#1

Menschen mit Behinderungen in der DDR

in DDR Zeiten 28.06.2013 17:51
von Moskwitschka (gelöscht)
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Menschen mit Behinderungen haben auch zum Alltag der DDR gehört.

Ich kann mich in Berlin in der Nähe der Wollankstraße an eine Bürstenmacher- Werksstatt erinnern, wo sehr viele sehbehinderte und blinde Menschen ein klassisches Beschäftigungsfeld gefunden haben.

Auch kann ich mich an einen durch Kinderlähmung stark geschädigten Nachbarn erinnern, der als Buchhalter in seinem Beruf aufgegangen ist.

Auf der anderen Seite habe ich die Mutter eine mehrfach geschädigten Kindes (Sauerstoffmangel bei der Geburt) kennen gelernt, die ohne Hilfe der evangelischen Kirche den Alltag nicht hätte bewältigen können.

Welche Erinnerung habt ihr an diese Menschen?

LG von die grenzgaengerin

EDIT Tippfehler


zuletzt bearbeitet 29.06.2013 00:40 | nach oben springen

#2

RE: Menschen mit Behinderungen in der DDR

in DDR Zeiten 28.06.2013 18:12
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Oh ja da habe ich einige Erinnerungen .......

Leider oder "Gott sei dank" kann ich sie nicht mehr so spezifisch DDR und/oder BRD einordnen ...

Der eine Sohn kam während seines Wehrdienstes zu Tode, die Eltern erhielten eine materielle Abfindung. Ich denke das war mehr zu BRD-Zeiten ....
Der andere Sohn war geistig Behindert. Wie sich herausstellte war dies eine Folge von verunreinigtem Impfstoff ......

Beide Fälle waren, soweit mir bekannt, im Grenzbereich DDR/BRD ......
Zumindest kannte ich beide Kinder .......

Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#3

RE: Menschen mit Behinderungen in der DDR

in DDR Zeiten 28.06.2013 18:20
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Mir fällt nur so wie Ggaengerin ein....sie wurden integriert, und zwar in den ganz normalen Ablauf so in die normalen Schulen sprich POS. Jetzt könnte einer kommen und fragen" Leichtbehindert/Schwerbehindert? Logisch, letztere nicht. Ich erinnere mich allerdings, das zum Beispiel Leipzig ne Schule speziell für Taubstumme hatte, parallel zur heutigen Prager Straße die wohl auch heute noch existiert.

Lebensläufer


Schmiernippel hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#4

RE: Menschen mit Behinderungen in der DDR

in DDR Zeiten 28.06.2013 18:31
von Harzwanderer | 2.940 Beiträge

Im Militärmuseum Dresden gab es auch Behinderte an der Kasse und am Empfang. Da war die NVA mal richtig fortschrittlich.


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#5

RE: Menschen mit Behinderungen in der DDR

in DDR Zeiten 28.06.2013 18:47
von Lutze | 8.040 Beiträge

sind Firmen ab einer gewissen Betriebsgröße nicht verpflichtet,
Menschen mit einer Behinderung einzustellen?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#6

RE: Menschen mit Behinderungen in der DDR

in DDR Zeiten 28.06.2013 18:50
von PF75 | 3.294 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #5
sind Firmen ab einer gewissen Betriebsgröße nicht verpflichtet,
Menschen mit einer Behinderung einzustellen?
Lutze



ich glaube man kann sich aber auch "freikaufen",dann braucht man keine einstellen.


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#7

RE: Menschen mit Behinderungen in der DDR

in DDR Zeiten 28.06.2013 18:53
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Hallo, Hallo siehe bitte die Überschrift beachten!!!!!

Lebensläufer


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#8

RE: Menschen mit Behinderungen in der DDR

in DDR Zeiten 28.06.2013 19:14
von Batrachos | 1.549 Beiträge

Hallo,
Ich finde nicht das Menschen in der DDR integriert waren.
Grund ist, in Sülzhayn im ehemaligen Sperrgebiet, liegt bei Ellrich,waren etliche Einrichtungen wo schwer und schwerstbehinderte
untergebracht waren.Wie manche hier wissen,lag und liegt Sülzhayn am A...ch der Welt.Diese armen Menschen hatten nichts,wo sie mal
am kulturellen Leben teilhaben konnten.
Man hätte diese Einrichtungen auch bequem in Nordhausen errichten können,wo das Leben pulsiert.
Aber man hat sie ins Grenzgebiet abgeschoben,wo groß keiner hingekommen ist.
Fand das damals immer schon sehr traurig.Heute existiert in Sülzhayn nur noch eine Klinik für Querschnittsgelähmte,
der Rest wurde alles geschlossen. Wo sind all diese Leute geblieben?
Von einer Einrichtung weiß ich ,das sich heute ein gehobeneres Hotel darin befindet.Selbst die ganzen Lehrwerkstätten,alles weg.
Schade!!!!

Mfg Batrachos


Drosseln sind Vögel. Sie in Motorräder zu stecken ist Tierquälerei!!
Motorradfahren ist das schönste, was man angezogen machen kann.
45° ist das zu schräg-bist du zu schwach
Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.06.2013 19:16 | nach oben springen

#9

RE: Menschen mit Behinderungen in der DDR

in DDR Zeiten 28.06.2013 19:22
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Für Batrachos....vom Rainer aus dem Vortext

" Jetzt könnte einer kommen und fragen" Leichtbehindert/Schwerbehindert? Logisch, letztere nicht."

Lebensläufer


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#10

RE: Menschen mit Behinderungen in der DDR

in DDR Zeiten 28.06.2013 20:01
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #1
Menschen mit Behinderungen haben auch zum Alltag der DDR gehört.

Ich kann mich in Berlin in der Nähe der Wollankstraße an eine Bürstenmacher- Werksstatt erinnern, wo sehr viele sehbehinderte und blinde Menschen ein klassisches Beschäftigungsfeld gefunden haben.

Auch kann ich mich an einen durch Kinderlähmung stark geschädigten Nachbarn erinnern, der als Buchhalter in seinem Beruf aufgegangen ist.

Auf der anderen Seite habe ich die Mutter eine mehrfach geschädigten Kindes (Sauerstoffmangel bei der Geburt) kennen gelernt, die ohne Hilfe der evangelischen Kirche den Alltag nicht hätte bewältigen können.

Welche Erinnerung habt ihr an diese Menschen?

LG an die grenzgaengerin




Ja GG,wie soll ich sagen,hing ja immer davon ab was koerperlich moeglich war...

Einem meiner Nachbarn fehlte ein Bein(Kriegssache) der reparierte Fernsehgeraete inne PGH und am WE holte er seinen Benz raus,hatte einen Umbau,so konnte er mit Familie fahren....
Dem Englischlehrer fehlte ein Arm,der Kerl war Klasse,alte Schule....
In einem Betrieb,arbeiteten Rehabilitanten(geistige Behinderung) imLager und halfen bei der Heizung und Reinigung....
Ein erfahrener Angelkumpel,musste im Rollstuhl fahren,dem wurde immer geholfen die Ausruestung zu starten oder eben zu verpacken,zum Angelwettkampf wurde er von Freunden gefahren...
Nach meiner Erinnerung wurde in der Volkssolidaritaet einiges veranstaltet und was die Diskotheken,Musiker,Choere,Alleinunterhalter betraf so waren die schon bei den Behinderten zu "Gange" und ein schoenere Aufgabe gibt es ja eigentlich nicht...einfach mal helfen....

Vielleicht kannste Dich erinnern,manchmal stand ein Rollstuhlfaher vorm Einkauf und hatte ein Netz,Beutel was auch immer und einen Einkaufszettel,es gab immer schnell eine Person,die fuer die Leuts einkaufen ging und im kleinen Tante Emma Laden oder beimBaecker,kam der "Chef"doch selbst und organisierte das.
Die Verkehrsbedingungen,sprich die abgesenkten Bordsteine etc...war natuerlich nicht so wie heute,,,das ist klar,das war immer ein Problem....

Von einer Schulkameradin der Bruder war blind und beschaeftigte sich mit Ziervoegel,allein war er im Stadtbild unterwegs,man kannte "Sich".....

Was mir nicht gefiel und hier auch schon einmal Thema war,waren die Unterkuenfte in den Heimen,das hat mich immer geaergert,als elektrischer Stoerungsmonteur mussteste eben ueberall hin und hast viel gesehen und ja die kirchlichen Gemeinden haben eben auch viel gemacht....

Sodann GG
Gruss BO


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#11

RE: Menschen mit Behinderungen in der DDR

in DDR Zeiten 28.06.2013 20:50
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Anfang der 80er war ich auf einer Baustelle des Pfannensteinwerkes in Liebertwolkwitz bei Leipzig, dort war ein alter Brennofen wo die Ziegel reingestapelt wurden und dann die Eingänge zugemauert wurden.
Der Brennvorgang erfolgte mit Durchfeuern von oben, also mit Nachschütten von Kohle und dauerte eine Woche.
Nach Abkühlung wurden die Eingänge wieder aufgebrochen und die Ziegel wurden von Hand herausgeholt.
Zwischen den Ziegellagen befand sich die Asche von der Durchfeuerung und die Resttemperatur betrug ca. 40 Grad.
Da diese Arbeit kein normaler Mensch ausüben würde, wurden von einer nahegelegenen Verwahranstalt geistig schwerstbehinderte mit einem Robour-Bus gebracht, beaufsichtigt von zwei Wärtern mit Schlagstöcken und diese holten die Steine aus dem Ofen.
Ich hatte den Eindruck das diese "Therapie" wohl eher eine Art Zwangsarbeit war.


Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#12

RE: Menschen mit Behinderungen in der DDR

in DDR Zeiten 28.06.2013 21:38
von Ex-Huf (gelöscht)
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #11
Anfang der 80er war ich auf einer Baustelle des Pfannensteinwerkes in Liebertwolkwitz bei Leipzig, dort war ein alter Brennofen wo die Ziegel reingestapelt wurden und dann die Eingänge zugemauert wurden.
Der Brennvorgang erfolgte mit Durchfeuern von oben, also mit Nachschütten von Kohle und dauerte eine Woche.
Nach Abkühlung wurden die Eingänge wieder aufgebrochen und die Ziegel wurden von Hand herausgeholt.
Zwischen den Ziegellagen befand sich die Asche von der Durchfeuerung und die Resttemperatur betrug ca. 40 Grad.
Da diese Arbeit kein normaler Mensch ausüben würde, wurden von einer nahegelegenen Verwahranstalt geistig schwerstbehinderte mit einem Robour-Bus gebracht, beaufsichtigt von zwei Wärtern mit Schlagstöcken und diese holten die Steine aus dem Ofen.
Ich hatte den Eindruck das diese "Therapie" wohl eher eine Art Zwangsarbeit war.


Hallo,

ich will Deine Schilderungen nicht anzweifeln, aber das wäre ja eine undenkbar grausame Verfahrensweise gewesen...?

Ex-Huf


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#13

RE: Menschen mit Behinderungen in der DDR

in DDR Zeiten 28.06.2013 21:56
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Ex-Huf im Beitrag #12
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #11
Anfang der 80er war ich auf einer Baustelle des Pfannensteinwerkes in Liebertwolkwitz bei Leipzig, dort war ein alter Brennofen wo die Ziegel reingestapelt wurden und dann die Eingänge zugemauert wurden.
Der Brennvorgang erfolgte mit Durchfeuern von oben, also mit Nachschütten von Kohle und dauerte eine Woche.
Nach Abkühlung wurden die Eingänge wieder aufgebrochen und die Ziegel wurden von Hand herausgeholt.
Zwischen den Ziegellagen befand sich die Asche von der Durchfeuerung und die Resttemperatur betrug ca. 40 Grad.
Da diese Arbeit kein normaler Mensch ausüben würde, wurden von einer nahegelegenen Verwahranstalt geistig schwerstbehinderte mit einem Robour-Bus gebracht, beaufsichtigt von zwei Wärtern mit Schlagstöcken und diese holten die Steine aus dem Ofen.
Ich hatte den Eindruck das diese "Therapie" wohl eher eine Art Zwangsarbeit war.


Hallo,

ich will Deine Schilderungen nicht anzweifeln, aber das wäre ja eine undenkbar grausame Verfahrensweise gewesen...?

Ex-Huf



Ich habe das gesehen.
Geschlagen wurden sie aber nicht, die Schlagstöcke waren wohl eher zum Selbsschutz für die Wärter.
Ich bin kein Fachmann würde aber die Leute als schwere Fälle bezeichnen, sie konnten sich nicht artikulieren und hatten auch teilweise körperliche Mißbildungen wie Buckel und Klumpfuß.
War schon irgendwie schaurig.
Die Anstalt befand sich in der Nähe, ein altes dunkles Gemäuer.
Vielleicht weis ja ein Rand-Leipziger was davon.


Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.06.2013 21:58 | nach oben springen

#14

RE: Menschen mit Behinderungen in der DDR

in DDR Zeiten 29.06.2013 00:36
von Rainman2 | 5.764 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #13
Zitat von Ex-Huf im Beitrag #12
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #11
Anfang der 80er war ich auf einer Baustelle des Pfannensteinwerkes in Liebertwolkwitz bei Leipzig, ... von einer nahegelegenen Verwahranstalt geistig schwerstbehinderte mit einem Robour-Bus gebracht, beaufsichtigt von zwei Wärtern mit Schlagstöcken und diese holten die Steine aus dem Ofen.
Ich hatte den Eindruck das diese "Therapie" wohl eher eine Art Zwangsarbeit war.


Hallo,

ich will Deine Schilderungen nicht anzweifeln, aber das wäre ja eine undenkbar grausame Verfahrensweise gewesen...?

Ex-Huf



Ich habe das gesehen.
Geschlagen wurden sie aber nicht, die Schlagstöcke waren wohl eher zum Selbsschutz für die Wärter.
Ich bin kein Fachmann würde aber die Leute als schwere Fälle bezeichnen, sie konnten sich nicht artikulieren und hatten auch teilweise körperliche Mißbildungen wie Buckel und Klumpfuß.
War schon irgendwie schaurig.
Die Anstalt befand sich in der Nähe, ein altes dunkles Gemäuer.
Vielleicht weis ja ein Rand-Leipziger was davon.



Hallo Grenzwolf,

bin zwar kein Rand-Leipziger, habe die Ecke aber leider kennenlernen müssen.

Das Bezirkskrankenhaus für Psychatrie war in Leipzig-Dösen, also etwa 4-5 km weg von Liebertwolkwitz. Das war aber ein relativ großes Areal mit den verschiedensten Fällen. Ich war immer froh, wenn ich nach meinen Besuchen dort wieder draußen war. Ich war zwar nur im Trakt für Sozialtherapie, aber der Ort an sich ist schon beklemmend. Und wenn Du Dich dann mal mit jemandem normal unterhältst und nach einer Weile merkst, Du hast einen Menschen mit schwerer Schizophrenie vor Dir, dann ist der Tag auch nicht sonderlich schön. Genug davon.

Ich denke mal, dass es auch damals so etwas wie "Behindertenwerkstätten" gab. Nun gut, Deine Schilderung klingt nicht nach gemütlichem Tütenkleben. Aber es ist denkbar, dass es auch solche Arbeitseinsätze gegeben haben könnte. Die Stöcke dürften dann definitiv Selbstschutz gewesen sein. In den 80er Jahren war man auch in Dösen aus den brachialen Methoden heraus. Die ganze Geschichte klingt nach einem Pragmatismus, den man heute eigentlich nicht mehr verstehen will: Nun ja, sie haben was zu tun - vielleicht macht es sie in irgendeiner Weise glücklich. Ja, der Satz passt definitiv nicht zu Deiner Geschichte ... aus heutiger Sicht ...

Anders könnte ich die Geschichte nicht interpretieren.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#15

RE: Menschen mit Behinderungen in der DDR

in DDR Zeiten 29.06.2013 01:54
von schulzi | 1.765 Beiträge

die ziegelei in wolks war bekannt ich nehme aber an das es insassen der JVA waren.doch nun zu thema bei uns in der spinnerei arbeiten auch viele behindertet sei es körperlich und geistig sie waren vollständig in die kollektive integriert ,die arbeit die sie taten war ihrer qualivikation angemessen (hilfsarbeiter bis meister) doch bei der bezahlung der sogenannten hilfsarbeiter habe ich heute noch zweifel ob sie angemessen war.den die arbeit war oft schwer und eintönig,für die paar quikser unterbezahlt.die kleine schwester meiner mutter hatte eine körperliche behinderung bei der suche nach einer lehrstelle sind meinen opa fast die haare ausgefallen den es gab nichts was ihrer schulichen qualifikation entsprach (10.klasse POS abschlussnote 2) doch hatte sie glück durch die kirche bekam sie eine ausbildung zum "facharbeiter für schreibtechnik" den sie mit gut abschloss.sowie eine stelle beim damaligen kirchenbauamt


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#16

RE: Menschen mit Behinderungen in der DDR

in DDR Zeiten 21.10.2015 09:51
von Sunflowers | 11 Beiträge

Zitat von Batrachos im Beitrag #8
Hallo,
Ich finde nicht das Menschen in der DDR integriert waren.
Grund ist, in Sülzhayn im ehemaligen Sperrgebiet, liegt bei Ellrich,waren etliche Einrichtungen wo schwer und schwerstbehinderte
untergebracht waren.Wie manche hier wissen,lag und liegt Sülzhayn am A...ch der Welt.Diese armen Menschen hatten nichts,wo sie mal
am kulturellen Leben teilhaben konnten.
Man hätte diese Einrichtungen auch bequem in Nordhausen errichten können,wo das Leben pulsiert.
Aber man hat sie ins Grenzgebiet abgeschoben,wo groß keiner hingekommen ist.
Fand das damals immer schon sehr traurig.Heute existiert in Sülzhayn nur noch eine Klinik für Querschnittsgelähmte,
der Rest wurde alles geschlossen. Wo sind all diese Leute geblieben?
Von einer Einrichtung weiß ich ,das sich heute ein gehobeneres Hotel darin befindet.Selbst die ganzen Lehrwerkstätten,alles weg.
Schade!!!!

Mfg Batrachos


Hi,

ich weiß, dieses Thema hier ist schon von 2013, aber ich bin gestern darauf gestoßen und würde sehr gerne als ehemalige Behinderte aus Sülzhayn etwas dazu beitragen.
Sülzhayn lag damals zwar im Speergebiet und man konnte nur mit einem gültigen Passierschein dorthin, aber wir waren als Kinder, Jugendliche und Erwachsene eigentlich sehr glücklich, wenngleich auch die richtige Familie nicht anwesend sein konnte, wie man es sich als Kind eigentlich wünscht.
Die Erzieher und auch das Pflegepersonal gaben sich alle Mühe um es uns dort so schön wie nur möglich zu machen.
Am kulturellen Leben nahmen wir teil, denn wir hatten ein eigenes Kino und Discobesuche waren auch möglich, sofern man ein gewisses Alter erreicht hatte. Da wir einen eigenen Bus hatten, fuhren wir oftmals nach Nordhausen ins Theater, unternahmen Exkursionen und Wandertage, auch fuhren wir ins Ferienlager nach Dresden, in den Spreewald oder Karl-Marx-Stadt etc.pp.
Wir konnten je nachdem wie alt man war, natürlich auch ohne Aufsicht raus in den Ort und uns mit Freunden treffen oder einkaufen gehen. Alles war möglich.
Kontakte zu den Einwohnern pflegte man natürlich ebenfalls sehr gerne.
So schlimm waren wir jedenfalls nicht dran, wie Batrachos es befürchtet hatte und hier schrieb. ;-)

Heute gibt es noch die Schule, in der momentan Flüchtlinge leben, da man das Schulgebäude 2011 schloss und es so nun wunderbar wieder nutzen kann. Das "gehobenere Hotel" unser ehemaliges neuestes Internat damals, ist geschlossen und modert vor sich her. Das Haus in dem damals die Lehrlinge lebten und arbeiteten, fällt zusammen und die restlichen Häuser sind abgerissen.

Die damalige Zeit möchte ich nicht missen und erinnere mich gerne an sie zurück...


VNRut, vs1400, Rainer-Maria Rohloff, Grenzläufer, Fritze und LO-Wahnsinn haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#17

RE: Menschen mit Behinderungen in der DDR

in DDR Zeiten 23.10.2015 00:06
von vs1400 | 2.397 Beiträge

Zitat von Sunflowers im Beitrag #16


Hi,

ich weiß, dieses Thema hier ist schon von 2013, aber ich bin gestern darauf gestoßen und würde sehr gerne als ehemalige Behinderte aus Sülzhayn etwas dazu beitragen.
Sülzhayn lag damals zwar im Speergebiet und man konnte nur mit einem gültigen Passierschein dorthin, aber wir waren als Kinder, Jugendliche und Erwachsene eigentlich sehr glücklich, wenngleich auch die richtige Familie nicht anwesend sein konnte, wie man es sich als Kind eigentlich wünscht.
Die Erzieher und auch das Pflegepersonal gaben sich alle Mühe um es uns dort so schön wie nur möglich zu machen.
Am kulturellen Leben nahmen wir teil, denn wir hatten ein eigenes Kino und Discobesuche waren auch möglich, sofern man ein gewisses Alter erreicht hatte. Da wir einen eigenen Bus hatten, fuhren wir oftmals nach Nordhausen ins Theater, unternahmen Exkursionen und Wandertage, auch fuhren wir ins Ferienlager nach Dresden, in den Spreewald oder Karl-Marx-Stadt etc.pp.
Wir konnten je nachdem wie alt man war, natürlich auch ohne Aufsicht raus in den Ort und uns mit Freunden treffen oder einkaufen gehen. Alles war möglich.
Kontakte zu den Einwohnern pflegte man natürlich ebenfalls sehr gerne.
So schlimm waren wir jedenfalls nicht dran, wie Batrachos es befürchtet hatte und hier schrieb. ;-)

Heute gibt es noch die Schule, in der momentan Flüchtlinge leben, da man das Schulgebäude 2011 schloss und es so nun wunderbar wieder nutzen kann. Das "gehobenere Hotel" unser ehemaliges neuestes Internat damals, ist geschlossen und modert vor sich her. Das Haus in dem damals die Lehrlinge lebten und arbeiteten, fällt zusammen und die restlichen Häuser sind abgerissen.

Die damalige Zeit möchte ich nicht missen und erinnere mich gerne an sie zurück...



hallo @Sunflowers,
... alles natürlich unter beachtung deines alters.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#18

RE: Menschen mit Behinderungen in der DDR

in DDR Zeiten 23.10.2015 08:53
von Sunflowers | 11 Beiträge

Zitat von vs1400 im Beitrag #17
Zitat von Sunflowers im Beitrag #16


Hi,

ich weiß, dieses Thema hier ist schon von 2013, aber ich bin gestern darauf gestoßen und würde sehr gerne als ehemalige Behinderte aus Sülzhayn etwas dazu beitragen.
Sülzhayn lag damals zwar im Speergebiet und man konnte nur mit einem gültigen Passierschein dorthin, aber wir waren als Kinder, Jugendliche und Erwachsene eigentlich sehr glücklich, wenngleich auch die richtige Familie nicht anwesend sein konnte, wie man es sich als Kind eigentlich wünscht.
Die Erzieher und auch das Pflegepersonal gaben sich alle Mühe um es uns dort so schön wie nur möglich zu machen.
Am kulturellen Leben nahmen wir teil, denn wir hatten ein eigenes Kino und Discobesuche waren auch möglich, sofern man ein gewisses Alter erreicht hatte. Da wir einen eigenen Bus hatten, fuhren wir oftmals nach Nordhausen ins Theater, unternahmen Exkursionen und Wandertage, auch fuhren wir ins Ferienlager nach Dresden, in den Spreewald oder Karl-Marx-Stadt etc.pp.
Wir konnten je nachdem wie alt man war, natürlich auch ohne Aufsicht raus in den Ort und uns mit Freunden treffen oder einkaufen gehen. Alles war möglich.
Kontakte zu den Einwohnern pflegte man natürlich ebenfalls sehr gerne.
So schlimm waren wir jedenfalls nicht dran, wie Batrachos es befürchtet hatte und hier schrieb. ;-)

Heute gibt es noch die Schule, in der momentan Flüchtlinge leben, da man das Schulgebäude 2011 schloss und es so nun wunderbar wieder nutzen kann. Das "gehobenere Hotel" unser ehemaliges neuestes Internat damals, ist geschlossen und modert vor sich her. Das Haus in dem damals die Lehrlinge lebten und arbeiteten, fällt zusammen und die restlichen Häuser sind abgerissen.

Die damalige Zeit möchte ich nicht missen und erinnere mich gerne an sie zurück...



hallo @Sunflowers,
... alles natürlich unter beachtung deines alters.

gruß vs




Hallo vs1400,

warum? Als ich nach Sülzhayn musste schrieben wir das Jahr 1981. Ich war bis 1989 im August dort.

Batrachos selbst hat nicht geschrieben wann seine Beobachtung gewesen ist.

Grüße
Sunflowers


Fritze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#19

RE: Menschen mit Behinderungen in der DDR

in DDR Zeiten 23.10.2015 19:08
von beobachter | 92 Beiträge

Kann sunflowers aussagen nur bestätigen. Meine mutter arbeitete damals in sülzhayn im Haus stubbe sowie haupthaus und ich war oft dabei zb.bei Ausflügen in die baumannshöhle im harz. So schlecht wars sicher nicht. Ja warum nicht ndh ? Weil in sülzhayn die einrichtungen vorhanden waren. Sülzhayn war vor dem Krieg ein florierender Kurort


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#20

RE: Menschen mit Behinderungen in der DDR

in DDR Zeiten 23.10.2015 23:59
von vs1400 | 2.397 Beiträge

Zitat von Sunflowers im Beitrag #18


Hallo vs1400,

warum? Als ich nach Sülzhayn musste schrieben wir das Jahr 1981. Ich war bis 1989 im August dort.

Batrachos selbst hat nicht geschrieben wann seine Beobachtung gewesen ist.

Grüße
Sunflowers


hallo Sunflowers,
weil es wichtig ist und man seine erlebte zeit nicht als pauschal gültig vermitteln sollte.
meine mutter, bj. '47, hatte ne schwere polio und bekam absolut nichts vom behindertenschutz zu spüren. weder kurangebote, noch sonderurlaub
und rücksichtnahme im arbeitsalltag = null.

was Batrachos betrifft,
schau einfach mal in seinem profil oder den ersten posts nach.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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