#121

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 16.07.2014 19:58
von FRITZE (gelöscht)
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Diese Geschichte ist doch überall erzählt worden .Mal war es ein FN ,war mal war es ein K98 ,mal war es ne MPI 05 !
Auch die falsche Regenpelle soll angeblich dann in einer GK gehangen haben.
Und Spielschulden beim BGS sollten etliche Alte Grenzer gehabt haben . Das meiste davon ist wahrscheinlich Latrinengerede !
Aber das Bild von den schlafenden BGS Männern in ihrem Bulli war echt ! Und dem Zoll sind auch schon mal die Kaffetassen übergeschwappt !


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#122

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 16.07.2014 20:16
von Gelöschtes Mitglied
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Friedrich, Fakt ist eins, das die meisten Sachen zu Zeiten, wo es noch die DDR-Grenzpolizei gab! Zu meiner Zeit, im GR, waren ja einige Zivilangestellte, die zu der Zeit gedient haben und da ist schon einiges möglich gewesen! Mit Wetten( gehe mal rüber und als Beweiß bringe das Telefonbuch von den Grenzort aus der BRD mit) und auch mit persönliche Gespräche, übern Zaun! Oder denkst Du nicht?
Grüsse steffen52


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#123

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 16.07.2014 20:21
von linamax | 2.020 Beiträge

Zitat von steffen52 im Beitrag #122
Friedrich, Fakt ist eins, das die meisten Sachen zu Zeiten, wo es noch die DDR-Grenzpolizei gab! Zu meiner Zeit, im GR, waren ja einige Zivilangestellte, die zu der Zeit gedient haben und da ist schon einiges möglich gewesen! Mit Wetten( gehe mal rüber und als Beweiß bringe das Telefonbuch von den Grenzort aus der BRD mit) und auch mit persönliche Gespräche, übern Zaun! Oder denkst Du nicht?
Grüsse steffen52

Hallo Steffen 52
Ich kann mich noch erinnern 1967 wir haben uns mit dem BGS unterhalten . Vor allen über Füßball .


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#124

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 16.07.2014 20:51
von Mike59 | 7.965 Beiträge

Tja Geschichten eben - weiter erzählt und weiter erzählt und weiter erzählt. Was waren das alles für tolle Kerle.
Jeder will dabei gewesen sein und/oder hat es aus ganz sicherer Quelle.
Klar war es zu DGP Zeiten anders als 1985.

Tut mir leid - da kann ich nicht anders.


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#125

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 17.07.2014 21:27
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von hundemuchtel 88 0,5 im Beitrag #106
Zitat von rei im Beitrag #102
Wie kam der Schnaps in die Kaserne???
Nun ratet mal?
Nein,ich löse es auf.
GR.33,1968,Hundeführer. Wir hatten einen eigenen LKW S 4000,damit wurde das Hundefutter für die Wachhunde an die Grenze gebracht.
Das Futter wurde in Milchkannen transportiert.Es war bei uns so,das wir im 3.Diensthalbjahr monatlich 5.00 Mark gesammelt haben und dafür geistige Getränke gekauft haben.Wenn der Lkw an der Grenze auf Tour war,wurden die Flaschen eingekauft.Wohin damit,der LKW wurde doch bei der Einfahrt in die Kaserne durchsucht.Ganz einfach,es wurden mehr Kannen mit Futter aufgeladen,als man gebraucht hat.Darin wurden die Flaschen versengt .Nun kam die Kontrolle,Kannen aufmachen,es stieg ein "angenehmer" Geruch auf,sofort wurde die Untersuchung eingestellt und die Fahrt ging weiter.In der Hundeanlage,wurden die Flaschen entnommen,abgewaschen und beim schärfsten Hund unter den Fußboden versteckt.
Gruß Rei



so war es bei uns auch, nur, daß wir entweder mit ELO, L60 oder Multicar unterwegs waren, durch genug Dörfer kam man ja. In die Milchkannen brauchten wir die Dinger nicht versenken, wurden mit 99%-er Sicherheit NICHT kontrolliert am KDP. Die Wachgruppe war ein Zimmer weiter und profitierte auch von den geistigen Getränken..
Die Offiziere bei uns im Batt.Stab hatten entweder angst vor unseren Hunden oder in unserer Nähe roch es zu streng(irgendwie sauer vom Futter und
eben sehr stark nach Hund), das hat sie abgeschreckt uns pers. bzw. das Fahrzeug zu inspizieren.

Man konnte somit schön mal feiern, aber in Maßen!!!

gruß h.

Hallo!
Getrunken wurde in der Zwingeranlage,die durfte ja niemand betreten.
Gruß Rei


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#126

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 17.07.2014 21:54
von Gelöschtes Mitglied
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Man kann viel erzählen, Rainer, aber es gibt hier einige Ungediente, die sind von der Schlauheit gebeutelt! Für die sind alles nur Märchen! Aber,auch die muss es geben! Stimmungsmacher, mehr nicht!
Grüsse steffen52


zuletzt bearbeitet 17.07.2014 21:55 | nach oben springen

#127

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 17.07.2014 22:17
von Gelöschtes Mitglied
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Als Nichtraucher hat es mich immer sehr gestört, dass auf der Unterkunft geraucht wurde. Deshalb habe ich bei jeder Gelegenheit die Fenster sperrangelweit aufgemacht. Am Besten hat das gewirkt wenn alle im Bett lagen und keiner mehr aufstehen wollte um die Fenster zu schließen. Eines Nachts wachte ich auf, weil es geplätschert hat. Ich dachte, dass es zum Fenster reinregnet. Pustekuchen - ein Ausgänger stand mitten in der Bude und hat sein Bier abgeschlagen. Dem habe ich dann aber ganz schnell Eimer und Lappen verordnet, obwohl er ein DHJ älter war. Ein Anderer hat regelmäßig am Morgen nach dem Ausgang seine Bettwäsche tauschen müssen, weil er angeblich einen leichten Magen hatte (oder zuviel gesoffen).

Der Hesselfuchs


zuletzt bearbeitet 19.07.2014 09:49 | nach oben springen

#128

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 19.07.2014 09:19
von Gelöschtes Mitglied
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In dem Gebäude, in dem meine Einheit (eine reine Ausbildungskompanie) untergebracht war, gab es einen Bereich, der für das Stammpersonal reserviert war: Die sog. "Uffz-Kombe" (keine Ahnung, ob ich das richtig geschrieben habe): Zwei kleinere, miteinander verbundene Räume. In dem einen gab es ein paar Tische mit Stühlen und einen Fernseher, in dem anderen eine gemauerte Theke mit Barhockern.

An Getränken gab es Cola, Limo - und Bier. Es herrschte Selbstbedienung auf Vertrauensbasis: Auf dem Tresen lag ein Zettel, in den man sich eintrug und einen Strich in die entsprechende Spalte machte, wenn man sich ein Getränk aus dem Kühlschrank nahm.

Verführerisch, sehr verführerisch. Jung und leichtsinnig, wie man war, machte man sich keine großen Gedanken an das Bezahlen. Das böse Erwachen kam dann am Monatsende: Wehrpflichtige wie ich bekamen ja am 15. und am Monatsletzten ihren Wehrsold ausbezahlt, der größere Teil der Stammbesatzung bestand aber aus Zeitsoldaten, die ihr Gehalt am Monatsende erhielten. Logisch, dass der Verzehr in dieser "Uffz-Kombe" auch zum Monatsende abgerechnet wurde. Das Geld wurde gleich einbehalten und so klaffte in der "Lohntüte" (der Wehrsold wurde in bar ausgezahlt) gleich wieder ein ziemliches Loch.

Wirklich schlau geworden bin ich aber nicht: Wenn ab dem 10. bzw. dem 25. das Bargeld knapp wurde, ich dennoch aber Durst hatte oder einfach ein Bier zum Fernsehen trinken wollte - ein Strichlein ist ja so leicht gemacht......


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#129

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 20.07.2014 18:56
von Gelöschtes Mitglied
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Außer für Zigaretten und Prenol konnte man ja fast kein Geld ausgeben. Die "Verkaufseinrichtung" im Keller war nur alle 4 Tage kurz geöffnet und hatte außer Hygieneartikeln, Süßigkeiten, Cola, Brause nur noch einige Uniformteile (Kragenbinden, Socken, Koppel, Käppi usw.) nichts zu bieten. Ausgang war auch nur Essen und Trinken. Als Nichtraucher und mäßiger Alkoholverbraucher hatte ich immer Sold übrig und regelmäßig Geld an Kumpels verborgt, welches dann am Zahltag zurückkam. Das Essen auf der GK war aber so gut und reichlich, dass die meisten zugenommen haben. Die sich über das Essen beschwert haben, hatten zuhause meist keine bessere Versorgung. Pudding und Kompott wurde meist zweimal geholt. Von Vorsuppe bis zum Entenbraten mit Klössen war alles auf dem Plan. Ich habe in dem Jahr 10 Kg zugelegt.

Der Hesselfuchs


zuletzt bearbeitet 20.07.2014 22:10 | nach oben springen

#130

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 24.07.2014 12:54
von Gelöschtes Mitglied
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Und ich habe abgenommen. Das Essen war reichlich, mehr aber auch nicht: Bei den Beilagen gab es auf Wunsch einen Nachschlag, beim Fleisch natürlich nicht.

Besonders toll war es immer Donnerstags, dem Geländetag meiner Ausbildungskompanie: Wir hatten auch dieses dreiteilige Essgeschirr wie dieses hier: https://www.google.de/search?q=bw+essges...iw=1680&bih=891 und die beiden kleinen Schalen waren für Suppe und Dessert reserviert. Und dann versucht mal, ein in dem großen Teil hochkant stehendes Kotelett unfallfrei zu essen, während sich Kartoffeln, Sauce und Gemüse unten am Boden fröhlich vereinten.

Sehr abwechslungsreich war das Essen auch nicht, ich hatte das Gefühl, dass sich der Speiseplan alle zwei Wochen wiederholt. Einen guten Teil meines schmalen Wehrsolds habe ich deshalb für Restaurantbesuche ausgegeben.

Etwas erstaunt bin ich immer noch über das magere Angebot und die knappen Öffnungszeiten der "Verkaufseinrichtung": Unsere Kantine öffnete um 06:00 Uhr und Zapfenstreich war um 22:00 Uhr. Getränke aller Art, also Bier, Limo, Schnaps oder Milch etc. gab es in Flaschen zu kaufen, Bier und Erfrischungsgetränke wurden auch am Tresen frisch gezapft. Natürlich gab es auch Zigaretten und Süßigkeiten und ein kleines Speiseangebot hatten die auch: Belegte Brötchen, Currywurst mit Pommes, Bockwürste usw. Ausrüstungsgegenstände wie die beschriebenen gab es hingegen gar nicht.


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#131

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 28.07.2014 20:14
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Wir hatten unbeliebten Unterleutnant in der Grenzkompanie. Eines Tages begab es sich, dass er dem Schreiber in arroganter Weise einen innendienstlichen Befehl erteilen wollte. Doch der Innendienst war bekanntlich die Domäne des Hauptfeldwebels.
Ich hatte das Gesaffte eine Treppe höher mitbekommen und Kraft meiner Wassersuppe als Heimgänger als auch im Glauben, dass sich der Offizier schon aus dem Staub gemacht hatte, rief ich hinunter: "Heee Schreiber, hat der dir überhaupt was zu sagen?!"
"Nööö, ich glaube nicht." schallte es von unten zurück.
Aber wie das so ist, die Entfernung von einem Fettnäpfchen zu nächste kann ziemlich kurz sein.
Bald darauf kam ein Soldat aus der UvD/Wachstube ins Zimmer meiner Gruppe und meinte zu mir: "Du, da will dir der einer den Ausgang versauen."
Aaah, der Uleu hatte meine Dreistigkeit mitbekommen und im Ausgangsbuch nach meinem Namen geschnüffelt.
"Danke." sagte ich freundlich und ließ mich überhaupt nicht aus der Ruhe bringen, wusste ich doch, was im Vorfeld von Ausgang angesagt war.
Die Reviere mussten dufte gereinigt sein und die Unterkünfte sollten dem nicht nachstehen. was Letzteres anging, so war unsere Hütte immer OK – da hielten bei uns zweites und drittes Diensthalbjahr immer zusammen. Wenn die Stube sauber war, waren wir die üblichen Kontrollen schnell wieder los und konnten ohne Nachbessern schnell angenehmeren Beschäftigungen nachgehen.
Es blieben ergo nur noch mein Schrank und meine soldatische Wenigkeit, aus denen mir mein Ausgangsverderber einen Strick drehen könnte.
Nun, ich war sauber rasiert und ein Feind von Wasser, Seife, Zahncreme & Co. war und bin ich bis heute nicht.
Da mir von Hause aus ein gewaltiges Quäntchen Ordnung in die Wiege gelegt wurde, war auch mein Schrank tipptopp. Alles, aber auch alles war an seinem vorgeschriebenen Ort. Sportzeug und Unterwäsche waren wie im Traum mit Zeitung ausstaffiert, meine Stiefel glänzen derart, dass man sich ein Gefechtsauge hätte holen können und der Steg war ebenfalls gewienert.
Als allerletztem Rettungsanker würde nun dem Genossen Unterlolli bloß noch meine Uniform bleiben, um mir den Gang in die Schänke zu verneinen.
Selbstbewusst und innerlich ruhig stand ich an meinem Spint, ich machte Meldung und wurde eingehend inspiziert.
An den Bügelfalten meiner Hose dürfte man sich die Finger wie an einem Rasiermesser geschnitten haben, ohne dass ich sie je mit einem Bügeleisen bearbeitet hätte.
Nein, ich machte das im Schlaf, pennte ich doch ständig auf meiner Ausgangshose, die ich immer irgendwo zwischen Matratzen, Untermatratzen, sonstigen Decken und wie das alles heißt positionierte und dann drauf pennte.
… doch dann erblickte besagter Unterleutnant, dass sich die Postenfüherlitzen auf meinen Schulterstücken ein Stück entfernt von meinen Gefreiten-Balken befanden – genau dort, wo sich die obligatorischen Vize-Knicke befinden mussten, welche auch jeder Heimgänger noch tragen sollte.
Nicht so ich, ich trug die Litzen auf den Schulterklappen meiner Ausgangsuniform immer mittig; alle glaubten, ich wolle lediglich die für unsere Vorgesetzten verräterischen Knicke verbergen.
"Ziehen Sie mal ihre Postenführerlitzen zur Seite!" ertönte ein siegesbewusster Befehl aus der Kehle des allgemein unbeliebten Unterleutnants.
Wie ein Zauberkünstler im Varieté zückte ich publikumswirksam erst meinen linken und darauf meinen rechten Ärmel theatralisch zurück und streifte meine Postenführerinsignien gen Gefreiten-Balken.
Als mein Widerpart auch noch auf meine dienstvorschriftlich akkuraten "Waschbretter" klotzte, ballte sich sein Gesicht erst zur Faust und dann zur Zitrone und dann wieder von der Zitrone zur Faust, um mir rein dienstvorschriftlich die Ausgangskarte zu überreichen und mich zur Ausgangbelehrung weiterzuleiten.

Klar, mein Ausgang wurde auch weitergehend genehmigt und ich war der King des Abends.


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


PF75, andyman, AR-11, PKE und Ameise haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#132

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 28.07.2014 21:01
von 94 | 10.792 Beiträge

Solche Spielchen kann man nur verlieren, also hät ich einen EK (aus einem andern Zug) auf'm Kieker gehabt, dann wäre ich an dem Abend eigenhändig Ausgangsstreife 'gelaufen'. Und hätte die letzten zwei drei Runden oder meist die ganze Zeche gleich bezahlt. Und bei den Runden die 'Zielperson' nicht zu kurz kommenlassen. Na wie auch immer, auf jeden Fall hätte ich IN (wichtig!) der Kaserne und am besten mit dem UvD als Zeugen ein geschmugeltes Rohr in der Mateltasche gefunden. Und nun rate dreimal in welcher *grins*

Ausgangsstreife war manchmal aber auch so eine Sache. Ich erinnere mich noch an einen Feldwebel/BU, eine Seele von Mensch. Wurde bei der Musterung bissel 'verarscht' und 'vertränkte' nun diesbezügliche Gedanken gern hochprozentig. Laut Plan war der nun aber so zweimal im Monat mit Ausgangsstreife dran. Na wie auch immer, wir versuchten das bei der Planung zu berücksichtigen und an diesem Abend nur zuverlässige Ausgänger in der Kneipe zu haben.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#133

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 28.07.2014 21:55
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #132
Solche Spielchen kann man nur verlieren, also hät ich einen EK (aus einem andern Zug) auf'm Kieker gehabt, dann wäre ich an dem Abend eigenhändig Ausgangsstreife 'gelaufen'. Und hätte die letzten zwei drei Runden oder meist die ganze Zeche gleich bezahlt. Und bei den Runden die 'Zielperson' nicht zu kurz kommenlassen. Na wie auch immer, auf jeden Fall hätte ich IN (wichtig!) der Kaserne und am besten mit dem UvD als Zeugen ein geschmugeltes Rohr in der Mateltasche gefunden. Und nun rate dreimal in welcher *grins*

Ausgangsstreife war manchmal aber auch so eine Sache. Ich erinnere mich noch an einen Feldwebel/BU, eine Seele von Mensch. Wurde bei der Musterung bissel 'verarscht' und 'vertränkte' nun diesbezügliche Gedanken gern hochprozentig. Laut Plan war der nun aber so zweimal im Monat mit Ausgangsstreife dran. Na wie auch immer, wir versuchten das bei der Planung zu berücksichtigen und an diesem Abend nur zuverlässige Ausgänger in der Kneipe zu haben.
Also entschuldige mal bitte.

Aber glaubst du allen Ernstes, dass ich dem Forum einen Bären aufbinden will? Oder verstehe ich hier etwas total falsch?

Und um mal eins klar auszudrücken: Deinem Sprachwirrwarr kann ich nichts wirklich Profundes entnehmen.

Dürfte es denn sein, dass du dir einen einverleibt und folglich leicht die Orientierung verloren hast?


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


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#134

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 28.07.2014 22:10
von Mike59 | 7.965 Beiträge

Zitat von HG19801 im Beitrag #131
Wir hatten unbeliebten Unterleutnant in der Grenzkompanie. Eines Tages begab es sich, dass er dem Schreiber in arroganter Weise einen innendienstlichen Befehl erteilen wollte. Doch der Innendienst war bekanntlich die Domäne des Hauptfeldwebels.
Ich hatte das Gesaffte eine Treppe höher mitbekommen und Kraft meiner Wassersuppe als Heimgänger als auch im Glauben, dass sich der Offizier schon aus dem Staub gemacht hatte, rief ich hinunter: "Heee Schreiber, hat der dir überhaupt was zu sagen?!"
"Nööö, ich glaube nicht." schallte es von unten zurück.
Aber wie das so ist, die Entfernung von einem Fettnäpfchen zu nächste kann ziemlich kurz sein.
Bald darauf kam ein Soldat aus der UvD/Wachstube ins Zimmer meiner Gruppe und meinte zu mir: "Du, da will dir der einer den Ausgang versauen."
Aaah, der Uleu hatte meine Dreistigkeit mitbekommen und im Ausgangsbuch nach meinem Namen geschnüffelt.
"Danke." sagte ich freundlich und ließ mich überhaupt nicht aus der Ruhe bringen, wusste ich doch, was im Vorfeld von Ausgang angesagt war.
Die Reviere mussten dufte gereinigt sein und die Unterkünfte sollten dem nicht nachstehen. was Letzteres anging, so war unsere Hütte immer OK – da hielten bei uns zweites und drittes Diensthalbjahr immer zusammen. Wenn die Stube sauber war, waren wir die üblichen Kontrollen schnell wieder los und konnten ohne Nachbessern schnell angenehmeren Beschäftigungen nachgehen.
Es blieben ergo nur noch mein Schrank und meine soldatische Wenigkeit, aus denen mir mein Ausgangsverderber einen Strick drehen könnte.
Nun, ich war sauber rasiert und ein Feind von Wasser, Seife, Zahncreme & Co. war und bin ich bis heute nicht.
Da mir von Hause aus ein gewaltiges Quäntchen Ordnung in die Wiege gelegt wurde, war auch mein Schrank tipptopp. Alles, aber auch alles war an seinem vorgeschriebenen Ort. Sportzeug und Unterwäsche waren wie im Traum mit Zeitung ausstaffiert, meine Stiefel glänzen derart, dass man sich ein Gefechtsauge hätte holen können und der Steg war ebenfalls gewienert.
Als allerletztem Rettungsanker würde nun dem Genossen Unterlolli bloß noch meine Uniform bleiben, um mir den Gang in die Schänke zu verneinen.
Selbstbewusst und innerlich ruhig stand ich an meinem Spint, ich machte Meldung und wurde eingehend inspiziert.
An den Bügelfalten meiner Hose dürfte man sich die Finger wie an einem Rasiermesser geschnitten haben, ohne dass ich sie je mit einem Bügeleisen bearbeitet hätte.
Nein, ich machte das im Schlaf, pennte ich doch ständig auf meiner Ausgangshose, die ich immer irgendwo zwischen Matratzen, Untermatratzen, sonstigen Decken und wie das alles heißt positionierte und dann drauf pennte.
… doch dann erblickte besagter Unterleutnant, dass sich die Postenfüherlitzen auf meinen Schulterstücken ein Stück entfernt von meinen Gefreiten-Balken befanden – genau dort, wo sich die obligatorischen Vize-Knicke befinden mussten, welche auch jeder Heimgänger noch tragen sollte.
Nicht so ich, ich trug die Litzen auf den Schulterklappen meiner Ausgangsuniform immer mittig; alle glaubten, ich wolle lediglich die für unsere Vorgesetzten verräterischen Knicke verbergen.
"Ziehen Sie mal ihre Postenführerlitzen zur Seite!" ertönte ein siegesbewusster Befehl aus der Kehle des allgemein unbeliebten Unterleutnants.
Wie ein Zauberkünstler im Varieté zückte ich publikumswirksam erst meinen linken und darauf meinen rechten Ärmel theatralisch zurück und streifte meine Postenführerinsignien gen Gefreiten-Balken.
Als mein Widerpart auch noch auf meine dienstvorschriftlich akkuraten "Waschbretter" klotzte, ballte sich sein Gesicht erst zur Faust und dann zur Zitrone und dann wieder von der Zitrone zur Faust, um mir rein dienstvorschriftlich die Ausgangskarte zu überreichen und mich zur Ausgangbelehrung weiterzuleiten.

Klar, mein Ausgang wurde auch weitergehend genehmigt und ich war der King des Abends.


Du bist mein aktueller Held des Monats. Schöne Story.


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#135

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 28.07.2014 22:15
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von HG19801 im Beitrag #133
Also entschuldige mal bitte.
Aber glaubst du allen Ernstes, dass ich dem Forum einen Bären aufbinden will? Oder verstehe ich hier etwas total falsch?
...


Na nee, also ich glaube nicht das Du einem hier die Geschichte vom Pferd erzählst, ich habe ja selber mehr als oft solche Machtspielchen mit EK's ausfechten dürfen, gerade mein erstes Jahr als ZF war da eine harte Schule. Daher die Aussage, wenn ein Vorgesetzter auf solche Schikaneversuche zurückgreift, er unterm Strich nur zweiter Sieger bleibt.
Deswegen mal eine Idee (ob ich diese damals so umgesetzt hab oder nicht, sei jetzt mal dahingestellt *) wie ich einen putschenden EK eines andern Zuges 'eingefangen' hätte. Für einen Gefreiten des eignen Zuges natürlich nicht, ich schneid mir doch nicht ins eigne Fleisch. Achso, und das ich als Ausgangsstreife die Zeche zahlte hatte einen ganz praktischen Grund. Zum ersten warns nur ein paar Mark, wenn's hochkam vielleicht fünfzig. So aber konnte die dann doch angeheiterte Schar Ausgänger ohne großes Schauspiel 'Ich muß noch zahlen ...' usw. die Lokalität pünktlich verlassen, bis 23.45 mußten ja alle in der Kompanie sein. Und zweitens ward so kein 'Rohr' bei Kneiper abgefaßt. Dem war ja auch am Umsatz gelegen, dem KC oder Hauptfeld hat er's dann trotzdem gesteckt.

P.S. wollte da nicht jemand an seinem Zynismus arbeiten, also nicht Du jetzt HG19801, bitte nicht wieder flaschverstehn *verlegen_grins*

*) einen Urlaubsschein kurz vor dem Urlaub verschusseln, sprich nicht rechtzeitig finden war auch eine Möglichkeit, aber ich will da Episoden einer eventuell auch nicht geschriebnen Geschichte vorgreifen. Also alles nur hypothetisch, zufrieden @FRITZE *blödfrag*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 28.07.2014 22:37 | nach oben springen

#136

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 28.07.2014 22:27
von Mike59 | 7.965 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #135
Zitat von HG19801 im Beitrag #133
Also entschuldige mal bitte.
Aber glaubst du allen Ernstes, dass ich dem Forum einen Bären aufbinden will? Oder verstehe ich hier etwas total falsch?
...


Na nee, also ich glaube nicht das Du einem hier die Geschichte vom Pferd erzählst, ich habe ja selber mehr als oft solche Machtspielchen mit EK's ausfechten dürfen, gerade mein erstes Jahr als ZF war da eine harte Schule. Daher die Aussage, das wenn man sich ein Vorgesetzter auf solche Schikanen einläßt, er unterm Strich nur zweiter Sieger bleibt.
Deswegen mal eine Idee (ob ich diese damals so umgesetzt hab oder nicht, sei jetzt mal dahingestellt) wie ich einen putschenden EK eines andern Zuges 'eingefangen' hätte. Für einen Gefreiten des eignen Zuges natürlich nicht, ich schneid mir doch nicht ins eigne Fleisch. Achso, und das ich als Ausgangsstreife die Zeche zahlte hatte einen ganz praktischen Grund. Zum ersten warns nur ein paar Mark, wenn's hochkam vielleicht fünfzig. So aber konnte die dann doch angeheiterte Schar Ausgänger ohne großes Schauspiel 'Ich muß noch zahlen ...' usw. die Lokalität pünktlich verlassen, bis 23.45 mußten ja alle in der Kompanie sein. Und zweitens ward so kein 'Rohr' bei Kneiper abgefaßt. Dem war ja auch am Umsatz gelegen, dem KC oder Hauptfeld hat er's dann trotzdem gesteckt.

Ist irgendwie nah an der Realität was du da schreibst.
Aber die andere war doch auch ne schöne Geschichte. Was hab ich Abende auf Standortstreife verbracht. Jeder wußte was wichtig war. Pünktlich alle Zurück - der Rest war Wurscht. Stubendurchgang - eher nicht. Hauptsache die Jungs sahen ordentlich aus wenn sie die Unterkunft bei Tageslicht verlassen haben. Und am nächsten Tag zum S Dienst e.b., der Rest war Nebensache.


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#137

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 28.07.2014 22:51
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Schon gut Leute. Ich werde es zukünftig unterlassen, hier meine Erlebnisse vom Dienst am Kanten preiszugeben.

Ich muss es mir echt nicht antun, mich von Leuten diskreditieren zu lassen, die sich einbilden, die ewige Weisheit dermaßen löffelweise gefuttert zu haben, dass sie es bis heute nicht ertragen können, einst von einem einfachen Grundwehrdienstler ausgebootet worden zu dein.

P.S.: Ich habe es nicht nötig zu lügen oder irgendwelche Märchen zu erzählen!


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


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#138

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 28.07.2014 22:55
von Rothaut | 400 Beiträge

Ich werde es zukünftig unterlassen, hier meine Erlebnisse vom Dienst am Kanten preiszugeben.


Bloß nicht...ich lese solche Erlebnisse sehr gerne.

HG...ich glaube Du hast hier was in den falschen Hals bekommen.....keiner zweifelt Dein Erlebtes an.

Gruß Rothaut


Diskus303 und Winch haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#139

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 28.07.2014 22:59
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von HG19801 im Beitrag #137
...
P.S.: Ich habe es nicht nötig zu lügen oder irgendwelche Märchen zu erzählen!
Na jetzt komm mal wieder runter! Keiner behauptet das Du Märchen verzählst. Und ein sich so trottlig anstellender Ulu wie von Dir beschrieben wurde sicher 'ausgebotet', nichts anders meinte ich mit 'zweiter Sieger'. Auch ich durfte diese Rolle ein paarmal spielen. Nur lernte man hinzu (na oder auch nicht, hmm meist aber schon) und trug ja auch irgendwann dann geknickte Schulterstücke und ein Maßband?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#140

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 28.07.2014 23:13
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von 94 im Beitrag #132
Solche Spielchen kann man nur verlieren, also hät ich einen EK (aus einem andern Zug) auf'm Kieker gehabt, dann wäre ich an dem Abend eigenhändig Ausgangsstreife 'gelaufen'. Und hätte die letzten zwei drei Runden oder meist die ganze Zeche gleich bezahlt. Und bei den Runden die 'Zielperson' nicht zu kurz kommenlassen. Na wie auch immer, auf jeden Fall hätte ich IN (wichtig!) der Kaserne und am besten mit dem UvD als Zeugen ein geschmugeltes Rohr in der Mateltasche gefunden. Und nun rate dreimal in welcher *grins*

Ausgangsstreife war manchmal aber auch so eine Sache. Ich erinnere mich noch an einen Feldwebel/BU, eine Seele von Mensch. Wurde bei der Musterung bissel 'verarscht' und 'vertränkte' nun diesbezügliche Gedanken gern hochprozentig. Laut Plan war der nun aber so zweimal im Monat mit Ausgangsstreife dran. Na wie auch immer, wir versuchten das bei der Planung zu berücksichtigen und an diesem Abend nur zuverlässige Ausgänger in der Kneipe zu haben.


@94 , um so bitterer ist es wenn man von "Kameraden" verladen wird. ich hatte öfters im G 5 (Kasten für Spillseil) ein paar "Rohre" eingeschmuggelt und auch manchmal für "gute Kameraden". Doch einer der Jungs hat sich so "zugelötet", das er auffiel, kein Ausgang gehabt und trotzdem besoffen. Der OvD nahm ihn in die Mangel und was tat der "gute Kamerad", er hat seinen Lieferanten (mich) ans Messer geliefert zum eigenen Schutz.

Auch das gab es in der vielgepriesenen Kameradschaft, meine Lehre daraus.....


andyman hat sich für diesen Beitrag bedankt
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