#21

RE: Falscher Film?

in DDR Zeiten 22.07.2013 11:21
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von Rostocker im Beitrag #17
[
Rüganer
Sicher hat es das,was Du gschildert hast gegeben,das will ich garnicht bestreiten.Aber so wie Du es rüberbringst,muß ein Aussenstehenden nun denken--das war gang und gebe so in der ehm.DDR:Was mich etwas stört ist.wenn jemand damals im Süden einen Pfurz gelassen hat,dann muss der Pfurz heute auf den Norden übertragen werden.Damit will ich auf das Verallgemeinern anspielen.Auch heute gibt es das noch,wo morgens um 8 Uhr schon gegrillt wurde bei ne Fl.Bier und das sogar in den alten Ländern.Oder auf einer Poststelle von einer Krankenkasse,wo der Kollege laufend verschlief und telefonisch geweckt werden musste oder man ging in selber holen. Ja auch sowas gibt es heute.Selber erlebt.
Ach ja Rüganer-im Süden Deutschlands ist es auch nicht anders wie im Norden,die Uhren ticken genauso.Bin gebürtiger Rostocker und habe 17 Jahre mit Lehrzeit auf der Werft gearbeitet.Also,auch der Norden ist mir nicht fremd.



Rostocker, glaub mir, ich weiß, worüber ich schreibe,,,
wenn in dem Großbetrieb in Neuruppin, wo ich Abteilungsleiter war, kein Weg dazu hinführte, den notorischen Bummelanten und Quartalssäufer aus den Reihen der Rohrschlosser zu entlassen, dann war dies mit dem ständig besoffenen Arbeiter in der Bullenmast im VEG auf Rügen genau so, sie hatten, auch Dank der Arbeitskräftelenkung des Rates der Kreise ihren Job sicher.
Und ich meine, dass eben dies heute nicht mehr geht und auch heute nicht machbar ist. Welcher Privatbetrieb kann sich dies leisten?
Ich bin mir sehr sicher, wenn da einer grillt und die Flasche Bier ist dabei, dann haben die vorher so geklotzt, dass die Leistung trotzdem erbracht wurde.
Und ich habe sogar Verständnis dafür, dass derjenige, der damals so durchgeschleift werden musste, heute die Nase so voll hat und die alten Zustände zurück haben will, wo er für wenig oder geringe Arbeit das gleiche Geld erhielt, wie seine schuftenden Kollegen.


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#22

RE: Falscher Film?

in DDR Zeiten 22.07.2013 11:44
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #1
Manchmal wähne ich mich im falschem Film, eine Bruchbude mit Zinkbadewanne für 80 Mark, oder ein Schließfach in der Platte für 140 Mark, dazu meist selbst realisiert, ein Job in einer maroden Bude der einfach null Sinn hat, es gibt aber dafür 800 Mark Ost.
Wo war denn nun wirklich für die kleinen Arbeiter in der DDR der Sinn, ihren Schrebergarten mal ausgeklammert?
Die Pumphosenträger und Partei-Bonzen, nebst Künstlern waren meist gut dran, inklusive frei kaufbaren VW-Bus.
Also wo war der Sinn zum Aushalten der uns gebetsmühlenartig suggeriert wurde?
Der imaginäre Sieg des Sozialismus?
Er hatte ja schon angeblich gesiegt vor der Haustür.
Stempeldrücker und berufsmäsige Verräter werden wohl ihre eigenen Ansichten dazu haben.



Rot und grün
Andreas, kannst Du mir den Zusammenhang von rot und grün erklären, ich verstehe ihn einfach nicht.

Eigentlich passt dieser Beitrag nicht zu Dir und ich schiebe ihn mal auf die Uhrzeit ...

Als Sohn eines Pumphosenträgers kann ich mich nicht an einen VW-Bus erinnern. Ich kann mich aber daran erinnern, dass mein Vater in der Woche immer sehr spät vom Dienst nach Hause kam und auch am WE oft das Telefon geklingel hat und gemeinsame Unternehmungen ausfielen, weil er weg muste.

Kennst Du das Leben einer Parteibonzen-Familie aus eigenem Erleben oder stösst Du nur in das gemeine Stammtisch-Hörnchen?

Was ist eigentlich ein Stempeldrücker oder ein berufsmäßiger Verräter? Volkspolizist und HIM oder vielleicht OibE?

Erklär Dich mal, Namensvetter.


andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
RudiEK89, passport, Küchenbulle 79 und Feliks D. haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 22.07.2013 11:45 | nach oben springen

#23

RE: Falscher Film?

in DDR Zeiten 22.07.2013 11:47
von Diskus303 | 485 Beiträge

Hallo @Rüganer/ @all,
an anderer Stelle wurde hier geschrieben, daß man die Entwicklung der letzten 23 Jahre nicht einfach ignorieren kann:
Wenn hier das Verhalten der Arbeitnehmer der ehemaligen DDR insofern beleuchtet wird, daß da trotz Alkohol keine arbeitsrechtlichen (End)konsequenzen zu befürchten waren dann dies: das gab es zu der Zeit auch in den mir bekannten Großbetrieben in Köln und Frankfurt -Höchst (wo ich gearbeitet habe)
Und: heute stehen (anerkannte) Alkoholiker sogar unt arbeitsrechtlichen Schutz: Sie werden mit viel (gesellschaftlichem,und finanziellen) Aufwand auf sogenannten "Fantafarmen" rehabiltiert. Eine sofortige Kündigung? Nicht mal im Widerholungsfall (Rückfall)


Gruß Axel
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#24

RE: Falscher Film?

in DDR Zeiten 22.07.2013 12:00
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Rüganer, nun war die DDR aber nicht nur der Tummelplatz für saufende Arbeiter, Arbeitsscheue und notorische Bummelanten und Frühverschläfer. Sowas wirft irgendwie ein ganz mieses Licht auf den Sozialismus und dagegen wehre ich mich konsequent mit der Tastatur. Und ganz einfach deswegen was Sie das nicht nur, weil es auch die andere Seite gab, wo Leutchen also mit Freude an ihre tägliche Arbeit gegangen sind und für ihr am Monatsende verdientes Geld auch ordentlich was geleistet haben.

Als bestes Beispiel benenne ich mich mal selber was die Arbeiterklasse betrifft ohne hier irgendwie einen herauskehren zu wollen und logisch, nach getaner Arbeit auf dem Bau und ich bin da großgeworden wurde auch bei uns gesoffen das sich die Balken bogen, die junge Putzfrau gleich mit unter die Dusche ging und du manchmal garnicht wusstest, wie du überhaupt Nachhause gekommen bist. Aber mensch wo Licht ist, da ist auch immer Schatten aber nur aus nem riesengroßen Scheißschatten bestand diese DDR eben nicht alleine sondern aus viel Licht, auch Lebensfreude, ganz normalem Alltag so wie heute auch und noch anderen positiven Dingen mehr.

Und das sinngemäß beim Arbeiter, dem Bauern und der Intelligenz, bei allen Schichten des normalen Volkes. Wenn ich sowas Negatives lese und nichts gegen Grenzwolf persönlich geht mir die Luft an der Schubkarre runter und ich könnte aber auch sofort die Pumpe nehmen und vor Wut pumpen das anschließend der Schlauch platzt.

Lebensläufer...da werde ich zum Verteidiger dieser kleinen Ex-DDR das es in der Tastatur kracht zumal wenn ich diese teils himmelschreiende übelstinkende gesellschaftliche Scheißhausgrube von Heutzutage sehe. Und ich war schon damals Optimist und bin es heute noch.


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#25

RE: Falscher Film?

in DDR Zeiten 22.07.2013 12:17
von Moskwitschka (gelöscht)
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Und wenn wir schon dabei sind - da kam ich mir wirklich vor wie im falschen Film - Aus unseren Kombinaten ist noch viel mehr herauszuholen

LG von der grenzgaengerin


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#26

RE: Falscher Film?

in DDR Zeiten 22.07.2013 12:21
von Heckenhaus | 5.129 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #25
Und wenn wir schon dabei sind - da kam ich mir wirklich vor wie im falschen Film - Aus unseren Kombinaten ist noch viel mehr herauszuholen

LG von der grenzgaengerin



Das zeugt doch von genügend Reserven...


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#27

RE: Falscher Film?

in DDR Zeiten 22.07.2013 12:25
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von Diskus303 im Beitrag #23
Hallo @Rüganer/ @all,
an anderer Stelle wurde hier geschrieben, daß man die Entwicklung der letzten 23 Jahre nicht einfach ignorieren kann:
Wenn hier das Verhalten der Arbeitnehmer der ehemaligen DDR insofern beleuchtet wird, daß da trotz Alkohol keine arbeitsrechtlichen (End)konsequenzen zu befürchten waren dann dies: das gab es zu der Zeit auch in den mir bekannten Großbetrieben in Köln und Frankfurt -Höchst (wo ich gearbeitet habe)
Und: heute stehen (anerkannte) Alkoholiker sogar unt arbeitsrechtlichen Schutz: Sie werden mit viel (gesellschaftlichem,und finanziellen) Aufwand auf sogenannten "Fantafarmen" rehabiltiert. Eine sofortige Kündigung? Nicht mal im Widerholungsfall (Rückfall)


Schön, die Umstände in der alten BRD und deren "Fantafarmen" kenne ich nicht. wenn dies so ist, dann soll es so gewesen sein. Gut heißen kann ich es nicht und ob RMR nun die ex-DDR mit allen Tasten verteidigt oder nicht, trotzdem war es so, wie ich es erlebt habe und wenn selbst schon die werktätigen Kollegen voller Verachtung gegenüber diesen Leuten sprachen, also Proletarier zu Proletarier, dann besagt dies doch schon einiges.
Ich jedenfalls hätte und werde in den noch bis zur Rente verbleibenden Jahren in meiner Firma jeden sofort feuern, der auch nur Ansätze dieser bemängelten Eigenschaften zeigt und ich weiß, mit mir tun dieses hunderte anderer Firmeninhaber.


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#28

RE: Falscher Film?

in DDR Zeiten 22.07.2013 12:30
von Diskus303 | 485 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #27
Zitat von Diskus303 im Beitrag #23
Hallo @Rüganer/ @all,
an anderer Stelle wurde hier geschrieben, daß man die Entwicklung der letzten 23 Jahre nicht einfach ignorieren kann:
Wenn hier das Verhalten der Arbeitnehmer der ehemaligen DDR insofern beleuchtet wird, daß da trotz Alkohol keine arbeitsrechtlichen (End)konsequenzen zu befürchten waren dann dies: das gab es zu der Zeit auch in den mir bekannten Großbetrieben in Köln und Frankfurt -Höchst (wo ich gearbeitet habe)
Und: heute stehen (anerkannte) Alkoholiker sogar unt arbeitsrechtlichen Schutz: Sie werden mit viel (gesellschaftlichem,und finanziellen) Aufwand auf sogenannten "Fantafarmen" rehabiltiert. Eine sofortige Kündigung? Nicht mal im Widerholungsfall (Rückfall)


Schön, die Umstände in der alten BRD und deren "Fantafarmen" kenne ich nicht. wenn dies so ist, dann soll es so gewesen sein. Gut heißen kann ich es nicht und ob RMR nun die ex-DDR mit allen Tasten verteidigt oder nicht, trotzdem war es so, wie ich es erlebt habe und wenn selbst schon die werktätigen Kollegen voller Verachtung gegenüber diesen Leuten sprachen, also Proletarier zu Proletarier, dann besagt dies doch schon einiges.
Ich jedenfalls hätte und werde in den noch bis zur Rente verbleibenden Jahren in meiner Firma jeden sofort feuern, der auch nur Ansätze dieser bemängelten Eigenschaften zeigt und ich weiß, mit mir tun dieses hunderte anderer Firmeninhaber.



Zumindest arbeitsrechtlich ist das -soweit ich es beurteilen kann- mittlerweile ziemlich dünnes Eis, auf dem Du Dich bewegst.
"Alkoholiker" ist eine anerkannte Krankheit/ Sucht, wegen der man nicht so ohne Weiteres einfach entlassen werden kann.
Aber ich weiß auch, das in kleineren Firmen durchaus rigider damit umgegangen wird.

PS. diese sogennannten "Fantafarmen" gibt es heute noch und sie sind "gesellschaftlich mehr denn je akzeptiert und etabliert, weil sich auch die Sichtweisen gegenüber Suchtkranken (u.a. Alkoholiker) geändert hat.
Und: in Frankfurt-Höchst arbeite ich heute noch..


Gruß Axel
zuletzt bearbeitet 22.07.2013 12:34 | nach oben springen

#29

RE: Falscher Film?

in DDR Zeiten 22.07.2013 12:34
von Heckenhaus | 5.129 Beiträge

Zitat
das in kleineren Firmen durchaus rigider damit umgegangen wird.



Richtet sich nach dem Kündigungsrecht, welches in Betrieben bis 10 MA allgemein recht erbärmlich ist.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
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#30

RE: Falscher Film?

in DDR Zeiten 22.07.2013 12:37
von eisenringtheo | 9.170 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #20
[quote=EMW|p275386]
Die Platte schimmelt auf beiden Seiten der ehemaligen Grenze oder auch nicht. Mir sind solche Wohnungen bisher in positiver Erinnerung geblieben, bei meiner einen Tochter in Berlin-Marzahn und in Form von Gästewohnungen in verschiedenen Gebieten in Berlin und Brandenburg.
Ursachen für Schimmel kann Pfusch bei der Bauausführung sein (Fensterqualität, falsche Dämmstoffverarbeitung), aber auch Verschulden der Bewohner, heizen/lüften/Wäsche trocknen ect..
Das nur am Rande, gehört nicht unbedingt zum Thema.
Übrigens. ich war über 45 Jahre im Bau- und Ausbauhandwerk tätig, weiß also, wovon ich schreibe.



Als ich 1985 bei meinem Gastgeber in Cottbus "in der Platte" war, ging man von der Strasse durch den Dreck, das Wasser lief im Treppenhaus an der Wand runter, der Lift war dauerkaputt und in den Wohnungen waren im Winter tropische Tremparaturen, weil man die Heizung nicht runterschalten konnte. Angeblich hätten die Mieter dauernd bei der Wohnungsverwaltung reklamiert, aber geschehen sei nichts.
Das war einer meine ersten Eindrücke des Sozialismus und es wunderte mich nicht, dass die DDR pleite gegangen ist.
Theo


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#31

RE: Falscher Film?

in DDR Zeiten 22.07.2013 12:48
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von Diskus303 im Beitrag #28


Zumindest arbeitsrechtlich ist das -soweit ich es beurteilen kann- mittlerweile ziemlich dünnes Eis, auf dem Du Dich bewegst.
"Alkoholiker" ist eine anerkannte Krankheit/ Sucht, wegen der man nicht so ohne Weiteres einfach entlassen werden kann.
Aber ich weiß auch, das in kleineren Firmen durchaus rigider damit umgegangen wird.

PS. diese sogennannten "Fantafarmen" gibt es heute noch und sie sind "gesellschaftlich mehr denn je akzeptiert und etabliert, weil sich auch die Sichtweisen gegenüber Suchtkranken (u.a. Alkoholiker) geändert hat.
Und: in Frankfurt-Höchst arbeite ich heute noch..


Also bedeutet es doch, dass die Bedingungen für Arbeitnehmer in Betrieben mit mehr als 10 MA gar nicht so schlecht sind.
Und da wird dann noch gemeckert....
Diskus303, da gibt es doch Probezeiten und wenn man es da noch nicht merkt, was mit dem Mann los ist, dann hat man seinen Laden nicht im Griff....
Ich habe nichts gegen Alkoholkranke, solange ich sie nicht auf der Mitarbeiterliste habe und bezahlen muss, obwohl sie nicht anwesend sind und ihren Lohn nicht erwirtschaften können. Ich glaube, keiner wirft sein Geld irgend wem für nichts in den Rachen und wegen der ungenügenden Beachtung der Ökonomie ist schon die DDR untergegangen...


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#32

RE: Falscher Film?

in DDR Zeiten 22.07.2013 12:51
von Heckenhaus | 5.129 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #30


Als ich 1985 bei meinem Gastgeber in Cottbus "in der Platte" war, ging man von der Strasse durch den Dreck, das Wasser lief im Treppenhaus an der Wand runter, der Lift war dauerkaputt und in den Wohnungen waren im Winter tropische Tremparaturen, weil man die Heizung nicht runterschalten konnte. Angeblich hätten die Mieter dauernd bei der Wohnungsverwaltung reklamiert, aber geschehen sei nichts.
Das war einer meine ersten Eindrücke des Sozialismus und es wunderte mich nicht, dass die DDR pleite gegangen ist.
Theo


Die Heizungssysteme der DDR hatten gewisse Eigenarten, das kann ich nicht leugnen. Den Rest habe ich so nicht erlebt, wir haben 1980 eine
4-Raum-Wohnung in Berlin-Marzahn bezogen, mit funktionierendem Aufzug, ohne Schimmel, ohne Wasser an den Wänden. Da meine damalige Ehefrau noch immer dort wohnt, nehme ich stark an, das sich die Wohnqualität zwischenzeitlich, trotz Einbau von Thermostaten und Fassadendämmung, nicht verschlechtert hat.
Die Erfahrungen sind eben unterschiedlich, ähnliche Berichte über gravierende Mängel sind aber auch aus der alten BRD zu finden, es ist also keine rein ostdeutsche Problematik.
.


.
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„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
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"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
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Lebensläufer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#33

RE: Falscher Film?

in DDR Zeiten 22.07.2013 12:59
von Diskus303 | 485 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #31
Zitat von Diskus303 im Beitrag #28


Zumindest arbeitsrechtlich ist das -soweit ich es beurteilen kann- mittlerweile ziemlich dünnes Eis, auf dem Du Dich bewegst.
"Alkoholiker" ist eine anerkannte Krankheit/ Sucht, wegen der man nicht so ohne Weiteres einfach entlassen werden kann.
Aber ich weiß auch, das in kleineren Firmen durchaus rigider damit umgegangen wird.

PS. diese sogennannten "Fantafarmen" gibt es heute noch und sie sind "gesellschaftlich mehr denn je akzeptiert und etabliert, weil sich auch die Sichtweisen gegenüber Suchtkranken (u.a. Alkoholiker) geändert hat.
Und: in Frankfurt-Höchst arbeite ich heute noch..


Also bedeutet es doch, dass die Bedingungen für Arbeitnehmer in Betrieben mit mehr als 10 MA gar nicht so schlecht sind.
Und da wird dann noch gemeckert....
Diskus303, da gibt es doch Probezeiten und wenn man es da noch nicht merkt, was mit dem Mann los ist, dann hat man seinen Laden nicht im Griff....
Ich habe nichts gegen Alkoholkranke, solange ich sie nicht auf der Mitarbeiterliste habe und bezahlen muss, obwohl sie nicht anwesend sind und ihren Lohn nicht erwirtschaften können. Ich glaube, keiner wirft sein Geld irgend wem für nichts in den Rachen und wegen der ungenügenden Beachtung der Ökonomie ist schon die DDR untergegangen...


OT an
Rotmark,
Ein gut befreundeter Arbeitskollege antwortet mal in einem eher wenig ernsten, privaten Streitgespräch auf meine Frage:
Ich: was hast Du eigentlich gegen mich ?
Er : nichts Wirksames !!
(Eine weitere Möglichkeit auf meine Frage zu antworten wäre gewesen: Messer, Pistolen ..., Entlassung)
OT aus


Gruß Axel
zuletzt bearbeitet 22.07.2013 13:00 | nach oben springen

#34

RE: Falscher Film?

in DDR Zeiten 22.07.2013 13:21
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #30
Zitat von Heckenhaus im Beitrag #20
[quote=EMW|p275386]
Die Platte schimmelt auf beiden Seiten der ehemaligen Grenze oder auch nicht. Mir sind solche Wohnungen bisher in positiver Erinnerung geblieben, bei meiner einen Tochter in Berlin-Marzahn und in Form von Gästewohnungen in verschiedenen Gebieten in Berlin und Brandenburg.
Ursachen für Schimmel kann Pfusch bei der Bauausführung sein (Fensterqualität, falsche Dämmstoffverarbeitung), aber auch Verschulden der Bewohner, heizen/lüften/Wäsche trocknen ect..
Das nur am Rande, gehört nicht unbedingt zum Thema.
Übrigens. ich war über 45 Jahre im Bau- und Ausbauhandwerk tätig, weiß also, wovon ich schreibe.



Als ich 1985 bei meinem Gastgeber in Cottbus "in der Platte" war, ging man von der Strasse durch den Dreck, das Wasser lief im Treppenhaus an der Wand runter, der Lift war dauerkaputt und in den Wohnungen waren im Winter tropische Tremparaturen, weil man die Heizung nicht runterschalten konnte. Angeblich hätten die Mieter dauernd bei der Wohnungsverwaltung reklamiert, aber geschehen sei nichts.
Das war einer meine ersten Eindrücke des Sozialismus und es wunderte mich nicht, dass die DDR pleite gegangen ist.
Theo

Also, hierzulande, Eisenach, war das Okay.


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#35

RE: Falscher Film?

in DDR Zeiten 22.07.2013 13:30
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #21
Zitat von Rostocker im Beitrag #17
[
Rüganer
Sicher hat es das,was Du gschildert hast gegeben,das will ich garnicht bestreiten.Aber so wie Du es rüberbringst,muß ein Aussenstehenden nun denken--das war gang und gebe so in der ehm.DDR:Was mich etwas stört ist.wenn jemand damals im Süden einen Pfurz gelassen hat,dann muss der Pfurz heute auf den Norden übertragen werden.Damit will ich auf das Verallgemeinern anspielen.Auch heute gibt es das noch,wo morgens um 8 Uhr schon gegrillt wurde bei ne Fl.Bier und das sogar in den alten Ländern.Oder auf einer Poststelle von einer Krankenkasse,wo der Kollege laufend verschlief und telefonisch geweckt werden musste oder man ging in selber holen. Ja auch sowas gibt es heute.Selber erlebt.
Ach ja Rüganer-im Süden Deutschlands ist es auch nicht anders wie im Norden,die Uhren ticken genauso.Bin gebürtiger Rostocker und habe 17 Jahre mit Lehrzeit auf der Werft gearbeitet.Also,auch der Norden ist mir nicht fremd.



Rostocker, glaub mir, ich weiß, worüber ich schreibe,,,
wenn in dem Großbetrieb in Neuruppin, wo ich Abteilungsleiter war, kein Weg dazu hinführte, den notorischen Bummelanten und Quartalssäufer aus den Reihen der Rohrschlosser zu entlassen, dann war dies mit dem ständig besoffenen Arbeiter in der Bullenmast im VEG auf Rügen genau so, sie hatten, auch Dank der Arbeitskräftelenkung des Rates der Kreise ihren Job sicher.
Und ich meine, dass eben dies heute nicht mehr geht und auch heute nicht machbar ist. Welcher Privatbetrieb kann sich dies leisten?
Ich bin mir sehr sicher, wenn da einer grillt und die Flasche Bier ist dabei, dann haben die vorher so geklotzt, dass die Leistung trotzdem erbracht wurde.
Und ich habe sogar Verständnis dafür, dass derjenige, der damals so durchgeschleift werden musste, heute die Nase so voll hat und die alten Zustände zurück haben will, wo er für wenig oder geringe Arbeit das gleiche Geld erhielt, wie seine schuftenden Kollegen.



Rüganer-Ich hab doch geschrieben,das es auch sowas gab und das ich das garnicht bestreite.
Aber ich habe da auch noch so ein Beispiel.In meinen letzen Betrieb,(DDR-Zeit)Hatten wir einen Dreher,den hat man rausgeschmissen.Grund--Arbeitsbummelei und Alkohol.Aber im Prinzip hat man ihn nicht rausgeschmissen,sondern in einen anderen Betrieb untergebracht.Ich möchte hier garnicht aufführen.was im Vorfeld alles getan wurde,damit es nicht zu diesen Fall kommen würde.Aber das müsstest Du ja als ehm.Abteilungsleiter ja wissen.Im heutigen Gesellschftssystem würde man sich nicht so viel Arbeit mit den Menschen machen.Der bekommt seine Papiere und kann rücken.
Aber nun noch einen nachgelegt--ich traf diesen Kollegen im Wendejahr wieder,bei einer Demo.Lederjacke an,Gitarre auf den Rücken geschnallt und rote Fahne in der Hand,so isser auch in der Kirche eingerückt.Aber große Schnauze hat er gehabt,wie er unterdrückt wurde.Ja,auch solche Typen gab es.Aber das war nicht das tägliche Bild von mill.von Werktätigen die in der ehm.DDR;ihre Arbeit nachgingen.


Lebensläufer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#36

RE: Falscher Film?

in DDR Zeiten 22.07.2013 13:51
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Es gab auch zu DDR-Zeiten arbeitsrechtliche Maßnahmen - Abmahnungen und Kündigungen waren durchaus möglich und wurden auch angewendet. Das Problem, warum es in vielen Betrieben nicht angewendet wurde, lag daran, dass die Betriebsleitungen sich des Zustandes bewusst waren, in dem so ein Schlendrian herrschen und in dem trotzdem noch Pläne erfüllt werden konnten. Und jetzt können wir pro Betrieb eine Runde Rätselraten spielen, ob die Auseinandersetzungen, die im Zusammenhang mit arbeitsrechtlichen Streitfällen hätten geführt werden müssen, nicht geführt wurden, weil die Betriebsleitungen:
- Zu bequem waren,
- Angst hatten, dass dadurch die Wettbewerbsführung in das Blickfeld gerät,
- Angst hatten, die Auseinandersetzung könne "oben" Anstoß erwecken (war ja sowas wie eine Mängeldiskussion)
- oder ob die Auseinandersetzungen geführt wurden, aber auf Anordnung "von oben" ohne Konsequenzen zu bleiben hatten.
Die Liste ließe sich bestimmt noch erweitern.

Das sollte einem aber nicht die Augen verkleistern, dass sich viele Leute in den Betrieben, darunter auch "Bonzen" und "Parteiobere" genauso wie Arbeiter, den Arsch aufgerissen haben, dass der Laden noch einigermaßen läuft. Wer da was machte, müsste allerdings im einzelnen beleuchtet werden, aber diese Generalurteile aufgrund von Beispielen bringen nichts. Im übrigen, ich bin heute als Berater in Firmen und im öffentlichen Dienst unterwegs. Wer glaubt, die heutige "Leistungsgesellschaft" würde Zustände wie in der DDR ausschließen, hat nach meiner Auffassung nicht ganz recht. Aber das nur am Rande.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


Damals87, passport, Kurt, Heckenhaus, furry und Küchenbulle 79 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 22.07.2013 13:52 | nach oben springen

#37

RE: Falscher Film?

in DDR Zeiten 22.07.2013 13:54
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von Rostocker im Beitrag #35
[
Rüganer-Ich hab doch geschrieben,das es auch sowas gab und das ich das garnicht bestreite.
Aber ich habe da auch noch so ein Beispiel.In meinen letzen Betrieb,(DDR-Zeit)Hatten wir einen Dreher,den hat man rausgeschmissen.Grund--Arbeitsbummelei und Alkohol.Aber im Prinzip hat man ihn nicht rausgeschmissen,sondern in einen anderen Betrieb untergebracht.Ich möchte hier garnicht aufführen.was im Vorfeld alles getan wurde,damit es nicht zu diesen Fall kommen würde.Aber das müsstest Du ja als ehm.Abteilungsleiter ja wissen.Im heutigen Gesellschftssystem würde man sich nicht so viel Arbeit mit den Menschen machen.Der bekommt seine Papiere und kann rücken.
Aber nun noch einen nachgelegt--ich traf diesen Kollegen im Wendejahr wieder,bei einer Demo.Lederjacke an,Gitarre auf den Rücken geschnallt und rote Fahne in der Hand,so isser auch in der Kirche eingerückt.Aber große Schnauze hat er gehabt,wie er unterdrückt wurde.Ja,auch solche Typen gab es.Aber das war nicht das tägliche Bild von mill.von Werktätigen die in der ehm.DDR;ihre Arbeit nachgingen.


Rostocker,
dass dies das tägliche Bild von Millionen Werktätigen war, habe ich nicht behauptet, es ging lediglich um die These, dass gerade diese Leute, wie auch Du einen so typisch beschrieben hast, möglicherweise zu denen gehören, die sich diese alten Zeiten so zurücksehnen.
Dass die Masse fleißig und entsprechend der Möglichkeiten da gearbeitet und improvisiert hat, ist unbestritten.
Und wie Du es so schön beschreibst - er wurde woanders untergebracht.... soll der Betrieb sich doch damit rumplagen...
Rostocker,

es sind immer zwei oder noch mehr Seiten, von denen man das alles sehen kann.
Wenn ich an die Mähdrescher denke, die in langen Zügen aus dem Süden hier in den Norden kamen, weil es hier oben knapp wurde, in der Ernte, dann erkenne ich Solidarität - eine tolle Eigenschaft. Wenn ich an den Dreck und Staub auf dem Mähdrescher denke, der erst in den letzten Jahren der DDR durch die neueste Technik eingedämmt wurde, bis dahin standen und saßen die Fahrer fast ungeschützt auf den Böcken, dann erkenne ich Einsatzbereitschaft, Willen, alles ganz toll.
Wenn ich heute den Mähdrescher meines Nachbarn sehe, 12 m Schneidwerk, Kabine mit Teppichboden ausgelegt, lupenrein da drinnen, klimatisiert, dann denke ich mir, dies hätten wir niemals hinbekommen. ( Ich mag mich ja täuschen) Da hätten wir auch keine Erntehilfe aus dem Süden benötigt. Dies ist Effektivität in meinen Augen, andere wieder werden vielleicht sagen, der Landwirt beutet seinen Fahrer aus, so er denn nicht selbst auf dem Bock sitzt. Da fährt er denn eben solange, so lange es von den Bedingungen her drischt.


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#38

RE: Falscher Film?

in DDR Zeiten 22.07.2013 14:00
von Udo | 1.261 Beiträge

In den wenigsten Fällen drischt der Bauer (ist ja eigentlich schon Industriebetrieb) noch selbst. Hier in Brandenburg fahren die Jungs von "Osters und Voß" täglich ihre 16 Stunden. Die ziehen wie Heuschrecken über die Felder, von Agrarbetrieb zu Agrarbetrieb.
Private Mähdrescher haben nur noch die ganz kleinen Bauern, weil die beim Kampf um die richtige Erntezeit immer gegen die großen Betriebe verlieren.


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#39

RE: Falscher Film?

in DDR Zeiten 22.07.2013 14:03
von Rüganer (gelöscht)
avatar

Zitat von Udo im Beitrag #38
In den wenigsten Fällen drischt der Bauer (ist ja eigentlich schon Industriebetrieb) noch selbst. Hier in Brandenburg fahren die Jungs von "Osters und Voß" täglich ihre 16 Stunden. Die ziehen wie Heuschrecken über die Felder, von Agrarbetrieb zu Agrarbetrieb.
Private Mähdrescher haben nur noch die ganz kleinen Bauern, weil die beim Kampf um die richtige Erntezeit immer gegen die großen Betriebe verlieren.


Udo,
ist hier auf Rügen anders. Da haben die alle ihren Claas oder New Holland und wie sie alle heißen, auch die größeren Betriebe. Sicher gibt es hier auch Lohnunternehmen, ich denke mal 2 sind es auf der Insel. Ansonsten alles in einer Hand, vielleicht sind diese Unternehmen aber auch kleiner, als bei Euch


Udo hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#40

RE: Falscher Film?

in DDR Zeiten 22.07.2013 14:09
von Rüganer (gelöscht)
avatar

Rainman, wie lange hast Du in den Betrieben der soz. Republik gearbeitet? Warst Du nicht nach der OHS bis zum Ende der DDR Soldat?
Hochachtung vor so viel intimer Kenntnis soz. Betriebe. Was die Zeit nach der Wende betrifft, da will ich Dir nicht die Kenntnis absprechen, aber ich habe vorher so meine Zweifel....
Von Parteioberen und Bonzen habe ich im EPW Neuruppin nichts, aber auch gar nichts Unterstützendes bemerkt, aber wie schon geschrieben, es ist alles Ansichtssache...


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Erstellt im Forum DDR Bilder von karl143
83 05.07.2012 22:08goto
von mjahr • Zugriffe: 14067

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