#21

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 20.07.2013 10:36
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von SCORN im Beitrag #19
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #10
Hat jemand detailliertes Wissen, eventuell aus alten Unterlagen, die Vorgänge im Herbst 83 in der 7.GK 2.GB. GR 24 betreffend?
Dort wurde der ehemalige Kompaniechef vor versammelter Mannschaft, inklusive meiner Wenigkeit, vom Major zum Soldaten degradiert.


das widerspricht so ziemlich allen Vorschrifften und Gepflogenheiten diesbezüglich! Einen Offizier bestrafte man höchstens im Kreise der Offiziere! Das ist wohl in den meisten Armeen der Welt so! Ich kann mir kaum vorstellen das dies in der DDR nur in der VM so gehandhabt wurde!
Eine versammelte Grenzkompanie ist so ziemlich der schlechteste Ort den Kompaniechef "Abzuschießen"! Wenn man einen Major zu Soldaten degradiert so wäre die kleinste Instanz wohl das Regiment! Diesbezüglich würde mich auch interessieren was da im Herbst 83 in besagter Kompanie passiert ist!

SCORN



Als einfacher Soldat einer solchen Sache beizuwohnen war ein sonderbares Gefühl, ich hatte den Eindruck der Mann sollte vollkommen gedemütigt werden.
Die der Mannschaft gegebene Begründung war vollkommene Unfähigkeit der Kompanieführung die auch ausgewechselt wurde, außer einem, dem Politstellvertreter.
Wenn jemand Major ist kann er aber eigentlich nicht vollkommen unfähig sein und der auch unfähige Stellvertreter war ein Hauptmann.
Das Auswechseln hätte auch still erfolgen können, darum frage ich mich auch was wirklich dahinter steckte.


zuletzt bearbeitet 20.07.2013 10:53 | nach oben springen

#22

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 20.07.2013 13:13
von Gohrbi | 566 Beiträge

..wenn es bei uns Degradierungen gab, dann war beim antreten der niedrigste Dgrd, der, den er dann erhalten hat.
Von der sache her ja auch witzlos, denn nachher rannte er ja mit dem neuen Dgrd in der Kp rum.
Auch bei Bestrafungen ging es ...Bestrafung des Gefreiten alle, Bestrafung des UvD..Mannschaften wegtreten....Bestrafung des OvD...alles drunter wegtreten....war immer ne tolle Veranstaltung.

Wenn ein BU sagte, er möchte sich entpflichten und schnell weg, dann haben wir ihm immer das Westpäckchen in die Dienststelle empfohlen...


zuletzt bearbeitet 20.07.2013 13:14 | nach oben springen

#23

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 20.07.2013 14:27
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von Gohrbi im Beitrag #22
..wenn es bei uns Degradierungen gab, dann war beim antreten der niedrigste Dgrd, der, den er dann erhalten hat.
Von der sache her ja auch witzlos, denn nachher rannte er ja mit dem neuen Dgrd in der Kp rum.
Auch bei Bestrafungen ging es ...Bestrafung des Gefreiten alle, Bestrafung des UvD..Mannschaften wegtreten....Bestrafung des OvD...alles drunter wegtreten....war immer ne tolle Veranstaltung.

Wenn ein BU sagte, er möchte sich entpflichten und schnell weg, dann haben wir ihm immer das Westpäckchen in die Dienststelle empfohlen...

und das hat auch immer geklappt ?


xxx
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#24

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 20.07.2013 14:34
von Gohrbi | 566 Beiträge

...böse Zungen behaupten, ja.... ...manchmal mußte er sich dann auch noch uneinsichtig zeigen...
mich haben sie ja auch nicht entlassen.....nee ich glaube für unehrenhaftes Entlassen mußte man sich schon was einbrocken...

Ich hatte einen BU (Ufw) der wollte auch weg.....versuchte es auf die Krankheitsnummer...der Rücken.....
nur hat er die Rechnung ohne KC gemacht, der bescheinigte ihm noch sein Handikap...er wollte
wieder als Brennmeister in der Ziegelei arbeiten.......leider mit "Rücken" nicht möglich gewesen.


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#25

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 20.07.2013 14:40
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von Gohrbi im Beitrag #24
...böse Zungen behaupten, ja.... ...manchmal mußte er sich dann auch noch uneinsichtig zeigen...
mich haben sie ja auch nicht entlassen.....nee ich glaube für unehrenhaftes Entlassen mußte man sich schon was einbrocken...

Ich hatte einen BU (Ufw) der wollte auch weg.....versuchte es auf die Krankheitsnummer...der Rücken.....
nur hat er die Rechnung ohne KC gemacht, der bescheinigte ihm noch sein Handikap...er wollte
wieder als Brennmeister in der Ziegelei arbeiten.......leider mit "Rücken" nicht möglich gewesen.

...dann war das ein klug ausgetüftleter Plan und der "Schuss".....


xxx
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#26

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 20.07.2013 15:15
von Gohrbi | 566 Beiträge

...ja, wie sagte man? SELBSTLÄUFER


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#27

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 22.07.2013 23:22
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Grenzgänger im Beitrag #14
Zitat von Feliks D. im Beitrag #11
...Die Anbahnung einer festen Beziehung, erst recht einer Ehe, war bei uns ja vorher dem Vorgesetzten zu melden. Erst nach der Überprüfung durch KuSh entschied sich ob man die Verbindung aufrecht erhalten durfte. ..


War das so?
Ist ja unglaublich.. ab wann war denn eine Beziehung als "sich anbahnende feste" zu betrachten- nach dem"zweiten mal", oder wann?
Meldung schriftlich auf Vordruck oder reichte mündlich?
Wer war denn so in der Bewertungskommission vertreten?
Wurde deren "moralische Sauberkeit" auch zyklisch überprüft?
Wenn ja, von welcher höhergestellten Instanz?
Wer war also letztlich die oberste Instanz?

Siggi



Was ist jetzt so unglaublich?

Sobald die Verbindung auf Dauer, also feste Freundin bis hin zur Ehe, angelegt sein sollte war sie zu melden. Meldung auch gerne mündlich, wichtig waren eigentlich nur Name sowie Wohnort und soweit schon bekannt gerne auch noch Geburtsdatum, später dann schriftlich weiter.

Schon bei der Einstellung wurde man ja darauf hingewiesen sich über die zukünftige Partnerinnen rechtzeitig und genau zu informieren (politischer Standpunkt/Weltanschauung, Herkunft, Umgang usw.) und das natürlich möglichst noch bevor man die Entscheidung über eine feste Bindung zu treffen gedachte. Diese eigenen Feststellungen waren später natürlich ebenfalls mitzuteilen und dann waren erstmal nur die Prüfungshandlungen (entsprechende Dame sowie deren Angehörigen des 1. Grades) und Stellungnahmen von KuSch abzuwarten.
Ergaben diese keine Versagensgründe (z.B. religiöse Bindungen, Rechtsverletzungen, persönliche Westkontakte, negative politische Einstellung usw.) dann stand der Beziehung ja nichts im Wege. Lag da was vor war dann eben dahingehend auf Unterstellte einzuwirken, dass diese die Beziehung unverzüglich beenden. Andernfalls stand nur eine Alternative zur Wahl...

Waren halt die Privilegien die man beim MfS so hatte, ich hör zumindest immer wir hatten davon wohl nicht wenige...


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
passport und eisenringtheo haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 23.07.2013 08:24 | nach oben springen

#28

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 22.07.2013 23:31
von eisenringtheo | 9.159 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #27


Was ist jetzt so unglaublich?

(..)

Waren halt die Privilegien die man beim MfS so hatte, ich hör zumindest immer wir hatten davon wohl nicht wenige...


Und wenn man sich für Freundin und gegen MfS entschied, welche beruflichen Perspektiven ergaben sich ausserhalb des MfS (heute würde man sagen, wie gestaltete sich das "Outsourcing"?). Man war ja Geheimnisträger (gewesen).
Theo


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#29

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 22.07.2013 23:37
von Pitti53 | 8.785 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #28
Zitat von Feliks D. im Beitrag #27


Was ist jetzt so unglaublich?

(..)

Waren halt die Privilegien die man beim MfS so hatte, ich hör zumindest immer wir hatten davon wohl nicht wenige...


Und wenn man sich für Freundin und gegen MfS entschied, welche beruflichen Perspektiven ergaben sich ausserhalb des MfS (heute würde man sagen, wie gestaltete sich das "Outsourcing"?). Man war ja Geheimnisträger (gewesen).
Theo



Sagen wir mal so, es ging ihnen weiter gut. Man kümmerte sich eben weiter..ist doch ok.Oder?

War bei unehrenhaft entlassenen Armeeangehörigen auch nicht anders.. Man kümmerte sich eben um deren weiteres Arbeitsleben. Selbst bei rückgekehrten Fahnenflüchtigen. Siehe Rauschenbach. Aber nicht jeder nutzte die 2.Chance richtig. Irgendwann hörte es auf mit dem kümmern.....


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#30

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 22.07.2013 23:39
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

In den meisten Fällen die mir bekannt sind recht problemlos. Da man ja Geheimnisträger war und weiter blieb wurden die Kandidaten schon entsprechend adäquat in der ansprechenden Bereichen der Volkswirtschaft untergebracht und mittels konspirativer Maßnahmen noch eine gewisse Zeit abgesichert. Es sollte ja niemand "verprellt" werden der uns hätte schaden können und da regelte man das eher im gemeinsamen Einvernehmen.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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eisenringtheo hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 22.07.2013 23:56 | nach oben springen

#31

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 23.07.2013 17:30
von Bugsy | 454 Beiträge

Zitat von Grenzgänger im Beitrag #14
Zitat von Feliks D. im Beitrag #11
...Die Anbahnung einer festen Beziehung, erst recht einer Ehe, war bei uns ja vorher dem Vorgesetzten zu melden. Erst nach der Überprüfung durch KuSh entschied sich ob man die Verbindung aufrecht erhalten durfte. ..


War das so?
Ist ja unglaublich.. ab wann war denn eine Beziehung als "sich anbahnende feste" zu betrachten- nach dem"zweiten mal", oder wann?
Meldung schriftlich auf Vordruck oder reichte mündlich?
Wer war denn so in der Bewertungskommission vertreten?
Wurde deren "moralische Sauberkeit" auch zyklisch überprüft?
Wenn ja, von welcher höhergestellten Instanz?
Wer war also letztlich die oberste Instanz?

Siggi

So unglaublich ist das nicht, Siggi. Ich weiß, als ich damals als Soldat Anfang der 1970ern in der BRD war, mussten sich Soldaten der britischen Armee, die eine deutsche Freundin hatten, auch eine Art “Inquisition“ über sich ergehen lassen. Noch dazu wurde die Freundin sehr genau von der “SIB“ (Special Investigation Branch der Royal Military Police) durchleuchtet. Nach Angaben von Ami Kameraden, wurde es auch in der US Army ähnlich gehandhabt.

MsG


Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlicheit, der Sanitäter kommt zehn Minuten später.
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#32

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 23.07.2013 18:03
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #28
Zitat von Feliks D. im Beitrag #27


Was ist jetzt so unglaublich?

(..)

Waren halt die Privilegien die man beim MfS so hatte, ich hör zumindest immer wir hatten davon wohl nicht wenige...


Und wenn man sich für Freundin und gegen MfS entschied, welche beruflichen Perspektiven ergaben sich ausserhalb des MfS (heute würde man sagen, wie gestaltete sich das "Outsourcing"?). Man war ja Geheimnisträger (gewesen).
Theo




Man hat die Personen auf keinen Fall ins Bodenlose entlassen. Es wurde immer versucht eine Arbeitsplatz zu finden, der dem Entlassenen entsprach. Es soll auch Fälle gegeben haben, da wurden diese Personen dann als IM genutzt.


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#33

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 23.07.2013 18:20
von Lutze | 8.027 Beiträge

es gab doch auch Konfliktkommissionen in der DDR,
oder war die nur für den zivilen Bereich gedacht
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#34

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 23.07.2013 18:26
von RudiEK89 | 1.949 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #33
es gab doch auch Konfliktkommissionen in der DDR,
oder war die nur für den zivilen Bereich gedacht
Lutze

Diese waren meiner Ansicht nach, nur für den zivilen Sektor zuständig, wie heute der Friedensrichter.


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#35

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 23.07.2013 18:29
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #33
es gab doch auch Konfliktkommissionen in der DDR,
oder war die nur für den zivilen Bereich gedacht
Lutze



Einiges sollte man auch selbst beantworten können....


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#36

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 23.07.2013 22:56
von Schlutup | 4.099 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #2
Zitat von Wossi EK 83 1 im Beitrag #1
... Eigentlich bin ich auch heute noch froh, bei den Landstreitkräften der DDR gedient zu haben. Die Kampfparole " Treffen mit dem ersten Schuß, treffen mit dem ersten Feuerstoß " galt für mich nur bei der Schießausbildung auf Ziele aus Pappe bzw. Metall.
...

Hallo Wossi,

nur der Korrektheit halber: Auch bei den Grenztruppen galt dieses Motto nur für die Schießausbildung. ciao Rainman

Moin moin!

https://www.youtube.com/watch?feature=pl...gEU0KYCZU#t=16s

gruß schlutup



zuletzt bearbeitet 23.07.2013 22:56 | nach oben springen

#37

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 23.07.2013 23:48
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Zitat von Schlutup im Beitrag #36
Zitat von Rainman2 im Beitrag #2
Zitat von Wossi EK 83 1 im Beitrag #1
... Eigentlich bin ich auch heute noch froh, bei den Landstreitkräften der DDR gedient zu haben. Die Kampfparole " Treffen mit dem ersten Schuß, treffen mit dem ersten Feuerstoß " galt für mich nur bei der Schießausbildung auf Ziele aus Pappe bzw. Metall.
...

Hallo Wossi,

nur der Korrektheit halber: Auch bei den Grenztruppen galt dieses Motto nur für die Schießausbildung. ciao Rainman

Moin moin!

https://www.youtube.com/watch?feature=pl...gEU0KYCZU#t=16s

gruß schlutup

Hallo Schlutup,

das Schild in dem Filmchen ist Blödsinn. So etwas gab es nicht an der Grenze. Ich bleibe bei meiner Aussage.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


Feliks D. hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#38

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 23.07.2013 23:51
von Schlutup | 4.099 Beiträge

Moin Rainman,

das Schild ja auch nicht an der Grenze sondern auf einem Schießplatz der GT.

gruß Schlutup



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#39

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 23.07.2013 23:54
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Zitat von Schlutup im Beitrag #38
Moin Rainman,

das Schild ja auch nicht an der Grenze sondern auf einem Schießplatz der GT.

gruß Schlutup

Recht haste, Schlutup,

aber im Schnitt dieses Filmchens entsteht ein anderer Eindruck.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


Schlutup hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#40

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 24.07.2013 08:35
von 94 | 10.792 Beiträge

leicht oT, der Chef GT sprach das 'Problem' im Juli 1982 (da war er übrigens noch Generalleutnant) so an:

Der § 27, Absatz 1, sagt eindeutig - und das Prinzip ist nicht neu - die Anwendung der Schußwaffe ist die äußerste Maßnahme der Gewaltanwendung gegenüber Personen. Dieser Grundsatz wird noch nicht überall durchgesetzt. Es ist uns noch nicht gelungen, jeden Grenzsoldaten so zu erziehen, daß er bereits im Vorfeld einer möglichen Anwendung der Schußwaffe alle notwendigen Varianten seines Handelns erfaßt, und entsprechend der Lage anwendet, um letztlich bei Erfüllung seines Kampfauftrages die Schußwaffe nicht anwenden zu müssen.
Noch zu viele Beispiele beweisen, daß es eine Reihe von unbegründeten Fällen der Anwendung der Schußwaffe gibt, die bei richtiger Beurteilung der Lage, zweckmäßigem taktischen Verhalten und der entsprechenden Anwendung der im § 27 geforderten körperlichen Einwirkung mit und ohne Hilfsmittel hätten verhindert werden können. Dazu zählt auch das demonstrative Nachladen der Waffe, um der Ankündigung der Schußwaffe entsprechenden Nachdruck zu verleihen.
Ein weiterer Schwerpunkt, den es zu überwinden gilt, besteht darin, daß bei Vorliegen der Notwendigkeit der Anwendung der Schußwaffe oft zuviel und zu ‚wild' geschossen wird. Der § 27, Absatz 3, fordert zur Ankündigung der Schußwaffe die Abgabe eines Warnschusses. (Das ist auch in unseren Dienstvorschriften der Reihe 018 so formuliert). In einigen Truppenteilen ist im zunehmenden Maße zu beobachten, daß kein Warnschuß, sondern ‚Warnfeuerstöße' und auch gezieltes Feuer grundsätzlich in Form von Feuerstößen geführt wird. Das läßt auf unzureichende Kenntnis der Forderungen der Dienstvorschriften, aber auch auf ungenügende Befähigung und mangelndes Vertrauen zur Waffe schließen. Gerade in der gegenwärtigen Situation an der Staatsgrenze muß gelten:
Wenn notwendig, dann treffen mit dem ersten Schuß.

Quelle: http://www.chronik-der-mauer.de/index.ph...d/file/id/57351

Da diese Rede auch vor den Kommandeuren der Lehreinrichtungen gehalten wurde, tauchten so ziemlich baldigst diese Tafeln *) auf den TÜPs auf. Der sozialistische Wettbewerb wurde weiter wie bisher mit dem Motto 'Schießen bis zum ersten Treffer' und einem gaaaanz spitzen Bleistift geführt und mit dem Grenzeralltag hatte beides überhaupt nix zu tun.

P.S. Mal sehn wer da wieder Passagen aus dem Zusammenhang reisst und den verschollengeglaubten Scheißbefehl zu finden vermeinet.

*) im Anhang Standbild aus erwähntem Filmchen

Angefügte Bilder:
eTtK3UQi.gif

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


Feliks D., RudiEK89, passport und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.07.2013 09:48 | nach oben springen



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