletzt bearbeitet 07.08.2013 23:01 | nach oben springen

#51

RE: Ceaușescu - ein eigener Weg im Warschauer Pakt?

in DDR Staat und Regime 07.08.2013 22:58
von Harzwanderer | 2.943 Beiträge

Honecker soll ja um 1980 einen NVA-Einmarsch nach Polen befürwortet haben.

http://www.monstersandcritics.de/artikel...-ARTE-20-15-Uhr


zuletzt bearbeitet 07.08.2013 23:05 | nach oben springen

#52

RE: Ceaușescu - ein eigener Weg im Warschauer Pakt?

in DDR Staat und Regime 07.08.2013 23:00
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #45
János Kádár, Todor Schiwkow, Gustáv Husák, Nicolae Ceaușescu Erich Honecker sie alle hätten früher weg gemusst. Zu Eigenwillig, Altersstarsinn, nicht die Zeichen der Zeit erkennend waren sie unfähig zur Änderung. Gemeinsam waren sie am Ende die Totengräber des Sozialismus. Etwas" Gulaschkommunismus" in Ungarn war zu wenig. 1989 gab es eine Chance in der CSSR. Wir wissen wie sie erstickt wurde.


Ein bisschen differenzieren würde ich da schon: János Kádár hat - in meinen Augen - in Ungarn doch einiges bewegt.

Übrigens war ich vor ca. 40 Jahren mal Abonnent der SPD-Zeitung "Vorwärts" - zu der Zeit, als die SPD noch glaubte, Wähler würden lesen.
Jedenfalls war seinerzeit ein sehr langer Artikel in der Zeitung über die Lebensumstände in Ungarn - mit dem Endsatz: Wenn heute in Ungarn freie Wahlen wären - János Kádár würde sie gewinnen.

Gruss

icke



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#53

RE: Ceaușescu - ein eigener Weg im Warschauer Pakt?

in DDR Staat und Regime 07.08.2013 23:03
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von icke46 im Beitrag #52
Zitat von turtle im Beitrag #45
János Kádár, Todor Schiwkow, Gustáv Husák, Nicolae Ceaușescu Erich Honecker sie alle hätten früher weg gemusst. Zu Eigenwillig, Altersstarsinn, nicht die Zeichen der Zeit erkennend waren sie unfähig zur Änderung. Gemeinsam waren sie am Ende die Totengräber des Sozialismus. Etwas" Gulaschkommunismus" in Ungarn war zu wenig. 1989 gab es eine Chance in der CSSR. Wir wissen wie sie erstickt wurde.


Ein bisschen differenzieren würde ich da schon: János Kádár hat - in meinen Augen - in Ungarn doch einiges bewegt.

Übrigens war ich vor ca. 40 Jahren mal Abonnent der SPD-Zeitung "Vorwärts" - zu der Zeit, als die SPD noch glaubte, Wähler würden lesen.
Jedenfalls war seinerzeit ein sehr langer Artikel in der Zeitung über die Lebensumstände in Ungarn - mit dem Endsatz: Wenn heute in Ungarn freie Wahlen wären - János Kádár würde sie gewinnen.

Gruss

icke




Habe geschrieben etwas "Gulaschkommunismus" war zu wenig. http://de.wikipedia.org/wiki/Gulaschkommunismus
Ich widerspreche Dir .Die Ungarn hätten nie Kádár's Rolle 1956 vergessen.aus Wiki:

János Kádár war nach anfänglicher Teilnahme maßgeblich an der Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstands 1956 beteiligt. Er gründete mit Hilfe der Sowjetunion die Gegenregierung zur von Imre Nagy geführten Regierung und bat nach vorheriger Absprache bzw. Anweisung in Moskau die Sowjetunion um Waffenhilfe, die zur schnellen Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstands führte. In den folgenden Jahren wurden mehr als 1200 Menschen hingerichtet (darunter Imre Nagy) und mehrere tausend Personen inhaftiert.


zuletzt bearbeitet 07.08.2013 23:11 | nach oben springen

#54

RE: Ceaușescu - ein eigener Weg im Warschauer Pakt?

in DDR Staat und Regime 07.08.2013 23:35
von Wossi EK 83 1 | 59 Beiträge

Ein Weg entsteht bekanntlich dadurch, dass man ihn geht.
Mögen auch kleinere eigene Schritte in Ungarn, der CSSR und auch in Rumänien gegangen worden sein, die vom Ansatz nicht schlechte Idee des Sozialismus ( ist erst mal ) gründlich gescheitert.

Ich bin mir recht sicher, in den nächsten Jahrzehnten wird es keinen weiteren Versuch in Mitteleuropa oder gar auf deutschem Boden geben.

Eine Politik geht immer nur mit und für die Menschen.

Aber aus der Geschichte kann man Lehren ziehen, sie bewahren und nicht vergessen. Vielleicht spitzen sich gesellschaftliche Widersprüche derartig zu, irgendwann bricht sich Volkes Zorn/ Verzweiflung seine Bahn. In Portugal, Spanien, Frankreich und auch in Griechenland wird immer öfter gegen Jugendarbeitslosigkeit, Sozialabbau, Verarmung... auf der Straße protestiert.

Wenn der starke Arm es will, stehen alle Räder still, dieses Zitat habe ich im Zusammenhang mit der Arbeiterbewegung früher oft gehört.

Vielleicht haben sich alle Gedankenspiele aber bald selbst erledigt, wenn wir weiterhin diesen ungebremsten Raubbau an unserer schönen Erde betreiben.

Die Verwirklichung der sozialistischen Idee ist vorerst gescheitert, aber wer kann schon heute in das Jahr 2113 schauen???


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#55

RE: Ceaușescu - ein eigener Weg im Warschauer Pakt?

in DDR Staat und Regime 07.08.2013 23:48
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #48
Der einzige Ost-Machthaber, der die Macht zum Teil bewusst abgegeben hat, eher aufgegeben hat weil er nicht mehr anders konnte, war Gorbatschow.


Jaruselski betrachten die Polen auch gemischt, er hat den polnischen Weg gewählt und nicht die Russen um Hilfe angebettelt wie die anderen Verräter an ihren Völkern.
Nach Katyn und den Verkauf Polens an Hitler durch Stalin hätte Breshnew wohl, nachdem der sonnenbebrillte General in Warschau an einem Laternenmast gebaumelt hätte, den ersten richtigen Krieg eines Landes im Ostblock gegen die sowjetischen Interventionstruppen befürchten müssen.


zuletzt bearbeitet 08.08.2013 00:08 | nach oben springen

#56

RE: Ceaușescu - ein eigener Weg im Warschauer Pakt?

in DDR Staat und Regime 08.08.2013 09:06
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #42
Das Land ist aber total verarmt in der Zeit, die Infrastruktur total runtergekommen.

Tolle Fotoserie über Ceaucescu:
http://www.militaryphotos.net/forums/sho...ucescu-s-Family



danke für diese eindrucksvollen Fotos, Harzwanderer.
Ich war im August/September 1989 in Rumänien, hab mit einem Wanderfreund aus dem Raum Dresden eine Bergtour im Fagaras gemacht, ca. 10 Tage mit einem Zelt und Kraxe auf dem Rücken, jeder so ca. 25..30 Kg Gepäck. Wir sind mit dem Zug von Dresden über Budapest - Timesoara -Sibiu (Hermannstadt) und zurück von Brasov (Kronstadt) - Timesoara - Budapest - Dresden gereist.
Zuvor hatten wir uns mit Wanderfreunden aus Dresden beraten, die die Tour in den Jahren zuvor schon mal durchgeführt haben und hatten in unserem Gepäck sämtliche Lebensmittel, die wir für die 10 Tage brauchten - und das war auch gut so !!!
Zusätzlich ein paar Päckchen Pfeffer und so 2..3 Tütchen Kaffee als "Devisen". Und natürlich die rumänischen Lei vom limintierten Umtausch.
Am Grenzübergang Ungarn/Rumänien kam der rumänische Zoll durch den Zug, wir mussten die gesamten Kraxen auspacken. Das Problem waren nicht die Lebensmittel - wir fragten die Zöllner, was sie speziell suchen...... "verbotene Schriften" - so zB. eine Bibel, wurde uns erklärt.
Nun gut, hatten wir nicht, kein Problem.
Draussen vor dem haltenden Zug liefen derweil bettelnde, zerlumpte Kinder herum und klopften an die Fenster, sie wollten Geld und Süssigkeiten.
Unser heiles Sozialismus-Bild - wir kamen aus der DDR, wo es an Lebensmitteln ja nun wirklich nicht mangelte, ausser ein paar Südfrüchten - bekam den ersten Knacks weg. Das war also das Land von Honeckers engsten Freund ???
Es sollte noch dicker kommen:
Nachdem wir in Sibiu aus dem Zug gestiegen waren, bummelten wir durch das Städchen, wir hatten etwas Zeit bis zum Anschlusszug.
Ein Blick in die Auslagen der Buchhandlung: Eine Ceaucescu-Schrift neben der andern - nun, das kannten wir ja von daheim, nur dass da auf jedem Einband das Konterfei Honeckers prangte...
Ein Gang durch einen Lebensmittelladen:
kunstvoll aufgestapelte grüne und gelbe Kernseife, Mineralwasser, Nudeln, ein Stand mit etwas Brot auf Marken, in einer Ecke gab es irgendwelch ekliges Glibberzeugs, welches entfernt an Fleisch erinnerte - auf Marken. Pro Person und Monat 1 Kg, wie wir später erfuhren. Die Leute auf der Strasse wirkten irgendwie hohlwangig, unterernährt. Ein beinamputierter Mann schlurfte auf seinen Stünpfen über den Fussgängerweg und bettelte.
Der Schock sass uns in den Knochen..
Real existierender Sozialismus ?

Unser Zug in das kleine Dorf, welches Ausgangspunkt unserer Bergtour sein sollte, ging bald, zum Glück..
Als wir dort ausstiegen, war es stockdunkel - kein Strom für öffentliche Beleuchtung. Mit der Taschenlampe leuchteten wir uns ein wenig den Weg ab und schlugen dann irgendwann am Wegrand unser kleines Zelt auf.
Die nächten Tage waren wir völlig auf uns gestellt in den Bergen, trafen kaum andere Wanderer.
Auf dem Rückweg nach der Kammwanderung durchs Fagaras hatten wir noch mal ein paar Stunden Aufenthalt in Brasov.
Für meine Lei - die ich bis dato kaum ausgeben konnte - wofür auch ? - habe ich in einem Kaufhaus schönes Stahlgeschirr erworben, welches noch heute in meinem Haushalt ist.
Nach einer Nacht, stehend, im überfüllten Zug kamen wir morgens am 9.September 1989 im sonnigen Budapest an, übermüdet.
Ungarn hatte an diesem Tag die Grenze zu Österreich geöffnet und liess die DDR-Bürger, die im Lande waren, einfach so gehen.
Wir wussten nichts davon und stiegen in den Zug nach Dresden - nicht in den nach Wien.
Nach unserer Rückkehr in Dresden haben wir uns dann schon gefragt, ob wir da eine kluge Entscheidung getroffen haben.
Die Lage in der DDR spitzte sich Ende September/ Anfang Oktober zu, am 3, Oktober wurde die Grenze zur CSSR geschlossen und die Sonderzüge mit den DDR-Flüchtlingen aus der Prager Botschaft über Dresden geleitet. Ergebnis: es gab Gewalt und Tumulte auf dem Dresdner Hauptbahnhof.

An jenem 3.Oktober habe ich den Glauben an die Humanität des Sozialismus endgültig verloren bin nach 16 Jahren Mitgliedschaft aus der SED ausgetreten. Diesen Schritt habe ich nie bereut.

Wenn ich die Bilder der Gewalt aus dem Dezember 89 in Rumänien sehe, kommen mir Tränen, Es musste so kommen.
Und dass jener Diktator Ceaucescu einfach so standrechtlich erschossen wurde, finde ich in Ordnung - er hat es nach allem, was er seinem Volk angetan hat, nicht anders verdient.
Ich bin froh, dass unser Herbst 89 dank vieler besonnerer Leute in beiden Lagern im Wesentlichen friedlich verlaufen ist.

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
turtle, Pit 59, Marienborn89, Feliks D., thomas 48 und Anja-Andrea haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 08.08.2013 10:02 | nach oben springen

#57

RE: Ceaușescu - ein eigener Weg im Warschauer Pakt?

in DDR Staat und Regime 08.08.2013 09:49
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #53

Ich widerspreche Dir .Die Ungarn hätten nie Kádár's Rolle 1956 vergessen.aus Wiki:

János Kádár war nach anfänglicher Teilnahme maßgeblich an der Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstands 1956 beteiligt. Er gründete mit Hilfe der Sowjetunion die Gegenregierung zur von Imre Nagy geführten Regierung und bat nach vorheriger Absprache bzw. Anweisung in Moskau die Sowjetunion um Waffenhilfe, die zur schnellen Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstands führte. In den folgenden Jahren wurden mehr als 1200 Menschen hingerichtet (darunter Imre Nagy) und mehrere tausend Personen inhaftiert.


Da musst Du mir nicht widersprechen - der Text, den ich zitierte, war ja von den Betonkommnunisten, die sich als SPD tarnen.

Meine Meinung ist allerdings, dass sich solche Dinge wie die Rolle Kàdàrs 1956 eventuell etwas anders gesehen wurden, je weiter die Ereignisse zurücklagen. Immerhin waren zum Zeitpunkt des von mir zitierten Artikels 20 Jahre vergangen, und mittlerweile war eine neue Generation herangewachsen. Aber das ist natürlich alles Spekulation.

Gruss

icke



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#58

RE: Ceaușescu - ein eigener Weg im Warschauer Pakt?

in DDR Staat und Regime 08.08.2013 10:54
von turtle | 6.961 Beiträge

Vieles von dem was Hartmut beschreibt erlebte und sah ich selber. Ob nun in Neptun am schwarzen Meer oder in Poiana Brasov. Die bettelten Kinder und Frauen würde ich den Sinti oder Roma zuordnen. Was mich am meisten störte war das man an keinem Tisch am Straßenrand Ruhe hatte, wenn nicht der Kellner schon nach Zigaretten oder Jeans fragte waren es Passanten. Es gab Nachtbars "only for Wessis" für Devisen. Die Bürger der DDR waren in der Regel in Hotels unter sich untergebracht. Dafür wurden wir mehr belagert ! Ich kann nicht klagen was das Essen im Hotel betraf. Aber in den Läden sah es sehr traurig aus. Je mehr man sich in das Inland entfernte um so trostloser sah es aus. Die Lebensmittelgeschäfte mit einen sehr traurigen Angebot. Im Hotel Shop konnten wir rumänische Spezialitäten kaufen. Da ich ein Wurst Fan bin kaufte ich mir für das Frühstück die "Sibiu Salami" In den Geschäften draußen sah ich die nie. Die Arbeit der Kellnerinnen in Poiana Brasov bestand nicht nur aus dem Service, nebenbei mussten sie mit der Sense Gras mähen ,oder die Wege fegen. Zu uns Gästen waren sie wenn sie sich allein mit uns wähnten viel "zugänglicher" Hatte oft den Eindruck sie hatten bestimmte Order und wurden beobachtet ,daher gehemmt.
Zu was die Securitate fähig war ist ja bekannt. In Siebenbürgen und im Banat konnte ich mich auf Grund der Tatsache das es da noch welche mit deutschen Wurzeln gab unterhalten. Da war schon mal eine Einladung nach Hause drin. Die jüngeren wollten alle weg ,zurück nach Deutschland .
Die DDR war damit nicht gemeint. Zurück nach Deutschland sagten sie tatsächlich dabei waren sie und ihre Eltern noch nie in Deutschland. Sie wussten aber genau was sie alles da bekommen. Schöne Wohnung und jeden Monat viel mehr Geld als 10 Leute von hier. So viel wird das sein das sie mit dem Mercedes zurück fahren können und den Verwanden etwas davon bringen können. Der Pastor von der "schwarzen Kirche" in Brasov sagte mir ,wissen sie ich kann da wenig dagegen machen ,dieser Glaube vom guten Leben ist oft stärker als der Glaube an Gott.
Das Ceausescu und seine Frau mit dem Leben bezahlen mussten ist zu vertreten . Die Art und Weise wie es ablief kann nicht dem Gesetz entsprochen haben. Schuldig ja ,aber das war ein Tribunal ,einen Verteidiger sah ich nicht. Welcher bizarre Unterschied der Ceausescu Clan im Luxus und das Volk am Existenzminimum. Welche Bescheidenheit dagegen in Wandlitz . Was muss der Conducător gedacht haben bei einem Besuch des Genossen Honecker in Wandlitz ? Arme Sau? Habe aber keine Ahnung ob er einmal dort war. Und Rumänien heute was Bestechung und Korruption angeht soll sich wenig verändert haben, (Ob das an der Balkanlage liegt?) Der Lebensstandard von heute, für viele hat sich da kaum etwas verändert. Die Sinti und Roma bekamen noch mehr zu spüren wie unerwünscht sie sind. Zum Glück haben die sich daran erinnert was von einem gelobtem Land (nicht Israel) erzählt wurde. Geht mal in unsere Fußgängerzonen in den Großstädten ,da könnt ihr sehen ,sie sind angekommen im gelobtem Land. Die EU und ihren Gesetzen sei Dank .Multi Kulti ist angesagt ob nun Muslime, Heimkehrer von wo auch immer ,Sinti und Roma, dazu noch einige Buddhisten es lebe die Vielfalt. Ob wir noch deutsch als Sprache behalten wollen? Soll ja eine schwere Sprache sein. Esperanza könnte doch wieder erweckt werden ! Dann klappt es auch besser mit der Verständigung. Ich denke das viele schöne Steuergeld für pleite Banken und pleite Länder wären besser aufgehoben gewesen das sich die Verhältnisse auf dem Balkan gebessert hätten.
Dann hätten wir es weniger bunt in unseren Fußgängerzonen. Nee habe ich nur geträumt ! Das ist ja alles Balkan ,und da ist es eben alles Balkanmäßig.


Marienborn89, Jobnomade, Feliks D., thomas 48 und Küchenbulle 79 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 08.08.2013 14:33 | nach oben springen

#59

RE: Ceaușescu - ein eigener Weg im Warschauer Pakt?

in DDR Staat und Regime 08.08.2013 10:56
von Pit 59 | 10.164 Beiträge

Und dass jener Diktator Ceaucescu einfach so standrechtlich erschossen wurde, finde ich in Ordnung - er hat es nach allem, was er seinem Volk angetan hat, nicht anders verdient.@Jobnomade

Danke für Dein Schreiben Jobnomade,ich wollte nicht alles Kopieren,aber dieser Satz spricht auch mir aus dem Herzen.100% Zustimmung.


Jobnomade hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#60

RE: Ceaușescu - ein eigener Weg im Warschauer Pakt?

in DDR Staat und Regime 08.08.2013 11:02
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von icke46 im Beitrag #57
Zitat von turtle im Beitrag #53

Ich widerspreche Dir .Die Ungarn hätten nie Kádár's Rolle 1956 vergessen.aus Wiki:

János Kádár war nach anfänglicher Teilnahme maßgeblich an der Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstands 1956 beteiligt. Er gründete mit Hilfe der Sowjetunion die Gegenregierung zur von Imre Nagy geführten Regierung und bat nach vorheriger Absprache bzw. Anweisung in Moskau die Sowjetunion um Waffenhilfe, die zur schnellen Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstands führte. In den folgenden Jahren wurden mehr als 1200 Menschen hingerichtet (darunter Imre Nagy) und mehrere tausend Personen inhaftiert.


Da musst Du mir nicht widersprechen - der Text, den ich zitierte, war ja von den Betonkommnunisten, die sich als SPD tarnen.

Meine Meinung ist allerdings, dass sich solche Dinge wie die Rolle Kàdàrs 1956 eventuell etwas anders gesehen wurden, je weiter die Ereignisse zurücklagen. Immerhin waren zum Zeitpunkt des von mir zitierten Artikels 20 Jahre vergangen, und mittlerweile war eine neue Generation herangewachsen. Aber das ist natürlich alles Spekulation.

Gruss

icke




Entschuldige ,ich widerspreche dem was die SPD-Zeitung "Vorwärts" geschrieben hatte.

Interessant dazu aus Wiki: Am 2. Mai 2007 wurde Kádárs Grab auf dem Budapester Kerepesi temető geschändet. Unbekannte Täter öffneten den Metallsarg und entwendeten seine sterblichen Überreste. Auch die Urne mit der Asche von Kádárs Ehefrau verschwand. Nahe dem Grab fand man ein Graffiti mit den Worten „Mörder und Verräter sollen nicht in heiliger Erde ruhen 1956-2006“. Die beiden Jahresdaten bezogen sich auf den Ungarischen Volksaufstand 1956 und die Unruhen in Budapest anlässlich des 50. Jahrestages des letzteren im Jahr 2006.

Was mich im Moment in Umgarn beunruhigt ist das Erstarken einer rechten Szene die Grabschänder könnten aus diesem Umfeld gekommen sein.


zuletzt bearbeitet 08.08.2013 11:41 | nach oben springen


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