#61

RE: Zwangsumtausch

in Leben an der Berliner Mauer 24.11.2015 09:12
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #55
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #37
Ich war ziemlich oft im Osten (ganze DDR, meistens Tagesbesuche von ganz früh morgens bis ganz spät abends) , so 8 bis 10 Tage pro Jahr, schätze ich. Kenne jedenfalls keinen Westler, der privat öfter rüber fuhr.

Als der Zwangsumtausch neu auf 25 Mark pro Tag erhöht war, Anfang der achtziger Jahre, konnte man das viele Geld fast nicht ausgeben. Ein einfaches Mittagessen in der Dorfkneipe hat damals vielleicht 3 Mark gekostet. Niemals mehr als 5 Mark. Am Ende der DDR war irgendwie alles viel teurer geworden. Das Ausgeben, gerade in Ost-Berlin, war kein großes Problem mehr. Es muss also sowas wie deutliche Inflation gegeben haben, wenn man nach der Kaufkraft geht.


Es hing davon ab, wo man hinging. Die Waren des Grundbedarfes behielten ihren Preis. Aber man konnte höherwertige Produkte (die auch mehr kosteten) in den Delikat- und Exquisit-Läden kaufen. Diese Waren wurden ohne Subvention (teilweise sogar mit einer Produktsteuer) verkauft, um die Subventionen zu kompensieren. Man konnte in der DDR zu ganz unterschiedlichen Preisen in Gaststätten essen. Es gab die Preisstufen 1-3, S und S+Aufschlag (z.B. Fernsehturm und Palasthotel). Das die Straßenbahn -,20 M und der Liter Benzin VK 88 1,50 M (VK 94 1,65 /l) kostete, war ein gesundes Verhältnis. Ich würde mir heute auch wünschen, daß die Einzelfahrt ÖPNV zwischen -,50 - 1,- € bei deutlicher Benzinpreiserhöhung (2,50 - 3.- €/l) kosten würde, denn es ist pervers, wenn autofahren billiger ist, als der ÖPNV.


also mit dem Rechnen hast du irgendwie Schwierigkeiten. Ein Auto mittlerer Preisklasse kostet mich heute monatlich Betriebskosten + Abschreibung/Wertverlust zwischen 500 - 700 Euronen. Ein Monatsticket im Verkehrsverbund Rhein -Ruhr (VRR) kosten 65 €. Damit kann ich rund u die Uhr Bahnen, Busse usw. benutzen. Was ist denn nur teurer ?


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#62

RE: Zwangsumtausch

in Leben an der Berliner Mauer 24.11.2015 09:41
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #61
(...)

also mit dem Rechnen hast du irgendwie Schwierigkeiten. Ein Auto mittlerer Preisklasse kostet mich heute monatlich Betriebskosten + Abschreibung/Wertverlust zwischen 500 - 700 Euronen. Ein Monatsticket im Verkehrsverbund Rhein -Ruhr (VRR) kosten 65 €. Damit kann ich rund u die Uhr Bahnen, Busse usw. benutzen. Was ist denn nur teurer ?

Das Auto hat hohe Fixkosten. Rechnet jemand unter der Prämisse, dass er ein Auto haben und es regelmässig benutzen will, kommt ihn eine einzelne Fahrt im ÖV, besonders auf kurzen und mittleren Strecken teurer, als wenn er diese auch gleich noch mit dem eigenen Fahrzeug tätigt. Die Hauptbenutzergruppen des ÖPNV sind demzufolge die vier As (Arme, Alte, Auszubildende und Ausländer). Denn diese können sich sehr oft kein Auto leisten.


Fritze hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.11.2015 09:42 | nach oben springen

#63

RE: Zwangsumtausch

in Leben an der Berliner Mauer 24.11.2015 09:51
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #61
Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #55
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #37
Ich war ziemlich oft im Osten (ganze DDR, meistens Tagesbesuche von ganz früh morgens bis ganz spät abends) , so 8 bis 10 Tage pro Jahr, schätze ich. Kenne jedenfalls keinen Westler, der privat öfter rüber fuhr.

Als der Zwangsumtausch neu auf 25 Mark pro Tag erhöht war, Anfang der achtziger Jahre, konnte man das viele Geld fast nicht ausgeben. Ein einfaches Mittagessen in der Dorfkneipe hat damals vielleicht 3 Mark gekostet. Niemals mehr als 5 Mark. Am Ende der DDR war irgendwie alles viel teurer geworden. Das Ausgeben, gerade in Ost-Berlin, war kein großes Problem mehr. Es muss also sowas wie deutliche Inflation gegeben haben, wenn man nach der Kaufkraft geht.


Es hing davon ab, wo man hinging. Die Waren des Grundbedarfes behielten ihren Preis. Aber man konnte höherwertige Produkte (die auch mehr kosteten) in den Delikat- und Exquisit-Läden kaufen. Diese Waren wurden ohne Subvention (teilweise sogar mit einer Produktsteuer) verkauft, um die Subventionen zu kompensieren. Man konnte in der DDR zu ganz unterschiedlichen Preisen in Gaststätten essen. Es gab die Preisstufen 1-3, S und S+Aufschlag (z.B. Fernsehturm und Palasthotel). Das die Straßenbahn -,20 M und der Liter Benzin VK 88 1,50 M (VK 94 1,65 /l) kostete, war ein gesundes Verhältnis. Ich würde mir heute auch wünschen, daß die Einzelfahrt ÖPNV zwischen -,50 - 1,- € bei deutlicher Benzinpreiserhöhung (2,50 - 3.- €/l) kosten würde, denn es ist pervers, wenn autofahren billiger ist, als der ÖPNV.


also mit dem Rechnen hast du irgendwie Schwierigkeiten. Ein Auto mittlerer Preisklasse kostet mich heute monatlich Betriebskosten + Abschreibung/Wertverlust zwischen 500 - 700 Euronen. Ein Monatsticket im Verkehrsverbund Rhein -Ruhr (VRR) kosten 65 €. Damit kann ich rund u die Uhr Bahnen, Busse usw. benutzen. Was ist denn nur teurer ?



Gert,

rund um die Uhr geht schon einmal nichts. Es gibt immer entsprechende Zeiten wo nichts rollt.
Dann muss man noch schauen, wo man wohnt. In Großstädten ist die Lage eine ganz andere als in kleineren Ortschaften. Da ist man auf ein Auto angewiesen, Busse und der Nahverkehr helfen da oftmals überhaupt nicht.


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#64

RE: Zwangsumtausch

in Leben an der Berliner Mauer 24.11.2015 11:07
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #63

also mit dem Rechnen hast du irgendwie Schwierigkeiten. Ein Auto mittlerer Preisklasse kostet mich heute monatlich Betriebskosten + Abschreibung/Wertverlust zwischen 500 - 700 Euronen. Ein Monatsticket im Verkehrsverbund Rhein -Ruhr (VRR) kosten 65 €. Damit kann ich rund u die Uhr Bahnen, Busse usw. benutzen. Was ist denn nur teurer ?



Gert,

rund um die Uhr geht schon einmal nichts. Es gibt immer entsprechende Zeiten wo nichts rollt.
Dann muss man noch schauen, wo man wohnt. In Großstädten ist die Lage eine ganz andere als in kleineren Ortschaften. Da ist man auf ein Auto angewiesen, Busse und der Nahverkehr helfen da oftmals überhaupt nicht. [/quote]

Alfred das Wissen, das Nahverkehrsmittel in der Nacht eine Pause einlegen habe ich vorausgesetzt. Nur für dich, der VRR fährt etwa von 1:30 h - 5 :00 h morgens nicht


.
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zuletzt bearbeitet 24.11.2015 11:40 | nach oben springen

#65

RE: Zwangsumtausch

in Leben an der Berliner Mauer 24.11.2015 11:10
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #62
Zitat von Gert im Beitrag #61
(...)

also mit dem Rechnen hast du irgendwie Schwierigkeiten. Ein Auto mittlerer Preisklasse kostet mich heute monatlich Betriebskosten + Abschreibung/Wertverlust zwischen 500 - 700 Euronen. Ein Monatsticket im Verkehrsverbund Rhein -Ruhr (VRR) kosten 65 €. Damit kann ich rund u die Uhr Bahnen, Busse usw. benutzen. Was ist denn nur teurer ?

Das Auto hat hohe Fixkosten. Rechnet jemand unter der Prämisse, dass er ein Auto haben und es regelmässig benutzen will, kommt ihn eine einzelne Fahrt im ÖV, besonders auf kurzen und mittleren Strecken teurer, als wenn er diese auch gleich noch mit dem eigenen Fahrzeug tätigt. Die Hauptbenutzergruppen des ÖPNV sind demzufolge die vier As (Arme, Alte, Auszubildende und Ausländer). Denn diese können sich sehr oft kein Auto leisten.

na Theo ist ein bischen schräg dieser Vergleich. Die Kosten für das Auto fallen nicht sofort in dem Moment an, wo ich das Ticket löse, aber irgendwann..


.
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#66

RE: Zwangsumtausch

in Leben an der Berliner Mauer 24.11.2015 12:07
von KARNAK | 1.694 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #61


also mit dem Rechnen hast du irgendwie Schwierigkeiten. Ein Auto mittlerer Preisklasse kostet mich heute monatlich Betriebskosten + Abschreibung/Wertverlust zwischen 500 - 700 Euronen. Ein Monatsticket im Verkehrsverbund Rhein -Ruhr (VRR) kosten 65 €. Damit kann ich rund u die Uhr Bahnen, Busse usw. benutzen. Was ist denn nur teurer ?

Sind das nicht irgendwie Milchmädchenrechnungen,natürlich kann ich mein Bier immer zu Hause trinken und nie in der Kneipe, natürlich ist das viel billiger und Endergebnis das Gleiche.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#67

RE: Zwangsumtausch

in Leben an der Berliner Mauer 24.11.2015 15:20
von StabsfeldKoenig | 2.644 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #62
Zitat von Gert im Beitrag #61
(...)

also mit dem Rechnen hast du irgendwie Schwierigkeiten. Ein Auto mittlerer Preisklasse kostet mich heute monatlich Betriebskosten + Abschreibung/Wertverlust zwischen 500 - 700 Euronen. Ein Monatsticket im Verkehrsverbund Rhein -Ruhr (VRR) kosten 65 €. Damit kann ich rund u die Uhr Bahnen, Busse usw. benutzen. Was ist denn nur teurer ?

Das Auto hat hohe Fixkosten. Rechnet jemand unter der Prämisse, dass er ein Auto haben und es regelmässig benutzen will, kommt ihn eine einzelne Fahrt im ÖV, besonders auf kurzen und mittleren Strecken teurer, als wenn er diese auch gleich noch mit dem eigenen Fahrzeug tätigt. Die Hauptbenutzergruppen des ÖPNV sind demzufolge die vier As (Arme, Alte, Auszubildende und Ausländer). Denn diese können sich sehr oft kein Auto leisten.


Ich kenne mehrere Arbeitslose, die ihre uralten, möglichst billig reparierten Autos weiterfahren, weil sie für Benzin auf Kurzstrecken in der Stadt weniger Geld brauchen, als für Fahrscheine. In der DDR war der ÖPNV bereits auf den ersten Blick billiger, als die variablen Betriebskosten des Autos, weshalb damals auch Autobesitzer überlegten, wann es sinnvoller ist, den ÖPNV zu benutzen. Heute ist dagegen auch der ÖPNV für Menschen mit geringem Einkommen sehr teuer.



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#68

RE: Zwangsumtausch

in Leben an der Berliner Mauer 24.11.2015 15:43
von linamax | 2.019 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #67
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #62
Zitat von Gert im Beitrag #61
(...)

also mit dem Rechnen hast du irgendwie Schwierigkeiten. Ein Auto mittlerer Preisklasse kostet mich heute monatlich Betriebskosten + Abschreibung/Wertverlust zwischen 500 - 700 Euronen. Ein Monatsticket im Verkehrsverbund Rhein -Ruhr (VRR) kosten 65 €. Damit kann ich rund u die Uhr Bahnen, Busse usw. benutzen. Was ist denn nur teurer ?

Das Auto hat hohe Fixkosten. Rechnet jemand unter der Prämisse, dass er ein Auto haben und es regelmässig benutzen will, kommt ihn eine einzelne Fahrt im ÖV, besonders auf kurzen und mittleren Strecken teurer, als wenn er diese auch gleich noch mit dem eigenen Fahrzeug tätigt. Die Hauptbenutzergruppen des ÖPNV sind demzufolge die vier As (Arme, Alte, Auszubildende und Ausländer). Denn diese können sich sehr oft kein Auto leisten.


Ich kenne mehrere Arbeitslose, die ihre uralten, möglichst billig reparierten Autos weiterfahren, weil sie für Benzin auf Kurzstrecken in der Stadt weniger Geld brauchen, als für Fahrscheine. In der DDR war der ÖPNV bereits auf den ersten Blick billiger, als die variablen Betriebskosten des Autos, weshalb damals auch Autobesitzer überlegten, wann es sinnvoller ist, den ÖPNV zu benutzen. Heute ist dagegen auch der ÖPNV für Menschen mit geringem Einkommen sehr teuer.

Also mir kommen die Tränen bei deinen Gejammer . Ich kenne auch viele Leute die arbeiten gehen und auch ihre alten Autos weiter fahren . Aber du stehst früh auf, und fängst an zu jammern wie schlecht es uns Deutschen geht, vor allen dir . Ich möchte den Tag erleben hier im Forum , daß du mal positiv siehst .


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#69

RE: Zwangsumtausch

in Leben an der Berliner Mauer 24.11.2015 17:31
von Commander | 1.056 Beiträge

In der DDR war der ÖPNV bereits auf den ersten Blick billiger, als die variablen Betriebskosten des Autos, weshalb damals auch Autobesitzer überlegten, wann es sinnvoller ist, den ÖPNV zu benutzen.

Ja,das stimmt.8 Ostpfennige der Tarifkilometer.Mindestfahrpreis 30 Pfennige.Und was wurde von den Fahrgästen über die teilweise recht ausgelutschten Fahrzeuge gemeckert.Was will man für diesen Fahrpreis für Busse haben?Den Verkehrsbetrieben fehlte einfach das Geld dazu u.der Staat?Der hatte für die Provinz nichts übrig,für Berlin ja!2 o.gar 3x "Generalreparatur" waren da vielleicht noch drin.
Oje,ist ja völlig OT,ich höre auf.
Aber dieses Bild muß ich noch zeigen,auf einen ähnlichen "Prachtstück" habe ich 84 begonnen.


Nu`is´gut,schönen Abend,Gruß C.



zuletzt bearbeitet 24.11.2015 17:34 | nach oben springen

#70

RE: Zwangsumtausch

in Leben an der Berliner Mauer 24.11.2015 17:38
von ek40 | 404 Beiträge

Zitat von Commander im Beitrag #69

Aber dieses Bild muß ich noch zeigen,auf einen ähnlichen "Prachtstück" habe ich 84 begonnen.


Nu`is´gut,schönen Abend,Gruß C.


Ein Ikarus 55,genannt "Rakete".
Als Kinder&Jugendliche sind wir gern mit diesem Ding gefahren.
Diese Teile sahen einfach genial aus.

Edit: Foto



http://berlinerspargel-ostblock.blogspot...-ein-bus-1.html


ek40


damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.11.2015 17:46 | nach oben springen

#71

RE: Zwangsumtausch

in Leben an der Berliner Mauer 18.02.2016 23:48
von Sperrbrecher | 1.657 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #48

der Tagesbesuch war sowieso nur auf den sowj. Sektor von Berlin beschränkt, so habe ich das jedenfalls in Erinnerung. In die angrenzende DDR durfte man mit einem Tagesbesuchsvisum nicht fahren. Ganz sicher bin ich mir aber nicht

Ich war einige male (von West-Berlin aus) zum Tagesbesuch in Dresden. Allerdings kann ich mich nicht mehr daran erinnern,
ob ich als West-Berliner oder als "Bürger der BRD" in die DDR gereist bin.
Da ich einen West-Berliner Personalausweis und einen "BRD"-Pass besaß, konnte ich variieren
wie es mir am Besten passte.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#72

RE: Zwangsumtausch

in Leben an der Berliner Mauer 19.02.2016 01:16
von Major Tom | 853 Beiträge

Ich hatte mehrmals am Bahnhof Zoo DM in DDR Mark umgetauscht um im Transitzug nach Stuttgart billig im Mitropa essen zu können. Ich hatte immer Glück dass in meinem Abteil Leute aus der DDR sassen, die habe ich dann eingeladen, mussten nur mit meinem umgetauschten Geld zahlen da ich sonst in DM zahlen müsste. Die Preise im Mitropa waren gesalzen, so ein Schnitzel mit ein paar Pilzen und Kartoffeln über 20 DM. So habe ich am Ende für 3 Personen vielleicht 10 DM ausgegeben, aber so genau weiß ich das nicht mehr.


Man sollte den Kopf nicht hängen lassen wenn einem das Wasser bis zum Hals steht.
http://www.costarica-forum.net
http://directorios-costarica.com
http://www.link-team.net
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#73

RE: Zwangsumtausch

in Leben an der Berliner Mauer 19.02.2016 08:35
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von Gast im Beitrag #1

Dazu kam, daß man mit den ertauschten DDR-Mark als Westler kaum Möglichkeiten hatte, dieses Geld vernünftig auszugeben. Schon gar nicht, wenn man Verwandte besuchte. Interessante Artikel unterlagen einem Ausfuhrverbot. Und Reisebedarfsmittel wie Benzin oder Hotelübernachtungen mußten in D-Mark bezahlt werden. Man verweigerte an der Tankstelle kurzerhand die eigene Währung, auch wenn der Fahrer des West-PKW im Besitz eines Umtauschbelegs war....


Hallo,
mehrfacher Widerspruch:
1. Tanken mit Mark der DDRwar kein Problem, mit meinem Golf-Diesel sogar besonders angenehem, 70 Trabbis an der Schlange, die Dieselzapfsäule ohne Wartezeit.

2. Sonstige Geldausgaben, z.B. Freiberg, akademische Buchandlung, beste technische Fachbücker, Phillopow E-Technik in 6 Bänden zu je 20Mrk.

3. Piko-Modellbahnartikel, sehr schön gearbeitet Gütterwaggons.

4. Zeiss-Jena-Fernglas Decarem 7x50, hervorragende Qualität, immernoch im Einsatz.

5. Für Schüler Zirkel, Rechenschieber, Lineale, Füllhaltertinte....., buntes Bastelpapier usw.

6. Essen gehen......

Aus den Beträgen des Umrtausches Gekauftes durfte fast alles exportiert werden, Ausnahmen waren wie uns erklärt wurde nur Kinderbekleidung und Meissner Porzellan, Porzellan aber mit Valuta-Quittung ging.



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#74

RE: Zwangsumtausch

in Leben an der Berliner Mauer 19.02.2016 08:41
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #71

Ich war einige male (von West-Berlin aus) zum Tagesbesuch in Dresden. Allerdings kann ich mich nicht mehr daran erinnern,
ob ich als West-Berliner oder als "Bürger der BRD" in die DDR gereist bin.
Da ich einen West-Berliner Personalausweis und einen "BRD"-Pass besaß, konnte ich variieren
wie es mir am Besten passte.



Ich würde sagen, da bist Du wohl als Westberliner gereist. In der Hinsicht waren die Westberliner gegenüber den Westdeutschen im Vorteil, da sich der Mehrfachberechtigungsschein zum Empfang eines Visums entweder auf Ost-Berlin oder auf die gesamte DDR bezog, während die Tagesvisa der Bundesbürger nur für Ost-Berlin galten. Natürlich konnte man auch als Bundesbürger in die DDR fahren, allerdings musste vorher ein Visum beantragt werden, während die Westberliner nach dem Erhalt des Berechtigungsscheins ihr Visum an der Grenze erhielten.

Gruss

icke



Sperrbrecher hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#75

RE: Zwangsumtausch

in Leben an der Berliner Mauer 19.02.2016 09:56
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Oder du hast einen Ausflug bei einem WB Reiseunternehmen gebucht? Dann ging es auch mit BRD Reisepass sofort.
Theo


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#76

RE: Zwangsumtausch

in Leben an der Berliner Mauer 19.02.2016 10:20
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #73
Zitat von Gast im Beitrag #1

Dazu kam, daß man mit den ertauschten DDR-Mark als Westler kaum Möglichkeiten hatte, dieses Geld vernünftig auszugeben. Schon gar nicht, wenn man Verwandte besuchte. Interessante Artikel unterlagen einem Ausfuhrverbot. Und Reisebedarfsmittel wie Benzin oder Hotelübernachtungen mußten in D-Mark bezahlt werden. Man verweigerte an der Tankstelle kurzerhand die eigene Währung, auch wenn der Fahrer des West-PKW im Besitz eines Umtauschbelegs war....


Hallo,
mehrfacher Widerspruch:
1. Tanken mit Mark der DDRwar kein Problem, mit meinem Golf-Diesel sogar besonders angenehem, 70 Trabbis an der Schlange, die Dieselzapfsäule ohne Wartezeit.

2. Sonstige Geldausgaben, z.B. Freiberg, akademische Buchandlung, beste technische Fachbücker, Phillopow E-Technik in 6 Bänden zu je 20Mrk.

3. Piko-Modellbahnartikel, sehr schön gearbeitet Gütterwaggons.

4. Zeiss-Jena-Fernglas Decarem 7x50, hervorragende Qualität, immernoch im Einsatz.

5. Für Schüler Zirkel, Rechenschieber, Lineale, Füllhaltertinte....., buntes Bastelpapier usw.

6. Essen gehen......

Aus den Beträgen des Umrtausches Gekauftes durfte fast alles exportiert werden, Ausnahmen waren wie uns erklärt wurde nur Kinderbekleidung und Meissner Porzellan, Porzellan aber mit Valuta-Quittung ging.




Hallo,


bestimmte Artikel wurden im großen Maßstab aus der DDR geschleppt / geschmuggelt und einige haben sich eine goldene Nase verdient.


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#77

RE: Zwangsumtausch

in Leben an der Berliner Mauer 19.02.2016 10:41
von Pit 59 | 10.142 Beiträge

Und was soll das ausser Kunst & Antiquitäten gewesen sein ?


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#78

RE: Zwangsumtausch

in Leben an der Berliner Mauer 19.02.2016 10:54
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

z.B. Antiquitäten und Zigaretten. So wurden oft ganze Lastwagenladungen mit Zigaretten vom BRD Zoll beschlagnahmt, die im Zollverfahren TIR verplombt waren und angeblich aus Polen kamen. Von West nach Ost waren es vor allem Silber, das in der Industrie (Elektronik) benötigt wurde.
Es wird in der Literatur vermutet, dass ein grosser Teil der Schieberei unter staatlicher Duldung erfolgte, teilweise sogar unter Federführung von DDR Handelsorganisationen.
Besonders interessant waren Güter, deren Preisdifferenz in den beiden Währungsgebieten grösser war als der Schwarzwechselkurs, man konnte so von der Währungsdifferenz profitieren.
Theo


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#79

RE: Zwangsumtausch

in Leben an der Berliner Mauer 19.02.2016 22:38
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #76

Zitat

Aus den Beträgen des Umrtausches Gekauftes durfte fast alles exportiert werden, Ausnahmen waren wie uns erklärt wurde nur Kinderbekleidung und Meissner Porzellan, Porzellan aber mit Valuta-Quittung ging.




Hallo,


bestimmte Artikel wurden im großen Maßstab aus der DDR geschleppt / geschmuggelt und einige haben sich eine goldene Nase verdient.



@Alfred an diesem Hungerleiderstaat konnte sich niemand eine goldene Nase verdienen. Die Floskel "Ham wa nich" hat nicht mal 1 % Rendite
edit korrektur


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
linamax und Harra318 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.02.2016 09:37 | nach oben springen

#80

RE: Zwangsumtausch

in Leben an der Berliner Mauer 19.02.2016 22:48
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #79



......... Hungerleiderstaat ........
()




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