#61

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 25.03.2014 13:14
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #57
wenn ich jetzt ein neues Thema anfange, antworten 2 Personen, morgen mittag steht mein Thema auf der 10 Stelle auf der Seite 1, zwei Tage später steht es auf Seite 3 und danach verschwindet es immer weiter. Keiner findet es wieder.
Also zumindest dafür hätte ich einen Ansatz, machs doch wie Greso oder Der Glatte als Beispiel und mach ein (in Worten 1) Dauerthema auf, so etwa ...
Greso,s DDR Museum.
Reiners Zeitzeugen


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#62

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 25.03.2014 15:45
von GKUS64 | 1.607 Beiträge

Hallo erstmal,
da ja einige keine Lust haben in den Tiefen des Forums zu schürfen aber gerne Geschichten hören, habe ich mal ein paar gehoben (Geschichten!).
Ich hoffe, dass ich dem Thema somit wesentliche Impulse verliehen habe!



Geschichten vom Grenzdienst!
Geschichten vom Grenzdienst!
Was habt Ihr eigentlich am Abend in der Kaserne gemacht? (4)
Unfälle im Dienst an der innerdeutschen Grenze (3)
Hinterher kann man lachen


MfG

GKUS64


94, bendix und andyman haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 25.03.2014 15:48 | nach oben springen

#63

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 25.03.2014 17:22
von PF75 | 3.292 Beiträge

hatte da auch mal eine unschöne Erfahrung im Grenzdienst gemacht.
Tagschicht ,Regen KS abfahren mit ES ,nach 2 Stunden ist man durchgeweicht trotz Lederolkombi,mußten dann eine Weidefläche passieren"gesichert mit elektrischem Weidezaun.
Sag zu meinem Sozius (GF)zieh mal eine stange raus und trete rauf,dann kann ich drüber fahren.Was macht der Gute ,er tritt nicht auf die Stange,nee er muß auf den Draht latschen.Natürlich bekommt er das große Zucken und das in dem Moment wo ich genau über dem Draht bin .Habe vorher gar nicht gewußt das durch den Sitz auch Strom fließen kann,ein seeeehr unschönes Gefühl.


grenzgänger81 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#64

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 25.03.2014 17:37
von Hansteiner | 1.412 Beiträge

Stichwort: Weidezaungerät
als ich 74 raus kam, standen ab und zu solche Dinger im Abschnitt. Ging jetzt ungünstig die Freileitung des GMN darüber, hörtes du bei schlechten Wetter ein ständiges -KLACK- im GMN. Einfach nervig !
Den nächsten Po hingeschickt und das Ding Abgeschalten- Ruhe war.
Ging natürlich nur wenn keine" Viecher" da waren.
Beim Erd-GMN gabs dann solche Probleme nicht mehr.

VG H.



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#65

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 25.03.2014 18:15
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Na dann, mal was in die Richtung "Frieden schaffen ohne Waffen"
Bei etwas dünner Personaldecke war ja manchmal mehr Dienst als Ruhe und als mal die Infekt-Hexe ein Drittel der Kompanie lahmgelegt hatte hieß es Dienst schieben bis der Popo glänzt.
Man war ganz schön abgespannt und die Kompanieführung schob die Dienste so das man nicht noch 5 Kilometer zum Turm traben musste sondern man eine Mitfahrgelegenheit bekam.
Also nahm eine Trabant-Besatzung die zu einem entlegenem Turm fuhr, mich und meinen Posten einen Teil des Weges mit.
War schön entspannend so auf der Rückbank durch die Gegend gefahren zu werden.
Wir stiegen dann an einem Stichweg der durch den Wald zu unserem Turm führte aus und wollten uns, nachdem die Genossen Kollegen weitergefahren waren auf den restlichen Weg machen.
Irgendwie hatte ich das Gefühl es fehlte was und blitzartig merkte ich auch was - meine Flinte!
Die fuhr an die Rückbank gelehnt gerade noch 3 Kilometer zum nächsten ständig besetzten Turm.
Ach du heilige Schei... was denn nun, ich kam mir vor wie nackig ohne dem Schießbrügel und sah auch schon ordentlich Arrest auf mich zukommen.
Ich wusste auch nicht ob ich dem Posten seine Knarre abnehmen sollte oder nicht, ich wusste gar nicht so recht was ich überhaupt machen sollte.
Mich lächelte ein GMN-Säulchen an und ich dachte jetzt musst du halt die Hosen vor dem Führenden runter lassen, nützt ja nichts, jemand musste schließlich das Schießeisen zurückbringen.
Ihr könnt euch vorstellen wie es aus dem Hörer brüllte als ich meine Offenbahrung abgesetzt hatte.
Nach einem Beruhigungszigarettchen kam aber dann der Papp-Kübel samst meiner "Braut" zurück.
Folgen hatte die Sache zum Glück keine, vergessen habe ich aber die Kratze nie, ging mir schon etwas an die Nieren.
Achso, seit dem wurde aus dem Andi der "Ghandi"


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zuletzt bearbeitet 25.03.2014 18:31 | nach oben springen

#66

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 25.03.2014 18:25
von rotrang (gelöscht)
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Auch noch eine Geschichte mit dem Weidezaun.
Alls junger Uffz im Abschnitt hatten wir den Befehl bekommen Von Abschnitt 3 zu Abschnitt 1 zu wechseln, mein Altgedienter Ek machte den Vorschlag einfach abzukürzen , ab ging die Post. Wie das Leben und das Wetter so mitspielt hatten wir richtig fetten Nebel und noch kein Tageslicht. Nach zirka 3km musste mein EK auf einmal pinkeln, und es gab ein Wolfsgeheule in den jungen Tag zuhören, die Bauern hatten am Tag vorher den Weidezaun neu aufgebaut. Von Tag an bis zu seiner Entlassung nannte man ihm Zucker.


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#67

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 25.03.2014 19:06
von Mike59 | 7.946 Beiträge

Ich war nach 4 Monaten Kasernenarrest im Stab GR wieder auf eine GK versetzt worden.
Die Ursache ist etwas Komplizierter, heute würde das wohl unter PTS laufen in Verbindung mit Stress.
Auf der „neuen“ GK war ich ein neuer obwohl ich nicht mehr ganz so neu war und Gerüchte sind ja immer sehr schnell. Ich galt als Unsicherheitsfaktor oder irgendwie nicht ganz Koscher.
Ich war auf jedem Fall froh den Stab GR entronnen zu sein. In einer der ersten Schichten, Spätdienst, es war Sommer oder Frühsommer, die Temperaturen schon heftig.

Ich war als K-SiA auf dem Bock und meine Kontrollstreife hatte ich mit Krad (Ausnahme) besetzt mit einem Gefr. PF und einem OS im Praktikum.
Am frühen Abend fragte ein Posten auf BT 11 an ob er mal absitzen könne.
Frage von mir: weswegen?
Antwort : Durst, zur Naturquelle und Wasser fassen.
Das war zwar nicht erlaubt, aber allgemein üblich, dumm nur die Quelle lag außerhalb des Postenbereiches.
Aber ich hatte ja eine KS mit Krad. Also diese dort hin geschickt PV Tasche übernehmen – Quelle anfahren – Termöse auffüllen –u.z.

Nach dem Grenzdienst im Dienstzimmer des KC, Grenzdienstauswertung mit allen K-SiA (GB Sicherung = 4 x K-SiA) und dem OS im Praktikum.
Das übliche Palaver und zum Schluss fragt der KC den OS was er noch so zum Grenzdienst zu sagen habe.
Der erklärt dann, dass er die Schicht ganz super fand und er ganz begeistert ist wie unkonventionell die Frage mit der Getränkeversorgung geklärt wurde.

Dem Alten schwoll die Halsschlagader – er sprang auf das der Stuhl umfiel und brüllte ein Achtung.
Ich bestrafe den UfW. Xxxxx mit einem Verweiß. Tja – das war dann mal wieder dumm gelaufen für mich.


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#68

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 25.03.2014 19:37
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Herrlich, mehr!


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#69

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 25.03.2014 21:04
von Gelöschtes Mitglied
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Musste Samstag vom GR die leeren Aluwannen nach Barchfeld in die Wurstfabrik fahren( alleine und vor allem auf den Rückweg wurde immer Alk gefasst), da die Zugverbindung von Dermbach sehr bescheiden war, hatten wir uns abgesprochen( mit denen die Heimaturlaub hatten), das sie etwas außerhalb bei mir in den W50-Koffer zu steigen und ich sie bis nach Bad Salzungen zum Bahnhof mit nehme! Wer die DDR- Alukisten noch kennt, der weiß wie sie abfärben und da der LKW schön voll damit war, sahen die Ausgangsuniformen, nach den aussteigen verschmiert aus wie Sau! Vorteil für die Kameraden war, sie hatten ein paar Stunden vom Urlaub gut gemacht!!!
Grüsse Steffen52


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#70

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 25.03.2014 23:00
von Gelöschtes Mitglied
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Der G5 war ein geeignetes "Schmuggelfahrzeug". Ich habe die "Rohre" immer in dem Kasten für das Spillseil (beim G5 war das Spillseil extra in einem Kasten unter dem Rahmen untergebracht) versteckt. Die Flaschen wureden schön in Lappen eingewickelt und verstaut.

Einmal hat mir der G5 "Arbeit außer der Reihe" eingebracht. Der Wagen hatte ein 12 Volt Bordnetz, der Anlasser wurde aber über einen Schütz mit einer zweiten Batterie mit 24 Volt angetrieben. Der Schütz saß unter dem Fahrersitz. Im Winter ist der Schütz an meinem G5 ausgestiegen, im Wartungspunkt war einer in den "Reservekisten" vorhanden. Zum durchmessen habe ich mir den Schlüssel vom anderen G5 im KFZ Park stehend geholt. Dort Fahrersitz raus, gemessen, angelassen und dabei wieder gemessen. Der LKW war da Winter nur mit Gang abgestellt. Beim Sitzausbau und "rüber rücken" habe ich den schalthebel für die Gruppen (Straße / Gelände) auf Mittelstellung (0) gedrückt. Nach dem Einbau des Sitzes noch den Gang kontrolliert und auf die Bude.
Abends wurde ich rausgerufen, ein "herrenloser G5" rollt durch den KFZ Park, ich ganz Stolz "meiner ist das nicht steht im Wartungspunkt", bis mir einviel das ich an der Karre zugange war..... Der Wind hat sich vermutlich in der Plane verfangen und den alten "Segler" angetrieben.
Der G5 ist genau gegen einen Betonpfosten der Einzäunung vom KFZ Park gerollt. Zur "Strafe" sollte ich den Pfosten am Sonntag früh wechseln, aber EK nicht dumm, Schlupf in die Öse vorn an der Stoßstange eingehängt, Rückwärts gefühlvoll angezogen, frischen Dreck an die Bruchstelle in Bodennähe und dann "abgeruht". Mittag vollzug gemeldet und war frisch ausgeschlafen.....


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#71

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 25.03.2014 23:18
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Die Sicherstellung mit erwärmenden Getränken erfolgte bei uns auf der Stube mittels TS-Seitentaschen ganz einfach aus dem Dorfkonsum zum Fenster in den Hof raus, die Erna reichte nachmittags eine Pulle raus und die wanderte in die Tasche, fuhr dann mit in den Abschnitt ein und nachts wieder raus.
Da nachts keine Klumpen in der Kaserne rumschlichen fanden die Glasmantelgeschosse so ihren Weg in gammelige Teil 1 die auf den Schränken verstaubten (in dem Jahr am Kanten habe ich kein einzigstes mal erlebt das ein Vorgesetzter auch nur ansatzweise eine Art von Stuben- oder Schrankkontrolle gemacht hätte).
Die Lebensdauer der Pullen war eh nur sehr begrenzt
Entsorgung des verfänglichen Glasmülls auf dem selben Weg retoure.
Besoffen haben wir uns nie, bissel Mumpitz-Mischung mit Club-Cola nur für'n Appetit, mehr war nicht.
Einmal hat allerdings einer mit unter dem Deckel gehaltenen privaten Sorgen so ein Rohr heimlich ausgelötet, da gab es richtig Stress weil der besoffen via A-Gruppe in den Abschnitt geraten war und freidrehte, konnte aber intern geregelt werden ohne das die Goldpickler was mitbekamen.
Was mich im Nachhinein immer noch wundert, ich vermute mal auf fast jeder Stube war doch sicherlich ein informelles menschliches Gummiohr, das der nicht die Sache mit den Spaßmachern verzinkt hat, nehme an der hatte wohl selber Durscht


zuletzt bearbeitet 25.03.2014 23:46 | nach oben springen

#72

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 26.03.2014 08:04
von rotrang (gelöscht)
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Morgen Gemeinde
Eine tatsächliche Geschichte die sich im Januar 71 im Abschnitt 5 zugetragen hat. Ein Postenpaar hatte die Aufgabe die Straßenkreuzung (Spinne) mit zu sichern. Dieses Postenpaar war eine Streife zwischen den Orten Lütkenwisch-Lanz zu Fuß. Es war kalt und die Jungs hatten es irgendwie geschafft sich ein Rohr zu besorgen(kann auch mehr gewesen sein. Als KS-streife war mein Kradfahrer und ich im gesamten Abschnitt eingesetzt. Der Teufel musste uns geritten haben als wir das Paar kontrollierten, von denen war weit und breit nichts zu sehen. James der Fahrer des Krades meinte zu mir er habe unterwegs einen Bauwagen stehen sehen, nichts wie hin. wir sahen ein kleines fackeln von Feuer, Krad abgestellt Flinte in Anschlag gebracht und das ganze Abgesichert. 5Minuten beobachtet und dann Tür ganz langsam geöffnet ,wir trauten unsern Augen nicht, eng umschlugen saßen die beide auf der Bank und pennten , die Flinten hingen 30cm vom heißen Ofenrohr. Was machen ? nach kurzen zögern Flinten in den Schnee geschmissen , beide Kumpels getrennt und draußen schön mit Schnee abgerieben . Unsere Meldezeit näherte sich auch wieder guter Rat war teuer. James meinte die müssen weg von hier , aber wie? er nahm sich einen von denen auf den Sozius ab ging Post Orsteingang Lütkenwisch, wo sie auf eine lahm dahin schleichende 2 neue Streife warteten. Könnt ihr euch denken wer das war? Logo der Postenführer(total veroelt) und meine Wenigkeit . Schichtende wurden die beiden mit LO zur Kompanie mit genommen und klamm heimlich nach innen bugsiert ,die anderen Kameraden putzten die Waffen und der Mantel des Schweigens wurde darüber gedeckt.Beim nächsten Ausgang hatten wir beide(James und meine Wenigkeit) Getränke bis zum Abwinken. Die Geschichte ist nie Aufgeflogen, später habe ich sie meinen ehemaligen KC erzählt, der hat nur mit dem Geweih gewackelt.


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#73

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 26.03.2014 08:19
von Udo | 1.260 Beiträge

Zitat von rotrang im Beitrag #72
Morgen Gemeinde
Eine tatsächliche Geschichte die sich im Januar 71 im Abschnitt 5 zugetragen hat. Ein Postenpaar hatte die Aufgabe die Straßenkreuzung (Spinne) mit zu sichern. Dieses Postenpaar war eine Streife zwischen den Orten Lütkenwisch-Lanz zu Fuß. Es war kalt und die Jungs hatten es irgendwie geschafft sich ein Rohr zu besorgen(kann auch mehr gewesen sein. Als KS-streife war mein Kradfahrer und ich im gesamten Abschnitt eingesetzt. Der Teufel musste uns geritten haben als wir das Paar kontrollierten, von denen war weit und breit nichts zu sehen. James der Fahrer des Krades meinte zu mir er habe unterwegs einen Bauwagen stehen sehen, nichts wie hin. wir sahen ein kleines fackeln von Feuer, Krad abgestellt Flinte in Anschlag gebracht und das ganze Abgesichert. 5Minuten beobachtet und dann Tür ganz langsam geöffnet ,wir trauten unsern Augen nicht, eng umschlugen saßen die beide auf der Bank und pennten , die Flinten hingen 30cm vom heißen Ofenrohr. Was machen ? nach kurzen zögern Flinten in den Schnee geschmissen , beide Kumpels getrennt und draußen schön mit Schnee abgerieben . Unsere Meldezeit näherte sich auch wieder guter Rat war teuer. James meinte die müssen weg von hier , aber wie? er nahm sich einen von denen auf den Sozius ab ging Post Orsteingang Lütkenwisch, wo sie auf eine lahm dahin schleichende 2 neue Streife warteten. Könnt ihr euch denken wer das war? Logo der Postenführer(total veroelt) und meine Wenigkeit . Schichtende wurden die beiden mit LO zur Kompanie mit genommen und klamm heimlich nach innen bugsiert ,die anderen Kameraden putzten die Waffen und der Mantel des Schweigens wurde darüber gedeckt.Beim nächsten Ausgang hatten wir beide(James und meine Wenigkeit) Getränke bis zum Abwinken. Die Geschichte ist nie Aufgeflogen, später habe ich sie meinen ehemaligen KC erzählt, der hat nur mit dem Geweih gewackelt.


Spinne? Kreuzung zwischen Lanz, Jagel und Lüttgenwisch???


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#74

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 26.03.2014 08:28
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Wir hatten einen Mit-Genossen auf der Stube der hieß mit Spitzname "Uschi", ein etwas schräger Vogel aus der Lausitz, groß und klapperdürre.
Uschi hatte eine Eigenart, der war so eine Art leichter Schlafwandler.
Für uns war es ein Gaudi wenn er zu Bette ging, warteten da extra am Tisch um nichts zu verpassen, weil nach kurzer Zeit kam Uschi's Oberkörper hoch und er begann im Schlaf wirres Zeug zu erzählen, man konnte ihn da auch was fragen und er antwortete.
War auf Stube lustig, aber man musste mit ihm ja auch Nachtschichten auf dem Turm schieben, das war dann allerdings gruslig.
Entweder man blieb die ganze Zeit wach was belastend war, oder man zog doch die Halbe-Halbe-Sicherung durch.
Also Uschi saß gegenüber auf dem Hocker und ging sanft in die Nachtruhe, Kaffee eingeschenkt und der Dinge geharrt die unvermeidlich kommen würden.
Achso, er hatte ein LMG, wenn er eingenickt war das vorsichtshalber mal aus seinem Griffbereich gestellt.
Also, erst gingen unverhofft seine Augen auf und er glotzte dich unverwandt an (Zeit eine Zigarette anzuzünden), dann begann er zu erzählen, von BRD und DDR, der Grenzverletzer kam auch vor, es war wirklich zum Schaudern so in der Nacht allein mit ihm.
Nach 10 Minuten pennte er meist wieder richtig ein und blieb dann ruhig bis Wecken.


zuletzt bearbeitet 26.03.2014 08:39 | nach oben springen

#75

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 26.03.2014 08:37
von rotrang (gelöscht)
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Zitat von Udo im Beitrag #73
Zitat von rotrang im Beitrag #72
Morgen Gemeinde
Eine tatsächliche Geschichte die sich im Januar 71 im Abschnitt 5 zugetragen hat. Ein Postenpaar hatte die Aufgabe die Straßenkreuzung (Spinne) mit zu sichern. Dieses Postenpaar war eine Streife zwischen den Orten Lütkenwisch-Lanz zu Fuß. Es war kalt und die Jungs hatten es irgendwie geschafft sich ein Rohr zu besorgen(kann auch mehr gewesen sein. Als KS-streife war mein Kradfahrer und ich im gesamten Abschnitt eingesetzt. Der Teufel musste uns geritten haben als wir das Paar kontrollierten, von denen war weit und breit nichts zu sehen. James der Fahrer des Krades meinte zu mir er habe unterwegs einen Bauwagen stehen sehen, nichts wie hin. wir sahen ein kleines fackeln von Feuer, Krad abgestellt Flinte in Anschlag gebracht und das ganze Abgesichert. 5Minuten beobachtet und dann Tür ganz langsam geöffnet ,wir trauten unsern Augen nicht, eng umschlugen saßen die beide auf der Bank und pennten , die Flinten hingen 30cm vom heißen Ofenrohr. Was machen ? nach kurzen zögern Flinten in den Schnee geschmissen , beide Kumpels getrennt und draußen schön mit Schnee abgerieben . Unsere Meldezeit näherte sich auch wieder guter Rat war teuer. James meinte die müssen weg von hier , aber wie? er nahm sich einen von denen auf den Sozius ab ging Post Orsteingang Lütkenwisch, wo sie auf eine lahm dahin schleichende 2 neue Streife warteten. Könnt ihr euch denken wer das war? Logo der Postenführer(total veroelt) und meine Wenigkeit . Schichtende wurden die beiden mit LO zur Kompanie mit genommen und klamm heimlich nach innen bugsiert ,die anderen Kameraden putzten die Waffen und der Mantel des Schweigens wurde darüber gedeckt.Beim nächsten Ausgang hatten wir beide(James und meine Wenigkeit) Getränke bis zum Abwinken. Die Geschichte ist nie Aufgeflogen, später habe ich sie meinen ehemaligen KC erzählt, der hat nur mit dem Geweih gewackelt.


Spinne? Kreuzung zwischen Lanz, Jagel und Lüttgenwisch???

Genau das ist es Udo


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#76

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 26.03.2014 09:45
von Udo | 1.260 Beiträge

Als MKF in Dömitz die Zweite:
Ab und zu, wenn es mal wieder personelle Probleme gab, habe ich für die Hundestaffel Futter ausgefahren.
Am frühen Morgen im Winter fuhr ich also in den Abschnitt. Es hatte in der Nacht erheblich geschneit und ich war das erste Fahrzeug auf dem Kolonnenweg. Man musste schon sehr genau hinschauen, um die Deichkanten bzw den Kolonnenweg zu erkennen.
Die Hunde waren etwa 30 Meter hinter dem Deich angeleint. Die Soldaten fütterten die Hunde und ich fuhr in Schrittgeschwindigkeit neben her. Als wir ans Ende der Hundelaufanlagen kamen, wollte ich auf dem Deich wenden. Hunderte Male ohne Einweiser schon gemacht, aber diesmal gab es das Problem, dass alles weis und keine Konturen vorhanden waren. Es hatte wieder angefangen zu schneien.
Und da passierte es, das ich die Deichkante zu spät sah und seitlich den Hang ein Stück runter rutschte. Der LO stand auf drei Rädern. Das fahrerseitige Vorderrad hing so etwa einen halben Meter in der Luft. Aufgeregt liefen die Genossen der Hundestaffel auf mich zu und schrien, ich solle abspringen, was ich dann auch tat. Der LO stöhnte und richtete sich noch ein Stück auf. In der Aufregung hatte ich natürlich meine Krawallnikow im Auto zurück gelassen.
Nach längerer Diskussion haben wir dann beim Stab angerufen und um Hilfe gebeten. Die kamen dann mit 2 W50 und dem Chef Technik und Bewaffnung Major Kl.., nahmen den LO, per Spill, in die Mitte und dann haben wir den LO ganz vorsichtig bis zum Deichboden abgeseilt. Den ersten Anschiss bekam ich, weil ich meine „Braut“ nicht bei mir trug, den Zweiten für das Wenden ohne Einweiser. Für den Tag war ich satt.


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#77

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 26.03.2014 12:28
von Hansteiner | 1.412 Beiträge

In unseren Zug hatten wir den Vorteil, daß wir als KFZ einen LO und einen P3 hatten.
Wenn einer mal Probleme bekam hat der andere geholfen.
Mit der Kombination Trabi und LO war das nicht so günstig !

VG H.



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#78

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 26.03.2014 18:13
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Auch ich hatte den Vorteil, das wir die P3s hatten! Ich musste zwei Mal in der Woche vor dem 6 Uhr wecken, so um 5 Uhr los schon los, um die frisch Ware( Wurst, Fleisch , Brot und Schrippen) aus der Wurst b.z.w, Großbäckerei zu holen! Das Problem im Winter war, das mein W50 manchmal nicht ansprang, nun jemanden von den Kameraden wecken (hätte die Stiefel ins Kreuz bekommen) , also selbst Hilfe. P3 vor gespannt,alles was es gab eingelegt und auf Handgas gestellt, ab ging es durch den KFZ-Park, schön gerade aus, bis der W50 ansprang und dann voll auf die Bremse und den P3 abgewürgt. So, brauchte ich keinen 2 Mann und es ging auch! Hatte eines Tages aber mal der OvP mit bekommen und der Anschiss war perfekt!!
Grüsse Steffen52


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#79

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 26.03.2014 18:42
von bendix | 2.642 Beiträge

Zitat von Udo im Beitrag #59
Eine kleine Begebenheit als MKF:
Wie ich ja bereits schrieb, habe ich in Dömitz in der Sicherstellung gedient. Dieser Vorfall ereignete sich im Winter.

1. Wir fuhren über das Tor an der Burg Dömitz in den Grenzabschnitt zur Reparatur des GSZ ein. Auf der Ladefläche hatte ich noch drei Soldaten, neben mir ein Uffz.
Die Elbwiesen waren überschwemmt und gefroren und man hatte uns eingewiesen, auf dem Eis zu fahren, aber keinesfalls stehen zu bleiben. Nun dachte ich, dass so ne kleine Rutschpartie in Ermangelung eines Karussells ganz lustig wäre. Gedacht, getan. Ich fuhr mehrere enge Kurven um den LO ins Rutschen zu bringen. Es gelang nicht, da ich mit Vierradantrieb fuhr. Den schaltete ich dann aus und schon kam die Kiste mächtig ins Rutschen. Leider habe ich das dann ein bisschen übertrieben und drehte mich um meine Vorderachse. Tja, dies ist wie „Stehen“ und schon knirschte es unter meinen Vorderrädern und plötzlich standen wir vorn zirka einen Meter tiefer. Das war ein ziemlicher Ruck, bei welchem die Soldaten auf der Ladefläche von den Sitzbänken abhoben.
Wie nun da wieder raus, ohne das davon jemand was merkt. Wir haben dann die Abschleppstange unter einen Vorderreifen geschoben und versucht, auf dieser rückwärts aus dem Loch zu kommen. Mein guter LO hat sich da leider nicht allein raus gezogen, also Anruf über GMN beim Stab. Ein W50 hat mich dann zwei Stunden später mit einer laaangen Seilwinde vom sicheren Ufer rausgezerrt. Natürlich wurde meine Karussellfahrt bekannt und ich bekam nen richtig saftigen Ansch….



Die Burg ist eine Festung
http://www.festung-doemitz.de
Soviel Zeit muss sein.
Danke für deine Beiträge Udo,als alter Dämser interessiert mich das natürlich besonders.

Gruß bendix


Das Zufriedene ist leise,das Unzufriedene ist laut.
Gefreiter der Grenztruppen -1980 GAR 40 Oranienburg/Falkensee-GR 34 Groß-Glienicke 1981-1982
Udo hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#80

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 26.03.2014 18:45
von damals wars | 12.134 Beiträge

Ich durfte mal nen W 50 lenken, der durch den Park geschoben wurde, weil er nicht mehr ansprang, Mann, war das schwer!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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