#1

sehr lecker

in Leben in der DDR 02.08.2013 21:57
von Hans55 | 763 Beiträge

Hallo,zusammen!
Ich hab ihn immer gerne gegessen und ich denke die meisten von euch auch!
Aber, wer ihn noch nicht kennt,bitte schön!
http://www.google.de/imgres?um=1&client=...9,r:5,s:0,i:102


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#2

RE: sehr lecker

in Leben in der DDR 03.08.2013 01:01
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Hallo Hans,

abgesehen davon, dass das Wort "Lecker" für mich ein absolutes Unwort darstellt, haben die Rezepte auch so manche Probleme. Manche den, dass sie eben "Fastfood" sind und das Nachstellen außer dem nostalgischen Wert wenig Geschmack (nach meiner tiefsten innersten Überzeugung ist das Wort "Geschmack" der prinzipielle kulturelle Gegenentwurf zum Modewort der Fastfoodketten "Lecker") bietet. Um zu wissen, was einen "Goldbroiler" von einem "Broiler" schon zu DDR-Zeiten unterschied, würde eine genauere Kenntnis des Ausgangsmaterials mit seinem Eigengeschmack gehören. Ich empfehle einfach mal: Nimm ein heutiges Supermarktbrathähnchen (richtig zubereitet bestimmt "lecker") und versuche, es in die im ersten Rezept genannten 8 (in Worten ACHT) Teile SINNVOLL zu zerlegen. Programm, Dein Name ist Scheitern. Nee, Hans, ohne Definition der Ausgangsbedingungen ist das hier Genannte nur seelenlose Ostalgie. Bewahrung des Geschmacks setzt vielleicht voraus, dass man früher schon einen hatte.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#3

RE: sehr lecker

in Leben in der DDR 03.08.2013 06:30
von furry | 3.573 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #2
Hallo Hans,

abgesehen davon, dass das Wort "Lecker" für mich ein absolutes Unwort darstellt, ...
ciao Rainman


@Rainman2, tausend Dank für diesen Satz.
Ich bin mit meiner Meinung nicht mehr allein.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#4

RE: sehr lecker

in Leben in der DDR 03.08.2013 07:07
von utkieker | 2.920 Beiträge

Ich kann nicht sagen, daß "Lecker" für mich negativ behaftet sein muß. Lecker erscheint mir, wenn die äußere Form auf Geschmack schließen lässt. Nur wird man all zu leicht getäuscht. Aber der Geschmack wird ebend auch von Äußerlichkeiten suggeriert, unzulängliche Zutaten können durch geschmackvolles Anrichten kaschiert werden. Klappt nicht immer, aber "das Auge isst ja auch mit" und wir lassen uns dabei all zu leicht betrügen. Vieleicht gelingt es uns so den wahren Gourmet vom ordinären Gourmand zu unterscheiden.
Aber gibt es wirklich einen Gourmet oder kann jeder Gaumen durch das Auge getäuscht werden?

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#5

RE: sehr lecker

in Leben in der DDR 03.08.2013 08:03
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #4
... Vieleicht gelingt es uns so den wahren Gourmet vom ordinären Gourmand zu unterscheiden.
Aber gibt es wirklich einen Gourmet oder kann jeder Gaumen durch das Auge getäuscht werden? ...

Hallo Hartmut,

Geschmack beim Essen und Trinken ist eine erlernbare Sinneserfahrung. Da gibt es schon eine Menge Graduierungen zwischen Leuten, die einen pappigen, mit künstlichen Aromen aufgepumpten Burger lecker finden, und Gourmets. Ein Gourmet ist ein Mensch, der seine Sinne, warum auch immer, stärker trainiert hat. Auch er, oder sie, kann durch Aussehen und Geruch getäuscht werden. Aber er ist auch in der Lage, einem Geschmack auf den Grund zu gehen. Einfaches Beispiel: Möhren als Beilage oder Einlage. In viele Fällen schmecken sie mehr nach Möhren, als es tatsächliche Möhren täten, achte mal drauf, egal, ob beim Asiaten oder im höherpreisigen Restaurant. Glutamat oder Butterschmalz zum Beispiel können da eine Menge tun. Wenn man aber weiß, wie sie tatsächlich schmecken müssten, findet man auch den Grund, warum unsere Geschmacksnerven gerade verscheißert werden. Dazu muss man kein Gourmet sein. Was mich an der Undifferenziertheit des inflationären Gebrauchs von "lecker" ärgert ist, dass damit suggeriert wird, dass man Dingen nicht auf den Grund gehen muss. Die simple Botschaft dahinter: Lass Dich ruhig von uns verscheißern, gib Dein Geld für unseren Dreck aus und hab in Frieden Deinen Spaß. Dabei macht es sehr viel Spaß, auch in Fragen des Geschmacks zu lernen. Nun gut, es kann jeder halten, wie er will. Alte Menschen zeichnen sich zu jeder Zeit vor allem dadurch aus, dass sie den Verfall der Kultur und der Sitten herbeijammern. Bin wahrscheinlich alt ...

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#6

RE: sehr lecker

in Leben in der DDR 03.08.2013 08:12
von Heckenhaus | 5.129 Beiträge

Zitat von Hans55 im Beitrag #1
Hallo,zusammen!
Ich hab ihn immer gerne gegessen und ich denke die meisten von euch auch!
Aber, wer ihn noch nicht kennt,bitte schön!
http://www.google.de/imgres?um=1&client=...9,r:5,s:0,i:102


Die waren prima zu DDR-Zeiten, besonders die in Berlin am Bhf Frankfurter Allee bzw. Milastr. Ecke Schönhauser.
Es kommt eben auf die Würze an, und was heute an vielen fahrenden Hähnchengrills angeboten wird...


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#7

RE: sehr lecker

in Leben in der DDR 03.08.2013 08:13
von turtle | 6.961 Beiträge

Was sagt uns lecker ? Sieht lecker aus ,oder schmeckt lecker? Was gut aussieht muss nicht zwangsläufig auch gut schmecken. Aber Hartmut hat Recht das Auge isst mit. Das Ambiente darum, dezente Musik sehr schön hergerichtet , unsere äußeren Sinne suggestiveren da schon mal Positives. Da sind wir eher bereit das Essen positiver zu bewerten. Das Wort Broiler oder Goldbroiler haben bereits auf mich eine negative Wirkung, dazu noch auf einen Pappteller mit Pommes serviert, würde meinen Hunger stillen, Genuss würde ich dabei sicher nicht empfinden.
Unser Geschmack ist verschieden ,was der Eine als schmeckt scheußlich empfindet ,ist für den Anderen Genuss pur. Und somit haben alle Recht.
Das Angebot in einem deutschem Supermarkt ,unterscheidet sich schon deutlich von einem muslimischen in Deutschland, oder einem asiatischen,
Noch gravierender ist das Angebot auf Märkten in Asien oder Afrika. Schon da würden einige von uns das große K. bekommen. Ich habe mich schon an vieles ran gewagt. Dabei entpuppte sich hätte ich im Vorfeld genau gewusst was es ist ,oder wie es zubereitet wird niemals bestellt hätte als Gaumengenuss. Ein Hummer mit einer Flasche Wein am Strand unter Palmen serviert im Hintergrund passende Musik und Mondschein bei einem warmen Lüftchen da schmeckt es einfach besser wie in jedem deutschem Fischrestaurant.


zuletzt bearbeitet 03.08.2013 08:14 | nach oben springen

#8

RE: sehr lecker

in Leben in der DDR 03.08.2013 08:26
von Heckenhaus | 5.129 Beiträge

Eine Original - Berliner Currywurst wäre hier im Schwobländle für mich sooo lecker, egal, ob von der Pappe oder auf
Meißner Porzellan.

Nur bekommen wäre wichtig...


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
Gohrbi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#9

RE: sehr lecker

in Leben in der DDR 03.08.2013 09:04
von Gohrbi | 574 Beiträge

Zitat von Hans55 im Beitrag #1
Hallo,zusammen!
Ich hab ihn immer gerne gegessen und ich denke die meisten von euch auch!
Aber, wer ihn noch nicht kennt,bitte schön!
http://www.google.de/imgres?um=1&client=...9,r:5,s:0,i:102


...ja und in Neubrandenburg gab es die "Broilerbar"....da habe ich so lange gesessen bis meine Tochter auf der Welt war,
denn Kreißsaal und Geburtsstreß lagen mir fern.

"Broilerbar" in vielen Städten war die Kampfansage zum "Wiener Wald" (West)

...und heute bekommt man das saftige, glückliche Hühnchen nur beim Züchter meines Vertrauens.
Wir kaufen seit Jahren unsere Geflügelprodukte bei ihm. Waren auch schon öfter beim Tag der offenen Tür
und konnten unseren Braten glücklich über die Wiese rennen sehen. Da ißt man mit Appetit und natürlich geschmackvoll.
"Wiesen....." und Produkte aus der Kühltheke meiden wir.


zuletzt bearbeitet 03.08.2013 09:09 | nach oben springen

#10

RE: sehr lecker

in Leben in der DDR 03.08.2013 09:09
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #7
... Das Wort Broiler oder Goldbroiler haben bereits auf mich eine negative Wirkung, dazu noch auf einen Pappteller mit Pommes serviert, würde meinen Hunger stillen, Genuss würde ich dabei sicher nicht empfinden. ...

Hallo turtle,

neenee, da haste damals nie einen halben Goldbroiler am Goldbroilerimbiss in Dranske gegessen. Das war definitiv das unschlagbar Beste auf diesen Gebiet für mich bis heute. Die Maßstäbe für die "Produktion" der Goldbroiler würden heute ein Bio-Siegel verdienen. Die späteren "hastig aufgepumpten" Broiler glichen dann schon eher den traurigen Ruinen, die man heute im Supermarkt und im Imbiss bekommt. Richtig Gutes in dieser Richtung bekommt man heute nur noch auf Märkten, die nicht das verlogene "Super" davorstellen.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#11

RE: sehr lecker

in Leben in der DDR 03.08.2013 09:16
von Lutze | 8.033 Beiträge

Zitat von Gohrbi im Beitrag #9
Zitat von Hans55 im Beitrag #1
Hallo,zusammen!
Ich hab ihn immer gerne gegessen und ich denke die meisten von euch auch!
Aber, wer ihn noch nicht kennt,bitte schön!
http://www.google.de/imgres?um=1&client=...9,r:5,s:0,i:102


...ja und in Neubrandenburg gab es die "Broilerbar"....da habe ich so lange gesessen bis meine Tochter auf der Welt war,
denn Kreißsaal und Geburtsstreß lagen mir fern.

"Broilerbar" in vielen Städten war die Kampfansage zum "Wiener Wald" (West)

...und heute bekommt man das saftige, glückliche Hühnchen nur beim Züchter meines Vertrauens.
Wir kaufen seit Jahren unsere Geflügelprodukte bei ihm. Waren auch schon öfter beim Tag der offenen Tür
und konnten unseren Braten glücklich über die Wiese rennen sehen. Da ißt man mit Appetit und natürlich geschmackvoll.
"Wiesen....." und Produkte aus der Kühltheke meiden wir.


die Broilerbar in der DSF-Straße,heute heißt sie wie früher
Friedländer Straße,ich kann nur sagen,die Broiler waren sehr lecker
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#12

RE: sehr lecker

in Leben in der DDR 03.08.2013 09:28
von Pit 59 | 10.135 Beiträge

die Broilerbar in der DSF-Straße,heute heißt sie wie früher
Friedländer Straße,ich kann nur sagen,die Broiler waren sehr lecker
Lutze

Auch bei uns in der Stadt gab es eine immer sehr gut besuchte Broilerbar.Ich kann und muss das bestätigen das diese sehr gut geschmeckt haben.
Wie die Bude allerdings ausgesehen hat,und dazu noch die Adipöse Dame,die Schürze hätte alleine gestanden, hat uns damals weniger Interessiert.Heute Undenkbar.
Manchmal ist es aber auch Heute noch gut das wir nicht alles Wissen was wir Essen,und die Herstellung kennen.


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#13

RE: sehr lecker

in Leben in der DDR 03.08.2013 09:29
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #2
Hallo Hans,

abgesehen davon, dass das Wort "Lecker" für mich ein absolutes Unwort darstellt, haben die Rezepte auch so manche Probleme. Manche den, dass sie eben "Fastfood" sind und das Nachstellen außer dem nostalgischen Wert wenig Geschmack (nach meiner tiefsten innersten Überzeugung ist das Wort "Geschmack" der prinzipielle kulturelle Gegenentwurf zum Modewort der Fastfoodketten "Lecker") bietet. Um zu wissen, was einen "Goldbroiler" von einem "Broiler" schon zu DDR-Zeiten unterschied, würde eine genauere Kenntnis des Ausgangsmaterials mit seinem Eigengeschmack gehören. Ich empfehle einfach mal: Nimm ein heutiges Supermarktbrathähnchen (richtig zubereitet bestimmt "lecker") und versuche, es in die im ersten Rezept genannten 8 (in Worten ACHT) Teile SINNVOLL zu zerlegen. Programm, Dein Name ist Scheitern. Nee, Hans, ohne Definition der Ausgangsbedingungen ist das hier Genannte nur seelenlose Ostalgie. Bewahrung des Geschmacks setzt vielleicht voraus, dass man früher schon einen hatte.

ciao Rainman



Hallo guten Morgen Rainman, diese Feststellung von dir überrascht mich aber . Das wort lecker ist im rheinischen ein viel gebrauchtes Wort für besonders schmackhafte Lebensmittel. Es wird sogar auf weibliche Personen angewendet " lecker Mädche ". a lecker Mädche ist ein besonders gut aussehendes, eben appetitliches Mädchen. so, nu weisse beescheid.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#14

RE: sehr lecker

in Leben in der DDR 03.08.2013 09:34
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #10
Zitat von turtle im Beitrag #7
... Das Wort Broiler oder Goldbroiler haben bereits auf mich eine negative Wirkung, dazu noch auf einen Pappteller mit Pommes serviert, würde meinen Hunger stillen, Genuss würde ich dabei sicher nicht empfinden. ...

Hallo turtle,

neenee, da haste damals nie einen halben Goldbroiler am Goldbroilerimbiss in Dranske gegessen. Das war definitiv das unschlagbar Beste auf diesen Gebiet für mich bis heute. Die Maßstäbe für die "Produktion" der Goldbroiler würden heute ein Bio-Siegel verdienen. Die späteren "hastig aufgepumpten" Broiler glichen dann schon eher den traurigen Ruinen, die man heute im Supermarkt und im Imbiss bekommt. Richtig Gutes in dieser Richtung bekommt man heute nur noch auf Märkten, die nicht das verlogene "Super" davorstellen.

ciao Rainman


Es ist das Wort Broiler was mich stört ,ein Hähnchen ist ein Hähnchen ,sieht aus wie ein Hähnchen und schmeckt wie ein Hähnchen.
Genauso störte mich Kochklopse für das Königsberger Klopse. Das ist nun einmal ein Traditionsgericht, und Königsberg hieß nicht immer Kaliningrad. Danziger Goldwasser ,Krakauer Wurst, oder Tilsiter Käse da ging es doch auch !


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#15

RE: sehr lecker

in Leben in der DDR 03.08.2013 09:44
von Heckenhaus | 5.129 Beiträge

Nur gut, das Wort Broiler ist keine Erfindung der DDR, sondern...

Broiler (engl. broil braten, grillen) war eine insbesondere in der DDR übliche Bezeichnung für Brathähnchen oder Brathuhn, die auch heute besonders in Ostdeutschland noch sehr häufig verwendet wird.

Der Begriff angloamerikanischen Ursprungs wird in der Fachsprache der Geflügelzüchter aller deutschsprachigen Länder verwendet und bedeutet dort „zur Mast bestimmtes Hähnchen“. Broiler wurde in der DDR 1961 zum Gattungsnamen für Brathähnchen, als dort „Broiler“ aus einer bulgarischen Geflügelzüchterei verkauft wurden. Diese hatte ihnen in Anlehnung an das englische „broil“ den Markennamen „brojleri“ gegeben (der bulgarische Name [/i[i]]für solches Geflügel ist Pile, bulg. пиле – „Hühnchen“). Seither besitzt das Wort im Deutschen wie im Angloamerikanischen beide Bedeutungen, sowohl für das Masthuhn in der Geflügelzucht wie für das Huhn als Lebensmittel.

Nach neuen Sprachforschungen kam der Name Broiler vermutlich folgendermaßen in die DDR: Züchter aus den Ostblockstaaten, allen voran der Sowjetunion, wollten ein besonders fleischreiches Brathuhn züchten, was allerdings nur in bescheidenem Umfang gelang. In den 1950er Jahren hat allerdings eine Bremer Firma ein solches fleischreiches Huhn aus mehreren alten deutschen Rassen gezüchtet und an eine amerikanische Geflügelfirma verkauft. Ob der Name Broiler bereits als Markenname von der deutschen oder erst von der amerikanischen Firma verwendet wurde, ist nicht genau bekannt. Es ist lediglich gesichert, dass über diese amerikanische Firma der Ausdruck broiler in die DDR kam. Der Grund war der oben angeführte gescheiterte Versuch, das fleischreiche Brathuhn zu züchten. Der Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe beschloss daher Ende der 1950er Jahre, die Hühnerrasse von der amerikanischen Firma zu importieren. Dies sollte allerdings, vermutlich aus politischen Gründen, über Bulgarien geschehen. Auf diese Weise verbreitete sich der Broiler dann im Ostblock.
Andere Quellen gehen davon aus, dass die Broilerzucht in den 1960er Jahren in einer bulgarischen Stadt Tolbuchin entwickelt wurde. Dort gelang erstmals die industrielle Massenzucht von Masthähnchen in zehn Wochen zu einem Gewicht von etwa 1,5 kg. Zur besseren Vermarktung im Ausland benutzte man für die Neuzüchtung den an das Amerikanische angelehnten Namen „brojleri“.
......
Laut DDR-Duden wiegen Broiler nach acht bis zehn Wochen 1,2 bis 1,4 kg, die bulgarischen Masthähnchen in den 1960er Jahren wogen nach zehn Wochen Aufzucht rund 1,5 Kilogramm.

Der Begriff Broiler ist auch in anderen Sprachen gebräuchlich, z. B. im Finnischen broileri und auf Swahili.


Aus http://de.wikipedia.org/wiki/Broiler


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 03.08.2013 09:45 | nach oben springen

#16

RE: sehr lecker

in Leben in der DDR 03.08.2013 09:44
von schnatterinchen (gelöscht)
avatar

In Erfurt Am Anger gab es auch eine wirklich gute Broilergaststätte.Da stand auch auf Hinweisschildern zu lesen
"Bei uns wird der Broiler mit der Hand gegessen".
Leider ist es gar nicht so einfach hierzulande ein gutes Brathänchen zu bekommen.
In Frankreich würde diese deutschen Kreaturen keiner mit dem A.... angucken, geschweige denn essen.


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#17

RE: sehr lecker

in Leben in der DDR 03.08.2013 09:45
von turtle | 6.961 Beiträge

Jetzt hat es mich fast vom Hocker gehauen. Kaninchenbroiler soll es auch gegeben haben ? Das ist mir Neu.

Broilerkaninchen, Broikas und Kaninchenbroiler :http://www.wallstreet-online.de/diskussi...che-ost-deutsch


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#18

RE: sehr lecker

in Leben in der DDR 03.08.2013 09:46
von Lutze | 8.033 Beiträge

woher kommt die Bezeichnung Broiler eigentlich her?,
aber jeder DDR-Bürger wusste,was das ist,
und der Bundesbürger konnte mit dem Wort wenig anfangen
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#19

RE: sehr lecker

in Leben in der DDR 03.08.2013 09:50
von Heckenhaus | 5.129 Beiträge

Die besten Broiler habe ich damals beim Bauern im Oderbruch gegessen. Es handelte sich um Exemplare, die, wie auch immer, von
der Schlachterei verschont blieben und auf dem Hof weiter gefüttert wurde. Nach wenigen Wochen waren das stattliche Exemplare,
gesund ernährt und mit einer Fülle an leckerem Fleisch, man wollte gar nicht mit dem Essen aufhören.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
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#20

RE: sehr lecker

in Leben in der DDR 03.08.2013 09:51
von Heckenhaus | 5.129 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #18
woher kommt die Bezeichnung Broiler eigentlich her?,
aber jeder DDR-Bürger wusste,was das ist,
und der Bundesbürger konnte mit dem Wort wenig anfangen
Lutze


Schau mal in # 15


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