#1

Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 24.07.2013 22:21
von Mart | 734 Beiträge

Der Thread Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg ist mit 28 Seiten recht unübersichtlich geworden. Gleichzeitig sind versteckt in anderen Threads auch Informationen zur 7. UAK, zum Beispiel hier : Wir haben nun genügend Unteroffiziere und Unteroffiziersschüler der 7. um uns einen eigenen Thread zu gönnen.

Vorrangig werde ich über den Anfang der 1980er Jahre schreiben: Da war ich drei Jahre dort - aber auch einige andere hier anwesende Herren.

Bedenkt bitte, dass jeder von uns den Eindruck hat, dass die 7. UAK über 20 Jahre immer gleich aussah - das stimmt aber nicht. Bezeichnungen wechselten: Die 7. wurde beispielsweise 84/II zur 6. UAK umbenannt. Es wurde ab und an innerhalb der Blöcke umgezogen. Die einzelnen Ausbildungsrichtungen wechselten: Mal war SAS/SND bei der 8., mal bei der 7. UAK.


Feliks D., EK87II, Nordpol, selle, Stuelpner, silberfuchs60, ufw89 und KAMÜ haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#2

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 24.07.2013 22:21
von Mart | 734 Beiträge

Ich trage in diesem Beitrag auch später Daten nach.

Grundsätzliche Daten:

7. Unteroffiziersausbildungskompanie Funk/Fernschreib
PSF 18185/11
anfang der 1980er Jahre linker Block, 1. Obergeschoß
1985/II Mittelblock, Erdgeschoss, später wohl darüber

Bis 1981 und ab 1985 mit 4. Zug SAS/SND, sonst teils nur drei Züge.

KC Hptm "Rummel" Ruxxxx, Oltn Bernhard Häxxxx
Schreiber Stoffxxxxx (schon 25, Judoka), später u/i Soldat

1. Zug Funk/Fernschreib mittlerer/großer Leistung
1., 2. Gruppe R-118BM3, geplant R-140
3. Gruppe Funkaufklärer (gedeckt, geheim)

2. Zug Funker mittlerer/kleiner Leistung
1.-3. Gruppe R-142, eine Gruppe teils R-145

3. Zug Funker kleiner Leistung
1.-3. Gruppe R-125, später R-1125

Offiziere:
Fred Sexxxxxxxxx (1. Zug, nebenamtlich Polit), Prixx, Matthias Stxxx, Detlef Seixxxxx

BU:
Arnd Töxxxxx, verheiratet Kexxxxx (7/1/2)
Jürgen Poxx
Frank "Batzer" Baxxxxxxxx
Bottxxx (kleiner Typ, ca 82 BU geworden)
Olaf Anxxx (zweiter Zug, R-142)
Volker (?) Kuhlxxxx (zweiter Zug, R.142)

UaZ:
Maxx (Abgang 81/II)
Thomas Lüxxx, Abgang als Vize zum Diplomatenstudium
Stefan Boxxxxxx, verheiratet mit bekannter Schauspielerin
Mart (7/1/1)
Selle (7/1/3)
Thorsten Schuxxxxxxx, aus BRB, Vater OSL, Kontakt wohl über Stxxx möglich
Carsten Poxx, aus Lauchhammer grob, versetzt nach Potsdam-Sago (der fehlt Selle!)
Pläscxxx, dicklich, nur 1 oder 2 DHJ - Selle muss ihn kennen, gleiche Stube
Frank Rexxxxxxxxx, wohl nur 1 DHJ


EK87II, Nordpol und selle haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.08.2013 23:57 | nach oben springen

#3

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 24.07.2013 23:16
von Nordpol | 71 Beiträge

Hi Mart,

gute Idee der 7. ein eigenes Thema zu widmen. Prinzipiell kann ich Deine Ausführungen bestätigen, sofern sie in meine Dienstzeit passen. Habe viel gegrybelt, aber WTF ist bitte Schreiber Stoffxxxxx sowie Seixxxxx?

Abendliche Grüße aus Perleberg

Nordpol



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#4

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 25.07.2013 00:04
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von Nordpol im Beitrag #3
aber WTF ist bitte Schreiber Stoffxxxxx sowie Seixxxxx?

Jede Kompanie hatte einen Schreiber - der saß beim Hauptfeld im Zimmer. Es war ganz klug, mit dem gut zu stehen: Der kam an alle Formulare, kannte den Buschfunk gut uswusf. Die Schreiber waren alle bzw. fast alle Judoka. Ganz offensichtlich waren die danach ausgesucht.
Ich kann nicht mehr sagen, ob die nur im 2. und 3. DHJ Schreiber waren - oder verkürzte Grundausbildung hatten. Jedenfalls gab's keine Abrisse, wenn der alte Schreiber Heimgang hatte.

Gefr. Stoffxxxxx sollte Selle gut kennen: Der war der älteste der Kompanie: KC, ZF und Hauptfeld: Alle jünger. Und Stoffxxxxx war die Gelassenheit und Abgebrühtheit in Person. Nach dem kam ein Luftikus. Der hat seine Hochzeitsausstattung im wesentlichen aus B/A-Beständen sozialistisch umgelagert. Insbesondere ist mir in Erinnerung, dass er Daunendecken für's Ehebett stemmte. Das flog nicht auf, obwohl er das dem einen oder anderen Uffz. erzählte. Danach muss zu Deiner Zeit noch ein dritter Schreiber am Start gewesen sein - aber an den habe ich nun so gar keine Erinnerung.

Ltn. Seixxxxx kam gemeinsam mit Ltn. Stxxx, ich nahm die beide in Empfang. Und kümmerte mich erstmal um die beiden. Es kann sein, dass ich an dem Tag den UvD gab und die Truppe den StÜP vermaß. Seixxxxx (nicht zu verwechseln mit Freddy Seixxxxxxxxxx) war ein sehr ruhiger Typ, hoch gewachsen. Ich weiß aber nicht mehr, ob er Oltn Prxxx ablöste - oder ob für den Lehrgang vier Züge am Start waren - dann hätten wir 3. und 4. Zug jeweils mit R-125. Oder einer mit R-125 und einer mit R-1125 - der Wechsel lag etwa in dieser Zeit.

Allgemein war die 7. nie voll aufgefüllt. Von 12 Betten pro Zimmer waren acht bis zehn belegt. Wir kamen nie auf 120 Uschis, eher so um die 80. (Jetzt mal ohne die Zeiten mit dem Zug SAS/SND)

Nachtrag: In diesem Thread wird bestätigt, dass die Schreiber als Judoka ausgesucht waren. Weiterhin wird meine Vermutung bestätigt, dass die Schreiber nur ihr 2. und 3. DHJ als Schreiber verbrachten.


zuletzt bearbeitet 25.07.2013 01:04 | nach oben springen

#5

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 25.07.2013 00:20
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von Nordpol im Beitrag RE: Vorstellung

Ja, rud2 wurde OSL. Nach 1990 habe ich ihn noch dann und wann hier in Perleberg gesehen. Ich weiß nicht was aus ihm geworden ist.


Hier liest fallweise ein Offz unserer Fachrichtung mit. Der sagte mir, dass sowohl Mjr. Rummel Ruxxxx als auch rud2 vom BGS übernommen worden sind, seien. Und dort als Beamte Dienst tun - bzw. taten. Bei Rummel kann ich mir das gut vorstellen, der ist zu meiner Zeit eher schwer mit der offiziellen DDR aneinandergeraten (und wurde in der Dienststellung degradiert, dann KC der 8.). Bei rud2 habe ich gewisse Vorstellungsprobleme - er wirkte mir immer wie der Kommunist reiner Kultur. - Tja, so sind die Lebenswege.


zuletzt bearbeitet 25.07.2013 00:23 | nach oben springen

#6

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 25.07.2013 00:58
von Mart | 734 Beiträge

Selle, irgendwo ging's gestern darum, ob Du mal allein auf Zimmer warst. Was Du bestritten hast.
Doch, das kommt hin - vielleicht sogar zweimal.

Ich kann mich daran erinnern, dass wir UaZ uns mal gezofft haben. In der Folge zogen Schuxxxxxx und Poxx aus - sowie ein in ein leeres Uschis-Zimmer. Und auch ich schlief wohl zwei Nächte woanders. Die Batzen hatten das zunächst nicht einmal mitbekommen. Und hatten dann ihre liebe Not, uns alle wieder auf die eigene Bude zu kriegen ... ohne uns ging's ja schlecht.

Das zweite Mal - das könnte vor Deinem Abgang gewesen sein. WENN, dann hat das mit unserem Umzug in die Alte Villa zu tun. Bist Du da noch mit umgezogen - oder war das nach Deiner Zeit? Wenn der Umzug also in Deiner Zeit als E war, wäre möglich dass Du als einziger nicht mit runter in die Alte Villa gezogen bist.

Und jetzt erklären wir mal, wo die Uffze überhaupt schliefen - wir nehmen das Jahr 1982:
Die Kompanie kommt in Reihe den Treppenaufgang hoch. Wir sind auf der letzten Stufe vor dem Flur: Leicht rechts steht der UvD-Tisch, der UvD sitzt mit dem Rücken zu uns.

Direkt links vom UvD-Tisch war die Waffenkammer. Und weiter nach links:
Die Bügelstube - das Reich des Schreibers.
Das Zimmer des Hauptfeld.
Das Zimmer des KC.
Das Zimmer eines ZF.
Das Zimmer zweier anderer ZF.
Ein Zimmer mit vier UaZ - Nachrichtenwerkstatt. (Einer bastelte an einer E-Lok H0, erinnerst?)
Und ganz am Ende ein Zimmer mit vier UaZ-Ausbildern.

Es war eng - aber nicht so ganz schlecht: BU-Schränke mit Aufsätzen. Normale Stahlrohrbetten. Dauendecken und Daunenkopfkissen. Ich bin mir nicht sicher, ob wir auf dieser Stube rauchen durften - möglicherweise. Auf alle Fälle aber gegenüber: Dort waren mehrere Räume im Format von Uschi-Zimmern, da konnte man Schulungen und Besprechungen machen. Möblierung war DDR-typisch karg. Eines dieser Zimmer war Aufenthaltsraum für Ausbilder.


selle hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#7

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 25.07.2013 07:35
von Stuelpner | 170 Beiträge

Hallo,
ich war 75/76 in der Funker/Fernschreiber-Ausbildung (R118), sind da auch Daten gefragt oder werden welche gesammelt?

Gruß Stuelpner


zuletzt bearbeitet 25.07.2013 11:52 | nach oben springen

#8

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 25.07.2013 11:33
von selle | 51 Beiträge

Hallo im "Fred" der 7. UAK...

Mart - ein wirklich DICKES Lob an dich für deine tolle "Arbeit" hier! Einfach sensationell, an was du dich alles erinnern kannst!

Leider zündet bei mir kaum ein Funke wenn du schreibst: Selle müsste das wissen, kennen, sagen könne. Shit aber auch! Ich kann mich wirklich Nullkommanixnadaniente an den Schreiber erinnern - zumindest Namen nicht. Ha! Gerade als ich das schreibe kommt aus den Tiefen des RAM ein blasses Bild hoch. Kein Name, aber ein Hauch von einer Person, die der alte Schreiber gewesen sein könnte - verrückt!

Deine Beschreibung des Fluraufbaus lässt auch keine "stimmt-Ausrufe" erklingen. Was ich bestätigen kann, ist unsere Bude - gaaanz am Ende zum Mittelblock. Auch an, leider nur einen, Aufenthaltsraum erinnere ich mich. Wenn ich vor der Treppe (die zum Mittelblock [gab doch zwei Aufgänge, oder?] - abwärts) stehe, gleich rechts daneben. Episode dazu:

Da saß ich mal mit einem Schüler (eine Raubsau) und hab lange mit ihm geredet und geraucht. Dann tickte der aus, warf er den Glasascher nach mir, sprang auf, und verließ das Zimmer. Später (oder direkt hier danach - keine Ahnung) ist genau der Schüler aus dem Toilettenfenster (1.Stock) gesprungen und unten auf die Heizungsrohre geknallt. Ich gaube, da hat er sich arg den Fuß verletzt und war länger außer Gefecht.

Die Waffenkammer ist in meiner Erinnerung rechts neben dem UvD-Tisch, aber ich vertraue da auf Marts Erinnerung - er war ja schließlich Waffenkammerverantwortlicher... Direkt links vom UvD-Tisch verordne ich eine Schülerbude. Episode dazu:

Ich weiß nicht mehr, ob ich UvD war, glaube aber schon. Aus dem Zimmer direkt links neben dem UvD-Tisch kam ein Schüler und hielt sich die Hand vor ein Auge und fragte, "Genosse Uffz - was soll ich jetzt machen?", nahm die Hand weg und zeigte ein verletztes Auge. Mir ist so, als wäre die Ursache das sogenannte Rasierklingen-Schnipsen. Rasierkline unter den Nagel des Mittelfingers geklemmt und mit dem Daumen weggeschnipst. Sollte eine Zeitung zerschneiden - ist aber durch das Papier ins Auge dessen, der sie gehalten hat > Med-Punkt (wenn nicht sogar außerhalb, das weiß ich nicht mehr).

Zu unserer UaZ-Bude geb ich dir Recht - klein, aber es ging. Links stand ein Doppelstockbett und rechts eins. Links lag oben der T. Schxxxxxxx und unten drunter Mart. Rechts lag ich und C. Pxxx. Wer unten und wer oben lag - nada. Ob wir rauchen DURFTEN, weiß ich nicht mehr, dass wir es getan haben aber schon. Episode dazu:

Mart war DER Raucher. Früh morgens die Augen auf und sofort der Griff zur Zigarette. Wir anderen (ob alle weiß ich nicht mehr - T. und ich schon) haben auch geraucht, aber vor dem Frühstück ging gar nicht. Aber Mart! Ich erinnere mich schwach, das T. irgendwann mal die Nase voll hatte und entsprechend reagierte (schreib ich dir gern mal per PN oder wenn du es freigibst auch hier *grins*).

An irgendwelche Auszüge aus der Bude erinnere ich nun wieder überhaupt nicht, auch nicht an einen derartigen Zoff, dass wir getrennt schlafen mussten. Wobei obige Episode nach T.'s Reaktion durchaus Potential dafür hatte! Auch an einen Umzug in die Villa erinnere ich mich nicht - ich werde wohl auch nicht da geschlafen haben.

Mann oh Mann - das ist alles so aufregend. Heute Nacht habe ich bis halb 2 gelesen und geschrieben. Anschließend konnte ich nicht mal mehr einschlafen. Zum Glück bin ich noch krank geschrieben, so dass ich nicht früh halb 6 aus den Federn muss.


@Stuelpner: immer zu! Die Zeit spielt doch dabei keine Rolle - vielleicht kommen ja mal noch welche aus deinem Jahrgang dazu?!


Sorry für das Durcheinander, aber in meinem Oberstübchen ist grad das totale Chaos!

Allen einen schönen Tag
Gruß - selle


Feliks D. hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 25.07.2013 11:36 | nach oben springen

#9

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 25.07.2013 22:07
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von selle im Beitrag #8

Deine Beschreibung des Fluraufbaus lässt auch keine "stimmt-Ausrufe" erklingen.

Die Waffenkammer ist in meiner Erinnerung rechts neben dem UvD-Tisch, aber ich vertraue da auf Marts Erinnerung - er war ja schließlich Waffenkammerverantwortlicher... Direkt links vom UvD-Tisch verordne ich eine Schülerbude.


Das passt irgendwie noch nicht. Also wir sind nicht deckungsgleich. Wobei ich natürlich sagen muss, dass das bei mir genau so lange her ist wie bei Dir. Und nachsehen geht schlecht - da steht nur noch die Seite mit dem Clubraum. Übrigens habe ich mir (Du hast vielleicht gelesen) letztens mit Nordpol mir die Alte Villa angesehen - so ein Realitätsabgleich ist nicht schlecht.

Vermutlich muss man da zeichnen - wozu ich im Moment keine Lust habe. Also verbal.
Ja, es gab zwei Aufgänge - wovon aber nur einer genutzt wurde: Der zum Lehrgebäude wurde offiziell nicht genutz. Sondern der zum Mittelblock hin.

Wir gehen jetzt mal die Treppe zur 7. UAK hoch. Oben angekommen ist leicht rechts der UvD-Tisch. Und das ist ab sofort auch meine Perspektive: Ich gebe den UvD und sitze am Tisch. Das heißt, alle Räume vor mir - gehen zum Ex-Platz. Alle Räume in meinem Rücken gehen zu den Obstgärten, Objektzaun.

Ich sitze also da und schaue nach ganz links. Da war unser Zimmer. Und wir arbeiten uns vor zum UvD-Tisch: Das Zimmer rechts daneben mit 4 UaZ Nachrichtenwerkstatt und GF KFZ-Zug. Dann mehrere auch so kleine Zimmer, mindestens KC, Hauptfeld und Bügelstube. Eventuell noch ZF. Dann kam die Waffenkammer, die Tür war direkt links des UvD-Tischs, da konntest Du im Sitzen die Petschaft kontrollieren. Was ich nicht mehr genau weiß: Ob die Waffenkammer zwei Türen hatte, mir ist fast so. Dann wäre die zweite Tür rechts neben dem UvD-Tisch. Und weiter nach rechts: Zimmer 221, meine Gruppe. Dann Arnds Gruppe, dann Deine Gruppe. Dann weitere Gruppen, eine hinter dem zweiten Treppenaufgang. Dann die berühmte Klimmzugstange. Ganz am Ende links der sog. Club, rechts der Fernsehraum. Die waren durch eine Faltbalgtür angetrennt - immer fein Aktuelle Kurbelwelle durchsetzen und Schwarzer Kanal.

Und jetzt von rechts nach links, im Rücken des sitzenden UvD:
Räume, die der Schreiber als B/A-Lager sowie für Wäschetausch (Unterwäsche) zur Verfügung hatte. Toiletten und Waschraum. Dieser Waschraum war in manchen Lehrgängen mit nur drei Zügen nicht in Betrieb. Jetzt die Treppe. Dann wieder Unterkunftszimmer. Der genutzte Waschraum (da rauchte der UvD, wenn er noch Uffz war). Dann Toiletten. Dann die Treppe. Dann zwei (?) große Zimmer, von der Größe her wie Unterkünfte für eien Gruppe. Sparsam möbliert für Schulungen, Beratungen. In der ersten Zeit haben sich da die Uffze aufgehalten. Ganz zum Schluss (also unserer Unterkunft gegenüber) könnte noch ein 4-er Unterkunftszimmer gewesen sein, da bin ich sehr unsicher.

eclipse: Was Du dem Selle andeutest, das habe ich nicht verstanden. Du - das ist alles nicht mehr geheim, wir können darüber reden. Warst Du Uschi in Selles Gruppe? Aber Du beschreibst, dass Du in der Stube neben uns gelegen hättest - das würde bedeuten, dass Du als Uffz in perleberg bliebst? warst Du Nachrichtenwerkstatt, Wartung der "spezifischen" Empfänger aus Selles Lehrklasse?


selle hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#10

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 26.07.2013 07:08
von eclipse1983 | 23 Beiträge

Zitat von Mart im Beitrag #9
Zitat von selle im Beitrag #8

Deine Beschreibung des Fluraufbaus lässt auch keine "stimmt-Ausrufe" erklingen.

Die Waffenkammer ist in meiner Erinnerung rechts neben dem UvD-Tisch, aber ich vertraue da auf Marts Erinnerung - er war ja schließlich Waffenkammerverantwortlicher... Direkt links vom UvD-Tisch verordne ich eine Schülerbude.


Das passt irgendwie noch nicht. Also wir sind nicht deckungsgleich. Wobei ich natürlich sagen muss, dass das bei mir genau so lange her ist wie bei Dir. Und nachsehen geht schlecht - da steht nur noch die Seite mit dem Clubraum. Übrigens habe ich mir (Du hast vielleicht gelesen) letztens mit Nordpol mir die Alte Villa angesehen - so ein Realitätsabgleich ist nicht schlecht.

Vermutlich muss man da zeichnen - wozu ich im Moment keine Lust habe. Also verbal.
Ja, es gab zwei Aufgänge - wovon aber nur einer genutzt wurde: Der zum Lehrgebäude wurde offiziell nicht genutz. Sondern der zum Mittelblock hin.

Wir gehen jetzt mal die Treppe zur 7. UAK hoch. Oben angekommen ist leicht rechts der UvD-Tisch. Und das ist ab sofort auch meine Perspektive: Ich gebe den UvD und sitze am Tisch. Das heißt, alle Räume vor mir - gehen zum Ex-Platz. Alle Räume in meinem Rücken gehen zu den Obstgärten, Objektzaun.

Ich sitze also da und schaue nach ganz links. Da war unser Zimmer. Und wir arbeiten uns vor zum UvD-Tisch: Das Zimmer rechts daneben mit 4 UaZ Nachrichtenwerkstatt und GF KFZ-Zug. Dann mehrere auch so kleine Zimmer, mindestens KC, Hauptfeld und Bügelstube. Eventuell noch ZF. Dann kam die Waffenkammer, die Tür war direkt links des UvD-Tischs, da konntest Du im Sitzen die Petschaft kontrollieren. Was ich nicht mehr genau weiß: Ob die Waffenkammer zwei Türen hatte, mir ist fast so. Dann wäre die zweite Tür rechts neben dem UvD-Tisch. Und weiter nach rechts: Zimmer 221, meine Gruppe. Dann Arnds Gruppe, dann Deine Gruppe. Dann weitere Gruppen, eine hinter dem zweiten Treppenaufgang. Dann die berühmte Klimmzugstange. Ganz am Ende links der sog. Club, rechts der Fernsehraum. Die waren durch eine Faltbalgtür angetrennt - immer fein Aktuelle Kurbelwelle durchsetzen und Schwarzer Kanal.

Und jetzt von rechts nach links, im Rücken des sitzenden UvD:
Räume, die der Schreiber als B/A-Lager sowie für Wäschetausch (Unterwäsche) zur Verfügung hatte. Toiletten und Waschraum. Dieser Waschraum war in manchen Lehrgängen mit nur drei Zügen nicht in Betrieb. Jetzt die Treppe. Dann wieder Unterkunftszimmer. Der genutzte Waschraum (da rauchte der UvD, wenn er noch Uffz war). Dann Toiletten. Dann die Treppe. Dann zwei (?) große Zimmer, von der Größe her wie Unterkünfte für eien Gruppe. Sparsam möbliert für Schulungen, Beratungen. In der ersten Zeit haben sich da die Uffze aufgehalten. Ganz zum Schluss (also unserer Unterkunft gegenüber) könnte noch ein 4-er Unterkunftszimmer gewesen sein, da bin ich sehr unsicher.

eclipse: Was Du dem Selle andeutest, das habe ich nicht verstanden. Du - das ist alles nicht mehr geheim, wir können darüber reden. Warst Du Uschi in Selles Gruppe? Aber Du beschreibst, dass Du in der Stube neben uns gelegen hättest - das würde bedeuten, dass Du als Uffz in perleberg bliebst? warst Du Nachrichtenwerkstatt, Wartung der "spezifischen" Empfänger aus Selles Lehrklasse?



Mir gehts da wie Selle. Ich glaube mich zu erinnern, dass unser Zimmer gleich links das Erste war. Die anderen Zimmer waren auf der rechten Seite. 30 Jahre sind ne lange Zeit.
@Selle.... an die Sache mit der Rasierklinge kann ich mich auch noch erinnern. Aber was aus den Beiden geworden ist? Der Rasierklingenschnipser wurde glaub ich Soldat
@Mart.... die Beantwortung der Frage ob Selle ein "übler Schleifer" war steht noch aus , sonst ist nüscht geheim.


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#11

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 26.07.2013 09:02
von selle | 51 Beiträge

Hut ab vor deiner Beschreibung @Mart!

Das einzige, wo ich "echte" Erinnerungen habe, sind unsere Bude, vordere Toilette und Waschraum, sowie B/A-Lager. Alles andere kann ich mir zwar vorstellen, aber nicht wirklich erinnern. Aber das wird sicher noch, denn bei deinen Hinweisen zur Waffenkammer kamen mir wieder Bilder hoch, nicht zum Standort, aber zur Aufteilung. Es waren tatsächlich 2 Türen! War es nicht so, dass man links rein ging, die Waffe schnappte und rechts wieder raus? Wahrscheinlich nur im Alarmfall, damit das schneller ging. Da stand dann an der zweiten Tür auch ein Aufpasser. Zum Waffenwarten und so, war sicher nur eine Tür offen, zur besseren Übersichtlichkeit für den Waffenkammerverantwortlichen.


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#12

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 26.07.2013 20:13
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von eclipse1983 im Beitrag #10

Mir gehts da wie Selle. Ich glaube mich zu erinnern, dass unser Zimmer gleich links das Erste war. Die anderen Zimmer waren auf der rechten Seite. 30 Jahre sind ne lange Zeit.


Waaaaa - warte mal! Links neben Treppe - aber quasi im Rücken des sitzenden UvD? Und Fenster nach hinten raus - zu den Obstgärten?
Ich erzähl' doch immer von zwei großen Aufenhalts-/Schulungsräumen da. Selle nur von einem. Weißt Du, was gewesen sein kann? Den einen Lehrgang war es Unterkunft - den anderen mal wieder nicht. So - könnte das hinkommen.

Zitat von eclipse1983 im Beitrag #10

@Selle.... an die Sache mit der Rasierklinge kann ich mich auch noch erinnern. Aber was aus den Beiden geworden ist? Der Rasierklingenschnipser wurde glaub ich Soldat


Ich nicht.
Allerdings an die beiden BU-Uschis, wo der eine dem anderen beim Geikel beim Luftgewehrschießen fast das Auge mit Diabolo rausgeschossen hätte. Das Opfer war groß und füllig, der Täter klein und drahtig. Ich mußte den dann bei der Militärstaatsanwaltschaft beim GKN abliefern - wäre gelegentlich eine eigene Geschichte wert.

Zitat von eclipse1983 im Beitrag #10

@Mart.... die Beantwortung der Frage ob Selle ein "übler Schleifer" war steht noch aus , sonst ist nüscht geheim.


Klar war er das, waren wir alle das. Und waren es auch wieder nicht: Ich habe das wohl schon einmal in dem riesigen Thread beschrieben:
In der Zeit der Grundausbildung und im Grunde in den ersten drei Monaten hattet ihr im Grunde keinerlei Freizeit. Einerseits wegen des dicht gedrängten Programms, andererseits weil (und das wurde den Uffzen gelehrt) der Mensch in völlig neuer Umgebung für etwa 14 Tage formbar sei. Ich weiß nicht, ob "Willen brechen" und "Gehirnwäsche" die wirklich richtigen Vokabeln sind - aber grob in diese Richtung ging das schon: Man wollte ja den sozialistischen Soldaten, der Befehle bedingungslos uswusf.

Da baut sich bei den U-Schülern natürlich eine Abwehr- und Aggressionsreaktion auf, je nach Konstitution mehr oder weniger: Damals hat es leider (wie heute zB bei Eliteeinheiten selbstverständlich) keine psychologische Begleitung gegeben. Das Ergebnis war im Extremfall der Aschenbecherwurf, den Selle beschrieb. Oder der Typ, der kurz vor dem Durchdrehen immer mit dem Kopf gegen die Wand schlug.

Nun wieder die Perspektive des Uffz/Ausbilder: Der war etwas gekniffen, der war in diesem Anpassungs-Druck-Apparat derjenige, der das nicht nur direkt umsetzen mußte - sondern der war (Unterkunft auf dem Flur) auch noch 24/7 anwesend. Spätestens als UvD hattest Du gar keine andere Chance, als Druck aufzubauen: Nach Wecken hatte die Kp nach 3 Minuten auf dem Flur, nach 5 Minuten vor dem Block zu stehen: Und wenn Du das nicht hinbekommen hast, hattest Du 10 Minuten später eine Audienz beim Leitungsoffz der Fachrichtung und eine Stunde später eine weitere beim KC.

Weich sein - hätte sich nicht ausgezahlt: Das wäre sofort als Überdruckventil ausgenutzt worden. Das ist mir als Spitz tatsächlich ansatzweise passiert: Oha, Mart! Fein aufpassen, dass Du nicht unter die Räder kommst!

Um auf Deine Frage zurückzukommen: Jeder einigermaßen helle Uffz/Ausbilder passte fein auf, dass er mit seiner eigenen Gruppe ein vernünftiges Verhältnis hatte. Aber schon bei den anderen Gruppen des eigenen Zugs (geschweige denn der Kp) sah das anders aus: Da war man der Schleifer. Weil ein Uschi ein personifiziertes Feindbild in dieser extremen Situation benötigte: Irgendwer muss an der Scheiße doch Schuld sein!
Weil die Uschis einen ja nur als "Durchsetzer", "Durchdrücker" erlebten - waren wir das. Und das waren wir ganz realistisch ja auch: Wir waren das kleinste Rad in einem Machtgefüge, das Rad, was den Druck direkt an die "zu Erziehenden" weitergeben mußte. Insoweit weiß ich (nach der Wende) von einigen ehemaligen Uschis, dass deren Urteil über mich nicht so günstig ausfällt. Aber eben auch das gleiche Spiel bei Selle: Er konnte als UvD hinreichend schneidend sein: Es gab mehrere Uffze, die eine sehr präzise, laute Befehlsstimme hatten: "Siieeeeeemmmmm --- Panieeeeee! Rrrrrraus--treten!"

Selle, tut mir ja selbst leid - aber so war das halt. Müssen wir mit leben.


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#13

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 26.07.2013 20:23
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von selle im Beitrag #11
Hut ab vor deiner Beschreibung @Mart!

Ich sehe schon - noch nicht alles verlernt: "Wer lobt, der führt!" ;-)

Zitat von selle im Beitrag #11

Das einzige, wo ich "echte" Erinnerungen habe, sind unsere Bude, vordere Toilette und Waschraum, sowie B/A-Lager. Alles andere kann ich mir zwar vorstellen, aber nicht wirklich erinnern. Aber das wird sicher noch, denn bei deinen Hinweisen zur Waffenkammer kamen mir wieder Bilder hoch, nicht zum Standort, aber zur Aufteilung. Es waren tatsächlich 2 Türen! War es nicht so, dass man links rein ging, die Waffe schnappte und rechts wieder raus? Wahrscheinlich nur im Alarmfall, damit das schneller ging. Da stand dann an der zweiten Tür auch ein Aufpasser. Zum Waffenwarten und so, war sicher nur eine Tür offen, zur besseren Übersichtlichkeit für den Waffenkammerverantwortlichen.

Auch ich komme immer mehr zu dem Punkt, dass es zwei Türen waren. Wobei die rechte im normalen Leben keine Rolle spielte.
Ja, bei Alarm. Aber ich denke, dass das erst zu GM Tanners Zeiten eingeführt wurde: Bei GM Rothe war Alarm ja eine eher spassige Übung - bei der die Uffz/Ausbilder als erste "Maßnahme" Kaffee aufstetzten. Bei Tanner änderte sich das radikal: Ich war ja Funkstelle des Stabschefs; wenn ich gleichzeitig WK-Verantwortlicher war - flog der Schlüssel rüber zum UvD. Und ich machte flinke Füße zum OvD; mein Gepäck wurde mir auf die Funkbude getragen.

Was hast bei Alarm eigentlich Du gemacht?
Mir ist so, dass in der ersten Zeit ihr euch in eure Lehrklasse verkrümelt habt - später wurdet ihr mit Ello in den ersten Bereitstellungsraum (real immer: StÜP) gefahren und habt euch fürchterlich gelangweilt ... ist dem so?

Da Deine Erinnerung bei guter Beschreibung wiederkommt, spendiere ich der WK einen eigenen Artikel.


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#14

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 26.07.2013 21:00
von Mart | 734 Beiträge

Die Waffenkammer der 7. Kompanie:

Der UvD tut das, was er zu tun hat: Er sitzt an seinem Tisch. Vor sich so ein grünes A-4-Heft, da werden alle "Maßnahmen" und Vorkommnisse eingetragen. Auf dem Tisch bzw. in der Schublade rechts sind mehrere aus Holz bestehende Kästchen, zwei Stück Butter übereinander - diese Größe. Der "Deckel" war schiebbar und bestand als O-Glas (Plexiglas sagt man heute). Drin war ein Schlüssel, der Kasten war petschiert. So auch für die Waffenkammer. Deren Tür war in Blickrichtung halblinks für den UvD.

Diese Tür hatte ein Scherengitter - ich darf da kurz abschweifen: Auch die SAS/SND-Lehrklasse (unten rechts im Lehrgebäude) sowie Selles Lehrklasse (rechts hinten im obersten Geschoss Lehrgebäude) hatten Scherengitter. Bei "meiner" Lehrklasse ist mir fast so, dass die "lediglich" Knauf hatte. Ok, weiter im Film:

Es gab drei Waffenkammerverantwortliche. Das waren Hauptfeld, Arnd (?) und ich. Real aber immer nur einer - nach meiner Erinnerung, es muss da eine Art Übergabe gegeben haben. Der vierte Zutrittsberechtigte (nur bei Alarm) war der UvD: Die Zeiten wurden derart knapp, dass zumindest für die Melder und die Sonderdienste das anders nicht gegangen wäre.

Aber wir spielen mal normalen Dienstbetrieb, aus irgend einem Grund muss die WK aufgemacht werden, vielleicht möchte Fachrichtungsleiter Oberst Stöcker (Person der relativen Zeitgeschichte werden nicht eingekürzt) seine Pistole sehen.
Ich schreite also dem einem Vize angemessenen Schrittes zum UvD, den gibt mal Selle in diesem Beispiel. "Stxxxxx, Waffenkammer!" Selle holt die kleine Holzkiste raus, macht Eintrag in das UvD-Dienstbuch, ich zeichne gegen. Petschaft brechen, Schlüssel (zwei, einer für Scherengitter, der andere für die Tür) gebrochen, Tür auf.

Als erstes ist da im Türrahmen ein Brett, das kann ich wie eine Balustrade auf Waagerecht herunterklappen. Damit ist die WK auf - und gleichzeitig zu. Ich steh' drin - ihr draußen. Das ist sinnvoll, da direkt rechts hinter der Tür ein Stahlblechschrank steht. Und dort sind die Pistolen nicht nur für unsere Batzen - sondern auch für alle Offze der Fachrichtung.

Von der Tür aus gesehen links-hinten steht der typische DDR-Spelacart-Tisch 1x1-Meter und ein Stuhl. auf dem Tisch das Dienstbuch des WK-Verantwortlichen. Da trage ich zunächst einmal die Öffnung der Waffenkammer und den Grund dafür ein. Später werde ich dort noch weitere "Maßnahmen" eintragen.

Von der Tür aus gesehen links an der Wand stehen die MPi des 1. Zuges. Ich schaue auf Fenster - nein, nicht wirklich: Dicke schwarze Vorhänge (Verdunklung durchsetzen!) sind das. An den anderen Wänden stehen weitere MPi-Ständer. In die Vertiefung wird bei Entnahme der Waffe die Waffenkarte gelegt. Darunter sind zwei Aufnahmen für zwei volle Magazine - ich komme darauf zurück.

Der Fußboden ist in meiner Erinnerung grün-marmoriertes Linoleum, spiegelblank gekeult: Die Waffenkammer war der mit Abstand sauberste Raum der Kp. Denn zum Abschluss "der Maßnahme" kam einer der beiden GUvD - und keulte, was das Zeug hielt. Eile bestand da nun wirklich nicht: Da draußen auf dem Flur ist vermutlich schon wieder Panik, der Seele sagt Befehle durch. In der Waffenkammer ist es deutlich schöner: Da kommt ohne meine Zustimmung niemand rein. Also mal gaaaaaanz langsam mit dem saubermachen.

In der Mitte des Raums standen Unmengen an Munitionskisten. Erstens mal der Kampfsatz ... einige Uschis waren damit bestraft, diesen zu jedem Alarm zu Fahrzeugen zu buckeln - und natürlich wieder zurück. Die heutige Gewerbeaufsicht würde direkt Herzkapser kriegen ...
Da standen allerdings auch Kisten mit irgendwelchen Rundmagazinen. Vermutlich für LMG - welche wir allerdings nicht in der WK hatten. Geiler Plan: Munition für nicht vorhandene Waffen. Auch RPG hatten wir nicht. Zu meiner Zeit waren das ausschließlich AK-47 und Pistole-M.

Eine Anmerkung zu den AK-47: Die meisten waren ziemliche Schießprügel. Die wurden ja auch zu jedem Quatsch durch den Sand gezogen. Allerdings nicht die Waffen der Ausbilder - die waren sehr präzise. Und das erste, was ich als Ausbilder lernte: Für Lehrvorführungen wie "Schießen mit Platzpatrone" borge Dir eine Waffe eines Uschis - sonst endet das in Putzorgien.

So, auf dem Flur scheint Ruhe eingekehrt zu sein: Eintrag im Dienstbuch WK. Alles fein zuschließen und petschieren. Den Schlüssel im Kästchen zu UvD Selle, in dessen Dienstbuch das Ganze auch austragen. Schöne Maßnahme. Und die Bude glänzt auch.


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#15

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 26.07.2013 21:25
von Mart | 734 Beiträge

Wo ich schon so schön am erzählen bin - ich habe zwei Erlebnisse in Zusammenhang mit der Waffenkammer, die nicht so wirklich nach Vorschrift liefen.

Exerziermunition:
Das waren Patronenimitate aus Plaste, farblich völlig schwarz.
Die lagen zunächst in einem Schrank in der Bügelstube, völlig offen zugänglich für jeden, der seine Hose für den Ausgang messerscharf machte. Es gab auch keine Nachweisführung - warum auch? Das war Plaste, sah nur wir Munition aus.

Irgendwann war der Quatsch aber in der Waffenkammer - und eine Nachweisfühung da. ich hab's zunächst nicht mitbekommen - keine Ahnung: Vielleicht über den Urlaub. Na jedenfalls waren das bezüglich der Nachweisführung deutlich zu viele. Das ist aber mal deutlich unschön: Was machen wir denn da jetzt?

Ich also zum ZF Freddy: Oberleutnant, was machen wir denn mit den überzähligen Plaste-Imitaten?
Freddy hat mir Tage später erzählt, dass er die überzähligen Mumpel-Imitate in der Spepenitz versenkt habe.

Die andere Nummer war 'nen Tacken heißer - ich gebe mal den WK-Verantwortlichen. Nach Waffenreinigung beispielsweise.
Die gesammelte Horde steht in Reihe vor meiner Tür. Ich im Türrahmen.

Jeder Uschi tritt (und das ging schnell, man mußte ja so 80 Leute durchschleusen) an mich heran, die Waffe mit Kolben in der rechten Hand. Der Uschi brubbelt was von "entladen und resichert". Ich zieh den Sicherungshebel und werfe einen Blick auf seine beiden Magazine: Da war ein Loch im Magazin, da konnte man die 30. Patrone sehen: Alles vollzählig.

Alle wieder draußen. Der Gufdie (GUvD) keult in der WK ohne jede Eile so vor sich hin. Auch ich habe keine besondere Eile: Draußen streßt Selle die Kp. mit immer neuen Maßnahmen. Insoweit kontrolliere ich nochmals alle Magazine, die liegen vor den Waffen so, dass man das erwähnrte Loch auch sehen kann.

Ach Du Scheiße!
Siedend heiß - eiskalt ... im ständigen Wechsel - in dem Loch ist nix zu sehen! Scheiße, eine Mumpel fehlt!
Besonderes Vorkommnis, die komplette Palette! Mart, willst Du das wirklich? Ist der Schutz des Sozismus davon abhängig, dass Du jetzt mal wirklich Streß bekommst? Mal nachdenken ... neh - eher nicht.

Ich habe mir zunächst mal eine schwarze Patrone (Exerziermunition) genommen. Und die da reingesteckt - schon sind alle Patronen wieder da. Und nun merken wir uns noch, welches Magazin das überhaupt ist! Wir müssen ganz sicher sein, dass wir das Magazin mit der falschen Patrone wiederfinden!

Hmmmm, Mart hat ein Problem.
Mir war damals als Ausbilder völlig klar, dass es Spitzel gibt - in jeder Gruppe einen. Vermutlich auch auch jemanden bei den Uffzen. Also erzählen wir das mal lieber nicht rum. - Hmmm, aber wer hängt noch mit in der Scheiße, wer kann mir helfen? Ich selbst konnte mir mir nicht helfen: Neuerdings lese ich im Internet, dass jeder WK-Verantwortliche illegale Vorräte an Munition hatte, aha: Helden. Also ich hatte keine Vorräte.

Ähmmm Blacky, muss mal was bereden. Können Sie den Schreiber mal rausschicken? Blacky, mir fehlt eine Mumpel. Der Schotter war zur Übergabe vollzählig, hab' aufgepasst. Bei der Nachkontrolle fehlt aber eine - was tun?

Tage später kam Blacky: "Hier, hier nimm die!"
Danke, Blacky!


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#16

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 27.07.2013 16:24
von selle | 51 Beiträge

Zitat von Mart im Beitrag #12

Ich erzähl' doch immer von zwei großen Aufenhalts-/Schulungsräumen da. Selle nur von einem. Weißt Du, was gewesen sein kann? Den einen Lehrgang war es Unterkunft - den anderen mal wieder nicht. So - könnte das hinkommen.


Ich meinte nicht, dass es nur einen Schulungsraum gab, ich erinnere mich eben nur an einen. Vorn, links neben der Treppe. Aber mein inneres Auge zeigt mir den Flur eh nur SEHR unvollständig!

Zitat von Mart im Beitrag #12

Zitat von eclipse1983 im Beitrag #10

@Mart.... die Beantwortung der Frage ob Selle ein "übler Schleifer" war steht noch aus , sonst ist nüscht geheim.


Klar war er das, waren wir alle das. ...


Ich werde mich wohl oder übel an diesen unerfreulichen Gedanken gewöhnen müssen!

Zitat von Mart im Beitrag #12

Insoweit weiß ich (nach der Wende) von einigen ehemaligen Uschis, dass deren Urteil über mich nicht so günstig ausfällt. Aber eben auch das gleiche Spiel bei Selle: Er konnte als UvD hinreichend schneidend sein: Es gab mehrere Uffze, die eine sehr präzise, laute Befehlsstimme hatten: "Siieeeeeemmmmm --- Panieeeeee! Rrrrrraus--treten!"


Ja, das hat sogar was! Selle mit schneidender Stimme:
SIEMTE KOMPANIE - STILLGESTANDEN! ... PRÄSENTIERT DAS - GEWEHR! ... GEWEHR - AB! ...
Ja, ich kann mich erinnern und auch daran, dass ich es ziemlich genossen habe *grins*

Zitat von Mart im Beitrag #12

Selle, tut mir ja selbst leid - aber so war das halt. Müssen wir mit leben.



Muss dir nicht leid tun, Mart, wirklich nicht. Ich werde mir deshalb nicht nach 30 Jahren die Haaren raufen und in Selbstkritik üben *feix*. Es ist toll, sich so nach und nach an die Zeit zurück zu erinnern. Es war wirklich nicht alles schlecht...


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#17

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 27.07.2013 16:27
von selle | 51 Beiträge

Zitat von eclipse1983 im Beitrag #10

@Selle.... an die Sache mit der Rasierklinge kann ich mich auch noch erinnern. Aber was aus den Beiden geworden ist? Der Rasierklingenschnipser wurde glaub ich Soldat


Ja? Dann war das in deinem Lehrgang? Üble Sache das... Aber an die Folgen kann ich mich leider auch nicht erinnern.


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#18

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 27.07.2013 18:16
von EK87II | 109 Beiträge

@Mart
Da ich später im Regiment auch mit der Waffenkammer betraut war, kann ich das bestätigen. Das erste was mir mein Vorgänger übergab waren 4 Reservepatronen für den Notfall mit dem Hinweis immer den Nachschub im Auge zu behalten. Die meisten Verluste an Munition beklagten bei uns die ,,Kabelaffen". Bestände konnten wir nur unauffällig beim halbjährlichen Übungsschießen auffüllen.


Gruß
EK87II
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#19

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 28.07.2013 00:40
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von EK87II im Beitrag #18
@Mart
Da ich später im Regiment auch mit der Waffenkammer betraut war, kann ich das bestätigen. Das erste was mir mein Vorgänger übergab waren 4 Reservepatronen für den Notfall mit dem Hinweis immer den Nachschub im Auge zu behalten.

Es war rum wie num blöd: Wenn Du mit dem Mehrbesitz aufgeflogen wärst, hätte das noch mehr gescheppert. Ich hab' mich an den Spruch von Ufw Maxx (den kennst Du nicht) gehalten: "Wichtige Sachen sind für Batzen, da halten wir uns raus." Vor allem habe ich aufgepasst wie ein Schießhund. Es ging aber trotzdem schief, mir ist bis heute unklar, warum: Im Grunde muss ein Uschie eine Patrone gestemmt haben.

Zitat von selle im Beitrag #16

Ja, das hat sogar was! Selle mit schneidender Stimme:
SIEMTE KOMPANIE - STILLGESTANDEN! ... PRÄSENTIERT DAS - GEWEHR! ... GEWEHR - AB! ...
Ja, ich kann mich erinnern und auch daran, dass ich es ziemlich genossen habe *grins*


Es gab mehrere Uffze, die das vom Stimmorgan mit Training konnten, also so konnten, dass das nicht Schreierei oder hysterisch war. Wir hatten damals den Spruch "Du mußt vom Fenster aus die Kompanie auf dem Stellplatz [der war quer über den Ex-Platz vor Küchengebäude] kommandieren können. Aus meiner Erinnerung waren das Arnd, Du, Carsten, Batzer und meine Wenigkeit.

Zitat von selle im Beitrag #16

Muss dir nicht leid tun, Mart, wirklich nicht. Ich werde mir deshalb nicht nach 30 Jahren die Haaren raufen und in Selbstkritik üben *feix*. Es ist toll, sich so nach und nach an die Zeit zurück zu erinnern. Es war wirklich nicht alles schlecht...


Alles nicht - aber so einiges schon. Du bist feiner raus - mit Deiner Verdrängung. Gut, ändern hätten wir's nicht können.


selle hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#20

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 28.07.2013 21:01
von EK87II | 109 Beiträge

Der Sackgang wäre in beiden fällen höchst unangenehm geworden. Aber in den Regimentern und Kompanien ging es wesentlich ruhiger zu wie an der US.


Gruß
EK87II
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