#321

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 16.01.2016 02:06
von Gelöschtes Mitglied
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@all, warum ich das Uraltthema wieder hochhole ist eigentlich recht schnell erklärt.
Eine Sache, die mich doch etwas berührt hat.
!984 kam in Glöwen ein Fhnr. ums Leben, unter den berühmten Teppich war das nicht zu kehren. Es wurde aber ein Deckel drauf gemacht, Schweigepflicht.
Die Witwe erhielt Geld um die Umstände nicht preiszugeben. Auch die AGT die noch in Glöwen leben schweigen nach so langer Zeit.
Gestern abend hatte ich Mail und Anruf von einer Enkelin, ihr Opa ist 1984 verstorben, da ich die Geschichte kenne werden wir uns in LE treffen.
Ich werde ihr evtl wehtun müssen.
Gerd
(nicht das wieder Fragen kommen, gefunden hat sie mich über meine HP)


zuletzt bearbeitet 16.01.2016 03:35 | nach oben springen

#322

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 16.01.2016 11:51
von Klauspeter | 989 Beiträge

@G.Michael:
Eine traurige und berührende Geschichte, die du erzählt hast.
Ja, es gab auch Tote bei der NVA. Die Todesursachen waren sehr verschieden, aber es war immer ein trauriges Ereignis für die Angehörigen. Schlimm auch für den, der die Eltern und Angehörigen benachrichtigen musste.

So schlimm diese Todesfälle waren und so unterschiedlich die Ursachen - es waren bei der NVA niemals Tote durch Auslands-Kriegseinsätze.
Natürlich ist das nichts Neues, was ich hier schreibe, und dennoch möchte ich darauf hinweisen:
Die Zahl der bei Auslandseinsätzen gefallenen Bundeswehr-Angehörigen ist nicht gering; und immer trauern Angehörige,Frauen und Kinder sowie Freunde um die Toten.
Sicher gibt es heute darüber keine Schweigepflicht mehr. Aber viel darüber geschrieben wird auch nicht. So etwas passt auch heute nicht in das Bild von der heilen Welt.

Ich traure um jeden deutschen Soldaten, der bei Auslandseinsätzen sein Leben lässt.
Ich hoffe ganz sehr, dass sich die Politiker diesbezüglich ihrer Verantwortung bewusst sind.
Ich bin mir da aber nicht ganz so sicher.
Klaus


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#323

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 16.01.2016 16:30
von Fritze | 3.474 Beiträge

Ich hoffe ganz sehr, dass sich die Politiker diesbezüglich ihrer Verantwortung bewusst sind.
Ich bin mir da aber nicht ganz so sicher


Klauspeter ich bin mir da absolut sicher , daß sie sich ihrer Verantwortung nicht gerecht werden !
Minister Schäuble hat ja dieser Tage schon wieder zwei supertolle .Vorschläge gemacht !
Die Bundeswehr auch im Inland einzusetzten und den Autofahrer an der Tanksäule wieder noch etwas mehr zu melken !


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
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#324

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 16.01.2016 17:37
von Klauspeter | 989 Beiträge

Ja, Fritze, mein Optimismus, den ich mir gerne erhalten möchte, bröckelt immer mehr...
Haben wir eigentlich noch genügend Bundeswehr im Land?
Naja - und die Benzin-Sonderabgabe? Sicher kommt man im Dienstwagen mit Fahrer auf solche absurden Ideen.

Andererseits -zweifelt hier jemand daran, dass wir irgendwie die Zeche zahlen werden?

Klaus


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#325

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 19.04.2016 21:25
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Irgendwann erwischte es so ziemlich jeden während des Grenzausbildungshalbjahres in Eisenach - Küchendienst!
Schon das Wort war der blanke Horror für uns junge Kerle. Früh um 04.00 Uhr wurden wir vom UvD oder GUvD mit Taschenlampe aus den Nestern gezerrt und erst gegen 22.00 Uhr sahen wir unsere Flohmulden wieder.
Mit einigen anderen Soldaten meiner Ausbildungskompanie ging es also in aller Herrgottsfrühe schwarzkombitragend in die Regimentsküche zum Abwaschen, Geschirr hin und her räumen, Putzen, Scheuern und weiteren Unannehmlichkeiten.
Leider hatten wir in unserer Truppe so einen Idioten, der als Mensch und Soldat nicht viel taugte. Er war im Zivilen beim DDR-Fernsehen beschäftigt und fühle sich am wohlsten, wenn er anlässlich bekloppter "Veranstaltungen" gitarrespielend politische Lieder zelebrieren und auch sonst dummes Gedöns von sich geben konnte. Aber ansonsten war er eine Niete.
Mit der Frühstücksabfütterung des Regiments prasselten tausende Geschirr- und Besteckteile in die Abwaschtröge und fortwährend musste alles von uns gesäubert werden.
Abgesehen davon, dass uns das nicht gerade euphorisch stimmte, machte unser "Spezi" auch schon Spirenzien. Angeblich könne er nicht abwaschen, weil er sich so sehr vor dieser Arbeit ekeln würde und Brechreiz bekomme. Letzeren bekamen wir übrigen Ünglücklichen auch und fix hatte ihn ein tatkräftiger Typ am Schlafittchen gepackt, ihm eine Bürste in die Hand gedrückt und wortgewaltig zum Abwaschen "animiert".
Na also, es ging doch! Nö, ging es nicht, denn der Hirni ging mit Missmut ans Schaffen und entfernte kaum die Speisereste von den Fressutensilien.
Ausbaden mussten wir diese Faulheit alle, indem wir immer wieder nachputzend erneut Hand an das Zeug anlegen durften.
... und die nächsten Frühstücker warteten schon kompanieweise auf saubere Teller, Tassen, Messer usw.
Irgendwie meisterten wir trotz unseres unseligen Kameradenschweins die Frühstunden und dachten schon mit Grausen an den Mittagsansturm.
Man kann sich denken, dass sich die Hauptmahlzeitszeit ähnlich bescheuert gestaltete wie das schon Geschilderte.
Unser politsche Lieder schmetternder "Freund" machte den Fehler, sich während der Mittagspause unter fadenscheinigen Gründen beim Küchenchef beliebt zu machen, um sich eventuell abtarnen zu können. Doch Scheiße war's und keine Bonbons, denn der feiste fette Fähnrich mit seinen aschenbecherartigen Brillengläsern fühlte sich beim Trinken des verbotenen Dienstbiers gestört und ließ ihn abblitzen.
Mit dem Mittagessen standen wir abermals an den Abwaschbecken und machten uns an Geschirr und Besteck zu schaffen, nur einer wollte nicht so recht - man kann sich denken, wer.
Da unser unliebsamer Zeitgenosse weiterhin keine Lust verspürte, aktiv am Abwaschgeschehen zeilzunehmen, kam er auf den fatalen Gedanken, der Sache mit etwas mehr Spülmittel nachzuhelfen und schon kippte er ohne dass wir ihn stoppen konnten aus einem in der Gegend stehenden Reinigungsmittelbehälter Flüssigkeit in die Abwaschbecken.
Komisch, das Zeug verhielt sich nicht wie Spüli, sondern schäumte nicht wie solches und roch eigenartig.
Mann, das Rindvieh hatte Scheuermittel für Fußböden erwischt!!!
... also durften wir wieder von vorn anfangen. Wasser ablassen, frisches Wasser einlassen und das zugehörige Theater.
Mit viel Fleiß und Spucke bewältigten wir den Mittagsabwasch, doch das Debakel wollte nicht aufhören.
Nach der Schufterei am Mittag als auch am Abend galt es, den rieisigen Speiseraumboden zu säubern. Schon allein sein "natürlicher" Zustand war eine Herausforderung - alte quietschende verschlissene nach Holzbehandlungsöl müffelnde Dielen, die Wellenberge- und Täler bildeten.
Mit Wassereimern, Schrubbern, Bohnerkeulen und was weiß man sonst noch alles gingen wir ans ungeliebte Werk bis es plötzlich plätscherte.
Heilige Kacke, was war nun wieder los?
Dieser politische Pamphlete singende Vollidiot vom DDR-TV hatte einen Eimer Wasser in die Bude geschüttet, weil er meinte, mit etwas Geschrubbe würde bald alles blitzblank sauber sein. Ans Aufwischen unter Selbstbeteiligung hatte dieses Dusseltier natürlich nicht gedacht.
Mit viel Ditschen und Trockentupfen legten wir genervt und mächtig geschafft die Pfützen trocken, wobei sich einer gekonnt zurückhielt.
... und am Ende hatten wir noch nicht einmal mehr die Mauke, diesem vollidiotischen Arsch die Fresse oder sonstwas ordentlich zu polieren, weil wir einfach viel zu fertig waren, um an sowas zu denken.

Edit: Schreibfehler


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


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zuletzt bearbeitet 19.04.2016 22:03 | nach oben springen

#326

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 20.04.2016 18:40
von Lutze | 8.039 Beiträge

Man muss ja einen nicht gleich die Fresse polieren oder sonstige Gewalt
anwenden,so einen hätte ich in seine Stiefel geschissen,
gibt es noch mehr über euren TV-Kameraden zu erzählen?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#327

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 20.04.2016 19:14
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #326
Man muss ja einen nicht gleich die Fresse polieren oder sonstige Gewalt
anwenden,so einen hätte ich in seine Stiefel geschissen,
gibt es noch mehr über euren TV-Kameraden zu erzählen?
Lutze


Ich schätze mal, er hat erreicht, was er wollte.
Unter dem Motto "Dumm stellen schafft Freizeit" bringt man's auf manchen Gebieten recht weit und er hat das früh begriffen.
Das mit dem Stiefel geht auch anderswo hin, siehe hier:
https://youtu.be/c-B6ZJxmIA8?t=29
Man lernt halt für's Leben beim Militär und es wäre interessant, wie unmittelbare Vorgesetzte in solchen Fällen reagieren.
Versuchen die eher, eventuelle andere Potenziale des DEFA- Reservehelden (Herrichts Filmrolle) zu erschließen oder gießen die Öl ins Feuer im Sinne der Geselligkeit ?



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#328

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 21.04.2016 20:06
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #326
... gibt es noch mehr über euren TV-Kameraden zu erzählen?
Na ja, er lief meistens mit leidendem Gesicht und den Kopf vor den Schultern eingezogen durch die Gegend - ein gespieltes Häufchen Unglück eben.
Ich kann mich noch erinnern, dass er mal den Fußweg neben der Regimentsstraße entlangschlich und den Eindruck erweckte, sich gleich in seine Einzelteile aufzulösen, Der Zug, dem ich angehörte, marschierte an ihm vorbei und alle fingen an zu johlen und zu lästern. Selbst unser Zugführer (Leutnant) konnte sich einer entsprechenden Bemerkung nicht erwehren.
Aber wie ich bereits schrieb, wenn es darum ging, politische Mätzchen abzuziehen, dann war er oben auf und seine Elendsmiene war verschwunden.
Überhaupt konnte er sehr "geschmeidig" sein, wenn er etwas ihm Gefälliges wollte.
Obwohl ich nur wenig mit ihm zu schaffen hatte, kam es mal in einer Quasselrunde darauf zu sprechen, dass ich Rockfan bin und in meiner Schallplattensammlung auch Westplatten hatte. Unter anderen auch eine von Crosby, Stills, Nash & Young ("So Far", habe ich heute noch). Auf das Ding war er spitz wie Nachbars Lumpi und er kaute mir ein Ohr ab von wegen mal auf Tonband Überspielen, Plattenabend auf der Kompanie veranstalten und so. Ich sollte die LP aus einem Urlaub mitbringen oder von zu Hause schicken lassen. Es sei auch überhaupt kein Problem, dass die Scheibe aus dem Westen kam, denn er würde das alles mit dem Politoffizier klären - ja, der Polit war ihm wohl wegen seines Politisierens wohlgesonnen.
Natürlich habe ich mich absolut nicht darauf eingelassen.

Übrigens, der Zugführer dieses seltsamen Zeitgenossen war dieser Schinder, über den ich in jenem Thread auch etwas schrieb:

Typisch Schmidt Stabsoberfähnrich Horst Schmidt


Edit: Schreibfehler


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 21.04.2016 21:26 | nach oben springen

#329

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 21.04.2016 21:43
von damals wars | 12.201 Beiträge

@HG19801

Gab es bei euch wirklich Besteck, die Bestecktasche war doch immer am Mann (rechte Beintasche)?


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#330

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 21.04.2016 22:16
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #329
@HG19801

Gab es bei euch wirklich Besteck, die Bestecktasche war doch immer am Mann (rechte Beintasche)?
Stimmt!, Besteck wurde am Mann mitgeschleppt. Lediglich für Vergessliche gab es die Möglichkeit sich Futterwerkzeuge in der Euftküche zu leihen.

... trotzdem war es 'ne mächtige Kacke, den ungeliebten Riesenabwasch zu bewältigen.


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


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#331

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 19.06.2016 10:40
von PKE | 149 Beiträge

An den Grenzübergangsstellen im Bezirk Potsdam hatten wir Spezialistengruppen "Sicherheit und Terrorabwehr" der PKE und des Zoll. Da wurde hart trainiert .An allen Waffen. (Ich habe die Streichholzschachtel immer getroffen) Brauchte aber im Ernstfall nicht schießen. Einzelfeuer war angesagt und wenn schon, auf vorgegebene Ziele am Körper. Aber nie an den Kopf.


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#332

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 04.09.2016 21:24
von Hanum83 | 4.788 Beiträge

Hab gerade eine draußen geraucht und es regnete so schön, da ging die Erinnerung ein wenig zurück.
Wenn du so in der Nacht an der Grenze durch den Wald getrabt bist bei Regen, da war der ja noch finsterer als sonst und das Getropfe von den Bäumen, ich war nie ein Schisshase, aber da wurde es mir schon mulmig.
Mit dem Regenumhang und der Kaputze auf hat man ja auch beim Laufen mit dem Mitgrenzer neben dir nun nicht so das ausufernde Gespräch geführt, da hingst du ruhig deinen Gedanken nach und ein Gedanke war, hoffentlich kommst du hier bald raus und ins trockene Bett, aber 3 ewige Stunden hattest du noch.
So schön wie das oft an der Grenze war wenn im Sommer die Sonne schien, aber da, nee du, war nicht meins.
Bei solchem Wetter im Finstern waren dir sogar die sonst gehassten Turmschichten lieber als die Fußstreife im "Schweinewald", da war es trocken und du konntest dir einen schönen Ufo-Kaffee aufbrühen oder mit dem Hartspiritus-Kocher ne Konserve warm machen.
Ging es euch auch manchmal so?


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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zuletzt bearbeitet 05.09.2016 08:10 | nach oben springen

#333

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 04.09.2016 23:21
von vs1400 | 2.397 Beiträge

wenn der regen halt nicht abnahm, Hanum und sich über mehrere tage hinzog,
dann war es schon echt nervig. die klamotten wurden ja fast nicht mehr wirklich trocken, zumal es ja noch den a- bzw. berg-zug gab.
selbst rückwärts gehen brachte nichts, denn dann lief das wasser eben von hinten in die stiefel.
einzig positiv war die gewissheit, dass man derartiges, nach dieser zeit, nicht mehr erleben muss.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#334

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 05.09.2016 07:55
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Moin Forum,

wenn ich das vom Grenzwolf so lese bin ich froh das ich das nicht mitmachen musste.

Ich habe mir über die Witterungsunbilden schon häufiger Gedanken gemacht, bei Sturm und Regen, oder bei Schneesturm, -20°...

Erinnern kann ich mich während der BW Zeit an eine Wache (Kasernengelände) mit Posten am Tor zum Übungsgelände bzw. "Probefahrtgelände) nach Instandsetzung von Panzern. Da war´s ungemütlich kalt, wimre Regen, mit ´ner kleinen Hütte, Bahnheizkörper....im stehen eingepennt....

Nächsten Wachturnus 4 h Fußstreife durch den Technikbereich, Kfz- Abstellplätze....möglichst unter den Dächern entlang. Die BW Parker waren top imprägniert, Wasser ging nicht durch. Nasse Beine hatte man, Stiefel waren insoweit auch dicht, nur das was von oben am Bein reinlief war doof.

Trotzdem, man wusste, nach 24 h war Schluß, danach war wieder "normaler Dienst" in der Bude (Kfz- Instandsetzung), warm und trocken. Der Weg dahin 5 min zu Fuß, dass war auch bei strömenden Regen kein Problem...

Übung, Natoalarm, ging glücklicherweise alles an mir vorbei, nur mal eine Woche schießen mit Plastikmumpeln in Putlos, da war das Wetter ok, untergebracht waren wir in Baracken. Aber insgesamt für mich 18 Monate verlorene Zeit....

MfG Berlin

Edit: Rechtschreibung


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
zuletzt bearbeitet 05.09.2016 07:57 | nach oben springen

#335

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 05.09.2016 13:03
von sentry | 1.108 Beiträge

An der GÜSt Marienborn sind wir naturgemäß nicht viel "getrabt". Das meiste spielte sich auf festen Postenpunkten ab. Lediglich eine Kontrollstreife war beweglich im Abschnitt eingesetzt. Allerdings hat bei ranzigem Wetter der Aufführende meist Erbarmen gehabt und die KS auf der Führungsstelle im Warmen belassen. "Meist" heißt natürlich nicht immer. Wenn es dann mal ganz schlimm wurde, wurde der KS gelegentlich "Asyl" auf einem B-Turm gewehrt, oft auf der A4, einem BT-11 nördlich der Autobahn. Das war natürlich verboten und auch die Tür zum Turm war eigentlich alarmgesichert und konnte nicht ohne vorherige Anmeldung geöffnet werden. Aber die meisten Grenzer kannten den Trick, dieses System zum umgehen und den Turm ohne Alarmauslösung zu betreten und zu verlassen.
Trotzdem war auch auf festen Postenpunkten bei extremer Witterung der Grenzdienst kein Zuckerschlecken. Es gab viele PP's, wo zumindest ein Grenzer ständig draußen stand. Viel Bewegungsspielraum gab es oft nicht und wir konnten auch die Bekleidung nicht unendlich verstärken, weil wir meist in der schicken Uniform der Berufssoldaten auf GD zogen und da passten nicht viele Sachen drunter. Da konnten die 2 Stunden, die der Posten meist stand, bevor er mal eine halbe Stunde abgelöst wurde, unendlich lang werden.
Ich habe in solchen Situationen immer sehnsüchtig in die vorbeifahrenden Autos bzw. Züge gesehen und konnte mir einfach nichts besseres vorstellen als jetzt in so einem warmen Auto oder Zugabteil zu sitzen und zu schlafen, zu schlafen, zu schlafen...schei*egal in welche Richtung es ging. In dem Moment war für mich so ein Plätzchen der Himmel auf Erden.


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#336

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 05.09.2016 19:28
von Hanum83 | 4.788 Beiträge

Wir hatten im Abschnitt auch so ein Stück mit Peitschenlampen ausgeleuchtet, wenn der Regen so fiel und dieses gelbe Licht, drückte auch irgendwie aufs Gemüt.
Als ich mich im April 84 huckepack zum GSZ-Tor raustragen ließ, da war ich wirklich froh das diese Schei... endlich ein Ende hat.


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(Anton Günther)
vs1400 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.09.2016 19:30 | nach oben springen

#337

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 06.09.2016 07:25
von sentry | 1.108 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #336
Als ich mich im April 84 huckepack zum GSZ-Tor raustragen ließ, da war ich wirklich froh das diese Schei... endlich ein Ende hat.



War das ein traditionelles Abgangsritual bei Euch? Auf jeden Fall ein gutes, wenn's so war.


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#338

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 06.09.2016 08:48
von Rainer-Maria Rohloff | 1.377 Beiträge

Wie war das eigentlich bei euch Männer auf Kompanie? Gab es da auch mal einen schwulen Jungen, somit einen, wo man es nur vermutete oder wo sich gar Einer geoutet hatte? Und hatte schwuler Junge dann irgendwelche Probleme? Wenn das hier im Thema verkehrt sein sollte, verfrachtet es in einen passenden Fred.

Rainer-Maria schon wieder weg, lasst euch also Zeit mit dem Nachdenken, ob da Einer in der Truppe bissel anders war?

Und einen guten Tag allen ins Forum



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#339

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 06.09.2016 09:39
von sentry | 1.108 Beiträge

Bei der Ankunft im Ausbildungregiment war das kurz Thema, als es darum ging, dass es verboten wäre Betten zusammenzuschieben usw. Sicher gab es auch ein, zwei Leute, die ein bisschen "weicher" oder "androgyner" rüberkamen als der Rest der Truppe.

Aber tatsächlich hatte ich keine Erlebnisse oder Begebenheiten, die auch nur ansatzweise in diese Richtung gingen, weder im GAR noch an der Grenze. Ob tatsächlich Schwule in den Einheiten waren, in denen ich gedient habe, weiß ich also nicht. Ich vermute ganz einfach mal, dass damals (86-88) die Zeit und die Umstände noch ganz Andere waren, Schwule sich nicht so leicht geoutet haben und das Thema überhaupt gar keine so große Rolle gespielt hat wie heute.
Allerdings habe ich auch im zivilen Leben damals nur wenige Begebenheiten gehabt, wo Schwule ganz offensichtlich meinen Weg gekreuzt haben.


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#340

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 06.09.2016 10:09
von Ebro | 580 Beiträge

Ich erinnere mich, in Prora 1973 an der MTS, arbeitete ein Wehrpfichtiger(??) in der Küche, der machte damals schon kein Geheimnis aus sich.
Täglich schön geschminkt, Augenbrauen, Wimpern, Lidschatten. Hatte den Spitznamen "Susi". Habe das halbe Jahr dort aber nie was von Ärger deswegen mitbekommen.



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