#201

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.07.2013 12:48
von turtle | 6.961 Beiträge

Inzwischen geht es zwar nicht mehr um Ausreisewillige aus der DDR, aber Stasi ist Stasi und darüber gibt es immer was zu schreiben. Das Problem ist woher haben wir unsere Informationen ? Was wir als Tatsachen und Wahrheit sehen wollen bestimmt doch hauptsächlich unsere persönliche Einstellung zum Staat DDR und Stasi. Glauben wir nicht allzu gern ,dem was wir hören wollen bzw. sogar sollen ? Und genauso wird es vermittelt !Eine kleine Episode von mir ,als Zeitzeuge bekam ich eine Einladung für 150 Euro etwas über meine Haftzeit in der DDR zu erzählen.. Im Vorfeld wurde mir gesagt ,was wichtig wäre das zu erzählen. Folter, Erniedrigungen etc. . Ich verneinte dies und das .Na aber gehört haben sie doch sicher davon ? Das schon, na dann können sie das auch erzählen ,es sind doch keine Lügen. Nun ich wollte nur erzählen was ich erlebte. Nach meiner Verhaftung tagelang Schlafentzug ,und Vernehmungen .Aber danach war Ruhe. Körperliche Schmerzen wurden mir nicht zugefügt. Und einmal abgesehen von einem fiesen Wärter wurde ich den Umständen entsprechend fair behandelt. Eine erneute Einladung als Zeitzeuge bekam ich nie wieder. Mist keine Nebeneinkunft mehr. Natürlich war die Stasi kein Ableger der Bahnhofsmission, oder dem Caritasverband. Kurz nach der Wende dürfte das Verhältnis zur Stasi fast schon extrem gewesen sein. Stasi war Stasi und hatte einen sehr schlechten Ruf. Überraschend war das zur damaligen Zeit nicht. Viele Mitarbeiter verließen aus Angst vor Repressalien ihren Wohnort.
Für den schlechten Ruf war die Stasi hauptsächlich selber mit verantwortlich.. Man gab sich zu geheimnisvoll und hatte sich zu sehr abgeschottet.
Für die Allgemeinheit bestand die Stasi doch nur aus der Kolonne mit den langen Ohren und den Greiferhänden..Das ihre Tätigkeit im wesentlichen den aller Geheimdienste glich wurde ignoriert.. Nun langsam kehrt Normalität zurück, angekommen im realen Kapitalismus gingen manchen auch die Augen auf . Sicherlich gibt es einiges zu verurteilen was durch die Stasi geschah, selbst dann wenn es durch damalige Gesetze in der DDR Recht war. Unrecht ist Unrecht. .Etwas kann ich nicht über einen Menschen urteilen den ich nicht persönlich kenne. ich kenne nicht seine Beweggründe. Ausdrücklich möchte ich mich hier bei allen Ex Stasi Mitarbeitern im Forum für ihre Mitarbeit manches aufzuklären oder richtig zu stellen .bedanken. .Es liegt in der Natur der Sache das sie natürlich nicht alles sagen werden.


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zuletzt bearbeitet 30.07.2013 13:49 | nach oben springen

#202

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.07.2013 12:56
von Kurt | 933 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #201
Inzwischen geht es zwar nicht mehr um Ausreisewillige aus der DDR, aber Stasi ist Stasi und darüber gibt es immer was zu schreiben. Das Problem ist woher haben wir unsere Informationen ? Was wir als Tatsachen und Wahrheit sehen wollen bestimmt doch hauptsächlich unsere persönliche Einstellung zum Staat DDR und Stasi. Glauben wir nicht allzu gern ,dem was wir hören wollen bzw. sogar sollen ? Und genauso wird es vermittelt !Eine kleine Episode von mir ,als Zeitzeuge bekam ich eine Einladung für 150 Euro etwas über meine Haftzeit in der DDR zu erzählen.. Im Vorfeld wurde mir gesagt ,was wichtig wäre das zu erzählen. Folter, Erniedrigungen etc. . Ich verneinte dies und das .Na aber gehört haben sie doch sicher davon ? Das schon, na dann können sie das auch erzählen ,es sind doch keine Lügen. Nun ich wollte nur erzählen was ich erlebte. Nach meiner Verhaftung tagelang Schlafentzug ,und Vernehmungen .Aber danach war Ruhe. Körperliche Schmerzen wurden mir nicht zugefügt. Und einmal abgesehen von einem fiesen Wärter wurde ich den Umständen entsprechend fair behandelt. Eine erneute Einladung als Zeitzeuge bekam ich nie wieder. Mist keine Nebeneinkunft mehr. Natürlich war die Stasi kein Ableger der Bahnhofsmission, oder dem Caritasverband. Kurz nach der Wende dürfte das Verhältnis zur Stasi fast schon extrem gewesen sein. Stasi war Stasi und hatte einen sehr schlechten Ruf. Überraschend war das zur damaligen Zeit nicht. Viele Mitarbeiter verließen aus Angst vor Repressalien ihren Wohnort.
Für den schlechten Ruf war die Stasi hauptsächlich selber mit verantwortlich.. Man gab sich zu geheimnisvoll und hatte sich zu sehr abgeschottet.
Für die Allgemeinheit bestand die Stasi doch nur aus der Kolonne mit den langen Ohren und den Greiferhänden..Das ihre Tätigkeit im wesentlichen den aller Geheimdienste glich wurde ignoriert.. Nun langsam kehrt Normalität zurück, angekommen im realen Kapitalismus gingen manchen auch die Augen auf . Sicherlich gibt es einiges zu verurteilen was durch die Stasi geschah, selbst dann wenn es durch damalige Gesetze in der DDR Recht war. Unrecht ist Unrecht. .Etwas kann ich nicht über einen Menschen urteilen den ich nicht persönlich kenne. ich kenne nicht seine Beweggründe. Ausdrücklich möchte ich mich hier bei allen Ex Stasi Mitarbeitern im Forum für ihre Mitarbeit manches aufzuklären oder richtig zu stellen .bedanken. .Es liegt in der Natur der Sache das sie natürlich alles sagen werden.


Hallo Turtle,

Ich rechne dir ganz hoch an, daß Du Ehrlichkeit vor Geld gestellt hast.

Viele Grüße,

Kurt


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#203

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.07.2013 13:54
von turtle | 6.961 Beiträge

Lügen haben kurze Beine.


zuletzt bearbeitet 30.07.2013 13:55 | nach oben springen

#204

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.07.2013 14:08
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #201
... Was wir als Tatsachen und Wahrheit sehen wollen bestimmt doch hauptsächlich unsere persönliche Einstellung zum Staat DDR und Stasi. Glauben wir nicht allzu gern ,dem was wir hören wollen bzw. sogar sollen ? Und genauso wird es vermittelt !Eine kleine Episode von mir ,als Zeitzeuge bekam ich eine Einladung für 150 Euro etwas über meine Haftzeit in der DDR zu erzählen.. Im Vorfeld wurde mir gesagt ,was wichtig wäre das zu erzählen. Folter, Erniedrigungen etc. . Ich verneinte dies und das .Na aber gehört haben sie doch sicher davon ? Das schon, na dann können sie das auch erzählen ,es sind doch keine Lügen. Nun ich wollte nur erzählen was ich erlebte. Nach meiner Verhaftung tagelang Schlafentzug ,und Vernehmungen .Aber danach war Ruhe. Körperliche Schmerzen wurden mir nicht zugefügt. Und einmal abgesehen von einem fiesen Wärter wurde ich den Umständen entsprechend fair behandelt...
Für den schlechten Ruf war die Stasi hauptsächlich selber mit verantwortlich.. Man gab sich zu geheimnisvoll und hatte sich zu sehr abgeschottet.
Für die Allgemeinheit bestand die Stasi doch nur aus der Kolonne mit den langen Ohren und den Greiferhänden..Das ihre Tätigkeit im wesentlichen den aller Geheimdienste glich wurde ignoriert... Ausdrücklich möchte ich mich hier bei allen Ex Stasi Mitarbeitern im Forum für ihre Mitarbeit manches aufzuklären oder richtig zu stellen .bedanken. .Es liegt in der Natur der Sache das sie natürlich alles sagen werden.



Peter, danke für Deine Worte, die sicher nicht nur mir aus dem Herzen sprechen.

Ich habe zu Wendezeiten in einem kleinen, relativ abgeschlossenem Ortsteil von Potsdam gewohnt und jeder im Ort (ca. 200 EW) wusste, wer mein Arbeitgeber war. Nur was ich dort konkret gemacht habe wusste natürlich keiner und es liegt nun mal in der Natur eines Geheimdienstes, dass Einzelheiten seiner Tätigkeit nicht in der Tagespresse nachzulesen sind oder waren (aktuelle Snowden-Erkenntnisse mal ausgenommen).
Da ich in der örtlichen Kneipen-Szene ganz gut vernetzt war entschloss ich mich damals, mit meiner beruflichen Vergangenheit sehr offen umzugehen und das habe ich dann auch getan. Mir wurde zunächst auch unterstellt, dass ich über viele von meinen Nachbarn Berichte geschrieben hätte, nachdem ich aber meine tatsächlichen Aufgaben offenlegte, hörte das schlagartig auf. Hinzu kam dann im Laufe der Zeit auch, dass der eine oder andere Nachbar einen Blick in seine Akte werfen wollte und mancher doch erstaunt feststellte, dass er gar keine Akte hatte und die, die eine hatten, fanden darin keinerlei Hinweise auf mich. Einem meiner unmittelbaren Nachbarn erzählte ich auf seine Nachfrage weitere Einzelheiten meiner Tätigkeit, bis hin zur Bezeichnung meiner Diensteinheit, um diese dann 15 Jahre später beim Rechtsstreit um die Kündigung meiner Wohnung im Schriftsatz der gegnerischen Anwälte widerzufinden. Ohne Not hatte er sein Detailwissen über mich den neuen Eigentümern des Wohnhauses, das wir einst gemeinsam bewohnten, "anvertraut". Ich kann damit aber gut leben, nur als "Freund" würde ich ihn heute nicht mehr bezeichnen.

lilaPeter, auch wenn Du das Wort "nicht" offenbar vergessen hast, ich verstehe Dich trotzdem und Du hast recht, Namen von Personen, die mir in meiner operativen Tätigkeit bei der Firma vertrauten, werde ich nicht preisgeben.


andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
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#205

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.07.2013 14:41
von turtle | 6.961 Beiträge

Ja das kleine Wörtchen nicht hatte ich zunächst vergessen. Dabei ist oft von einem so kleinem Wort abhängig. was wichtig ist. Durch solche kleinen Flüchtigkeitsfehler bekommt es eine andere Richtung. Wird es dann so weitergegeben , ist es etwas ganz anderes was man sagen wollte. Habe es später hinzugefügt das so wichtige Wörtchen "nicht"

Es liegt in der Natur der Sache das sie natürlich nicht alles sagen werden.
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#206

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.07.2013 16:45
von Grenzgänger (gelöscht)
avatar

erstmal OT.

Hallo Vierkrug,
von wann bis wann warst du in Schwarze Pumpe?
Ich habe da (als Cottbuser seit 78) ein eventuelles Thema "so verschwommen vor der Netzhaut" ...
schon mal Danke.

Siggi


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#207

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.07.2013 21:19
von Lutze | 8.042 Beiträge

hätte ich wirklich nicht gedacht,es kam hier viel Ehrlichkeit rüber,
einiges habe ich so früher nicht gesehen,einige Fragen hätte ich
noch dazu,die werde ich mir selber stellen
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#208

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 31.07.2013 07:41
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #201
Inzwischen geht es zwar nicht mehr um Ausreisewillige aus der DDR, aber Stasi ist Stasi und darüber gibt es immer was zu schreiben. Das Problem ist woher haben wir unsere Informationen ? Was wir als Tatsachen und Wahrheit sehen wollen bestimmt doch hauptsächlich unsere persönliche Einstellung zum Staat DDR und Stasi. Glauben wir nicht allzu gern ,dem was wir hören wollen bzw. sogar sollen ? Und genauso wird es vermittelt !Eine kleine Episode von mir ,als Zeitzeuge bekam ich eine Einladung für 150 Euro etwas über meine Haftzeit in der DDR zu erzählen.. Im Vorfeld wurde mir gesagt ,was wichtig wäre das zu erzählen. Folter, Erniedrigungen etc. . Ich verneinte dies und das .Na aber gehört haben sie doch sicher davon ? Das schon, na dann können sie das auch erzählen ,es sind doch keine Lügen. Nun ich wollte nur erzählen was ich erlebte. Nach meiner Verhaftung tagelang Schlafentzug ,und Vernehmungen .Aber danach war Ruhe. Körperliche Schmerzen wurden mir nicht zugefügt. Und einmal abgesehen von einem fiesen Wärter wurde ich den Umständen entsprechend fair behandelt. Eine erneute Einladung als Zeitzeuge bekam ich nie wieder. Mist keine Nebeneinkunft mehr. Natürlich war die Stasi kein Ableger der Bahnhofsmission, oder dem Caritasverband. Kurz nach der Wende dürfte das Verhältnis zur Stasi fast schon extrem gewesen sein. Stasi war Stasi und hatte einen sehr schlechten Ruf. Überraschend war das zur damaligen Zeit nicht. Viele Mitarbeiter verließen aus Angst vor Repressalien ihren Wohnort.
Für den schlechten Ruf war die Stasi hauptsächlich selber mit verantwortlich.. Man gab sich zu geheimnisvoll und hatte sich zu sehr abgeschottet.
Für die Allgemeinheit bestand die Stasi doch nur aus der Kolonne mit den langen Ohren und den Greiferhänden..Das ihre Tätigkeit im wesentlichen den aller Geheimdienste glich wurde ignoriert.. Nun langsam kehrt Normalität zurück, angekommen im realen Kapitalismus gingen manchen auch die Augen auf . Sicherlich gibt es einiges zu verurteilen was durch die Stasi geschah, selbst dann wenn es durch damalige Gesetze in der DDR Recht war. Unrecht ist Unrecht. .Etwas kann ich nicht über einen Menschen urteilen den ich nicht persönlich kenne. ich kenne nicht seine Beweggründe. Ausdrücklich möchte ich mich hier bei allen Ex Stasi Mitarbeitern im Forum für ihre Mitarbeit manches aufzuklären oder richtig zu stellen .bedanken. .Es liegt in der Natur der Sache das sie natürlich nicht alles sagen werden.


Von mir auch ein Danke für diese ehrlichen Worte.
Es zeugt von Charakter wenn man für Geld nicht seine Seele verkauft.Gerade bei gravierenden gesellschaftlichen Umbrüchen tritt oft das wahre "Ich" bei vielen zutage.
Kann nachempfinden wie es ist,sich selbst immer noch im Spiegel mit Achtung anschauen zu können.

seaman


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#209

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 31.07.2013 08:07
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Morgen Peter, danke für deine ehrlichen Worte für die Du bisher auch schon viel Kritik einstecken musstest. Du kennst ja sicher den Thread in dem ich mich seinerzeit ganz offen mit Butterflieger und Ameisenferdi über ihre Erfahrungen in der U-Haft beim MfS ausgetauscht habe. Ameisenferdi musste dafür auch jede Menge Kritik einstecken, obwohl er auch Dinge benannte die er als erniedriegend/entwürdigend betrachtete. Das ging sogar soweit, dass man ihm in einem anderem Forum sogar unterstellte ein Fakeaccount von mir zu sein oder an einer psychischen Störung (Stockholm-Syndrom) zu leiden. Butterflieger schreibt seitdem auch nicht mehr, über die Gründe kann man nur raten.

Es ist leider so dass einige Personen/Gruppierungen an einer sachlichen Basis keinerlei Interesse hegen, sondern mit ihrer Art der "Aufarbeitung" ganz eigene, auch monetäre, Ziele verfolgen.


Edit:/ Schreibfehler


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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zuletzt bearbeitet 31.07.2013 08:31 | nach oben springen

#210

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 31.07.2013 11:45
von turtle | 6.961 Beiträge

Mit dem Altern wird man auch Ruhiger und gelassener. Man betrachtet vieles tiefgründiger .Natürlich setzt das voraus willens zu sein sich mit seiner eigenen Sichtweite auseinander zu setzen. Der Mensch befindet sich doch in einem ewigen Lernprozess. Wir haben alle unsere Vergangenheit und wenn wir das Eine oder Andere rückgängig machen könnten, würden wir es tun. Falsche Entscheidungen treffen oder Fehler machen ist uns quasi angeboren. Die Politik hat es immer leichter Massen in ihrem Sinn zu beeinflussen. Unzufriedenheit wird aufgebauscht, falsche Propheten stellen sich als Messias dar. Und die Menschen? Der Rattenfänger von Hameln fällt mir dazu ein.
Irgendwann kommt bei den meisten der Punkt der sie noch einmal nachdenken lässt. mit der Erkenntnis hier lag ich falsch. Leider sind nicht alle in der Lage zu begreifen, oder wollen einfach nicht dass ihr Weltbild zerstört wird. Es ist eingefressen in den Hirnen. Wie kann es sonst angehen das der braune Sumpf in manchem Kopf so tief sitzt. Das gleiche betrifft diejenigen mit einem Hass auf den Staat DDR und ihren „Dienern“ Ich kann nur verstehen wenn ich die Auseinandersetzung mit dem Anderen suche, zuhören und zu Wort kommen lassen ist das Wichtigste. . Es beinhaltet für mich auch gewesenes Unrecht anzusprechen. Opfer von Unrecht haben es verdient .Und Nachdenken, Nachdenken.
Wenn ich mir alte Beiträge von dem einen oder Anderem Ex Staatsdiener der DDR durchlese ,bemerke ich mit Freude und innerer Genugtuung das wir mehr auf uns zugehen. Freilich werden sie ihrer Ideologie treu bleiben, darauf kommt es auch nicht an. Zu erkennen da ist ein Mensch wie Du, höre zu.
Für seine Überzeugung darf niemand Nachteile haben.. Sich trotzdem Verstehen voneinander zu lernen wichtiger ist. Für mich sind die einfach dumm, die mir Kungelei mit der Stasi vorwerfen. Nicht einmal offen schrieben sie. Anonymus musste herhalten. Du warst nie im Zuchthaus, sonst würdest Du anders schreiben. Ich fand es nur dümmlich und feige. .Nicht einmal böse war ich, Sie können nicht begreifen Ich war auch innerlich bereit zu erkennen, dass ich hier und da einem falschen Propheten glaubte, oder einfach geirrt hatte.
Die DDR wie sie war, nein Danke. Den Sozialismus als Alternative verteufeln geht auch nicht. Vielleicht ist die Menschheit einmal in der Lage positives aus unterschiedlichen Systemen zu verschmelzen. Denn Gewiss haben alle Vor und Nachteile. OK. Wird nicht passieren, wir sind nur Menschen. Zum Schluss noch alle haben das Recht hier zu schreiben .Setzen wir uns sachlich und fair auseinander. Geht nicht bei Kritik sofort auf Konfrontation Kritik kann konstruktiv sein.
Ruhig und gelassen Nachdenken und vernünftig antworten ist besser.


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#211

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 31.07.2013 12:14
von damals wars | 12.213 Beiträge

1989 stand auf den Plakaten "Stasi in die Produktion", als sie dann 1990 tatsächlich in der Produktion auftauchten,begann der Kampf um die Arbeitsplätze.
Es ist leicht Forderungen zu stellen, abern man sollte auch die Konsequenzen bedenken.
Gerade wir Hallenser haben da so unsere Erfahrungen gemacht. Viele Ehemaligen gehörten zu den Bestesten und das hat sich bis heute nicht geändert, nur das wir Hallenser das wissen, viele andre nicht.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#212

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 31.07.2013 12:39
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von andy im Beitrag #204


Peter, auch wenn Du das Wort "nicht" offenbar vergessen hast, ich verstehe Dich trotzdem und Du hast recht, Namen von Personen, die mir in meiner operativen Tätigkeit bei der Firma vertrauten, werde ich nicht preisgeben.

andy



Leider dachten damals nicht alle so und handelten ohne Zwang gegen ihre abgegebenen vorgeblichen Treuegelübde.
Manche wurden mit Geld und anderen Vergünstigungen geködert bzw. mit Beugehaft erpresst.

Sei froh andy,
dass Du diese Umbruchzeiten in Deinem damaligen sozialen Umfeld erleben und konfliktarm lösen konntest.
Nicht jeder hatte diesen kleinen Heimvorteil.

seaman


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#213

RE: eine persönliche Frage an das MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 31.07.2013 12:52
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Hallo,

ich möchte den Schreibern einmal danke sagen, stellvertretend für alle seien Andy und Peter genannt, Vierkrug habe ich schon in einem Vorpost benannt.

Wie Peter schrieb: Manchmal wird es ersichtlich, dass man sich aufeinander zu bewegt. Manchmal erkennt man jedoch noch immer alte Strukturen in den Köpfen, speziell diese Momente stören mich dann ganz besonders und ich frage mich dann manchmal, ob der User noch "in der Steinzeit" unterwegs ist.

Mfg Berlin


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