#61

RE: Nur mal der Neugierde halber

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 26.07.2009 13:18
von Buedinger | 1.503 Beiträge

Hallo Rostocker ,

wie Mike59 es beschreibt, ist es richtig.
Ich darf mir zwar meinen Abschluss als Hochschul-Ingenieur-Ökonom ans Klingelschild nageln, ansonsten war es das aber.

Etwas anderes ist es aber für die Kollegen mit technischen Abschlüssen, z. B. auf Kfz-Gebiet. Da wurde der Abschluss für diesen Bereich weitgehend anerkannt.

Tschüß


.

Ich finde Menschen faszinierend, die meinen mich zu kennen.
Manchmal drängt es mich sie zu fragen, ob sie mir ein bisschen was über mich erzählen können ...

Ich übernehme die Verantwortung für alles, was ich sage, aber niemals für das, was andere verstehen!

.
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#62

RE: Nur mal der Neugierde halber

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 26.07.2009 15:11
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Hallo zusammen,

ich kann den Worten von Mike und Büdinger nicht ganz beipflichten. Bei einem Studium kommt es nicht nur darauf an, was man lernt, sondern vor allem, dass man das Lernen lernt, die Methoden einer Auseinandersetzung oder einer Aneignung von Themen, die man für die eigene Arbeit oder die eigene Weiterbildung als wichtig erachtet. Insofern ist ein Studienabschluss immer auch ein Beleg dafür, dass man eine gewisse Reife in diesen Dingen erlernt hat. Ich muss sagen, ich habe viel in meinen Jahren des Studiums bei den Grenztruppen und der NVA gelernt (3 Jahre OHS und insgesamt 3 Jahr Militärpolitische Hochschule). Auch das Verfolgen einer sich später vielleicht als falschen wissenschaftlichen Weg herausstellen Richtung führt zum Sammeln von Wissen, von Erfahrungen.

Vielleicht mag man über die Fragwürdigkeit von Studienzeiten auf Taktikackern und in Führungsstellenimitationen sinnieren. Aber selbst da lernt man etwas. Ich registriere gelegentlich mit nahezu diebischem Vergnügen, wie ich einige der alten, ständig gepaukten taktischen Lehrsätze in meine Arbeit als Unternehmensberater einfließen lasse (z.B. Konzentration der Kräfte und Mittel zur entscheidenden Zeit in der entscheidenden Richtung).

Vielleicht mag man die Fragwürdigkeit einer ständigen Ausbildung an einer fast in den Status der Religion erhobenen Weltanschauung in den Vordergrund schieben. Das ignoriert allerdings, dass dahinter eine Methode der philosophischen Betrachtung steckte, die, gereinigt vom ideologischen Müll, durchaus ein gutes Handwerkszeug zur Auseinandersetzung mit der Welt bietet.

Vielleicht kann man den Klassenkampfbezug solcher Fächer wie Militärpsychologie/Militärpädagogik einer umfassenden Kritik unterziehen. Wir haben selbst 1989/1990 das Zusammenbrechen vieler alter Lehrsätze dieses Zweiges der Ausbildung von Offizieren miterlebt. Es bleibt aber, für den der bereit war, Dinge aus diesen Studienfächern mitzunehmen, eine umfassende methodische Grundlagenausbildung, die der Ausbildung heutiger Lehrer in methodischer Richtung in nichts nachsteht, ganz im Gegenteil. Als langjähriger Dozent weiß ich auch hier, wovon ich spreche.

Vielleicht sage ich das Ganze lieber in einem deutlicheren Satz: Das Ergebnis eines Studiums ist nicht der Abschluss, sondern das, was man damit anfängt.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 26.07.2009 15:14 | nach oben springen

#63

RE: Nur mal der Neugierde halber

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 26.07.2009 15:26
von Buedinger | 1.503 Beiträge

Hallo Rainman2 ,

auch Dir gebe ich in diesem Punkt Recht.

Allerdings ist es so, dass ich mit dem erworbenem Abschluss bezüglich z. B. Bewerbungen nichts anfangen kann.
Unbestritten bleibt, dass ich Abitur und mindestens sechs Semester Studium habe - eine Voraussetzung für den Aufstieg in den gehobenen Dienst bei der Bundespolizei (nur mal so als Anmerkung).

Tschüß


.

Ich finde Menschen faszinierend, die meinen mich zu kennen.
Manchmal drängt es mich sie zu fragen, ob sie mir ein bisschen was über mich erzählen können ...

Ich übernehme die Verantwortung für alles, was ich sage, aber niemals für das, was andere verstehen!

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#64

RE: Nur mal der Neugierde halber

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 26.07.2009 15:39
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Es gibt doch viele,die haben zwar studiert,sind aber ohne Abschluss und haben trozdem ihren Weg gemacht.



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#65

RE: Nur mal der Neugierde halber

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 26.07.2009 15:53
von Mike59 | 7.965 Beiträge

@ Rainman

Nichts anderes wollte ich mit dem Erwerb von Allgemeinbildung sagen. Ich hatte da nicht das bewältigen eines Kreuzworträtsel gemeint.



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#66

RE: Nur mal der Neugierde halber

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 22.04.2011 16:47
von Runkel | 93 Beiträge

Hallo Tommi
Ich muß dich korrigieren, die Grenzsäule hatte nicht die Nummer 1851 sondern die Nummer 1850. diese ist leider am 09.06.1986 einem Anschlag zum Opfer gefallen.Sie wurde durch unbekannte Tater abgesägt und geklaut. naja, was man nicht so alles braucht!


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#67

RE: Nur mal der Neugierde halber

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 23.04.2011 10:25
von utkieker | 2.920 Beiträge

Ich möchte nochmal zum Ursprung dieses Threads. Bei der Volksmarine gab es Soldaten auf Zeit und Unteroffiziere auf Zeit. Die SaZ waren wenn ich das richtig in Erinnerung habe im letzten Diensthalbjahr Stabsmatrose und müßten, wenn sie nicht als Maat in die Reserve entlassen worden sind und bei Einberufung zum Reservedienst in irgend einer "Mucker"- Einheit doch wohl Stabsgefreiter geworden sein - irre ich da? Direkt am Kanten hatten wir selten Reservisten, die zwei, die zu meiner Dienstzeit in meiner Einheit waren, waren Gefreite der Reserve. Ich hatte sogar das große Glück mit einem Reservegefreiten auf Posten zu ziehen, der war ganz umgänglich schon über dreißig und ich ein Hotsporn von gerade mal zwanzig. Die Resis hatten allesamt keine Frösche auf den Schulterstücken und jeder hätte sich darum gerissen mit einen Resi auf Posten zu ziehen!

Gruß Hartmut


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#68

RE: Nur mal der Neugierde halber

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 05.09.2013 20:48
von Hapedi | 1.877 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow im Beitrag #13

Zitat von dein1945
Aber wahrscheinlich war es beim MfS anders !


ja, hatte ich doch aber bereits geschrieben. es war bis mitte der 70´er jahre ein planmässiger dienstgrad in der normalen entwicklung.

- soldat-gefreiter-stabsgefreiter-uffz

- unterfeldwebel-feldwebel-oberfeldwebel-stabsfeldwebel





nenau so kenne ich das auch

Peter



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#69

RE: Nur mal der Neugierde halber

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.10.2015 07:50
von Beethoven | 137 Beiträge

Ich bin nicht ganz einverstanden mit allem was Rainman schreibt aber in vielen Belangen liegen wir auf einer Linie.

Das Lernen lernen, empfinde ich auch so. Man hat gelernt wissenschaftlich zu denken und zu arbeiten an der Bildungseinrichtungen der NVA und der GT der DDR.

Und auch da gebe ich ihm recht. Ich verwende das Gelernte auch heute noch als Selbständiger, bei meiner täglichen Arbeit.

- Klar machen der Aufgabe,
- Idee der Handlungen,
- Entschluss fassen,
- ausführen / durchführen,
- Kontrolle.

Damit fahre ich seit 25 Jahren sehr gut.

Auch ich konnte mit meinen Abschlüssen von der NVA (Ingenieur Ökonom und Dipl. Militärwissenschaftler) nach der Wende keinen Blumentopf gewinnen. Aber gelernt ist gelernt. Menschenführung, erkennen des Wesentlichen, Konzentration auf die Erreichung des Zieles, absolute Gradlinigkeit sind Wesenszüge eines Militärs und damit liegt man heute völlig richtig.

Ich hatte in meiner letzten Dienststellung viele unterstellte Offiziere. Von all denen, von denen ich heute noch was weiß, etwas höre usw., gibt es nur einen Einzigen, der abgeglitten ist. Alle anderen von denen ich weiß, sitzen sicher im Sattel (einige sind schon Rentner), haben feste und oft gut bezahlte Jobs. Ich denke daran erkennt man, dass die Jahre beim Militär für diese Männer nicht verlorene Zeit waren sondern sie sich zu dem entwickelten, was sie heute sind.

Gruß


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