#121

RE: Re: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 16.08.2014 09:30
von Georg | 1.033 Beiträge

@Hackel39
Ausnahmen sind nicht die Regel. Behandelt das Thema einzelne Medien - Produkte ( hier von mir mal Werbung genannt ! ) oder Journalisten ?

Was sagen die Insider selber ?



"So etwas gibt es bis zum heutigen Tage nicht in der Weltgeschichte, auch nicht in Amerika: eine unabhängige Presse. Sie wissen das, und ich weiß das. Es gibt hier nicht einen unter Ihnen, der es wagt, seine ehrliche Meinung zu schreiben. Und wenn er es täte, wüsste er vorher bereits, dass sie niemals im Druck erschiene. Ich werde wöchentlich dafür bezahlt, dass ich meine ehrliche Meinung aus dem Blatt, mit dem ich verbunden bin, heraushalte. Andere von Ihnen erhalten ähnliche Bezahlung für ähnliche Dinge, und wenn Sie so verrückt wären, Ihre ehrliche Meinung zu schreiben, würden Sie umgehend auf der Straße landen, um sich einen neuen Job zu suchen. Wenn ich mir erlaubte, meine ehrliche Meinung in einer der Papierausgaben erscheinen zu lassen, dann würde ich binnen 24 Stunden meine Beschäftigung verlieren. Das Geschäft der Journalisten ist, die Wahrheit zu zerstören, schlankweg zu lügen, die Wahrheit zu pervertieren, sie zu morden, zu Füßen des Mammons zu legen und sein Land und die menschliche Rasse zu verkaufen zum Zweck des täglichen Broterwerbs. Sie wissen das, und ich weiß das, also was soll das verrückte Lobreden auf eine freie Presse? Wir sind Werkzeuge und Vasallen von reichen Männern hinter der Szene. Wir sind Marionetten. Sie ziehen die Strippen, und wir tanzen an den Strippen. Unsere Talente, unsere Möglichkeiten und unsere Leben stehen allesamt im Eigentum anderer Männer. Wir sind intellektuelle Prostituierte." [5]

John Swinton ist der Autor - nachzulesen bei Wikipedia.

Und noch einer:
[Video]http://www.https://www.youtube.com/watch?v=yyNStpmDZjE[/Video]


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#122

RE: Re: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 16.08.2014 09:51
von Moskwitschka (gelöscht)
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Letztens schrieb ein ukrainischer Journalist:

"Ich wünsche mir, dass ukrainische und russische Journalisten frei und unabhängig brichten können. Die wirklich guten verlassen ihr Land, weil sie es in ihrer Heimat nicht können."

Daraufhin fragte ich ihn:

"Und wohin gehen sie?"

Von dem folgenden Schweigen haben wir uns beide noch nicht erholt.

LG von der Moskwitschka


zuletzt bearbeitet 16.08.2014 09:52 | nach oben springen

#123

RE: Re: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 16.08.2014 10:10
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Georg im Beitrag #121
@Hackel39
Ausnahmen sind nicht die Regel. Behandelt das Thema einzelne Medien - Produkte ( hier von mir mal Werbung genannt ! ) oder Journalisten ?

Was sagen die Insider selber ?



"So etwas gibt es bis zum heutigen Tage nicht in der Weltgeschichte, auch nicht in Amerika: eine unabhängige Presse. Sie wissen das, und ich weiß das. Es gibt hier nicht einen unter Ihnen, der es wagt, seine ehrliche Meinung zu schreiben. Und wenn er es täte, wüsste er vorher bereits, dass sie niemals im Druck erschiene. Ich werde wöchentlich dafür bezahlt, dass ich meine ehrliche Meinung aus dem Blatt, mit dem ich verbunden bin, heraushalte. Andere von Ihnen erhalten ähnliche Bezahlung für ähnliche Dinge, und wenn Sie so verrückt wären, Ihre ehrliche Meinung zu schreiben, würden Sie umgehend auf der Straße landen, um sich einen neuen Job zu suchen. Wenn ich mir erlaubte, meine ehrliche Meinung in einer der Papierausgaben erscheinen zu lassen, dann würde ich binnen 24 Stunden meine Beschäftigung verlieren. Das Geschäft der Journalisten ist, die Wahrheit zu zerstören, schlankweg zu lügen, die Wahrheit zu pervertieren, sie zu morden, zu Füßen des Mammons zu legen und sein Land und die menschliche Rasse zu verkaufen zum Zweck des täglichen Broterwerbs. Sie wissen das, und ich weiß das, also was soll das verrückte Lobreden auf eine freie Presse? Wir sind Werkzeuge und Vasallen von reichen Männern hinter der Szene. Wir sind Marionetten. Sie ziehen die Strippen, und wir tanzen an den Strippen. Unsere Talente, unsere Möglichkeiten und unsere Leben stehen allesamt im Eigentum anderer Männer. Wir sind intellektuelle Prostituierte." [5]

John Swinton ist der Autor - nachzulesen bei Wikipedia.

Und noch einer:
[Video]http://www.https://www.youtube.com/watch?v=yyNStpmDZjE[/Video]



Es ist aber die hohe Kunst der Berichterstattung, daß man zur Meinungsbildung anregt, Pro und Kontra herausarbeitet, sprich die Argumente der jeweiligen Lager sachlich benennt und den Hintergrund möglichst leicht verständlich erklärt um es dann dem Leser zu überlassen, wie hoch er Pro und Kontra jeweils wichten möchte.
Das klingt sehr einfach, für mich wäre das aber die Ideallinie des Journalismus.
Aussteiger aus diesem Zirkus müssen schon benennen, was sie überhaupt dazu berechtigt, ihre eigene Meinung in den Vordergrund zu stellen, hier beginnt es schon damit, ob der Redakteur z.B. gezwungen wurde, die Meinung des Lagers "Kontra" komplett zu verscheigen...dann wäre er 100%ig im Recht mit seinem Ausstiegspamphlet.
Ist er aber der Überzeugung, daß "Kontra" recht hat und er diesem Lager 20 Zeilen zugesteht während er dem Lager "Pro" nur drei Zeilen widmet, geht es nun mal in Ordnung, wenn man ihm den Stuhl vor die Tür setzt.
Das ist im Einzelfall zu klären und wenn "aufsässige" Zeitungsautoren tatsächlich zu Unrecht vom Hof gejagt wurden, so würde ich persönlich seine Publikationen mit erhöhtem Interesse verfolgen und dessen sollten sich Verlagsdirektoren bewußt sein, daß sie abtrünnigen und gleichzeitig kompetenten Angestellten mit dem Rausschmiß eine neue Bühne verschaffen, möglicherweise sogar bei der Konkurrenz.
Problematischer ist es naturgemäß in diktatorisch regierten Staaten mit Meinungsmonopol, in denen es schlichtweg keine Infrastruktur für die Vermittlung und Kommunikation von sachbezogenen Abläufen gibt und möglicherweise auch kein Zugang zu den Massenmedien oder gar Bildung vorhanden ist.
Hier ist ein anderer Ansatz zu verfolgen, im Thread geht es aber momentan um unsere Medien.



zuletzt bearbeitet 16.08.2014 10:34 | nach oben springen

#124

RE: Re: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 16.08.2014 10:44
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Hackel39 im Beitrag #123
Hier ist ein anderer Ansatz zu verfolgen, im Thread geht es aber momentan um unsere Medien.


Über "unsere" kann man sich trefflich streiten. Da hat ja @seaman schon leise versucht anzuregen, darüber nachzudenken.

Ich schiebe daher die nächste Frage hinterher - Haben die Medien überhaupt noch regionale Grenzen? Von anderen ganz zu schweigen.

LG von der Moskwitschka


seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#125

RE: Re: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 16.08.2014 11:06
von turtle | 6.961 Beiträge

Medien sind so gut oder so verlogen wie die Politik oder Politiker in ihrem Land. Im heutigem vernetztem Zeitalter gibt es allerdings viele Möglichkeiten Weltweit Informationen zu bekommen. Nachrichtensendungen aus Österreich und der Schweiz finde ich bereits objektiver wie von ARD und ZDF.


seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#126

RE: Re: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 16.08.2014 12:48
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von turtle im Beitrag #125
Medien sind so gut oder so verlogen wie die Politik oder Politiker in ihrem Land. Im heutigem vernetztem Zeitalter gibt es allerdings viele Möglichkeiten Weltweit Informationen zu bekommen. Nachrichtensendungen aus Österreich und der Schweiz finde ich bereits objektiver wie von ARD und ZDF.



... genauso so wie die, die sie nutzen, bzw. wählen, möchte man hinzufügen :-)
.


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#127

RE: Re: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 16.08.2014 12:50
von Barbara (gelöscht)
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Verehrter seman, auch ich bin ein Opfer von "Zwangs"-GEZ, beziehungsweise ich habe mich irgendwann freiwillig dafür entschieden, denn es gab auch andere Zeiten :-) Deine Schlussfolgerung daraus möchte ich auf mich nicht so ganz anwenden lassen:-)


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#128

RE: Re: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 16.08.2014 12:54
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von steffen52 im Beitrag #102
Zitat von seaman im Beitrag #100
Da müssen Leute in Deutschland mit Zwangs-GEZ ihre eigene Verblödung bezahlen und sprechen dann sofort folgerichtig über unsere Medien.....

seaman

Welche Zeitung oder Presseartikel die nicht verblödet sind, liest Du, Deiner Meinung nach? Den von wo her musst Du ja auch Dein Wissen( Meinung) haben! Oder bist Du an jedem Brennpunkt in der Welt selbst dabei? Glaube kaum!
Grüsse steffen52


Mal kurz:

Nein,
an jedem Brennpunkt der Welt bin ich nicht mehr selbst dabei.Habe aber noch zahlreiche persönliche Kontakte/Verbindungen zu bestimmten Krisenherden und auch anderen Orten der Welt.
Aus meinen eigenen praktischen Erfahrungen und Hintergründen heraus habe ich gelernt jede Meldung bzw.Information zu hinterfragen und mit eigenen Erkenntnissen abzugleichen.
Das gilt besonders bei der Berichterstattung zur Vorbereitung bzw. der Durchführung kriegerischer Auseinandersetzungen.Nie wird mehr gelogen,als zu Zeiten von Kriegen.Die heutige Vernetzung macht es einfacher als früher sich andere Meinungen einzuholen und zu vergleichen.Früher war ich häufig von Informationen abgeschnitten.
Sehr aufmerksam verfolge ich Bildberichte im TV und achte auf Details.So wie gestern der vollbeleuchtete russische Konvoi,der sich vorgeblich durch eine Lücke im Grenzzaun zwängte....
Wenn es z.b.Berichte aus Benghazi(Libyen) gibt die eindeutig in Tripolis(Lib.) aufgenommen worden sind.Ich schaue mir die Waffen der sog"Aufständischen" in verschiedenen Regionen der Welt an,ihr Schuhwerk(Kampfstiefel) und mitunter ihre Tätowierungen der frz. Fremdenlegion.
Wenige Stunden nach irgendwelchen sog. spontanen Aufständen sind sofort massenhaft neue Flaggen und Symbole im Umlauf.
Alles unvorbereitet?
Von manchen Staaten und ihren Organisationen erkennt man sehr oft deutlich die Handschrift.Weshalb liegen eigentlich die Ergebnisse vom Abschuss von Malaysia-Airlines über der Ostukraine noch nicht vor?AWACS,Satelliten und Flugschreiber, alle versagt?Eine Stunde nach dem Abschuss wussten die Medien schon mehr.
Personen,deren Biografien mir bekannt sind und entstellt in der deutschen Medienlandschaft,bis hin zur Verunglimpfung,verbreitet werden.
Und Presse?
Journalisten schreiben für ihren Auftraggeber.Überwiegend Tintenknechte,Bezahlschreiber die bei nicht gewünschter Information ihren Job verlieren.
Journalistische Recherche?Meist Fehlanzeige.
Ähnlich verhält es sich mit den Mietmäulern von Funk und Fernsehen.
Vorbehaltlos und unkontrolliert wird verbreitet was die Ticker hergeben.

Mein langjähriges Abo beim "Spiegel" habe ich bereits 1983 gekündigt.Es war mein letztes Abo einer Zeitschrift.
Es war schon schockierend, an der Reling stehend in dieser Zeitschrift zu lesen,dass Deutschland 100% keine Waffen in die Krisenregion X liefert.
Die Hafenarbeiter waren "oliv" und militärische Ausrüstung jeglicher Art ging über die Kante.

Das sind nicht meine/unsere Medien.Verarsche.Das meinte ich.
So ist ganz einfach meine persönliche Denkweise und ich habe auch nicht die Absicht andere zu irgendwelchem Nachdenken anzuregen.
Fragen werde ich zu diesem Beitrag ausnahmsweise nicht beantworten.

seaman

Ja Barbara,es gab mal andere Zeiten.
Seriöse Beiträge im TV und gut recherchierte Beiträge in Tageszeitungen und Wochenzeitschriften.
Das war zu einer Zeit,als die Tageszeitungen sich noch unterschieden.


turtle und Ostlandritter haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 16.08.2014 13:00 | nach oben springen

#129

RE: Re: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 16.08.2014 13:24
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von seaman im Beitrag #128
[quote=steffen52|p378829][quote=seaman|p378825]



Ja Barbara,es gab mal andere Zeiten.
Seriöse Beiträge im TV und gut recherchierte Beiträge in Tageszeitungen und Wochenzeitschriften.
Das war zu einer Zeit,als die Tageszeitungen sich noch unterschieden.






Liegt es vielleicht einfach daran, dass es zuviel ist? Dass auch "Information", wie zuviel essen, Übelkeit verursacht? Hat es nicht mit unserem eigenen Verhalten zu tun, dass wir uns ununterbrochen Redundanzen in Bits und Bytes reinziehen? Sind nicht wir selbst es, die wir unsere Freiheit aufgeben, nämlich die, eine eigene Distanz zu Geschehnissen einzuhalten um damit besser eine Haltung (nicht eine Meinung!) dazu entwickeln zu können? Ist jetzt sehr grundsätzlich. Aber ich meine, nicht die Medien sind verlogen und unglaubwürdig, die machen nur einen mehr oder weniger qualitativen Job.
Wir selbst sind es (< hier setzt eine richtige Diskussion um Werte- und Qualitätsverfall durch Konsum ein), die wir gierig fressen was wir reinschaufeln können und es liegt an uns das nicht zu tun.
Der "schwarze Peter" liegt nicht auf der Seite der Medien!
.
.


Georg hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#130

RE: Re: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 16.08.2014 13:36
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #124
Zitat von Hackel39 im Beitrag #123
Hier ist ein anderer Ansatz zu verfolgen, im Thread geht es aber momentan um unsere Medien.


Über "unsere" kann man sich trefflich streiten. Da hat ja @seaman schon leise versucht anzuregen, darüber nachzudenken.

Ich schiebe daher die nächste Frage hinterher - Haben die Medien überhaupt noch regionale Grenzen? Von anderen ganz zu schweigen.

LG von der Moskwitschka



Da bleibe ich bei meiner "Futterturm"- Metapher (#120), oft gibt es nur eine oder ganz wenige Quellen für die Vorgänge über die wir hier diskutieren und ich meinte mit unseren Medien durchaus auch internationale Publikationen, die irgendwann auf unseren Bildschirm- oder Zeitungsseiten landen.
Und mit Pro und Kontra ist der Zugang unserer Berichterstatter zu den jeweiligen Lagern gemeint und zwar der Zugang zur Quelle und nicht zum Erstberichterstatter der BBC.
Hinter dieser Quelle nämlich folgen die Zuflüsse, die können reines oder trübes Wasser führen und selbst das reine (linientreue Regionalkorrespondenten) kann vergiftet sein.
Irgendwann ergibt sich ein mächtiger Strom in dem das Quellwasser nicht mehr nachweisbar ist, will heißen, daß nur der freie Zugang der Journalistenschar zu den Brennpunkten des Geschehens eine glaubhafte Berichterstattung ermöglicht, aber auch nur dann, wenn diese Medienvertreter bereits im Vorfeld aller möglichen Ereignisse zeitnahe Orts- und Sachkenntnisse nachgewiesen haben.
Diese Reporter erhalten damit auch einen gewissen Marktwert und sollten bei einer geeigneten ethischen Disposition (im Idealfall keine Parteimitgliedschaften, keine Religion, Mandate u.a. Posten außerhalb des Arbeitsverhältnisses) auch objektiv berichten können.
Die Hürde liegt also ziemlich hoch, sie ist aber zu schaffen, unsere Medienlandschaft verschafft uns im Prinzip auch Zugang zu all diesen Daten.
Allerdings gerate ich persönlich schnell an meine Grenzen, wenn ich hier konkrete Personen aufzählen sollte, Peter Scholl- Latour oder Antonia Rados könnten diese Eckdaten erfüllen, zumindest sind mir keine Parteimitgliedschaften bekannt.
Hieraus wird auch sichtbar, daß auch die Leserschaft, sofern sie als wirklich als kompetent gelten will sich auch zu diverse Recherchen befleißigen muß, sonst wird sie von diesem Informationsstrom mitgerissen.



zuletzt bearbeitet 16.08.2014 17:40 | nach oben springen

#131

RE: Re: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 16.08.2014 13:52
von Barbara (gelöscht)
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Hackel, auch ein Mitglied einer Partei kann guten Journalismus machen. Es kommt nur darauf an, dass er diesen Kontext transparent macht.
.


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#132

RE: Re: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 16.08.2014 14:07
von Georg | 1.033 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #129
Zitat von seaman im Beitrag #128
[quote=steffen52|p378829][quote=seaman|p378825]



Ja Barbara,es gab mal andere Zeiten.
Seriöse Beiträge im TV und gut recherchierte Beiträge in Tageszeitungen und Wochenzeitschriften.
Das war zu einer Zeit,als die Tageszeitungen sich noch unterschieden.






Liegt es vielleicht einfach daran, dass es zuviel ist? Dass auch "Information", wie zuviel essen, Übelkeit verursacht? Hat es nicht mit unserem eigenen Verhalten zu tun, dass wir uns ununterbrochen Redundanzen in Bits und Bytes reinziehen? Sind nicht wir selbst es, die wir unsere Freiheit aufgeben, nämlich die, eine eigene Distanz zu Geschehnissen einzuhalten um damit besser eine Haltung (nicht eine Meinung!) dazu entwickeln zu können? Ist jetzt sehr grundsätzlich. Aber ich meine, nicht die Medien sind verlogen und unglaubwürdig, die machen nur einen mehr oder weniger qualitativen Job.
Wir selbst sind es (< hier setzt eine richtige Diskussion um Werte- und Qualitätsverfall durch Konsum ein), die wir gierig fressen was wir reinschaufeln können und es liegt an uns das nicht zu tun.
Der "schwarze Peter" liegt nicht auf der Seite der Medien!
.
.

Einspruch !
Ich esse, was mir schmeckt ! Das kann nie zuviel sein. Ich achte darauf, dass es gesund ist. Nicht umsonst kaufe ich beim Schlachter meines
Vertrauens.
Der " Schwarze Peter " wird wie immer gern an den Verbraucher weitergereicht. Nach dem Motto, wer ein Schnitzel für 0,50 Cent essen will, der
kann keine fröhlichen und glücklichen Schweine erwarten.
Was, aber ist die Ehre eines Lebensmittelproduzenten ? Pflanze und Tier !
Jeder Konsument hat Erfahrung, hat Bildung und eine Weltanschauung. Mehr oder weniger gefestigt. Damit vergleicht er Informationen, sucht
weitere Antworten, auch Bestätigung. Die Folge, wenn er nicht mehr beim Schlachter seiner Vertrauens kauft, ist Gammelfleisch...


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#133

RE: Re: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 16.08.2014 14:16
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #128
[quote=steffen52|p378829][quote=seaman|p378825]

.....

Mal kurz:

Nein,
an jedem Brennpunkt der Welt bin ich nicht mehr selbst dabei.Habe aber noch zahlreiche persönliche Kontakte/Verbindungen zu bestimmten Krisenherden und auch anderen Orten der Welt.
.Aus meinen eigenen praktischen Erfahrungen und Hintergründen heraus habe ich gelernt jede Meldung bzw.Information zu hinterfragen und mit eigenen Erkenntnissen abzugleichen.
Das gilt besonders bei der Berichterstattung zur Vorbereitung bzw. der Durchführung kriegerischer Auseinandersetzungen.Nie wird mehr gelogen,als zu Zeiten von Kriegen.Die heutige Vernetzung macht es einfacher als früher sich andere Meinungen einzuholen und zu vergleichen.Früher war ich häufig von Informationen abgeschnitten.
Sehr aufmerksam verfolge ich Bildberichte im TV und achte auf Details.So wie gestern der vollbeleuchtete russische Konvoi,der sich vorgeblich durch eine Lücke im Grenzzaun zwängte....
Wenn es z.b.Berichte aus Benghazi(Libyen) gibt die eindeutig in Tripolis(Lib.) aufgenommen worden sind.Ich schaue mir die Waffen der sog"Aufständischen" in verschiedenen Regionen der Welt an,ihr Schuhwerk(Kampfstiefel) und mitunter ihre Tätowierungen der frz. Fremdenlegion.
Wenige Stunden nach irgendwelchen sog. spontanen Aufständen sind sofort massenhaft neue Flaggen und Symbole im Umlauf.
Alles unvorbereitet?
Von manchen Staaten und ihren Organisationen erkennt man sehr oft deutlich die Handschrift.Weshalb liegen eigentlich die Ergebnisse vom Abschuss von Malaysia-Airlines über der Ostukraine noch nicht vor?AWACS,Satelliten und Flugschreiber, alle versagt?Eine Stunde nach dem Abschuss wussten die Medien schon mehr.
Personen,deren Biografien mir bekannt sind und entstellt in der deutschen Medienlandschaft,bis hin zur Verunglimpfung,verbreitet werden.







Wenn man das kann, ist das schon mal ein Riesenvorteil, dazu mal ein Beispiel aus einer WDR- Reportage zum Thema "Privatbahnen- Fahren bis zum Umfallen", eine üble tendenzielle Berichterstattung eines vermeintlich seriösen öffentlich rechtlichen Senders.
Hier schien man auch einen Auftrag gehabt zu haben, die Personen, die sich dort geäußert haben sind mir bekannt und haben den Ruf ständig die Arbeitgeber zu wechseln, Verstöße gegen alles mitzumachen, solange sie ihren Willen kriegen um dann, wenn man sich überworfen hat zum Fernsehen zu rennen und dort quotenträchtig den eigenen Arbeitgeber in die Pfanne zu hauen.
Die Person, die sich dort hinter einer Schattenwand verschanzt hatte, behauptete z.B. über 18 Stunden gearbeitet zu haben woraufhin ich den Wochen später befragte, ob das wirklich so war, sagte er "Natürlich, es steht doch auf der Abrechnung".
Fakt ist aber, daß der Arbeitgeber niemanden gefunden hätte, der diesen verspäteten Zug sonst abgefahren hätte und diese Person gegen Bezahlung 7-8 Stunden im Hotel warten möge, bis der Zug am Grenzbahnhof angekommen ist.
Die Vertragsstrafe wäre mehrfach höher ausgefallen, hätte man diesen Kompromiß nicht geschlossen, fakt ist aber, daß seine Lenkzeit am Ende zulässig war und wenn man bedenkt, daß solches Gesindel tatsächlich Einfluß auf öffentliche Medien erlangt, so kann man sich schon vorstellen, was im Großen abläuft.
Aber die Möglichkeit, an Hand von Feinheiten der Filmaufnahmen Rückschlüsse zu ziehen, verschafft einem schon einen gewissen Vorsprung auf dem Weg zur Wahrheit.
Eine solche Feinheit war in bei einer ähnlichen Berichterstattung zum o.g. Thema kürzlich auszumachen.
Da äußerte sich ein DB- Kollege, der mit 3/4- Hosen und Stoffschuhen (no go beim Arbeitsschutz im Gleisbereich) bekleidet und auf eine 298er DB- Lok steigend über konkrete Vorgänge auf dem Privatbahnsektor mit der Ansage, daß er das persönlich erlebt hatte.
Zwar bedient sich auch die DB inzwischen privater Zeitarbeitspersonale aber eben nicht auf dem Sektor von Rangierlokführern im Bahnhof Ruhland.
Oft sind hier Gewerkschaftsaktivisten unterwegs, die um ihre Arbeitsplätze und Aufträge bangen und Konkurrenten irgendwelche stories andichten.
Angesichts der extremen Arbeitskräftesituation in diesem Berufszweig der privaten Eisenbahngesellschaften ist es schon von der Sache her abwegig, daß Lokpersonale zu derartigen Verstößen genötigt werden könnten, es stimmt einfach nicht.



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#134

RE: Re: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 16.08.2014 14:33
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #131
Hackel, auch ein Mitglied einer Partei kann guten Journalismus machen. Es kommt nur darauf an, dass er diesen Kontext transparent macht.
.


Na gut Barbara, auch ein Schiedsrichter mit Bayern- Bettwäsche kann gut ein Drittligaspiel pfeifen, es tangiert ja nicht seine Interessen, da die ja Erste Bundesliga sind, ich bin da trotzdem etwas totalitär drauf und glaube, daß sich auch Journalisten instinktiv verhalten könnten wenn es um etwas geht, ohne es zu merken.
Genauso wie ich hoch bezahlte Nebenjobs von Spitzenabgeordneten der Parlamente anrüchig finde, so hätte ich auch zu Reportern mit Parteibuch instinktiv weniger Vertrauen.
Ich erwarte grundsätzlich keine persönlichen Wertungen von Journalisten, das steht denen nicht zu, wenn sie den Anspruch haben, neutral zu sein und als Parteimitglied ist man nun mal parteilich, selbst dann wenn man sich in Grundsatzfragen von der Partei distanziert.
Hinzu kommen Störgrößen wie Sponsoring, Spenden, Nutzen parteieigener Infrastruktur, z.B. auch das Vorrecht auf das Interview des Parteikollegen, Zugang zur Sperrzone (als registriertes Parteimitglied) u.v.a.
Ab einer bestimmten Liga, sagen wir mal deutschlandweit erscheinender Presseerzeugnisse und Sendungen würde ich eine Parteimitgliedschaft von Reportern als Negativkriterium seiner allgemeinen Tätigkeit bewerten.



Heckenhaus hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#135

RE: Re: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 16.08.2014 17:20
von Georg | 1.033 Beiträge

Meine Erfahrung: Alle Parteien sind besser als ihre Führer !

Zurück zum Thema.
In Deutschlan gibt es den Pressekodex:
http://www.presserat.de/pressekodex/pressekodex/
den ich, wie bestimmt jeder aufgeklärter Bürger, unterschreibt. Wenn kritischer ( welcher denn sonst ? ) Journalismus behindert wird, kann man es in Deutschland, im Forum nicht so recht glauben. Nur zwei Beispiele noch, die die zunehmende Demokratie im Pressewesen von Deutschland - hab ja dazu den Peter Scholl-Latour zitiert - zeigen:
Die " Rote Linie " sehr schön nachzulesen in
http://www.trueten.de/archives/8578-Wenn...rschreitet.html
" JournalistInnen, die in öffentlichen und privaten Medien arbeiten, wissen, wo sie Halt machen müssen. In aller Regel braucht es dafür keine Maßregelungen, keine Repressalien mehr. Und die allermeisten JournalistInnen wissen, was es bedeuten würde, wenn sie diese rote Linie übertreten würde. Wer heute noch die offizielle Version zum Mordanschlag auf Polizisten in Heilbronn 2007 bezweifelt, wer Fakten dafür der Öffentlichkeit präsentiert, wer Zweifel daran hat, dass ein Zeuge auf dem Weg, Aussagen zu machen, sich vor Liebeskummer umbringt, der betreibt keinen kritischen Journalismus mehr, sondern gefährdet das Staatswohl – und seinen Job."
und
Journalisten müssen für Haus- und Hofberichterstattung ihre Akkreditierung erstreiten.
http://www.focus.de/politik/deutschland/..._aid_62238.html
selbst, wenn alles ok ist, muss noch Beschwerde geführt werden, dass man vor Ort kann. Nach erteilter Akkredietierung:
" Nach dju-Angaben gibt es zunehmend Beschwerden von Journalisten, die trotz gültigen Presseausweises und Akkreditierung daran gehindert werden, die Zwei-Kilometer-Zone außerhalb des Sicherheitszaunes in Heiligendamm zu betreten. Für diese öffentliche Zone sei keine Akkreditierung erforderlich. Diese Praxis sei nicht durchgängig, sondern offensichtlich vom Informationsstand der Einsatzkräfte vor Ort abhängig. Dagegen habe die dju bei der zuständigen Pressestelle der Polizei Beschwerde eingelegt."

Unabhängig und glaubwürdig ist irgendwie anders.


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#136

RE: Re: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 16.08.2014 17:34
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #128
[quote=steffen52|p378829][quote=seaman|p378825
Aus meinen eigenen praktischen Erfahrungen und Hintergründen heraus habe ich gelernt jede Meldung bzw.Information zu hinterfragen und mit eigenen Erkenntnissen abzugleichen.





@seaman

Dafür bekommt der Kanditat 100 Punkte....


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#137

RE: Re: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 16.08.2014 18:19
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Georg im Beitrag #132
Zitat von Barbara im Beitrag #129
Zitat von seaman im Beitrag #128
[quote=steffen52|p378829][quote=seaman|p378825]



Ja Barbara,es gab mal andere Zeiten.
Seriöse Beiträge im TV und gut recherchierte Beiträge in Tageszeitungen und Wochenzeitschriften.
Das war zu einer Zeit,als die Tageszeitungen sich noch unterschieden.






Liegt es vielleicht einfach daran, dass es zuviel ist? Dass auch "Information", wie zuviel essen, Übelkeit verursacht? Hat es nicht mit unserem eigenen Verhalten zu tun, dass wir uns ununterbrochen Redundanzen in Bits und Bytes reinziehen? Sind nicht wir selbst es, die wir unsere Freiheit aufgeben, nämlich die, eine eigene Distanz zu Geschehnissen einzuhalten um damit besser eine Haltung (nicht eine Meinung!) dazu entwickeln zu können? Ist jetzt sehr grundsätzlich. Aber ich meine, nicht die Medien sind verlogen und unglaubwürdig, die machen nur einen mehr oder weniger qualitativen Job.
Wir selbst sind es (< hier setzt eine richtige Diskussion um Werte- und Qualitätsverfall durch Konsum ein), die wir gierig fressen was wir reinschaufeln können und es liegt an uns das nicht zu tun.
Der "schwarze Peter" liegt nicht auf der Seite der Medien!
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Einspruch !
Ich esse, was mir schmeckt ! Das kann nie zuviel sein. Ich achte darauf, dass es gesund ist. Nicht umsonst kaufe ich beim Schlachter meines
Vertrauens.
Der " Schwarze Peter " wird wie immer gern an den Verbraucher weitergereicht. Nach dem Motto, wer ein Schnitzel für 0,50 Cent essen will, der
kann keine fröhlichen und glücklichen Schweine erwarten.
Was, aber ist die Ehre eines Lebensmittelproduzenten ? Pflanze und Tier !
Jeder Konsument hat Erfahrung, hat Bildung und eine Weltanschauung. Mehr oder weniger gefestigt. Damit vergleicht er Informationen, sucht
weitere Antworten, auch Bestätigung. Die Folge, wenn er nicht mehr beim Schlachter seiner Vertrauens kauft, ist Gammelfleisch...




Eine echter Einspruch zu meinem Beitrag ist das aber nicht :-)
Bin völlig d'accord mit dem was du schreibst.

Mein Credo: Veränderung fängt immer bei einem selbst an, das gilt für den Verzehr bzw. Kauf von Schweinefleisch genau so, wie für den "Medialen Konsum".
Ich meine, ich bin nur (zunächst mal vor mir selbst!) wirklich glaubwürdig, wenn ich das, was ich beanstande selbst nicht tue. Das ist eine ganz feine praktische Übung, sich selbst darauf hin zu überprüfen :-)

Und selbstverständlich sind die Erzeuger von beidem nicht aus der Verantwortung zu entlassen, so sind meine Beiträge nicht zu verstehen. Sie stehen ja nicht außerhalb der Gesellschaft, sondern sind ein Teil davon und müssen sich jedwede berechtigte Kritik gefallen lassen.
Das ist ein ein unbestreitbarer Vorzug unserer Gesellschaft, dass wir das nach Herzenslust tun können und, siehe z.B. diesen Thread, auch tun.


zuletzt bearbeitet 16.08.2014 19:00 | nach oben springen

#138

RE: Re: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 16.08.2014 18:44
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Hackel39 im Beitrag #134
Zitat von Barbara im Beitrag #131
Hackel, auch ein Mitglied einer Partei kann guten Journalismus machen. Es kommt nur darauf an, dass er diesen Kontext transparent macht.
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Na gut Barbara, auch ein Schiedsrichter mit Bayern- Bettwäsche kann gut ein Drittligaspiel pfeifen, es tangiert ja nicht seine Interessen, da die ja Erste Bundesliga sind, ich bin da trotzdem etwas totalitär drauf und glaube, daß sich auch Journalisten instinktiv verhalten könnten wenn es um etwas geht, ohne es zu merken.
Genauso wie ich hoch bezahlte Nebenjobs von Spitzenabgeordneten der Parlamente anrüchig finde, so hätte ich auch zu Reportern mit Parteibuch instinktiv weniger Vertrauen.
Ich erwarte grundsätzlich keine persönlichen Wertungen von Journalisten, das steht denen nicht zu, wenn sie den Anspruch haben, neutral zu sein und als Parteimitglied ist man nun mal parteilich, selbst dann wenn man sich in Grundsatzfragen von der Partei distanziert.
Hinzu kommen Störgrößen wie Sponsoring, Spenden, Nutzen parteieigener Infrastruktur, z.B. auch das Vorrecht auf das Interview des Parteikollegen, Zugang zur Sperrzone (als registriertes Parteimitglied) u.v.a.
Ab einer bestimmten Liga, sagen wir mal deutschlandweit erscheinender Presseerzeugnisse und Sendungen würde ich eine Parteimitgliedschaft von Reportern als Negativkriterium seiner allgemeinen Tätigkeit bewerten.



Hackel, ich mag einfach immer wieder deine treffenden und "farbigen" Beispiele und auch die "Totalität" deiner Argumentation finde ich klasse :-)



In einem (nicht in allem) sind wir vielleicht grundsätzlich unterschiedlicher Meinung:

"Ich erwarte grundsätzlich keine persönlichen Wertungen von Journalisten"

Wenn du mit "Wertung" - "Einschätzung oder Einordnung" meinst, dann finde ich das, neben allem Faktischen, gerade interessant.
Ein versierter und seriöser Journalist, dessen grundsätzliche Haltung ich kenne, zeigt Perspektiven auf, liefert Hintergrundwissen und ordnet es ein.
Es kann ja nicht jeder, zu allen Schauplätzen dieser Welt reisen, um sich ein "objektives" Bild von Umständen zu machen, wobei ich Objektivität sowieso grundsätzlich in Zweifel ziehe. Wie soll Objektivität von "Subjekten" hergestellt werden, die immer und zu jederzeit im eigenen persönlich begründeten Kontext stehen.



Ich habe folgendes Statement des jungen Journalisten Martin Hoffmann dazu gefunden:

[...]"Der Haken an der Sache: Ich muss wissen, wie die Interessenlage desjenigen aussieht, der über ein Thema berichtet. Nur dann kann ich seine Ausführungen einordnen. Glaubwürdigkeit definiert sich also nicht länger nur über (Schein-)Objektivität, sondern vor allem über Transparenz. Ich muss meinem Leser (Hörer, Zuschauer…) klar machen, wo bei der Berichterstattungen meine ureigenen Interessen liegen. Stehen diese auf irgendeine Art und Weise im Konflikt mit der Berichterstattung? Halb so wild – ich muss es nur für den Leser (Hörer, Zuschauer) deutlich machen. Denn der ist dann schon schlau genug, sich ein eigenes Bild zu verschaffen. Und kann im Notfall immer noch umblättern (weiterklicken, wegzappen, ausschalten)."

Ich halte Friedrichs Objektivitäts-Dogma also schlicht und ergreifend für überholt. Es sollte stattdessen schleunigst umgewandelt werden – in ein Transparenz-Dogma. Das wäre sicher auch ganz im Sinne von Hanns Joachim Friedrichs."[..]


Mit dem "Objektivitäts-Dogma" von Hans-Joachim Friedrichs (eine der großen Medien-Persönlichkeiten D's) meint er dessen Ausspruch:
"Das hab’ ich in meinen fünf Jahren bei der BBC in London gelernt: Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in öffentliche Betroffenheit versinken, im Umgang mit Katastrophen cool bleiben, ohne kalt zu sein."

Hoffman weist in seinem ganzen Beitrag nach, dass Friedrich auch parteiisch (in einem guten SInne) war.

http://mrtnh.de/das-objektivitaets-dogma...wirklich-sagen/


------------------------------------------


zu: Journalisten mit Parteimitgliedschaft:

der Ehik-Rat der Hamburger Akademie für Publizistik hat auf die Frage einer jungen Journalistin auch unterschiedliche EInschätzungen dazu:

„Die Achtung vor der Wahrheit, … und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse. Jede in der Presse tätige Person wahrt auf dieser Grundlage … die Glaubwürdigkeit der Medien.“ (Ziffer 1). Was dies konkret bedeutet, steht in Richtlinie 6.1 des Presserats: „Übt ein Journalist … neben seiner publizistischen Tätigkeit eine Funktion, beispielsweise in einer Regierung, einer Behörde oder in einem Wirtschaftsunternehmen aus, müssen alle Beteiligten auf strikte Trennung dieser Funktionen achten.“

Der Presserat schließt also nicht von vornherein aus, dass es „Doppelfunktionen“ gibt. Dazu kann man auch die Partei-Mitgliedschaft eines Journalisten zählen, der aktiv das Partei-Programm kommuniziert und unterstützt.

Die Frage ist aber, ob eine „strikte Trennung“ der Funktionen, wie sie der Presserat fordert, genügt, um die Glaubwürdigkeit des Journalisten zu erhalten. Verliert der Journalist nicht schon dadurch grundsätzlich an Glaubwürdigkeit, dass er heute in der Partei-Zeitung schreibt und morgen in der Lokalzeitung über das Bildungsprogramm derselben Partei berichtet?" (Dorothee Bölke)


"1. Parteibuch: Sie sind auch als Journalistin Staatsbürgerin mit allen bürgerlichen Rechten. Engagement für eine demokratische Partei würde ich gerade jüngeren Journalisten nicht vorwerfen; heißt es nicht immer, Ihre Generation sei so unpolitisch? Ein Parteibuch zu besitzen zeigt im besten Fall bürgerschaftliches Engagement.
Wenn es so ist, dann werden Sie Mitglied und genießen Sie still, solange Sie als Journalistin arbeiten. Trotzdem wird Ihr Berufsleben komplizierter. Sie sollten nicht über Veranstaltungen Ihrer Partei schreiben. Sie sollten sich bei Diskussionen darüber, ob und wie Ihre Redaktion über diese Partei berichtet, zurückhalten. Das läuft auf eine kontrollierte Bewusstseinsspaltung hinaus. Nicht einfach, aber möglich." (Christian Sauer)

http://www.akademie-fuer-publizistik.de/...abhaengig/#c227
.


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#139

RE: Re: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 16.08.2014 18:55
von Barbara (gelöscht)
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Noch schnell hinterher geschoben: ein (bewegendes) Interview mit Hanns-Joachim Friedrichs 1995, kurz vor seinem Tod

Cool bleiben, nicht kalt
Der Fernsehmoderator Hanns Joachim Friedrichs über sein Journalistenleben


http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9176410.html


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#140

RE: Re: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 17.08.2014 04:44
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Moskwitschka im Beitrag #122
Letztens schrieb ein ukrainischer Journalist:

"Ich wünsche mir, dass ukrainische und russische Journalisten frei und unabhängig brichten können. Die wirklich guten verlassen ihr Land, weil sie es in ihrer Heimat nicht können."

Daraufhin fragte ich ihn:

"Und wohin gehen sie?"

Von dem folgenden Schweigen haben wir uns beide noch nicht erholt.

LG von der Moskwitschka


Kann es nicht auch sein, dass er einfach nur nicht geantwortet hat? Vielleicht interpretierst du da zuviel rein? Und verkaufst es uns als das, was da im Zitat steht? Kann keiner nachprüfen. Sollte es so sein, machtst du nichts anderes als die Medienschreiber, die hier so oft an den Pranger gestellt werden. Wenn ich falsch liege, wirst du mir das sicher beantworten können. Thx!


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