#21

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 28.06.2013 22:56
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #20
Auf der Güst Friedrichsstrasse standen KEINE sowjetischen Soldaten zur Kontrolle der Allierten bei der Ein und Ausreise in die Hauptstadt der DDR.
Die Kontrolle und Zählung der Allierten erfolgte durch die MA der PKE nur visuell ohne Dokumentenkontrolle. Der Standardsatz der Allierten hieß:
My uniform is my ID

passport


Ich weis aus der Erzählung von einem Briten, der als Soldat in Berlin stationiert war. Den wollte man am Bahnhof Friedlichstraße (er war in Zivil) aus irgend einem Grund kontrollieren (der wollte gar nicht nach Osterberlin einreisen). Und als Antwort bekam der Angehörige der DDR-Organe von ihm zu hören: Das kann ich nicht machen. Ich bin Angehöriger der Britischen Streitkräfte. Bitte holen Sie einen sowjetischen Offizier. Wie er sagte, hatten die immer Pappkarten dabei, in denen die beiden Sätze in Deutsch ausgedruckt waren für diejenigen, die nicht Deutsch sprachen oder nicht sprechen wollten.



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#22

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 28.06.2013 23:41
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Nun, am Bahnhof Friedrichstr. befand er sich bereits auf DDR-Gebiet auch wenn er die Passkontrolle noch nicht passiert hatte. Angehörige der westl. Alliierten sollten die Grenze nur in Uniform passieren, eben um erkannt zu werden, dazu hatte @KID auch mal was geschrieben.
Wer in Zivil erschien musste sich die Frage nach Papieren schon gefallen lassen.


zuletzt bearbeitet 28.06.2013 23:44 | nach oben springen

#23

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 28.06.2013 23:52
von eisenringtheo | 9.160 Beiträge

Merkblatt für die US Soldaten und ihre Angehörigen.
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/co..._-_19811109.pdf
Der Umstand, dass alliierte Soldaten in Uniform ohne Kontrolle passieren konnte, wurde von Fluchthelfergruppen ausgenutzt.
http://www.emmitsburg.net/archive_list/a.../2012/spies.htm
Theo


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#24

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 29.06.2013 17:08
von KID | 234 Beiträge

Fuer die Ein- und Ausreise der Westallierten war nur Checkpoint Charlie vorgesehen. (Drei Checkpoints gab es fuer die 'Interzonale Bewegungen', wie sie damals hiessen. Checkpoint Alpha (Helmstedt), Checkpoint Bravo (Drewitz-Dreilinden) und Checkpoint Charlie (Zimmerstrasse).

Am Checkpoint Charlie wurde nach Regelung mit den Sowjets lediglich eine Sichtkontrolle durchgefuehrt, und zwar durch die Grenztruppen der DDR. Da die GT unsere Fahrzeuge und Busse nicht betreten durften, uns zum aussteigen nicht verlangen konnten usw, war diese 'Kontrolle' fuer die Besatzungsmaechte eigentlich gar keine. Am Checkpoint Charlie hiess es tatsaechlich; Meine uniform ist ein Ausweis. Die GT hatten lediglich Koepfe zu zaehlen (bei Ein und Ausreise). An den anderen beiden Checkpoints hatten die Sowjets kontrolliert, und die GT hatten mit uns NICHTS zu tun. In Drewitz-Dreilinden bzw Helmstedt/Marienborn mussten wir aus dem Fahrzeug aussteigen und zum sowj. Posten vorgehen. Es wurde militaerisch gegruesst und die Flagorders ueberreicht, die nur in Russisch, English und Franzoesisch ausgestellt wurdem. Hier hatte der Deutsche (Ost oder West) nichts zu sagen..

Jens


GZB1, passport und josy95 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 29.06.2013 17:08 | nach oben springen

#25

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 29.06.2013 17:14
von Ecki | 408 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #1
1963 besuchte Kennedy West-Berlin,das Brandenburger Tor
hat man mit Fahnen zugehängt,warum hatte man das gemacht?
gruß Lutze
Mein lieber Lutze,

wahrscheinlich, damit diese geballte Verkörperung des Klassenfeindes die Errungenschaften der Deutschen Demokratischen Republik nicht ausspionieren kann.

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


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#26

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 30.06.2013 21:24
von studfri | 762 Beiträge

Aber das wäre ja dann doch wohl d e r Geheimtip für Fluchten von DDR-Bürgern gewesen. Wenn einer einigermassen Englisch oder Französisch oder Russisch konnte, dann musste der doch nur mit einem Angehörigen der Besatzungsmächte die Uniform gegen Zivilkleidung tauschen und schon war der im Westen. Für den Soldaten wäre das doch auch risikolos gewesen, denn mit dem britischen, französischen oder russischen Pass hätten die doch jederzeit wieder ausreisen können, oder?



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#27

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 30.06.2013 22:54
von eisenringtheo | 9.160 Beiträge

Zitat von studfri im Beitrag #26
Aber das wäre ja dann doch wohl d e r Geheimtip für Fluchten von DDR-Bürgern gewesen. Wenn einer einigermassen Englisch oder Französisch oder Russisch konnte, dann musste der doch nur mit einem Angehörigen der Besatzungsmächte die Uniform gegen Zivilkleidung tauschen und schon war der im Westen. Für den Soldaten wäre das doch auch risikolos gewesen, denn mit dem britischen, französischen oder russischen Pass hätten die doch jederzeit wieder ausreisen können, oder?


Der russische, britische, amerikanische oder französische Militärstaatsanwalt wird sicher Anklage erheben. Abgesehen davon haben Soldaten nach dem Viermächtestatus keine diplomatische Immunität, ich nehme an, die DDR Behörden hätten einen Soldaten, der so eklatant DDR Recht verletzt, verhaftet und angeklagt. Viermächtestatus hin oder her.
Hinzu kommt noch, dass Militärdienst prägt. Man hätte einem DDR Bürger in alliierter Uniform sofort angesehen, dass er kein alliierter Soldat ist.
Theo


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#28

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 30.06.2013 22:58
von passport | 2.627 Beiträge

Zitat von studfri im Beitrag #26
Aber das wäre ja dann doch wohl d e r Geheimtip für Fluchten von DDR-Bürgern gewesen. Wenn einer einigermassen Englisch oder Französisch oder Russisch konnte, dann musste der doch nur mit einem Angehörigen der Besatzungsmächte die Uniform gegen Zivilkleidung tauschen und schon war der im Westen. Für den Soldaten wäre das doch auch risikolos gewesen, denn mit dem britischen, französischen oder russischen Pass hätten die doch jederzeit wieder ausreisen können, oder?


Na, so einfach war das auch nicht. Natürlich hatte die PKE Friedrichstraße ein internes Kontrollsystem bei der Zählung und Registrierung der Allierten.
Vielleicht kann unser User PKE weiterhelfen!

passport


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#29

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 30.06.2013 23:53
von KID | 234 Beiträge

Ach, wenns nur so leicht gewesen waere...


Soldaten mussten in Gruppen reisen. Offiziere durften in kleineren Gruppen, jedoch manchmal auch allein.

Paesse wurden nicht gebraucht, und daher konnte man sie auch nicht benutzen, weder bei der Ein- oder Ausreise nach/von Ostberlin. Ein Soldat durfte Checkpoint Charlie mittels Reisepass nicht passieren. Punkt, Ende. Der freie Zugang zu allen Sektoren durfte nie untermauert werden. Das Vorzeigen eines Passes unterstellte dem Passinhaber einer Kontrolle, die es fuer Uniformierte gar nicht gab, und nicht geben durfte.

Kein Soldat der Westmaechte haette sich mit einem solchen 'Ostdeutschen' zusammengetan. Wir (Soldaten) durften offiziell nie alleine durch Ostberlin. Uns wurde auch stets und staendig von den 'gefaehrlichen Provokateuren der Stasi' gewarnt. Wir waren immer auf der Hut. UND: Kein Soldat haette es gewagt. Es lohnte sich einfach nicht. Nicht vergessen, wir waren nicht als eure Befreier oder Fluchthelfer gekommen, wir waren genau wie Sowjets, Briten und Franzosen in Gross-Berlin die Sieger. Wir wollten mit euch generell nichts zu tun haben, auch wenn die damals Unzufriedenen im Arbeiter und Bauern Staat dies nicht gerne hoeren.

Jede Verletzung des Status von Berlin wurde strengstens bestraft, denn dieser Status der Westmaechte war auf alle Kosten zu gewaehrleisten.

Ich kann mich auch ganz gut an die DDR-Buerger erinnern, die dummerweise Zuflucht in der Botschaft suchten. Sie wurden gnadenlos (und korrekterweise) rausgeschmissen. Auch diese unueberlegten Versuche gefaerdeten den Status-Quo in Berlin. Nicht Mal weinende Frauen und Kinder konnte dies aendern.

@studfri: war aber ein guter Versuch.

Und wer meint, diese Sachen sind sogar fuer die Deutschen etwas kleinkariert, moechte Folgendes Beispiel beachten.

Es gab in der DDR keine US-Botschaft.

Sie hiess offiziell: "Die amerikansiche Botschaft zur Deutschen Demokratischen Republik in Berlin.

Jens


GZB1 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#30

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 01.07.2013 13:45
von eisenringtheo | 9.160 Beiträge

Hier der Bericht eines ehemaliger US Geheimdienstmitarbeiters, der "Mieter" eines "Safe Houses" (einer konspirative Wohnung) war. Eine Frau namens Ursula nahm Kontakt mit der "Firma" und wollte Asyl, weil ihre Gruppe aufzufliegen drohte. Was hat diese Gruppe gemacht? Sie hat amerikanische Uniformen in den Osten geschmuggelt und DDR Bürger damit eingekleidet, nachdem ihnen die Haare korrekt geschnitten wurden und sie nach Westen geschleust...
http://www.emmitsburg.net/archive_list/a.../2012/spies.htm
Also möglich war es!
Theo


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#31

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 01.07.2013 14:24
von KID | 234 Beiträge

Ja, aber normale Soldaten haben das nicht gemacht, sondern Spione. Ich hatte ja auch einen diplomatischen pass der DDR in meiner Hand als ich in ein kubanisches Flugzeug einstieg. Beduetete laengst nicht, dass ich Diplomat war.

Uebrigens - und das sagt der Autor - war das ganze Spiel VOR dem bau der Mauer abgelaufen. damals waren die interzonalen Bewegungen anders geregelt, und Soldaten durften sogar zu Fuss nach Ostberlin. Das aendert die ganze Geschichte, mein Freund.

Aepfel und Orangen, wie man bei uns sagt. Das Beispiel in diesem Thread basierte sich nicht auf den Geheimdienst, und in der Zeit NACH dem Mauerbau.

Jens


eisenringtheo hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.07.2013 14:24 | nach oben springen

#32

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 01.07.2013 14:40
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von KID im Beitrag #29
Ach, wenns nur so leicht gewesen waere...


Soldaten mussten in Gruppen reisen. Offiziere durften in kleineren Gruppen, jedoch manchmal auch allein.

Paesse wurden nicht gebraucht, und daher konnte man sie auch nicht benutzen, weder bei der Ein- oder Ausreise nach/von Ostberlin. Ein Soldat durfte Checkpoint Charlie mittels Reisepass nicht passieren. Punkt, Ende. Der freie Zugang zu allen Sektoren durfte nie untermauert werden. Das Vorzeigen eines Passes unterstellte dem Passinhaber einer Kontrolle, die es fuer Uniformierte gar nicht gab, und nicht geben durfte.

Kein Soldat der Westmaechte haette sich mit einem solchen 'Ostdeutschen' zusammengetan. Wir (Soldaten) durften offiziell nie alleine durch Ostberlin. Uns wurde auch stets und staendig von den 'gefaehrlichen Provokateuren der Stasi' gewarnt. Wir waren immer auf der Hut. UND: Kein Soldat haette es gewagt. Es lohnte sich einfach nicht. Nicht vergessen, wir waren nicht als eure Befreier oder Fluchthelfer gekommen, wir waren genau wie Sowjets, Briten und Franzosen in Gross-Berlin die Sieger. Wir wollten mit euch generell nichts zu tun haben, auch wenn die damals Unzufriedenen im Arbeiter und Bauern Staat dies nicht gerne hoeren.

Jede Verletzung des Status von Berlin wurde strengstens bestraft, denn dieser Status der Westmaechte war auf alle Kosten zu gewaehrleisten.

Ich kann mich auch ganz gut an die DDR-Buerger erinnern, die dummerweise Zuflucht in der Botschaft suchten. Sie wurden gnadenlos (und korrekterweise) rausgeschmissen. Auch diese unueberlegten Versuche gefaerdeten den Status-Quo in Berlin. Nicht Mal weinende Frauen und Kinder konnte dies aendern.

@studfri: war aber ein guter Versuch.

Und wer meint, diese Sachen sind sogar fuer die Deutschen etwas kleinkariert, moechte Folgendes Beispiel beachten.

Es gab in der DDR keine US-Botschaft.

Sie hiess offiziell: "Die amerikansiche Botschaft zur Deutschen Demokratischen Republik in Berlin.

Jens



einspruch,groß-berlin war ostberlin nach dem krieg,westberlin war nur berlin. zumindest bis mitte der 80er jahre als sich ostberlin von dem titel groß-berlin trennte und sich berlin-hauptstadt der ddr nannte.


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 01.07.2013 14:42 | nach oben springen

#33

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 01.07.2013 15:08
von icke46 | 2.593 Beiträge

Wikipedia sagt zu Groß-Berlin:

Groß-Berlin ist eine Bezeichnung für das 1920 entstandene Stadtgebiet von Berlin, wie es bis heute mit nur wenigen Änderungen besteht.

Ist also keine DDR-Erfindung.

Gruss

icke



KID hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#34

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 01.07.2013 15:51
von Wolle76 (gelöscht)
avatar

Ek meint das es dann den Senat von Berlin und den Magistrat von Groß-Berlin gab.


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#35

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 01.07.2013 15:59
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #28
Zitat von studfri im Beitrag #26
Aber das wäre ja dann doch wohl d e r Geheimtip für Fluchten von DDR-Bürgern gewesen. Wenn einer einigermassen Englisch oder Französisch oder Russisch konnte, dann musste der doch nur mit einem Angehörigen der Besatzungsmächte die Uniform gegen Zivilkleidung tauschen und schon war der im Westen. Für den Soldaten wäre das doch auch risikolos gewesen, denn mit dem britischen, französischen oder russischen Pass hätten die doch jederzeit wieder ausreisen können, oder?


Na, so einfach war das auch nicht. Natürlich hatte die PKE Friedrichstraße ein internes Kontrollsystem bei der Zählung und Registrierung der Allierten.
Vielleicht kann unser User PKE weiterhelfen!

passport


Wimre hat auch der Sicherungsposten 1 der GT an der Güst Friedrichstr./ Checkpoint C die Personen in alliierten Fahrzeugen bei Ein- und Ausreise mitgezählt und dokumentiert, also was von außen zu sehen war.


zuletzt bearbeitet 01.07.2013 16:05 | nach oben springen

#36

RE: keine Sicht durchs Brandenburger Tor

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 01.07.2013 17:24
von KID | 234 Beiträge

Gross-Berlin war genau die Bezeichnung der Stadt - hatte weder was mit den Nazis noch mit der DDR zu tun.

Am Ende konnten die Allierten die Stadt Berlin so bezeichnen, wie sie es wollten. Wie gesagt, die Deutschen hatten da nichts zu sagen.

Jens


GZB1 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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