#61

RE: Helmut Kohl und der Friedensnobelpreis ( die unendliche Geschichte )

in Leben in der DDR 24.07.2013 15:33
von Bugsy | 454 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #58
Zitat von Gert im Beitrag #55

@Heckenhaus
das mag auf den ersten Blick so aussehen, aber er hat im entscheidenden Moment das Richtige getan. Er hatte ein Gespür für politische Prozesse und für das Machbare. Oder hättest du und die anderen 16,999 Mio DDR Bürger dem Gorbi und den anderen alten kommunistischen "Schlachtrössern" im Kreml verklickert, das der Zeitpunkt gekommen ist, wo die Russen aus D abziehen müssen, quais ihre "Kriegsbeute" freiwillig aus der Hand geben?
Ich bin nicht unbedingt ein Fan von ihm, aber das gestehe ich ihm zu,er hat in jeder Phase des Einigungsprozesses das professionell gemacht.




Kohl hat den Russen gesagt : "Ihr müßt jetzt aber nach Hause gehen, sonst..."

Ich lach mich schlapp. Und wenn er Gulliver persönlich gewesen wäre, die Fäden haben Andere gezogen.
Kohl hatte Glück, das gerade in seiner Amtszeit zu erleben. Kein Kohl und kein Honecker konnten bestimmen, was in und mit
Deutschland passiert. Der Viermächte-Status galt unverändert.
Ohne den Reformer Gorbatschow hätte Kohl weiterhin nur von der anderen Seite auf sein "blühendes Land" blicken können.
Und ohne England, Frankreich und Amerika wäre auch nichts geworden.
Die politischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen, Bedingungen oder auch Unzulänglichkeiten, je nach dem, von welcher Seite
man schaute, waren gegeben. Vermutlich war es für alle Beteiligten eine gute Lösung, das deutsche Problem vom Tisch zu bekommen.

Im Zuge der von Deutschland angestrebten Wiedervereinigung verknüpfte nach Zeitungsberichten der damalige französische Staatspräsident François Mitterrand die Zustimmung Frankreichs zur nationalen Einheit mit der Zustimmung des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl zur „Vertiefung der Wirtschafts- und Währungsunion“, also mit der Einführung des Euro.

aus :https://de.wikipedia.org/wiki/Euro

Da bin ich mir nicht so sicher. Der Kohl hat den Sowjets Abermilliarden in den Rachen geschoben, um den Schritt zu erleichtern, aber ich bin der Meinung, dass kein Land und keine Macht der Erde, die Deutschen daran hätte hindern können, sich zu vereinigen, wenn sie einmal den Entschluss gefasst hätten.

Das mit den Amis, Briten und Franzosen war nur dramatisches, politisches Theater, damit Kohl sich als alleiniger Retter der armen DDR-Bürger produzieren konnte.

MsG


Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlicheit, der Sanitäter kommt zehn Minuten später.
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#62

RE: Helmut Kohl und der Friedensnobelpreis ( die unendliche Geschichte )

in Leben in der DDR 24.07.2013 16:12
von Heckenhaus | 5.147 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #60

@Heckenhaus
das ist einfach unfair was du da schreibst, denn so habe ich es nicht formuliert. Wenn du mich für dummverkaufen willst, diskutiere mit anderen darüber.




Das liegt mir fern, und das verbietet die Höflichkeit.
Nur, es gibt eben unterschiedliche Meinungen und Standpunkte, und ich weiß aus Diskussionen in meinem Umfeld, das ich damit nicht allein.
Herr Dr. Kohl, um korrekt zu sein, mag seine Verdienste haben, wie jeder andere Kanzler auch (Schmitt verdanken wir das Raketenspektakel
SS 20 vs. Pershing auf deutschem Boden, Schröder die Agenda 2010 mit Hartz IV und Rentenklau).
So hat auch Kohl sein Verdienst, aber die Einheit wäre ohne die DDR-Bürger nicht möglich gewesen.
Er war einfach zur rechten Zeit im rechten Amt.

Wir sind hier nicht im Hörsaal, aus dem alle mit der gleichen Materie im Kopf herauskriechen, sondern im Meinungsaustausch, und da gibt es eben
gegensätzliche Auffassungen und Erfahrungen.
Wer aus den "neuen" Bundesländern kommt, hat sehr oft besser auf die Worte Kohls gehört und auch vertraut, was am Ende übrigblieb, bildet bis
heute die teilweise bittere Realität. Deshalb sind bei Weitem nicht alle so gut auf den Mann zu sprechen, und von wegen "die Situation falsch ein-
geschätzt", waren nicht alles Experten, die Deutschland zusammengeflickt haben ? Die Treuhand ganz vorn ?
Wenn ich mir Schulden auflade, prüfe ich ganz genau, was auf mich zukommt. Ich unterschreibe doch nicht vorher mit blumigen Worten, und nachher
kommt das böse Erwachen. Nur um mich als den Helden dastehen zu lassen.

.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#63

RE: Helmut Kohl und der Friedensnobelpreis ( die unendliche Geschichte )

in Leben in der DDR 24.07.2013 18:24
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #59
Zitat von Hackel39 im Beitrag #56
Zitat von Gert im Beitrag #55
[quote=Heckenhaus|p276119][quote=Pit 59|p276111]
.





Gert, hast Du irgendwann mal etwas von Kohl gehört, von dem er nachträglich sagte, daß es falsch gewesen sein könnte, Zweifel, Bedenken, Selbstkritik, so wie das Schabowski, Rohwedder (Treuhandchef) oder Biedenkopf seinerzeit mit Blick auf die eigene Karriere mal eingeräumt hatten ?
Letzterer war für Kohl immer nur die Nervensäge, die z.B. auf die demografische Sprengkraft der damals aktuellen Rentenkassenstruktur hingewiesen hatte und immer wieder weggebissen wurde.
Auch Meinhard Miegel, erfolgreicher Buchautor und Ratgeber Kohls war mit seinen 1000 Wahrheiten pro qm Buchseite (u.a. "Die deformierte Gesellschaft") auf verlorenem Posten und wenn mans sehr gut meint mit Kohl, so könnte man sagen "Er ist der Kapitän auf der Brücke und muß sich nicht um die Rettungsringe kümmern"...von mir aus aber wir alle können froh sein, daß diesmal kein Eisberg im Weg war.


hast du je von irgendeinem Politiker gehört, der seine eigenen politischen Entscheidungen der Vergangenheit in Frage stellte ? Und das nicht nur auf Bundesrepublik bezogen? Da ist wohl Dr.Kohl nicht die Ausnahme, sondern der Regelfall in seinem Rückblick.






Nun Gert, auch wenn es weh tut, sieh Dir bitte noch mal den Schabowski an (ab 11:30) http://www.youtube.com/watch?v=VDKxaCxjLgY, den hat man genauso vom Hof gejagt wie Kohl aber die Asche, die sich das Berliner ZK- Mitglied aufs Haupt gestreut hat mußte man mit dem Güterzug auf die Deponie Lochau fahren.
Leider hatte Kohl dieses Format nicht, obwohl auch er definitiv an anderer Stelle Schuld auf sich geladen hatte, aber wie gesagt inwiefern das moralisch zu verurteilen ist, vermag ich nicht zu sagen (siehe mein Erstbeitrag "Spendenaffäre Leuna 2000").



Küchenbulle 79 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#64

RE: Helmut Kohl und der Friedensnobelpreis ( die unendliche Geschichte )

in Leben in der DDR 24.07.2013 18:36
von utkieker | 2.925 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #37
Zitat @Utkieker
Der Kandidat Helmut Kohl und sein provokanter Auftritt auf dem Bitburger Soldatenfriedhof

Was war daran provokant ? dass es gefallene Soldaten der Waffen SS waren ? Vielleicht ist dir nicht bekannt, dass die meisten Soldaten der Waffen SS genau solche kämpfenden Truppen wie die Wehrmacht war. Es waren auch Menschen, die verführt wurden für eine Scheissidee ( deshalb bin ich gegen alle Scheissideen und Ideologien) und dafür ihr Leben liessen. Warum sollte man diese gefallenen Soldaten nicht ehren ? Ich habe in der Eifel mal einen solchen Soldatenfriedhof aus dem Dezember 44 besucht, es ist einfach grauenvoll was dort für junge Männer verheizt wurden, das ist sehr bedrückend anzusehen.
. Ich kannte einen aus Wiesbaden, der war als 17 jähriger 1944 in die Waffen SS eingetreten und in der Ardennenoffensive 44 hat er sein Bein verloren. Er war "nur " Soldat, hatte nichts mit den Angehörigen der schwarzen SS, die die Lager verwalteten, zu tun. Er erzählte mir, dass er als junger Mann ein glühender Anhänger des NS Gedankengutes war. Da siehst du mal, wie Politik Menschen veführen und fehlleiten kann.



Hallo Gert,

Es geht mir nicht darum Helmut Kohl zu verbieten einen Soldatenfriedhof zu betreten. Ja Gert du hast Recht tausende junge Leute haben auf deutsch gesagt ihren Arsch hingehalten für die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, sie hatten ihr Leben noch vor sich.
Ich habe ja geschrieben, mitunter ist es die Geste die einen Friedensnobelpreisträger ausmacht und da sehe ich durchaus Unterschiede zwischen Kohl und Brandt.
Nun Gert, es handelte sich um einen Staatsakt mit allen militärischen Brimbamborium. Wenn es keine Provokation war, dann nenn mir nur einen Grund, warum die Visite auf dem Soldatenfriedhof zwingend notwendig und unabwendbar war. Und glaube nicht Gert, daß der Besuch von Bitburg gleichgültig in der Welt hingenommen wurde weder in Tel Aviv noch in Moskau, selbst in Washington hat das Repräsentantenhaus in überwältigender Mehrheit Ronald Reagan von Bitburg abgeraten. Ich stehe ja mit meiner Meinung nicht isoliert, quasi als "Linker Spinner", warum zum Teufel bin ich den "Ideologen" Claus Leggewie auf dem Leim gegangen?
"Die deutsche Vergangenheit war das wesentliche Hindernis. Sie zu leugnen, war zwecklos und lag auch nicht in der Absicht des Kanzlers. So musste er symbolisch-ikonische Gesten erfinden, die mit der fraglosen Anerkennung dieser Vergangenheit zugleich ihre Entdramatisierung für den aktuellen Politikbetrieb bewirkten und Deutschland nicht mehr in der Demuts- oder Büßerpose (wie Brandts Kniefall in Warschau) verharren ließen, sondern in Versöhnungssymmetrie Gleichrangigkeit bestätigten.“ [Claus Leggewie]

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#65

RE: Helmut Kohl und der Friedensnobelpreis ( die unendliche Geschichte )

in Leben in der DDR 24.07.2013 18:47
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Bugsy im Beitrag #61
[quote=Heckenhaus|p276170][quote=Gert|p276133]
er. Der Kohl hat den Sowjets Abermilliarden in den Rachen geschoben, um den Schritt zu erleichtern, aber ich bin der Meinung, dass kein Land und keine Macht der Erde, die Deutschen daran hätte hindern können, sich zu vereinigen, wenn sie einmal den Entschluss gefasst hätten.

Das mit den Amis, Briten und Franzosen war nur dramatisches, politisches Theater, damit Kohl sich als alleiniger Retter der armen DDR-Bürger produzieren konnte.

MsG


Theater ist ein gutes Stichwort, immerhin sind die beiden Königskinder Romeo und Julia trotz der bösen Besatzungseltern doch noch zusammengekommen, bis jetzt ist aber nur der Ostromeo tot und die Westjulia ist mit tausenden Problemen seit 23 Jahren schwanger und niemand weiß was es mal wird.
Kohl ist nicht der Vater der deutschen Einheit, bestenfalls ein Vetter der sich in den Vordergrund gespielt hat, weil er zufällig die Haustürschlüssel für die neue gemeinsame Heimat besaß.



Bugsy, Jobnomade, Damals87 und Küchenbulle 79 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.07.2013 18:53 | nach oben springen

#66

RE: Helmut Kohl und der Friedensnobelpreis ( die unendliche Geschichte )

in Leben in der DDR 24.07.2013 18:56
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #63
..., sieh Dir bitte noch mal den Schabowski an ...

Wie war das mit dem Pflaumen und Birnen-Vergleich? Na wie auch immer, ich fand da schon etwas Format in seinem politischen Harakiri am 21. Januar 2000. Im Gegensatz zu 'Das-tritt-nach-meiner-Kenntnis-ähm-ist-das-sofort-unverzüglich'-Zettelvorleser wußte der Riese aus Oggersheim schon, das mit diesem Auftritt sich sein Leben schon ä bissel verändert. Zumal die für diesem Tag angesetzte totale Mondfinsternis zumindest in Bonn nach einem Augenzeugenbericht eine Enttäuschung im Morgengrauen war.



Und wenn ich mir einen Auftritt vom Zettelvorleser Anfang November auf dem Alex nochmal angucke ... achja Pflaume-und-Birnen-Vergleich ...
http://www.youtube.com/watch?v=pGy4Rz4D3Uw
Man beachte die Rede-Sequenz ab 5:12 und auch die volkseigene Reaktion dazu zum Beispiel, ich weiß seitdem was ich bei Wendehals mit zehn Buchstaben im Kreutworträtsel eintragen könnte. Nicht das ich falsch verstanden werde, die persönliche Entwicklung Schabos finde ich voll in Ordnung im Gegensatz zu der einiger Betongköppe. ABER sein Rumhausiere damit in der Öffentlichkeit und dann noch der 'Ritterschlag' vom Gauck, also da ging doch irgendwas schief, odär?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


utkieker hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.07.2013 18:58 | nach oben springen

#67

RE: Helmut Kohl und der Friedensnobelpreis ( die unendliche Geschichte )

in Leben in der DDR 24.07.2013 19:03
von Fritze (gelöscht)
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Tja ein Ehrenwort , unter ehrenwerten Mitgliedern dieser Gesellschaft ,da kann man schon mal für eine Preis nominiert werden.


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#68

RE: Helmut Kohl und der Friedensnobelpreis ( die unendliche Geschichte )

in Leben in der DDR 24.07.2013 21:58
von Wolle76 (gelöscht)
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Es zeigt das Kohl noch einen Arsch in der Hose hatte und für ihn die Ehrerklärung von Konrad Adenauer galt " Soldaten wie andere auch". Ein ähnliche Ehrerklärung gab auch der SPD Vorsitzende Kurt Schuhmacher ab.

P.S.: ZU Williy fällt mir immer Alfred Tetzlaff ein " Willy wähln, Willy wähln ! Norwegische Emigrantenkanzler sind die besten !"

Zitat von utkieker im Beitrag #64
Zitat von Gert im Beitrag #37
Zitat @Utkieker
Der Kandidat Helmut Kohl und sein provokanter Auftritt auf dem Bitburger Soldatenfriedhof

Was war daran provokant ? dass es gefallene Soldaten der Waffen SS waren ? Vielleicht ist dir nicht bekannt, dass die meisten Soldaten der Waffen SS genau solche kämpfenden Truppen wie die Wehrmacht war. Es waren auch Menschen, die verführt wurden für eine Scheissidee ( deshalb bin ich gegen alle Scheissideen und Ideologien) und dafür ihr Leben liessen. Warum sollte man diese gefallenen Soldaten nicht ehren ? Ich habe in der Eifel mal einen solchen Soldatenfriedhof aus dem Dezember 44 besucht, es ist einfach grauenvoll was dort für junge Männer verheizt wurden, das ist sehr bedrückend anzusehen.
. Ich kannte einen aus Wiesbaden, der war als 17 jähriger 1944 in die Waffen SS eingetreten und in der Ardennenoffensive 44 hat er sein Bein verloren. Er war "nur " Soldat, hatte nichts mit den Angehörigen der schwarzen SS, die die Lager verwalteten, zu tun. Er erzählte mir, dass er als junger Mann ein glühender Anhänger des NS Gedankengutes war. Da siehst du mal, wie Politik Menschen veführen und fehlleiten kann.



Hallo Gert,

Es geht mir nicht darum Helmut Kohl zu verbieten einen Soldatenfriedhof zu betreten. Ja Gert du hast Recht tausende junge Leute haben auf deutsch gesagt ihren Arsch hingehalten für die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, sie hatten ihr Leben noch vor sich.
Ich habe ja geschrieben, mitunter ist es die Geste die einen Friedensnobelpreisträger ausmacht und da sehe ich durchaus Unterschiede zwischen Kohl und Brandt.
Nun Gert, es handelte sich um einen Staatsakt mit allen militärischen Brimbamborium. Wenn es keine Provokation war, dann nenn mir nur einen Grund, warum die Visite auf dem Soldatenfriedhof zwingend notwendig und unabwendbar war. Und glaube nicht Gert, daß der Besuch von Bitburg gleichgültig in der Welt hingenommen wurde weder in Tel Aviv noch in Moskau, selbst in Washington hat das Repräsentantenhaus in überwältigender Mehrheit Ronald Reagan von Bitburg abgeraten. Ich stehe ja mit meiner Meinung nicht isoliert, quasi als "Linker Spinner", warum zum Teufel bin ich den "Ideologen" Claus Leggewie auf dem Leim gegangen?
"Die deutsche Vergangenheit war das wesentliche Hindernis. Sie zu leugnen, war zwecklos und lag auch nicht in der Absicht des Kanzlers. So musste er symbolisch-ikonische Gesten erfinden, die mit der fraglosen Anerkennung dieser Vergangenheit zugleich ihre Entdramatisierung für den aktuellen Politikbetrieb bewirkten und Deutschland nicht mehr in der Demuts- oder Büßerpose (wie Brandts Kniefall in Warschau) verharren ließen, sondern in Versöhnungssymmetrie Gleichrangigkeit bestätigten.“ [Claus Leggewie]

Gruß Hartmut!


zuletzt bearbeitet 24.07.2013 22:00 | nach oben springen

#69

RE: Helmut Kohl und der Friedensnobelpreis ( die unendliche Geschichte )

in Leben in der DDR 24.07.2013 22:39
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #67
Tja ein Ehrenwort , unter ehrenwerten Mitgliedern dieser Gesellschaft ,da kann man schon mal für eine Preis nominiert werden.

Nominiert worden sind schon viele.. das bedeutet noch nichts..
http://www.nobelprize.org/nomination/pea...how&showid=3323
http://www.nobelprize.org/nomination/pea...how&showid=2609
Theo


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#70

RE: Helmut Kohl und der Friedensnobelpreis ( die unendliche Geschichte )

in Leben in der DDR 25.07.2013 00:40
von Rostocker | 7.725 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #37
Zitat @Utkieker
Der Kandidat Helmut Kohl und sein provokanter Auftritt auf dem Bitburger Soldatenfriedhof

Was war daran provokant ? dass es gefallene Soldaten der Waffen SS waren ? Vielleicht ist dir nicht bekannt, dass die meisten Soldaten der Waffen SS genau solche kämpfenden Truppen wie die Wehrmacht war. Es waren auch Menschen, die verführt wurden für eine Scheissidee ( deshalb bin ich gegen alle Scheissideen und Ideologien) und dafür ihr Leben liessen. Warum sollte man diese gefallenen Soldaten nicht ehren ? Ich habe in der Eifel mal einen solchen Soldatenfriedhof aus dem Dezember 44 besucht, es ist einfach grauenvoll was dort für junge Männer verheizt wurden, das ist sehr bedrückend anzusehen.
. Ich kannte einen aus Wiesbaden, der war als 17 jähriger 1944 in die Waffen SS eingetreten und in der Ardennenoffensive 44 hat er sein Bein verloren. Er war "nur " Soldat, hatte nichts mit den Angehörigen der schwarzen SS, die die Lager verwalteten, zu tun. Er erzählte mir, dass er als junger Mann ein glühender Anhänger des NS Gedankengutes war. Da siehst du mal, wie Politik Menschen veführen und fehlleiten kann.




Mich stellt sich nun die Frage auf.Wer hat nun die Massenerschießungen ,das niederbrennen ganzer Ortschaften und das verschleppen von mill.Menschen in die KZ,s durchgeführt? In den besetzten Ländern-Europas.Wenn ich das so lese hier,könnte man nun denken.Die Angehörigen der schwarzen SS ,können es ja nicht gewesen.Die hatten ja mit der verwaltung der Lager und des Mordens dort zu tun.Die meisten Soldaten der Waffen SS,waren ja nun bei der kämpfenden Truppe der Wehrmacht.Also die können es auch nicht gewesen sein.Aber irgendwelche Einheiten müssen es ja gewesen sein--das grün markierte,


zuletzt bearbeitet 25.07.2013 00:47 | nach oben springen

#71

RE: Helmut Kohl und der Friedensnobelpreis ( die unendliche Geschichte )

in Leben in der DDR 25.07.2013 08:37
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #65
Zitat von Bugsy im Beitrag #61
[quote=Heckenhaus|p276170][quote=Gert|p276133]
er. Der Kohl hat den Sowjets Abermilliarden in den Rachen geschoben, um den Schritt zu erleichtern, aber ich bin der Meinung, dass kein Land und keine Macht der Erde, die Deutschen daran hätte hindern können, sich zu vereinigen, wenn sie einmal den Entschluss gefasst hätten.

Das mit den Amis, Briten und Franzosen war nur dramatisches, politisches Theater, damit Kohl sich als alleiniger Retter der armen DDR-Bürger produzieren konnte.

MsG


Theater ist ein gutes Stichwort, immerhin sind die beiden Königskinder Romeo und Julia trotz der bösen Besatzungseltern doch noch zusammengekommen, bis jetzt ist aber nur der Ostromeo tot und die Westjulia ist mit tausenden Problemen seit 23 Jahren schwanger und niemand weiß was es mal wird.
Kohl ist nicht der Vater der deutschen Einheit, bestenfalls ein Vetter der sich in den Vordergrund gespielt hat, weil er zufällig die Haustürschlüssel für die neue gemeinsame Heimat besaß.


Hallo Hackel,

klasse formuliert - bin richtig neidisch...


Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
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#72

RE: Helmut Kohl und der Friedensnobelpreis ( die unendliche Geschichte )

in Leben in der DDR 25.07.2013 09:28
von Grenzgänger (gelöscht)
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Zitat von Rostocker im Beitrag #70
.....Aber irgendwelche Einheiten müssen es ja gewesen sein.....


..die meisten dieser "grün markierten Dinge" sind den sogenannten "Einsatzgruppen" (versehen mit einem großen Buchstaben) zuzuschreiben...
Reicht als Stichwort für eine maschinelle Suche sicher aus..

Siggi


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#73

RE: Helmut Kohl und der Friedensnobelpreis ( die unendliche Geschichte )

in Leben in der DDR 25.07.2013 11:23
von Rostocker | 7.725 Beiträge

Zitat von Grenzgänger im Beitrag #72
Zitat von Rostocker im Beitrag #70
.....Aber irgendwelche Einheiten müssen es ja gewesen sein.....


..die meisten dieser "grün markierten Dinge" sind den sogenannten "Einsatzgruppen" (versehen mit einem großen Buchstaben) zuzuschreiben...
Reicht als Stichwort für eine maschinelle Suche sicher aus..

Siggi





Ich habe mal eingegeben bei Google--Verbrechen der Waffen SS--sehr interessant,was diese Truppe mit den Slogen--Unsere Ehre heist Treue--so alles auf den Kerbholz hatte. Aber das ist sicher heute alles Propaganda! Oder irre ich mich da? Und es entspricht doch der Wahrheit?
Ja man muß,auch mal Dumm fragen können.


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#74

RE: Helmut Kohl und der Friedensnobelpreis ( die unendliche Geschichte )

in Leben in der DDR 25.07.2013 11:59
von Grenzgänger (gelöscht)
avatar

Zitat von Rostocker im Beitrag #73
[....Aber das ist sicher heute alles Propaganda! Oder irre ich mich da? Und es entspricht doch der Wahrheit?...



...ist zwar jetzt schon ziemlich OT:
Es ist wie immer- nämlich beides.
Es gibt kein Schwarz- Weiss.
Man muss für ein Verstehen versuchen, den Dingen auf den Grund zu gehen.. das kann sehr schmerzhaft sein, und trotzdem nötig.

Siggi
(der sich viel mit der Geschichte seines Großvaters beschäftigt hat, der bei der Feldgendarmerie ("Kettenhunde") der 4. SS- Polizeidivison war..)


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#75

RE: Helmut Kohl und der Friedensnobelpreis ( die unendliche Geschichte )

in Leben in der DDR 25.07.2013 12:10
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #62
Zitat von Gert im Beitrag #60

@Heckenhaus
das ist einfach unfair was du da schreibst, denn so habe ich es nicht formuliert. Wenn du mich für dummverkaufen willst, diskutiere mit anderen darüber.




Das liegt mir fern, und das verbietet die Höflichkeit.
Nur, es gibt eben unterschiedliche Meinungen und Standpunkte, und ich weiß aus Diskussionen in meinem Umfeld, das ich damit nicht allein.
Herr Dr. Kohl, um korrekt zu sein, mag seine Verdienste haben, wie jeder andere Kanzler auch (Schmitt verdanken wir das Raketenspektakel
SS 20 vs. Pershing auf deutschem Boden, Schröder die Agenda 2010 mit Hartz IV und Rentenklau).
So hat auch Kohl sein Verdienst, aber die Einheit wäre ohne die DDR-Bürger nicht möglich gewesen.
Er war einfach zur rechten Zeit im rechten Amt.

Wir sind hier nicht im Hörsaal, aus dem alle mit der gleichen Materie im Kopf herauskriechen, sondern im Meinungsaustausch, und da gibt es eben
gegensätzliche Auffassungen und Erfahrungen.
Wer aus den "neuen" Bundesländern kommt, hat sehr oft besser auf die Worte Kohls gehört und auch vertraut, was am Ende übrigblieb, bildet bis
heute die teilweise bittere Realität. Deshalb sind bei Weitem nicht alle so gut auf den Mann zu sprechen, und von wegen "die Situation falsch ein-
geschätzt", waren nicht alles Experten, die Deutschland zusammengeflickt haben ? Die Treuhand ganz vorn ?
Wenn ich mir Schulden auflade, prüfe ich ganz genau, was auf mich zukommt. Ich unterschreibe doch nicht vorher mit blumigen Worten, und nachher
kommt das böse Erwachen. Nur um mich als den Helden dastehen zu lassen.

.





@Heckenhaus
Kanzler Schmidt verdanken wir das Raketenspektakel ? Nun du kannst es nicht besser wissen, da du damals in der DDR lebtest und diese Information aus der einseitig gesteuerten SED Presse bekamst. Beim Nachrüstungsbeschluss verwechselst du Ursache und Wirkung-
Ursache die Aufrüstung des Warschschauer Paktes mit den SS 20 , die uns unmittelbar bedrohten. Die Nato warnte den Osten, diese Dinger wieder abzubauen, andernfalls gibt es Gegenmittel. Der Osten zeigte sich ungerührt und es wurde nachgerüstet mit Pershing und Cruise missile, Entscheidung von Kanzler >Schmidt. So war das Gleichgewicht wieder hergestellt. Dass Problem für den Osten war aber, dass er sich diese Rüstungsspirale gar nicht leisten konnte, so ist er einige Jahre später ökonomisch daran zugrunde gegangen.

Noch mal eine Frage wegen der "blühenden Landschaften" . Wie naiv muss man sein, dass man 23 Jahre später diese Floskel noch immer nicht als das identifizierte, was es ist: Wahlkampfgetöse, das früher keine Bundesbürger für bare Münze nahm.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#76

RE: Helmut Kohl und der Friedensnobelpreis ( die unendliche Geschichte )

in Leben in der DDR 25.07.2013 12:18
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #73
Zitat von Grenzgänger im Beitrag #72
Zitat von Rostocker im Beitrag #70
.....Aber irgendwelche Einheiten müssen es ja gewesen sein.....


..die meisten dieser "grün markierten Dinge" sind den sogenannten "Einsatzgruppen" (versehen mit einem großen Buchstaben) zuzuschreiben...
Reicht als Stichwort für eine maschinelle Suche sicher aus..

Siggi





Ich habe mal eingegeben bei Google--Verbrechen der Waffen SS--sehr interessant,was diese Truppe mit den Slogen--Unsere Ehre heist Treue--so alles auf den Kerbholz hatte. Aber das ist sicher heute alles Propaganda! Oder irre ich mich da? Und es entspricht doch der Wahrheit?
Ja man muß,auch mal Dumm fragen können.




@Rostocker rot mark.
du beantwortest dir deine Frage selbst. Selbstverständlich gehen auf das Konto der SS viele Verbrechen. Aber jetzt bin vom Thema ab > zurück zu den Wurzeln


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#77

RE: Helmut Kohl und der Friedensnobelpreis ( die unendliche Geschichte )

in Leben in der DDR 25.07.2013 13:54
von furry | 3.580 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #75

Noch mal eine Frage wegen der "blühenden Landschaften" . Wie naiv muss man sein, dass man 23 Jahre später diese Floskel noch immer nicht als das identifizierte, was es ist: Wahlkampfgetöse, das früher keine Bundesbürger für bare Münze nahm.




Mal so nebenbei @Gert, wenn das so ist, dass die Bundesbürger (West) das Wahlkampfgetöse durchschauen, dann bin ich mal auf das Ergebnis der anstehenden Bundestagswahl gespannt.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#78

RE: Helmut Kohl und der Friedensnobelpreis ( die unendliche Geschichte )

in Leben in der DDR 25.07.2013 13:59
von Udo | 1.267 Beiträge

Bundestagswahl: Da ist doch schon längst nichts mehr spannend. Wir behalten unsere Bundesmutti für weitere 4 Jahre. Mit wem sie koaliert, ist ihr doch egal. Es wird sich, außer den Linken, schon jemand finden, der die Macht und die Posten will.


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#79

RE: Helmut Kohl und der Friedensnobelpreis ( die unendliche Geschichte )

in Leben in der DDR 25.07.2013 14:00
von WernerHolt (gelöscht)
avatar

@Rostocker
OT:
kein schwanz hat hier behauptet ,das die waffen ss ,nicht an kriegsverbrechen beteiligt war.es gab beteiligungen der waffen ss im osten,süden oder auch im westen.ob es nun die divsionen ,wie die 1.ss pz-div "lssah" ,die 2.ss pz div "das reich"oder die 12.ss pz div "hitlerjugend" war.bestreitet niemand.genauso dürfte ja auch klar sein das die wehrmacht auch mitgewirkt hat.aber nicht nur!!!!und das ist der punkt.es wurden nicht umsonst einsatzgruppen gebildet, die hinter der front agiert haben und eben grausam gewütet haben.dazu gehörten eben auch ss-polizei div wie von @Grenzgänger genannt.aber auch sogenannte hiwis.
ich finde es persönlich nicht gut ,wenn eben alle über einen kamm geschert werden.der größte teil ,der einfachen soldaten in der waffen ss ,ist eben nicht zum massenmörder geworden.


Gert und Bugsy haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#80

RE: Helmut Kohl und der Friedensnobelpreis ( die unendliche Geschichte )

in Leben in der DDR 25.07.2013 14:42
von Grenzgänger (gelöscht)
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OT, aber wichtig:
Die 4.SS- Pol.Div. war nicht im Hinterland im Sinne der Einsatzgruppen eingesetzt, sie hat im Osten die komplette Belagerung Leningrads mitgemacht und ist Ende 43 nach Griechenland verlegt worden.
(das bin ich meinem Opa schuldig- auch wenn die mir vorliegenden Einsatzberichte seines FG- Trupps auch schon nicht leicht zu verdauen sind..)

Siggi


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