#21

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 30.07.2013 10:12
von 19frank63 | 22 Beiträge

[quote=Mart|p276348]Ich trage in diesem Beitrag auch später Daten nach.





BU:
Arnd Töxxxxx, verheiratet Kexxxxx (7/1/2)
Jürgen Poxx
Frank "Batzer" Baxxxxxxxx
Bottxxx (kleiner Typ, ca 82 BU geworden)
Olaf Anxxx (zweiter Zug, R-142)



Fehlt in dieser Aufstellung nicht auch ein Uffz. (Ufw?) Kuhl....?


„Erfahrungen vererben sich nicht - jeder muß sie allein machen. ('')
Kurt Tucholsky
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#22

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 02.08.2013 09:06
von selle | 51 Beiträge

@19frank63

Stimmt - den gab es auch in dieser Zeit. Vorname fällt mir im Moment aber nicht ein.


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#23

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 02.08.2013 16:36
von 19frank63 | 22 Beiträge

Wenn ich mich recht erinnere Volker- kann das sein?


„Erfahrungen vererben sich nicht - jeder muß sie allein machen. ('')
Kurt Tucholsky
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#24

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 03.08.2013 00:05
von selle | 51 Beiträge

Das könnte durchaus hinkommen - danke!

Deinen Angaben entnehme ich, dass du in meinem ersten Halbjahr als Uffz in Perleberg in der 7. warst. Ich habe zwar keine Erinnerung an deinen Namen, freue mich aber, dich hier zu wissen!


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#25

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 03.08.2013 00:58
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von 19frank63 im Beitrag #21

Fehlt in dieser Aufstellung nicht auch ein Uffz. (Ufw?) Kuhl....?


Nachgetragen. -
Er war übrigens derjenige, der eine 142 mit Diesel statt Benzin auftanken lies - was der Motor nicht soooo gut fand - und ihn zum Gespött der Uffze werden lies.

Zitat von selle im Beitrag #24
Deinen Angaben entnehme ich, dass du in meinem ersten Halbjahr als Uffz in Perleberg in der 7. warst. Ich habe zwar keine Erinnerung an deinen Namen, freue mich aber, dich hier zu wissen!

Eher als Du Dachs oder Konter warst. Ich war jedenfalls schon Uffz - oder wurde gemeinsam ernannt. Na, wir werden's ja gleich erfahren.


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#26

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 03.08.2013 01:40
von Mart | 734 Beiträge

Dann wollen wir mal die Erinnerung auffrischen. Dazu eine Vorbemerkung: Nach der Wende zog dort ein San-Bat der Bundeswehr für einige Jahre ein. Dann stand die Kaserne für einige Jahre leer und wurde bewacht. Von Wachschützern, offenbar noch immer glaubten, V2000 zu sein ... also es war kein Herankommen. Im Jahr des Elbehochwassers 2002 wurde die Kaserne reaktiviert: Bereitstellungsraum für verschiedene Einheiten THW, BW usw. Dann begann der Abriss. Interessanterweise steht heute noch ein Drittel des linken Blocks - das ist der Teil zum Duschhaus hin. Das ganze ist strikt eingezäunt. Allerdings war das nicht immer so.

Und das gibt uns Gelegenheit, einen Teil der 7. Kompanie (linker Block, 1. Etage) zu besichtigen:

Zunächst der linke Eingang (den wir praktisch nie benutzten) - war der Revierdienst aber mehr auf Zack:

Angefügte Bilder:
eingang.jpg

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zuletzt bearbeitet 04.08.2013 02:42 | nach oben springen

#27

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 03.08.2013 01:46
von Mart | 734 Beiträge

Auf dem Kompanieflur ist nur noch ein Drittel erhalten. Wir schauen mal Richtung Fernsehraum. Und wer genau hinsieht, findet da das berühmteste bzw. berüchtigste Utensil des Flures: Die Klimmzugstange. Da haben so Uffze wie Selle und ich Generationen von Uschis Klimmzüge beigebracht. Zugegeben - nachdem uns die beigebracht wurden. Anfangs jeden Abend im Schlafanzug in der Gruppe da nochmal ran. Und tagsüber auch immer mal wieder.

Hinten links ist der Klubraum, hinten rechts der Fernsehraum.

Angefügte Bilder:
klimmzug.jpg

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zuletzt bearbeitet 03.08.2013 21:49 | nach oben springen

#28

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 03.08.2013 01:54
von Mart | 734 Beiträge

Wir gehen mal weiter - und dann links in den Klubraum: An den werden sich die wenigsten erinnern: Da war so eine Schrankwand im Stil der 1960er Jahre. Darin Brettspiele und militärische Erbauungsliteratur ... vermutlich das, was völlig unverkäuflich war. Und es standen diese 1x1-Sprelacard-Tische für vier Personen drin. Vermutlich hat es da noch irgendwelchen weiteren sozialistischen Budenzauber gegeben. Dieser Raum war ziemlich unbeliebt. Da verirrte sich ganz selten ein Uschi hin.

Und in diesem Raum stehen wir nun. Die Falttür war normalerweise geschlossen. Sie führte zum Fernsehraum. Für manche Veranstaltungen wie FDJ-Versammlungen wurde sie geöffnet. Und für noch was - dazu im nächsten Beitrag.

Angefügte Bilder:
falttuer.jpg

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zuletzt bearbeitet 03.08.2013 01:54 | nach oben springen

#29

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 03.08.2013 02:17
von Mart | 734 Beiträge

Und nun sind wir im Fernsehraum. Der Fernseher stand in der rechten, nicht sichtbaren Ecke - in meiner Erinnerung schwarz-weiß. An der sichtbaren Wand hingen Soldatengemälde, zum Beispiel eine recht gute Zeichnung einer entfalteten R-118. Dann waren dort noch Glasvitrinen, darin alte Fotos. Kein Mensch wußte, aus welcher Zeit die waren. Und was das für Leute auf den Fotos waren - vielleicht die Ursprünge der 7.

Also die U-Schüler konnten in ihrer Freizeit da Fernsehen gucken ... ja, welche Freizeit denn? Also das war insbesondere in den ersten Monaten ausnehmend selten.

Pflichtprogramm hingegen war die Aktuelle Kurbelwelle täglich 1930. Auch da wurde die Falttür geöffnet. Einige Gruppen mussten mit Schemel anrücken, Sitzplätze waren knapp. Und weil die AK hinreichend öde war, drückte sich jeder, wo er nur konnte. Was relativ leicht war: Zuvor war das Stuben- und Revierreinigen, Stiefelputz vor dem Block, Rauchen dort. Es gab zig Möglichkeiten zum abducken - die konnte der UVD nicht alle im Blick haben. Andererseits saß ihm der Leitungsdienst der Fachrichtung im Nacken - der sich selbst vor der AK drückte ... und uns kontrollierte: Da war schon schön, wenn da eine erkleckliche Anzahl an Uschis den "nicht enden wollenden Abläusen" (hihi) ergeben lauschten.

Besonders blöd war der Montag: Nach dem alten Film kam der Schwarze Kanal - was nicht selten zu einer Verkürzung der Nachtruhe führte. Für nicht wenige Uschis war das Interessanteste der Wiedererkennungseffekt der Titelmelodie der Tagesschau und verschiedener westlicher Nachrichtensprecher.
Der Fernseher war zeitweise mit dem Zwei-Tasten-System auf ARD umstellbar. Das wußten aber nur sehr wenige - und wurde aus Angst auch nur selten gemacht - und auch nur in der Zeit zwischen den Lehrgängen, wenn also keine Uschis auf dem Flur waren.

Angefügte Bilder:
fernseh.jpg

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zuletzt bearbeitet 04.08.2013 02:43 | nach oben springen

#30

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 03.08.2013 02:22
von Mart | 734 Beiträge

Wir gehen nach der Aktuellen Kamera wieder auf den Flur - ohhh schön! Der UVD-Tisch ist runtergefallen!
So öde sah halt der Flur aus, nur viel länger. Und gekeult müßte auch mal wieder werden.
Damit endet der kleine Rundgang, ich habe leider nicht mehr.

Ach so: Beim Anklicken vergrößern sich die Bilder.

Angefügte Bilder:
abbruch.jpg

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zuletzt bearbeitet 03.08.2013 02:23 | nach oben springen

#31

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 06.08.2013 03:57
von Mart | 734 Beiträge

Was wollen wir als nächstes betrachten? Eher die "normale" Technik der 7. Kompanie oder die Lehrklassen oder ...?

Ach - wir fangen mit den Geheimnissen an.
In der 7. waren relativ gut getarnt zwei eher geheime Spezialverwendungen. Oder sagen wir anders: Zu meiner Zeit habe ich zwei mitbekommen, vielleicht gab es ja noch mehr.

R-145
Man stelle sich einen Acht-Rad-SPW 60PB vor. Dem schneiden wir den Turm ab, bauen eine klappbare Rahmenantenne, eine Teleskopantenne und das Aggregat AB-1 stellen wir oben drauf. So etwa sieht das aus: Klicke hier! - Da drin ist eine Funkstelle R-142 eingebaut. Was ist daran nun geheim? Zunächst einmal gar nichts.

Ich meine, dass es ausschließlich T(h)orstens Gruppe war, die an dieser Technik ausgebildet wurde. Genau genommen wurde sie primär an der R-142 auf Basis GAS-66 ausgebildet: Kommandeursfunkstelle. Die R-142 hatte freie Einschübe für SAS-Technik, also onfly-Verschlüsselung. Das wurde aber meines Wissens da nie geübt.

Bei Thorstens Gruppe sah das anders aus: Ab und an fuhr "das Eisenschwein" R-145 vor: Auf den unbefestigten Teil des Ex-Platzes, genauer: Die Ecke Speiseräume/Lehrgebäude. Dann wurden (spassige Übung bei wasserverdichteter Decke) Stahlstäbe ein geschlagen und Flatterband um das Eisenschwein gespannt; also so, wie man das heute in jedem ordentlichen Krimi sieht. Schau an: Flatterband hatten wir auch: Nicht alles war schlecht ...
In den Sperrkreis kam ein Uschi mit MPi und 60 Schuss Munition. Und vom Stab kommend eine schöne Kiste: Darin die SAS-Einschübe. Und dann wurde fleißig im Eisenschwein geübt ... warme Sache wohl.

BTW: Nach der Wende hat mir ein Kommilitone (UaZ) erzählt, dass er in der zentralen NW Frankfurt solche R-145 montierte. Und bei der Gelegenheit stellte sich heraus, dass es nicht nur R-142 in R-145 gab - sondern noch viele andere schöne Sachen. Aber das hat mit der 7. Kompanie nichts zu tun.

7/1/3:
Das war Selles Gruppe. Und da machen wir es ein wenig spannender: Rein formal waren das Funker/Fernschreiber mittlerer/großer Leistung. Die Tarnung dieser Gruppe war im Grunde perfekt: Erstens mal hielten die Gruppenmitglieder die Klappe, sie waren ja nochmals "ausgesiebt: Das kurze Zwiegespräch zwischen Selle und seinem damaligen Schüler deutet das ja an. Also wenn jemand von den anderen Uschis irgend etwas mitbekam, dann höchstens vom 1. Zug.

Interessant war, dass dort das Prinzip der militärischen Einzelleitung durchbrochen war: Weder KC noch ZF durften von der realen Verwendung dieser Gruppe etwas wissen. Bei Freddy kann ich mir das sogar vorstellen. Bei Häxxxxx könnte ich mir denken, dass er die reale Verwendung wußte. Ich gehe zudem davon aus, dass die meisten GF das auch nicht wußten. Bei den UaZ-GF war das aber im Grunde klar - zudem sie auf einem Zimmer lagen. Das war (also in meiner Erinnerung) ganz interessant: Man sprach nicht so wirklich drüber. Wie ein stillschweigendes Einvernehmen: Selle hat nie aktiv was von sich aus erzählt. Aber er hat auch nichts bestritten im Sinne von aktiver Lüge. (Interessant wird gelegentlich, ob Selle wußte, dass wir das wußten.)

Was hätte man von innen heraus (es war ja wirklich Tarnung innerhalb der Tarnung) sehen können?
Die Lehrklasse war im Obergeschoß, die Ecke Duschhaus zum Objektzaun. Und auf dem Dach waren jede Menge interessanter Antennen, Yagis, alles was das Herz begehrt. Die Lehrklasse hatte Scherengitter, dahinter einen dunklen Vorhang - die Geheimhaltung also wie SAS/SND. Die Kameraden konnten keinen Tastfunk. Und das deutsche Buchstabieralphabet (das beliebte "Friedrich baaaadet" haha) konnten sie auch nicht. Aber interessanterweise das NATO-Alphabet, das kam gern beim Stiefelputz raus.

Ich belasse es erstmal dabei - ich muss ja in den nächsten Tagen auch was zu schreiben haben. Und vielleicht möchte ein anderer auch schon seine Beobachtungen mitteilen, ich denke an Frank oder Nordpol. (Selle könnte sich noch einige Tage zurückhalten, ich halte es für spannend zu erfahren, wer eigentlich das wirklich verstand.)


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#32

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 08.08.2013 22:09
von 19frank63 | 22 Beiträge

Zitat von selle im Beitrag #24
Das könnte durchaus hinkommen - danke!

Deinen Angaben entnehme ich, dass du in meinem ersten Halbjahr als Uffz in Perleberg in der 7. warst. Ich habe zwar keine Erinnerung an deinen Namen, freue mich aber, dich hier zu wissen!



Wenn ich mich recht erinnere, war Volker mein Gruppenführer (BU).
Seine Stimme neigte -wenn ich noch richtig im Ohr habe- dazu, sich zu überschlagen, wenn er zu lange zu laut "reden" musste.


„Erfahrungen vererben sich nicht - jeder muß sie allein machen. ('')
Kurt Tucholsky
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#33

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 09.08.2013 00:01
von selle | 51 Beiträge

Zitat von Mart im Beitrag #31


Ich meine, dass es ausschließlich T(h)orstens Gruppe war, die an dieser Technik ausgebildet wurde.


Hier kann ich endlich helfen: Da ich seine Unterschrift auf meinem Tuch habe, weiß ich, das es ein Torsten ohne h ist!

Zitat

Ich belasse es erstmal dabei - ich muss ja in den nächsten Tagen auch was zu schreiben haben. Und vielleicht möchte ein anderer auch schon seine Beobachtungen mitteilen, ich denke an Frank oder Nordpol. (Selle könnte sich noch einige Tage zurückhalten, ich halte es für spannend zu erfahren, wer eigentlich das wirklich verstand.)



OK, ich halte mich erst einmal zurück... ;-)


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#34

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 09.08.2013 00:22
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Wir hatten einen Uffz. als Gruppenführer an der Knolle der hieß mit Spitznahme "elfdreizehn", so traurig wie das war, der konnte z.B. bei Liegestützen nicht einmal richtig laut bis 14 zählen.
Eigentlich machten ja viele die 3 Jahre um nach dem Abi einen Studienplatz zu bekommen, war ja auch ok für die damalige Zeit.
Gab es an der Uffz.-Schule eigentlich viele wie den elfdreizehn?


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#35

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 09.08.2013 15:17
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #34
Gab es an der Uffz.-Schule eigentlich viele wie den elfdreizehn?

Lass' es mich anders sagen: Manche Gruppenführer blieben nur exakt einen Lehrgang als GF an der U-Schule ...


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#36

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 14.08.2013 17:17
von 19frank63 | 22 Beiträge

Zitat von Mart im Beitrag #31
Was wollen wir als nächstes betrachten? Eher die "normale" Technik der 7. Kompanie oder die Lehrklassen oder ...?

Ach - wir fangen mit den Geheimnissen an.
In der 7. waren relativ gut getarnt zwei eher geheime Spezialverwendungen. Oder sagen wir anders: Zu meiner Zeit habe ich zwei mitbekommen, vielleicht gab es ja noch mehr.

Ich meine, dass es ausschließlich T(h)orstens Gruppe war, die an dieser Technik ausgebildet wurde. Genau genommen wurde sie primär an der R-142 auf Basis GAS-66 ausgebildet: Kommandeursfunkstelle. Die R-142 hatte freie Einschübe für SAS-Technik, also onfly-Verschlüsselung. Das wurde aber meines Wissens da nie geübt.


Die Lehrklasse war im Obergeschoß, die Ecke Duschhaus zum Objektzaun. Und auf dem Dach waren jede Menge interessanter Antennen, Yagis, alles was das Herz begehrt. Die Lehrklasse hatte Scherengitter, dahinter einen dunklen Vorhang - die Geheimhaltung also wie SAS/SND. Die Kameraden konnten keinen Tastfunk. Und das deutsche Buchstabieralphabet (das beliebte "Friedrich baaaadet" haha) konnten sie auch nicht. Aber interessanterweise das NATO-Alphabet, das kam gern beim Stiefelputz raus.

Ich belasse es erstmal dabei - ich muss ja in den nächsten Tagen auch was zu schreiben haben. Und vielleicht möchte ein anderer auch schon seine Beobachtungen mitteilen, ich denke an Frank oder Nordpol. (Selle könnte sich noch einige Tage zurückhalten, ich halte es für spannend zu erfahren, wer eigentlich das wirklich verstand.)




R 142
Fahrerkabine- Beifahrer hatte Verbindung zur Funkkabine. In der Funkkabine eine R111 eine R123? - - Trennwand mit Durchreiche zum Offiziersraum. Dessen Eingang am Heck des GAS - 66. Sitzbänke zur Aufbewahrung von Antennen, Abspannungen u.s.w.
An der Seite neben der Tür (links?) ein Funkgerät (war es für Verbindungen zur Hubschraubern gedacht?) Der ganze Koffer konnte meines Wissens hermetisch abgeriegelt werden.

Zum Ausbildungsraum,
Soweit ich weiß, war an unserer Tür kein Scherengitter. Das "Lehrerpult" sah aus, wie ein Mischpult. Man konnte jeden einzelnen Schülerplatz ansteuern. Mit zwei Tonbandgeräten war es möglich, auf die Tempi der Schüler zu reagieren. Zumal sich darunter Leute befanden,
die (dank GST) schon Tempo 12 oder 14 hörten und schrieben.
Über das "Mischpult" wurde dann noch -teils komplett unrealistischer - Gefechtslärm eingespielt.

- - - sollte ich komplett falsch liegen, dann könnte dies auch der Ausbildungsraum der Funkkompanie im GR 10 - Plauen (Schöpsdrehe) gewesen sein.


„Erfahrungen vererben sich nicht - jeder muß sie allein machen. ('')
Kurt Tucholsky
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#37

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 14.08.2013 18:46
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von 19frank63 im Beitrag #36
Zum Ausbildungsraum,
Soweit ich weiß, war an unserer Tür kein Scherengitter. Das "Lehrerpult" sah aus, wie ein Mischpult. Man konnte jeden einzelnen Schülerplatz ansteuern. Mit zwei Tonbandgeräten war es möglich, auf die Tempi der Schüler zu reagieren. Zumal sich darunter Leute befanden,
die (dank GST) schon Tempo 12 oder 14 hörten und schrieben.
Über das "Mischpult" wurde dann noch -teils komplett unrealistischer - Gefechtslärm eingespielt.

- - - sollte ich komplett falsch liegen, dann könnte dies auch der Ausbildungsraum der Funkkompanie im GR 10 - Plauen (Schöpsdrehe) gewesen sein.

Du liegst nicht komplett falsch, vermischt aber wohl mehrere Räume.

Lehrklasse Funk:
Eine einfache Lehrklasse, allerdings an jedem Platz Stöpselmöglichkeiten für Taste, Kopfhörer, dort auch Mira(?)-Kassettenrecorder.

Lehrklasse Hören:
Die sah aus wie ein Russisch-Kabinett in der Schule: Alle Plätze mit Wänden getrennt, Glasscheibe, diese Edelkopfhörer. (Den meinst Du sicher).

Lehrklasse Fernschreib:
Dort standen in zwei oder drei Reihen ortsfeste Fernschreiber, diese Art "wie ein Möbel". Schön laut war es da: 10-Finger-Blind war angesagt, da war nur der 1. Zug. Das Ausbildungsergebnis war sehr durchwachsen: Bei einer ganzen Anzahl an Schülern wurde das Ziel nicht erreicht, die Stundenzahl gab das überhaupt nicht her.

Lehrklasse R-118:
Die lag über der Lehrklasse SAS/SND, hatte zwar kein Scherengitter, aber einen Knauf. Da durfte auch nicht jeder rein - aber so streng wie bei Selles Klasse war es andererseits wieder nicht. Ein ziemlicher Haufen Technik: Links hinten eine ortsfeste R-118, die über 4-m-Stab oder Äquivalent senden konnte. Eine SED-100 und mehrere SEG-15. Die machten in meiner Erinnerung aber oft Ärger. Das schönste Gerät war eine R-250M2, ein Klasse Empfänger bis 30 MHz. Der war ausnehmend fein abstimmbar, ich habe da oft (Knauf war ja an der Tür) RIAS oder RTL oder westlichen Amateur-Sprechfunk gehört. Das war fast ohne Risiko, man hörte zudem mit Kopfhörer.

Eines Sonnabends habe ich da mal mit Rummel den Sichtschutz erneuert, es kamen große Rollen Butterbrotpapier zum Einsatz. Irgendwann holt Rummel eine 0,33-Brauseflasche raus. Ich wundere mich noch, warum er da so einen Gummistopfen drauf hat, da fängt er an zu schimpfen: Eh, es ist Wochenende, was treiben wir eigentlich hier? Uffz, nimm' auch nen Schluck! Oha, na hoppa!

Gefechtslärm:
Es gab sowohl Tastfunkkassetten, da war der Gefechtslärm gleich mit drauf als auch reine Lärmkassetten. Eine war übrigens von mir - und das kam so: Es sollte eine Lehrvorführung der U-Schule geben - vor irgendwelchen Generälen. Dazu wurde ein leicht ansteigendes "Tal" genutzt, der imaginäre Gegner wurde mittels Fahrzeugen und jeder Menge Fußvolk in die Flucht geschlagen. Eine der geplanten Einlagen war: Ein Diversant schleicht sich an meine voll entfaltete und getarnte Funkbude, wir erkennen den und meucheln den weg. Ich werde wohl Vize gewesen sein und dachte mir: Mart, das ist nix für Dich, da musst irgendwie abducken. Das passierte dann dadurch, dass ich für Rummel (zu der Zeit Fachlehrer) Gefechtslärm aufnahm. ich machte es mir vorn unter dem Tarnnetz gemütlich, für die Ohren hatte ich mir sogenannte Böhler-Kapseln besorgt, diesen Hörschutz, den es heute im Baumarkt gibt und der wie ein Kopfhörer aussieht. Edler Kassettenrecorder neben mir und ein ganz ordentliches Mikrofon, wohl vom Sonett.

Die ganze Sache war lustig: Ich hatte nichts zu tun und konnte den Kindergarten aus allererster Reihe bewundern - immer fein aufgepasst, dass mir niemand über die Hand fährt. Wieder "zu Hause" hören wir uns den schönen Gefechtslärm an. Der war höchstens fünf Minuten ... ähmmm, nuuun, jaaa - das Mikrofon hatte den ersten richtig großen Knall nicht überlebt.


selle und EK87II haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#38

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 02.10.2013 18:12
von Marbacher | 49 Beiträge

Jungs ich war mal vom 06.05.1986-11.10.1986, Funker kleiner Leistung R 1125 FB, dort und habe mal im Leistungsvergleich bester Funker den 1. Platz belegt. Kurios an der Sache ist das ich jetzt auf beiden Ohren die Höhen nicht mehr höre und jetzt Hörgeräte tragen muss

An Euch kann ich mich nicht erinnern.
Aber der Ausbilder ein Hr. St...... Da.... der war Spitze. Kann jemand hierzu was sagen?
Wer war denn der Oberst. St..... und der OsL Fl.....?



zuletzt bearbeitet 02.10.2013 20:37 | nach oben springen

#39

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 03.10.2013 04:28
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von Marbacher im Beitrag #38
Wer war denn der Oberst. St.....?

Oberst Stöcker (wohl Person der relativen Zeitgeschichte) kürze ich nicht ein. Zu den anderen - schicke mir mal bitte eine PN.


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#40

RE: Unteroffiziersschule Perleberg - 7. UAK

in Grenztruppen der DDR 03.10.2013 10:40
von Marbacher | 49 Beiträge

Leute ich habe noch was schönes gefunden was hier rein passt.
Hier hat übrigens der Ausbilder mit unterschrieben. Neben Perleberg.
Vielleicht steht ja einer von Euch mit drauf.
Wir hatte nebenbei auch noch ein bissel Freizeit. Die einen waren rauchen die anderen haben eben das gemacht



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