#1

Deutsche Amtsstuben - ein Hort der Angst

in Themen vom Tage 19.07.2013 15:35
von Grenzgänger (gelöscht)
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Nach einem interessanten Erlebnis am gestrigen Tag habe ich überlegt. "Wie war das eigentlich zu DDR- Zeiten mit Behördengängen? Was hatte man eigentlich damit zu tun?"
Mir fiel dann das Wohnungsamt ein, dort habe ich zumindest etliche Zeit verbracht ("Zuzugsgenehmigung" !- kann sich ein jüngerer User vorstellen, dass man so etwas haben musste?, dann Tauschanträge, Wohnungszuweisung !
Dann noch der Kohlenhandel mit der Ausgabe von Bezugsscheinen.. (wenn auch keine Behörde, so durchaus mächtig..)
Solche Sachen wie Kindergartenantrag, Einschulung liefen nmE irgendwie automatisch (oder hat das bloss die Frau erledigt?), wie die meisten Dinge eben vororganisiert waren.
Je nach Anliegen und Erfolgsaussichten lagen aber irgendwelche mulmigen Gefühle immer auf der Seite des Bittstellers, die Macht des Amtes oder der Person hinter dem Schreibtisch wurde schon gespürt. Manchmal wurde die sicher auch richtig rausgehängt..

Heute scheint mir das deutlich andersherum zu sein !
Der MA hinter dem Schreibtisch hat nur noch Schiss, etwas falsch zu machen und gegen irgendeine Anweisung zu verstoßen!

Ich hatte gestern die einfache Aufgabe, einen amtlichen Nachweis darüber zu erbringen, dass wir für unsere jüngste Tochter (in der Ausbildung) Kindergeld beziehen.
Na gut, dachte ich, nimmst den Bescheid und fragst vorsichtshalber nochmal telefonisch bei der Familienkasse an, ob das als Nachweis ausreichernd wäre (weil die Bezugsdauer nicht so deutlich hervorgeht).
Also Nummer auf dem Bescheid gewählt und: "Sie sind verbunden mit der... dieser Anruf ist für sie kostenfrei.. unsere Rufnummer hat sich geändert, bitte rufen sie die 0800 bla bla.."
Also neue Nummer gewählt und. "Wenn sie ... wünschen, drücken sie bitte die 4..."
Das war nicht das richtige, also die andere Nummer auf dem Bescheid gewählt (die sich genauso geändert hatte - also Prozedere wie vor)
Nächster Schritt: Hingefahren (fast gleich drangekommen, nichts los..)
Ich der Dame alles erzählt, was ich will - sie sagt, kein Problem - um dann in ihrem Rechner festzustellen, dass ich als "leiblicher Vater" "gelöscht" worden bin (wir waren zur Geburt unserer Tochter unverheiratet) und meine (seit 2002 Ehefrau) Frau bei ihr als "alleinstehend" erfasst ist.
Somit kann sie mir, aus Gründen des Datenschutzes !, nicht bestätigen, dass wir Kindergeld beziehen.!
Das könne nur meine Frau persönlich beantragen und sie würde dann die Bestätigung schriftlich bekommen.

Ich bin ob soviel Unsinns fast ausgetickt (ich bin ein friedlicher Bürger !) - sie hat dann noch die Akte geholt, da war auf drei Dutzend Formularen meine Unterschrift als Vater und später Ehegatte drauf, das hat die Dame nicht interessiert.
Sie glaubt mir das schon alles, aber ihre Vorschriften wären eben so

Habe ich also gesagt, gut, meine Frau kommt nach der Mittagspause vorbei und wird den Antrag stellen (zwischendurch habe ich meine Frau auch telefonisch gefragt, warum sie mir nicht gesagt hat, dass sie sich von mir hat scheiden lassen...)...

Ich hatte dann noch den kühnen Gedanken, meinen Briefumschlag A5 mit meinem kopierten Bescheid (also erkennbar keine Bombe oder so..) für ca. 2 Stunden für meine Frau zur Abholung am Tresen des sehr professionellen Wachschutzes des Bürohauses zu hinterlegen.
Na das war erst ne Idee - der jungdynamische Wachschützer hat mir lang und breit erklärt, dass das mit seinen Vorschriften kollidiert und da wäre schon so viel passiert.. nee, nee - geht gar nicht!

Wir haben das dann alles gelöst, meine Frau hat den Antrag gestellt - war nach 2 Minuten erledigt.
Die Bestätigung hat die Kollegin übrigens sogar direkt mir persönlich- unter Umgehung der einzig empfangsberechtigten Ehefrau!- in die Hand gedrückt.

Hätten nicht diese beiden Menschen (die erste Amtsperson und der Wachmann) sich einen richtig angenehmen Feierabend dadurch verschaffen können, indem sie ihrem gesunden Menschenverstand gefolgt wären?
Den Feierabend hatten sie sicher auch so - aber wäre es nicht ein gutes Gefühl, zu sagen, heute habe ich mal als Mensch gehandelt?
Sie wussten beide, dass da nichts passieren wird, kein Anschlag, kein Missbrauch, kein Verrat von irgendetwas..

Und trotzdem haben sie sich an ihre "Vorschrift" geklammert..

Wie sind eure Erfahrungen..

Siggi


Nachtrag:
..ich wollte ja noch Reinhard Mey aus den 70er/frühen 80ern zitieren.

ein Mann sagt auf dem Amt.
"Ich brauch hier mal ne Unterschrift"
Jener lachend: "Was brauchen Sie? Sie brauchen erstmal....

einen Antrag auf Erteilung eines Antragformulars
zur Bestätigung der Nichtigkeit des Durchschriftexemplars,
dessen Gültigkeitsvermetk von der Bezugsbehörde stammt,
zum Behuf der Vorlage beim zuständ`gen Erteilungsamt

...


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zuletzt bearbeitet 19.07.2013 16:27 | nach oben springen

#2

RE: Deutsche Amtsstuben - ein Hort der Angst

in Themen vom Tage 20.07.2013 00:05
von Grenzgänger (gelöscht)
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.. ich muss schon sagen, dass ich einigermaßen überrascht bin.
Keine einzige Spontanantwort in achteinhalb Stunden..!
In dieser Zeit wären im "Sackhaarthema" schon wieder 12,2 Beiträge erschienen (nach dem Durchschnitt über die Laufzeit des Kracherthemas)..
Ich denke weiter darüber nach..

Siggi


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#3

RE: Deutsche Amtsstuben - ein Hort der Angst

in Themen vom Tage 20.07.2013 07:16
von Moskwitschka (gelöscht)
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Soll ich ehrlich sein? Ich hatte Anlauf genommen, doch dann wollte ich mir nicht das Wochenende mit den aktuellen persönlichen Erfahrungen mit Behörden versauen. Daher etwas aktuelles aus der ALG II - Welt:

"Auf Fleisch verzichten, weniger heizen, Möbel verkaufen: Alles Tipps für Hartz-IV-Empfänger, die das Jobcenter Pinneberg in einer neuen Broschüre vorschlägt. Der Vizechef der Bundesagentur für Arbeit ist voll des Lobes. „Absoluter Unsinn“, urteilt dagegen ein Sozialverband.

Es wird geschildert, wie „Familie Fischer“ Hartz IV beantragt. Comic-Bilder illustrieren diesen Prozess. Zu Beginn der Broschüre stellt die Familie fest, dass sie im Zuge der Umstellung von Arbeitslosengeld I auf Hartz IV weiter sparen müsse: „Erster Beschluss des Familienrats: eine Woche auf Fleisch zu verzichten.“ Die Tochter erklärt begeistert: „Ich will sowieso Vegetarier werden.“

Daneben versteigert die Familie elf Jahre alte Möbelstücke im Internet. Sie bekommt dafür glatt 350 Euro. Die darf sie behalten, da der Erlös aus dem Verkauf von Möbeln und Haushaltsgegenständen nicht angerechnet werde. Als weiteren Tipp empfiehlt das Jobcenter dann noch das Sozialkaufhaus, wo „Menschen mit wenig Geld gut erhaltene Gegenstände erwerben“ können.

Da Mineralwasser aus dem Supermarkt teuer sei, bekommt „Mutter Sylvia“ von einer Freundin den Tipp, lieber Leitungswasser zu trinken. Denn bei Getränken könne man eine Menge sparen. Wenn es nicht so gut schmeckt, „müsst ihr euch nur dran gewöhnen“.

In einem gesonderten Abschnitt der Broschüre finden sich weitere Spartipps. Das Jobcenter empfiehlt, dass die Raumtemperatur nicht mehr als 20 Grad Celsius betragen solle. In der Nacht könne die Temperatur in Räumen um weitere fünf Grad gesenkt werden.

Wasser könnten Betroffene sparen, wenn sie ihre alten Spülkästen an der Toilette durch moderne Kästen mit Stopp-Funktion ersetzen. „Manchmal hilft es auch schon, ein paar Steine in den Spülkasten zu legen. So können Sie bei jedem Gebrauch mehrere Liter Wasser sparen.“ Statt eines Vollbads reiche auch eine Dusche, so das Jobcenter."

http://www.focus.de/politik/deutschland/...id_1046825.html

Da sind meine Erfahrungen Pillepalle. Wie müssen sich die Menschen fühlen, die trotz Arbeit mit ALG II aufstocken müssen und dann diese "Lebenshilfe" in Papierform in die Hand gedrückt bekommen?

LG von der grenzgaengerin


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#4

RE: Deutsche Amtsstuben - ein Hort der Angst

in Themen vom Tage 20.07.2013 07:55
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Der war gut was Grenzgänger, der mit dem Bedanken oben? Ich dachte mach das mal, damit Siggi registriert, das die Männers aus dem "Sackhaarthema" auch andere Freds lesen. Na gut, im ALG II Bereich kann ich weniger mitreden aber sparen tun wir auch, fängt schon mit dem Auto an.Nur läuft die Karre zur Zeit nicht so richtig, also sparen Out, Werkstatt in oder besser notwendig, es ist ein Trauerspiel.

Lebensläufer ...aber OT, bin schon weg


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#5

RE: Deutsche Amtsstuben - ein Hort der Angst

in Themen vom Tage 20.07.2013 08:31
von Vogtländer (gelöscht)
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@ Siggi:
Wenn der Paragraphenwirwar nicht so traurig und ätzend wär,könnte in diesem Land einiges schneller und stressfreier abgehen!
Totzdem mußte ich lachen bei Deinem Beitrag!
Reden Deine Gattin und Du miteinander?So mal blöd frage,weil Du ja nichts wußtest von ner Scheidung!


zuletzt bearbeitet 20.07.2013 08:32 | nach oben springen

#6

RE: Deutsche Amtsstuben - ein Hort der Angst

in Themen vom Tage 20.07.2013 09:57
von ddr-bürger (gelöscht)
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Grenzgaengerin hat das Thema sehr gut beschrieben. ich habe das auch gelesaen, mir aber verkniffen darüber zu schreiben. Eins stimmt in den meisten Behörden ist man freundlicher, man will ja das "Beste" und zwar das Geld des Bürgers. Ob es um Bauanträge oder Umlagen für Straßensanierungen geht, egal.
Nur wo der Bürger finanzielle Hilfe einfordert, da dreht sich der Spieß oft um. Wer hat schon erlebt wie lange eine Antrag auf Grad der Schwerbeschädigung bearbeitet wird?
Die größten Schweinereien sind ALG II und auch der Zwangsbeitrag für GEZ. GEZ verstößt ja auch irgendwie gegen geltendes Recht, einen beitrag auf Vermutung oder Verdacht, ein Wort Willkür.


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#7

RE: Deutsche Amtsstuben - ein Hort der Angst

in Themen vom Tage 20.07.2013 10:17
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von Grenzgänger im Beitrag #2
.. ich muss schon sagen, dass ich einigermaßen überrascht bin.
Keine einzige Spontanantwort in achteinhalb Stunden..!
In dieser Zeit wären im "Sackhaarthema" schon wieder 12,2 Beiträge erschienen (nach dem Durchschnitt über die Laufzeit des Kracherthemas)..
Ich denke weiter darüber nach..

Siggi

Du hast nicht gerade das spannenste Thema, liegt sicher der Amtsschimmel drauf.
Das andere Thema liegt den Menschen, ist ja auch jeden Tag präsent.


xxx
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#8

RE: Deutsche Amtsstuben - ein Hort der Angst

in Themen vom Tage 20.07.2013 10:20
von ddr-bürger (gelöscht)
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Ich denke auch etwas Resignation.......


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#9

RE: Deutsche Amtsstuben - ein Hort der Angst

in Themen vom Tage 20.07.2013 10:21
von Heckenhaus | 5.110 Beiträge

Auf keinen Fall darf man irgendwelche Ämter oder Behörden gesenkten Hauptes betreten, so das jeder gleich erkennt: OH, ein Bittsteller.
Ich mußte im Mai nach 18 Monaten Krankheit, Reha, Aussteuerung zur AfA. ALG I beantragen. Alles im grünen Bereich, bis zur Antragsabgabe.
Ein äußerst unfreundlicher Kerl der Agentur für Arbeit Göppingen nahm die Unterlagen an, keine Auskunft, nichts.
Ich erlaubte mir zu sagen, das ich die Unterlagen ja auch hätte per Post schicken konnen, hat doch nichts gebracht.
Antwort : "Sie haben doch den Antrag abgegeben !"
Als wie : Ist das nichts ?
Weitere Auskunft : Der Med. Dienst der AfA muß erst Gutachten und Berichte einsehen, vorher wird nichts entschieden.
Es lagen aber bereits Gutachten vor vom Facharzt, der Krankenkasse, Der Rentenversicherung, der Reha-Klinik.
Am Folgetag hatte ich die letzte erbauliche Auskunft schriftlich im Postkasten. Also warten. Was mir gar nicht liegt.
Also E-Mail an besagten Herren mit der Forderung, bis zum xxx einen nachprüfbaren endgültigen Bescheid zuzustellen, lt SGB III.
Mit der Ankündigung, im Falle der Nichtreaktion Rechtsmittel anzuwenden.
2 Tage vor Fristablauf kam ein vorläufiger Bescheid mit dem Verweis auf den o.e. Gutachter, und pünktlich zum Fristablauf lag dann der
endgültige Bescheid zum ALG I bei mir auf dem Tisch.
Es geht also, nur, man muß sich behaupten. In meinem Falle griff die Nahtlosigkeitsregelung, und da muß gezahlt werden, bis eine Entscheidung
der DRV vorliegt.
Das sollte ein Bearbeiter der AfA eigentlich wissen.
.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#10

RE: Deutsche Amtsstuben - ein Hort der Angst

in Themen vom Tage 20.07.2013 10:27
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #9
Auf keinen Fall darf man irgendwelche Ämter oder Behörden gesenkten Hauptes betreten, so das jeder gleich erkennt: OH, ein Bittsteller.
Ich mußte im Mai nach 18 Monaten Krankheit, Reha, Aussteuerung zur AfA. ALG I beantragen. Alles im grünen Bereich, bis zur Antragsabgabe.
Ein äußerst unfreundlicher Kerl der Agentur für Arbeit Göppingen nahm die Unterlagen an, keine Auskunft, nichts.
Ich erlaubte mir zu sagen, das ich die Unterlagen ja auch hätte per Post schicken konnen, hat doch nichts gebracht.
Antwort : "Sie haben doch den Antrag abgegeben !"
Als wie : Ist das nichts ?
Weitere Auskunft : Der Med. Dienst der AfA muß erst Gutachten und Berichte einsehen, vorher wird nichts entschieden.
Es lagen aber bereits Gutachten vor vom Facharzt, der Krankenkasse, Der Rentenversicherung, der Reha-Klinik.
Am Folgetag hatte ich die letzte erbauliche Auskunft schriftlich im Postkasten. Also warten. Was mir gar nicht liegt.
Also E-Mail an besagten Herren mit der Forderung, bis zum xxx einen nachprüfbaren endgültigen Bescheid zuzustellen, lt SGB III.
Mit der Ankündigung, im Falle der Nichtreaktion Rechtsmittel anzuwenden.
2 Tage vor Fristablauf kam ein vorläufiger Bescheid mit dem Verweis auf den o.e. Gutachter, und pünktlich zum Fristablauf lag dann der
endgültige Bescheid zum ALG I bei mir auf dem Tisch.
Es geht also, nur, man muß sich behaupten. In meinem Falle griff die Nahtlosigkeitsregelung, und da muß gezahlt werden, bis eine Entscheidung
der DRV vorliegt.
Das sollte ein Bearbeiter der AfA eigentlich wissen.
.


Ich hoffe das es Dir gesundheitlich wieder besser geht, bei 18 Monaten Krankheit. !!
Wünsche Dir persönlich alles Gute @Heckenhaus

Gruß vom silberfuchs60


xxx
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#11

RE: Deutsche Amtsstuben - ein Hort der Angst

in Themen vom Tage 20.07.2013 10:27
von ddr-bürger (gelöscht)
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Stimmt, ich habe auch nie aufgegeben und bin den Weg über Widersprüche gegangen. Nur leider ist das sinnloser Kraftverbrauch. Ich kenne Leute von der Arbeitsagentur, die selber "ausgebrannt" sind. Ein Teil kommt gut mit der "Macht" dort zurecht, andere leiden selber unter dem Irrsinn der dort stattfindet.


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#12

RE: Deutsche Amtsstuben - ein Hort der Angst

in Themen vom Tage 20.07.2013 10:38
von Heckenhaus | 5.110 Beiträge

Zitat von silberfuchs60 im Beitrag #10

Ich hoffe das es Dir gesundheitlich wieder besser geht, bei 18 Monaten Krankheit. !!
Wünsche Dir persönlich alles Gute @Heckenhaus

Gruß vom silberfuchs60


Danke

Jo, alles im grünen Bereich. Rechte Schulter ist hinüber, keine Belastung mehr möglich, also berufsuntauglich.
Aber mit jetzt fast 64 kein Thema, im Alltag stört das kaum.
Warte jetzt auf meinen Rentenbescheid und sitze auf gepackten Taschen.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#13

RE: Deutsche Amtsstuben - ein Hort der Angst

in Themen vom Tage 20.07.2013 11:16
von Grenzgänger (gelöscht)
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Danke für eure Antworten..
dass es nicht das spannendste Thema ist, war mir schon klar- gehört ja eigentlich zum täglichen Wahnsinn.
Meine persönlichen Eindrücke waren aber eben noch so frisch, dass das einfach raus musste.
Vor allem eben mein Eindruck, dass die "typischen Amtssituationen" wegen der "Angststeuerung" derjenigen hinter dem Schreibtisch zustande kommt.

Nicht Mut zur sachgerechten Entscheidung ist die Grundlage, sondern "bloss nichts falsch machen- lieber gar nichts machen"

Siggi


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#14

RE: Deutsche Amtsstuben - ein Hort der Angst

in Themen vom Tage 20.07.2013 20:45
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Ich habe beruflich viel mit Ämtern zu tun und kann sagen, die Mitarbeiter dort sind meist freundlich und bemüht meine Anliegen zügig zu bearbeiten.
Die meisten verstehen sich wohl schon als Dienstleister für den Bürger der sie schließlich auch bezahlt.


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#15

RE: Deutsche Amtsstuben - ein Hort der Angst

in Themen vom Tage 20.07.2013 21:11
von Gert | 12.354 Beiträge

Ich habe nicht viel mit Ämtern zu tun, wenn aber, so stoße ich auch stets auf freundliche und hilfsbereite Mitarbeiter.
Wichtig ist, denen auch so auf Augenhöhe zu begegnen. Wenn du anfängst Ärger zu machen, sitzen sie am längeren Hebel und machen dir Ärger.
Dass in Deutschland alles peinlichst geregelt ist, kann man beklagen weil es oft nicht mehr überschaubar ist, man kann es aber auch als positiv sehen. Es gibt keine Lücken, wo evtll. die Behörden Missbrauch oder Fehlinterpretationen von Vorschriften und Gesetzen durchführen können.
Siehe mal ein Land wie Griechenland, wo offenbar nichts gut organisiert ist, vor allem aber das Steuerwesen große Lücken ausweist, wo die Griechen mit ihren berüchtigten Geldumschlägen alles in ihrem Sinne in der Vergangenheit regelten. Wo das Land angekommen ist, ist ersichtlich. Möchtest du solche Zustände in D ? Ich nicht !


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
Svenni1980 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#16

RE: Deutsche Amtsstuben - ein Hort der Angst

in Themen vom Tage 20.07.2013 21:47
von Grenzgänger (gelöscht)
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Ja, grenzwolf und gert,
freundlich war das schon alles (soll auch sein, auf beiden Seiten) und Regelungen sollen / müssen auch sein..
Aber in diesem, meinem dargestellten Fall hätte doch die Dame sich einfach mal sagen können: "Ja, okay, (ich bin überzeugt) das ist der Vater- ich gebe dem jetzt einfach diesen Zettel, und es wird mir nichts und auch niemandem sonst etwas passieren"
Sie hat ja mehrfach betont, dass sie mir das alles glaubt.. trotzdem hat sie es nicht gemacht.
Die Angst vor.. ja wovor eigentlich?.. war stärker.
Ich wäre bestimmt nicht zu ihrem Chef gegangen und hätte sie "wegen Verstoßes gegen den Datenschutz" ( ist ja in dem Fall lächerlich) "verpetzt"...

Na und der Wachmann erst.. was hätte der sich denn vergeben?
Selbst wenn sein Chef zufällig vorbeigekommen wäre, hätte der bestimmt nicht gefragt, was das für ein Umschlag ist- weil er ihn gar nicht bemerkt hätte.

Sicher kann ich mir 1000 Situationen ausmalen, wie die beiden Episoden ganz schlimm weitergehen könnten- aber dann wäre ich ja schon Action Thriller- Autor...

Siggi


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#17

RE: Deutsche Amtsstuben - ein Hort der Angst

in Themen vom Tage 20.07.2013 22:38
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Grenzgänger im Beitrag #16
Ja, grenzwolf und gert,
freundlich war das schon alles (soll auch sein, auf beiden Seiten) und Regelungen sollen / müssen auch sein..
Aber in diesem, meinem dargestellten Fall hätte doch die Dame sich einfach mal sagen können: "Ja, okay, (ich bin überzeugt) das ist der Vater- ich gebe dem jetzt einfach diesen Zettel, und es wird mir nichts und auch niemandem sonst etwas passieren"
Sie hat ja mehrfach betont, dass sie mir das alles glaubt.. trotzdem hat sie es nicht gemacht.
Die Angst vor.. ja wovor eigentlich?.. war stärker.
Ich wäre bestimmt nicht zu ihrem Chef gegangen und hätte sie "wegen Verstoßes gegen den Datenschutz" ( ist ja in dem Fall lächerlich) "verpetzt"...

Na und der Wachmann erst.. was hätte der sich denn vergeben?
Selbst wenn sein Chef zufällig vorbeigekommen wäre, hätte der bestimmt nicht gefragt, was das für ein Umschlag ist- weil er ihn gar nicht bemerkt hätte.

Sicher kann ich mir 1000 Situationen ausmalen, wie die beiden Episoden ganz schlimm weitergehen könnten- aber dann wäre ich ja schon Action Thriller- Autor...

Siggi


Meine Frau war etliche Jahre in der Grundstücks-Bewertung und ich kenne sie, ist eine liebe
Manchmal verstehen die Leute auch nicht das der Bearbeiter eine Sache nicht "einfach so" machen kann, weil, er hat auch seine dienstlichen Vorschriften an die er sich halten muss.
Die Frage, ob wir uns immer im Umgang mit Behördenmitarbeitern so verhalten wie wir es einfordern, darf auch einmal gestellt werden


Küchenbulle 79 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.07.2013 22:38 | nach oben springen

#18

RE: Deutsche Amtsstuben - ein Hort der Angst

in Themen vom Tage 20.07.2013 22:40
von Mike59 | 7.939 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #17
Zitat von Grenzgänger im Beitrag #16
Ja, grenzwolf und gert,
freundlich war das schon alles (soll auch sein, auf beiden Seiten) und Regelungen sollen / müssen auch sein..
Aber in diesem, meinem dargestellten Fall hätte doch die Dame sich einfach mal sagen können: "Ja, okay, (ich bin überzeugt) das ist der Vater- ich gebe dem jetzt einfach diesen Zettel, und es wird mir nichts und auch niemandem sonst etwas passieren"
Sie hat ja mehrfach betont, dass sie mir das alles glaubt.. trotzdem hat sie es nicht gemacht.
Die Angst vor.. ja wovor eigentlich?.. war stärker.
Ich wäre bestimmt nicht zu ihrem Chef gegangen und hätte sie "wegen Verstoßes gegen den Datenschutz" ( ist ja in dem Fall lächerlich) "verpetzt"...

Na und der Wachmann erst.. was hätte der sich denn vergeben?
Selbst wenn sein Chef zufällig vorbeigekommen wäre, hätte der bestimmt nicht gefragt, was das für ein Umschlag ist- weil er ihn gar nicht bemerkt hätte.

Sicher kann ich mir 1000 Situationen ausmalen, wie die beiden Episoden ganz schlimm weitergehen könnten- aber dann wäre ich ja schon Action Thriller- Autor...

Siggi


....
Die Frage, ob wir uns immer im Umgang mit Behördenmitarbeitern so verhalten wie wir es einfordern, darf auch einmal gestellt werden


Interessanter Aspekt.


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#19

RE: Deutsche Amtsstuben - ein Hort der Angst

in Themen vom Tage 20.07.2013 22:46
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Mike59 im Beitrag #18
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #17
Zitat von Grenzgänger im Beitrag #16
Ja, grenzwolf und gert,
freundlich war das schon alles (soll auch sein, auf beiden Seiten) und Regelungen sollen / müssen auch sein..
Aber in diesem, meinem dargestellten Fall hätte doch die Dame sich einfach mal sagen können: "Ja, okay, (ich bin überzeugt) das ist der Vater- ich gebe dem jetzt einfach diesen Zettel, und es wird mir nichts und auch niemandem sonst etwas passieren"
Sie hat ja mehrfach betont, dass sie mir das alles glaubt.. trotzdem hat sie es nicht gemacht.
Die Angst vor.. ja wovor eigentlich?.. war stärker.
Ich wäre bestimmt nicht zu ihrem Chef gegangen und hätte sie "wegen Verstoßes gegen den Datenschutz" ( ist ja in dem Fall lächerlich) "verpetzt"...

Na und der Wachmann erst.. was hätte der sich denn vergeben?
Selbst wenn sein Chef zufällig vorbeigekommen wäre, hätte der bestimmt nicht gefragt, was das für ein Umschlag ist- weil er ihn gar nicht bemerkt hätte.

Sicher kann ich mir 1000 Situationen ausmalen, wie die beiden Episoden ganz schlimm weitergehen könnten- aber dann wäre ich ja schon Action Thriller- Autor...

Siggi


....
Die Frage, ob wir uns immer im Umgang mit Behördenmitarbeitern so verhalten wie wir es einfordern, darf auch einmal gestellt werden


Interessanter Aspekt.


Wirst wohl vermutlich wissen was ich meine


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#20

RE: Deutsche Amtsstuben - ein Hort der Angst

in Themen vom Tage 20.07.2013 23:21
von ddr-bürger (gelöscht)
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Zitat von Gert im Beitrag #15

Ich habe nicht viel mit Ämtern zu tun, wenn aber, so stoße ich auch stets auf freundliche und hilfsbereite Mitarbeiter.
Wichtig ist, denen auch so auf Augenhöhe zu begegnen. Wenn du anfängst Ärger zu machen, sitzen sie am längeren Hebel und machen dir Ärger.
Dass in Deutschland alles peinlichst geregelt ist, kann man beklagen weil es oft nicht mehr überschaubar ist, man kann es aber auch als positiv sehen. Es gibt keine Lücken, wo evtll. die Behörden Missbrauch oder Fehlinterpretationen von Vorschriften und Gesetzen durchführen können.
Siehe mal ein Land wie Griechenland, wo offenbar nichts gut organisiert ist, vor allem aber das Steuerwesen große Lücken ausweist, wo die Griechen mit ihren berüchtigten Geldumschlägen alles in ihrem Sinne in der Vergangenheit regelten. Wo das Land angekommen ist, ist ersichtlich. Möchtest du solche Zustände in D ? Ich nicht !




Ist ja richtig, bis auf einige Ausnahmen. Es gibt da ein Sprichwort "Wie es in den Wald ruft, soschallt es heraus". Das ist auch bei Behörden so und manchmal muß man um "die Ecke" denken um die "Beamtem" zu verstehen, manches würden sie bestimmt erledigen (z.B. das Beispiel im Eröffnungstext), doch sie dürfen nicht......
Das ist ähnlich wie im Rechnungswesen, "Keine Buchung ohne Beleg"....

Nur da gibt es die berüchtigten "Ermessensspielräume", dort beginnt das Elend. Wenn ein Administrator für Netzwerke einen "Lehrgang" für "Word" und "Excel" besuchen muß. Grund, der Sachbearbeiter muß die Maßnahme füllen, oder wenn Bedarfsgemeinschaften kreiert werden....

Mein wichtigster Grundsatz beim Umgang mit Behörden, mach Dich schlau (so weit möglich), versuche so viele Infos wie möglich zu bekommen.

Und wie gesagt, es ist immer zweierlei, ein Bauantrag oder Antrag auf H4, dort scheiden sich die Wege und der "Servicegedanke".


zuletzt bearbeitet 20.07.2013 23:22 | nach oben springen



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