#181

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 24.11.2014 22:21
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Ok, wenn keiner will dann halt ich und zwar vom "fangen" eines Provozierers.
Gegenüber der Wittinger Tribüne stand ein B-Turm der wegen dieser Aussichtsplattform immer besetzt sein musste um immer schön zu melden was sich dort tut, oft kamen Streifen vom BGS, dem Zoll und der Britischen Rheinarmee vorbei, da lag auf dem Turm so ein richtiges "Larvenbuch" wo du die Fotos die da drin waren mit den Jungs die in natura auf der Tribüne standen abgleichen und dann ihre Dienstgrade und Namen durchsagen musstest.
War immer eine schöne Abwechlung zur allgemeinen Langeweile.
Manchmal kamen auch Leute mit PKW die mal einen Blick auf die DDR werfen wollten und manchmal auch ganze Reisebusse, die schraubten dann an ihren Ferngläsern und beäugten uns intensiv, waren ja nicht weit weg, nur so ca. 50 Meter.
Wir haben uns dann auch mal einen Spaß gemacht und z.B. eine Wiener Wurst aus einer Schießscharte die Richtung Tribüne war raushängen lassen, ihr könnt euch sicherlich vorstellen das da die Ferngläser sofort an die Augen gingen
Gut soviel dazu, manchmal kamen aber auch welche vorbei die Ärger machen wollten, besonders wenn sie schon paar Bierchen aus dem mitgebrachten Kasten geleert hatten.
Mir war das eigentlich egal, waren halt besoffen und übermütig, aber melden musstest du das halt.
Einmal waren 3 jugendliche Zecher am Start die gingen dann immer so 10 Meter auf DDR-Gebiet und schmissen ihre leeren Pullen über die Mauer.
Du solltest da immer rufen "Bürger der BRD, ich fordere sie auf das Hoheitsgebiet der DDR zu verlassen", hab ich auch gemacht, die Jungs kriegten sich daraufhin vor Lachen gar nicht mehr ein.
Also Meldung an die Führungsstelle sinngemäß "Zurückweisung leider etwas arschlos".
Dann erfolgte von dort die Ankündigung das der stellvertretende Kompaniechef auf dem Weg wäre um sich die Sache zu begucken.
Nicht lange und er traf auch am Ort des Geschehens, kutschiert von einem Soldaten im Trabant ein.
Nun konnte man wegen der Mauer die Krakeeler zwar hören aber nicht sehen, also nahm der Stellvertreter Kurs auf den B-Turm um aufzusteigen.
Oje, der Mann war, wie man es harmlos ausdrückt gut genährt, böse würde man sagen er war etwas fett, so ala Helmut Kohl, er war auch so groß, also eine Wuchtprumme.
Die 11 Meter hoch zu krauchen war schon ganz schön anstrengend für ihn, machte er ja auch nicht alle Tage.
Also nach einer gefühlten Ewigkeit und nachdem wir unseren stellvertretenden Führer durch die enge Turmluke etwas Zug-Unterstützung gegeben hatten war er bei uns und beäugte die Sache.
Die Jungs drüben, oder halt besser schon ein Stück hüben, waren gut drauf weil sie den Kasten nun fast leer hatten.
Da schnaubte er auf einmal "die greif ich mir" und setzte zum Abstieg an.
Mein Spannemann und ich schauten uns an, wie, er will sie sich greifen?
Na das konnte interessant werden, also Hocker ans Fenster gerückt und gespannt gewartet was geschieht.
In der Mauer war eine Eule (Beobachtungsstand aus Beton) eingelassen wo auch ein Durchschlupf war, konnte man mit einem Steckschlüssel aufmachen, bin durch die Klappe auch schon durch wenn ich mit auf Fotoposten war, wusste das Ding war relativ eng.
Also der Stellvertreter handelte Richtung Eule, nach meiner Erinnerung nur mit Koppel und Pistole, weiß gar nicht mehr ob auch die Offiziere im Abschnitt immer ihre Kaschi und das Tragegestell mit dabei haben mussten, ich glaub aber wenn es Feindwärts (sorry für den Begriff, hieß nun mal so) ging schon.
Also er verschwand in der Eule und wir harrten der Dinge die da kommen würden.
Nach einer Weile hatte er wohl die Klappe aufbekommen und war dabei sich durch zu zwängen, denn einer der Typen drüben Zeigte in die Richtung von der Eule, ihnen fuhr aber irgendwie nicht der Schreck in die Glieder sondern sie amüsierten sich köstlich.
Wir konnten ja leider nicht sehen auf welche Art sich der Stellvertreter durch die Klappe zwängte.
Auf jeden Fall war die Sache sehr spannend.
Dann änderte sich die Situation, die Jungs nahmen jetzt doch die Beine in die Hand, denn ihr Häscher tauchte auf, die Pistole in der Hand und auch erstaunlich schnell unterwegs, leider nicht schnell genug, fast hätte er einen am Schlawittel gehabt, aber sie retteten sich in ihre BRD, sonderbarerweise rannten sie da noch ein ganzes Stück weit, vermutlich dachten sie der böse dicke Mann aus der DDR würde sie auch noch vom NATO-Boden verschleppen.
Tja, so war das mit der wilden Jagt auf die Bierflaschen-Schmeißer die unautorisiert einfach unser schönes Land betreten hatten und ist kein Grenzerlatein, ich seh es förmlich noch vor mir


andyman, 94, polsam, GKUS64, pik24, RalphT und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 25.11.2014 19:41 | nach oben springen

#182

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 25.11.2014 19:32
von berlin3321 | 2.520 Beiträge

Schöne Geschichte, Danke Andreas.

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#183

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 25.11.2014 19:43
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von berlin3321 im Beitrag #182
Schöne Geschichte, Danke Andreas.

MfG Berlin


Keine Ursache, wollt mal ein wenig auflockern hier mit so einer Geschichte, vielleicht fällt ja auch anderen noch was ein.


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#184

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 25.11.2014 19:56
von Pitti53 | 8.791 Beiträge

Ich hätte da auch noch eine .Aber erst später


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#185

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 25.11.2014 20:06
von berlin3321 | 2.520 Beiträge

Bei dem Gezänke und den Beleidigungen hier wirklich eine Auflockerung.

Erzähle ich mal was, ich glaube, ich schrieb es schon mal wo anders.

Ich hatte ja den kleinen Grenzverkehr, Einreise über Horst/ Boizenburg. Jedesmal hies es, Türverkleidungen ab, Sitze hinten raus, Kofferraumverkleidungen ab, Ich bin dann schon ohne Verkleidungen gefahren, war mir zu doof, die Schrauberei.....

Vorbei war es schlagartig als ich mit dem Golf Diesel meines Freundes fuhr. Der hatte unter der Motorhaube eine Filz- Dämmmatte. Die ordentlich mit Altöl getränkt.......und Einreise, Garage.......Haube auf, in den Windlauf schauen.....der Zöllner mit der Mütze gegen die Matte und.............Bingo!

Die Mütze schön schwarz, konnte er entsorgen. Danach mit dem Auto keinerlei Kontrollen mehr.

Naja, nicht ganz........aber keine Schrauberei mehr.......

MfG Berlin

.........und los, Pitti..........

........ach so, dann noch das Erlebnis, nach der Wende ohne Eintrittsgeld: Mein Altöl habe ich in die DDR exportiert, der Zöllner fragt ob ich etwas habe was in der DDR verbleiben soll.

Ich, ja, Altöl

Zöllner: A....Altöl? (Großes Erstaunen)

Ich: Ja, Altöl.......

Werde ich nie vergessen.........


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 26.11.2014 20:21 | nach oben springen

#186

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 26.11.2014 17:02
von StabPL | 456 Beiträge

Das sind wirklich schöne Geschichten!
StabPL



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#187

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 26.11.2014 19:54
von Gelöschtes Mitglied
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@Grenzwolf62,zu #181.
Der StKC war aber nicht ganz allein,oder?
Ich meine,er hatte doch sicherlich den Posten mit drüben?

Gruß ek40


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#188

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 26.11.2014 21:29
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von ek40 im Beitrag #187
@Grenzwolf62,zu #181.
Der StKC war aber nicht ganz allein,oder?
Ich meine,er hatte doch sicherlich den Posten mit drüben?

Gruß ek40


Nee, der ist allein rüber, der Posten war nur der Fahrer ohne Feindwärts-Bestätigung, drum haben wir uns ja auch gewundert über das "die greif ich mir"
Gab halt Sachen die es wohl eigentlich nicht geben durfte.
Der Regimenter ist aber auch alleine ohne seinen Fahrer übern Zaun gestiegen und getürmt.


zuletzt bearbeitet 26.11.2014 21:33 | nach oben springen

#189

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 27.11.2014 09:55
von rotrang (gelöscht)
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Zitat von Pitti53 im Beitrag #184
Ich hätte da auch noch eine .Aber erst später

Morgen Pitti
Was ist nun mit deiner Geschichte? alle liegen im Hinterhalt und haben ein langes lege los, und las die Katze aus den Sack.


schulzi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#190

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 27.11.2014 16:59
von rotrang (gelöscht)
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Zitat von rotrang im Beitrag #189
Zitat von Pitti53 im Beitrag #184
Ich hätte da auch noch eine .Aber erst später

Morgen Pitti
Was ist nun mit deiner Geschichte? alle liegen im Hinterhalt und haben ein langes lege los, und las die Katze aus den Sack.


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#191

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 27.11.2014 18:53
von Pitti53 | 8.791 Beiträge

Mach ich morgen früh. Versprochen. Indianerehrenwort


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#192

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 27.11.2014 18:57
von rotrang (gelöscht)
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Zitat von Pitti53 im Beitrag #191
Mach ich morgen früh. Versprochen. Indianerehrenwort

Du Schuft spreizt die Finger hinter den Rücken habe deine Rauchzeichen verstanden.


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#193

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 27.11.2014 19:08
von Pitti53 | 8.791 Beiträge

War das jetzt eine Beleidigung und meldeplichtig @rotrang ?


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#194

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 27.11.2014 19:10
von rotrang (gelöscht)
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Zitat von Pitti53 im Beitrag #193
War das jetzt eine Beleidigung und meldeplichtig @rotrang ?

Aber Herr Admin so etwas steht mir nicht zu


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#195

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 27.11.2014 20:17
von Gelöschtes Mitglied
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Will nun auch mal etwas aus meiner Zeit in den GR schreiben! Hat nun nichts mit direkten Grenzdienst zu tun aber halt mit der Zeit an der Grenze!
Wen ich Hundefutter in die GK fahren musste, hatte ich immer einen Zivilangestellten dabei( war bei der Grenzpolizei zu seiner Zeit) und da er ja nun jeden ABV und den Rest der Leute im Sperrgebiet kannte wurde fast im jeden Grenzdorf angehalten und etwas Hundefleisch( hatte ja fast jeder einen) verteilt! Da sie nun uns auch was gutes tun wollten, sind wir auf dem Rückweg von der letzten GK zum Schlachtfest eingeladen worden! Er(Zivilst) hatte natürlich nicht nur gegessen, im Gegensatz von meiner Person, richtig gesoffen. Die Zeit verging und mir wurde langsam mulmig, er sagte aber mache dir keinen Kopf, kenne die Hansel im GR zu gut, die können mich mal! Als es mir aber dann doch zu bunt wurde, sind ja nun mehr als über die Zeit gewesen, hat der ABV im Regiment angerufen und gesagt das wir uns in dem Grenzort( Name ist mir entfallen) aufhalten und einen Schaden am Motor von dem W50 haben ,der Soldat und ein Kollege von der LPG sind dabei das zu reparieren, bekommen das auch hin, es würde nur noch eine Weile dauern und die 2 Genossen sind hier vor Ort , es ist alles Ordnung und nichts was den Genossen im GR Kopf zerbrechen machen würde! Nach einer längeren Zeit, habe ich den Zivilangestellten mehr oder weniger im Heimatort ( Dermbach) zu Hause abgeliefert, so gut wie es ging und ich habe mir am Motor etwas die Hände voll Schmiere gemacht und bin dann, natürlich mit reichlich Geschlachteten, in das GR eingefahren! Der Zivilangestellte hatte aber im Vorfeld Fresspakete gemacht und mit genau gesagt wer was zu bekommen hatte! Der Offizier( OvD, OvP u.s.w.). Da ich es das erste Mal erlebt habe und ich gedacht habe sie würden mir eine Pfeife anbrennen, ist es das Gegenteil gewesen! Auch die Kameraden haben schon auf das Fresspaket gewartet und die Gefreiten haben sich über meine Angst einen Ast gelacht! Sie kannten das ja zur genüge! Für mich ist es das erste Mal gewesen aber nicht das letzte Mal! Beim 2 Mal sah ich das natürlich sehr locker und habe mir auch nicht mehr die Hände schmierig gemacht, den nun wusste ich wie das so ablauft! Nun nicht denken, das ist erfunden von mir, es war so und so erlebt zu meiner Zeit im GR!
Grüsse steffen52


Hapedi und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#196

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 27.11.2014 20:51
von Gelöschtes Mitglied
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Wie gesagt,könnte noch einiges dazu schreiben:
1: Ein Gefreiter mit Schirmmütze im Dienst
2: Hundefleisch aus der Abdeckerei
3: Gutes Essen auf dem Friedhof
Sucht es Euch aus,was ihr erfahren wollt.
Heute schreib ich aber nicht mehr.
Rei


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#197

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 27.11.2014 20:55
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von rei im Beitrag #196
Wie gesagt,könnte noch einiges dazu schreiben:
1: Ein Gefreiter mit Schirmmütze im Dienst
2: Hundefleisch aus der Abdeckerei
3: Gutes Essen auf dem Friedhof
Sucht es Euch aus,was ihr erfahren wollt.
Heute schreib ich aber nicht mehr.
Rei

Reiner, wo her denkst Du haben ich das Hundefleisch geholt? Auch auch aus der Abdeckerei!
Grüsse steffen52


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#198

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 27.11.2014 21:00
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von steffen52 im Beitrag #197
Zitat von rei im Beitrag #196
Wie gesagt,könnte noch einiges dazu schreiben:
1: Ein Gefreiter mit Schirmmütze im Dienst
2: Hundefleisch aus der Abdeckerei
3: Gutes Essen auf dem Friedhof
Sucht es Euch aus,was ihr erfahren wollt.
Heute schreib ich aber nicht mehr.
Rei

Reiner, wo her denkst Du haben ich das Hundefleisch geholt? Auch auch aus der Abdeckerei!
Grüsse steffen52

OK,manchmal waren wir auch im Schlachthof in Berlin.
Gruß Rei


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#199

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 28.11.2014 08:33
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von rei im Beitrag #196
Wie gesagt,könnte noch einiges dazu schreiben:
1: Ein Gefreiter mit Schirmmütze im Dienst
2: Hundefleisch aus der Abdeckerei
3: Gutes Essen auf dem Friedhof
Sucht es Euch aus,was ihr erfahren wollt.
Heute schreib ich aber nicht mehr.
Rei


Ich nehm 1 bis 3.


andyman hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.11.2014 08:34 | nach oben springen

#200

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 28.11.2014 10:07
von IM Kressin | 918 Beiträge

Orientierung und Information sind von großer Wichtigkeit für den Grenzaufsichtsdienst.

Unabdingbar war beispielsweise, über den Zeitpunkt etwaiger Kontrollen durch Vorgesetzte informiert zu sein.

Aufklärung darüber gab das Dienstbuch, jede Kontrolle war protokolliert, sowie auch Auskünfte von Kollegen, die in Nachbar-GASten Dienst verrichteten.

Über die Grundkenntnisse der Mathematik hinaus, war das Erlernen der Wahrscheinlichkeitsrechnung wichtig.

Um es auf den Punkt zu bringen:
Wie wahrscheinlich war eine Kontrolle während des Nachtdienstes:

1. wenn der ZKom in der Nacht zuvor auf Achse war
2. der VZKom im Urlaub,
3. der BzbV sich vormittags zum Sonderdienst des
Übungsschießens ankündigte und

4. man selbst mit einem Kollegen in der Nacht vor diesem
Sonderdienst zur VM-Streife (Vor Mitternacht) eingeteilt war?

Antwort:
Nicht sehr wahrscheinlich!

Hüben wie drüben war der Kontakt zur Grenzbevölkerung von Bedeutung.

Wir beschlossen daher, den Kontakt zur Grenzbevölkerung zu vertiefen und organisierten ein gemeinsames
Grillen in Grenznähe, einem nahegelegenen Kieswerk.

Das Wetter war perfekt. Der Sohn der vor Ort wohnenden Familie war in gleichem Alter wie ich und mir bestens bekannt.

Alle Beteiligten an der gemeinschaftlichen Grillaktion waren guter Dinge, das Fest erreichte
seinen Höhepunkt (das Fest!!), unvermutet gingen leider die Getränke zur Neige.


Kein Thema, „Kneipensterben“ kannte man (Mann) noch nicht, für Nachschub im nahegelegenen Gasthaus war gesorgt.

Beim Wendemanöver mit dem VW-Transporter trat plötzlich und unerwartet ein Ast, in meiner Erinnerung
eigentlich ein Stamm, aus dem Wald, der vorher nie dagewesen war, und schlug eine fette Beule in die Beifahrertür.
Um die Stimmung nicht zu verderben, wollten wir die fällige Schadensmeldung zu einem späteren Zeitpunkt fertigen.

Das Grillfest endete, zufrieden und gesättigt fuhren wir durch den Bezirk längs Grenze in den Heimathafen.

Wir beschlossen, den Nacht- und Nebelschaden am Mittag des folgenden Tages zu begutachten.
Nach Öffnen des Rolltores plötzlich Entsetzen, welch ein Schreck, der VW-Bus ist weg. Nun war guter Rat teuer.

Eine Nachricht, ein Blatt Papier im Dienstbuch, teilte uns mit:
„Brauchen kurzfristig Euer Auto, unser geht in die Werkstatt, bekommt ihr heute Nachmittag zurück!“ Gruß E.

Am Nachmittag über Funk die Weisung des Kommissariats, bitte umgehend „per Draht“ melden.

Nun half keine Ausrede, kein Vorwand, wir waren im Eimer.

„Erheblicher Schaden am Dienst-Kfz“ wurde uns mitgeteilt.
„So hoch kann der Schaden aber nicht gewesen sein“ erwiderten wir.
Woher wir denn von dem Unfall wüßten? So die Gegenfrage.

„Der Kollege E. hatte einen Verkehrsunfall mit Totalschaden des Kfz, er selbst wurde aber nicht verletzt.!“

Lieber E. Du hast uns den A…. Allerwertesten gerettet.

Die Schadensmeldung für die Beule erübrigte sich, dem netten Kollegen ist die Beule bei Übernahme des
Fahrzeugs natürlich aufgefallen, aber ohne mit uns Rücksprache zu halten, wollte er den Schaden auch
nicht im Fahrten- und Dienstbuch vermerken.

Danke, lieber Kollege E.


"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner! Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”

Wo ein Genosse ist, ist die Partei - wo zwei Genossen sind, ist ein Intershop!
94, furry und andyman haben sich für diesen Beitrag bedankt
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