#1

Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 21.07.2013 22:18
von ddr-bürger (gelöscht)
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Um einmal in die Fußstapfen von User "Lutze" zu treten, eine Frage...

In meinem Wohnort (ca. 2000 Einwohner) hat es in den letzten 6 Monaten 4 Suizide gegeben. Diese Zahl in so einer kleinen Gemeinde ist doch sehr hoch. Auch mit dem Hintergedanken, in der DDR wurde viel verschwiegen, so eine große Zahl gab es nicht. In dem dörflichen Umfeld würde dies auch nicht zu "vertuschen" sein.
Meine Fragen:
- Gibt es in Eurer Region ähnliche Zahlen/ Tendenzen?
- Ist das soziale Umfeld lebensfeindlicher geworden?
- Wo sehr Ihr den Grund?


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#2

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 21.07.2013 22:28
von chantre | 425 Beiträge

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger. Kurt Tucholsky
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#3

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 21.07.2013 22:28
von Vogtländer (gelöscht)
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Die Zahlen in meiner Region kenne ich nicht.
Das Leben ist allgemein härter geworden und so mansch einer is so verzweifelt,sei es aus finanzielen,familiären oder gesundheitlichen Gründen,das er keinen anderen Ausweg sieht.Schlimm dabei,wenn andere noch mitgenommen bzw. in Mitleidenschaft gezogen werden wie Lok-/Zugführer oder unschuldige Verkehrsteilnehmer beim Suizid.Da fehlt mir jedes Verständnis in diesen Punkten!


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#4

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 21.07.2013 22:30
von Fritze (gelöscht)
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In dem ICE Abschnitt von Frankfurt nach Köln gibt es regelmässig Tote . Vom Zug erfasst . Letztens sprach ein Zugbegleiter von Turnschuhwild .
Warum wird meistens nicht bekannt. Statistisch gesehen liegt das Rheinland aber auf dem letzten Platz bei Suizden.
Liegt bestimmt an der fröhlichen Lebenseinstellung !


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#5

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 21.07.2013 22:31
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zum Einlesen Selbstmorde in der DDR

LG von der grenzgaengerin


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#6

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 21.07.2013 22:53
von ddr-bürger (gelöscht)
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #5
Zum Einlesen Selbstmorde in der DDR

LG von der grenzgaengerin


Mir geht es auch um einen regionalen Vergleich. Mit der Grundfrage ist die Anzahl gestiegen und wenn ja warum.


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#7

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 21.07.2013 23:12
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von ddr-bürger im Beitrag #6
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #5
Zum Einlesen Selbstmorde in der DDR

LG von der grenzgaengerin


Mir geht es auch um einen regionalen Vergleich. Mit der Grundfrage ist die Anzahl gestiegen und wenn ja warum.



Wenn ich mich recht erinnere haben wir da schon die Zahlen für die DDR. Ich weiß nicht, ob die Zahlen je Bezirk aufgesplittet waren.

Aber egal. Wenn es die Gesamtzahl der Siuzide in der DDR waren müsste die Summe der neuen Bundesländer zum Vergleich herangezogen werden. Und dann wiederum mit den alten Bundesländern gezogen werden. Oh je es wird kompliziert, um ein objektives Bild zu bekommen.

Noch komplizierterwird es, wenn ein ehemaliger Ossi sich im Westen das Leben genommen hat. Und was ist mit den Menschen z.B. im Ruhrgebiet ? Da ging es in den letzten 20 Jahren auch mächtig abwärts.

Ich will das Thema nicht ins Lächerliche ziehen. Aber bei solch einem Thema sollte oder könnte vielleicht eine Statistk hilfreich sein? Und wenn ich einer Statistik traue, dann einer über Suizide. Auch wenn es da eine Dunkelziffer geben mag, weil manche nicht erkannt werden. Wie auch bei anderen Todesfällen.

LG von der grenzgaengerin


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#8

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 21.07.2013 23:21
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Selbstmord ist eine ganz private und traurige Sache, durch manigfaltige Gründe hervorgerufen, die sollte man nicht mit gesellschaftlichen Umständen verknüpfen um irgendetwas zu beweisen.


zuletzt bearbeitet 21.07.2013 23:22 | nach oben springen

#9

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 21.07.2013 23:25
von Bugsy | 454 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #8
Selbstmord ist eine ganz private und traurige Sache, durch manigfaltige Gründe hervorgerufen, die sollte man nicht mit gesellschaftlichen Umständen verknüpfen um irgendetwas zu beweisen.

Ich sehe nicht so richtig, wie man die gesellschaftlichen Umstände außen vor lassen kann. Sind es die doch, die vielfach den Selbsmord auslösen, oder zumindest eine wichtige Rolle spielen.

MsG


Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlicheit, der Sanitäter kommt zehn Minuten später.
Diskus303 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#10

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 21.07.2013 23:26
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Bugsy im Beitrag #9
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #8
Selbstmord ist eine ganz private und traurige Sache, durch manigfaltige Gründe hervorgerufen, die sollte man nicht mit gesellschaftlichen Umständen verknüpfen um irgendetwas zu beweisen.

Ich sehe nicht so richtig, wie man die gesellschaftlichen Umstände außen vor lassen kann. Sind es die doch, die vielfach den Selbsmord auslösen, oder zumindest eine wichtige Rolle spielen.

MsG



Depression kann jeden erfassen, ob arm oder reich.
Ist eine Krankheit.
Bei gewissen Themen sollte der Klassenkampf aussen vor bleiben.


zuletzt bearbeitet 21.07.2013 23:28 | nach oben springen

#11

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 21.07.2013 23:30
von Wossi EK 83 1 | 59 Beiträge

Ich denke, diese Thematik ist noch immer in einer gewissen lautlosen Grauzone. Wer spricht schon gern darüber?
Aber die Lebensbedingungen, ich unterscheide nicht zwischen Ost und West, haben sich verschärft, der Ton, der Umgang miteinander ist rauher geworen.

Was mir persönlich auffällt, die sogenannten Familiendramen nehmen zu, darüber wird dann ja auch oft berichtet.
Wenn sich Ehepaare, zudem noch mit Kind/ Kindern trennen, wird es oft eng.

Unterhalt ( auch Trennungsunterhalt ) im Regelfall für die Frau, für die Kinder natürlich auch.

Dann gibt es oft Streit um das ( noch nicht abgezahlte ) Haus und den geregelten Umgang mit Kind/ Kindern.

Vielleicht verlieren dann gerade die Männer oft die Nerven. Eine Partnerschaft kann scheitern, aber die Elternschaft bleibt ein ganzes Leben bestehen, man kann sich auch fair trennen und so Suizide verhindern.

Ein letztes Wort dazu, das frühere DDR- Recht kannte gar keinen Unterhalt für den früheren Partner, den Kindeunterhalt gab es wohl.
Okay, die DDR- Frauen waren sehr selbstbewusst und fast alle voll berufstätig.

Hat sich in diesem Fall nicht die Gesetzgebung für Männer im vereinten Deutschland verschlechtert?? ( Stichwort Alimentenkabel, sorry f. d. Ausdruck )

Gute Nacht sagt/schreibt Wossi


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#12

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 21.07.2013 23:33
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Wossi EK 83 1 im Beitrag #11
Ich denke, diese Thematik ist noch immer in einer gewissen lautlosen Grauzone. Wer spricht schon gern darüber?
Aber die Lebensbedingungen, ich unterscheide nicht zwischen Ost und West, haben sich verschärft, der Ton, der Umgang miteinander ist rauher geworen.

Was mir persönlich auffällt, die sogenannten Familiendramen nehmen zu, darüber wird dann ja auch oft berichtet.
Wenn sich Ehepaare, zudem noch mit Kind/ Kindern trennen, wird es oft eng.

Unterhalt ( auch Trennungsunterhalt ) im Regelfall für die Frau, für die Kinder natürlich auch.

Dann gibt es oft Streit um das ( noch nicht abgezahlte ) Haus und den geregelten Umgang mit Kind/ Kindern.

Vielleicht verlieren dann gerade die Männer oft die Nerven. Eine Partnerschaft kann scheitern, aber die Elternschaft bleibt ein ganzes Leben bestehen, man kann sich auch fair trennen und so Suizide verhindern.

Ein letztes Wort dazu, das frühere DDR- Recht kannte gar keinen Unterhalt für den früheren Partner, den Kindeunterhalt gab es wohl.
Okay, die DDR- Frauen waren sehr selbstbewusst und fast alle voll berufstätig.

Hat sich in diesem Fall nicht die Gesetzgebung für Männer im vereinten Deutschland verschlechtert?? ( Stichwort Alimentenkabel, sorry f. d. Ausdruck )

Gute Nacht sagt/schreibt Wossi


rot mark-
das war das Männerschlaraffenland !


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#13

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 21.07.2013 23:47
von ddr-bürger (gelöscht)
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Ich kann mir einen Zusammenhang zwischen Depression und gesellschaftlichen Umfeld gut vorstellen. oft wird heute eine Depression durch "burn out" gesellschaftsfähig.
nehmen wir an es gibt mehrere Umstände die eine solche Krankheit verstärken:
- genetisch
- durch Prägung
- durch Umfeld
- durch Konfliktsituationen

Einige dieser Bedingungen sind von der Gesellschaft abhängig (wohlgemerkt, nicht alle, halt ein MIx), wie kann man da sagen die Gesellscaft hat keinen Einfluß auf Suizide?
Ein Suizid durch Trennung ist eine Privatsache, doch wo ist der private Aspekt bei Berufspendlern? Wo ist die Grenze zwischen privaten und gesellschaftlichen Konflikten?

Und wie kann es (möglicherweise) sein, das in einem Land der "Unfreiheit" die Suizidrate geringer ist als im "Hort der Freiheit"?
Ich gebe zu das ich noch nicht im Internet zu Vergleichzahlen recherchiert habe, da ich heute spontan auf das Thema gestoßen bin.

Ja Freiheit bringt Konflikte, in der Diktatur geht die Masse gebeugt unter dem Joch und macht sich keine Gedanken über sein Leben....
Ich hoffe Gert ist mit der Erklärung einverstanden.


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#14

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 21.07.2013 23:57
von Moskwitschka (gelöscht)
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Ich habe hier einen link über die Entwicklung der Suizide in Deutschland von 1893 bis 2000

http://www.teachsam.de/pro/pro_selbsttt/...tt_stat_3_1.htm

LG von der grenzgaengerin


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#15

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 22.07.2013 00:00
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #13
Ich kann mir einen Zusammenhang zwischen Depression und gesellschaftlichen Umfeld gut vorstellen. oft wird heute eine Depression durch "burn out" gesellschaftsfähig.
nehmen wir an es gibt mehrere Umstände die eine solche Krankheit verstärken:
- genetisch
- durch Prägung
- durch Umfeld
- durch Konfliktsituationen

Einige dieser Bedingungen sind von der Gesellschaft abhängig (wohlgemerkt, nicht alle, halt ein MIx), wie kann man da sagen die Gesellscaft hat keinen Einfluß auf Suizide?
Ein Suizid durch Trennung ist eine Privatsache, doch wo ist der private Aspekt bei Berufspendlern? Wo ist die Grenze zwischen privaten und gesellschaftlichen Konflikten?

Und wie kann es (möglicherweise) sein, das in einem Land der "Unfreiheit" die Suizidrate geringer ist als im "Hort der Freiheit"?
Ich gebe zu das ich noch nicht im Internet zu Vergleichzahlen recherchiert habe, da ich heute spontan auf das Thema gestoßen bin.

Ja Freiheit bringt Konflikte, in der Diktatur geht die Masse gebeugt unter dem Joch und macht sich keine Gedanken über sein Leben....
Ich hoffe Gert ist mit der Erklärung einverstanden.



Bin ich Gott ? um Gottes Willen, was habe ich damit zu tun?


Habe aber mal gehört zu Lebzeiten hat die DDR eine im internationalen Vergleich hohe Suizidrate gehabt. Man nannte es das Mauersyndrom.


.
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#16

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 22.07.2013 00:04
von ddr-bürger (gelöscht)
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Leider hören die Zahlen 2000 auf, und es ist eine Tendenz von einmal 1983 und auch von 1940 aufgezeigt. Welche Grundlagen, nach 1949 gab es zwei deutsche Staaten. Und es geht nicht hervor ob DDR oder BRD, keine Tendenz ist da aufgezeigt.


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#17

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 22.07.2013 00:09
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #16
Leider hören die Zahlen 2000 auf, und es ist eine Tendenz von einmal 1983 und auch von 1940 aufgezeigt. Welche Grundlagen, nach 1949 gab es zwei deutsche Staaten. Und es geht nicht hervor ob DDR oder BRD, keine Tendenz ist da aufgezeigt.



guckst du hier :http://www.dradio.de/dlf/sendungen/polit...teratur/563438/

da kannst du alles nachlesen .


.
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#18

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 22.07.2013 00:09
von Moskwitschka (gelöscht)
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Es ist zumindest erst einmal ein Anhaltspunkt. Eine grobe Richtung.

Ich fand den link auch deswegen interessant, weil es seit 1893 es viele Krisen gab, wie z.B. die Weltwirtschaftskrise, wo viele Menschen bestimmt verzweifelt waren. Haben sich da mehr oder weniger Menschen in den 5 Jahren danach das Leben genommen im Vergleich zu den Jahren nach der Wende 1989?

LG von der grenzgaengerin


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#19

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 22.07.2013 00:37
von ddr-bürger (gelöscht)
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OK, habe eine sehr interessante Statistik vom "Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf" gefunden. Die Zahlen sprechen gegen meine These.

Ich spare mir den Spruch "Traue keiner Statistik...."

Der Gedanke drängt sich halt auf, da ich selber über die Zahl hier im Umfeld erschrocken war.


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#20

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 22.07.2013 01:01
von Moskwitschka (gelöscht)
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Schade, dass Du den link nicht rein gestellt hat.

Vielleicht sind andere Entwicklungen besser als Gradmesser des Zustandes einer Gesellschaft geeignet. So hab ich z.B. ganz weit im Hinterkopf die gestiegene Zahl von Herzinfarkten. Das ist jetzt ganz schnell ins Unreine geschrieben zu später Stunde.

Schau doch mal, ob Du da was findest.

LG von der grenzgaengerin


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