#181

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 16:56
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von Grenzgänger im Beitrag #177


Und irgendwann hatten wir ein Volk von Ja- Sagern, Mitmachern, so "als ob- Tuern" und eigentlich nur mit dem "Arsch an die Wand- Wollenden"


Siggi


Siggi, klare und wahre Worte, genau so und nicht anders war es. Außer für die, die überzeugt waren und diese Realität nicht sehen wollten oder konnten, weil sie fernab von dieser waren.
Herzlichen Dank für diesen Satz!


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#182

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 17:40
von Marienborn89 | 862 Beiträge

Zitat von Grenzgänger im Beitrag #177

..zur "sozialen Marktwirtschaft":

Auch die hat mMn nie existiert / funktioniert. Diese Phase war Teil des "Kampfes der Systeme" und funktionierte auch nur durch ERP- Programm, Marshall- Plan, Kohlepfennig, Gastarbeiter und und und...



Das sehe ich überhaupt nicht so. Marktwirtschaft ist erstmal einfach nur Preisentwicklung nach Angebot und Nachfrage. Nichts anderes. Ich würde sogar soweit gehen und sagen: eines der natürlichsten Gesetze der Welt.
Soziale Marktwirtschaft ist ein durch die Politik und den Sozialstaat gesteuertes System. Markwirtschaft muss politisch gesteuert werden, damit die Wirtschaft den Bürgern nützt. Natürlich ist Volkswirtschaft komplex und von vielen Faktoren abhängig, z.B. demographische Entwicklungen etc.
So eine Marktwirtschaft wäre möglich und hat auch in der BRD schon existiert!

Heute haben wir leider die Situation, dass die Bürger der Wirtschaft dienen (müssen). Die Globalisierung von heute lässt sich mMn nicht mit der "Sozialen Marktwirtschaft" zusammenbringen.

Planwirtschaft funktioniert einfach nicht, ich muss es deutlich sagen: sie ist schwachsinnig. Die DDR lebte in den 80er Jahren sowieso nur noch von den von FJS vermitteln Krediten, die Industrie war komplett am Ende.


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#183

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 17:42
von thomas 48 | 3.566 Beiträge

Hallo Heckenhaus,
du bist ein alter Berliner, ihr hattet schon den Kommunismus.
Ich war öfters in Ost-Berlin und habe mir vor allem das Zentrum angesehen.
War auch in der Kaufhalle am Alex und habe nur gestaunt über die Warenmenge, sah aus wie in Köln und wie in Paris.
Ich habe so etwas nie vorher gesehen.
Wenn du mal alte DDR Zeitungen-schriften oder -romane lesen willst geh mal in Esslingen in die SE.
Bin dort Stammgast


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#184

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 18:01
von Heckenhaus | 5.110 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #183
Hallo Heckenhaus,
du bist ein alter Berliner, ihr hattet schon den Kommunismus.
------------------------------------------------------------------------------------
Wenn du mal alte DDR Zeitungen-schriften oder -romane lesen willst geh mal in Esslingen in die SE.
Bin dort Stammgast


Naja, Kommunismus würde ich das nicht nennen, eher Potemkinsche Dörfer, jedenfalls recht häufig.
------------------------------------------------
Nach Esslingen werde ich nicht mehr kommen, in zwei Wochen ist Umzug nach Kroatien. Endlich geschafft.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#185

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 18:05
von Grenzgänger (gelöscht)
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Zitat
Marktwirtschaft ist erstmal einfach nur Preisentwicklung nach Angebot und Nachfrage. Nichts anderes. Ich würde sogar soweit gehen und sagen: eines der natürlichsten Gesetze der Welt.


Planwirtschaft funktioniert einfach nicht, ich muss es deutlich sagen: sie ist schwachsinnig. Die DDR lebte in den 80er Jahren sowieso nur noch von den von FJS vermitteln Krediten, die Industrie war komplett am Ende.



zum ersten Teil deiner Antwort:
Sehe ich ganz genau so..
wenn es denn so wäre.
Ich bleibe dabei- diese Marktwirtschaft (dann natürlich ohne Subventionen und Sonderprogramme usw.) hat es zu keinem Zeitpunkt gegeben..
ach, ich hatte noch die Zonenrandförderung, die Berlin (W!)- Förderung, die EWG- Agrarsubventionen in meiner ersten Aufzählung vergessen. Die war aber sowieso höchst unvollständig!
Man müsste auch nochmal nach der Montanförderung schauen..

Ich erinnere mich an einen Westfernsehbeitrag aus den frühen 70ern: Da wurden LKW- weise abgekippte Tomaten mit der Planierraupe in eine Grube geschoben!- um den Markt (den Preis) zu stützen, wie es hiess!
Bei uns im Konsum gab es damals gerade keine Tomaten !
Der Staat zahlte (und zahlt!) den Bauern Prämien für die Stilllegung von Flächen- um den Markt zu stützen!

Das alles war (und ist!) eine Perversion- aber keine Marktwirtschaft- ob mit oder ohne "sozial" im Namen!


Zur Planwirtschaft haben wir wieder Übereinstimmung- obwohl: eigentlich ist es nur die Hard Core- Variante der westlichen Wirtschaftssteuerung..!

Wirtschaft müsste eben ohne Politik funktionieren.. aber das ist genau so eine Utopie wie der Kommunismus!

"Macht ist geil"- und "es gibt immer was zu regeln "! (yippie yaya yippie yippie yeah..

Siggi


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#186

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 18:28
von grenzgänger81 | 968 Beiträge

Zitat von Marienborn89 im Beitrag #163
Nochmal bezüglich des Gemeinschaftssinns: Irgendwie muss es sich in der DDR doch auch seltsam angefühlt haben:
Export hochwertiger Produkte in den Westen (Stichwort Quellekatalog) bei gleichzeitiger Unmöglichkeit des Erwerbs dieser Produkte für DDR-Bürger. Einkauf im Intershop nur mit DM.
Mein Vater war in seiner Tätigkeit als Slawist und Studienrat im Rahmen der Fachschaft Russisch 1986 in Leningrad. Im gleichen Hotel wie mein Vater befand sich irgendeine Delegation aus der DDR. Ein, nach der Erzählung meines Vaters, überzeugter SED-Funktionär wollte eine Matrjoschka erwerben, um sie seiner Enkelin(?) mitzubringen. Für ihn im sozialistischen Bruderland ein hoffnungsloses Unterfangen, für meinen Vater als BRD-Bürger überhaupt kein Problem. So eine Ungleichbehandlung ist doch menschenverachtend!


Wie ein altes DDR Sprichwort besagte : Ein Kapitalist ohne Geld ist wie ein Kommunist ohne Beziehungen.


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zuletzt bearbeitet 23.07.2013 18:29 | nach oben springen

#187

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 18:39
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Kimble im Beitrag #179
Zitat von Heckenhaus im Beitrag #157

Da wird das Problem angesprochen, soziale Marktwirtschaft. Solange den Brüdern und Schwestern in der Zone heile Welt vorgegaukelt werden mußte, der Westen als das einzig Wahre dargestellt wurde, hat sie halbwegs funktioniert. War auch gut für die Leute, unbestritten,damals.
Jetzt ist kein Zuschauer mehr da hinter der Mauer, für solche Schauspielereien, und was passiert ?
Jeder hat da so seine Erfahrungen, in die eine oder die andere Richtung.



Eine gewagte These, könnte es sein, es war wirklich so etwas wie heile Welt damals im Westen ?
Und der ganze Zirkus mit den vollen Regalen und Schaufenstern wurde nur veranstaltet um den Osten zu ärgern ?
Ich glaub es einfach nicht. Da hat einfach nur die soziale Marktwirtschaft noch prächtig funktioniert.

Wenn damals in der DDR das private Unternehmertum aus ideologischen Gründen abgewürgt wurde,
kommt eben nichts gescheites dabei rum. An der Stelle hat die tolle Lehre vom M/L sichtbar total versagt.




Doch Kimble, da werfe ich meinen Hut in den Ring, die DDR war die Drohkulisse für die Bosse der westdeutschen Wirtschaftswelt und deren Politmarionetten.
Primär ging es nicht darum, den Osten zu ärgern sondern westdeutschen Sozialromantikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, denn die waren eine echte Gefahr für die damaligen Eliten.
Die Durchlaßfähigkeit von unten nach oben war mangels Kartellwirtschaft, Kreditklemme und krimineller Einkommen der angestellten Spitzenmanager noch einigermaßen intakt, amerikanische Verhältnisse bezüglich der Einkommensunterschiede waren noch weit weg, eine heile Welt mit starken Gewerkschaften wie ich es heute aus der Ferne bewerte, mögen mich die Urwessis hier korrigieren, dann aber bitte konkrete Beispiele die Personengruppen betrafen, keine Einzelschicksale, die nicht repräsentativ sind.
Auch heute haben wir für den ungezügelten Kasinokapitalismus eine Drohkulisse, die heißt nicht mehr DDR sondern Linkspartei und bewahrt uns bislang vor ganz anderen Schandtaten auch wenn sie nicht konkret wahrnehmbar ist aber genau wie sich Merkel & Co neuerdings sozialromantische Ideen zu Eigen machen so hat man früher bis zu einem Gewissen Grade auch mit der DDR mithalten wollen.
Zum Wohle des Volkes.



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#188

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 18:49
von Rostocker | 7.716 Beiträge

Zitat von Kimble im Beitrag #178
@Rostocker
Die Jahresendprämie war auch sauer verdient und mehr als gerechtfertigt. Die Arbeit auf der Helling war ein Knochenjob.
Darum wurden damals Schweißer, Durchleuchter, Stahlschiffbauer und Rohrleitungsbauer immer händeringend gesucht.

Und weil ich auf der selben Werft war, weiß ich auch, daß man immer von der Gnade der Parteisekretäre abhängig war,
wenn es um Prämien, und Karriere ging. Das ging so weit, daß man Arbeitsunfälle von parteinahen Mitarbeitern verursacht,
einfach anderen in die Schuhe geschoben hat, nur um seinesgleichen zu schützen.

Dagegen liebe ich die Arbeit in einer gut geführten, durchschnittlichen kapitalistischen Bude.
Dort weiß ich, daß ordentliche Arbeit verlangt wird, und es dafür eine Gegenleistung gibt. Klare Verhältnisse.

Heute habe ich das Eigentum an Produktionsmitteln für mich allerbestens geregelt.
Trotzdem fühle ich mich keinesfalls als Ausbeuter oder Kapitalistenschwein.
---


Ja Kimble,man muß auch mit anfügen.Das sich die Jahresendprämie aus vielen Kreterien zusammen setze und zwar aus Monatsprämie und einer
gesonderten Zulage die es dann gab.Hinzu kam dann noch-als Beispiel--die Prämie war auch abhängig von Leistung und Qualität.Also mal so gesagt,legte ich eine Schweißnaht in niedriger Qualität hin,so das die Röntgennote schlecht ausviel.Und die Naht ausgeschliffen oder ausgehobelt werden musste.So machte sich das auch in der Monatsprämie bemerkbar.Aber Du hast schon Recht--die Prämie war schon gerecht verdient.
Und noch was,wir haben mit Sicherheit genauso unsere Arbeit in Leistung und Qualität abgeliefert.Wie unsere Kollegen bei-Blohm und Voss-in Hamburg.Denn Schiffbau war und ist Termin gebunden.


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#189

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 19:09
von Mike59 | 7.939 Beiträge

Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute - anscheinend gab und gibt es da keine. Wenn dem nicht so wäre, hätte die Familie Honecker nicht Asyl von der Kirche bekommen müssen.


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#190

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 19:25
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Marienborn89 im Beitrag #182
Zitat von Grenzgänger im Beitrag #177

..zur "sozialen Marktwirtschaft":

Auch die hat mMn nie existiert / funktioniert. Diese Phase war Teil des "Kampfes der Systeme" und funktionierte auch nur durch ERP- Programm, Marshall- Plan, Kohlepfennig, Gastarbeiter und und und...



Das sehe ich überhaupt nicht so. Marktwirtschaft ist erstmal einfach nur Preisentwicklung nach Angebot und Nachfrage. Nichts anderes. Ich würde sogar soweit gehen und sagen: eines der natürlichsten Gesetze der Welt.
Soziale Marktwirtschaft ist ein durch die Politik und den Sozialstaat gesteuertes System. Markwirtschaft muss politisch gesteuert werden, damit die Wirtschaft den Bürgern nützt. Natürlich ist Volkswirtschaft komplex und von vielen Faktoren abhängig, z.B. demographische Entwicklungen etc.
So eine Marktwirtschaft wäre möglich und hat auch in der BRD schon existiert!

Heute haben wir leider die Situation, dass die Bürger der Wirtschaft dienen (müssen). Die Globalisierung von heute lässt sich mMn nicht mit der "Sozialen Marktwirtschaft" zusammenbringen.

Planwirtschaft funktioniert einfach nicht, ich muss es deutlich sagen: sie ist schwachsinnig. Die DDR lebte in den 80er Jahren sowieso nur noch von den von FJS vermitteln Krediten, die Industrie war komplett am Ende.



Nur mal nebenbei und nicht als Ausbauhaus gedacht:
Warum hat sich dann die Anzahl der Anwälte in Ostberlin von wenigen hundert auf inzwischen 13.000 entwickelt ?
Kann es sein, daß die angebliche Selbstheilung durch Regulierung, Schlichtung und Vergleiche durch Advokats Liebling manipuliert wird ?
Hätte man sich dieses Heer an Advokaten in den Kombinaten geleistet und der Meister den Parteisekretär dazu hätte verdonnern können, sich aus der Ersatzteilbestellung rauszuhalten oder den Futterräuber, der in seiner Arbeitszeit die Versorgung der privaten Schweinezucht organisiert hat seinen Ertrag nachträglich per Gerichtsbeschluß besteuert, wäre vieles wohl auch besser gelungen.
Man vertraute fatalerweise im Sozialismus der Planwirtschaft viel eher als man sich im Kapitalismus auf die Selbstheilung des Marktes verließ.



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#191

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 19:32
von Lutze | 8.027 Beiträge

Zitat von grenzgänger81 im Beitrag #186
Zitat von Marienborn89 im Beitrag #163
Nochmal bezüglich des Gemeinschaftssinns: Irgendwie muss es sich in der DDR doch auch seltsam angefühlt haben:
Export hochwertiger Produkte in den Westen (Stichwort Quellekatalog) bei gleichzeitiger Unmöglichkeit des Erwerbs dieser Produkte für DDR-Bürger. Einkauf im Intershop nur mit DM.
Mein Vater war in seiner Tätigkeit als Slawist und Studienrat im Rahmen der Fachschaft Russisch 1986 in Leningrad. Im gleichen Hotel wie mein Vater befand sich irgendeine Delegation aus der DDR. Ein, nach der Erzählung meines Vaters, überzeugter SED-Funktionär wollte eine Matrjoschka erwerben, um sie seiner Enkelin(?) mitzubringen. Für ihn im sozialistischen Bruderland ein hoffnungsloses Unterfangen, für meinen Vater als BRD-Bürger überhaupt kein Problem. So eine Ungleichbehandlung ist doch menschenverachtend!


Wie ein altes DDR Sprichwort besagte : Ein Kapitalist ohne Geld ist wie ein Kommunist ohne Beziehungen.


manche Leute in der DDR hatten auch beides
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#192

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 20:25
von StabsfeldKoenig | 2.618 Beiträge

Wenn es noch ein paar Jahre so weitergeht mit Hartz-Gesetzen, Euro-Krise und Mieterhöhung, dann wird die Tendenz wieder Richtung Sozialismus/Kommunismus gehen. Und die MPLD ist keine kommunistische partei, sondern ein scheinbarer Trotzkistenhaufen, der vom Verfassungsschutz ferngesteuert wird. Dieser miese Verein hat uns die durchaus erfolgversprechenden Proteste gegen die Agenda 2010/Hartz-Gesetze zersetzt.



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#193

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 20:58
von Gert | 12.354 Beiträge

also hier wird immer um die Begriffsbestimmung gerungen Sozialismus oder Kommunismus oder was auch immer. Für mich ist das alles eine Sauce und wenn man damit gefüttert wird, extrem schwer verdaulich. Das möchte ich nur mal klarstellen.

Trotzdem 'nen schönen Abend


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#194

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 21:00
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #191
Zitat von grenzgänger81 im Beitrag #186
Zitat von Marienborn89 im Beitrag #163
Nochmal bezüglich des Gemeinschaftssinns: Irgendwie muss es sich in der DDR doch auch seltsam angefühlt haben:
Export hochwertiger Produkte in den Westen (Stichwort Quellekatalog) bei gleichzeitiger Unmöglichkeit des Erwerbs dieser Produkte für DDR-Bürger. Einkauf im Intershop nur mit DM.
Mein Vater war in seiner Tätigkeit als Slawist und Studienrat im Rahmen der Fachschaft Russisch 1986 in Leningrad. Im gleichen Hotel wie mein Vater befand sich irgendeine Delegation aus der DDR. Ein, nach der Erzählung meines Vaters, überzeugter SED-Funktionär wollte eine Matrjoschka erwerben, um sie seiner Enkelin(?) mitzubringen. Für ihn im sozialistischen Bruderland ein hoffnungsloses Unterfangen, für meinen Vater als BRD-Bürger überhaupt kein Problem. So eine Ungleichbehandlung ist doch menschenverachtend!


Wie ein altes DDR Sprichwort besagte : Ein Kapitalist ohne Geld ist wie ein Kommunist ohne Beziehungen.


manche Leute in der DDR hatten auch beides
Lutze


mein Vater in der DDR sagte immer : Höchststrafe in der DDR ist> 5 Jahre ohne Beziehungen.


.
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#195

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 21:08
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #187
Zitat von Kimble im Beitrag #179
Zitat von Heckenhaus im Beitrag #157

Da wird das Problem angesprochen, soziale Marktwirtschaft. Solange den Brüdern und Schwestern in der Zone heile Welt vorgegaukelt werden mußte, der Westen als das einzig Wahre dargestellt wurde, hat sie halbwegs funktioniert. War auch gut für die Leute, unbestritten,damals.
Jetzt ist kein Zuschauer mehr da hinter der Mauer, für solche Schauspielereien, und was passiert ?
Jeder hat da so seine Erfahrungen, in die eine oder die andere Richtung.



Eine gewagte These, könnte es sein, es war wirklich so etwas wie heile Welt damals im Westen ?
Und der ganze Zirkus mit den vollen Regalen und Schaufenstern wurde nur veranstaltet um den Osten zu ärgern ?
Ich glaub es einfach nicht. Da hat einfach nur die soziale Marktwirtschaft noch prächtig funktioniert.

Wenn damals in der DDR das private Unternehmertum aus ideologischen Gründen abgewürgt wurde,
kommt eben nichts gescheites dabei rum. An der Stelle hat die tolle Lehre vom M/L sichtbar total versagt.




Doch Kimble, da werfe ich meinen Hut in den Ring, die DDR war die Drohkulisse für die Bosse der westdeutschen Wirtschaftswelt und deren Politmarionetten.
Primär ging es nicht darum, den Osten zu ärgern sondern westdeutschen Sozialromantikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, denn die waren eine echte Gefahr für die damaligen Eliten.
Die Durchlaßfähigkeit von unten nach oben war mangels Kartellwirtschaft, Kreditklemme und krimineller Einkommen der angestellten Spitzenmanager noch einigermaßen intakt, amerikanische Verhältnisse bezüglich der Einkommensunterschiede waren noch weit weg, eine heile Welt mit starken Gewerkschaften wie ich es heute aus der Ferne bewerte, mögen mich die Urwessis hier korrigieren, dann aber bitte konkrete Beispiele die Personengruppen betrafen, keine Einzelschicksale, die nicht repräsentativ sind.
Auch heute haben wir für den ungezügelten Kasinokapitalismus eine Drohkulisse, die heißt nicht mehr DDR sondern Linkspartei und bewahrt uns bislang vor ganz anderen Schandtaten auch wenn sie nicht konkret wahrnehmbar ist aber genau wie sich Merkel & Co neuerdings sozialromantische Ideen zu Eigen machen so hat man früher bis zu einem Gewissen Grade auch mit der DDR mithalten wollen.
Zum Wohle des Volkes.



@Bugsy wenn du heute Kasinokapitalismus sehen willst, dann schau dich mal zuerst in der Hauptstadt deines UK Reiches um, in der Londoner City. Dort kannst du es in Reinkuktur sehen. Und das was an Industrie in UK noch vorhanden ist, kann sicher heute machen was sie will. Die britischen Gewerkschaften hat Maggy schon vor 25 Jahren kastriert. Da haben die deutschen Gwerkschaften noch ein wenig mehr Macht. Alles relativ, wie das ganze Leben.


.
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John F.Kennedy 1963 in Berlin
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#196

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 21:45
von DoreHolm | 7.677 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #155
u. a. in Anlehnung an @DH´s Ausführungen, letzten Beitrag:


Die derzeitige Form und Entwicklung des Kapitalismus mit einer bisher nie gekannten aggressiven und immer perfektionierten Umverteilung von Unten nach Oben läßt ganz Schlimmes befürchten und ist wie einst der 95%- ige Nährboden für das Streben besonders der benachteiligten Menschen und Völker nach (Schein-) Alternativgesellschaften, angefangen von radikal- religiösen Diktaturen, die sich unverhohlen (auch durch Terrorismus oder aktiver Unterstützung dessen) Bibel oder Koran unter Ausnutzung des Glaubens von Millionen Menschen zu Nutze machen oder über pseudokommunistische oder neofaschistische Modelle Staaten oder vielleicht die ganze Welt damit regieren wollen.

Für mich ist und bleibt die einzigste Alternative die soziale Marktwirtschaft. Die hat sehr gut funktioniert (50-er bis 70- er Jahre u. a. alt- BRD) und funktioniert heute noch einigermaßen in einigen Ländern Nordeuropas...

josy95


Grün: Stimme ich vom Grundsatz zu. Wo und wann hat es dann angefangen, unsozial zu werden bzw. hat die "Soziale Marktwirtschaft" aufgehört ? Dann, als die Politik (ich sage mal absichtlich und bewußt) geschlafen hat und ihre Entscheidungsgewalt an das Kapital abgegeben hat. Das war ein langsamer Prozess, in vielen kleinen Schritten, sodaß es nie einer Mehrheit wehgetan hat. Bis auf 1990, da ging dann alles sehr viel schneller. Warum wohl ? Ganz sicher nicht, weil es die Wirtschaftslage in Deutschland erforderte. Welche Parteien haben das denn vornehmlich zu verantworten, daß ein Machtverhältnis wie gegenwärtig sich entwickeln konnte, welches ohne tiefgreifende soziale Umbrüche nicht mehr korrigierbar ist, durch keine Partei.



Marienborn89 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#197

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 21:53
von DoreHolm | 7.677 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #158
Zitat von DoreHolm im Beitrag #150
Zitat von Gert im Beitrag #112
ich bin sehr zufrieden. Der Kommunismus liegt da wo er hingehört, auf dem Schrottplatz der Geschichte. Daher stören mich ein paar "edle " Kommunisten nicht weiter. Sie dürfen gerne in ihren Zirkeln die nächsten hundert Jahre disikutieren, was sie alles falsch gemacht haben, als sie die Macht in den Händen hielten. Nur wenn sie noch mal an die Macht kommen sollten, dann muss die Menschheit aktiv werden und ihnen gehörig auf die Fingerchen klopfen.
Ich hoffe es bleibt im Gedächtnis der Menschheit, was sie am Ende des 2. Jahrtausends hinterlassen haben. Das betrifft nicht nur die DDR, denn dort waren sie vergleichsweise milde aufgetreten im Vergleich zu den Mörderbanden in Russland, China, Kambodscha ( Pol Pot!!)





edit Fähler


Grün: Jaja, Gert, ich weiß. So wie Du kann einer reden, der sein Schäfchen im Trockenen hat. Mit deiner theoretisch noch möglichen Lebenszeit, abgesichert durch eine für ein vernünftiges Leben ausreichenden Rente kannst du dich getrost zurücklehnen und den absehbaren Entwicklungen der menschlichen Gesellschaft ganz entspannt entgegensehen. Ist ja alles (noch) sehr weit weg von Dir, was da alles so Unschönes draußen passiert. Den wesentlich Jüngeren geht es da schon etwas anders und wenn sich der Kapitalismus weiter so entwickelt, und es ist nicht erkennbar, daß er sich mehr Richtung Humanismus wandelt, dann werden unsere Kinder und Enkel über eine linke Alternative gegenüber dem Kapitalismus anders denken als Du. Muß doch für Dich eine Horrorvorstellung sein: Ein Enkel/Enkelin als aktiver Kommi ? Na klar, völlig unmöglich, diese Vorstellung. Die Eltern von Marx und Lenin hatten sich für ihren Sohn sicher auch eine andere politische Perspektive gewünscht, vermute ich, wenn sie nicht selbst auch schon linken bürgerlichen Idealen anhingen.

Rot: Dann wird hoffentlich auch im Gedächtnis der Menschen haften bleiben, was der Kapitalismus so alles hervorgebracht hat, wie z.B. die Nazizeit, die Kollonialkriege, Hunger und Elend u.a. Aber nein doch, das war natürlich nicht der Kapitalismus, wirst Du wohl sagen, oder ?

@DoreHolm
Ersetze das Wort Kapitalismus durch Kommunismus und es ist fast kongruent. Im Übrigen finde ich, dass du zu sehr alles dem Kapitalismus anlastest. Etwas differenzierter sollte das schon dargestellt werden. Nämlich,als die Engländer, Spanier,Portugiesen, Franzosen, Belgier ihre kolonialen Eroberungen machten, war von einer kapitalistischen Gesellschaft noch nicht viel zu sehen. Das waren eher feudalistische Gesellschaftsordnungen, stimmst du da mit mir überein ?

Meinen Kindern geht es auch sehr gut, weil sie alle meine Ermahnungen damals in der Schule beherzigt haben und das war Bildung, Bildung und nochmals Bildung. Sie arbeiten in sehr guten und auch gut bezahlten akademischen Berufen- Ich habe ihnen nämlich immer von dem fernen Lande erzählt, wo es anders ( für mich ) lief. Das haben sie am Ende verstanden und sind heute froh über ihren Stand. Also auch Jüngeren geht es gut. Man muss nur den rheinischen § 1 beachten und der lautet : von nix kütt nix. ( hochdeutsch von nichts kommt nichts )
Wenn ich das Wort gegen den Kommunismus erhebe, so heisst das nicht dass ich alles kritiklos hinnehme was heute passiert. Ich habe schon einiges auch an unserer heutigen Staatsform zu bemängeln Ich weiss aber, dass die erlebte Gesellschaftsordnung Sozialismus/Kommunismus, nennt es wie ihr es wollt, st für mich ein und die selbe Sch.... für mich das absolut Übelste war, was ich in meinem Leben erlebt habe. Daraus resultiert meine Einstellung. Und wenn Morgen die Fidschiinseln den Sozialismus aufbauen wollen, sage ich nur zu, Hauptsache nie mehr in meiner Heimat. Und ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste Grund ist, dass ich die Freiheit habe, das hier offen zu posten. Das ist für mich ganz wichtig.




Grün: Gert, die Bauernaufstände damals im 16. Jahrhundert habe ich ja auch nicht in die kommunistische Ära eingeordnet, auch wenn da von frühbürgerlicher Revolution gesprochen wird. Aber ihre Vorstellungen einer gerechteren Gesellschaft gehen dahin. Ebenso hat es die Kollonialkriege nicht nur in der Zeit der alten Caravellen gegeben, sondern weiterführend bis in die jüngste Zeit, und das war eben Kapitalismus pur.



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#198

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 21:53
von Bugsy | 454 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #195
[@Bugsy wenn du heute Kasinokapitalismus sehen willst, dann schau dich mal zuerst in der Hauptstadt deines UK Reiches um, in der Londoner City. Dort kannst du es in Reinkuktur sehen. Und das was an Industrie in UK noch vorhanden ist, kann sicher heute machen was sie will. Die britischen Gewerkschaften hat Maggy schon vor 25 Jahren kastriert. Da haben die deutschen Gwerkschaften noch ein wenig mehr Macht. Alles relativ, wie das ganze Leben.



Ich kenne den Laden, Gert. Dort hocken die größten Verbrecher aller Zeiten. Die “City of London“ unterliegt weder der britischen noch der europäischen Gesetzgebung, sondern macht sich ihre eigenen Gesetze. Und das seit ungefähr 600 Jahren. Dort können nur die Chefs der ansässigen Firmen wählen. Je nach Anzahl der ArbeitnehmerInnen haben die bis zu 30 Stimmen, die sie nach eigenem Gutdünken verteilen können. Es bedarf kaum der Erwähnung, dass die AN keinerlei Recht haben, irgendwas zu sagen, wie ihre Stimmen verteilt werden.

Gleich links hinter dem Sprecher im britischen Parlament hockt ein Vertreter der City of London, der dafür sorgt, dass die Interessen dieses Verbrechervereins angemessen vertreten sind. Zudem ist die City of London gleichzeitig die größte illegale Geldschleuse der Welt. Da kommen die Kaiman Inseln, usw. gar nicht mit. Im Jahre 2012 wurden 29 TRILLIONEN Dollar durch die Geldinstitute dort geschleust. Wobei ganz 252 Millionen Pfünde Sterling als Steuer bezahlt worden. Aber wohlgemerkt, nicht an den britischen Fiskus, sonder direkt in die Kasse der City of London.

Mann könnte natürlich ein paar Gesetze erlassen und dem ganzen illegalen Treiben innert eines Jahres ein Ende setzen, aber die politische Klasse ist auf das Wohlwollen des Bürgermeisters der City of London angewiesen. Und der Bürgermeister heißt nicht Boris Johnson. Er ist nur für Groß-London zuständig und hat keinerlei Befugnisse in der City of London. Erstaunlich, nicht wahr?

MsG


Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlicheit, der Sanitäter kommt zehn Minuten später.
Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#199

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 21:57
von DoreHolm | 7.677 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #161
Zitat von ddr-bürger im Beitrag #160
Egal ob Feudalismus oder Kapitalismus, ausschlaggebend ist die Form der Aneignung des Mehrproduktes, daraus ergeben sich die gesellschaftlichen Probleme.
Je größer die gesellschaftlichen und sozialen Probleme werden, um se mehr versucht man den Sozialismus / Kommunismus zu difamieren.

Ich bin mir sicher, das ist nicht das Ende der Entwicklung. Entweder es wird eine Gesellschaft geben (in Richtung Sozialismus) oder die Menschheit wird in dieser Form untergehen. Dieser Raubbau an Ressourcen und an der menschlichen Arbeitskraft wird das Problem schon regeln...




und wo ist der Unterschied ? Was hast du konkret als Facharbeiter davon gehabt, dass der Staat Gewinne aus der Produktion generierte ?
Ich habe zu meinen Lebzeiten in der DDR nichts aber auch gar nichts davon kennengelernt. Ich habe aber bei Kapitalisten gearbeitet, und sie haben mich zwar genauso "ausgebeutet " wie die DDR , aber in etwas milderer Form. Sie haben mir eine ordentliche Menge von dem Gewinn abgegeben ( tatsächlich habe ich jeden Sommer eine Gewinnbeteiligung für das vorangegangene Jahr erhalten ) und ließen mich auch leben.
Insofern war es mir gleichgültig, was sie darüber hinaus an Gewinn behielten.



edit Fähler


Ist ja schön für Dich, wenn Dir Dein Arbeitgeber genug übriggelassen hat. Frag mal die Aufstocker, die acht Stunden arbeiten, richtig arbeiten und dann doch noch weitere Stütze zum Erreichen des H 4-Niveaus beantragen müssen, ob die auch ihrem Arbeitgeber ein solches Zeugnis ausstellen würden.



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#200

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 22:07
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #193
also hier wird immer um die Begriffsbestimmung gerungen Sozialismus oder Kommunismus oder was auch immer. Für mich ist das alles eine Sauce und wenn man damit gefüttert wird, extrem schwer verdaulich. Das möchte ich nur mal klarstellen.

Trotzdem 'nen schönen Abend


Das hat mich bei meinen drei Reisen in die Sowjetunion bis zuletzt beschäftigt- laut Schulstoff waren die schon kommunistisch, immerhin regierte eine Kommunistische PDSU und in der DDR eine Sozialistische ED, wie naiv das damals war weiß ich heute auch aber seinerzeit bin ich voller Spannung zu meiner Freundschaftsreise angetreten und wollte ernsthaft analysieren, wo die weiter sind als wir in der DDR.
Also die Busfahrer waren so unfreundlich wie unsere auch bloß, die Dolmetscherin professionell und fachlich absolut fit, im Laden mußte bezahlt werden und die kleinen Russenkinder ließen sich von den Osttouristen keine Westkaugummis schenken, wo also ansetzen ?
Der Freundschaftsabend mit den Komsomolzen brachte mich genauso wenig weiter wie die Tagediebe, die sich nachts in den Hotels rumtrieben und mit uns irgendwelche Deals auf den Zimmern machen wollten in Form dubioser Tauschgeschäfte...manche von uns hatten Westklamotten am Leib und die hatten Rubel, also auch wie gehabt- DDR mit fremdsprachigen Gastgebern.
Der Besuch in einer Manufaktur in Ufa, wo Keramikteile von Hand bemalt wurden war mir vertraut und auch der Hotelbetrieb mit ihren dominanten Djeschurnajas auf dem Flur meinte ich auch aus dem Ferienlager schon zu kennen, wo also konnte man ansetzen, um wirklichen Fortschritt in Richtung Kommunismus wahrzunehmen, wer weiß Rat ?
Ich war nach meiner Rückkehr ehrlich gesagt froh, daß mich auf den FDJ- Versammlungen danach niemand ernsthaft zu dieser Thematik befragte, die Reisen waren schön und das Land immer wieder aufs Neue eine Entdeckung aber meine Analyse blieb auf der Strecke.
Einzig die Bescheidenheit und Gastfreundlichkeit der normalen Menschen, also außerhalb des Touristenbetriebes faszinierten mich, unvergessen der Moment als ein Händler uns eine Handvoll Erdnüsse hinterherbrachte, um sie zu verschenken...warum er das tat, werde ich nie erfahren und auch ein Erlebnis auf dem Arbat (Kulturmeile) ließ ein wenig Kommunismus aufblitzen als mich ein Straßenkünstler porträtierte und mich am Ende fragte, was mir das Bild wert sei.
Diese Fratze habe ich heute noch irgendwo liegen, er hatte aber auch wirklich perfekt gepinselt und es ist eines meiner schönsten Urlaubserinnerungen an dieses Land, das mir geografisch fern aber emotional immer noch nahe steht.



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