#1

keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.06.2013 12:46
von Lutze | 8.027 Beiträge

1963 besuchte Kennedy West-Berlin,das Brandenburger Tor
hat man mit Fahnen zugehängt,warum hatte man das gemacht?
gruß Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#2

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.06.2013 12:56
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #1
1963 besuchte Kennedy West-Berlin,das Brandenburger Tor
hat man mit Fahnen zugehängt,warum hatte man das gemacht?
gruß Lutze


Das isr nun aber eine, ich sag mal, komische Frage - vermutlich litt die DDR zu jener Zeit unter einer Überproduktion an Flaggenstoffen, so dass sie die in ihrer Verzweifelung ans Brandenburger Tor hängten.

Ansonsten kann man in der Welt von 1963 folgendes lesen:

Brandenburger Tor, 11.43 Uhr

Auf dem weiträumig abgesperrten Platz vor dem Berliner Wahrzeichen verlässt John F. Kennedy den Lincoln und besteigt ein Holzpodest, um über die Mauer schauen zu können. Die SED hat sich vorbereitet auf den Besuch: Die fünf Durchfahrten des Tores sind mit Stoffbahnen verhängt, viermal rot und in der Mitte der DDR-Fahne in Schwarz-rot-gold mit Hammer und Zirkel. Davor steht ein großes, Plakat mit englischer Aufschrift. Es enthält übliche Propaganda: Die Beschlüsse der "Großen Drei" Roosevelt, Churchill und Stalin bei der Jalta-Konferenz Anfang 1945 seien nur in der DDR umgesetzt worden. Kennedy wird gefragt, wann das Gleiche für die Bundesrepublik und West-Berlin geschehen werde? Angesichts der Betonsperrmauer und der schwerbewaffneten Wachen im Sperrgebiet wirkt die Behauptung, in der DDR sei der Militarismus abgeschafft, freilich lächerlich.

Gegenfrage:

Zur Bundestagswahl holzen die Parteien hektarweise Wälder ab, um sie mit Druckerfarbe zu beschmieren. Warum werfen sie die Blätter den Leuten in den Briefkasten, statt sie lastwagenweise zum Papierecycling zu fahren?

Also ehrlich: Manche Fragen von Dir sind schon ein bisschen schräg, so dass man böswillig annehmen könnte, dass Du einen veräppeln willst.

Gruss

icke



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#3

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.06.2013 13:25
von Moskwitschka (gelöscht)
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Man kann auch die DDR als Vorreiter der Flächenwebung sehen:

"Fassadenwerbung oder Giebelwerbung ist eine äußerst großflächige, auffällige Werbung an freistehenden Gebäuden, die meist in Stadtzentren gelegen sind. Idealerweise stehen die Gebäude quer zur Fahrbahn, so dass ein weiträumiger Einblick gewährleistet ist."

http://www.fassadenwerbung.biz/fassadenw...-giebelwerbung/

Nur ist heute die Werbebotschaft eine andere.


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#4

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.06.2013 14:06
von schnatterinchen (gelöscht)
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Meiner Meinung nach waren das sowie die anderen in dieser Art gestalteten Botschaften an den Klassenfeind eine Mischung aus Minderwertigkeitskomplexen und Trotz.


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#5

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.06.2013 14:29
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Die Tischtücher waren doch da nur zum trocknen aufgehängt.

War ne klare Präsentation der Grenzen des Einflussbereiches von Kennedy.


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#6

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.06.2013 20:58
von studfri | 762 Beiträge

Na die Demonstration des Endes des Einflussbereiches war aber an der Stelle wohl eher theoretischer Natur:

Was wäre passiert, wenn der Präsident ganz einfach in seinen Lincoln gestiegen und sich zum Checkpoint Charlie hätte fahren lassen um dort dann zu bekunden, er wolle jetzt in den Ostteil der Stadt fahren. Da hätte mach dann doch höchstens einen einem Russischen Offizier zur Ausweiskontrolle holen können, eine Einreise in den Osten wäre dem Präsidenten doch wohl aufgrund des Viemächtestatusses der Stadt nicht zu verweigern gewesen, wie jedem anderen Amerikaner auch.....

Man stelle sich das mal vor: Vor der Weltöffentlichkeit winkt der auf einmal vom Osten in den Westen rüber....



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#7

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.06.2013 21:03
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Als Besucher hätte er ruhig kommen können. Ulbricht hätte sich sicher geschmeichelt gefühlt.

Für die Grenzen seines Einflusses hätten die Sowjets schon gesorgt. Wie im Oktober 1961.


zuletzt bearbeitet 26.06.2013 21:05 | nach oben springen

#8

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.06.2013 21:06
von passport | 2.626 Beiträge

Zitat von studfri im Beitrag #6
Na die Demonstration des Endes des Einflussbereiches war aber an der Stelle wohl eher theoretischer Natur:

Was wäre passiert, wenn der Präsident ganz einfach in seinen Lincoln gestiegen und sich zum Checkpoint Charlie hätte fahren lassen um dort dann zu bekunden, er wolle jetzt in den Ostteil der Stadt fahren. Da hätte mach dann doch höchstens einen einem Russischen Offizier zur Ausweiskontrolle holen können, eine Einreise in den Osten wäre dem Präsidenten doch wohl aufgrund des Viemächtestatusses der Stadt nicht zu verweigern gewesen, wie jedem anderen Amerikaner auch.....

Man stelle sich das mal vor: Vor der Weltöffentlichkeit winkt der auf einmal vom Osten in den Westen rüber....





Häh, sowjetischer Offizier ?

passport


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#9

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.06.2013 21:10
von Mike59 | 7.938 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #1
1963 besuchte Kennedy West-Berlin,das Brandenburger Tor
hat man mit Fahnen zugehängt,warum hatte man das gemacht?
gruß Lutze


Na wenn Besuch kommt und dann so hoher, da wird doch geflaggt!


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#10

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.06.2013 21:19
von studfri | 762 Beiträge

Ja sicher, Russischer Offizier. Die Aliierten kontrollierten sich am Checkpoint Charlie gegenseitig. DDR-Organen war das Kontrollieren von Staatsbürgern der Siegermächte nicht gestattet. So habe ich das jedenfalls gelernt.



zuletzt bearbeitet 26.06.2013 21:20 | nach oben springen

#11

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.06.2013 21:26
von passport | 2.626 Beiträge

Zitat von studfri im Beitrag #10
Ja sicher, Russischer Offizier. Die Aliierten kontrollierten sich am Checkpoint Charlie gegenseitig. DDR-Organen war das Kontrollieren von Staatsbürgern der Siegermächte nicht gestattet. So habe ich das jedenfalls gelernt.





Heute sind mal wieder hier im Forum Fachexperten unterwegs

passport


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#12

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.06.2013 21:30
von Wolle76 (gelöscht)
avatar

@Studfri,

Man(n) stört sich an dem Wort Russe statt Sowjet.


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#13

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.06.2013 21:37
von studfri | 762 Beiträge

Na es war doch wohl klar was gemeint war...... oder kommt es heute noch darauf an? auf die Bezeichnung als Russe oder Sowjet?



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#14

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.06.2013 21:38
von passport | 2.626 Beiträge

My uniform is my ID

passport

Ergänze hier für Unwissende:

Gegenseitige Kontrolle der Allierten erfolgte nur auf den Checkpoints Alpha und Bravo (DDRseitig Mbn. und Drewitz).


werner hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 26.06.2013 21:48 | nach oben springen

#15

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.06.2013 21:39
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von Wolle76 im Beitrag #12
@Studfri,

Man(n) stört sich an dem Wort Russe statt Sowjet.


Logischerweise - schliesslich hätte der Offzier auch ein Ukrainer, Kasache, Georgier, Weissrusse etc. gewesen sein.

Aber die Frage ist durchaus interessant. Das, was hier zu Kennedy gesagt wurde, gilt ja umgekehrt auch für die sowjetische Führungsspitze. Muss man sich also fragen, warum Chruschtschow oder Breschnew oder Gorbatschow Besuche in der DDR nicht zu einer Besichtigungstour durch West-Berlin genutzt haben?

Gruss

icke



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#16

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.06.2013 22:19
von passport | 2.626 Beiträge

Zitat von studfri im Beitrag #10
Ja sicher, Russischer Offizier. Die Aliierten kontrollierten sich am Checkpoint Charlie gegenseitig. DDR-Organen war das Kontrollieren von Staatsbürgern der Siegermächte nicht gestattet. So habe ich das jedenfalls gelernt.





Ja was denn nun, wer kontrollierte wen ? Oder doch keine Kontrolle. Und wenn Kontrolle dann roter Stern, weißer Stern, gallischer Hahn oder Union Jack?

passport


zuletzt bearbeitet 26.06.2013 23:31 | nach oben springen

#17

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 27.06.2013 23:25
von studfri | 762 Beiträge

Im Westen wechselten sich die Kontrollleure immer ab: Mal Amis, dann Briten dann Franzosen....nach einem bestimmten Rhytmus....wie Schichdienst....im Osten waren wohl immer nur die Sowjets und die DDR-Organe am Zuge, wobei letztere keine Rechte gegenüber den Aliierten hatten.



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#18

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 27.06.2013 23:43
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von studfri im Beitrag #17
Im Westen wechselten sich die Kontrollleure immer ab: Mal Amis, dann Briten dann Franzosen....nach einem bestimmten Rhytmus....wie Schichdienst....im Osten waren wohl immer nur die Sowjets und die DDR-Organe am Zuge, wobei letztere keine Rechte gegenüber den Aliierten hatten.


Die Logik kann ich nicht ganz nachvollziehen. Natürlich wechselten sich die drei Westallierten ab - im Osten gabs ja nun mal als Siegermacht nur die Sowjets - obwohl, wenn sie sich die Schweizer oder auch die Jugoslawen zur Entlastung geholt hätten - das hätte schon einen gewissen Charme.

Gruss

icke



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#19

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 28.06.2013 00:21
von eisenringtheo | 9.156 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #16
Zitat von studfri im Beitrag #10
Ja sicher, Russischer Offizier. Die Aliierten kontrollierten sich am Checkpoint Charlie gegenseitig. DDR-Organen war das Kontrollieren von Staatsbürgern der Siegermächte nicht gestattet. So habe ich das jedenfalls gelernt.





Ja was denn nun, wer kontrollierte wen ? Oder doch keine Kontrolle. Und wenn Kontrolle dann roter Stern, weißer Stern, gallischer Hahn oder Union Jack?

passport


Wie war es nun am Check Point Charlie (DDR Güst Friedrich-Zimmerstrasse) mit den Kontrollen? Nach meinen Beobachtungen bei der Benutzung dieser Güst (als Schweizer) war, dass die Jeeps einfach langsam durchfuhren - unkontrolliert. Das wurde bei einer Flucht ausgenutzt:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13518152.html
wobei es überrascht, dass der Flüchtling Schaufensterpuppen benutzt hat und nicht lebende Kollegen; mit Pappkameraden ist das schon sehr dreist. Die können nicht zurück grüssen.
Theo


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#20

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 28.06.2013 13:38
von passport | 2.626 Beiträge

Auf der Güst Friedrichsstrasse standen KEINE sowjetischen Soldaten zur Kontrolle der Allierten bei der Ein und Ausreise in die Hauptstadt der DDR.
Die Kontrolle und Zählung der Allierten erfolgte durch die MA der PKE nur visuell ohne Dokumentenkontrolle. Der Standardsatz der Allierten hieß:
My uniform is my ID

passport


zuletzt bearbeitet 28.06.2013 13:40 | nach oben springen



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