#21

RE: Wie ich die Kommunalwahl am 07. Mai 1989 erlebte

in DDR Zeiten 30.07.2013 07:13
von Pit 59 | 10.164 Beiträge

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #20
Bin zur Wahl gegangen, ich hatte kein Problem damit.

Bisher schrieben hier viele, daß sie nicht zur Wahl gegangen wären. Die Wahrheit ist, die große Masse ist gegangen. Schade, das sich heute so wenige dazu bekennen (ohne Wertung ob richtig oder falsch). Auch die Wahlen waren ein Stück gelebte Vergangenheit, auch wenn das viele nicht mehr wahr haben wollen.


Klar ist die grosse Masse gegangen,da haste wohl Recht,die Frage ist nur mit welcher Motivation und politischer Einstellung ? Die grosse Masse hat aber auch gewusst das es keine Wahlen waren,sondern eine Zettelabgabe.


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#22

RE: Wie ich die Kommunalwahl am 07. Mai 1989 erlebte

in DDR Zeiten 30.07.2013 08:08
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

ich gebs zu - ich hab zu den 99,8 % gehört, die hingegangen sind und den Zettel gefaltet haben.
Warum ?
Zu dem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, ohnenhin nichts ändern zu können, durch irgendwelche Protestaktionen.

@Fritze, #19: eigentlich eine gute Wahl, die Du da getroffen hast

Gruss Hartmut


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#23

RE: Wie ich die Kommunalwahl am 07. Mai 1989 erlebte

in DDR Zeiten 30.07.2013 09:00
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von 94 im Beitrag #12
Zitat von ABV im Beitrag #9
Das Foto wurde irgendwann Ende der siebziger Jahre aufgenommen. Genau eingrenzen kann ich das aber nicht.

Na eher mehr gegen Anfang/Mitte der 70er. Auf jedenfall vor '76, siehe Parkverbotsschild. Und im Hintergrund das dürfte ein Ikarus 252 sein, erst ab '73 in der Provinz. Geht der Scan mit auch ä bissel mehr Resolution?

Achso, zum Thema ... Boykott der DDR-Wahlen

P.S. Als Aufnahmezeitraum schließe ich mal die Monate Juli und August kategorisch aus.

Sieht eher aus wie ein früher Ikarus 256

Ikarus 255 und 256 sind sogenannte Überlandbusse bzw. einfache Reisebusse.
Hauptunterschied: 255 hat Blattfederung und 256 hat Luftfederung. Ohne Schild auch erkennbar daran, das der runde (!)Kotflügelausschnitt beim 255 bündig mit der umlaufenden Zierleiste ist. Beim 256er ist zwischen Zierstreifen und Kotfllügelausschnitt etwas Platz.

Der Ikarus 252 ist ursprünglich eine 11 Meter Variante des luftgefederten Ikarus 250.00 als Reisebus mit Schlagtüren. Er wurde zum Ikarus 256. Der 252 kam nur als Prototyp als Probefahrten in die DDR in einem Exemplar.
Spätere 252 waren eher Stadtbusse. Entscheidend sind hier bei der Erkennung die Ziffern nach dem Punkt, etwa 252.69, dann ist es ein blattgefederter Überlandbus/Vorortbus mit zwei Falttüren: 1. Tür vorne, die zweite in der Mitte. Einige haben auch eine zusätzliche 3., sehr schmale Falttür hinten. Diese Ausführung kam auch nie in die DDR.

Der im Bild scheint aber 5 lange Fenster zu haben, dazu runde Kotflügelausschnitte, also eher Ikarus 256.

Die DDR erhielt folgende Varianten der 200er Serie:
IK-211,
IK-250.??,
IK-255.71,
IK-255.72,
IK-255.72B,
IK-256.51,
IK-260.02,
IK-260.03,
IK-263.43,
IK-280.02,
IK-280.03,


zuletzt bearbeitet 30.07.2013 11:43 | nach oben springen

#24

RE: Wie ich die Kommunalwahl am 07. Mai 1989 erlebte

in DDR Zeiten 30.07.2013 09:44
von Moskwitschka (gelöscht)
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Ja die Kommunalwahl 1989 - ob man gewählt hat oder nicht, ob man sich im nachhinein als Nichtwähler oder Wähler hier outet, ist für mich persönlich völlig irrelevant. Auch meine persönliche Geschichte in der DDR, die fest verwoben ist mit meinem Wahlverhalten.

In meiner Erinnerung war die Zeit vor dem Wahltag bestimmt von vielen Diskussionen: Was tun. Im Endeffekt hat das jeder für sich persönlich entschieden. Für mich war es eine Art Nagelprobe - das Wahlergebnis und dessen Präsentation in der Öffentlichkeit.

Und dann kam der Wahlabend - mit dem vorläufigen Ergebnis, das Egon Krenz, Wahlleiter und bei vielen auch Hoffnungsträger verkündete:

Wahlbeteiligung von 98,77 Prozent mit lediglich 1,15 Prozent, gleich 142.301, Gegenstimmen

„Liebe Bürgerinnen und Bürger der Deutschen Demokratischen Republik. Liebe Freunde und Genossen. Die Kommunalwahlen im vierzigsten Jahr unseres Arbeiter- und Bauernstaates wurden zu einem eindrucksvollen Votum für die Kandidaten der Nationalen Front der Deutschen Demokratischen Republik. Das vorläufige zusammengefasste Gesamtergebnis der Wahlen zu den Stadtbezirksversammlungen von Berlin, zu den Kreistagen und den Stadtverordnetenversammlungen der Stadtkreise widerspiegelt das Bekenntnis der Wählerinnen und Wählern zu den Zielen des gemeinsamen Wahlprogramms. Für das weitere Gedeihen unserer Städte und Gemeinden, für einen starken Sozialismus und einen sicheren Frieden.“

Alles was im Vorfeld dieser Wahlen in Bewegung war, was die Stimmung geprägt hat wurde ausgeblendet, bzw. war nicht erwähnenswert. Alles gut im Staate DDR.

Nach den Wahlen begann das große Schweigen des Sommers 1989.

LG von der grenzgaengerin

EDIT http://1989.dra.de/themendossiers/politik/kommunalwahl.html

Nachtrag: Im März 1990 war ich Wahlhelferin im Wahllokal vom "Städtchen" im Majakowskiring in Berlin Pankow, in dem auch Egon Krenz seine Stimme abgegeben hat. Aber das ist eine andere Geschichte.


zuletzt bearbeitet 30.07.2013 10:02 | nach oben springen

#25

RE: Wie ich die Kommunalwahl am 07. Mai 1989 erlebte

in DDR Zeiten 30.07.2013 10:30
von ddr-bürger (gelöscht)
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Zitat von Pit 59 im Beitrag #21
Zitat von ddr-bürger im Beitrag #20
Bin zur Wahl gegangen, ich hatte kein Problem damit.

Bisher schrieben hier viele, daß sie nicht zur Wahl gegangen wären. Die Wahrheit ist, die große Masse ist gegangen. Schade, das sich heute so wenige dazu bekennen (ohne Wertung ob richtig oder falsch). Auch die Wahlen waren ein Stück gelebte Vergangenheit, auch wenn das viele nicht mehr wahr haben wollen.


Klar ist die grosse Masse gegangen,da haste wohl Recht,die Frage ist nur mit welcher Motivation und politischer Einstellung ? Die grosse Masse hat aber auch gewusst das es keine Wahlen waren,sondern eine Zettelabgabe.


Für mich waren die Wahlen eigentlich auch nur "Zettelabgabe", aber aus einem anderen Grund. Ich glaubte wirklich das die Mehrheit den Weg will. Klar es wurde viel gemeckert, man war ja selber auch unzufrieden wenn man den Voprschalldämpfer nicht bekam oder den "salzigen" Werrakies verbauen mußte. Aber die Summe war für mich ausschlaggebend. ich nenne es mal "soziale" Zufriedenheit. Heute bin ich der Meinung, die "materielle" Unzufriedenheit war der wirkliche Auslöser bei der Mehrheit.

Mein Gedanke war nicht die "führende Rolle der Partei" zu stürzen, sondern die Fehler in der zu korrigieren. Und so ging ich auch zur Wahl 1989....


Heckenhaus hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#26

RE: Wie ich die Kommunalwahl am 07. Mai 1989 erlebte

in DDR Zeiten 30.07.2013 10:48
von Moskwitschka (gelöscht)
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Hat noch jemand in seinen Archiven das Wahlprogramm der Nationealen Front für die Kommunalwahlen von 1989?

Oder einen link ?

LG von der grenzgaengerin


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#27

RE: Wie ich die Kommunalwahl am 07. Mai 1989 erlebte

in DDR Zeiten 30.07.2013 11:27
von Hansteiner | 1.422 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #21
Zitat von ddr-bürger im Beitrag #20
Bin zur Wahl gegangen, ich hatte kein Problem damit.

Bisher schrieben hier viele, daß sie nicht zur Wahl gegangen wären. Die Wahrheit ist, die große Masse ist gegangen. Schade, das sich heute so wenige dazu bekennen (ohne Wertung ob richtig oder falsch). Auch die Wahlen waren ein Stück gelebte Vergangenheit, auch wenn das viele nicht mehr wahr haben wollen.


Klar ist die grosse Masse gegangen,da haste wohl Recht,die Frage ist nur mit welcher Motivation und politischer Einstellung ? Die grosse Masse hat aber auch gewusst das es keine Wahlen waren,sondern eine Zettelabgabe.



Also vorweg, ich habe "gewählt". Sehr zeitig sogar weil ich zu Hause meine Dachrinne gestrichen habe. So hatte ich vom Gerüst einen prima BP!
Ich konnte den Weg zum nächsten Wahllokal bestens überblicken. In der Rinne lag ein "Sternrecorder" mit "Stimme der DDR".
Noch vor dem Mittag kamen schon die ersten utopischen Wahlbeteiligungen auch von hier! Nur kam ich ins grübeln weil man fast keine Leute hat hingehen sehen? Ich bin daher der Meinung, daß der Großteil der Bevölkerung gar nicht " gewählt" hat !!!

Gruß H.



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#28

RE: Wie ich die Kommunalwahl am 07. Mai 1989 erlebte

in DDR Zeiten 30.07.2013 17:28
von 94 | 10.792 Beiträge

Den Ikarus 256 gabs aber erst ab 1977 in der DDR und da 'stört' mich dann bissel das P-Parkverbot.
Andererseits, also falls in der Provinz der Schilderwechsel nicht sooo zackig von statten ging und der Ikarus tatsächlich ein 256er sei, na dann läßt sich die Aufnahme recht genau auf Mai/Juni 1977 (oder 1978 also wenn der Schilderwechsel noch länger gedauert hat) eingrenzen.

Apropos 'eingrenzen' und 'Mai', wie hat'n der EDGE-Habicht an diesem Tag seinen Zettel gefaltet?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#29

RE: Wie ich die Kommunalwahl am 07. Mai 1989 erlebte

in DDR Zeiten 30.07.2013 18:32
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von 94 im Beitrag #28
Den Ikarus 256 gabs aber erst ab 1977 in der DDR und da 'stört' mich dann bissel das P-Parkverbot.
Andererseits, also falls in der Provinz der Schilderwechsel nicht sooo zackig von statten ging und der Ikarus tatsächlich ein 256er sei, na dann läßt sich die Aufnahme recht genau auf Mai/Juni 1977 (oder 1978 also wenn der Schilderwechsel noch länger gedauert hat) eingrenzen.

Apropos 'eingrenzen' und 'Mai', wie hat'n der EDGE-Habicht an diesem Tag seinen Zettel gefaltet?


Also, ich meine, das ich Blech zwischen Kotflügelausschnitt und Zierleiste sehe.
Tja, und zum Falten...ich überlege schon einige Stunden, aber ich habe überhaupt keine Erinnerung dazu.


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#30

RE: Wie ich die Kommunalwahl am 07. Mai 1989 erlebte

in DDR Zeiten 31.07.2013 12:55
von metal.999 | 49 Beiträge

Zur Zeit der Kommunalwahlen war meine Mutter sehr schwer erkrankt (Streukrebs im Endstadium). Daher kamen 3 Leute mit der fliegenden Wahlurne zu uns nach Hause. Ich war danach mit den Nerven fertig.

metal.999


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