#41

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.07.2013 18:10
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von 94 im Beitrag #40
Jetzt kommt bestimmt als Antwort 18. April 1989 ...
http://www.doppeladler.com/oebh/assistenzeinsatz.htm


Da muß ich Dich leider auch enttäuschen.


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#42

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.07.2013 18:37
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #1
viele DDR-Bürger hatten einen Ausreiseantrag gestellt,
als MfS-Angestellter,
warum wollten
sie unsere DDR verlassen?,
hatten sich die Mitarbeiter des MfS nicht mal gefragt?,
warum wollten so viele Leute weg?,
selbst Prominente,sprich Biermann,
andere hatten einen anderen Weg gewählt,
Flucht,oft tödlich,
nach der Wende sind auch MfS-Angestellte in den Westen gegangen,
eure Meinung dazu
gruß Lutze


Die Kernfrage ist doch diese...Wieso wollten Menschen ihre Heimat und ihre gewohnte Umgebung verlassen ? Und zwar nicht wenige.Aus Jux und Dollerei macht so was ja keiner.Und das in eine Land wo auf den ersten Blick vieles besser erschien..es aber auch eine große Ungewissheit gab wie wirklich sein könnte.



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#43

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.07.2013 18:38
von Gelöschtes Mitglied
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" Ich glaube, die darüber gehen,
Die zieht es fort zu fetteren Weiden,"

Es waren viele MFS -Angehörige die halsüberkopf sich nach der Wende in den Westen absetzten . Im Herbst 1989 vermiedete meine Schwägerinn in Travemünde, eine Wohnung an ein Ehepaar aus der ehemaligen DDR , Später stellte sich heraus , er war Mitarbeiter des MFS. Erst machten sie auf arme Ostdeutsche , fanden auch gleich eine gut bezahlte Arbeitsstelle und innerhalb eines Jahres hatten sie den Wohlstand wie sie ihn nie hatten .
Viele zogen damals zu den fetteren Weiden , leben heute wie die Maden im Speck , genießen die Freiheit ,das System was sie einst mit aller Macht bekämpften ,das gibt ihnen heute eine gewisse Sicherheit , denn welcher Nachbar in den alten Bundesländer interessiert sich für die ehemalige Tätigkeit seines Nachbarn ?
Die Menschen ,dessen Leben die Stasi in der DDR kaputt gemacht haben , was machen die heute ?????? MfG ratata

Mit Euren Äußerungen hier zu den Reiseerleichterungen , wollt ihr Euch nur freireden .


zuletzt bearbeitet 26.07.2013 18:44 | nach oben springen

#44

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.07.2013 18:48
von Alfred | 6.848 Beiträge

Zitat von ratata im Beitrag #43
" Ich glaube, die darüber gehen,
Die zieht es fort zu fetteren Weiden,"

Es waren viele MFS -Angehörige die halsüberkopf sich nach der Wende in den Westen absetzten . Im Herbst 1989 vermiedete meine Schwägerinn in Travemünde, eine Wohnung an ein Ehepaar aus der ehemaligen DDR , Später stellte sich heraus , er war Mitarbeiter des MFS. Erst machten sie auf arme Ostdeutsche , fanden auch gleich eine gut bezahlte Arbeitsstelle und innerhalb eines Jahres hatten sie den Wohlstand wie sie ihn nie hatten .
Viele zogen damals zu den fetteren Weiden , leben heute wie die Maden im Speck , genießen die Freiheit ,das System was sie einst mit aller Macht bekämpften ,das gibt ihnen heute eine gewisse Sicherheit , denn welcher Nachbar in den alten Bundesländer interessiert sich für die ehemalige Tätigkeit seines Nachbarn ?
Die Menschen ,dessen Leben die Stasi in der DDR kaputt gemacht haben , was machen die heute ?????? MfG ratata

Mit Euren Äußerungen hier zu den Reiseerleichterungen , wollt ihr Euch nur freireden .



Leistung setzt sich durch ..... auch Herr XY hätte doch zu den "fetten Weiden" ziehen können...


Feliks D. und passport haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 26.07.2013 18:49 | nach oben springen

#45

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.07.2013 18:53
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von ratata im Beitrag #43
" Ich glaube, die darüber gehen,
Die zieht es fort zu fetteren Weiden,"

Es waren viele MFS -Angehörige die halsüberkopf sich nach der Wende in den Westen absetzten . Im Herbst 1989 vermiedete meine Schwägerinn in Travemünde, eine Wohnung an ein Ehepaar aus der ehemaligen DDR , Später stellte sich heraus , er war Mitarbeiter des MFS. Erst machten sie auf arme Ostdeutsche , fanden auch gleich eine gut bezahlte Arbeitsstelle und innerhalb eines Jahres hatten sie den Wohlstand wie sie ihn nie hatten .
Viele zogen damals zu den fetteren Weiden , leben heute wie die Maden im Speck , genießen die Freiheit ,das System was sie einst mit aller Macht bekämpften ,das gibt ihnen heute eine gewisse Sicherheit , denn welcher Nachbar in den alten Bundesländer interessiert sich für die ehemalige Tätigkeit seines Nachbarn ?
Die Menschen ,dessen Leben die Stasi in der DDR kaputt gemacht haben , was machen die heute ?????? MfG ratata

Mit Euren Äußerungen hier zu den Reiseerleichterungen , wollt ihr Euch nur freireden .


Hier geht´s um vor der Wende. Mach doch ein eigenes Thema auf.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#46

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.07.2013 19:52
von ddr-bürger (gelöscht)
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Zitat von ratata im Beitrag #43
" Ich glaube, die darüber gehen,
Die zieht es fort zu fetteren Weiden,"

Es waren viele MFS -Angehörige die halsüberkopf sich nach der Wende in den Westen absetzten . Im Herbst 1989 vermiedete meine Schwägerinn in Travemünde, eine Wohnung an ein Ehepaar aus der ehemaligen DDR , Später stellte sich heraus , er war Mitarbeiter des MFS. Erst machten sie auf arme Ostdeutsche , fanden auch gleich eine gut bezahlte Arbeitsstelle und innerhalb eines Jahres hatten sie den Wohlstand wie sie ihn nie hatten .
Viele zogen damals zu den fetteren Weiden , leben heute wie die Maden im Speck , genießen die Freiheit ,das System was sie einst mit aller Macht bekämpften ,das gibt ihnen heute eine gewisse Sicherheit , denn welcher Nachbar in den alten Bundesländer interessiert sich für die ehemalige Tätigkeit seines Nachbarn ?
Die Menschen ,dessen Leben die Stasi in der DDR kaputt gemacht haben , was machen die heute ?????? MfG ratata

Mit Euren Äußerungen hier zu den Reiseerleichterungen , wollt ihr Euch nur freireden .


Ich denke das ist ein Forum und kein Tribunal, keiner der angesprochenen User hat es nötig sich "frei zu reden"


Pitti53, Feliks D., elster427, passport, Krepp, Kurt und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#47

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.07.2013 09:01
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Vierkrug im Beitrag #39
Zitat von connies9 im Beitrag #37
Danke, Vierkrug. Ab wann war dir klar, dass es so ablaufen wird, ablaufen muss?


Eher, wie Du es vielleicht denkst.


Das ist von Interesse.Wann den Genossen Entscheidern klar war ,das dieses Land nicht mehr zu retten ist.
Warum so geheimnissvoll @Vierkrug?
Warum konnte sich damals nicht eine Gruppe von Reformern zusammenschließen und die Sache vom Kopf auf die Füße stellen?
Aus Moskau wäre möglicherweise wenig Wiederspruch gekommen.
Wurde da schon frühzeitig zugesehen wie ein Land ruiniert wird?


zuletzt bearbeitet 27.07.2013 09:04 | nach oben springen

#48

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.07.2013 09:11
von Lutze | 8.035 Beiträge

auf einmal war der Sputnik weg,
das gab doch zu denken
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#49

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.07.2013 09:22
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Lutze im Beitrag #48
auf einmal war der Sputnik weg,
das gab doch zu denken
Lutze


Na dann kann Dir hier geholfen werden, Lutze Glasnost und Perestroika in den Medien / im Alltag der DDR

LG von der grenzgaengerin


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#50

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.07.2013 10:41
von Gelöschtes Mitglied
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Es hat ursächlich nichts mit Sputnik, Glasnost und Perestroika zu tun - sie waren nur sogenannte Brandbeschleuniger.
@schnatterinchen - da ich mittlerweile auch mitbekommen habe, dass Du Dich mit den Ursachen für den "Zusammenbruch" beschäftigst, versuche ich einmal aus persönlicher Sicht einige Dinge darzulegen, die meines Erachtens nach, dass "Grundübel" darstellten.
Der von Dir erwähnte Austausch von Personen und Köpfen, oder gar der "Königsmord" hätte zu diesem Zeitpunkt überhaupt nichts bewirkt, da die politischen Strukturen in der DDR schon zu sehr verkrustet waren und die marxistisch-leninistische Ideologie nur noch eine Alibifunktion seitens der Führung erfüllte und wie in der römisch-katholischen Kirche zum Dogma ausgeartet war.
Die entscheidende Ursache aus meiner Sicht, liegt in der abstrichlosen und kritiklosen Übernahme des sowjetischen Sozialismusmodells in der DDR. Die Phase der nach dem II. WK in der SBZ einsetzenden antifaschistisch-demokratischen Umwälzung war richtig und notwendig, denn die Masse der deutschen Bevölkerung stand ja noch unter den Nachwirkungen der Nazi-Ideologie. Man kann in einem so kurzem geschichtlichem Zeitraum nicht bei allen Menschen eine Bewußtseinsveränderung erreichen, zumal das erforderliche soziale Umfeld dafür noch nicht vorhanden war. Verstärkt durch gravierende Fehlentscheidungen nahmen dann auch die Fehlentwicklungen ihren Lauf. Aus dem 17. Juni 1953, wurden nicht die richtigen Erkenntnisse und Schlußfolgerungen gezogen. Im Gegenteil es wurde mit restriktiven Maßnahmen eingeschüchtert, innerparteiliche Auseinandersetzugen auch in der Parteiführung mit Säuberungsaktionen nach sowjetischem Vorbild beendet - siehe Zeiser, Schirdewan und Wollweber. Es war der Sieg der Apparatschiks und ihrer Nomenklatura gegenüber anderweitigen Wegen auf dem Weg zum Sozialismus.
Nun muß man aber auch bedenken, dass diese kleine DDR keine Insel war und im luftleerem Raum existierte. Sie war später wirtschaftlich, politisch und militärisch eingebunden im Warschauer Pakt und somit unmittelbar ein Land an der vordersten Linie der sich im Kaltem Krieg gegenüberstehenden Machtsysteme. Sowjetische Sicherheitsinteressen, wie auch ihre politischen und wirtschaftlichen Interessen dominierten. Es gab keine diesbezügliche Gleichberechtigung. Jeder Versuch der DDR, aus dieser Lage etwas herauszubrechen, wurde sofort im Keim erstickt - siehe auch der gescheiterte Versuch bei der Einführung der NÖP. Ich spreche einmal nicht bewußt von der DDR als eine ASSR. Man konnte sich aber gerade in der Phase der Stagnation unter Breshnew, sich dieses Eindruckes nicht erwehren.
Wer sich mit den Ursachen und Gründen des Unterganges der SU tiefer beschäftigen will, dem empfehle ich das Buch von Jegor Ligatschow "Wer verriet die Sowjetunion" zu lesen. Man muß dazu erwähnen, dass Jegor Ligatschow der zweite Mann hinter Gorbatschow in der Parteiführung der KPdSU war.
Es wird dabei auch ersichtlich, dass die "deutsche Frage" für die Sowjetunion keinesfalls gelöst war und die DDR, wie auch ihre Existenz immer noch ein Faustpfand sowjetischer Intressenslagen bedeutete. Das wiederum wurde nicht von der SED-Führung erkannt und berücksichtigt. Das Abhängigkeitsverhältnis war schon so sehr ausgeprägt, dass die DDR ohne den "großen Bruder" nicht überlebensfähig war.
Dann kam Gorbatschow und mit ihm die Begriffe von Glasnost und Perestroika - gefährliche Begriffe für Apparatschiks und der herrschenden Parteinomenklatura. Vom damaligen Denkansatz richtig und notwendig, aber nicht umsetzbar, da die Verkrustungen schon zu stark waren. Im Fahrwasser dieser Entwicklung, formierten sich andere Kräfte, wie Jakolew, die auch andere Ziele verfolgten.
Die DDR war gewarnt, konnte sich aber nicht dagegen stemmen, da die Worte Glasnost und Perestroika auch bei den DDR-Bürgern andere Assoziationen weckten. Dazu war wiederum die Führungsriege der SED nicht bereit, da die Apparatschiks, die man mittlerweile auch mit Namen benennen könnte, um ihre liebgewordenen Machtpositionen fürchteten. Im Gegenteil, man verhielt sich wie ein sturrer Esel, der nicht bereit war, einem ihm nicht vertrautem Weg zu beschreiten. Auch wenn dann noch so eine Losung gekloppt wurde - den Sozialismus im seinem Lauf ....- dann war es schon mehr wie realitätsfremd. Im diesem Umfeld, ich würde es schon als Spannungsfeld bezeichnen, versahen dann die Schutz- und Sicherheitsorgane ihren Dienst. Sie stellten auch berechtigte Fragen und die Antworten blieben aus. Mit Befehlen und Weisungen kann man Menschen nicht auf Dauer in vorgegebene Schranken weisen. Im Gegenteil es fordert den Widerspruch förmlich heraus. Und zur Bewußtseinsfrage brauche ich mich dann auch nicht äußern.
Es gebe wesentlich mehr aus der Analyse heraus, darzulegen. Will es aber erst einmal dabei belassen. Wie bereits gesagt es sind persönliche Sichtweisen und somit nicht allgemeingültig.
Wer vom Kommunismus und wissenschaftlichem Sozialismus in der DDR spricht, der liegt arg daneben. Beides hat es nicht gegeben. Was es gab, war der real existierende Sozialimus nach sowjetischem Vorbild mit all seinen Verbiegungen, Deformationen und auch menschenfeindlichen Auswüchsen. Und zu dieser Aussage stehe ich auch heute noch.
Ich habe gestern eine Mail bekommen, wo ein Freund es sinngemäß so beschrieb - der Sarg wurde von uns selbst geschaffen, wir mußten uns nur noch hineinlegen und das Volk hat dann im Herbst 1989 den Deckel darauf gelegt und den Sarg zugenagelt.
Für Kommunisten eine der bittersten Stunden, aber zugleich auch Erkenntnis, wie man es nie wieder machen sollte.
Gegenwärtig läuft die Entwicklung wie bei der Französischen Revolution. Ein Robespierre und Danton wurden auch Opfer des von ihnen eingeschlagenen Weges.

Vierkrug


zuletzt bearbeitet 27.07.2013 11:04 | nach oben springen

#51

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.07.2013 10:49
von connies9 | 78 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #47
Zitat von Vierkrug im Beitrag #39
Zitat von connies9 im Beitrag #37
Danke, Vierkrug. Ab wann war dir klar, dass es so ablaufen wird, ablaufen muss?


Eher, wie Du es vielleicht denkst.


Das ist von Interesse.Wann den Genossen Entscheidern klar war ,das dieses Land nicht mehr zu retten ist.
Warum so geheimnissvoll @Vierkrug?
Warum konnte sich damals nicht eine Gruppe von Reformern zusammenschließen und die Sache vom Kopf auf die Füße stellen?
Aus Moskau wäre möglicherweise wenig Wiederspruch gekommen.
Wurde da schon frühzeitig zugesehen wie ein Land ruiniert wird?




Sehr richtig, Schnatterente. Warum gibt es keine Antwort? Kann es sein, dass man vor einem Outing (beispielsweise, ich wusste es schon immer) Angst hat, da man eventuell bei Mitstreitern seine damals fehlende Überzeugung preis gibt? Das sollte nicht sein. Heute nicht mehr.

P.S. Deine Schilderungen, Vierkrug, empfinde ich als sehr ehrlich und informativ. Hatte sie zunächst nicht gelesen.



zuletzt bearbeitet 27.07.2013 10:54 | nach oben springen

#52

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.07.2013 11:45
von Lutze | 8.035 Beiträge

dein Beitrag dazu,DANKE,@Vierkrug,
habt ihr MfS-Mitarbeiter nicht selber die Frage gestellt,
hier ist was faul am System,ihr vom MfS seit doch nicht
dumm gewesen,gab es da auch Gewiisenskonflikte
innerhalb des MfS?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
thomas 48 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#53

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.07.2013 12:22
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Lutze im Beitrag #52
dein Beitrag dazu,DANKE,@Vierkrug,
habt ihr MfS-Mitarbeiter nicht selber die Frage gestellt,
hier ist was faul am System,ihr vom MfS seit doch nicht
dumm gewesen
,gab es da auch Gewiisenskonflikte
innerhalb des MfS?
Lutze


@Lutze - erst einmal Dank für diese Wertung, die nicht von allen Seiten so gesehen wird.
Meine Mitstreiter haben es schon öfters auch hier im Forum dargelegt. Es wurde von allen Linien wahrheitsgetreu über die Lage informiert.
Jedoch hatte nicht das MfS die führende Rolle in Staat und Gesellschaft, die beanspruchte immer noch die SED, deren Mitglieder wir auch waren. Wir befanden uns wahrscheinlich mehr in Gewissenskonflikten, wie es uns abgenommen wird. Wir waren auch ein Teil dieser DDR-Gesellschaft und spürten auch im tagtäglichem Leben die Unzulänglichkeiten und Mängel, um es noch etwas gemildert auszudrücken.
Das MfS war aber auch ein militärisches Organ mit entsprechenden Strukturen und Befehlshierachien.
Was mit den Informationen, gerade aus unserer Linie geschah, haben wir dann meist in der Folge gesehen - nichts, denn es wurde so weiter gefahren wie zuvor. Manchmal herrschte schon Resignation und es kamen auch die Fragen auf, warum, wofür, wozu..... Aber es überwog die Motivation, gegen diese Mißstände immer wieder aufs Neue anzugehen.
Es gab einmal eine Aussage von Mielke, wo er sinngemäß äußerte - "sind wir denn jetzt auch für defekte Dachrinnen an Krankenhäusern zuständig ?" Heute lächelt man im nachhinein darüber - damals bittere Realität.
Ich konnte es auch keinem DDR-Umweltschützer im Raum Espenhain / Böhlen verübeln, wenn er die berechtigten Umweltsünden offen ansprach. Wenn ich dienstlich in Böhlen und Espenhain bei Inversionswetterlagen weilte, dann spürte ich auch den säurehaltigen Dunst im Gesicht und meine Frau wußte, wo ich mich dienstlich aufgehalten hatte. Meine Schuhe konnte ich ohnehin wegschmeissen, wenn ich eine der Schwelereien besuchte. Deshalb besaß ich zu DDR-Zeiten mehr Schuhe, wie heute.
Man tauschte sich auch untereinander aus, wenn man die Möglichkeit dazu gegeben war. Wenn ich mich mit meinem Abt.-Leiter traf, so sprachen wir sehr offen über diese Probleme, auch im Bewußtsein, dass wir es nicht verändern werden oder gar können.

Vierkrug


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#54

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.07.2013 12:24
von werner | 1.591 Beiträge

@Lutze nicht am System, sondern an einigen Menschen war was faul.
An der Idee einer neuen, gerechteren Gesellschaft habe ich nie gezweifelt. An manchen Menschen schon,
die für sich in Ansprich genommen haben, allein die Wahrheit und den richtigen Weg zu kennen
und jeden Kritiker weggebissen haben oder haben wegbeißen lassen. Auch habe ich an den Menschen gezweifelt,
die wider den gesunden Menschenverstand Befehle straight ausgeführt haben, ohne den ihnen zur Verfüung stehenden Spielraum auszureizen.
Es gab nicht "DAS MfS", wir waren nicht gleichgeschaltet, keine homogene Masse. Das schreibe ich hier nicht zum ersten Mal.

Wie überall woanders auch gab es Menschen unterschiedlicher intellektueller Leistungsfähigkeit, unterschiedlicher Persönlichkeit, unterschiedlicher Einstellung zum Dienst, unterschiedlichem Umgang mit der ihnen dank ihres Dienstausweises, dank ihres Dienstgrades oder ihrer Dienststellung verliehenen Macht.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
Feliks D., SCORN, passport, LO-Wahnsinn und GilbertWolzow haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.07.2013 12:26 | nach oben springen

#55

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.07.2013 13:20
von Lutze | 8.035 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #53
[quote=Lutze|p277005]dein Beitrag dazu,DANKE,@Vierkrug,
habt ihr MfS-Mitarbeiter nicht selber die Frage gestellt,
hier ist was faul am System,ihr vom MfS seit doch nicht
dumm gewesen
,gab es da auch Gewiisenskonflikte
innerhalb des MfS?
Lutze


@Lutze - erst einmal Dank für diese Wertung, die nicht von allen Seiten so gesehen wird.
Meine Mitstreiter haben es schon öfters auch hier im Forum dargelegt. Es wurde von allen Linien wahrheitsgetreu über die Lage informiert.
Jedoch hatte nicht das MfS die führende Rolle in Staat und Gesellschaft, die beanspruchte immer noch die SED, deren Mitglieder wir auch waren. Wir befanden uns wahrscheinlich mehr in Gewissenskonflikten, wie es uns abgenommen wird. Wir waren auch ein Teil dieser DDR-Gesellschaft und spürten auch im tagtäglichem Leben die Unzulänglichkeiten und Mängel, um es noch etwas gemildert auszudrücken.
Das MfS war aber auch ein militärisches Organ mit entsprechenden Strukturen und Befehlshierachien.
Was mit den Informationen, gerade aus unserer Linie geschah, haben wir dann meist in der Folge gesehen - nichts, denn es wurde so weiter gefahren wie zuvor. Manchmal herrschte schon Resignation und es kamen auch die Fragen auf, warum, wofür, wozu..... Aber es überwog die Motivation, gegen diese Mißstände immer wieder aufs Neue anzugehen.
Es gab einmal eine Aussage von Mielke, wo er sinngemäß äußerte - "sind wir denn jetzt auch für defekte Dachrinnen an Krankenhäusern zuständig ?" Heute lächelt man im nachhinein darüber - damals bittere Realität.
Ich konnte es auch keinem DDR-Umweltschützer im Raum Espenhain / Böhlen verübeln, wenn er die berechtigten Umweltsünden offen ansprach. Wenn ich dienstlich in Böhlen und Espenhain bei Inversionswetterlagen weilte, dann spürte ich auch den säurehaltigen Dunst im Gesicht und meine Frau wußte, wo ich mich dienstlich aufgehalten hatte. Meine Schuhe konnte ich ohnehin wegschmeissen, wenn ich eine der Schwelereien besuchte. Deshalb besaß ich zu DDR-Zeiten mehr Schuhe, wie heute.
Man tauschte sich auch untereinander aus, wenn man die Möglichkeit dazu gegeben war. Wenn ich mich mit meinem Abt.-Leiter traf, so sprachen wir sehr offen über diese Probleme, auch im Bewußtsein, dass wir es nicht verändern werden oder gar können.

Vierkrug[/quote
eine Frage habe ich noch dazu,
und nach oben hinaus,konntet ihr wirklich nichts verändern?
Lutze


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wer nicht kämpft hat schon verloren
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#56

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.07.2013 13:34
von Alfred | 6.848 Beiträge

Noch oben ?

Selbstverständlich hat man dies. Oder denkst Du wirklich, dass man Honecker ohne Wissen von Mielke abgelöst hat ?

Dies ging u.a. ohne Mielke nicht.


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#57

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.07.2013 13:45
von Lutze | 8.035 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #56
Noch oben ?

Selbstverständlich hat man dies. Oder denkst Du wirklich, dass man Honecker ohne Wissen von Mielke abgelöst hat ?

Dies ging u.a. ohne Mielke nicht.

du wolltest dich doch nicht mehr zu meinen Themen äußern,
aber du weist was dazu,dann leg mal los
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#58

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.07.2013 13:46
von Gelöschtes Mitglied
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@Alfred - Aber da war es schon zu spät und die Apparatschiks waren nicht mit entmachtet worden. Es war nicht die Person Honecker, die den "Großversuch" scheitern ließ. Es wäre auch nicht richtig, ihm die alleinige Verantwortung für das Desaster aufzubürden.
Die Apparatschiks entpuppten sich dann in der Folge als "Widerstandskämpfer", die angeblich keine Chance gehabt hätten. Mir wird bei diesem Gedanken immer noch speiübel, noch dazu, wenn ihre Gestalten bildlich vor mir sehe.

Vierkrug


werner, Küchenbulle 79, Feliks D., passport und thomas 48 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#59

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.07.2013 13:52
von Alfred | 6.848 Beiträge

Sicher war es zu spät.

Und es wäre auch falsch Honecker alleine die Schuld in die Schuhe zu schieben.

Es gab Fehler die gingen weit zurück und betrafen viele Personen.

Aber und dies ist eben auch eine Tatsache, Honecker war der Chef.


werner und Feliks D. haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#60

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.07.2013 14:00
von schnatterinchen (gelöscht)
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Vielen Dank @Vierkrug für Deine Ausführung.
Ja die Ablösung E.H. kam zu spät und wie die dann ablief fand ich persönlich eher schäbig , zumindest das was öffentlich gemacht wurde.
Ich kann mich noch an Frühjahr-Sommer 89 erinnern.
Da konnte man den Eindruck gewinnen die Regierung der DDR hat es Sprache verschlagen.Da kam einfach nichts.Die Leute haben auf Zeichen gewartet.
Wäre E.Krenz der richtige Mann gewesen um den Niedergang aufzuhalten, wenn er eventuell Ende 88 Staatschef geworden wäre?
Was muß ich mir unter den Apparatschiks vorstellen? Wer waren die und wo saßen die damals?


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