#1

Befehl lautet-Selbstschußanlagen anbringen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 06.07.2013 13:35
von Lutze | 8.033 Beiträge

wie war es für die Grenzer gewesen,als diese Schußautomaten am Grenzzaun montiert wurden?,
welche Gedanken hattet ihr dazu?,
fandet ihr das notwendig?,
oder hatte man Zweifel dran?
gruß Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
zuletzt bearbeitet 06.07.2013 14:04 | nach oben springen

#2

RE: Befehl lautet-Selbstschutzanlagen anbringen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 06.07.2013 13:53
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Keine Gedanken. War normale Arbeit vorn am Zaun. Der Tag ging herum was gut war, weil, es waren einfach zuviele Tage. Man war jung, anderes war wichtiger. Punkt um.

Mich hat schonmal Einer in einem Forum naiv genannt ob so einer Aussage. Na gut, war ich eben naiv, kann damit wunderbar leben.

Lebensläufer (ehemals Pionier im GK Nord)


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#3

RE: Befehl lautet-Selbstschutzanlagen anbringen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 06.07.2013 14:00
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von Lebensläufer im Beitrag #2
Keine Gedanken. War normale Arbeit vorn am Zaun. Der Tag ging herum was gut war, weil, es waren einfach zuviele Tage. Man war jung, anderes war wichtiger. Punkt um.

Mich hat schonmal Einer in einem Forum naiv genannt ob so einer Aussage. Na gut, war ich eben naiv, kann damit wunderbar leben.

Lebensläufer (ehemals Pionier im GK Nord)


Wie Lutze schon schrieb: das waren ja Selbstschutzanlagen.

Gruss

icke



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#4

RE: Befehl lautet-Selbstschutzanlagen anbringen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 06.07.2013 14:01
von schnatterinchen (gelöscht)
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Solche Leute hats gebraucht. Sonst wäre es nicht gegangen.


zuletzt bearbeitet 06.07.2013 14:06 | nach oben springen

#5

RE: Befehl lautet-Selbstschutzanlagen anbringen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 06.07.2013 14:28
von eisenringtheo | 9.164 Beiträge

Wie war das mit der Angst, dass man bei Fehlauslösungen selber getroffen wurde? Oder war man immer ausserhalb des 25 Meter Streubereichs?
http://books.google.ch/books?id=6z5FV60w...sm%2070&f=false
Theo


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#6

RE: Befehl lautet-Selbstschutzanlagen anbringen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 06.07.2013 16:53
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von Lebensläufer im Beitrag #2
Keine Gedanken. War normale Arbeit vorn am Zaun. Der Tag ging herum was gut war, weil, es waren einfach zuviele Tage. Man war jung, anderes war wichtiger. Punkt um.

Mich hat schonmal Einer in einem Forum naiv genannt ob so einer Aussage. Na gut, war ich eben naiv, kann damit wunderbar leben.

Lebensläufer (ehemals Pionier im GK Nord)

Wieso naiv? Du warst doch ein ganz normaler Befehlsempfänger in einer langen Kette.



Lebensläufer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#7

RE: Befehl lautet-Selbstschutzanlagen anbringen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 06.07.2013 17:02
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Da ist was dran icke. Und das klingt so simpel..."Schütze dich vor dir selbst". Ich hatte genug Schutz nötig, war damals durch die kläglich wenigen Urlaube manchmal sowas von schlecht drauf, ich hätte mir sinngemäß selber ins Bein geschossen. Wenn heute Einer meinte..."18 Monate weg von zu Hause(ohne große Vorankündigung) , das Ganze auch noch verpflichtet, das machte man doch mit Links", der sollte mal besser und ehrlich(ich komm da gerne mit, nur zur Unterstützung immer für die Zeiten so kurz vorm Durchdrehen) selber den Test machen.

Ich wollte da nicht hin...schrieb ich schonmal in anderen Texten, ich stemmte mich manchmal emotional mit aller innerer Kraft dermaßen dagegen das es schon nicht mehr schön war. Ich baute sinngemäß eine Mauer um mich, habe ich schon als Kind gemacht wenn es unschön wurde. Deswegen verteidige ich auch die Freunde so vehement (Gruppe der GSSD) gegen jeglichen Dreck den man Ihnen heute, also den damals jungen Sowjetsoldaten nachwirft. Und bei denen war es noch schlimmer, waren es 24 Monate weit weg von Zuhause.

Dann kam die Zeit mit den Pionierarbeiten,egal jetzt ob Kolonnenweg oder GZI, später mit der SM70, das hieß immer in der Natur, immer draußen, Zeit verging wie im Flug, der Kopf wurde frei vom Nachdenken und Grübeln denn dein sagen wir Gelerntes(jeder in seinem Beruf, hatte nen Metallberuf) war gefragt und somit war es einigermaßen erträglich geworden. Wird den Kantenlatschern auch nur nicht anders gegangen sein.

Ich betone das nochmal...ich wollte da nicht hin, an diese Grenze. Und was ich nicht wollte, da war ich schon immer recht eigen, auch mit dem was ich wollte im Leben, hatte zu dem Zeitpunkt ne kleine Familie, ne schmucke junge Frau und nen ordentlichen Beruf, es ging mir gut. Dann kam diese verdammte Einberufung. Die BOs oder Andere, das war deren berufliche Erfüllung, aber bestimmt nicht meine und der anderer tausender junger Kerle in dieser DDR.

Entschuldigt, wenn ich abgeschweift bin. Sowas muss man immer im Rahmen betrachten wie so ne Art Coulage und nicht alles einzeln verpackt.

Noch zu E..theo, da gabs genug Sicherheitsvorschriften für die Arbeit an der SM70. Hielt man sich dran, konnte nix passieren. "Arbeitsschutz geht alle an", war ein Schlagwort in der DDR. Und vorn am Kanten war Alkohol streng(befehlsmäßig) verboten.

Lebensläufer


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#8

RE: Befehl lautet-Selbstschutzanlagen anbringen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.07.2013 00:00
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #5
Wie war das mit der Angst, dass man bei Fehlauslösungen selber getroffen wurde? Oder war man immer ausserhalb des 25 Meter Streubereichs?
http://books.google.ch/books?id=6z5FV60w...sm%2070&f=false
Theo
Wir hatten keine Angst auf dem Kolonnenweg,der K6 war quasi unser "Puffer",bei uns gab es zu meiner Zeit keine besonderen Vorkommnisse diesbezüglich,also wenn jene Mistdinger auslösten.
Diese Mordgeräte funktionierten parallel zum Zaun,am Kolonnenweg kam nichts an.
Die konnten ja nicht ihre eigenen "Selbstschützer" wegbomben,gab es doch damals schon Personalmangel am Zaun......
Mit den 66ern sah das schon ganz anders aus.
Da flogen meinem Kameraden und mir mal die Splitter um die Ohren,es begann ein elendes pfeifen und zischen.
Grund war,dass im Bereich Volzendorf mit einem Minenräumpanzer die Dinger zur Detonation gebracht wurden.
Wir sollten dort den K6 abnehmen.
Das haben wir aber ganz schnell sein lassen und uns über das GMN abgemeldet.
Wir sind dann zum K2 gewechselt und sind so diesen Bereich umgangen.
Diesen Vorfall schilderte ich aber schon in einem anderen Thread.

ek40


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#9

RE: Befehl lautet-Selbstschutzanlagen anbringen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.07.2013 01:05
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Also ich habe mal so eine Auslösung miterlebt,Sommer 75 bei Nieselregen.Saß im Bunker der auf einen Erdhügel stand, als es einen hellen Blitz und einen lauten Knall gab.Dachte es hebt sich die Decke ab.Das war genau dort,wo man später die Ecke--Gartenschlägereck nannte.
Rostocker


zuletzt bearbeitet 07.07.2013 01:23 | nach oben springen

#10

RE: Befehl lautet-Selbstschutzanlagen anbringen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.07.2013 01:12
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Rostocker im Beitrag #9
Also ich habe mal so weqpoß

???


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#11

RE: Befehl lautet-Selbstschutzanlagen anbringen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.07.2013 01:15
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Rostocker im Beitrag #9
Also ich habe mal so eine Auslösung miterlebt,Sommer 75 bei Nieselregen.Saß im Bunker der auf einen Erdhügel stand, als es einen how
Hi Rostocker,hakt deine Tastatur?


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#12

RE: Befehl lautet-Selbstschutzanlagen anbringen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.07.2013 01:24
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von ek40 im Beitrag #11
Zitat von Rostocker im Beitrag #9
Also ich habe mal so eine Auslösung miterlebt,Sommer 75 bei Nieselregen.Saß im Bunker der auf einen Erdhügel stand, als es einen how
Hi Rostocker,hakt deine Tastatur?



warten , will auch in der heutigen schnellebigen gesellschaft , erlernt werden !!!



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#13

RE: Befehl lautet-Selbstschutzanlagen anbringen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.07.2013 01:26
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von ek40 im Beitrag #11
Zitat von Rostocker im Beitrag #9
Also ich habe mal so eine Auslösung miterlebt,Sommer 75 bei Nieselregen.Saß im Bunker der auf einen Erdhügel stand, als es einen how
Hi Rostocker,hakt deine Tastatur?



Ja die hat ne Macke


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#14

RE: Befehl lautet-Selbstschutzanlagen anbringen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.07.2013 09:40
von utkieker | 2.916 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #5
Wie war das mit der Angst, dass man bei Fehlauslösungen selber getroffen wurde? Oder war man immer ausserhalb des 25 Meter Streubereichs?
http://books.google.ch/books?id=6z5FV60w...sm%2070&f=false
Theo

Hallo Theo,

ich freue mich immer wieder über deine emsige Recherche! Dennoch beträgt der Streubereich der Selbstschußanlage keine 25 Meter, sondern ist vergleichbar mit einer Schrotflinte, lediglich die Reichweite beträgt 25 Meter. Ich zitiere aus deinem verlinkten Buch:
"Die parallel zum Metallgitterzaun befestigten Selbstschußapparate feuern nach Auslösung eine Ladung Stahl- bzw. Eisensplitter gezielt mit bestimmtem Streubereich in einer Richtung ab (vergleichbar mit einer Schrotladung).
Die Ladung der Selbstschußanlage besteht aus zahlreichen scharfkantigen Splittern, die bis zu einer Entfernung von 25 m die Wirkung etwa einer Splittermine haben"
[vergl. "Dokumente zur Deutschlandpolitik" 1. Januar 1975 bis 31. Dezember 1976 (Oldenbourg) a. a. O. S. 474]
Wir hatten bei uns im Abschnitt häufig auch die Kombination von Selbstschußanlage und einem eingefriedeten ca 15 Meter breiten Tretminenstreifen. Es hört sich vieleicht perfide an, ist es sicherlich auch, daß ich es mir lieber "wünschte" der Flüchtende bleibt an der Selbstschußanlage hängen, denn eine Bergung aus dem Minengürtel ist für das Bergekommando nicht ganz ungefährlich. Zumal wir auch dazu angehalten wurden 1. Hilfe zu leisten.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#15

RE: Befehl lautet-Selbstschutzanlagen anbringen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.07.2013 09:52
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von glasi im Beitrag #6
Zitat von Lebensläufer im Beitrag #2
Keine Gedanken. War normale Arbeit vorn am Zaun. Der Tag ging herum was gut war, weil, es waren einfach zuviele Tage. Man war jung, anderes war wichtiger. Punkt um.

Mich hat schonmal Einer in einem Forum naiv genannt ob so einer Aussage. Na gut, war ich eben naiv, kann damit wunderbar leben.

Lebensläufer (ehemals Pionier im GK Nord)

Wieso naiv? Du warst doch ein ganz normaler Befehlsempfänger in einer langen Kette.


Eben, eben! Ich halte es eher für naiv, einem normalen Wehrdienstleistenden in dieser Hinsicht Naivität vorzuwerfen! Wer sich aus heutiger Sicht, oder des Umstandes auf der anderen Seite des Zauns gelebt zu haben, genüßlich über andere den Stab bricht, weil sie eben als Befehlsempfänger an solchen Aktionen teilnahmen, hat schlicht keine Ahnung!
Wie Lebensläufer schon schrieb: was hätte den der einzelne junge Soldat tun sollen? Den Befehl verweigern? Unter Hinweis auf die Unmenschlichkeit der Anlagen? Jedem halbwegs gescheiten Zeitgenossen war doch klar, was ihm dann blühte. Ich möchte die heuchlerischen Maulhelden von Heute mal sehen, wie sie sich als Wehrpflichtige in der DDR verhalten hätten. Schade nur, dass man die Zeit nicht zurückdrehen kann. Wetten, dass ein Großteil von denen, genauso wie @Lebensläufer und andere DDR-Soldaten gehandelt hätten? Augen zu und durch. MIt dem Gedanken die verdammte Scheiße heil zu überstehen und so schnell wie möglich zur Familue zurückzukehren!

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


Lebensläufer, utkieker, Krepp, Hapedi, Svenni1980, Jobnomade, EK82I und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.07.2013 09:53 | nach oben springen

#16

RE: Befehl lautet-Selbstschutzanlagen anbringen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.07.2013 10:14
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #14
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #5
Wie war das mit der Angst, dass man bei Fehlauslösungen selber getroffen wurde? Oder war man immer ausserhalb des 25 Meter Streubereichs?
http://books.google.ch/books?id=6z5FV60w...sm%2070&f=false
Theo

Hallo Theo,

ich freue mich immer wieder über deine emsige Recherche! Dennoch beträgt der Streubereich der Selbstschußanlage keine 25 Meter, sondern ist vergleichbar mit einer Schrotflinte, lediglich die Reichweite beträgt 25 Meter. Ich zitiere aus deinem verlinkten Buch:
"Die parallel zum Metallgitterzaun befestigten Selbstschußapparate feuern nach Auslösung eine Ladung Stahl- bzw. Eisensplitter gezielt mit bestimmtem Streubereich in einer Richtung ab (vergleichbar mit einer Schrotladung).
Die Ladung der Selbstschußanlage besteht aus zahlreichen scharfkantigen Splittern, die bis zu einer Entfernung von 25 m die Wirkung etwa einer Splittermine haben"
[vergl. "Dokumente zur Deutschlandpolitik" 1. Januar 1975 bis 31. Dezember 1976 (Oldenbourg) a. a. O. S. 474]
Wir hatten bei uns im Abschnitt häufig auch die Kombination von Selbstschußanlage und einem eingefriedeten ca 15 Meter breiten Tretminenstreifen. Es hört sich vieleicht perfide an, ist es sicherlich auch, daß ich es mir lieber "wünschte" der Flüchtende bleibt an der Selbstschußanlage hängen, denn eine Bergung aus dem Minengürtel ist für das Bergekommando nicht ganz ungefährlich. Zumal wir auch dazu angehalten wurden 1. Hilfe zu leisten.

Gruß Hartmut!



Streubereich bei der Mine SM70 (80 Stahlsplitter)und nur diese wurde bis 1984 an der innerdeutschen Grenze verwendet, beidseitig des Trichters ca. 15 m.
Flugweite der Splitter bis zu 120 m.
Effektive Einsatzreichweite (tödlich) bis 15 m, schwere Verletzungen bis ca. 23 m.

Das nächste mal dann mal etwas mehr Futter bei die Fische und nicht nur einfach was zitieren.


Die Posten der GT wurde auch angehalten/befohlen die Minensperre zwecks Hilfeleistung nicht zu betreten, dazu gab es den Bergetrupp.


"Mobility, Vigilance, Justice"
connies9 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.07.2013 11:13 | nach oben springen

#17

RE: Befehl lautet-Selbstschutzanlagen anbringen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.07.2013 11:51
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von Thunderhorse im Beitrag #16
Zitat von utkieker im Beitrag #14
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #5
Wie war das mit der Angst, dass man bei Fehlauslösungen selber getroffen wurde? Oder war man immer ausserhalb des 25 Meter Streubereichs?
http://books.google.ch/books?id=6z5FV60w...sm%2070&f=false
Theo

Hallo Theo,

ich freue mich immer wieder über deine emsige Recherche! Dennoch beträgt der Streubereich der Selbstschußanlage keine 25 Meter, sondern ist vergleichbar mit einer Schrotflinte, lediglich die Reichweite beträgt 25 Meter. Ich zitiere aus deinem verlinkten Buch:
"Die parallel zum Metallgitterzaun befestigten Selbstschußapparate feuern nach Auslösung eine Ladung Stahl- bzw. Eisensplitter gezielt mit bestimmtem Streubereich in einer Richtung ab (vergleichbar mit einer Schrotladung).
Die Ladung der Selbstschußanlage besteht aus zahlreichen scharfkantigen Splittern, die bis zu einer Entfernung von 25 m die Wirkung etwa einer Splittermine haben"
[vergl. "Dokumente zur Deutschlandpolitik" 1. Januar 1975 bis 31. Dezember 1976 (Oldenbourg) a. a. O. S. 474]
Wir hatten bei uns im Abschnitt häufig auch die Kombination von Selbstschußanlage und einem eingefriedeten ca 15 Meter breiten Tretminenstreifen. Es hört sich vieleicht perfide an, ist es sicherlich auch, daß ich es mir lieber "wünschte" der Flüchtende bleibt an der Selbstschußanlage hängen, denn eine Bergung aus dem Minengürtel ist für das Bergekommando nicht ganz ungefährlich. Zumal wir auch dazu angehalten wurden 1. Hilfe zu leisten.

Gruß Hartmut!



Streubereich bei der Mine SM70 (80 Stahlsplitter)und nur diese wurde bis 1984 an der innerdeutschen Grenze verwendet, beidseitig des Trichters ca. 15 m.
Flugweite der Splitter bis zu 120 m.
Effektive Einsatzreichweite (tödlich) bis 15 m, schwere Verletzungen bis ca. 23 m.

Das nächste mal dann mal etwas mehr Futter bei die Fische und nicht nur einfach was zitieren.


Die Posten der GT wurde auch angehalten/befohlen die Minensperre zwecks Hilfeleistung nicht zu betreten, dazu gab es den Bergetrupp.


Auch wenn du schon mal darüber etwas geschmunzelt hast, bei Zaunknicks zeigten die Trichter Richtung Kolonnenweg und waren nicht allzu weit weg.
Haben damals lieber einen etwas größeren Bogen um solche Ecken gemacht.


zuletzt bearbeitet 07.07.2013 11:53 | nach oben springen

#18

RE: Befehl lautet-Selbstschutzanlagen anbringen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.07.2013 15:18
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Thunderhorse im Beitrag #16
Zitat von utkieker im Beitrag #14
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #5
Wie war das mit der Angst, dass man bei Fehlauslösungen selber getroffen wurde? Oder war man immer ausserhalb des 25 Meter Streubereichs?
http://books.google.ch/books?id=6z5FV60w...sm%2070&f=false
Theo

Hallo Theo,

ich freue mich immer wieder über deine emsige Recherche! Dennoch beträgt der Streubereich der Selbstschußanlage keine 25 Meter, sondern ist vergleichbar mit einer Schrotflinte, lediglich die Reichweite beträgt 25 Meter. Ich zitiere aus deinem verlinkten Buch:
"Die parallel zum Metallgitterzaun befestigten Selbstschußapparate feuern nach Auslösung eine Ladung Stahl- bzw. Eisensplitter gezielt mit bestimmtem Streubereich in einer Richtung ab (vergleichbar mit einer Schrotladung).
Die Ladung der Selbstschußanlage besteht aus zahlreichen scharfkantigen Splittern, die bis zu einer Entfernung von 25 m die Wirkung etwa einer Splittermine haben"
[vergl. "Dokumente zur Deutschlandpolitik" 1. Januar 1975 bis 31. Dezember 1976 (Oldenbourg) a. a. O. S. 474]
Wir hatten bei uns im Abschnitt häufig auch die Kombination von Selbstschußanlage und einem eingefriedeten ca 15 Meter breiten Tretminenstreifen. Es hört sich vieleicht perfide an, ist es sicherlich auch, daß ich es mir lieber "wünschte" der Flüchtende bleibt an der Selbstschußanlage hängen, denn eine Bergung aus dem Minengürtel ist für das Bergekommando nicht ganz ungefährlich. Zumal wir auch dazu angehalten wurden 1. Hilfe zu leisten.

Gruß Hartmut!



Streubereich bei der Mine SM70 (80 Stahlsplitter)und nur diese wurde bis 1984 an der innerdeutschen Grenze verwendet, beidseitig des Trichters ca. 15 m.
Flugweite der Splitter bis zu 120 m.
Effektive Einsatzreichweite (tödlich) bis 15 m, schwere Verletzungen bis ca. 23 m.

Das nächste mal dann mal etwas mehr Futter bei die Fische und nicht nur einfach was zitieren.


Die Posten der GT wurde auch angehalten/befohlen die Minensperre zwecks Hilfeleistung nicht zu betreten, dazu gab es den Bergetrupp.
Mir erschließt sich jetzt nicht wirklich die Meterangabe der Streuung und wenn ich das richtig lese und verstehe, wird aufgeführt, dass der Radius 15 m betrug.
Das muss ich leider anzweifeln, nee, ich schließe das aus.
Dies würde ja heißen, dass wir permanent unter Lebensgefahr standen, wenn wir uns auf dem Kolonnenweg befanden, oder uns sogar noch 9m „Freundwärts“ von diesem aufhielten.
Wenn nun z.B. durch Unwetter oder Wild so ein Ding ausgelöst hat/hätte und sich auf gleicher Höhe ein Postenpaar auf dem Kolonnenweg befand, dann wäre das mitunter sehr ungesund, wenn nicht sogar tödlich, für die Grenzer ausgegangen.
Und über solche Vorfälle habe ich noch nie etwas gelesen oder gehört.
Wie sehen das andere Ex-Grenzer?
Wenn sich zum Beispiel Gakl oder andere,höhere Offiziersränge in diesen Bereichen befanden,taten sie das mit dem Wissen,dass sie permanent von diesen Anlagen lebensgefährlich verletzt oder sogar getötet werden können,wenn sie auf dem KW langmarschierten?
Das kann ich nicht glauben,so verrückt ist keiner,weil man es einfach nicht beeinflußen konnte,ob ein dicker Vogel oder die Wildsau im Draht landet(e)......!
Vielleicht äußern sich mal ehem. Offiziere dazu,die im Abschnitt das Kommando hatten,Danke.


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#19

RE: Befehl lautet-Selbstschutzanlagen anbringen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.07.2013 15:27
von Lutze | 8.033 Beiträge

von einem schwerverletzten Grenzer,der durch diesen Todesautomat
fast zu Tode kam,habe ich schon mal berichtet,
wo finde ich das nur hier im Forum?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#20

RE: Befehl lautet-Selbstschutzanlagen anbringen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.07.2013 15:39
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Lutze im Beitrag #19
von einem schwerverletzten Grenzer,der durch diesen Todesautomat
fast zu Tode kam,habe ich schon mal berichtet,
wo finde ich das nur hier im Forum?
Lutze
Und das geschah auf dem Kolonnenweg?


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