#1

Moskau's Faust in Afrika

in DDR Politik Presse 29.06.2013 16:37
von Kurt | 933 Beiträge

...so wurde die DDR von einem Buchautor (Karl Beyer) genannt.
Ein Buch mit diesem Titel stand immer auf dem Tisch des Oberstudienrates, der mein Fachseminarleiter in Geschichte war (während des Referendariats in Berlin).
Daraus wurde oft und gern zitiert. Die kolonialen Bestrebungen der DDR wurden genau erkannt und auch die angebliche Verwicklung der NVA im rhodesischen Bürgerkrieg festgestellt. Ja, DDR-Kommandotrupps sollen (von Mosambik aus) in Rhodesien eingedrungen sein. Der (in deutscher Sprache geführte) Funkverkehr wurde abgehört usw.
Weiß einer von Euch da mehr?
Da von mir gerade Mosambik genannt wird. Die DDR hat angeblich etwas Kohle aus Moatize geholt, um dann festzustellen, daß diese von sehr schlechter Qualität war. Dadurch verlor man das Interesse an diesem Land - so eine Behauptung.
Die von Mosambik geforderten Mi 24 Hubschrauber wurden von der DDR auch nicht geliefert, weil Schalck-Golodkowski in den 80er Jahren wohl so argumentierte, daß die DDR selbst in einer Existenzkrise steckte.
Exportüberschüsse gab es für die DDR trotzdem. Die BRD, als Rechtsnachfolgerin, verzichtete nach der Wende auf 1,3 Mrd. D-Mark nicht.
Vierkrug hat ja schon die Landwirtschaft und das Bildungssystem angesprochen. In welchen Bereichen wurde denn noch Unterstützung geleistet, und was kam zurück, wenn die Kohle nichts taugte?

Vielen Grüße,

Kurt

http://de.wikipedia.org/wiki/Moatize


zuletzt bearbeitet 29.06.2013 17:14 | nach oben springen

#2

RE: Moskau's Faust in Afrika

in DDR Politik Presse 29.06.2013 16:41
von Alfred | 6.848 Beiträge

Kurt,

dass bestimmte Waffensysteme von der DDR nicht exportiert wurden, lag vor allem am Einspruch der UdSSR.

Übrigens, 1982 wurden rund 450.000 Tonnen Steinkohle aus Mosambik in die DDR geliefert. Zur Qualität der Kohle kann ich aber keine Aussagen treffen. Da wird Vierkrug helfen können. Das größte Problem waren s t a b i l e Lieferwege in die DDR, wohl nicht so die Qualität.


Kurt hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 29.06.2013 16:59 | nach oben springen

#3

RE: Moskau's Faust in Afrika

in DDR Politik Presse 29.06.2013 17:13
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Die in Mocambique geförderte Steinkohle war auf Grund ihrer petrographischen Struktur nicht über längere Zeiträume und -strecken transportfähig. Es gab seitens der DDR die Überlegungen, diese Kohle über Nacala in die DDR zu verbringen, um sie hier einer stoffwirtschaftlichen, wie auch energetischen Verwendung zuzuführen.
Das Problem bestand darin, dass sich diese Steinkohle an der Oberfläche sehr schnell selbst entzündete, deshalb wurde sie auch angemaischt und die Steinkohlenhalden mit reichlich Wasser (aus dem Sambesi) versetzt mit Chemikalien beregnet. Zudem hatte sie auf Grund ihrer Struktur schlechte Verkokungseigenschaften - Auswirkunge auf die Koksstandhaftigkeit und -festigkeit.
Ein Transport in die DDR hätte den Bau von Spezialschiffen bedeutet, da die DSR nicht über die entsprechenden Schiffe verfügte, um diese Steinkohle unbeschadet zu verbringen. Das Verhältnis von Aufwand und Nutzen stand für die DDR im keinem ökonomisch vertretbarem Verhältnis.
Die andere Alternative bestand darin, die Kohle vor Ort einer energetischen und stoffwirtschaftlichen Verwertung zuzuführen, aber davon hätte die DDR dann nichts gehabt. Das Know how, wie auch die entsprechenden Veredelungstechnologien hatten wir, aber Mocambique hatte nicht die finanziellen Mittel, um solche gewaltigen Investitionen zu stemmen. Und wir hatten in der DDR selbst eine Reihe Probleme zu bewältigen, u.a. der hohe Investitionsbedarf beim Erdgasleitungsbau in der SU. Wichtige und notwendige Investitionen in der Kohle- und Energiewirtschaft der DDR konnten dadurch auch nicht realisiert werden. Soweit ging die uneigennützige Hilfe der DDR gegenüber Mocambique nun auch wieder nicht. Hilfe und Unterstützung gab es aber reichlich bei der Entwicklung entsprechender Fachkräfte. So wurden Mocambiquaner in Schwarze Pumpe, Lauchhammer, Zwickau und anderen Kohleveredlungsbetrieben ausgebildet. Ingenieure für Bergbau an der Ingenieurschule in Senftenberg und an der Bergakademie in Freiberg.
Die Kohle war ansonsten von guter Qualität. Alles andere ist schlecht reden, wenn man die Gründe und Zusammenhänge verschweigt.

Soweit erst einmal von mir.

Vierkrug


Kurt, Feliks D. und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 29.06.2013 17:29 | nach oben springen

#4

RE: Moskau's Faust in Afrika

in DDR Politik Presse 29.06.2013 18:32
von Mike59 | 7.969 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #2
Kurt,

dass bestimmte Waffensysteme von der DDR nicht exportiert wurden, lag vor allem am Einspruch der UdSSR.

Übrigens, 1982 wurden rund 450.000 Tonnen Steinkohle aus Mosambik in die DDR geliefert. Zur Qualität der Kohle kann ich aber keine Aussagen treffen. Da wird Vierkrug helfen können. Das größte Problem waren s t a b i l e Lieferwege in die DDR, wohl nicht so die Qualität.


Der Einspruch der UdSSR ? Das hat weder E.H. noch A.S. in Verlegenheit gebracht. Zur Not wurden wohl die Waffensysteme direkt bei der Truppe abgezogen. Wenn ich mich nicht sehr täusche hat die DDR Waffensysteme Luna (oder war es ein anderes Raketensystem?) in den nahen Osten vertickt welches vorher an die DDR geliefert worden war.
Die kleine Besonderheit: Die Raketensysteme welche die UdSSR in den Nahen Osten lieferte waren nicht KW tauglich, unsere schon.
Mal ganz abgesehen davon, dass da diverse Panzer modernster Bauart wissentlich entgegen dem vom Produzenten geforderten "nicht Weiterverkauf" an einen Käufer gingen wo klar war das diese direkt an die USA weiter gehen?


nach oben springen

#5

RE: Moskau's Faust in Afrika

in DDR Politik Presse 29.06.2013 18:42
von Alfred | 6.848 Beiträge

Zitat von Mike59 im Beitrag #4
Zitat von Alfred im Beitrag #2
Kurt,

dass bestimmte Waffensysteme von der DDR nicht exportiert wurden, lag vor allem am Einspruch der UdSSR.

Übrigens, 1982 wurden rund 450.000 Tonnen Steinkohle aus Mosambik in die DDR geliefert. Zur Qualität der Kohle kann ich aber keine Aussagen treffen. Da wird Vierkrug helfen können. Das größte Problem waren s t a b i l e Lieferwege in die DDR, wohl nicht so die Qualität.


Der Einspruch der UdSSR ? Das hat weder E.H. noch A.S. in Verlegenheit gebracht. Zur Not wurden wohl die Waffensysteme direkt bei der Truppe abgezogen. Wenn ich mich nicht sehr täusche hat die DDR Waffensysteme Luna (oder war es ein anderes Raketensystem?) in den nahen Osten vertickt welches vorher an die DDR geliefert worden war.
Die kleine Besonderheit: Die Raketensysteme welche die UdSSR in den Nahen Osten lieferte waren nicht KW tauglich, unsere schon.
Mal ganz abgesehen davon, dass da diverse Panzer modernster Bauart wissentlich entgegen dem vom Produzenten geforderten "nicht Weiterverkauf" an einen Käufer gingen wo klar war das diese direkt an die USA weiter gehen?




Mike,

dass sind doch alte Hüte.

Um wie viele Panzer handelte es ich denn ? Da ging es damals um eine sehr geringe Stückzahl - die wenn ich es richtig in Erinnerung habe - über die CSSR kamen.
Und die gingen direkt an die USA , sicher ? Panzer waren immer kompliziert, da z.B. T 72 in der UdSSR und in Lizenz in der CSSR / VR Polen gefertigt wurden, bestimmte Systeme aber auch aus der DDR kamen. So gab es auch verschiedene Preise, kaufte man einen T 72 in der UdSSR so kostete dieser rund 800.000 Mark, kam dieser aus den anderen Ländern lag der Preis bei rund 1,2 Millionen.

Aber sei versichert, die DDR hielt sich im großen und ganzen an Absprachen bzw. an Rücksprachen mit der UdSSR. Nicht zu allen findet man was in den Archiven.


zuletzt bearbeitet 29.06.2013 18:46 | nach oben springen

#6

RE: Moskau's Faust in Afrika

in DDR Politik Presse 30.06.2013 15:51
von Mike59 | 7.969 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #5
Zitat von Mike59 im Beitrag #4
Zitat von Alfred im Beitrag #2
Kurt,

dass bestimmte Waffensysteme von der DDR nicht exportiert wurden, lag vor allem am Einspruch der UdSSR.

Übrigens, 1982 wurden rund 450.000 Tonnen Steinkohle aus Mosambik in die DDR geliefert. Zur Qualität der Kohle kann ich aber keine Aussagen treffen. Da wird Vierkrug helfen können. Das größte Problem waren s t a b i l e Lieferwege in die DDR, wohl nicht so die Qualität.


Der Einspruch der UdSSR ? Das hat weder E.H. noch A.S. in Verlegenheit gebracht. Zur Not wurden wohl die Waffensysteme direkt bei der Truppe abgezogen. Wenn ich mich nicht sehr täusche hat die DDR Waffensysteme Luna (oder war es ein anderes Raketensystem?) in den nahen Osten vertickt welches vorher an die DDR geliefert worden war.
Die kleine Besonderheit: Die Raketensysteme welche die UdSSR in den Nahen Osten lieferte waren nicht KW tauglich, unsere schon.
Mal ganz abgesehen davon, dass da diverse Panzer modernster Bauart wissentlich entgegen dem vom Produzenten geforderten "nicht Weiterverkauf" an einen Käufer gingen wo klar war das diese direkt an die USA weiter gehen?




Mike,

dass sind doch alte Hüte.

Um wie viele Panzer handelte es ich denn ? Da ging es damals um eine sehr geringe Stückzahl - die wenn ich es richtig in Erinnerung habe - über die CSSR kamen.
Und die gingen direkt an die USA , sicher ? Panzer waren immer kompliziert, da z.B. T 72 in der UdSSR und in Lizenz in der CSSR / VR Polen gefertigt wurden, bestimmte Systeme aber auch aus der DDR kamen. So gab es auch verschiedene Preise, kaufte man einen T 72 in der UdSSR so kostete dieser rund 800.000 Mark, kam dieser aus den anderen Ländern lag der Preis bei rund 1,2 Millionen.

Aber sei versichert, die DDR hielt sich im großen und ganzen an Absprachen bzw. an Rücksprachen mit der UdSSR. Nicht zu allen findet man was in den Archiven.



Schau mal hier nach. Ich denke aber du bist in diesem Forum auch präsent.

[url] http://www.nva-forum.de/nva-board/index....del+der+ddr/url]

Im großen und ganze hat sich die DDR wohl an Absprachen gehalten, aber eben nur im großen und ganzen.


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#7

RE: Moskau's Faust in Afrika

in DDR Politik Presse 30.06.2013 15:55
von Alfred | 6.848 Beiträge

Dort bin ich nicht angemeldet.

Aber ich schrieb doch, alte Hüte.


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#8

RE: Moskau's Faust in Afrika

in DDR Politik Presse 30.06.2013 15:57
von Mike59 | 7.969 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #7
Dort bin ich nicht angemeldet.

Aber ich schrieb doch, alte Hüte.


Klar sind das alte Hüte. Wie auch nicht - die DDR ist im letzten Jahrtausend verstorben.


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#9

RE: Moskau's Faust in Afrika

in DDR Politik Presse 30.06.2013 16:16
von SCORN | 1.456 Beiträge

entfernt


zuletzt bearbeitet 30.06.2013 16:17 | nach oben springen


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