#61

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.08.2013 20:18
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Eigentlich musstest du das gar nicht, die Aufsatz-Themen waren ja vorgegeben


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#62

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.08.2013 20:40
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Passend zum Thema oder Verfolgungswahn, egal ich bringe mal die kleine Episode.
Mir ist nicht bekannt, daß es außer dem Klassenbuch, dem Zeugnis/ Zensurenkarte und dem Muttiheft (Hausaufgaben, Tadel & Co) weitere persönliche Dokumente und Dossiers über die Schüler einer POS gab aber es gab Besonderheiten, über die ich nun doch nachdenken muß.
So schrieb unsere Klasse einmal den letzten Aufsatz des Jahres, die Hefte waren voll und wurden der Lehrerin zwecks Benotung übergeben.
Entgegen aller bisherigen Geflogenheiten gab es das Heft aber trotz vehementen Protestes einer Mitschülerin (unserer Jeanne d' Arc...ich schrieb schon mal über sie) nicht zurück.
Mir persönlich war das egal, ich verstand aber nicht warum sie sich darüber so aufregte, und da der Protest auch nicht flächendeckend war, behielt die Lehrerin auch die Hefte, das ist aus heutiger Sicht schon eigenartig.
Eine andere Geschichte war auch das Gruppenbuch, das ich wohl von der 7. Klasse an zu führen hatte, dort kam alles rein, was wir erlebt haben, Klassenfahrten, Schulnachrichten über Sportfeste, Höhepunkte im Unterricht...ich war schon sehr mitteilsam und die Aufzeichnungen waren auch nicht geheim und meine Lehrerin fand es auch überwiegend spaßig, so daß ich es ihr schenkte als es voll war.
Es wäre postum der Horror für mich, wenn das Material zu etwas tauglich gewesen war, was jemandem hätte schaden können.
Sie hatte es beim Klassentreffen aber immerhin noch in ihrem Besitz und ich hatte es über eine Stunde für mich haben wollen...25 Jahre nach dem Schulabschluß.
Ich lese recht aufmerksam alles, was ich über die DDR- Aufarbeitung bekommen kann, z.B die "Horch und Guck", die wissenschaftlich fundiert alle möglichen Themen abhandelt und bis jetzt hatte ich diesbezüglich noch nichts Beunruhigendes erfahren, anderswo schon...



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#63

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.08.2013 20:45
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Das Brett bohrt man gerne an der dünnsten Stelle und betrunkene nebst Kindern sagen, oder schreiben immer die Wahrheit.
Wenn "feindlich-negativ" eingestellte Eltern gekonnt diese Einstellung verbergen, wo setze ich da an?
Also ich wüsste wo.


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#64

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.08.2013 20:50
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Wie kannst Du Eltern als feindlich-negativ einstufen wenn die ja eben genau diese Einstellung gekonnt verbergen?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 01.08.2013 20:50 | nach oben springen

#65

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.08.2013 20:59
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Feliks D. im Beitrag #64
Wie kannst Du Eltern als feindlich-negativ einstufen wenn die ja eben genau diese Einstellung gekonnt verbergen?


Feliks, ich muss dir doch deinen ehemaligen Job nicht erklären oder?
Verdachtsmomente sind vorhanden, aber der letztendliche Beweis steht noch aus, du weist sicherlich.


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#66

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.08.2013 21:56
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Aber bei mir war alles bestens, jedenfalls da noch


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#67

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.08.2013 22:32
von WernerHolt (gelöscht)
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hmmmm

man sollte aber auch nicht vergessen ,@Gert ,das auch heutzutage ,jugendoffiziere der bw ,in die schulen gehen und ihre "marketingarbeit" leisten...in berlin -schöneberg ist gerade ein fall bekannt geworden ,wo man das nicht wünscht .


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#68

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.08.2013 22:53
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #61
Eigentlich musstest du das gar nicht, die Aufsatz-Themen waren ja vorgegeben


Ich weiß nicht worauf Du anspielst, aber die Selbsteinschätzung war kein Aufsatz, sondern die Grundlage für ein Klassenleitergespräch, bei dem ich schon 18 Jahre jung oder alt war.

An die Selbsteinschätzung selbst, zumindest was ich da geschrieben habe, habe ich keine Erinnerung. Aber an das Gespräch. Mein Klassenlehrer, Lehrer für Mathematik und Physik, meinte, dass ich das was ich da geschrieben hätte, mit der linken Backe abreiße. So wie das smiley muß ich ihn angeguckt haben. Ein Mensch braucht eine Herausfordeung, wenn er sich weiter entwickeln will. Ich wieder
Was halten sie davon, wenn sie ihre Matheabitur mit 1 machen? Ich Wozu brauche ich als Russischlehrerin ne Mathe 1 Bestimmt nicht zur Durchschnittsberechnung von Zeugniszensuren, meinte mein Klassenlehrer. Aber die Logik der Mathematik hilft im Leben manchmal weiter. Es würde mir auch helfen, wenn es schwierig wird.

Ich habe mich breit schlagen lassen und bin darauf eingegangen. Habe es auch geschafft. Bei der Zeugnisübergabe zwinkerte mir mein Klassen- und Mathelehrer zu und sagte: "Reifeprüfung bestanden".

Es war eines von vielen Glücksmomenten in meinem Leben. Ein ganz großes Glück war mein Klassenlehrer in Wiesenburg.

Viel viel später, nach der Wende, hat mir eben dieses Gespräch bei unzähligen Personalgesprächen geholfen. Insbesondere, wenn es um Zielvereinbarungen ging. Die Nagelprobe war immer, wie ehrlich war mein gegenüber. War es sein Interesse, das sein Fixum erhöht oder ist es auch meines, was mich weiter bringt.

Als ich vor einigen Jahren das erste Mal wieder in Wiesenburg war wollte ich meinen Klassenlehrer besuchen. Er war leider in der Zwischenzeit verstorben. Daher bleibt mir leider nur übrig diese Zeilen in das Nirvana des Internets zu schicken, das nichts vergisst: Herr Hinnrichs war ein toller Lehrer in der DDR.

LG von der grenzgaengerin


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zuletzt bearbeitet 01.08.2013 23:15 | nach oben springen

#69

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.08.2013 23:06
von Gert | 12.357 Beiträge

Zitat von WernerHolt im Beitrag #67
hmmmm

man sollte aber auch nicht vergessen ,@Gert ,das auch heutzutage ,jugendoffiziere der bw ,in die schulen gehen und ihre "marketingarbeit" leisten...in berlin -schöneberg ist gerade ein fall bekannt geworden ,wo man das nicht wünscht .



entschuldige, aber Anwerbung von Soldaten ist doch 'ne ander Baustelle oder nicht ?


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#70

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.08.2013 23:09
von Gert | 12.357 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #66
Aber bei mir war alles bestens, jedenfalls da noch





Streber


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#71

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.08.2013 23:20
von Rostocker | 7.734 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #70
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #66
Aber bei mir war alles bestens, jedenfalls da noch





Streber


Ja bei den Zensuren,durfte er immer die Tafel abwischen und auf das Klassenbuch aufpassen.


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#72

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.08.2013 23:27
von Mike59 | 7.980 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #66
Aber bei mir war alles bestens, jedenfalls da noch




Aua - den Rest verkneife ich mir :)


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#73

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.08.2013 01:14
von andy | 1.199 Beiträge

Ich habe mir jetzt auch das komplette Thema und auch die Doku angesehen und habe versucht, die in der Doku geschilderten Dinge auf meine Jugend zu übertragen. Als ich so 12 oder 13 (Baujahr 61) war begann ich, ohne Wissen meiner Eltern die Discos, den Jugendclub und sonstige Tanzveranstaltungen meiner Heimatstadt zu besuchen. Dadurch lernte ich fast jeden in der Stadt (10000 EW) in meiner Altersklasse und so 3 bis 4 Jahre darüber kennen und sie kannten mich. An den Wochenenden traf ich mich mit meistens älteren Jugendlichen bei der nahen Jugendherberge, ich schleppte meine Kofferheule (Stern Dynamic II) mit und wir hörten Radio Luxenburg - da kam geile Musik und deswegen hörten wir es möglichst laut. Mein Vater war damals der Kdr. des örtlichen Grenzregimentes. Wir hatten wirklich "schlimme Finger" in der Truppe, die in der Kaufhalle Alkohol und Zigaretten klauten, die Bundeswehr-Parka und West-Jeans trugen und die z.T. dann nach der Schule oder Lehre auch keiner geregelten Arbeit nachgingen und somit offiziell als assozial galten, was damals wohl strafbar war. Im dritten Lehrjahr meiner Berufsausbildung (mit Abi) hatte ich einen Kumpel, der seinen Lebensunterhalt mit Skat verdiente. Der spielte in den örtlichen Kneipen um den viertel Pfennig Skat, reiste an den WE in die Republik zu Preisskatturnieren und hat davon nicht schlecht gelebt.

Ich hätte sicher viel über die örtliche Szene erzählen können, mich hat aber keiner gefragt. Mich wundert das heute noch, dass es offensichtlich nie bekannt wurde, dass der Sohn eines Regimentskomandeurs öffentlich Radio Luxenburg (Schreibweise?) hört, auf Tanzveranstaltungen mit den örtlichen Grenzern abhängt und nach diesen Veranstaltungen in seinem Zimmer (Bodenausbau) mit den Unterstellten seines Vaters dessen Bier trinkt. Mit mir hat darüber jedenfalls nie jemand gesprochen und nachdem ich meine Eltern vor etlichen Jahren darauf angesprochen habe weiss ich, dass auch mit ihnen niemand darüber gesprochen hat. Angesichts der Doku finde ich das schon seltsam.
Dabei wäre ich auf Grund meiner Herkunft und meinem damaligen Berufswunsch (Offizier) wohl ein sehr geeigneter IM-Kandidat gewesen. Nur hat man mich weder als Jugendlicher und auch nicht als jungen Soldaten an der US VI in Perleberg gefragt. Erst als es um die Ausbildung in Stintenburg ging, hat man mich von Seiten der Verw. 2000 mal "eingeladen" - das habe ich aber schon beschrieben.

Unter diesen Gesichtspunkten und auch mit meinem beruflich erworbenen Wissen habe ich mir die Doku dann nochmals angeschaut. Da wird von einem Mielke-Befehl von 1966 (11/66) zur Anwerbung von Jugendlichen als IM berichtet, der Befehl wird aber nur in der Überschrift (hatte nix mit Anwerbung zu tun) gezeigt. Wäre ich Filmemacher und hätte einen solchen Befehl gefunden, hätte ich ihn süffisant in allen Einzelheiten gezeigt und zitiert. Das haben die Filmemacher aber nicht getan.
Klar gab es Zeitzeugen, nur wissen wir nicht erst seit den Äusserungen von unserer liebgewonnenen Schildkröte Peter, wie solche Aussagen z.T. zustande kommen.
Von schriftliche Verpflichtungserklärungen für eine Zusammenarbeit mit der Stasi wird zwar berichtet, im Original werden sie aber nicht gezeigt, sondern nur am Ende des Filmes in Bruchstücken. Als Filmemacher hätte ich das, so die Verpflichtungserklärungen sowie die Akten vorgelegen hätten anders gemacht.

Ich kann und will überhaupt nicht ausschliessen, dass es solche Werbungen von minderjährigen Jungs und Mädels gegeben hat, nur die Doku bleibt einen Beweis für die Anzahl von ca. 8000 minderjähriger IM's am Ende schuldig - dabei hatten sie ein komplettes Archiv zur Verfügung ...

Schlecht gemacht oder nix gefunden? Wer weiss das schon...



andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
Feliks D., Udo, passport, thomas 48, GilbertWolzow, Bugsy und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.08.2013 01:23 | nach oben springen

#74

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.08.2013 07:31
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von andy im Beitrag #73
Ich habe mir jetzt auch das komplette Thema und auch die Doku angesehen und habe versucht, die in der Doku geschilderten Dinge auf meine Jugend zu übertragen. Als ich so 12 oder 13 (Baujahr 61) war begann ich, ohne Wissen meiner Eltern die Discos, den Jugendclub und sonstige Tanzveranstaltungen meiner Heimatstadt zu besuchen. Dadurch lernte ich fast jeden in der Stadt (10000 EW) in meiner Altersklasse und so 3 bis 4 Jahre darüber kennen und sie kannten mich. An den Wochenenden traf ich mich mit meistens älteren Jugendlichen bei der nahen Jugendherberge, ich schleppte meine Kofferheule (Stern Dynamic II) mit und wir hörten Radio Luxenburg - da kam geile Musik und deswegen hörten wir es möglichst laut. Mein Vater war damals der Kdr. des örtlichen Grenzregimentes. Wir hatten wirklich "schlimme Finger" in der Truppe, die in der Kaufhalle Alkohol und Zigaretten klauten, die Bundeswehr-Parka und West-Jeans trugen und die z.T. dann nach der Schule oder Lehre auch keiner geregelten Arbeit nachgingen und somit offiziell als assozial galten, was damals wohl strafbar war. Im dritten Lehrjahr meiner Berufsausbildung (mit Abi) hatte ich einen Kumpel, der seinen Lebensunterhalt mit Skat verdiente. Der spielte in den örtlichen Kneipen um den viertel Pfennig Skat, reiste an den WE in die Republik zu Preisskatturnieren und hat davon nicht schlecht gelebt.

Ich hätte sicher viel über die örtliche Szene erzählen können, mich hat aber keiner gefragt. Mich wundert das heute noch, dass es offensichtlich nie bekannt wurde, dass der Sohn eines Regimentskomandeurs öffentlich Radio Luxenburg (Schreibweise?) hört, auf Tanzveranstaltungen mit den örtlichen Grenzern abhängt und nach diesen Veranstaltungen in seinem Zimmer (Bodenausbau) mit den Unterstellten seines Vaters dessen Bier trinkt. Mit mir hat darüber jedenfalls nie jemand gesprochen und nachdem ich meine Eltern vor etlichen Jahren darauf angesprochen habe weiss ich, dass auch mit ihnen niemand darüber gesprochen hat. Angesichts der Doku finde ich das schon seltsam.
Dabei wäre ich auf Grund meiner Herkunft und meinem damaligen Berufswunsch (Offizier) wohl ein sehr geeigneter IM-Kandidat gewesen. Nur hat man mich weder als Jugendlicher und auch nicht als jungen Soldaten an der US VI in Perleberg gefragt. Erst als es um die Ausbildung in Stintenburg ging, hat man mich von Seiten der Verw. 2000 mal "eingeladen" - das habe ich aber schon beschrieben.

Unter diesen Gesichtspunkten und auch mit meinem beruflich erworbenen Wissen habe ich mir die Doku dann nochmals angeschaut. Da wird von einem Mielke-Befehl von 1966 (11/66) zur Anwerbung von Jugendlichen als IM berichtet, der Befehl wird aber nur in der Überschrift (hatte nix mit Anwerbung zu tun) gezeigt. Wäre ich Filmemacher und hätte einen solchen Befehl gefunden, hätte ich ihn süffisant in allen Einzelheiten gezeigt und zitiert. Das haben die Filmemacher aber nicht getan.
Klar gab es Zeitzeugen, nur wissen wir nicht erst seit den Äusserungen von unserer liebgewonnenen Schildkröte Peter, wie solche Aussagen z.T. zustande kommen.
Von schriftliche Verpflichtungserklärungen für eine Zusammenarbeit mit der Stasi wird zwar berichtet, im Original werden sie aber nicht gezeigt, sondern nur am Ende des Filmes in Bruchstücken. Als Filmemacher hätte ich das, so die Verpflichtungserklärungen sowie die Akten vorgelegen hätten anders gemacht.

Ich kann und will überhaupt nicht ausschliessen, dass es solche Werbungen von minderjährigen Jungs und Mädels gegeben hat, nur die Doku bleibt einen Beweis für die Anzahl von ca. 8000 minderjähriger IM's am Ende schuldig - dabei hatten sie ein komplettes Archiv zur Verfügung ...

Schlecht gemacht oder nix gefunden? Wer weiss das schon...



andy


Hallo @Andy, Danke für deine Ausführungen. Wenn der Filmemacher gewußt hätte, das sein Beitrag in einem Forum von Fachleuten seziert wird, hätte er sich bestimmt mehr Mühe gegeben. Klar wär mir die von dir angesprochende Aufbereitung auch lieber gewesen, aber ein Filmemacher will, auch bei einer Doku, vor allem eins: Den Zuschauer fesseln und unterhalten. Mir ist da einiges auch zu fett.........z.B. dass die befragten Personen immer in einem dunklen Raum mit einer einzigen Lampe und Tisch gezeigt werden, da schoss mir spontan die Assoziation mit einem Gestapo-Folterkeller durch den Kopf.......
Kann es vielleicht sein, dass man "Skrupel" hatte, dir auf den Leib zu rücken aufgrund der Position deines Vaters? Mir sind jedenfalls zwei Fälle bekannt, wo das MfS wesentlich, hmmm, sagen wir mal "nachsichtiger", aggiert hat und sich gewisse Aktionen verkniffen hat, aufgrund der Position der Eltern.


Intellektuelle spielen Telecaster
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#75

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.08.2013 09:37
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #74


Klar wär mir die von dir angesprochende Aufbereitung auch lieber gewesen, aber ein Filmemacher will, auch bei einer Doku, vor allem eins: Den Zuschauer fesseln und unterhalten. Mir ist da einiges auch zu fett.........z.B. dass die befragten Personen immer in einem dunklen Raum mit einer einzigen Lampe und Tisch gezeigt werden, da schoss mir spontan die Assoziation mit einem Gestapo-Folterkeller durch den Kopf.......

Ja das fiel mir auch auf und ich habe es als eine Stimmung des Bösen empfunden. Diffuse Typen mit Kippe im Mund, die das junge Mädchen zum Alkohol trinken verführen. Das ganze macht den Film schon fesselnd, nur stellen die dagestellten Szenen letztendlich keine Fakten da. Beim MfS, wie ich es kennen gelernt habe gab es für alles einen Plan, der vom Vorgesetzten bestätigt werden musste - darum gab es auch soviel Papier. Warum hat man nichts aus den entsprechenden Akten gezeigt? Plan zur Kontaktaufnahme, Werbungsvorschlag, Treffberichte, Einsatz- und Entwicklungskonzeption etc. all' das musste ich schreiben, bestätigen lassen und abheften. Nix davon wird gezeigt.
Warum nicht?

Was anderes ist der Umgang mit dem Brief aus Frankreich, bei dem sich die Direktorin und der Schulrat auch aus meiner Sicht bestimmt nicht mit Ruhm
bekleckert haben, allerdings war das dann wohl mehr ein Volksbildungs- als ein Stasiproblem. Es wird ein bestehendes geheimes Dokument angesprochen, dass die Rektoren (gab es die in der DDR überhaupt?) verpflichtete, Vorkommnisse umgehend zu melden. An wen zu melden ist, bleibt unklar und das Dokument wird auch nur erwähnt und nicht gezeigt - die Archive waren offen.

Wie schon gefragt: schlecht gemacht oder nix gefunden?



Kann es vielleicht sein, dass man "Skrupel" hatte, dir auf den Leib zu rücken aufgrund der Position deines Vaters? Mir sind jedenfalls zwei Fälle bekannt, wo das MfS wesentlich, hmmm, sagen wir mal "nachsichtiger", aggiert hat und sich gewisse Aktionen verkniffen hat, aufgrund der Position der Eltern.



Mit dem "ansprechen" meine ich eher den Kontakt mit der Stasi als IM-Kandidat und nicht als Beschuldigter - verbrochen hatte ich ja nichts.
Das die Position meines Vaters ein Werbe-Hinderungsgrund gewesen sein könnte, hm - ausschließen kann ich es nicht, halte es allerdings aus meiner Erfahrung heraus spätestens für die Zeit meiner Lehre für unwahrscheinlich. Ich war während der Lehre in einem Internat in der Nähe von Schwerin untergebracht und kannte bis auf wengigee Ausnahmen nicht den Beruf der Eltern der anderen Lehrlinge, insofern wäre der Beruf meines Vaters kein Hinderungsgrund gewesen und eine IM-Sperre kenne ich nur für hauptamtliche Mitarbeiter des Parteiapparates.

Vielleicht hat die KD oder wer auch immer ja nur einfach schlampig gearbeitet? Allerdings passt das dann ja auch wieder nicht in das, vom MfS allgemein vermittelte Bild.

Wie auch immer ...



andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
zuletzt bearbeitet 02.08.2013 09:38 | nach oben springen

#76

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.08.2013 16:36
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #56
Unabhängig davon freue ich mich, daß Du liebe Barbara wieder dem Forum zugehörig bist.
Schon das zweite Thema, indem 'se B-eide was zum Thema gepostet haben OHNE das die Post abging ... ging doch.

Doch zum Film, ganz kurz angerissen wird der Güttler-Filius Bernhard, da war 'ä bissel' mehr wie ein spätpubertärer Dumjungstreich, na egal. Inwieweit sein Vater nun der IM Friedrich war, wurde ja nie ganz geklärt. Na Ansicht der BStU sprechen 5000 Blatt ja mehr für die Opferrolle, ahja.

Unabhängig davon etwas oT, spielen kann er, also der Vater. Besonders gerne Bach, noch lieber Telemann.
Hier kann man sich mal eine Meinung zu ihm bilden ... http://youtu.be/-q1HTkdhYlU
Mir jedenfalls rollen sich die Fußnägel hoch wenn einer mit so einem breiten Sächsisch als Tagesgruß 'Grüß Gott' entbietet. Für mich ein Opportunist vom Feinsten. Etwas ironisch mal gefragt, sollte er nicht so langsam den OBE 'zurückgeben' so wie seinerzeit die zwei Nationalpreise anno '89. Hoch anrechne ich ihm dagegen sein Einsatz für die Frauenkirche, eine goile Akkustik, gerade zur Weihnachtszeit.
Wie auch immer, eine hochinteressante Persönlichkeit, von dieser Sorte könnte es mehr geben.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 02.08.2013 16:37 | nach oben springen

#77

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.08.2013 12:44
von Barbara (gelöscht)
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[quote=Hackel39|p278521][quote=Barbara|p278487][quote=Hackel39|p278460][quote=schnatterinchen|p278430][quote=Hackel39|p278301]
]
---------------------------------------------------------------------------

[blau]Hackel
"....lag an der Definition des subjektiven Faktors und zwar dahingehend, daß nicht nur die Philosophen die Welt unterschiedlich interpretiert haben, sondern wohl auch die Lehrmeister, Parteisekretäre und Stasioffiziere."


Barbara

... und alle anderen auch? Jeder einzelne Mensch? Der Mensch ist so ein komplexes Wesen, so Vieles spielt eine Rolle dabei, was wir sind, wie wir denken und fühlen, was und ob wir verstehen, wie wir interpretieren.....
Eine winzige kleine Stellschraube verändern, und schon ist alles anders.
Es gibt keine Objektivität innerhalb der menschlichen Gesellschaft. Alles ist subjektiv. Das ist meine Überzeugung.


Hackel
Dem stehen aber gerade in jungen Jahren elementare Grundbedürfnisse entgegen, die da wären

Schutz und Sicherheit

Geborgenheit

Zugehörigkeit

Anerkennung / Wertschätzung

Sehnsucht nach Entfaltung

körperlich Grundbedürfnisse (Essen, Trinken, Schlaf, Sexualität, ...)

wobei sich im Laufe des Lebens die Wichtung ändert.


---------------------------


Barbara

Ist das tatsächlich ein Gegensatz?

Unterliegt nicht gerade die Befriedigung der von dir aufgezählten menschlichen Grundbedürfnisse einer höchst subjektiven Einschätzung im Hinblick auf den Maßstab „Wohlbefinden“?

„Hunger und Gesättigt sein“, „Kälte und Wärme“ - auch im übertragenen Sinne - werden total unterschiedlich erlebt, so meine Erfahrung, und deine doch sicher auch.

"Objektiv" ist allenfalls bei dem biologischen Aspekt „ausreichende Kalorien- und Flüssigkeitszufuhr“, um das physische Leben zu erhalten - wobei wir dort z.B. schon beim „Asketentum“ ein Problem bekommen, das sich darin übt, physiologische Prozesse der Nahrungsaufnahme zu unterlaufen.

Und bei den von dir aufgezählten psychologischen/emotionalen Aspekten: natürlich ist der Mensch ein „soziales Tier“ und geradezu angewisen auf die ausreichende Befriedigung seiner individuellen Bedürfnissen zu Erhaltung des psychischen Lebens. Aber was ist "ausreichend"? Einer fühlt sich nur wohl „in Gruppe“, ein anderer ist Einzelgänger.

Wäre das nicht so, hätten wir keine Konflikte, denn nur das „unterschiedliche Bedürfnis“ birgt Konfliktpotenzial.

Und so denke ich auch, dass die „geistige Nahrungsaufnahme und -verdauung“ einer solchen Subjektivität unterliegt: z.B. der individuellen intellektuellen Leistungsfähigkeit, individuellen Interessen (nicht jeder interessiert sich für Geschichte oder Politik, dafür aber z.B. für Musik oder Sport) und vielen anderen Faktoren.
Interesse ist aber ein ganz wesentlicher Aspekt für nachhaltiges Lernen.

---------------------------------

Hackel
Ich picke hier mal die Zugehörigkeit heraus, die gerade im Jugendalter eine entscheidende Bedeutung hat und im Herdentrieb seinen Abschluß findet, mithin eine gefährliche Rückentwicklung ins Tierreich, denn nichts falsches wird dadurch richtig, daß es alle falsch machen, das haben wir im Dritten Reich oder dem Neuen Markt gesehen (Internetblase- Börse).
Die Eingriffe der Stasi in das Schul- und Ausbildungswesen könnten mit der Unberechenbarkeit einer solchen Herde begründet sein, denn nur wenige besitzen das Vermögen bei Zweifeln aus eben dieser Herde auszubrechen, da gibt es nur wenige Chancen, z.B. eine hohe Anerkennung im Kollektiv oder sehr gute Lernerfolge, heute ist das eher die finanzielle Freiheit oder universelles Können gepaart mit den notwendigen Beziehungen aber eine große Masse der Bevölkerung wichtet die Zugehörigkeit höher als die eigene Vernunft oder warum sonst prügeln sich Bayern- Fans mit Borussen ?



Barbara
Meiner Meinung nach ist der Mensch ist immer nur dann in Gefahr, in ein solches Verhalten zu verfallen, wenn „Erziehung“ versagt hat.
Und zwar eine Erziehung, die schon sehr früh grundsätzliche ethische Werte und einen kritischen Geist vermittelt, eingebettet in das frühkindliche Erlebnis einer grundsätzlichen, d.h. bedingungslosen Liebe, und des Gefühls eines „grundsätzlichen Gewollt-Seins“ in dieser Welt. Ein solcher Mensch ist „stark“ - auch u.U. „gegen den Strom“ einer „Gruppendynamik“.

Das destruktive (Gruppen-)Verhalten ist immer ein Indiz von erlebten Defiziten - und diese sind nicht vordergründig materiell, sondern deren Ursachen liegen tiefer, meiner Meinung nach.


Ich habe meine Tochter in diesem o.g. Sinne erzogen, sie ein „sich-selbst-bewusster“ junger Mensch, sie hat „Werte“ und „Haltung“, kann „Nein“ sagen, sie macht "den Mund auf", und ist mit gut ausgestalteten sozialen und empathischen Fähigkeiten ausgestattet (Mitgefühl).

Ein bisschen zuviel sogar: neulich kam sie weinend zu mir (Tränen der Empörung!): sie war in einer voll besetzten U-Bahn Zeuge einer sehr despektierlichen Attacke von angetrunkenen jungen Männern auf ein asiatisches Paar. Keiner hat was gesagt, nur meine Tochter, und konnte einem Faustschlags ins Gesicht nur durch einen gerade noch rechtzeitigen Sprungs aus der U-Bahn entgehen, die gerade zum Glück in einer Haltestelle anhielt.

Jetzt bin ich einerseits stolz auf meine Tochter, andererseits möchte ich nicht, dass ihr etwas zustößt, also habe ich über Strategien mit ihr geredet, wie sie sich in solchen Situationen verhalten kann. (Verbündete suchen!!! Und: rechtzeitig 110 wählen - und zwar so, dass es alle hören!)

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Darüber hinaus: Sie bedient sich all dem technischen Schick-Schnack den unsere moderne Welt so parat hat, ohne ihm „ausgeliefert“ zu sein. Genauso, wie sie sich mit ihren Freunden per Facebook „connectet“ liest sie gerne Bücher, genauso wie sie gerne mit den „Handy“ kommuniziert, hat sie einen verbindlichen Freundeskreis, mit dem sie sehr viel Freizeit verbringt, der ihr Halt und gleichzeitig Korrektiv ist. Alles ist in einer guten Balance.

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Damit ich nicht ganz OT werde:

Um etwas zu der Doku zu sagen, um die es hier geht: unabhängig davon, wie korrekt die dort geschilderten Ereignisse sind, ich hätte prinzipiell nicht gewollt, dass mein Kind in eine solche Situation gerät. Es gibt ein grundsätzliches Recht auf Privatheit und Abgrenzung, das auch für Schule gelten muss, und selbst im Elternhaus. Außerdem wird meiner Meinung nach durch solche Maßnahmen das grundsätzliche Vertrauen eines jungen Menschen in das ihm vermittelte Wertesystem nachhaltig gestört.
Ob das für die DDR u.U. zutreffend war, vermag ich nicht zu beurteilen, ich habe nicht dort gelebt.

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Hackel
Warum sonst meinen alle, daß der Staat o.k. ist, weil irgendwo Milliarden gehortet werden, denen gigantische Schulden gegenüber stehen, aber das nur nebenbei.


Barbara
Das ist mir zu abstrakt Hackel, und wie ich öfter schonmal schrieb, überfordert mich das Denken im „großen System“. Ich bin besser in „Dezentralisierung“ - auch im Denken: wie verhalte ich selbst mich im Hinblick auf meine persönlichen Werte und/oder meine politischen Überzeugungen? Wenn wir dahin kämen, wäre die Welt ganz schnell eine andere, glaube ich.


Hackel
Meine Episode mit der Trapo hatte ich damals so verarbeitet zu hoffen, mit solchen Leuten nie wieder etwas zu tun zu bekommen und nicht so zu werden wie die.
Dafür verzichtete ich ab 1984 allerdings auf die Freiheit, nach Nordhausen/ DDR zu reisen, schlimm genug aber für die höherwertigen Ziele in meinem Leben schluckte ich diese Kröte eben, es sollten noch hunderte folgen.


Barbara
Du hast eine klare Haltung Hackel, dafür schätze ich dich sehr, das habe schon des Öfteren mal zum Ausdruck gebracht, das äußert sich auch darin, dass du „Kröten schlucken musstest“. Das habe ich auch schon des Öfteren in meinem Leben tun müssen.

Wer hat denn behauptet, die Welt sei ein Rosengarten?

Dass du nicht mehr nach Nordhausen reisen durftest, finde ich persönlich blöd :-)

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Hackel
Unabhängig davon freue ich mich, daß Du liebe Barbara wieder dem Forum zugehörig bist.


Barbara
Ich bedanke mich sehr für diese Wertschätzung, lieber Hackel.

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Barbara
Ich bin jetzt nicht explizit auf die äußerst wichtigen Begriffe „Zugehörigkeit, Sicherheit, Geborgenheit“ eingegangen, weil sie weit über das Thema des Threads hinaus weisen und vielleicht einen eigenen wert sind?


Hackel39 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 03.08.2013 12:47 | nach oben springen

#78

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.08.2013 13:58
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #71
Zitat von Gert im Beitrag #70
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #66
Aber bei mir war alles bestens, jedenfalls da noch





Streber


Ja bei den Zensuren,durfte er immer die Tafel abwischen und auf das Klassenbuch aufpassen.


......und dem Lehrer die Tasche tragen.............


Intellektuelle spielen Telecaster
Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#79

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.08.2013 15:21
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #77
[blau][quote=Hackel39|p278521][quote=Barbara|p278487][quote=Hackel39|p278460][quote=schnatterinchen|p278430][quote=Hackel39|p278301]
]
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Barbara
Das ist mir zu abstrakt Hackel, und wie ich öfter schonmal schrieb, überfordert mich das Denken im „großen System“. Ich bin besser in „Dezentralisierung“ - auch im Denken: wie verhalte ich selbst mich im Hinblick auf meine persönlichen Werte und/oder meine politischen Überzeugungen? Wenn wir dahin kämen, wäre die Welt ganz schnell eine andere, glaube ich.





Und das war genau der ganz große Konflikt- Individualisierung fürchtete die Stasi wie der Teufel das Weihwasser...."Dein Volk ist alles- Du bist nichts"
Das wurde immer mal wieder in den DDR- Alltag hineininterpretiert, ob berechtigt oder unberechtigt, sei dahingestellt, ich sage aber, daß es nicht so war.
Die Staatsmacht wollte andauernd die Bestätigung "Seid ihr für uns oder gegen uns ?" und das hat nun mal fast alles dominiert und manche wohl auch genervt trotzdem war nicht alles zentralisiert auch nicht das Denken wenngleich das Mißtrauen immer da war.
Man kann es mit einer 40 Jahre andauernden glücklichen Ehe vergleichen in der Sie jeden Tag hören will, ob Er sie noch liebt.
Eigentlich sind Beide glücklich aber die Fragerei nervt trotzdem und irgendwann schaukelt sich alles hoch und alles wird in Frage gestellt, so wie hunderttausende irgendwann mal die DDR in Frage gestellt und sie letzten Endes ganz verloren haben, ohne daß es anfangs vielleicht beabsichtigt war.
Ich sah mich zu keiner Zeit einem Gruppenzwang in der DDR ausgesetzt, es gab ausreichende Rückzugsgebiete, ohne daß es deswegen Schwierigkeiten gab, wenn es aber darum ging, eine Massenveranstaltung wie das FDJ- Pfingsttreffen in Berlin, Höchstleistungsschichten zum Weltfriedenstag oder "Max- Braucht- Schrott- Initiativen zu organisieren, war Hackel und hunderttausende Gleichgesinnte zur Stelle, weil auch er seine DDR liebte aber es reichte eben alles nicht, das Volk ging trotzdem fremd und weiß oft bis heute nicht wofür.
Das muß halt jeder für sich ausmachen.
Auf das couragierte Verhalten Deiner Tochter kannst Du stolz sein, sieh Dir mal an, wie der "sympatischste" Wessi darüber denkt, bei 1:30 kommt das kurze aber aufschlußreiche Intermezzo zum Thema Zivilcourage.
http://www.youtube.com/watch?v=kGB32S20vlQ
Wenn so etwas auch ohne die zehn Gebote des Jung- und Thälmannpioniers, ohne zwei Wochen Zivilverteidigung oder Lager für Arbeit und Erholung geht sondern durch eine gute Erziehung erreichbar ist, so besteht noch Hoffnung für das Gemeinwesen.
Trotzdem braucht jeder Staat Rahmenbedingungen und hier muß täglich nivelliert und reguliert werden, das versucht man nun halt auch in Ostdeutschland seit 23 Jahren mit anderen Konzepten aber weitgehend gleichen Ergebnissen, da solche Übergriffe auch in der DDR vorgekommen sind, ist hier aber nicht das Thema.



Jobnomade hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.08.2013 14:43 | nach oben springen

#80

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.08.2013 12:57
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von Hackel39 im Beitrag #79
Zitat von Barbara im Beitrag #77
[blau][quote=Hackel39|p278521][quote=Barbara|p278487][quote=Hackel39|p278460][quote=schnatterinchen|p278430][quote=Hackel39|p278301]
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Barbara
Das ist mir zu abstrakt Hackel, und wie ich öfter schonmal schrieb, überfordert mich das Denken im „großen System“. Ich bin besser in „Dezentralisierung“ - auch im Denken: wie verhalte ich selbst mich im Hinblick auf meine persönlichen Werte und/oder meine politischen Überzeugungen? Wenn wir dahin kämen, wäre die Welt ganz schnell eine andere, glaube ich.





Und das war genau der ganz große Konflikt- Individualisierung fürchtete die Stasi wie der Teufel das Weihwasser...."Dein Volk ist alles- Du bist nichts"
Das wurde immer mal wieder in den DDR- Alltag hineininterpretiert, ob berechtigt oder unberechtigt, sei dahingestellt, ich sage aber, daß es nicht so war.
Die Staatsmacht wollte andauernd die Bestätigung "Seid ihr für uns oder gegen uns ?" und das hat nun mal fast alles dominiert und manche wohl auch genervt trotzdem war nicht alles zentralisiert auch nicht das Denken wenngleich das Mißtrauen immer da war.
Man kann es mit einer 40 Jahre andauernden glücklichen Ehe vergleichen in der Sie jeden Tag hören will, ob Er sie noch liebt.
Eigentlich sind Beide glücklich aber die Fragerei nervt trotzdem und irgendwann schaukelt sich alles hoch und alles wird in Frage gestellt, so wie hunderttausende irgendwann man die DDR in Frage gestellt und sie letzten Endes ganz verloren haben, ohne daß es anfangs vielleicht beabsichtigt war.
Ich sah mich zu keiner Zeit einem Gruppenzwang in der DDR ausgesetzt, es gab ausreichende Rückzugsgebiete, ohne daß es deswegen Schwierigkeiten gab, wenn es aber darum ging, eine Massenveranstaltung wie das FDJ- Pfingsttreffen in Berlin, Höchstleistungsschichten zum Weltfriedenstag oder "Max- Braucht- Schrott- Initiativen zu organisieren, war Hackel und hunderttausende Gleichgesinnte zur Stelle, weil auch er seine DDR liebte aber es reichte eben alles nicht, das Volk ging trotzdem fremd und weiß oft bis heute nicht wofür.
Das muß halt jeder für sich ausmachen.
Auf das couragierte Verhalten Deiner Tochter kannst Du stolz sein, sieh Dir mal an, wie der "sympatischste" Wessi darüber denkt, bei 1:30 kommt das kurze aber aufschlußreiche Intermezzo zum Thema Zivilcourage.
http://www.youtube.com/watch?v=kGB32S20vlQ
Wenn so etwas auch ohne die zehn Gebote des Jung- und Thälmannpioniers, ohne zwei Wochen Zivilverteidigung oder Lager für Arbeit und Erholung geht sondern durch eine gute Erziehung erreichbar ist, so besteht noch Hoffnung für das Gemeinwesen.
Trotzdem braucht jeder Staat Rahmenbedingungen und hier muß täglich nivelliert und reguliert werden, das versucht man nun halt auch in Ostdeutschland seit 23 Jahren mit anderen Konzepten aber weitgehend gleichen Ergebnissen, da solche Übergriffe auch in der DDR vorgekommen sind, ist hier aber nicht das Thema.




Warum eigentlich?
Ich empfinde es überhaupt nicht als Widerspruch, von einer Sache überzeugt zu sein und zwar aufgrund von eigener innerer "individueller" Auseinandersetzung und dann sich mit anderen in diesem Sinne zusammen zu schließen. Weil ich es will, weil es mir sinnvoll erscheint.
Was war mit all den deutschen Kommunisten bevor es die sozialistische DDR gab mit all ihren staatlichen Organen?
Der Zusammenschluss von "Überzeugten", welche Kraft ist das doch!

Ich bin überzeugt davon Hackel, dass wir das gleiche ethische Fundament haben.Möglicherweise haben wir unterschiedliche Auffassungen davon, wie es zur Geltung kommen kann.*
Eine Frage stellt sich mir:
Kann man Kommunist sein ohne Kommunist zu sein?



Für das OT fühle ich mich nicht mehr verantwortlich :-)


hinzugefügt:

* im Hinblick auf "Denken im großen System" oder "Dezentrales Denken".

Diese Art von Gedanken sind im Baustellenmodus, das will sagen, unfertig und: ich weiß es einfach nicht.


zuletzt bearbeitet 06.08.2013 13:08 | nach oben springen



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